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GÄNSEBLÜMCHEN
Das Gänseblümchen, auch Ausdauerndes Gänseblümchen, Mehrjähriges Gänseblümchen, Maßliebchen, Tausendschön, Monatsröserl oder schweizerisch Margritli (Kleine Margerite) genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütler. Da es auf fast jeder Wiesenfläche wächst, zählt es zu den bekanntesten Pflanzenarten Mitteleuropas. Schon kleine Kinder kennen und lieben das freundliche Gänseblümchen, das Wiesen mit leuchtenden weiß-gelben Tupfern verziert. Die moderne Phytotherapie verwendet das Gänseblümchen nicht. Aber die Volksheilkunde setzt es für vielerlei Beschwerden ein. Ein Tee aus den Blättern des Gänseblümchens regt Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und kann durch seine krampfstillenden Fähigkeiten auch Husten lindern. Dank seiner harntreibenden Eigenschaften kann Gänseblümchentee auch Ödeme schwinden lassen. Äußerlich angewandt kann Gänseblümchentee Ausschläge lindern, unreine Haut klären und hartnäckige Wunden heilen.
Das Gänseblümchen ist der kleine Star unter den essbaren Wildkräutern und genießt hohe Beliebtheit bei Jung & Alt. Bereits Kleinkinder kennen das weiße Blümchen vom Spielen auf der Wiese, vom Blumenkranzflechten oder Dekorieren in der Sandkiste. Das Gänseblümchen sieht nicht nur süß aus, es ist auch sehr wohlschmeckend . . . Es gibt vermutlich keine Pflanze, die man häufiger an den unterschiedlichsten Standorten antrifft und die jeder kennt: das Gänseblümchen. Dass die Blüten des zierlichen Gänseblümchen essbar sind, wissen viele, die Wildkräutergerichte mögen. Die auch als Maßliebchen bezeichnete Heilpflanze wird jedoch auch bei Husten, Gelenkbeschwerden und Hautproblemen verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampfstillend, schmerzstillend, Husten, Erkältungen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Darmentzündung, Gicht, Rheumatismus, Stoffwechsel anregend, Wassersucht, Ödeme, Nierensteine, Blasensteine, Menstruationsbeschwerden, Stockende Menstruation, Weißfluss, Hautkrankheiten, Hautausschläge, Unreine Haut, Wunden
wissenschaftlicher Name: Bellis perennis
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Daisy
volkstümlicher Name: Angerbleamerl, Augenblümchen, Gänseblume, Himmelsblume, Maiblume, Marienblümchen, Massliebchen, Mondscheinblume, Mümmeli, Regenblume, Tausendschön
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Anthoxanthin, Flavonoide, Fumarsäure, Schleim, Inulin
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Das Gänseblümchen ähnelt im Geschmack dem Vogerlsalat (Feldsalat) und schmeckt auch leicht nussig. Junge Blätter sind besonders mild. Die Blüten sind leicht bitter mit einem Hauch Kamille. Noch geschlossene Knospen haben eine säuerliche Note. Das Gänseblümchen beinhaltet u.a. die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium sowie Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Saponine, Gerbstoffe und Flavonoide. Gänseblümchen enthalten zudem Inulin. Dieser Ballaststoff gelangt unverdaut in den Dickdarm und wirkt verdauungsfördernd.
Sammelzeit: März bis November
 
Anwendung
Gänseblümchen kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Frischpflanze anwenden. Die häufigste Art, Gänseblümchen anzuwenden ist als Tee.
Tee
Für einen Gänseblümchentee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Gänseblümchen mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wie-der sechs Wochen lang Gänseblümchentee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Gänseblümchenwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Gänseblümchentinktur selbst herzustellen, übergießt man Gänseblümchen in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Man kann sie auch äußerlich für Einreibungen bei Quetschungen und Verrenkungen anwenden. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Innerlich
Gänseblümchen kann man innerlich, als Tee oder Tinktur bei Erkältungen einsetzen. Außerdem hilft Gänseblümchen bei Frühjahrsmüdigkeit und wird traditionell bei viele Erkrankungen eingesetzt, die im Frühling auftreten. Auch Beschwerden im Magen-Darmbereich können durch Gänseblümchentee gelindert werden.
Äußerlich
Äußerlich kann man Gänseblümchentee, frischer Presssaft der Blätter oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man die Heilung von Wunden fördern. Gänseblümchen hilft äußerlich eingesetzt auch bei Gliederschmerzen, unabhängig davon, ob sie rheumatischer Natur sind oder durch äußerliche stumpfe Verletzungen verursacht wurden.
Verwendung als Heilpflanze
Die Röhrenblüten enthalten das Saponin Bayogenin, Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe und Schleim. Außerdem wurde in den Blüten, wie bei vielen Asteraceae, das Apigenin-7 Glucosid Cosmosiin nachgewiesen. In neueren Studien konnten für Bellis perennis antimikrobielle und antihyperlipidämische Wirkungen aufgezeigt werden. Gänseblümchenblüten werden volksheilkundlich als Heilmittel bei Hauterkrankungen, bei schmerzhafter oder ausbleibender Regelblutung, Kopfschmerzen, Schwindelanfällen und Schlaflosigkeit verwendet. Auch zur Hustenlösung wird das Gänseblümchen angewendet, was in erster Linie auf den Gehalt an Saponine zurückzuführen ist. Eine Wirksamkeit in diesen Anwendungsgebieten ist nicht belegt. Als Teedroge sind die Blüten des Gänseblümchens gebräuchlich, für die homöopathische Verwendung wird aus der frischen Pflanze eine Urtinktur gewonnen. Das Ganseblümchen ist die Heilpflanze des Jahres 2017.
Gänseblümchen als Heilkraut
Aufgrund der im Gänseblümchen enthaltenen Gerbstoffe gilt das Wildkraut als Appetitanreger. Die Gerbstoffe regen die Produktion von Verdauungssäften in Magen, Galle und Leber an. Gleichzeitig wirkt das Gänseblümchen blutreinigend und entzündungshemmend.
Die entzündungshemmende Wirkung machten sich Ärzte bereits im Mittelalter zunutze. Tinkturen und Tees aus Gänseblümchen wurden bei empfindlicher, trocken-schuppiger Haut verabreicht; genau wie Salben auf Schweinefettbasis mit Gänseblümchen bei Pigmentflecken aller Art – z.B. Sommersprossen oder altersbedingt – zum Einsatz kamen.
Ferner wurde in der Vergangenheit Gänseblümchentee bei Husten und wegen der harntreibenden Wirkung auch bei Erkrankungen von Blase und Nieren verabreicht. Auch schwor man auf die äußerliche Anwendung von Umschlägen mit Gänseblümchen bei Brüchen und Prellungen.
In älteren Kräuterbüchern, so z.B. im Gart der Gesundheit (1485) oder im Buch von P.A. Matthioli (1554) war das Gänseblümchen eine anerkannte Heilpflanze. Sie wurde dort allerdings vorrangig für äußere Anwendungen empfohlen. Die zu jener Zeit als Maßlieben bezeichnete Pflanze kam u.a. zur Wundbehandlung, bei Gliederschmerzen und bei Geschwulsten verwendet. Eine bekanntere Anwendung waren u.a. Dampfbäder mit Gänseblümchen, Odermennig und Huflattich, die bei Gelenkermüdung verwendet wurde.
Heutzutage ist die Wirkung von Gänseblümchen weitestgehend in Vergessenheit geraten. Nur selten findet man in Apotheken oder Drogerien Cremes mit Gänseblümchenprodukten, die zur Unterstützung der Hautfunktion sensibler und unreiner Haut gemacht wurden. Einige Babycremes vertrauen auf die hautberuhigende Wirkung des Gänseblümchens.
Heilkräftige Pflanzenteile
Gesammelt werden die Blüten und Blätter (Flores et Folia Bellidis), besonders im Frühjahr, sie können aber bis Ende August gesammelt werden. Eine Reihe von Heil und Wirkstoffen birgt dieses so unscheinbare Blümchen, so Saponin, Gerbstoff, Harz, ätherisches Öl, Zucker, Schleim, Eiweiß, Bitterstoff, Apfel-. Wein-, Essig- und Oxalsäure und schließlich ein fettes Öl.
Heilwirkung
Das Gänseblümchen scheint zwar im Arzneimittelverzeichnis nicht auf, doch ist es ein altbewährtes Heilkräutlein. Sowohl nach alter als nun auch nach neuester Auffassung in der Naturheilkunde wirkt das Gänseblümchen auflösend, kühlend, zerteilend, leicht abführend, schmerz- und krampfstillend, stärkend und nicht zuletzt auf den Stoffwechsel anregend. Das Gänseblümchen ist ein ausgezeichnetes Blutreinigungsmittel und kann für die sogenannten Frühjahrskuren bestens empfohlen werden. Die im Mittelalter so hochgeschätzte Heil-pflanze würde verdienen, auch in der Gegenwart mehr Beachtung zu finden. Am wirkungsvollsten für die Frühjahrskur ist die Verwendung der jungen Sprossen im Frühjahr als Salat und der aus der ganzen Pflanze (ohne Wurzel) bereitete frische Preßsaft. Dieser Preßsaft muss jedoch täglich frisch bereitet werden. Man nimmt täglich 1 bis 3 Esslöffel voll des Saftes mit der halben Menge Wasser ein. Äußerlich wird der Frischpreßsaft zu Einreibungen oder zu Umschlägen bei Verletzungen und eiternden Wunden gebraucht. Bei entzündlichen Geschwülsten und hitzigen Wunden wirken die frisch gepflückten Blätter der Gänseblümchens schmerzstillend und heilend.
Der Gänseblümchentee (1 bis 2 Teelöffel des blühenden Krautes mit 1 Tasse heißen, nicht mehr kochenden Wasser überbrüht) zeitigt Erfolge bei Erkältungskrankheiten, Erkrankungen des Magen- und Darmkanas, wenn Gärungsprozesse die Ursache sind, bei Schleimhautkatarrhen, Kolikschmerzen, Leberstörungen und schließlich bei Nieren- und Blasenleiden.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde: In alten Kräuterbüchern des Mittelalters lesen wir, dass das Gänseblümchen eine alte germanische Heilpflanze war. In der nordischen Mythologie der Götting des Frühlings, Ostera geweiht, wurde ihr die Heilkraft über alle Erkrankungen des zu Ende gehenden Winters zugeschrieben. In der christlichen Mythologie wurde dieses liebliche Blümchen aufgenommen mit der Begründung, sie sei aus den Tränen Mariens entsprossen, die sie auf der Flucht nach Ägypten vergossen habe.
Dem Gänseblümchen drohte im Jahre 1793 die behördliche Ausrottung, da es für so schädlich galt. Zum Glück blieb es bei einer behördlichen Verordnung am Papier.
Das Gänseblümchen ist ein echtes Wundkraut, besonders bei Kopfwunden.
Eine gute SALBE gegen Gliederschmerzen: Man nimmt frische, ungesalzene Butter, zerstosse die Blätter vom Gänseblümchen und die halbe Menge Käsepappelblätter und lasse diese in der heißen Butter gut ausprasseln. Das noch warme Fett seihe man durch ein Tüchlein direkt in den Tiegel, der für die Aufbewahrung dieser Salbe bestimmt ist. Mit dieser Salbe reibe man die schmerzenden Glieder täglich 2 bis 3mal gut ein.
Der frische Saft des blühenden Krautes, mit Honig vermengt eingenommen ist ein Hausmittel bei Erkrankung der Atmungsorgane. Der frische Saft mit etwas Weingeist vermengt und diese Einreibung bei Muskelkater verwendet, wirkt rasch.
Bein inneren Blutungen bereite man einen Teeaufguss von gleichen Teilen Blättern und Blüten des Gänseblümchens und Nussblätter. Man trinke täglich 2 bis 3 Tassen schluckweise.
Anwendung in der Homöopathie
In der Homöopathie wird aus den frischen blühenden Kräutern eine Essenz hergestellt, die auf Muskelfasern der Blutgefäße besonders einwirkt. Sie wird daher bei allen katarrhalischen Erkrankungen sowie bei Muskel- und Gelenkrheumatismus angewendet. Äußerlich wird die Essenz bei Verletzungen. Quetschungen und Verrenkungen wie Arnika verwendet.
Gänseblümchen in der Küche
Genau wie Gundermann, Löwenzahn, Giersch und Brennnessel gehört das Gänseblümchen zu denjenigen Wildkräutern, die in vielen Standard-Kochbüchern keine große Beachtung finden. Vor allem durch die essbaren Blüten des Gänseblümchens ist die Pflanze jedoch unter Wildkräuterliebhabern keine Unbekannte.
Vom Gänseblümchen lassen sich sowohl die Blätter als auch die geschlossenen Blütenknospen wie auch die geöffneten Blütenköpfchen verwerten. Der Geschmack von Gänseblümchenblüten lässt sich als zart nussig beschreiben, während die Blätter mit einer grünen, leicht säuerlichen Note aufwarten (ähnlich wie eine milde Variante vom Sauerampfer).
Geerntet werden kann das Gänseblümchen nahezu ganzjährig. Sobald sich die ersten Blüten und das zarte Blattgrün im Frühling zeigen, können bis zum Spätherbst die immer wieder nachkommenden Blüten und Blätter gesammelt werden. Die beste Qualität versprechen jedoch das späte Frühjahr sowie die Sommermonate.
Der Verwendung von Gänseblümchen in der Küche stehen alle Grenzen offen. Die Blätter und Blüten schmecken pur in Blattsalaten ebenso wie als Zutat in Kräuterquark, selbstgemachter Kräuterbutter, Kräuterfrischkäse oder simpel auf einem mit Butter bestrichenem Brot – dekorativ sind die Blüten in jedem Fall.
Wer es pikanter mag, kann die Knospen von Gänseblümchen einlegen und als Ersatz für Kapern nutzen. Auch eignen sich die Blütenköpfchen als dezenter Geschmacksgeber in Gelees.
Wie auch aus Bärlauch und Basilikum kann aus Gänseblümchen ein Pesto zubereitet werden. Für die Herstellung von Gänseblümchenpesto werden lediglich zwei Handvoll abgewaschener Blätter, geröstete Pinienkerne (alternativ Cashewnüsse oder Sonnenblumenkerne), reichlich Olivenöl, etwas Salz und Pfeffer benötigt. Alle Zutaten werden miteinander in einer Küchenmaschine oder mit dem Pürierstab zu einer pestoartigen Konsistenz zerkleinert. Wer mag, kann zusätzlich geriebenen Hartkäse wie Parmesan oder Pecorino hinzugeben.
 
Pflanzenkunde
Das Gänseblümchen gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Bekannt ist es auch als Tausendschön und Marienblümchen. Es gedeiht anspruchslos auf Wiesen, Wegrändern und Äckern und wird zwischen drei bis 15 Zentimeter hoch. Der Blütenstängel ist leicht behaart und trägt keine Blätter. Die spatelförmigen Blätter sind bodennah als Rosette angeordnet. Das Blütenköpfchen bildet sich aus den außenliegenden weißen (Zungenblüten) und innenliegenden gelben Blüten (Röhrenblüten). An der Unterseite können die weißen Blüten rötlich bis purpur gefärbt sein – gut sichtbar in der Nacht, wenn sich das Gänseblümchen schließt und schlafenlegt. Das Gänseblümchen blüht von den ersten Frühlingstagen an bis in den Herbst.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Gänseblümchen ist ursprünglich in Südeuropa heimisch. Schon im Altertum kam es jedoch auch nach Mitteleuropa, als es dort immer mehr Wiesen gab. Es wächst bevorzugt auf Wiesen. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 15 Zentimeter hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst verkehrt eiförmige Blätter aus. In Bodennähe wachsen sie als Blattrosette. Die Blüten erscheinen zwischen März und August. Sie sitzen jeweils einzeln auf dünnen Stängeln. Als Korbblütler haben sie viele weiße Zungenblüten an der Außenseite und gelbe Röhrenblüten im Inneren, ähnlich wie Margeriten, Kamille oder Mutterkraut.
Botanik
Der ausdauernde Wurzelstock entfaltet eine Blattrosette knapp über dem Boden, mit verkehrt eiförmig, gekerbten Blättern. Der Blütenschaft ist je nach der Jahreszeit 3 bis 15cm hoch, die Korbblüte sitzt einzeln am Schaft und hat weiße, rot angehauchte Strahlblüten und gelbe Polsterblüten.
Geruch und Geschmack
Das Gänseblümchen riecht schwach, angenehm, der Geschmack ist säuerlich, bitter, leicht zusammenziehend.
Blütezeit
Von den ersten Frühlingstagen bis zu den ersten Herbstfrösten.
Standort
Auf allen Angern, Wiesen und Grasplätzen.
Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 4 bis 15 (2 bis 20) Zentimetern erreicht. Am kurzen, aufrechten Rhizom befinden sich faserige Wurzeln. Die in einer dichten Blattrosette zusammen stehendem Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der geflügelte Blattstiel ist mindestens so lang wie die Blattspreite. Die einfache Blattspreite besitzt nur einen Mittelnerv, ist spatelförmig bis verkehrt-eiförmig, 6 bis 40 Millimeter lang und 4 bis 20 Millimeter breit.
Jede Blattrosette bringt von März bis November ununterbrochen aufsteigende bis aufrechte, blattlose, meist 5 bis 15 (3 bis 20) Zentimeter lange Blütenstandsschäfte mit einzelnstehenden Blütenkörbchen hervor. Der körbchenförmige Blütenstand enthält Hüllblätter, die einen bewimperten Rand besitzen. Die mehr als hundert Blüten sind – wie für Korbblütler typisch – auf der verbreiterten Sprossachse, dem so genannten Blütenstandsboden angeordnet. Randständig sind die weißen, zygomorphen, weiblichen, 4 bis 8 (bis 11) mm langen Zungenblüten in zwei Reihen angeordnet. Im Zentrum des Blüten-körbchens stehen zwischen 75 und 125 gelbe, zwittrige und trichterförmige radiärsymmetrische, 1,5 mm lange Röhrenblüten. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, einfächrigen Fruchtknoten verwachsen.
Die Früchte sind nicht wie jene vieler Arten der Korbblütengewächse mit einem Pappus ausgestattet. Bei den 1 bis 2 mm langen Achänen handelt es sich um gekrönte Schließfrüchte, bei der Frucht- und Samenschale miteinander verwachsen sind. Die Samen sind endospermlos.
Herkunft und Vorkommen der Gänseblümchen
Das Gänseblümchen kommt ursprünglich aus den mediterranen Raum und hat sich von dort bis nach Nordeuropa ausgebreitet. Der Korbblütler gehört heute zur Ursprungsvegetation in Mitteleuropa.
Bedingt durch die Tatsache, dass Gänseblümchen nur geringe Ansprüche an Standort und den Boden stellen, findet man die Pflanze als typisches Wildkraut heute oft in freier Natur an. Typische Fundorte sind Wiesen, Bahndämmen, Bürgersteigen sowie Wildwiesen und gepflegte Parkanlagen.
 
Exkurs: Gänseblümchen von ähnlich aussehenden Blumen unterscheiden
Gänseblümchen und Kamille
Die Kamille wird mit einer Wuchshöhe von 20 bis 60 cm circa dreimal so hoch wie das Gänseblümchen. Im Gegensatz zu den ovalen, glattrandigen Blättern des Gänseblümchens sind die Blätter der Kamille auffällig gefiedert. Eindeutig wird der Unterschied zwischen Kamille und Gänseblümchen bei genauerer Betrachtung der Blüten. Auch wenn die Blütenfarbe beider Pflanzen gleich ist, zeigen die weißen Hüllblätter der Kamille gen Boden. Schneidet man die Blüte längs auf, ist die Kamillenblüte innen hohl, das Gänseblümchen nicht. Typisch für die Echte Kamille ist auch das intensive Aroma, das diese Heilpflanze im Vergleich zum duftlosen Gänseblümchen verströmt.
Gänseblümchen und Margerite
Schwieriger ist die Unterscheidung zwischen Margeriten und Gänseblümchen. Aufgrund der sehr ähnlichen Blüten können beide Pflanzen leicht miteinander verwechselt werden. Ein erster Anhaltspunkt der Unterscheidung ist die Höhe der Pflanze. Margeriten erreichen mit etwa einem halben Meter einen wesentlich höheren Wuchs als das Gänseblümchen. Augenscheinlich sind auch die Unterschiede bei der Anordnung der Laubblätter. Die Blätter des Gänseblümchens wachsen als bodenständige Rosette; Margeritenblätter hingegen sind wechselständig an dem Stängel angeordnet, an dessen Ende sich die Margeritenblüte befindet. Die Blüte eines Gänseblümchens wächst an einem blattlosen Stängel. Die Form der Blätter ist ähnlich, lässt sich aber durch das Gezahnte am Blattrand der Margeriten eindeutig von den glattrandigen Gänseblümchenblättern abgrenzen.
 
Aussäen und pflanzen
Die zahlreichen Vorkommen von Gänseblümchen auf unterschiedlichsten Böden und in diversen Regionen zeigen, dass diese Pflanze fast überall und selbst ohne Pflege durch den Menschen prächtig gedeiht.
Optimale Wachstumsbedingungen findet das Gänseblümchen jedoch an vollsonnigen Standorten mit mäßig feuchten, nährstoffreichen und humosen Böden. Schattige Standorte wie sehr trockene und sandige Böden mag das Gänseblümchen hingegen nicht.
Auch wenn Gänseblümchen selbstaussäend sind und eigentlich nicht auf künstliche Aussaat angewiesen sind, bieten mittlerweile ausgewählte Saatguthersteller Gänseblümchensamen an. Die Samen werden im Frühjahr direkt im Garten oder im Balkonkasten ausgesät. Nach zwei bis drei Wochen treiben die ersten jungen Gänseblümchenblätter aus.
Neben der Aussaat ist die Vermehrung von Gänseblümchen durch Wurzelteilung möglich. Die Mutterpflanze wird an der Wurzelbasis getrennt und eingepflanzt.
Viel Pflege benötigen Gänseblümchen nicht. Regelmäßiges Gießen fördert das Blütenwachstum, düngen ist während der gesamten Blühzeit nicht erforderlich. Im Herbst kann die Erde dennoch mit etwas Humus angereichert werden. Da Gänseblümchen zu den kälteresistenten Pflanzen zählen, ist auch kein spezieller Frostschutz notwendig.
Eine zusätzliche Düngung ist bei nährstoffreichen Böden oder Blumenerden in der Regel nicht erforderlich. Sind Gänseblümchen über mehrere Jahre am gleichen Standort, können einige wenige Gaben von Kompost oder ein verdünnter organischmineralischer Kräuterdünger genutzt werden.

KUH-/KÜCHENSCHELLE tt
Die Gewöhnliche Kuhschelle, auch Gewöhnliche Küchenschelle genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse. Sie ist in West- und Mitteleuropa verbreitet. Die Kuhschelle ist eine sehr selten gewordene Pflanze, die noch manchmal an trockenen, sonnigen Hängen anzutreffen ist. Da sie unter Naturschutz steht, sollte man wildwachsende Kuhschellen in Ruhe lassen. Mit ihren violett-gelben Blüten sieht sie sehr schön aus, aber besonders empfindliche Menschen können durch die Berührung der Pflanze blasenbildende Ausschläge bekommen. Bei den meisten Menschen wirkt sie sich aber nicht stark aus. Als Heilpflanze wird die Kuhschelle aufgrund ihrer Giftigkeit kaum verwendet, aber in der Homöopathie spielt sie eine wichtige Rolle und wird gegen ein breites Spektrum von Beschwerden eingesetzt. Die Küchenschelle, die mitunter auch Kuhschelle genannt wird, ist eine hübsch anzusehende Frühlingspflanze mit auffallend glockenförmigen Blüten. Die geschützte Pflanze sieht jedoch nicht nur gut aus. Sie ist auch eine arzneilich hoch interessante Pflanze, die heute vor allem in der Homöopathie gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden eingesetzt wird.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Giftig. Nur niedrig dosiert oder homöopathisch anwenden. Die Pflanze ist geschützt! Homöopathisch ab D4! Erkältungen, Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen, Gallenschwäche, Leberschwäche, Gicht, Rheuma, Nierenschwäche, Blasenschwäche, Kopfschmerzen, Migräne, Depressionen, unregelmäßige Periode, Menstruationsbeschwerden, Nesselsucht, Ekzeme
wissenschaftlicher Name: Pulsatilla vulgaris
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Pasque Flower
volkstümliche Namen: Bocksbart, Däiwelsbaart, Osterblume, Schlafblume, Teufelsbart, Windblume, Wolfspfote
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Anemonol, Protoanemonin, Ranunculin, Saponine
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt! März bis Mai
 
Anwendung
Achtung! Giftig. Kuhschelle nur niedrig dosiert oder homöopathisch anwenden.
Getrocknete Pflanze
Da die Kuhschelle nicht nur giftig, sondern auch stark hautreizend ist, wird sie weder in der Phytotherapie noch in der Volksheilkunde häufig eingesetzt. Durch das Trocknen der Pflanzenteile verliert sich jedoch die Giftigkeit, wie das bei vielen Hahnenfußgewächsen der Fall ist. Die getrocknete Pflanze kann man niedrig dosiert bei Menstruationsbeschwerden und Blasenentzündungen verwenden. Auch eine Tinktur aus der getrockneten Pflanze kann man einsetzen.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Kuhschellen fanden bereits in der Antike Verwendung als Heilmittel. Hippokrates setzte sie ein gegen hysterische Angstzustände und zur Menstruationsförderung. In der Volksmedizin hat sie nie viel Verwendung gefunden, was sicherlich auch auf ihre Eigenschaften als starkes Hautreizmittel zurückzuführen ist. Lediglich aus der russischen Volksmedizin kennt man eine Verwendung bei Kopfschmerzen und Erkältung, dort wurden die frisch zerquetschten Blätter auf den Hinterkopf gelegt. Als homöopathisches Mittel wird Pulsatilla für viele und vor allem wechselnde Symptome genutzt.
Homöopathische Anwendung
In der Homöopathie ist die Kuhschelle sehr beliebt und stellt auch einen eigenen Konstitutionstyp dar. Homöopathisch ab D4 soll die Kuhschelle unter der Bezeichnung Pulsatilla bei vielerlei Beschwerden helfen, vorwiegend bei Frauen. Der Einsatzbereich reicht von Migräne zusammen mit Magenschmerzen, unregelmäßiger Periode, bis hin zu Störungen der Harnorgane und Erkältungen. Passend zu ihrer hautreizenden Wirkung im unverdünnten Zustand wird die homöopathische Kuhschelle gegen Ekzeme und Nesselsucht verwendet. Bei akuten Problemen werden Potenzen von D4 bis D12 empfohlen, bei chronischen eher D30.
Küchenschelle als Heilkraut
Die Küchenschelle ist eine alte und bekannte Heilpflanze, die bereits in der Antike und im Mittelalter bekannt war. In alten Kräuterbüchern, z.B. Hort der Gesundheit oder dem Buch von P.A. Matthioli wurde das Heilkraut sowohl für äußere als auch innere Krankheiten verwendet. Allerdings gab es auch Kräutergelehrte wie Jakob Dietrich (besser bekannt als Tabernaemontanus), dem die Giftigkeit der Pflanze gut bekannt war und daher vor einer Anwendung Vorsicht empfahl. Hippokrates empfahl das Kraut bei Angstzuständen sowie bei Menstruationsstörungen.
Für innere Anwendungen wurden früher meist die Wurzeln der Küchenschelle verwendet. Die Wurzeln wurden klein geschnitten und in Wein für einige Tage eingelegt. Verwendet wurde diese Tinktur z.B. bei Vergiftungen und Bisse durch Tiere sowie bei der – meist vergeblichen -Behandlung der Pest. Die Blätter hat man als Aufguss meist bei Fieberschüben oder Verstopfung verwendet.
Äußerlich kam die Küchenschelle bei diversen Augenerkrankungen, zur Entfernung der Warzen und „faulen“ Wunden zum Einsatz. Heiße Aufgüsse der Blätter wurden dabei in die Wunden reingeträufelt. Mitunter wurden die Blätter auch pur verwendet. Von solchen Anwendungen wird heutzutage dringend abgeraten, da die giftigen Inhaltsstoffe bei unsachgemäßer Verwendung mehr Schaden anrichten können als sie Nutzen bringen.
Heutige Anwendungen beschränken sich zum Großteil auf homöopathische Behandlungen oder Therapien im Zuge der traditionellen chinesischen Medizin. Die in der Küchenschelle enthaltenden Inhaltsstoffe konnten in wissenschaftlichen Untersuchungen antibiotische und antipyretische (fiebersenkende) Eigenschaften aufzeigen.
Verwendung als Zierpflanze
Unter den Arten der Gattung der Kuhschellen ist die Gewöhnliche Kuhschelle die einzige, die häufiger Verwendung in Gärten findet. Die übrigen Arten stellen so spezifische Anforderungen, dass sie im Wesentlichen auf Botanische Gärten beschränkt bleiben. Die Kräuterbuchautoren des 16. Jahrhunderts kannten die Gewöhnliche Kuhschelle als Pflanze, die nur in der freien Natur vorkommt. Der Pflanzenliebhaber und Nürnberger Stadtarzt Joachim Camerarius zählte sie allerdings bereits 1588 zu den in seinem Garten gepflegten Blumen, wobei er eine Ausnahme darstellen dürfte. Ihre Verwendung blieb äußerst selten, selbst gegen Ende des 19. Jahrhunderts war sie nur sehr selten in Blumengärten zu finden. Erst als die Anlage von Steingärtenpopulär wurde, hat die Gewöhnliche Kuhschelle als Gartenzierpflanze eine größere Verbreitung gefunden und ist heute häufig im Angebot von Staudengärtnereien und Garten-centern zu finden. Mittlerweile sind durch Auslese und durch die Einkreuzung weiterer Arten mehrere Sorten der Gewöhnlichen Kuhschelle entstanden. Diese unterscheiden sich von der ursprünglichen Art durch ihre Blütenfarbe, die von weiß über rosa bis rot reicht.
 
Gewöhnliche Kuhschelle als Giftpflanze
Alle Pflanzenteile der Gewöhnlichen Kuhschelle sind sehr giftig. Sie enthält unter anderem Protoanemonin, daß ein außerordentlich heftig wirkendes Reizmittel für Haut und Schleimhäute ist. Schon der Umgang mit der Pflanze kann zu Blasenbildung, Verätzungen und Entzündung der betroffenen Hautstellen führen. Bei Verzehr von Pflanzenteilen kann es zu Nierenentzündungen, Magen- und Darmbeschwerden und Lähmungen des Zentralnervensystems kommen. Protoanemonin wandelt sich erst beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um. Die Gewöhnliche Kuhschelle enthält außerdem Saponine, Harze und Gerbstoffe.
Vergiftungen durch Verzehr der Pflanze werden je nach Grad der Vergiftung mit der Verabreichung von Aktivkohle und dem Auslösen von Erbrechen behandelt. Magenspülungen, Elektrolytsubstitution sowie gegebenenfalls künstliche Beatmung gehören ebenfalls zu den Therapiemaßnahmen.
 
Kuhschelle im Aberglauben
Die Bewunderung für die Schönheit der Kuhschelle scheint ein modernes Phänomen zu sein. Unseren Vorfahren war die Pflanze mit ihrem seidig glänzenden Schopf, der nach der Blüte als Fruchtstand erscheint, eher unheimlich. Teufelsbart oder Bocksbart nannte man ihn. Im Brandenburgischen war man sogar davon überzeugt, dass der Fruchtstand die Stelle kennzeichnen würde, wo der Jäger eine Hexe aus der Luft heruntergeschossen habe. In anderen Regionen glaubte man, dass die jungen Gänschen im Ei ersticken würden, wenn man sich die Kuhschelle ins Haus holen würde.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Kuhschelle wächst an kalkreichen, sonnigen Standorten in Europa, ist aber inzwischen so selten geworden, dass sie unter Naturschutz gestellt wurde. Aus einem Wurzelstock, der bis zu ein Meter in die Tiefe wächst, treiben im zeitigen Frühjahr gefiederte Laubblätter, die in der Frühphase behaart sind. Außerdem wachsen ein oder mehrere Blütenstängel, die um 15 cm hoch werden. Die Blüte hat violette Blütenblätter und leuchtend gelbe Staubgefäße, was einen attraktiven Kontrast ergibt. Am Anfang nickt die Blüte, später öffnet sie sich immer mehr und zeigt nach oben. Die Form der Blüte erinnert an eine Kuhglocke, was der "Kuhschelle" ihren Namen einbrachte. Als Verkleinerungsform bürgerte sich Kühchen-Schelle, von kleine Kuh ein, das sich im Laufe der Zeit zu "Küchenschelle" wandelte. Nach der Blütezeit wächst der Stängel noch deutlich weiter und wird bis zu 40cm hoch. Die Blüte verwandelt sich zu einer Art Pusteblume mit vielen samentragenden Federschweifen.
Die Gewöhnliche Kuhschelle wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die während der Blütezeit Wuchshöhen von bis zu 15 Zentimetern, zur Fruchtzeit bis zu 40 Zentimetern aufweist. Sie ist ein Tiefwurzler und dringt über 1 Meter ins Erdreich ein. Die Laubblätter sind grundständig in einer Rosette angeordnet und erscheinen gleichzeitig mit den Blüten. Die Blattspreite ist doppelt gefiedert mit (zwei bis) drei bis fünf (bis sechs) Paaren von fiederschnittigen bis fiederspaltigen Hauptfiedern. Die Blattspreite setzt sich aus etwa 100 bis 150 linealischen, meist 2 bis 4 (1 bis 6) mm breiten Abschnitten zusammen. Das unterscheidet sie von der Großen Kuhschelle, deren Laubblätter sich nur aus etwa 40 bis 90 lineal-lanzettlichen, meist 4 bis 7 (2 bis 12) mm breiten Ab-schnitten zusammensetzen und erst gegen Ende der Blütezeit austreiben.
Die Blüten stehen einzeln am Ende des Stängels. In der oberen Hälfte des Blütenstängels befindet sich ein Quirl aus drei reduzierten, am Grund miteinander verwachsenen, zottig behaarten Hochblättern. Er übernimmt die übliche Schutzfunktion des fehlenden Kelches für die noch nicht entfaltete Blüte. Die anfangs nickenden Blüten erscheinen im März bis Mai. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die dottergelben Staubblätter stehen in reizvollem Kontrast zur, aufgrund von Anthocyanen, innen und außen leuchtend purpurfarben oder violett gefärbten Blütenhülle. Die einfache, nicht in Kelch und Krone unterteilte Blütenhülle erweitert sich mit der Dauer der Blühzeit schüsselartig.
Achtung! Schon das Berühren der Kuhschelle kann bei empfindlichen Menschen zu Reizungen der Haut führen.
 
Aussaat und Pflege
Die Küchenschelle ist zwar eine geschützte und teilweise vom Aussterben bedrohte Art. Dennoch lassen sich bei einigen Fachhändler Samen oder anzuchtfertige Stau-den finden, die sich direkt in Garten oder auf dem Balkon kultivieren lassen. Auf-grund ihrer schönen Blütenpracht ist die Kuhschelle mitunter eine sehr begehrte Blühpflanze.
Ein Blick auf den natürlichen Standort dieser krautigen Pflanze hilft ungemein, viele Anbaufehler zu vermeiden. Grundsätzlich bevorzugt sie warme, sonnige, windgeschützte und trockene Standorte mit kalkhaltigen, durchlässigen und nährstoffarmen Böden. Optimal sind daher sandige Gartenböden mit ausreichenden Kalkgehalten (pH-Wert des Bodens sollte bei wenigstens 6,5 bis 7 liegen). Stehen nur lehmige und dichte Böden zur Verfügung, sollten diese mit Quarzsand oder anderen Bodenzuschlagstoffen wie Bimskies oder Zeolith vermischt werden. Auf handelsübliche Blumenerde auf Torfbasis sollte verzichtet werden, da diese für die Küchenschelle zu nährstoffreich ist und nicht ausreichend Kalk enthält.
Steht Saatgut zur Verfügung, sollte die Aussaat der Küchenschelle im Spätherbst stattfinden. Die Pflanze ist ein klassischer Kaltkeimer und benötigt Temperaturen zwischen 1 und 5 °C für die Keimung. Im Freiland sollte auf ein Pflanzabstand von mindestens 25 x 25 cm geachtet werden, da sonst das Risiko für Schädlingsbefall und Standortkonkurrenz besteht. Eine Bepflanzung in Steingärten ist durchaus möglich. Die Aussaat auf warmen Südbalkonlagen ist möglich. Allerdings sollte tiefe Pflanzgefäße gewählt werden, da die Pflanze mit der Zeit recht tief wurzelt.
Besonderes Augenmerk sollte auf Wasserversorgung und Düngung gelegt werden. Die Küchenschelle benötigt innerhalb einer Vegetationsperiode nur sehr wenig Wasser und Nährstoffe. In den meisten Fällen ist eine aktive Düngung nicht erforderlich. Wenn gedüngt wird, sollten höchstens einige Gaben Kompost nach der Blütezeit untergemischt werden. Generell können zu hohe Gaben an Nährstoffen zum Absterben der Pflanze führen.
Auch beim Gießen sollte mit Wasser nicht übertrieben werden. Es reicht in der Regel völlig an wärmeren Tagen kleine Wassergaben zu verabreichen. Bei kälteren Tagen genügt es, einmal pro Woche zu gießen. Ist der Boden zu sehr ausgetrocknet (Fingerprobe!), sollte jedoch immer mit wenig Wasser nachgegossen werden. Zuviel Wasser über einen längeren Zeitraum führt in der Regel zum Absterben der Küchenschelle.
Alte Blätter, Blütenstängel und Blüten sollten immer recht zeitnah entfernt werden. Werden nach der Blüte die alten Blütenteile entfernt, besteht die Möglichkeit einer zweiten Blütephase.

BACHBLÜTE CLEMATIS
Gedankenverloren, weggetreten, selten ganz da   
Diese Menschen sind sehr gedankenverloren, weit weggetreten und nur geistig selten ganz da
Mit der Bachblüte können sie das gedankenverlorene, weggetretene und geistige umkehren
BACHBLÜTE CRAB APPLE
Ich fühle mich vergiftet                                          
Diese Menschen fühlen sich von ihrer Umgebung vergiftet
Diese Vergiftung können sie mit Crab Apple entgegensteuern
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Nüsse
MANDELN
Mandeln sind ein hochwertiges nahrungs- und Heilmittel und sollten deshalb in der Hildegardküche als Beigabe zum morgendlichen Habermus nicht fehlen. 100g enthalten 20,8g Eiweiß, 54g Öl und Fett, 10,5g Faserstoffe, 230mg Kalzium, über 4g Eisen, die Vitamine B1, B2, Nicotinamid und Vitamin C. sie besitzen kaum Zucker, sodass sie auch von Diabetikern problemlos verzehrt werden können. Hildegard von Bingen schreibt über die Mandel: „Aber wer ein leeres Gehirn hat und eine schlechte Gesichtsfarbe und daher Kopfweh, esse oft die Mandelfrucht und es fühlt das Gehirn und gibt ihm die richtige Farbe. Auch wer lungenkrank ist und einen Leberschaden hat, esse oft die Mandeln roh oder gekocht und sie bringen der Lunge Kräfte, weil sie den Menschen in keiner Weise belasten oder austrocknen, sondern ihn stärken.“ Aus geschälten Mandel kann Mandelmilch zubereitet werden, die bei Nieren- und Harnwegsinfektionen hilft.
WALNÜSSE
Die Kultivierung von Walnüssen hat sich im Mittelalter vor allem in Süddeutschland rasch ausgebreitet. Walnüsse enthalten, ähnlich wie Mandeln, große Mengen ungesättigter Fette und hochwertiger Eiweiße. In Anteil an Vitamin B, Phosphor und Kalzium ist besonders hoch, weshalb sie in der Kloster- und Volksmedizin bei nervösen Beschwerden und Erschöpfungszuständen empfohlen werden. Sie sind gut für das Muskelwachstum, unterstützen die Knochenbildung und regen Stoffwechsel und Gehirntätigkeit an. Hildegard von Bingen empfiehlt die Walnuss hauptsächlich bei Gicht, Kopfgrind und Wurmbefall.

Der Armdampf
Nicht bloß auf den Kopf und einzelne Teile desselben kann durch Dampf eingewirkt werden, sondern auch Armdämpfe kann man mit besten Erfolg gebrauchen. Hat man einen rechten Begriff von den bisher aufgezählten Dämpfen, so wird jedem klar sein, wie ein Armdampf gemacht werden kann.
TECHNIK
Man nimmt wiederum ein Geschirr, über welches der Arm gelegt werden kann, gießt siedendes Wasser hinein und überdeckt den Arm wie das Geschirr, damit aller Dampf auf den Arm strömen muß. Bald wird eine große Hitze entstehen und auch der Schweiß nicht lange ausbleiben.
Auch hier gilt wieder eine Anwendungsdauer von 10-20 Minuten. Zur besseren Verdeutlichung ein Beispiel aus der Praxis:
Theresia bekam arge Schmerzen am Daumen, sie hatte wahrscheinlich, ohne daß sie es merkte, irgendetwas eingestoßen. Der Arm schwoll in kurzer Zeit gewaltig an und immer größere Schmerzen stellten sich ein, der Finger fing an, schwarz-blau zu werden und um die schmerzende Stelle entstand eine große Röte. Mit Grund fürchtete sie Blutvergiftung, wie es ja häufig vorkommt, bald tat ihr nicht bloß der Finger weh, sondern der ganze Arm und besonders unter der Achsel. Anfangs gebrauchte sie eine Salbe, welche jedoch ohne Wirkung war, nun machte sie Überschläge mit Heublumen so warm, als sie es ertragen konnte. Diese Heublumen-Überschläge taten ihr sehr gut, als ich aber ihren Arm in Heublumen förmlich einwickelte und dann noch in Dampf brachte, war die Wirkung ungleich stärker. Die Schmerzen ließen nach und durch den Dampf wurde so viel aus dem Arm ausgeschieden, daß in kurzer Zeit alle Gefahr vorüber war.
WIRKUNG
Armdämpfe wirken bei Insektenstichen sowie bei durch Giftstoffe verunreinigten Wunden. Kneipp empfiehlt den Armdampf auch als Erste-Hilfe-Maßnahme, bevor der Arzt zur Hand ist, Bei Bissen von Tollwut gefährdeten Tieren.

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