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BITTERKLEE
Der Fieberklee oder Bitterklee ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Menyanthes in der Familie der Fieberkleegewächse. Diese Sumpf- oder Wasserpflanze ist auf der Nordhalbkugel weit verbreitet. Der Fieberklee ist eine Sumpfpflanze und wächst in Sümpfen, Mooren und an Ufern. Den Namen hat der Fieberklee, wegen der 3 kleeähnlichen Blätter und seiner Nutzung gegen Fieber. Mit dem Klee hat er außer den ähnlich aussehenden Blättern nichts zu schaffen, er ist mit dem Enzian verwandt. Die Pflanze ist daher sehr bitter, mit einem stark schwankenden Bitterwert von etwa 1:1000 bis 1:10.000 und ist leicht giftig. Die Inhaltsstoffe fördern die Magensaft- und Speichelsekretion. Da viele Sümpfe trockengelegt wurden, in Mooren Torf gewonnen wurde, ist die ehemals verbreitete Pflanze sehr selten geworden. Daher steht der Fieberklee in vielen Ländern unter Naturschutz und auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzen. Mittlerweile gibt es diese Pflanze im Gartencenter für den heimischen Teich. Der Fieberklee ist mit seinen außergewöhnlichen Blüten häufig am Ufer von Gartenteichen zu finden. Doch werden die Blätter und die Rhizome der auch als Bitterklee bezeichneten Pflanze heute als Heilkraut bei Verdauungsbeschwerden und Appetitlosigkeit empfohlen. Fieber senken kann die Sumpfpflanze jedoch nicht, auch wenn dies früher aufgrund der enthaltenden Bitterstoffe angenommen wurde.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Appetitlosigkeit, Fieber, Verdauungsstärkung
Heilwirkung: appetitanregend, blutreinigend, blutverbessernd, blutvermehrend, entzündungshemmend, fiebersenkend, harntreibend, krampflösend, reinigend, schweißtreibend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Altersschwäche, Blähungen, Bleichsucht, Blutarmut, Blutreinigung, Ekzem, Galle, Gallensteine, Gastritis, Gelbsucht, Gicht, Hautausschläge, Husten, Hypochondrie, Infektionen, Leber, Magen, Migräne, Muskelschwäche, Nervosität, Oberbauchbeschwerden, Ohrenschmerzen, Rheuma, Sodbrennen, Trigeminus-Neuralgie, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Wassersucht, Wechselfieber, Homöopathie: Kopfschmerzen, Magen-Darm Beschwerden, Muskelschmerzen, Ohrensausen, Zahnschmerzen (heiße Backe)
wissenschaftlicher Name: Menyanthes palustris, Menyanthes trifoliata L., Trifolium castoris
Pflanzenfamilie: Fieberkleegewächse = Menyanthaceae, Enziangewächse = Gentianaceae
englischer Name: Common bog bean
volkstümlicher Name: Bachgräslein, Bachgräsli, Biberklee, Bitterblad, Bitterblatt, Bitterklee, Bocksbohnenblätter, Bohnenblad, Butterklee, Dreeblatt, Dreiblatt, Dreiblättriger Fieberklee, Feverkrut, Fieberklee, Fröschekohl, Gallkraut, Gottvergessentee, Hasenohr, Kreuzklee, Magenklee, Monatsblume, Moosklee, Scharbocksklee, Sumpf-Bitterklee, Sumpfklee, Wasserfieberklee, Wasserfieberkraut, Wasserklee, Ziegenlappen, Zottelblume, Zottenblume
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Alkaloide, Bitterstoffe, Cumarine, Dihydrofoliamenthin, Emulsin, fettes Öl, Flavanoide, Gerbstoffe, Gentianin, Loganin, Menyanthin, Mineralien, Palmitin, Saponine, Tannine
Sammelzeit: Mai bis Juni
Nebenwirkungen: Bei starker Überdosierung: Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen
Kontraindikation: Darmentzündungen, Durchfall, Magengeschwüre
 
Anwendung
Kaltauszug oder Aufguss
Der bittere Tee wird nicht gesüßt! Bei Fieber schluckweise trinken. Zur Appetitanregung 30 Minuten vor der Mahlzeit schluckweise trinken. Nicht mehr als 2 Tassen pro Tag trinken. Eine Mischung aus gleichen Teilen Fieberklee, Salbei, Tausendgüldenkraut und Wermut. 1TL auf 250ml Wasser. Als Aufguss zubereiten. Nur ungesüßt trinken. Hilft bei Darm-, Gallen-, Magen-, Leber-Problemen. Nicht mehr als 2-3 Tassen trinken.
Gurgeln
Mit dem Tee gurgeln, hilft bei fiebrige Halsleiden.
Umschläge
Umschläge mit Tee, frisch gepresstem Saft, frischem zerkleinertem Kraut oder Wurzel helfen bei Hautkrankheiten.
Tinktur
Aus dem Fieberklee kann eine Tinktur gegen Appetitlosigkeit und zur Verbesserung der Verdauung hergestellt werden.
Homöopathie
Trifolii fibrii (ab D1) gegen Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere bei verdorbenen Speisen und bei Kopfschmerzen, die sich durch den Druck mit der Hand lindern lassen.
Pharmakologie
Den getrockneten Blättern der blühenden Pflanze wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Wirkstoffe sind: Bitter schmeckende Secoiridoidglykoside wie Dihydrofoliamenthin und Iridoidglykoside wie Loganin; Monoterpenalkaloide wie Gentianin entstehen wohl erst bei der Aufarbeitung der Pflanze; Flavonoide, Cumarine, Phenolcarbonsäuren und Gerbstoffe. Als Bittermittel fördert die Droge die Speichel- und Magensaftsekretion und wird dementsprechend bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen sowie bei Völlegefühl oder Blähungen eingesetzt. Auch in bitteren Kräuterlikören und -schnäpsen sind gelegentlich Auszüge enthalten. Fieberkleeblätter werden überwiegend in Teemischungen verwendet. Die früher übliche Einnahme gegen Fieber kann auf Grund der Inhaltsstoffe nicht nachvollzogen werden. Heutige Zubereitungsvor-schriften sind im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) aufgeführt. Im 19. Jahrhundert wurde der frisch ausgepresste Saft der „eben zur Blüte aufbrechenden ganzen Pflanze“ mit der gleichen Menge Weingeist gemischt.
Fieberkraut als Heilkraut
Die Verwendung von Fieberklee im Mittelalter kann heute nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Es gibt zwar einige Hinweise, dass die Pflanze in früheren Kräuterbüchern als Wiesen-Mangold bezeichnet wurde. Bei näherer Betrachtung des Eintrags, bleiben jedoch Zweifel. Im Neuen Kräuterbuch von Tabernaemontanus wird eine Pflanze mit dem Namen Trifolium fibrinum beschrieben, allerdings gab es nur wenige Hinweise bezüglich der Anwendung. Es bleibt daher zu vermuten, dass die früher als Bitterklee bezeichnete Pflanze als Heilkraut im Mittelalter nur wenig Bedeutung hatte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gibt es mehrere Aufzeichnungen darüber, dass Fieberklee als klassische Bitterstoffdroge Verwendung fand. Tinkturen wie Aurantiorum compositum, in dem größere Bestandteile an Bitterklee verwendet wurden, wurden hauptsächlich als Magenstärkungsmittel verabreicht.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Man sammelt die Blätter im Mai bis Juni. Selten sind bei einer Heilpflanze so zahlreiche pharmakologische Namen üblich, wie auch Folia Trifolii amari, Folia Trifolii palustris, Folia Trifolii aquatici, Folia Trifolii antiscorbutici, Folia Menyanthidis u.a. Die Trocknung hat an sehr zugigen Orten rasch zu erfolgen, die Aufbewah-rung der zerkleinerten Droge am besten in dunklen Gläsern.
Heil- und Wirkstoffe
Es wurde der glykosidische Bitterstoff Menyanthin festgestellt, ferner fettes Öl, Cholin, Cholesterin, Zerlylester, Mangan, Palmiti, Ameisen-, Essig- und Buttersäure.
Heilwirkung
Der Bitterklee ist als Fiebermittel sehr geschätzt und wird auch gegen Migräne mit Erfolg angewendet. Ferner wirkt er als appetitanregendes und verdauungsförderndes Bittermittel, mit einem sehr guten Einfluss auf die Leber- und Gallenleiden, Blutarmut und Bleichsucht.
DIE BEREITUNG ALS FIEBERTEE: 1 Teelöffel der Droge für 1 Tasse im Aufguss, bis zu 2 Tassen am Tage, schluckweise und zuckerlos getrunken.
ALS DARM-, MAGEN-, GALLEN- UND LEBERTEE ist er am besten zu gleichen Teilen gemischt mit Salbei, oder mit Tausendgüldenkraut, oder mit Wermut zu trinken, 2 bis 3 Tassen am Tage, im Aufguss, zuckerlos und schluckweise.
Zur Förderung der Appetits, wird 1 Tasse im Aufguss, mindest eine halbe Stunde vor den Hauptmahlzeiten ungesüßt und schluckweise getrunken. In den sogenannten Bittertinkturen ist zumeist Bitterklee enthalten.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der Bitterkleetee hat in der Volksheilkunde sehr zahl-reiche Heilanzeigen. Neben den bereits genannten Heilwirkungen, wird er ferner angewendet bei Verstopfung, Blähungen und bei Magenverstimmung, bei Gelbsucht, Wassersucht und Schwächezuständen der Alters, bei allen Arten von Katarrhen, besonders bei trockenem Husten, als Blutreinigungsmittel innerlich eingenommen als auch äußerlich in Form von Umschlägen bei Hautausschlägen, Flechten, Ekzemen und dergleichen. Der Bitterklee gilt in der Volksheilkunde nicht nur als blutreinigendes, sondern auch als blutvermehrendes und blutverbesserndes Heilmittel und wird besonders bei beginnender Blutzersetzung als wirkungsvoll gelobt. Schließlich seien noch als volksheilkundliche Heilanzeigen die Verwendung bei Trigeminus-Neuralgie und bei Hypochondrie genannt.
Anwendung in der Homöopathie
Man nehme dreimal täglich je 10 Tropfen der homöopathischen Tinktur Trifolii fibrini, bei Magen- und Darmbeschwerden, besonders nach Genuss verdorbener, fettranziger Speisen. Bei Leberstörungen hat sich die homöopathische Behandlung als erfolgreich erwiesen.
Anwendung in der Tierheilkunde
Die Bauern geben den Haustieren den Tee bei Magen- und Darmbeschwerden ein, der vom kranken Vieh sehr gerne angenommen wird.
Nebenwirkungen
Fieberklee ist schwach giftig und kann bei unsachgemäßer Dosierung zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall führen. Verantwortlich ist hier das Alkaloid Gentianin. Bei bekannten Magengeschwüren sollte von einer Anwendung abgesehen werden oder zumindest die Nutzung mit einem Arzt besprochen werden.
Fieberklee in der Küche
Fieberklee verfügt über keine nennenswerten Aromen, die in der Küche von Bedeutung wären. Früher wurden junge Fieberkleeblätter als Vitamin-C-Kost auf Schiffen verwendet, um u.a. Skorbut vorzubeugen. In einigen Kräuterlikören und Verdauungsschnäpsen werden Fieberkleeauszüge verwendet. In einigen Ländern werden die Wurzeln bzw. die Rhizome des Fieberklees verwendet. Um den bitteren Geschmack der Rhizome zu verringern, muss diese zunächst getrocknet und zu Pulver zermahlen werden. Solche Pulver wurden in Zeiten von Hungersnöten als Mehlersatz zum Backen von Brot verwendet.
 
Geschichtliches
Über eine medizinische Nutzung in der Antike gibt es keine Dokumente. Das erste mal wurde der Fieberklee im 16. Jahrhundert beschrieben und im 17. Jahrhundert zu heilenden Zwecken eingesetzt. In Lappland wurde das Wurzelpulver zum Brotbacken und in England als Hopfenersatz beim Bierbrauen genutzt. Die Bauern haben Magen-Darmkranken Tieren frische Pflanzen oder den Fieberkleetee gegeben. Beides wird von kranken Weidetieren gerne angenommen. Der Fieberklee war und ist ein Bestandteil von Bitterschnäpsen zur Verdauung. Heute wird der Fieberklee vor allem zur Verdauung und Appetitanregung genutzt, der Einsatz zur Fiebersenkung hat keine Bedeutung mehr.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Fieberklee ist auf der nördlichen Erdhälfte heimisch. Er wächst bevorzugt in Sümpfen, an Mooren und Ufern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 10 und 35 Zentimeter hoch. Die Blätter sind 3 zählig, der Stängel ist hohl. Der Fieberklee hat einen kriechenden Wurzelstock, der bis zu einem Meter lang wird. Die weiß-rötlichen Blüten erscheinen in Trauben an einem Stiel zwischen Mai und Juni. Die Blüten haben einen Durchmesser von ca. 1,5 cm. Der Fieberklee kann im Herbst ein zweites Mal blühen. Aus den Fieberklee-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die eiförmigen Kapseln.
Der Fieberklee wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 30cm erreicht. An den Knoten der kriechenden, etwa fingerdicken Rhizome stehen die Laubblätter. Die Laubblätter sind in einen 12 bis 20 (selten bis 30)cm langen, basisnah verbreiterten Blattstiel und eine dreizählig gefiederte Blattspreite gegliedert. Die drei fast sitzenden Blättchen sind elliptisch und ganzrandig.
In den Blattachseln stehen auf einem 20 bis 30 cm langen, blattlosen Schaft die aufrechten, traubigen Blütenstände. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf kleinen, grünen Kelchblätter sind am Grunde verwachsen. Die fünf schmalen Kronblätter sind bis etwa 1,5 cm lang und außen anfangs häufig lebhaft rosa, so dass die knospigen Blütenstände insgesamt rosa erscheinen. Innen sind die Kronblätter von vielen kräftigen, langen Fransenhaaren bedeckt und von sehr hell rosa bis fast rein weißer Farbe. In voller Blüte sind sie leicht nach hinten zurückgerollt. Die fünf violetten, abwechselnd zu den Kronblättern stehenden Staubblätter öffnen sich längs, spreizen die Pollensäcke pfeilförmig ab und entlassen orangefarbenen Pollen. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der einen fadenförmigen Griffelmit zwei Narbenästen trägt. Diese Art ist verschiedengrifflig. Es wird eine zweiklappige Kapselfrucht gebildet, die einen Durchmesser von 6 bis 7 mm aufweist. Sie enthält mehrere glatte, braune, eiförmige Samen, die einen Durchmesser von 2 bis 2,5 mm aufweisen.
Botanik
Als Klee wird diese Pflanze nur der kleeartigen Blätter wegen bezeichnet, gehört jedoch botanisch zur Familie der Enziangewächse, der Gentianacee. Die Blätter sind dreizählig, mit einem langen, am Grunde scheidigen Stiel. Die Blättchen sind dreizählig, mit einem langen, am Grunde scheidigen manchmal schwach gewellt. Die Blüten von weiß-rötlicher Farbe, mit weißen Härchen zottig gefranst.
Geruch und Geschmack
Die Fast geruchlose Pflanze hat einen sehr schwankend bitteren Geschmack.
Blütezeit
Mai, Juni
Standort
Der Bitterklee gedeiht zerstreut, am Rande von Sümpfen und Teichen in Mooren und Erlenbrüchen, ebenso auf sumpfigen, nassen Wiesen.
 
Anbautipps
Keine Pflege nötig, am Teichrand wächst die Pflanze wie Unkraut. Vermehrung durch Stecklinge oder Rhizomteilung im Frühling.
Anbau und Pflege
Aufgrund der wunderbaren Blütenpracht der Pflanze, hat der Fieberklee viele Anhänger im Privatgartenbereich. Da das Kraut recht spezielle Standortansprüche hat, ist die Pflanze nichts für Anfänger. Grundsätzlich ist die Aufzucht vorgezogener Pflanzen deutlich einfacher, als die Aufzucht durch Samen.
Standort
Menyanthes trifoliata ist an feuchte Standorte in sonnigen bis halbschattigen Lagen angepasst. Die Pflanze benötigt zwingend einen humosen, sauren (pH-Wert weniger als 5), dauerfeuchten Schlamm- oder Torfboden. Staunässe verträgt der Fieberklee problemlos. In den meisten Fällen wird spezielle Moorbeeterde benötigt, um das Kraut anzubauen. Gute Orte im Garten sind die Uferbereiche oder Flachwasserzonen von Gartenteichen.
Aussaat
Eine Aufzucht aus Samen ist zwar möglich, aber recht schwierig. Es ist zwingend notwendig, dass die Samen des Fieberklees nicht austrocknen. Die optimale Zeit zur Aussaat sind der Spätwinter bzw. der frühe Frühling. Die Samen sollten dann in einen Pflanztopf mit nährstoffarmer und torfhaltiger Erde eingearbeitet werden. Die Töpfe müssen dauerfeucht sein und in kalter Umgebung stehen. Nachdem die Keimlinge herausgewachsen sind, sollten diese für kurze Zeit in ein Gewächshaus überführt werden. Zu Beginn des Sommers können die Pflanzen dann direkt im Freiland an Ort und Stelle umgepflanzt werden. Bei der Bepflanzung in Ufernähe ist auf einen ausreichenden Pflanzabstand zu achten, da sonst Nährstoffkonkurrenz auftritt.
Düngung
Fieberklee benötigt zwischen dem späten Frühling und während des Sommers kontinuierlich kleinere Düngegaben. Da die Pflanze meist in Teichnähe oder direkt im Teichgrund verankert ist, empfehlen sich Langezeitdünger, die Nährstoffe langsam abgeben. Optimal sind kleine Düngekügelchen, die im Boden eingebracht werden.
Gießen
Wächst der Fieberklee an einem teich- oder wasserfernen Standort, so ist die Erde im Topf dauerhaft feucht zu halten. In Teich- bzw. Ufernähe ist stets zu prüfen, ob die Erde genügend Feuchtigkeit hat. Dies gilt vor allem für heiße Sommertage.
Überwinterung
Der Fieberklee ist an das arktische Klima angepasst und benötigt keine speziellen Überwinterungsquartiere. Die oberflächlichen Pflanzenbestandteile sterben zum Herbst hin ab. Der Bitterklee überdauert als Rhizom im Boden und bildet zur neuen Saison wieder Blätter aus.
Krankheiten und Schädlinge
Aufgrund der hohen Gerbstoffanteile in der Pflanze, sind Befall durch Schädlinge in der Regel nicht zu erwarten.
 
Sammeltipps
Der Fieberklee ist geschützt und selten, darf daher nicht in der Natur gesammelt werden. Die voll entwickelten Blätter während der Blute im Mai und Juni ernten, dabei die Blätter mit einem Stückchen Blattstiel abschneiden. Zügig am schattigen, luftigen Ort trocknen. Nach dem Trocknen die von der Farbe her auffallenden Blätter wegwerfen. Zerkleinerten Blätter in einem Glas oder einer Dose aufbewahren. Bei guter trockener und lichtfreier Lagerung durchaus 3 Jahre haltbar.

PANAMAHOLZ
Quillaja ist die einzige Gattung der Pflanzenfamilie der Quillajaceae innerhalb der Ordnung der Schmetterlingsblütenartigen. Die nur zwei Arten kommen in Südamerika vor.
 
Steckbrief
Heilwirkung: schleimlösend
Anwendungsbereiche: Bronchitis, Hautpilz, Husten
wissenschaftlicher Name: Quillaya saponaria
Verwendete Pflanzenteile: Rinde
Hinweis: Nicht überdosieren!
 
Nutzung
Der im Englischen Soap bark tree genannte Seifenrindenbaum wird in der Volksmedizin genutzt. Die Rinde („Panamarinde“ genannt), die Saponine enthält, wird für Seifen und vor allem als Haarwaschmittel genutzt. Quillajaextrakt (E 999) ist ein in der EU zugelassener Lebensmittelzusatzstoff, der ebenfalls aus der Rinde des Seifenrindenbaumes gewonnen wird.
Die Verwendung der Rinde als Niespulver ist in Deutschland durch die Bedarfsgegenständeverordnung verboten.
Ein gereinigter wässriger Extrakt – QS-21 – der Rinde des Seifenrindenbaums enthält wasserlösliche Triterpen-Glykosid-Verbindungen der Familie der Saponine, welche die Eigenschaft des Immunsystems auf Impfstoff-Antigene zu reagieren verstärken. QS-21 ist Bestandteil des zugelassenen Herpes Zoster-Impfstoffes Shingrix und wird zudem klinisch in verschiedenen Impfstoffen auf seine Wirkung als immunologisches Adjuvans getestet.
 
Beschreibung
Die zwei Quillaja-Arten sind kleine, immergrüne Bäume. Die spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind einfach und haben einen gesägten oder gezähnten Blattrand. Nebenblätter sind vorhanden. Die Blüten stehen in endständigen Blütenständen zusammen. Die zwittrigen oder funktional männlichen, radiärsymmetrischen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es sind je fünf Kelchblätter und Kronblätter vorhanden. Es sind zwei Kreise mit je fünf Staubblättern vorhanden. Es ist ein großer, gelappter Diskus ausgebildet. Sie haben fünf oberständige, fast freie Fruchtblätter mit freien, kurzen Griffeln. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Es werden Balgfrüchte gebildet; es hängen immer fünf sternförmig in einer Sammelbalgfrucht zusammen. Die Samen sind geflügelt.
 
Systematik und Verbreitung
Die Familie Quillajaceae bzw. die Gattung Quillaja enthält zwei Arten, die nur in Süd-amerika vorkommen: Quillaja lancifolia D.Don Sie ist im südlichen Brasilien, nordöstlichen Argentinien und im nördlichen Uruguay beheimatet. Seifenrindenbaum, selten auch Panamaholz genannt. Sie ist im warm-gemäßigten zentralen Chile beheimatet. Die Gattung wurde früher in der Tribus Quillajeae in der Unterfamilie der Spiraeoideae der Familie der Rosaceae eingeordnet. Deshalb werden die Arten auch Seifenspieren genannt.

BACHBLÜTE ROCK WATER
Ich bin sehr kritisch gegenüber mir selbst            
Diese Menschen sind sehr kritisch sich selbst gegenüber
Mit Rock Water können sie das kritische überwinden
BACHBLÜTE SCLERANTHUS
Ich bin ein sprunghafter Mensch                           
Sie sind in ihrem Wesen sehr sprunghaft
Mit der Bachblüte können sie die Sprunghafte Art hinter einem lassen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Gartengemüse
ZWIEBELN
Wighard Strehlow beschreibt den diagnostischen Wert des Verzehrs von Zwiebel-suppe: „Wenn sie nicht vertragen wird, ist mit Sicherheit der Magen nicht in Ordnung.“ Bei empfindlichem Magen können Zwiebeln Blähungen und Aufstoßen bis hin zu Bauchschmerzen verursachen. Beim gesunden Magen wirkt die Zwiebel jedoch sehr vorteilhaft: Schwefelhaltige Öle, die auch Augen und Nase reizen, regen die Verdauungstätigkeit an, hinzu kommen fett- und cholesterinsenkende Eigenschaften. Zwiebeln wirken blutdrucksenkend, herzstärkend, schleimlösend und fiebersenkend bei Erkältungskrankheiten. Hildegard von Bingen schreibt über die Anwendung der Zwiebel: „Roh gegessen, ist die Zwiebel so schädlich und giftig wie der Saft von Unkräutern, gekocht ist sie gesund, weil durch die Feuerhitze die in ihr vorhandenen Schädlichkeiten gemildert werden. Für solche, die an Schüttelfrösten leiden oder Fieber oder Gicht haben, ist sie gekocht gut. Den Magenkranken macht sie roh wie auch gekocht Schmerzen, weil sie zu feucht ist.“
Der Kopfwickel
Die Haare sind freilich lästig dabei und müssen entweder abgeschnitten oder gleichmäßig um den Kopf gewunden werden. [Auch wenn Kneipp hier mit seinem Rat für die lästige Handhabung langer Haare ganz schnell Abhilfe weiß, so sei doch eher zur letzteren Methoden geraten! Langes Haar sollte dazu naß gemacht werden, jedoch nicht tropfen] Sobald nun eine warme Andünstung aus dem Kopfe geht, wird sie von dem feuchten Tuch ausgenommen und es entwickelt sich eine angenehme Kopfwärme. Wird der Wickel entfernt, so darf nie ein Abguß stattfinden, wie es die Leute so gerne machen. Man bewirkt ja durch den Wickel Ausdünstungen und diese würde durch den Abguß rasch unterdrückt, man verweile vielmehr in einer gelinde Temperatur oder im Bette, damit noch eine starke Ausdünstung stattfinden kann. Dann trockne man den Kopf gut ab!
So ein Kopfwickel dauert gewöhnlich eine halbe Stunde. Wenn er zu lange liegenbleibt, so entwickelt er eine außerordentliche Hitze, die dann viel Blut in den Kopf ziehen würde. Dann würde aber das Leiden, statt vermindert, nur noch vermehrt werden. Sollte sich jedoch die Hitze ganz rasch entwickeln und Blutandrang in den Kopf Schmerzen bringen, so könnte sehr bald durch eine Gegenanwendung alles wieder gutgemacht werden, diese Gegenanwendung wäre ein Fußwickel von unten bis an die Waden.
Wenn einer zu viel Blut im Kopfe hat, so wird er durch den Kopfwickel das Blut gar nie zurückdrängen können. Er muss von unten her das Blut ableiten. So dürfen also die Kopfwickel nicht oft genommen werden, in der Woche höchstens ein- bis zweimal und nur in ganz seltenen Fällen auch dreimal.
WIRKUNG
Kopfleiden, hauptsächlich rheumatischer Art, die durch Verkühlung, Erkältung, raschen Temperaturwechsel entstanden sind, zahlreiche Schuppen, trockene Ausschläge, kleine Geschwüre auf dem Haarboden werden im Erfolg durch den Kopfwickel behandelt.

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