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Fenchel
Der Fenchel ist die einzige Pflanzenart der Gattung Foeniculum innerhalb der Familie der Doldenblütler. Es ist eine heute weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze. Eine alte deutsche Bezeichnung für mehrere würzige Doldenblütler ist Köppernickel. Fenchel wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2009 gekürt.
Schon seit Jahrtausenden ist die Anwendung des Fenchels in der Heilkunde in vielen Teilen der Welt verbreitet. Selbst in der altchinesischen Heilkunde wurde der Fenchel bereits sehr geschätzt. Der Fenchel bietet uns gleich drei seiner Teile zum Benutzen an. Seine samenähnlichen Früchte und die Wurzel werden in der Heilkunde vor allem bei Husten und Blähungen eingesetzt. Die fleischige Knolle kann man als Gemüse essen. Beide haben diesen typischen Fenchelgeruch bzw. Geschmack durch den der Fenchel bei einigen beliebt und bei anderen sehr unbeliebt ist.
Der Fenchel ist zweifelsohne eines der vielseitigsten Kräuter. Fenchelknollen mit ihrem leicht anisartigen Aroma gelten als hervorragendes Gemüse. Die Samen bzw. Früchte des Fenchels können als Gewürz für Eintöpfe oder Fischgerichte verwendet werden. Doch ist die Pflanze nicht nur in der Küche beliebt. Fencheltee und Fenchelhonig lindern Beschwerden wie Magenkrämpfe oder festsitzenden Husten auf schmackhafte Weise.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, entspannend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, tonisierend, Appetitlosigkeit, Bindehautentzündungen,  Blähungen,  Dreimonats-Koliken (bei Säuglingen), Gallenkolik, Verdauungsschwäche, Bronchitis, trockener Husten, Asthma, Keuchhusten, Halsinfektionen, Erkältung, Lidrandentzündungen,  Geschwüre, Milchbildung, Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne, Epilepsie (unterstützend), Schlaflosigkeit, Insektenstiche, Herzschwäche, Menstruationsfördernd, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Foeniculum vulgare
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Fennels
volkstümliche Namen: Brotsamen, Enis, Femis, Fenikl, Fenis, Fenkel, Finchel, Frauenfenchel
Verwendete Pflanzenteile: Früchte, Wurzel
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl mit Anethol und Fenchon, Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Citral, Citronella, Cumarine, Eugenol, Flavonoide, Fumarsäure, Kaffeesäure, Limonen, Linalool, Linolsäure, Myristicin, Psoralen, Salicylate, Thymol, Tocopherol, Trigonellin, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C
Sammelzeit: Frühherbst
 
Anwendung
Die Samen und auch die Wurzel vom Fenchel wird besonders gern in Tees gegen Blähungen und Husten eingesetzt. Durch seinen aromatischen Wohlgeschmack wirkt er nicht nur gegen die Beschwerden, sondern bereichert den Tee auch geschmacklich.
Blähungs-Teemischung
Zutaten: 40g Anisfrüchte (Samen), 40g Fenchelfrüchte (Samen), 20g Kamillenblüten
Anleitung: Brüh einen Tee auf mit einem Esslöffel Teemischung pro Tasse. Lass den Tee 10-15 Minuten ziehen. Filter den Tee anschließend ab. Trink den Tee in kleinen Schlucken.
Milchbildend
Wie der Anis fördert der Fenchel die Milchbildung bei stillenden Müttern.
Einreibung gegen Blähungen
Gegen Blähungen, vor allem bei Säuglingen, kann man das ätherische Fenchelöl mit fettem Öl verdünnen und im Uhrzeigersinn auf dem Bauch einmassieren. Ergänzend kann man den Kleinen handwarmen Fen-cheltee zu trinken geben.
Hustenwirksam
Gegen Husten bei Kindern eignet sich mit ätherischem Fenchelöl verdünnter Honig.
Frauen
Der Fenchel wirkt leicht menstruationsfördernd und lindernd bei Perioden-Krämpfen. Auch in den Wechsel-jahren kann er Linderung bringen.
Heilkunde
Schon Hippokrates empfahl Fenchel. Bei Theophrast und Dioskurides hieß er marathron, bei Columella und Plinius foeniculum. Nach Dioskurides helfen Kraut und Früchte der Milchsekretion, die Blütenstängel abgekocht Blase und Nieren, mit Wein auch bei Schlangenbiss. Kräuterbücher im Mittelalter erwähnen ihn oft. Hildegard von Bingen kennt Fenchel zur Schleimlösung, Hieronymus Bock bei Augenleiden, Vergiftungen und zur Milchanregung. Nach von Haller wirkt er magen- und darmstärkend, erwärmend, windzerteilend, diuretisch, galaktagog und augenstärkend und soll bei Bauchweh, Kolik, Magenkrämpfen, Husten und anderen Brustaffektionen helfen. Die Volksmedizin kennt ihn v. a. bei Blähungen kleiner Kinder und Bronchialkatarrh. In China nimmt man Fenchelsamen als „Huai-hsiang“ gegen Dyspepsie, Cholerine, Nierenleiden und Schlangenbiss.
Fenchel findet in der Medizin als Hustenmittel, als Karminativum sowie als Beruhigungsmittel Verwendung.
Fenchel als Heilkraut
In der Naturheilkunde ist der Fenchel heute wie damals kaum wegzudenken. Archäologische Untersuchungen bestätigten, dass Fenchel seit mehr als 5000 Jahren verwendet wird. Den Heilkundigen des antiken Griechenlands und alten Roms war das Heilkraut bereits wohlbekannt.
Laut Kräuterbüchern des Mittelalters war die wohltuende Wirkung auf den Magen bereits bekannt. Beispielsweise schrieb P. A. Matthioli, dass der Fenchel den Magen stärke, gegen Blähungen wirkt, den Milchfluss bei Frauen anregt und gegen Völlegefühl hilft. Verwendet wurden die Dolden, die in Essig und Salz eingelegt wurden. Die Blütendolden waren zu jener Zeit die erste Wahl, obwohl auch die Fenchelfrüchte zusammen mit Zucker verwendet wurden. Fenchel wurde innerlich außerdem bei Nierenleiden und Blasenbeschwerden empfohlen. Die Fenchelwurzel wurde - in Wein gesotten - bei Krämpfen und Wassersucht verwendet. Zerstoßene Fenchelsamen vermischt mit warmer Milch sollen gegen Husten bzw. Atembeschwerden geholfen haben.
Auch für äußerliche Anwendungen wurde Fenchel verwendet. Vor allem bei Augenbeschwerden wurden gepresster Fenchelsaft oder Wurzelauszüge verwendet.
Auch in der heutigen Naturheilkunde spielt der Fenchel eine große Rolle. Verwedung finden in den meisten Fällen die Samen bzw. Früchte der Pflanze, seltener die Blüten oder die Wurzel. Genutzt wird vor allem die als wilder Fenchel oder Bitterfen-chel bekannte Pflanze, jedoch eignen sich durchaus auch die anderen Fenchelarten und -sorten für eine Heilanwendung.
Die Heilwirkung von Fenchel geht in erster Linie von den ätherischen Ölen, die in allen Pflanzenteilen, am konzentriertesten jedoch in den Früchten, vorhanden sind. Das wohl wichtigste Öl des Fenchels ist das trans-Anethol. Dieses wirkt vor al-lem krampflösend, schleimlösend und antibakteriell. Neben Anethol spielt das Fenchon noch eine größere Rolle, das einen eher bitteren Geschmack hat und vor allem einen keimhemmenden Effekt hat.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sind die Wurzeln, die von der zweiten Märzhälfte an bis Ende April gesammelt werden. Die Samen erntet man im Herbst. Auch wird das Kraut verwendet. Dieses kann während des ganzen Sommers eingeholt werden. Keine Pflanzenteile dürfen an der Sonne trocken.
Heil- und Wirkstoffe
ätherisches Öl mit Terpene, Anethol und Fenchon, fettes Öl, Eiweißsubstanzen, Zucker u.a.
Heilwirkung
Der Fenchelsamen ist offizinell und kommt zum Eröfffnungs- und Gesundheitstee. Das Fenchelöl wird aus dem Samen destilliert. Der Fenchelsamen gehört zu den besten Samen neben Anis und Kümmel.
Die Fenchelwurzel zählt man zu den vier großen eröffnenden Heilwurzeln. Dies bewirkt der hohe Gehalt an ätherischen Ölen, die, ähnlich wie beim Anis, blähungstreibend, krampfstillend und gärungswidrig wirken. In kleinen Gaben bewirken sie eine Steigerung der Ausscheidung der Bronchien wird gesteigert. Der Fenchel verdient daher nicht nur als ein ausgezeichnetes Magenmittel gewürdigt zu werden, er ist auch ein wertvoller Bestandteil von Hustenmitteln gegen Katarrhe der Luftwege.
Das reine ätherische Fenchelöl, aus den Früchten gewonnen, ist nicht nur, wie oft fälschlich angenommen wird, ein geschmackverbesserndes Mittel, sondern es besitzt hohe Heilwerte: als blähungstreibendes Mittel mit Zucker verrieben, oder als Zusatz zum Gurgelwasser zu Ab-heilung von Halskatarrhen, Halsschmerzen und Heiserkeit. Äußerlich angewendet als Bestandteil in antirheumatischen Einreibungen, löst das Fenchelöl gute Heilwirkungen aus.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
Fenchel stärkt den Magen, reinigt von schlechten Säften und macht einen klaren Blick.
Fenchel in Wein gesotten ist gut für allerlei Leiden der Nieren und der Blase, treibt den Stein und hilft denen, die mit Not und Schmerzen nur harnen können. Fenchel fördert die Monatszeit der Frauen, ist gut für Leber und Milz und verteilt das geronnene Blut im Innern.
Fenchelsamen warm aufgelegt, zeitigt die Geschwüre.
Für die schwärenden Brüste siede man die Wurzeln des Fenchels in Wasser bis sie weich sind und lege sie dann lauwarm über.
Die Wurzeln in Wein gesotten und diesen dann warm schluckweise getrunken, ist den Krampfleidenden und Wassersüchtigen sehr zu empfehlen.
Diese Wein, nicht minder aber der Fencheltee ist ein ausgezeichnetes Getränk für ältere Menschen. Altersbedingte Schwierigkeiten der Magen- und Verdauungsfunktion werden rasch behoben.
Fenchelsamen zerstoßen, mit warmer Milch gemischt, bekommt den Säuglingen gut, beso-ders, wenn sie die Mutterbrust nicht haben können.
In vielen Frauenkliniken ist der Fencheltee das erste Getränk der Neugeborenen und hat sich sehr gut bewährt. Anfangsschwierigkeiten der Magen- und Verdauungsfunktion der Säuglinge bleiben aus.
Fencheltee mit Honig gesüßt, ist ein bewährtes Volksheilmittel bei Keuchhusten und Bronchialasthma. Der Fenchel zählt zu den ältesten Heilpflanzen in der Geschichte der Heilkrkäuterkunde. Der Fenchel, hui Hsiang genannt, war einige Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung bereits in der altchinesischen Heilkunde im höchsten Ansehen als Augenheilmittel und Heilpflanze des erkrankten Magens und Dickdarms.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathische Fencheltinktur ist ein appetitvermehrtendes, schleimlösendes und augenstärkendes Mittel. Bei den Müttern wirkt die homöopathische Tinktur milchvermehrend.
Anwendung in der Tiermedizin
Der dem Futter beigemengte Samen vertreibt die Freßunlust der Tiere.
Eine flache Schale Fencheltee mit Honig gesüßt, stelle man den Bienen auf. Dies erhält sie gesund.
Hinweis zu Fenchel und Estragol
In vielen Internetquellen wird darauf hingewiesen, dass Estragol im Verdacht steht Krebs auszulösen. Fenchel enthält zwar gewisse Anteile an Estragol, allerdings sind die Mengen die eingenommen werden und tatsächlich bioverfügbar werden können so gering, dass eine tatsächliche Gefahr als eher unwahrscheinlich angesehen werden muss. Außerdem haben die meisten Studien, die eine Krebsgefährdung von Estragol in Betracht zogen auch nur das Estragol selbst und in hoher Konzentration betrachtet. Um eine tatsächliche Gefährdung abschätzen zu können, müssten tatsächliche tägliche Einnahmemengen und die Gesamtzahl aller eingenommenen Inhaltsstoffe (und nicht nur Estragol als isolierter Stoff) betrachtet werden.
In einigen Studien wird zudem auf die krebsvorbeugende Fenchel ist ein sehr vielseitiges Kraut und wird sowohl in der Küche als auch bei der Linderung vieler Beschwerden verwendet. Vom Fenchel können die folgenden Pflanzenbestandteile genutzt werden:
Fenchelsamen (Fenchelfrüchte)Fenchelknolle
Fenchelblätter
Fenchel in der Küche
Mit seinem lieblichen, leicht anis- bis lakritzartigen Geschmack ist der Fenchel recht einzigartig. In der Küche lässt sich mit den Kraut bzw. dessen Bestandteilen sehr viel anfangen.
Die Fenchelknolle eignet sich als Gemüse sowohl rot, gebraten, gekocht oder auch gegrillt. In dem Fall lohnt es sich meistens die äußerste Blattschicht zu entfernen, da diese meist faserig ist und unter Umständen braune Flecken enthält. Ein besonderer Tipp sind in kleine Würfel gehackte Fenchelknollen, die in einem Salat mit untergemischt werden. Dort verleihen sie dem ganzen Salat ein angenehm dezentliebliches Aroma.
Die Früchte des Fenchels können als zusätzliches Gewürz vor allem für deftige Gerichte verwendet werden. Außerdem werden gemahlene oder ganze Fenchelfrüchte auch für zahlreiche Backwaren verwendet. Gut geeignet sind Brote, Plätzchen aber auch Gewürzkuchen. Gemahlene Fenchelsamen können auch zur Herstellung von Kräutermarinaden genutzt werden. Dort geben sie Fleischgerichten ein feines und liebliches Hintergrundaroma.
Zu Unrecht werden die Fenchelblätter meist nur selten in der Küche verwertet. Sie enthalten zwar weniger ätherische Öle als Samen und Knolle und sind damit nicht ganz so aromareich, sie können dennoch ohne weiteres gegessen werden. Die Blätter können beispielsweise zerkleinert in Suppen und deftigen Eintöpfen mitgekocht werden. Auch zum Garnieren von Salaten bzw. Wildkräutersalaten sind sie gut geeignet.
Für die Zubereitung von Brühen oder Bouillons ist Fenchel bestens geeignet. Die Knolle kann zusammen mit Wurzelgemüse wie Karotten, Sellerie und Pastinaken sowie Lauch zu einer Brühe verkocht werden, wobei immer (zumindest bei Gemüsebrühen) ein Pflanzenöl zum Lösen der Aromastoffe mitverwendet werden sollte. In der mediterranen Küche werden Fenchelknollen übrigens häufig als Zutat für Brühen und Suppen verwendet.
Fenchel ist ein ausgezeichnetes Fischkraut. Gemahlene Fenchelfrüchte können direkt als Gewürz auf den Fisch aufgebracht werden. Bei der Zubereitung eines ganzen Fisches, arbeitet man entweder die ganzen Früchte oder feine Scheiben von Knollenfenchel in den Bauch des Fisches ein. Zusammen mit Limette oder Zitrone, etwas Zitronenmelisse sowie Salz und Pfeffer erhält man ein delikates Fischmenü, das mit Backkartoffeln oder Kartoffelsalat gegessen werden kann.
Weiterverarbeitet und genossen werden einerseits die Knollen (v. a. in Salaten, Gemüsegerichten und als Beilage zu gedünsteten Fischgerichten), andererseits die Fenchelsamen (Früchte des Fenchels), die mit dem Anis vergleichbar sind. Letztere werden manchmal als Gewürz in Schwarzbrot mitgebacken oder zu einem Tee aufgegossen, der beruhigend bei Magen- und Darmbeschwerden, wie beispielsweise Völlegefühl, wirkt. Fencheltee gehört neben Pfefferminz- und Kamillentee zu den meistgeschätzten Kräutertees. Oft wird er als Mischung in Kombination mit Anis und Kümmel angeboten. Neben Verdauungsbeschwerden können die in den Früchten enthaltenen ätherischen Öle durch ihre antibakterielle Eigenschaft auch Atemwegsbeschwerden lindern.
Fenchel gehört traditionsgemäß zu Fisch. Gegrillter Seebarsch und Rote Seebarbe werden auf getrocknetem Fenchel flambiert. Er wird Saucen und Hackfleisch beigemischt. Fein gehackte Fenchelblätter nimmt man in geringer Menge zum Würzen von Suppen, Salaten, Mayonnaisen und für die „Sauce vinaigrette“. Die Genfer Longeole wird traditionell mit Fenchelsamen aromatisiert.
Auch in der indischen Küche sind Fenchelsamen sehr beliebt und verbreitet. Sie sind Bestandteil von Gewürzmischungen (Panch Phoron) und werden häufig nach dem Essen – sowohl mit als auch ohne Zuckerummantelung – als Munderfrischer gegessen.
Auch die Pollen des Fenchels können als Gewürz verwendet werden, sie sind sehr aromatisch und schmecken süß. Aufgrund der aufwändigen Produktion ist das Gewürz vergleichsweise teuer, zudem werden die Pollen nur in geringen Mengen geerntet. Fenchelpollen werden auch als Gewürz der Engel bezeichnet.
Fenchel findet darüber hinaus auch in einigen Spirituosen Verwendung. Häufig dient er dabei zur geschmacklichen Abrundung eines Getränkes, das als einen der Hauptbestandteile Anis (oder Sternanis) enthält, z. B. Absinth oder Pastis.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich kommt der Fenchel aus Südeuropa, kommt bei uns aber in vielen Gärten vor. Manchmal wächst er auch verwildert. Der Fenchel ist eine zweijährige Pflanze. Aus dem Wurzelstock wächst ein bis zu zwei Meter hoher glatter Stängel, der bläulich und gestreift ist. Die bläulichen Blätter sind sehr dünn, wie Fäden, und gefiedert. Ab Juli blüht die gelbliche Doldenblüte. Aus den Blüten wachsen Samen, die ab September reif sind. Außer den Fenchelsorten, die vorwiegend für die Samenproduktion angebaut werden, gibt es auch noch Sorten, bei denen sich in Erdnähe eine Knolle verdickt, die man als Gemüse essen kann.
Beim Fenchel handelt es sich um eine zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 200 cm erreicht und würzig (anisähnlich) riecht. Der stielrunde Stängel ist kahl und bläulich bereift. Die Pflanze bildet mit ihren Speicherblättern knollenähnliche Zwiebeln. Die zwei- bis dreifach gefiederten Laubblätter sind haarförmig geschlitzt. Die Blattstiele besitzen 2 bis 2,5 cm lange, kapuzenförmig geformte Blattscheiden. Die Blattstiele der unteren Blätter sind 5 bis 15 cm lang.
Die doppeldoldigen Blütenstände weisen einen Durchmesser von 5 bis 9 cm auf und enthalten an 2 bis 25 cm langen Stängeln sechs bis 29 (selten bis zu 40) Döldchen. Die Döldchen enthalten 14 bis 39 kleine Blüten. Hüllen und Hüllchen sind keine vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Der Kelch besteht aus hinfälligen Kelchzähnen. Die verkehrt-eiförmigen Kronblätter sind gelb. Es gibt nur einen Kreis mit fünf freien, fertilen Staubblättern. Der Griffel ist sehr kurz. Die kleinen Früchte sind mehr oder weniger zylindrisch und nicht geflügelt mit fünf charakteristischen, breiten, stumpfen Rippen.
Botanik
Die zweijährige Wurzel treibt einen 1 bis 2m hohen glatten, runden, bläulich feingestreiften und ästigen Stängel empor. Die Blätter sind bläulich- grün, doppelt gefiedert, die Blättchen fadendünn. Die großen Dolden sind gold-gelb, ohne Hüllen. Die Früchte und länglich, gerippt, etwas platt. Im übrigen wird auf die „Vergleichende Gegenüberstellung“ beim Roßfechel verwiesen!
Geruch und Geschmack
Der Geruch der Samen ist aromatisch, würzhaft. Der Geschmack ist dem Anis sehr ähnlich.
Blütezeit
Juli bis Oktober
Samenreife
September bis gegen Ende Oktober.
Standort
Der Fenchel ist in Südeuropa beheimatet und wird bei uns mit Erfolg in Gärten gebaut. Infolge Samenverschleppung durch Vögel kommt der Fenchel hie und da verwildert vor.
   
Aussaat und Pflege
Fenchel ist eine beliebte Anbaupflanze und wird in vielen Gärten kultiviert. Der Anbau der Pflanze ist nicht sonderlich schwierig, wenn einige kleine Hinweise berücksichtigt werden. Dies gilt besonders bei der Wahl der jeweiligen Fenchelsorte. Gewürzfenchel, bei dem vor allem das Kraut und die Samen geerntet werden sollen, muss deutlich früher angebaut werden als der Gemüsefenchel, bei dem die Knolle das Objekt der Begierde ist.
Standort
Fenchel bevorzugt sonnige Standorte mit tiefgründigen, nährstoffreichen, gut belüfteten und durchlässigen Böden. Bei sehr sauren und ausgelaugten Böden, sollte gegebenenfalls eine Kalkung erfolgen. Soll Fenchel in Topfkultur gedeihen, so empfehlen sich handelsübliche Kräutererden, die mit einigen kleinen Gaben Sand durchmischt werden.
Aussaat
Gewürzfenchel wird meist zwischen Anfang April bis Anfang Mai im Freiland ausgesät. Sind noch starke Nachtfröste zu erwarten, kann eine Vorkultur im Gewächshaus oder auf der Fensterbank sinnvoll sein. Knollenfenchel (Gemüsefenchel) hingegen muss erst etwa ab Mitte Juni bis Mitte Juli ausgesät werden. Da die Pflanzen recht groß werden können, sollte ein Pflanzabstand von mindestens 30x40cm eingehalten werden. Geringere Pflanzabstände können u.a. dafür sorgen, dass der Fenchel nicht optimal mit Nährstoffen versorgt und das Risiko für Krankheiten gesteigert wird. Fenchelsamen gelten als Dunkelkeimer. Daher sollten die Samen etwa 2 bis 2,5 cm in die Erde gedrückt und gut mit Erde wieder bedeckt werden. Die Keimlinge zeigen sich meist nach zwei bis drei Wochen. Eine Aussaat auf dem Balkon oder in Topfkultur ist möglich. Als Erde kann eine gute Kräutererde verwendet werden, die etwas mit Sand (10 Prozent vom Volumen) vermischt werden sollte.
Düngung
Während der Aussaat genügt es, im Freiland unter die Erde etwas Kompost zu mischen. Wird Knollenfenchel angebaut, so empfiehlt es sich noch einen organischen Stickstoffdünger wie Horngries oder Knochenmehl einzuarbeiten. Knollenfenchel ist grundsätzlich etwas hungriger als Gewürz- oder Bitterfenchel und gilt als so genannter Mittelzehrer. Bei mehrjährigem Anbau sollte der Boden nach der Fruchtbildung im Oktober nachgedüngt werden. Wächst Fenchel im Topf, so sollte dieser alle 4 bis 5 Wochen mit einem organischen oder organisch-mineralischem Kräuterdünger behandelt werden.
Gießen
Der Fenchel liebt eher feuchtere Böden. Die Erde sollte nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen. Optimal sind die Böden, wenn sie gleichmäßig an der Oberfläche befeuchtet sind. Bei heißen Sommertagen kann es erforderlich sein, die Fenchelpflanzen morgens und abends zu gießen. Zu viel Wasserzufuhr sollte jedoch vermieden werden, da die Wurzeln der Pflanze keine Staunässe vertragen.
Überwinterung
Knollenfenchel ist frostempfindlich. Es genügt jedoch in den meisten Fällen, die Zwiebel mit etwas Reisig oder Heu zu bedecken. Gewürzfenchel hingegen ist recht frosttolerant und benötigt keine besondere Pflege. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben ab und treiben im neuen Jahr wieder aus der Wurzel aus.
Ernte
Die beste Erntezeit für den Knollenfenchel ist dann, wenn die Knollen etwa faustdick sind. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Fenchelknollen nicht zu groß sind, da sie sonst ordentlich Aroma einbüßen und mitunter sehr faserig werden. Gewürz- oder Wildfenchel wird im Oktober geerntet, wenn die Fruchtstände leicht bräunlich geworden sind. Dabei werden die Doldenstände abgeschnitten und am besten für eine Nacht in einem dunklen, regengeschützten Bereich ausgelegt. Sie lassen sich dann meist deutlich leichter dreschen, als würden sie frisch an Ort und Stelle geerntet werden.
Schädlinge
Beim Anbau des aromatischen Gewürzkrauts kann es unter bestimmten Voraussetzungen zu Schädlingsbefall kommen. Der Fenchel wird von vielen Schneckenarten geliebt. Es kann helfen, den Fenchel zusammen mit schneckenabweisenden Kräutern wie Rosmarin oder Thymian anzubauen. Bei ungünstigen Anbaubedingungen außerdem die unscheinbare Weichwanze (auch Blindwanze genannt) die Fenchelpflanzen befallen. Großzügiger Pflanzabstand und sorgfältige Unkrautentfernung am Wegesrand mindern das Risiko. Befallene Pflanzen, die sich durch hellgelbe, braune oder rötliche punktuelle Einstichverfärbungen äußern, sollten umgehend entfernt werden.

Esche
Die Gemeine Esche, Gewöhnliche Esche oder Hohe Esche ist eine in Europa heimische Baumart, die mit einer Wuchshöhe von bis zu etwa 40m zu den höchsten Laubbäumen Europas zählt; an exponierteren Standorten erreicht sie jedoch oftmals nur um 15 bis 20 m. Durch die hohe Konkurrenzkraft der Buche, mit der sie häufig vergesellschaftet vorkommt, ist sie in größeren Beständen überwiegend in Waldgesellschaften auf feuchteren (Hartholzaue, Auwald) oder trockeneren Standorten (flachgründige Kalkböden) anzutreffen, auf denen die Konkurrenzkraft der Buche nachlässt. Aufgrund der positiven Eigenschaften wird Eschenholz zu den Edellaubhölzern gezählt. Nach Buche und Eiche gehört es zu den wichtigsten Laubnutzhölzern Mitteleuropas. Eschenholz wird besonders dann eingesetzt, wenn höchste Ansprüche an Festigkeit und Elastizität gestellt werden. So wird es häufig bei der Herstellung von Werkzeugstielen, Sportgeräten und von Biegeformteilen verwendet. Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Esche durch ein zuerst in Polen aufgetretenes und inzwischen in weiten Teilen Europas verbreitetes Eschensterben bedroht, das von dem Schlauchpilz Hymenoscyphus fraxineus verursacht wird. Im Jahr 2001 wurde die Esche in Deutschland durch die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung Menschen für Bäume und deren Fachbeirat, das Kuratorium Baum des Jahres, zum Baum des Jahres bestimmt.
Der Eschenbaum ist in der nordischen Mythologie der heilige Weltenbaum Yggdrasil, auch Weltenesche genannt. Die Esche kann sehr groß werden, bis zu vierzig Meter und sie wird bis zu 250 Jahre alt. Ihre Blätter und Samen haben vielfältige Heilwirkungen, so stärken sie den Stoffwechsel, wodurch rheumatische Erkrankungen gelindert werden können. Sie senkt auch den Blutzuckerspiegel und stärkt das Herz. Dadurch ist sie eine wertvolle Heilpflanze für typische Zivilisationskrankheiten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, harntreibend, schweißtreibend, tonisierend, Fieber, Appetitlosigkeit, Blähungen, Verstopfung, Blasen- und Nierenleiden, Rheuma, Gicht, Blutzucker senkend, Diabetes, Wassersucht, Bluthochdruck, Insektenstiche, Wunden
wissenschaftlicher Name: Fraxinus excelsior
Pflanzenfamilie: Ölbaumgewächse = Oleaceae
englischer Name: Ash
volkstümliche Namen: Asche, Geisbaum, Oesch, Wundbaum
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Rinde
Inhaltsstoffe: Fraxin, Fraxidin, Ätherisches Öl, Bitterstoff, Flavonoide, Gerbstoff, Gerbsäure, Glykoside, Cumarine
Sammelzeit: Mai bis Juli
 
Esche in der Heilkunde
Schon in der Antike wurden verschiedene Teile der Esche zu Heilzwecken verwendet. So ist sie im Corpus Hippocraticum erwähnt, und auch im De Materia Medica des griechischen Arztes Dioskurides. Im zwölften Jahrhundert beschreibt die Äbtissin Hildegard von Bingen die Anwendung von Eschenblättern zur Zubereitung eines harntreibenden Tees. Konrad von Megenberg empfahl die Asche der Rinde zur Behandlung von Knochenbrüchen. Im 16. Jahrhundert verwendete der deutsche Arzt Hieronymus Bock das Destillat der Eschenrinde bei Gelbsucht und Steinleiden und Tee aus Eschenfrüchten als Diuretikum. Pietro Andrea Mattioli, der Hofarzt von Kaiser Maximilian II., beschreibt in seinem New Kreuterbuch die Rindenasche der Esche als Heilmittel. Hufeland empfiehlt Teeaufgüsse aus Rinde und Blättern bei Muskelrheuma und Gicht. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde auch überlegt, die Rinde der Esche als preisgünstigen Ersatz für die teure Chinarinde als fiebersenkendes Mittel bei Malaria zu verwenden. Auch das aus dem Holz der Esche gewonnene Öl fand seit der Antike als Heilmittel Verwendung.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Früher waren die Blätter offizinell und auch die Rinde.
Heute wird dies Heilpflanze nur noch in der Volksheilkunde angewendet, steht jedoch bei der Landbevölkerung in hohem Ansehen. Die Blätter werden ab Mai bis Juli gesammelt. Verwendet werden die Fiederblättchen, die vom Hauptstiel abgestreift werden, da dieser ziem-lich wertlos ist. Die Blättchen werden im Schatten getrocknet.
Die Rinde wird zur gleichen Zeit geerntet. Wir verwenden junge Zweige und Ästchen, schälen die Rinde ab und trocknen sie im Schatten. Auch die im September oder Oktober geernteten Samen werden im Schatten nachgetrocknet.
Heil- und Wirkstoffe
Innosit, Mannit, Quercitirin, Dextrose, Apfelsäure, Gummi, Gerbsäure und ätherisches Öl.
Heilwirkung
In der Volksheilkunde gilt der Eschenblättertee als stuhlgangförderndes, leicht abführendes und wassertreibendes Heilmittel. Der Tee wird vielfach gegen Rheumatismus angewendet.
Von Rademacher wird der Tee besonders bei Gicht empfohlen. Eschensamen als Tee abgebrüht, wird bei Lebersucht, Wassersucht, Nierenleiden, Gries, Blasensteinen und Gelbsucht gelobt. Das Destillat junger Sprosse wird wieder empfohlen als Heilmittel gegen Ohrenschmerzen und beseitigt, als ständige Einreibung verwendet, das Zittern der Hände.
Die Eschenrinde ist ein altes Ersatzmittel für die Rinde des Chinabaumes und wird wie diese als Fiebermittel, gegen Würmer und als belebendes Mittel (Tonikum) angewendet.
Der Eschenblättertee wird durch Abbrühen von 1 bis 2 Teelöffel der geschnittenen Blätter mit einer Tasse heißem Wasser hergestellt. Man lässt 2-3 Minuten ziehen, seiht ab und trinkt als Tagesgabe 2-3 Tassen, zuckerlos, schluckweise.
Ebenso wird der Eschensamentee hergestellt.
Den Eschenrindentee lässt man einmal kurz aufkochen und 2-3 Minuten ziehen. 1 Teelöffel für 1 Tasse, 1-2 Tassen als Tagesgabe, zuckerlos, schluckweise.
Hufeland lobte die Heilwirkung der Rinde, als Teeabsud zur Behandlung von Wunden. Alte, schlecht heilende Beingeschwüre ließ er wiederholt in einem Absud mit vorzüglichem Nutzen baden.
Alle Teesorten können durch eine kleine Beimischung von Pfefferminze, oder etwas Majoran geschmacklich verbessert werden.
Aus dem Kräuterbuch des Dr. Matthiolus (1626)
„Die Rindenasche mit Wasser vermischt zu einem Brei und diesen aufgestrichen, vertreibt den Grind, die Räude und alle Hautunreinig-keiten / die Rinde auf frische, blutende Wunden gebunden, zieht sie zusammen / die Rinde in Essig gesotten und den Absud löffelweise eingenommen, sowie in den Absud einen Schwamm tränken, mäßig ausgepresst, warm über den Magen gelegt, behebt das Außbrechen (Brechreiz).
Aus Mythologie und altem Brauchtum
In der nordische Mythologie war die Esche im hohen Ansehen. Sie galt als der Welt-baum Yggdrasil und aus dieser Esche sei der erste Mann, aus einer Erle dagegen die erste Frau hervorgegangen. Eschen wurden um die Kultstätten gepflanzt und von diesem Eschenlaub bekamen einmal im Jahr die Haustiere zu fressen, dies erhielt sie gesund. Im Mittelalter wurde das Eschenholz als sehr heilkräftig angesehen. Man goss in Bechern aus Eschenholz geschnitzt, Wein, ließ den Wein einige Stunden ziehen und trank ihn gegen Milz- und Leberleiden.
 
Pflanzenbeschreibung
Botanik
Die Esche ist ein prächtiger Baum und erreicht eine Höhe von 30 bis 40 Meter. Den Blüten fehlt der Kelch und die Krone, sie bestehen aus Staubgefäßen, die unten von kleinsten wolligen Schuppen umgeben sind. Die Früchte hängen in losen Trauben zierlich herab und sind geflügelt.
Der Geruch der Blätter ist schwach, der Geschmack zusammenziehend und bitter.
Blütezeit
April, Mai
Samenreife
Septe
Standort
Die Esche ist in ganze Europa verbreitet, wir finden sie in Wäldern, an Fluss- und Bachufern, vielfach angepflanzt in Wildparks, Parkanlagen, entlang von Straßen und Alleen.
Die Gemeine Esche erreicht eine Höhe von bis zu 40m und einen Stammdurchmesser von 2m. Nach 100 Jahren hat sie durchschnittlich eine Höhe von 30 m und einen Brusthöhendurchmesser von 30cm bis 40 cm. Das Höchstalter beträgt etwa 250 bis 300 Jahre. Die Stammachse ist meist gerade und gabelt sich nicht. In Randbereichen des Verbreitungsgebiets werden die zuvor genannten Werte jedoch deutlich unterschritten, oder sie kommt nur strauchförmig vor, etwa in Norwegen. Das Wachstum ist gewöhnlich gebunden, das heißt, der Austrieb eines Jahres ist vollständig in der Knospe des Vorjahres angelegt. Nur unter günstigen Bedingungen erfolgt das Wachstum frei und die Triebanlagen entfalten sich ohne Ruheperiode noch im selben Jahr. Bei jungen Bäumen kann das Auftreten von Bereicherungstrieben und Johannistrieben beobachtet werden. Neben Lang- und Kurztrieben bildet die Esche noch sogenannte Lineartriebe, die länger sind als Kurztriebe, aber keine Verzweigungen bilden, wie Langtriebe dies tun. Die Äste stehen rechtwinkelig zum Stamm; die Zweige zeigen senkrecht nach oben. Zweige, die nicht genügend Licht bekommen, sterben und brechen in Folge ab. Das beginnt üblicherweise nach etwa drei bis fünf Jahren.
Die Borke junger Bäume ist grünlich bis glänzend grau mit nur wenigen Korkporen. Nach etwa 15 bis 40 Jahren setzt die Verkorkung ein; eine Netzborke wird gebildet. Die Rinde selbst ist dick und reich an Sklerenchym, Bastfasern fehlen. Das Holz ist ringporig, das Frühholz zeigt meist mehrreihige, grobe Gefäße, die sich deutlich vom Spätholz abheben. Dadurch sind die Jahresringe deutlich erkennbar. Die Gefäße des Spätholzes sind zerstreut angeordnet, klein und gerade noch erkennbar. Die Holzstrahlen sind schmal. Die Esche ist ein Kernholzbaum, deren Kern sich kaum vom breiten, hellgelblichen Splint unterscheidet. Erst ältere Bäume von 70 bis 80 Jahren und darüber zeigen einen hellbraunen Kern, der bei Nutzung des Holzes als Farbfehler angesehen wird. Eschen, die auf trockenen, kalkhaltigen Böden wachsen, zeigen schmalere Ringe und können im Alter einen Kern bilden, der dem Holz des Olivenbaums ähnelt. Man spricht dann von Oliveschen; ihr Holz ist, abhängig vom Modetrend zur Möbelherstellung, besonders beliebt.
Die Hauptwurzel wächst zuerst senkrecht in den Boden, stellt sich aber nach wenigen cm auf ein waagrechtes Wachstum um und entwickelt ein typisches Senkerwurzelsystem mit kräftigen, nahe der Oberfläche verlaufenden Seitenwurzeln. Von diesen und vom Stamm entspringen kräftige, senkrecht nach unten wachsende Wurzeln. Die Feinwurzeln treten in bestimmten Bereichen konzentriert auf und fehlen in anderen. Das Wurzelsystem einer 90-jährigen Esche breitet sich maximal etwa 350 cm von der Stammbasis aus und gelangt in eine Tiefe von 140 cm.
Die kurzen Knospen sind mit dichten, schwarzen und filzigen Haaren besetzt, die zum Schutz vor Frost und Verdunstung gebildet werden. Die Endknospen sind mit einer Länge und Breite von etwa 1 cm deutlich größer als die Seitenknospen, die nur bis zu 5mm erreichen. Blütenknospen sind stumpfer und kugeliger als andere Knospen. Die Knospen sind Ende Juli fertig angelegt. Häufig sind an Haupttrieben die Knospen eines Knotens gegeneinander versetzt. Die Blätter stehen kreuzweise gegenständig, nur an besonders wüchsigen Trieben finden sich dreizählige Blattquirle. Die Blätter werden mit dem 5 cm bis 10 cm langen Stiel bis zu 40 cm lang und sind üblicherweise 9- bis 15-zählig gefiedert, selten treten weniger Fiederblättchen auf. Die einzelnen Fiederblättchen sind 4 cm bis 10 cm lang und 1,2 cm bis 3,5cm breit. Sie sind eilanzettlich, lang zugespitzt und am Grunde keilförmig, klein und scharf gesägt. Die Oberseite ist kahl und satt-grün. Die Unterseite ist hellbläulich grün, der Mittelnerv und zum Teil die Seitennerven können lockerfilzig behaart sein. Die Seitenblättchen sind kurz gestielt oder sitzend, das Endblättchen ist länger gestielt. Die Blattspindel weist eine behaarte und mit Korkporen besetzte Furche auf, Nebenblätter fehlen. Die Blätter fallen meist noch grün vom Baum, nur im kontinentalen Osten des Verbreitungsgebiete verfärben sich die Blätter manchmal gelblich.
Die Esche wird frei stehend mit 20 bis 30 Jahren mannbar, in Gruppen mit anderen Bäumen nach 30 bis 35 Jahren. Sie ist zwittrig, wobei abhängig vom Individuum ein Geschlecht reduziert sein kann. Die Blüten haben einen grünlichen, aus zwei Fruchtblättern entstandenen, synkarpen Fruchtknoten und zwei Staubblätter. Die Staubbeutel stehen auf kurzen Staubfäden und sind zunächst purpurrot. Kelch- und Kronblätter fehlen. Die Gemeine Esche wird als einzige Art in der Familie der Ölbaumgewächse durch Wind bestäubt. Als Blütenstände werden seitenständige Rispen gebildet, die bereits vor den Laubblättern an den Sprossen des Vorjahres erscheinen. Sie stehen zuerst aufrecht und hängen später über. Als Früchte werden einsamige, geflügelte Nussfrüchte an dünnen Stielen gebildet. Sie sind 19 mm bis 35mm lang und 4mm bis 6mm breit, schmal länglich bis länglich verkehrt-keilförmig, glänzend braun und schwach gedreht. Die Nuss ist 8 mm bis 15 mm lang und 2 mm bis 3 mm breit, an der Basis rundlich und oben gewölbt zusammengedrückt. Der Flügelsaum ist zungenförmig, oft ausgerandet, seltener zugespitzt und läuft maximal bis zur Hälfte der Nuss herab. Die Früchte werden von Oktober bis November reif und fallen während des ganzen Winters ab. Sie sind Schraubenflieger und erreichen dabei Entfernungen von 60 m, in seltenen Fällen bis zu 125 m.

Bachblüten
Ich bin eifersüchtig (Holly)
Sie sind sehr häufig auf alle Eifersüchtig
Diese Eifersucht können sie mit Holly besiegen
Bachblüten
Ich kann nicht loslassen (Honeysuckle)
Diese Menschen können nichts gehen lassen
Mit der Blüte können sie wieder loslassen, ohne dass es schmerzt
Trennkost
Grundlagen
Drei Merkmale kennzeichnen die Trennkost nach Dr. Hay:
-     Kohlenhydratreiche und eiweißhaltige Nahrungsmittel werden voneinander getrennt
-     Die Zufuhr von basischen Produkte – z.B. Früchte, Salate und Gemüse wird erhöht
-     Natürliche und naturbelassene Nahrungsmittel werden bevorzugt, industriell verarbeitete Nahrungsmitteln
Trennkost ist eine von William Howard Hay zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Ernährungsform, bei der hauptsächlich eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig bei einer Mahlzeit gegessen werden. Es handelt sich um eine Diät, die von vielen als Methode zur Gewichtsreduktion angesehen wird. Nach der „Trennkostlehre“ darf generell fast alles gegessen werden, nur wenige Lebensmittel werden ausgenommen, z. B. Hülsenfrüchte. Es werden weder die Mengen noch die zugeführte Nahrungsenergie erfasst. Die der Trennkost zugrunde liegenden Theorien sind medizinisch aber mittlerweile widerlegt. In Deutschland wurde die Trennkost vor allem durch den Arzt Heinrich Ludwig Walb (1907–1992) bekannt gemacht.
Hildegard von Bingen
Für Hildegard von Bingen war diese Welt „beseelt“ und das Wissen, dass alles ineinandergreift, war tief in ihr verankert. Alles ist eins, sagt Hildegard. Und alles gehört zusammen: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Himmel und Erde. Sonne und Mond und der Sternenhimmel, Mensch und Tier, Kräuter und Steine. Die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer sind im Menschen geborgen und die Verbindung zum Himmel, die göttliche Liebe, darf nicht abreißen. Wer im Einklang mit sich und der Umwelt leben kann, in der Harmonie von Seele und Geist, wer seinen Weg findet und den Mut, ihn zu gehen, hat gute Chancen, gesund zu sein. Wenn aber die Harmonie gestört ist, die Dinge im Ungleichgewicht sind, dann wehrt sich die Seele und der Mensch wird krank.
Diese ganzheitliche Sicht der Dinge hat Hildegard auch in ihrer Behandlung einfließen lassen. Sie wollte nicht nur Symptome kurieren, sondern den Ursachen der Krankheiten auf den Grund gehen. Denn nur so ist ihrer Meinung nach wirkliche Heilung, ein echtes Gesunden möglich.
Wenn Hildegard von Bingen sagt: alles ist eins, alles gehört zusammen, dann ist das wohl Ganzheitsmedizin im besten Sinne des Wortes.
Die Heilkraft des Wassers
Welche Bedeutung Kneipp dem Wasser beimisst, lässt sich am besten anhand seiner eigenen Worte ermessen. Deshalb sind hier längere Auszüge aus seinen Werken an-geführt.
Das Wasser weckt, wenn es im Frühling und Sommer zur Erde niederfällt, überall Leben und Gedeihen, regt in der Pflanzenwelt alle Organe zu neuem Leben, zu erhöhter Tätigkeit an. Es erfrischt und belebt auch die Körperteile, welche alle zivilisierten Menschen täglich zu reinigen gewohnt sind. Sollte das nicht alles ein Fingerzeig für den Menschen sein, dass das Wasser ebenso geeignet sein dürfte, die krankhaften Stoffe aus dem menschlichen Körper auszuleiten und auszuwaschen, den Körper in seiner Gesamtheit zu erfrischen, zu beleben und zu stärken, den Gesunden wie den Kranken? – Doch auch hier geht es wie in gar vielen Dingen. Das Einfache, das Naturgemäße, das Vernünftige wird aufgegeben und die Heilung da gesucht, wo sie nicht zu finden ist: in dem Unnatürlichen, ja Widernatürlichen. Gehe man doch bei den Vorfahren in die Schule! Diese haben seit Jahrhunderten das Wasser benützt nicht bloß zur Reinigung des Körpers, sondern auch zur Erhaltung der Gesundheit, indem sie durch Anwendung von Bädern und Kaltwaschungen schon den Körper der Kinder widerstandsfähiger machten gegen alle möglichen schädlichen Einflüssen des Klimas und der Witterung. Ja wir dürfen noch weiter zurückgehen. Haben nicht die Römer selbst auf ihren Kriegszügen überall da, wo sie feste Lager bezogen, sofort Bäder errichtet, in denen sie, nachdem der Körper durch Natur oder durch Kunst zur Transpiration gekommen war, diesen mit frischem Wasser begossen? Diese Alten, von denen wir noch vieles lernen können, haben die Wasseranwendungen so hoch geschätzt, dass man in Rom das Sprichwort hatte: „Gesegnet sei, der das Bad erfand.“ Das hohe Alter unserer Altvorderen, ihre oft riesige Körperkraft verdankten sie neben ihrer einfachen Lebensweise vorwiegend der vernünftigen Anwendung des Wassers. Dies schreibt Kneipp in der Einleitung seines Buches „So sollt ihr leben!“

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