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Strahlenlose Kamille
Meist geht man achtlos an der strahlenlosen Kamille vorbei, denn sie ist klein und mit ihrer grüngelben Farbe äußerst unscheinbar. Die strahlenlose Kamille ähnelt der echten Kamille, aber sie hat keine weißen Zungenblüten. Man kann nur das gelbe Köpfchen der Blüten sehen. Die meisten Menschen halten die strahlenlose Kamille für unwirksam, doch sie hat ähnliche Wirkungen wie die echte Kamille, wenn auch deutlich schwächer.
Die Strahlenlose Kamille, auch Strahllose Kamille genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kamillen; sie gehört zur Unterfamilie der Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler. Ihren Namen verdankt sie dem Fehlen der weißen Zungenblüten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: beruhigend, krampflösend, Blähungen, Milchbildungsfördernd, Würmer
wissenschaftlicher Name: Matricaria discoidea, Chamomilla suaveolens, Matricaria suaveolens
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Pineapple weed, Rayless chamomile
volkstümliche Namen: Falsche Kamille
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle
Sammelzeit: Juni bis September
 
Anwendung
Die strahlenlose Kamille hat ähnliche Inhaltsstoffe wie die echte Kamille, jedoch fehlt ihr das Azulen, das die echte Kamille so wirksam und wertvoll macht. Die Heilkraft der strahlenlosen Kamille ist also geringer als die der echten Kamille. Sie ist aber dennoch eine gute Heilpflanze, die man nicht verachten sollte. Generell kann man die strahlenlose Kamille für ähnliche Aufgaben einsetzen wie die echte Kamille.
Verdauungsorgane
Mit ihrer beruhigenden und krampflösenden Wirkung lindert sie Blähungen und andere Beschwerden den Verdauungsorgane, die mit krampfartigen Zuständen zu tun haben.
Milchbildung
Man kann die strahlenlose Kamille auch in der Stillzeit anwenden, denn sie fördert die Milchbildung.
Würmer
Die strahlenlose Kamille hat eine milde wurmtreibende Wirkung und kann gegen verschiedene Arten von Würmer eingesetzt werden.
Tee
Für einen Tee aus der strahlenlosen Kamille übergießt man einen Teelöffel der getrockneten oder frischen Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt es fünf bis zehn Minuten ziehen. Dann seiht man ab und trinkt den Tee in kleinen Schlucken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
 
Geschichte
Die Geschichte der Ausbreitung der Strahlenlosen Kamille in Deutschland beginnt mit der Entdeckung durch Alexander Braun im Jahr 1852. Er fand die Art in Berlin-Schöneberg auf der Dorfstraße in Gesellschaft von Xanthium strumarium, Lepidium squamatum, Sisymbrium irio und Impatiens parviflora. Später entdeckte sie Robert Caspary 1859 in Königsberg zwischen der Unionsgießerei und dem Ausfalltor. Die Ausbreitung selber erfolgte hauptsächlich durch den Eisenbahn- und Schiffsverkehr und im Detail durch die verschleimenden Achänen an Wagenrädern, Füßen und Hufen. Schon nach etwa 50 Jahren war die Art in Deutschland weit verbreitet, aber die Dichte der Verbreitung nahm weiterhin zu.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Strahlenlose Kamille ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 5 bis 40 Zentimetern erreicht. Die Stängel sind aufrecht oder aufsteigend, etwas fleischig, nach oben verzweigt, manchmal auch vom Grund an. Die Zweige sind gerade, im unteren Teil kahl und manchmal unterhalb des Köpfchens etwas behaart. Die Blätter sind 2–6 Zentimeter lang und 1–2 Zentimeter breit, kahl und tragen zahlreiche Zipfel, die zugespitzt oder kurz begrannt sind. Die Köpfchen haben einen Durchmesser von 5 bis 12 Millimeter. Die Hüllblätter haben eine farnlosen Rand. Im Gegensatz zur Echten Kamille besitzt die strahlenlose Kamille keine weissen Zungenblüten. Ihre zwittrigen Röhrenblüten sind gelblich-grün und stark duftend. Die Blütenkrone ist 1,1–1,4 Millimeter lang. Die Achänen sind blassbraun und tragen 3–4 Rippen auf der Bauchseite. Die Blütezeit ist von Juni bis September (selten auch bis Oktober).
Die strahlenlose Kamille kommt ursprünglich aus Asien, hat sich aber inzwischen fast über die ganze Welt verbreitet. Sie wächst bevorzugt an eher öden Plätzen wie Ruderalstellen, Wegrändern, Schuttplätzen, Bö-schungen und Ödland. Die einjährige Pflanze wird bis zu 40 Zentimeter hoch, bleibt aber meistens kleiner als 20 Zentimeter. Ihre Blätter sind dünn und fiederartig, ähnlich wie bei der echten Kamille. Wenn sie von der Sonne erwärmt werden, duften die Blätter nach reifen Äpfeln. Ab Juni blüht die strahlenlose Kamille. Der innere Teil der Blüten, die Röhrenblüten, ähneln denen der echten Kamille. Sie sind innen hohl und nach oben gewölbt, jedoch sind sie eher grüngelb als goldgelb. Der größte Unterschied zwischen den Blüten der beiden Kamillen-Arten ist jedoch die Tatsache, dass der strahlenlosen Kamille die weißen Zungenblüten fehlen, eine Eigenschaft, die schon durch den Namen gezeigt wird.

Rose
Die Rosen sind die namensgebende Pflanzengattung der Familie der Rosengewächse. Die Gattung umfasst je nach Auffassung zwischen 100 und 250 Arten, die mit ihren typischen Merkmalen Stacheln, Hagebutten und unpaarig gefiederten Blättern eine sehr gut abgegrenzte Gattung bilden. Es sind Sträucher mit meist auffälligen, fünfzähligen Blüten. Die meisten Arten sind nur in der Holarktis verbreitet und wachsen bevorzugt auf kalkhaltigen Böden. Die Wissenschaft von den Rosen wird als Rhodologie bezeichnet.
Die Rose ist die unangefochtene Blume der Liebe. Sie wächst in nahezu jedem Garten und spielt in jedem Blumengeschäft eine Hauptrolle. Im Orient werden Süßspeisen mit den duftenden Blättern der Rose aromatisiert und auch in der Kosmetik wird sie gerne verwendet. Dass die Rose auch eine Heilpflanze ist, ist jedoch kaum bekannt. Sie kann gegen Heuschnupfen helfen und auch gegen leichte Herzbeschwerden kann man sie verwenden. Außerdem lindert sie Frauenbeschwerden, Kopfschmerzen und Schwindel.
Gärtnerisch ist zwischen Wildrosen und Kulturrosen zu unterscheiden. Die Rose wird seit der griechischen Antike als „Königin der Blumen“ bezeichnet. Rosen werden seit mehr als 2000 Jahren als Zierpflanzen gezüchtet. Das aus den Kronblättern gewonnene Rosenöl ist ein wichtiger Grundstoff der Parfumindustrie.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, blutreinigend, blutstillend, nervenstärkend, Heuschnupfen, Lungenschwäche, Mundentzündungen, Verstopfung, Durchfall, Leberschwäche, Gelbsucht, Herzbeschwerden (leichte), Ohnmacht, Schwindel, Kopfschmerzen, Melancholie, Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen, Augenschmerzen, Gebärmutterschmerzen, Wechseljahresbeschwerden, Leichte Verbrennungen, Schwer heilende Wunden, Gesichtsrose
wissenschaftlicher Name: Rosa centifolia, Rosa gallica
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Rose
volkstümliche Namen: Centifolie, Bischofsrose, Fleischrose, Gartenrose, hundertblättrige Rose, Jungfernrose, Kaiserrose, Knopfrose, Moosrose, Pomponrose, Trianonrose, Vielblättrige Rose
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Gerbstoff, Gerbsäure, Geraniol, Saponine
Sammelzeit: Juni bis August
 
Anwendung
Die wichtigste Nutzung der Rosen ist die Verwendung als Zierpflanze, sowohl als Gartenpflanze als auch als Schnittblume. Das Rosenöl wird in der Parfumindustrie verwendet. Das bei der Gewinnung von Rosenöl anfallende Rosenwasser wird bei der Herstellung von Marzipan und Lebkuchen verwendet. In der Heilkunde werden ganze Hagebutten, Hagebuttenschalen und die Hagebuttenkerne genutzt. Verwendet werden verschiedene Arten, vorwiegend Rosa canina und Rosa pendulina. Die Hagebutten enthalten getrocknet zwischen 0,2 und 2% Ascorbinsäure, reichlich Pektine (rund 15%), Zucker, Fruchtsäuren, Gerbstoffe und geringe Mengen ätherisches Öl. Verwendet werden Hagebutten gegen Erkältungskrankheiten, Darmerkrankungen, Gallenleiden, als Diuretikum, bei Gicht und Rheuma. Die Wirksamkeit ist in allen Fällen nicht bzw. nicht ausreichend belegt. Für die diuretische Wirkung könnten der Pektin- und Fruchtsäuregehalt verantwortlich sein. Verwendet werden die Hagebutten besonders in Frühstücktees. Frische Hagebutten werden zu Marmeladen verarbeitet. Zum Kochen mit Heilwirkungen hat man bspw. in einem Kochbuch von 1547 gesprochen: Rosenhonig sterket und reinigt den magen/von böser feuchtigkeit/reiniget und heilet gschwer/Feul und Schaden des Munds/Zahnfleisch/ Hals und Gurgeln.  Auch in der Aromatherapie wird der Rosenduft aufgrund seiner entspannenden Wirkung zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. In Asien werden in der Volksmedizin auch getrocknete Blüten, Blätter und Wurzeln verwendet. Das Holz wird in der Kunsttischlerei für Drechsel- und Einlegearbeiten verwendet.
Rosentee
Die Rosenblüten kann man für Rosentee benutzen. Dazu bereitet man einen Aufguss mit einem TL getrockneten Rosenblüten pro Tasse Wasser. Diesen Tee lässt man fünf bis zehn Minuten ziehen. Er wird dann rosa und schmeckt leicht adstringierend. Man kann den Rosentee mit Honig süßen. Rosentee hilft bei der Blutreinigung und zur Stärkung von Herz und Nerven. Auch gegen Kopfschmerzen und Schwindel kann man Rosentee trinken. Bei zu starker Periodenblutung kann der Rosentee lindernd wirken.
Rosentee äußerlich
Rosentee kann man in Form von Umschlägen, Waschungen oder für Teilbäder gegen hartnäckige Wunden und leichte Verbrennungen verwenden. Als Mundspülung hilft Rosentee gegen Mundentzündung und Zahnfleischentzündung. Auch in Salben und Cremes wirkt die Rose sehr hautfreundlich.
Rosenwein
Mit Weißwein und Rosenblütenblättern kann man eine Abkochung zubereiten. Dieser Rosenwein hilft gegen Erschöpfung und Gebärmutterschmerzen. Wenn man den Mund mit Rosenwein ausspült lindert er Zahnschmerzen und Mundschleimhautentzündungen. (Bei Karies muss man natürlich zum Zahnarzt gehen). Man kann den Rosenwein auch als Umschlag auf Stirn und Kopf legen, um Kopfschmerzen zu behandeln.
Frische Blütenblätter
Die frischen Blütenblätter kann man zur Linderung von Gesichtsrose (Erysipel) aufs Gesicht legen.
Ätherisches Öl
Das ätherische Öl der Rose ist sehr kostbar, weil man extrem viele Blüten braucht, um es herzustellen. Als Bestandteil von Salben und Cremes ist es nicht nur ein Wohlgeruch, sondern hat auch pflegende und lindernde Wirkung. Rosenöl wirkt entspannend und fördert die Sinnlichkeit.
 
Geschichtliches
Ihren für uns wichtigsten Ursprung hat die Rose in Persien, wo eine Vielzahl von Rosenarten wächst. Aller-dings wachsen auch in vielen anderen Ländern der Nordhalbkugel wilde heimische Rosen, nicht jedoch auf der Südhalbkugel, wo alle Rosen eingeführt wurden. In den Rocky Mountains hat man sogar Rosenblätter-Fossilien gefunden, die etwa 35 Millionen Jahre alt sind. Aus China wurde von Konfuzius schon etwa 500 Jahre v. Chr. von Rosenkulturen berichtet, die in königlichen Gärten angepflanzt wurden. Über Kleinasien wurde die Rose von Persien aus nach und nach erst in den Mittelmeerraum und später von den Römern auch nach Mitteleuropa gebracht. Im antiken Griechenland und in Rom war die Rose sowohl wegen ihres Duftes als auch wegen ihrer Heilwirkung sehr beliebt. Karl der Grosse verpflichtete 794 jedes Landgut zum Anbau von Rosen, neben vielen anderen Heil- und Nutzpflanzen. Dadurch wurde die Rose in Mitteleuropa zum festen Bestandteil der Gärten. Die Rose ist voller Symbolik. So steht sie beispielsweise für die Verschwiegenheit, aber auch für die Liebe, für die Frau, die Weisheit und für die Arbeiterbewegung.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Rose kommt ursprünglich vor allem aus Persien, wo es auch heute noch die meisten Rosenarten gibt. In Gärten ist die Rose inzwischen fast auf der ganzen Welt verbreitet und manche Rosenarten wachsen sogar wild. Es gibt hunderte von Rosenarten, in verschiedensten Formen und Farben. Traditionelle Rosenarten sind die Centifolien-Rosen und die Essigrosen. Die Centifolien-Rosen haben ihren Namen von den hunderten von Blütenblättern, die ihre Blüten füllen. Hundert Blütenblätter sind natürlich übertrieben, aber die Blüten dieser Rosenart, und der meisten anderen gefüllten Zierrosen, haben in der Tat sehr viele Blütenblätter, denn ein Großteil der Staubblätter sind zu Blütenblättern verwandelt worden. Rosen können kniehoch sein, oder kleine Büsche oder sogar viele Meter hohe Kletterpflanzen. Der Wuchsform der Rosen sind kaum Grenzen gesetzt. Die meisten Rosen haben Stacheln, die auch sehr unterschiedlich beschaffen sein können. Die Blätter der Rosen sind meistens glänzend und mit stacheligem Rand. Die duftenden Blüten sind der heilkräftige Teil der Rosen. Man kann fast alle Rosenblüten für Heilzwecke einsetzen, Hauptsache sie duften. Außerdem ist es wichtig, dass sie leicht zusammenziehend schmecken, das ist vor allem bei roten Rosen der Fall. Aus einmalblühenden Rosenblüten entwickeln sich bis zum Herbst rote Hagebutten, die sehr vitaminreich sind.
Die Rosen-Arten sind sommergrüne, selten immergrüne Sträucher. Ihre selbständig aufrechten oder kletternden Sprossachsensind bis zu 4 Meter hoch. Am Boden aufliegende Sprossachsen werden länger, manche sind niederliegend oder kriechend. Viele Arten entwickeln verholzte Bodenausläufer und bilden dann Kolonien. Die Sprossachsen können mit Drüsen oder Haaren besetzt sein, beides kann auch fehlen. Das Vorhandensein von Drüsen ist mit mehr oder weniger starkem Duft gekoppelt. Die Behaarung (Indument) kann alle oberirdischen Organe (mit Ausnahme der Hagebutten und Staubblätter) betreffen, die Form, Zahl und Verteilung der Haare ist charakteristisch für bestimmte Sippen, wobei die Behaarung ein ontogenetisch konstantes Merkmal ist (Verkahlen im Alter ist sehr selten).
Stamm, Äste und Zweige sind mit Stacheln besetzt, die im Volksmund häufig als Dornen bezeichnet werden. Die Stacheln dienen zum einen als Schutz gegen Tierfraß, zum anderen bei Spreizklimmern zum Festhalten an den Stützen. Die Stacheln können bei einer Pflanze gleichartig oder verschiedenartig sein. Dabei ist häufig die Form an Kurztrieben anders als an Langtrieben. Die bodennahen Bereiche sind oft besonders reich an Stacheln. Die Grundtypen werden als hakig, sichelig, leicht gekrümmt, gerade, Nadelstachel und Stachelborste bezeichnet; es kommen Zwischenformen vor.
Die wechselständig und in 2/5-Stellung stehenden Laubblätter sind mehr oder weniger lang gestielt. Die unpaarig gefiederte Blattspreite besteht aus meist fünf bis neun Fiederblättchen, es können drei bis 19 sein. Lediglich bei Rosa persica sind die Laubblätter einfach und die Nebenblätter fehlen. Auch bei den Blättern können Drüsen und Haare vorkommen oder auch fehlen. An der Blattspindel sitzen manchmal kleine Stacheln oder Stachelborsten. Die Fiederblättchen sind sehr unterschiedlich gestaltet, meist sind sie elliptisch bis eiförmig, verkehrt-eiförmig oder rundlich. Der Blättchenrand ist – regelmäßig oder unregelmäßig – einfach oder mehrfach gesägt, seltener gekerbt oder annähernd ganzrandig. Nebenblätter sind vorhanden.
Die Blüten stehen end- oder seitenständig in traubigen, rispigen, manchmal doldig verkürzten Blütenstän-den. Der Blütenstand kann auch auf eine einzelne Blüte reduziert sein. Hochblätter werden gebildet, selten sind sie hinfällig oder fehlen. Ein Außenkelchwird nicht gebildet. Die gestielten bis sitzenden Blüten sind meist ansehnlich und häufig duftend. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Es gibt fünf Kelchblätter, nur bei Rosa sericea vier. Sie sind meist lanzettlich, laubblattartig, ungeteilt oder es sind die beiden äußeren auf beiden Seiten und das mittlere auf einer Seite geteilt: fiederteilig, -schnittig oder -spaltig. Auch der Kelch kann behaart oder mit Drüsen besetzt sein. Er ist nach der Blüte zurückgeschlagen, abstehend oder aufgerichtet; zur Fruchtreife ist er bereits abgefallen, abfallend (fällt etwa zur Fruchtreife ab) oder krönt die Frucht. Der Durchmesser der Blütenkrone beträgt meist 3 bis 7 Zentimeter, kann aber auch zwischen 1 und 10 Zentimeter liegen. Die fünf (bei einer Art vier) Kronblätter sind hinfällig, ihre Farbe ist meist rosa bis rot, oder weiß, seltener gelb, etwa bei nicht-mitteleuropäischen Arten und Kulturrosen. Bei vielen Kulturformen ist die Blüte durch Umwandlung von Staubblättern in Kronblätter gefüllt. Der je nach Art unterschiedlich geformte Blütenbecher ist mehr oder weniger urnenförmig, drüsig oder drüsenlos, manchmal stachelborstig. Der obere Bereich des Blütenbechers ist verengt und als Diskus ausgebildet: er ist dem nektarbildenden Drüsenring anderer Gattungen homolog, bildet jedoch nur bei wenigen Rosenarten Nektar. In der Mitte des Diskus öffnet sich der Griffelkanal: durch ihn treten die Griffelbündel ins freie, die Narbenköpfe stehen hier halbkugelig bis straußförmig. Sie können dem Diskus aufliegen oder deutlich über ihn hinausragen. Die Anzahl der Staubblätter ist bei den Rosen wie bei vielen Rosengewächsen durch sekundäre Polyandrie erhöht, es sind meist 50 bis 200, selten 20 bis 265 vorhanden. Sie stehen vor den Kronblättern und setzen am Rande des Blütenbechers an. Die Staubbeutel sind nach innen gerichtet, von gelber bis oranger oder brauner Farbe. Die Staubfäden haben meist eine davon abweichende Färbung und sind meist weiß oder strohgelb. Der Pollen ähnelt im Aufbau stark dem Pollen von Rubus: das Pollenkorn hat drei Furchen, seine Oberfläche ist rugulatstriat (hat kürzere bis längere, mehr oder weniger parallel laufende Rippen), im Gegensatz zu Rubus jedoch ein Operculum. Der Rosenpollen ist bei vielen Arten größer als 25 Mikrometer. Nur ein Teil des Pollen ist fertil, besonders in der Sektion Caninae sind verformte, geschrumpfte Pollenkörner häufig. Es gibt zahlreiche, nicht verwachsene Fruchtblätter. Ihre Zahl liegt meist zwischen 10 und 50, kann aber auch 4 bis 140 betragen. Sie sitzen am Grund oder an der Wand des Blütenbechers, oder sind kurz gestielt. Jedes Fruchtblatt trägt ein bis zwei Samenanlagen. Der Griffel setzt seitlich oder selten endständig an. Die Griffel sind frei, bei wenigen Arten sind sie miteinander verwachsen. Die Narbe ist kopfig, behaart oder kahl.
Die Frucht der Rosen ist die Hagebutte: sie ist eine Sammelnussfrucht. Die Einzelfrüchte sind einsamige Nüsschen von gelber bis brauner Farbe. Sie sind vom mehr oder weniger fleischigen, vergrößerten Blütenbecher umgeben, der innen oft behaart ist. In reifem Zustand ist die Hagebutte fleischig bis ledrig, weich bis hart. Sie kann sich lange an der Pflanze halten oder früh abfallen. Zur Fruchtreife ist sie häufig rot bis orange, in seltenen Fällen braun bis schwarz. Die Einzelfrucht – das Nüsschen, oft als „Kern“ bezeichnet – ist meist drei bis sechs, selten zwischen 2,5 und acht Millimeter lang, 2,5 bis 3,5 (selten zwei bis sechs) Millimeter breit, stark behaart bis annähernd kahl. Die Anzahl der Nüsschen liegt bei mitteleuropäischen Arten meist zwischen 10 und 30 pro Hagebutte, selten zwischen 1 und 45. Bei Rosa rugosa sind es über 100, bei Rosa clinophylla bis 150. Die Anzahl hängt auch von der Art der Samenbildung ab: die Zahl sinkt von echter Fremdbefruchtung, Nachbarbefruchtung über Selbstbefruchtung bis zur Apomixis, bei der die wenigsten Samen gebildet werden. Die Nüsschen werden durch Zerfall der Hagebutte im Winter bis Sommer des Folgejahres frei oder durch die Zerstörung der Hagebutte durch Tiere verbreitet.
 
Sammeltipps
Die Blütenblätter der Rose werden gesammelt, wenn sie gerade frisch aufgeblüht sind. Dann werden sie im Schatten zügig getrocknet. Man kann auch die Knospen der Rosenblüten ernten und trocknen.

Bachblüten
Mehr Sklave als bewusster Helfer (Centaury)
Diese Menschen sind mehr Sklave als ein bewusster Helfer
Hier können sie den Sklave abstreifen und können jetzt besser der bewusste Helfer werden
Bachblüten
Man steht unter dem Joch oder der Fuchtel einer anderen egoistischen Persönlichkeit: Elternteil, Lebenspartner, Vorgesetzten u.ä. (Centaury)
Sie stehen unter dem Joch bzw. Fuchtel einer anderen egoistischen Persönlichkeit: wie Elternteil, Lebenspartner, Vorgesetzte o.ä.
Mit der Bachblüte können sie das unter Joch/Fuchtel stehen abstreifen
Die gesunde Ess-Psyche
Mit vollem Bewusstsein genießen, als Teil unserer Lebensfreude mit Freunden und Familie. Mit Respekt vor den Bedürfnissen des eigenen Körpers. Im Einklang „mit unsere Werten.“
Essen ist an Grundbedürfnis des Menschen – und zwar nicht nur, um mit Lebensnotwendigen Nährstoffen zu versorgen.
Die wohl größte Gefahr für die menschliche Gesundheit geht von einer ungesunden Lebensweise und in erster Linie von einer falschen Ernährung aus. Doch obwohl hochwertige Lebensmittel in der Industriegesellschaft in ausreichender Menge – ja sogar im Überfluss – verfügbar sind und obwohl das Wissen in der Bevölkerung um die Grundregeln einer gesunden Ernährung so groß ist wie nie zuvor, nehmen ernährungsbedingte Störungen (Übergewicht) und Folgeerkrankungen (Hypertonie und Diabetes mellitus) stetig zu. Zwar antworten auf Befragen bis zu 80 Prozent der Bevölkerung, auf Gesundheit, eine gesunde Ernährung und körperliche Fitness zu achten, die Realität aber entlarvt solche Befragungsergebnisse als krasse Fehleinschätzungen des eigenen Verhaltens.
Damit besteht offensichtlich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Wunsch, sich gesund zu ernähren, und dem tatsächlichen Essverhalten; wir essen allenthalben zu viel, zu fett und zu süß. Das Essverhalten wird dabei aber keineswegs primär vom Hunger bestimmt, wie beim 3. Aid-Forum (Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten e.V.) in Bonn deutlich wurde. Es handelt sich vielmehr um ein komplexes Geschehen, das von sozialen, aber auch von psychischen Faktoren gesteuert wird.
Erziehung, Gewohnheiten und Traditionen spielen eine Rolle, aber auch das eigene psychische Befinden. Das Essverhalten ist Teil unseres Sozialverhaltens. Gemeinsam essen stellt Nähe her, schafft Wir-Gefühl und befriedigt unser Bedürfnis nach sozialen Kontakten, so brachte Dr. Paul Breloh (Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) zumindest einen der Teilaspekte auf den Punkt.
Eines der bedeutsamsten Gesundheitprobleme dürfte dabei das Übergewicht sein. So bringen den statistischen Erhebungen zufolge 20 bis 50 Prozent der Deutschen zu viele Kilos auf die Waage, nahezu jeder Sechste ist adipös. Tendenz steigend, so Prof. Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Viel wird nach ihren Worten geforscht, um die Ursachen der Überernährung zu ergründen. Dabei suchen die Ernährungswissenschaftler nach kurzfristigen und auch nach langfristigen Signalen, die Gefühle wie Hunger, Appetit und Sättigung steuern.
Vielfältige Faktoren werden in diesem Regelkreis wirksam von Phänomenen wie dem Grad der Magendehnung über Hormone, die vom Gastrointestinaltrakt gebildet werden, wie Insulin und Glucagon bis hin zu Botenstoffen wie dem Leptin, einem offensichtlich adipostatischen Signal, das vom Fettgewebe sezerniert wird und die Nahrungsaufnahme drosselt. Bei Adipösen wird offensichtlich dieses Leptinsignal nicht mehr richtig verstanden, es bildet sich eine Leptinresistenz, erklärte die Wissenschaftlerin in Bonn.
Die Ursachen der Leptinresistenz könnten durchaus genetisch determiniert sein. So nimmt man unter anderem an, dass bei Adipösen der Leptintransport über endotheliale Zellen der Blut-Hirn-Schranke herabgesetzt ist, sodass ein Andocken an die neuronalen Leptinrezeptoren nicht erfol-gen kann. Zwar ist noch nicht endgültig geklärt, dass eine Störung in diesem Transport zu Übergewicht führt, doch weist nach Meinung der Wissenschaftlerin die Tatsache darauf hin, dass bei Übergewichtigen im Vergleich zu den Plasmaspiegeln nur niedrige Leptinspiegel in der Zerebrospinalflüssigkeit zu finden sind. Als weiterer möglicher Grund für eine Leptinresistenz wird zudem die Beeinträchtigung der Übermittlung von Leptin-Rezeptor-Signalen durch bestimmte Suppressorsubstanzen diskutiert.
Doch nicht nur Leptin steuert die Nahrungsaufnahme, auch weitere Neurohormone wie das Neuropeptid Y sowie Melanocortine sind in diesem Bereich aktiv, und auch auf der Ebene ihrer Regu-lation könnten genetische Defekte die Energiehomöostase und die Regulation des Körperge-wichtes beeinflussen.
Essen ist nicht nur Sättigung, sondern auch Genuss
Dennoch: Nur in den wenigsten Fällen dürften es tatsächlich die Gene eines Individuums sein, denen die „Schuld“ am Übergewicht zuzuweisen ist. Viel bedeutsamer scheinen erworbene Regelmechanismen zu sein, und diese bauen sich nach Prof. Joachim Westenhöfer (Fachbereich Ökotrophologie der Fachhochschule Hamburg) schon von den ersten Lebenstagen an auf. Denn Essen ist nicht nur die Befriedigung von Hunger, sondern zugleich auch Genuss, und das Essverhalten, das schließlich an der Mutterbrust beginnt, ist nach Westenhöfer immer eingebettet in einen sozialen und in einen emotionalen Bezug.
Die Grundsteine des Ernährungsverhaltens liegen damit in der frühesten Kindheit, und sie werden durch eine zutiefst menschliche Fähigkeit, nämlich die Fähigkeit zu lernen, beeinflusst. Drei Pro-zesse spielen nach Westenhöfer dabei eine zentrale Rolle:
- Dadurch, dass Menschen immer wieder etwas essen oder ausprobieren, gewöhnen sie sich langsam an einen Geschmack und lernen, ihn zu lieben.
- Durch Eltern, Geschwister und Gleichaltrige, bei denen Speisen und Getränke Anerkennung oder Missachtung finden, wird eine soziale Komponente vermittelt.
- Physiologische Konsequenzen der Nahrungsaufnahme verändern Erwartungen und damit auch Präferenzen oder Aversionen gegen bestimmte Nahrungsmittel und Geschmäcker.
Eng sind nach Westenhöfer die Beziehungen zwischen dem Essverhalten und dem psychischen Befinden. Menschen essen, um zu feiern, um sich zu belohnen, um sich zu entspannen oder um sich zu trösten, sagte Westenhöfer. Derartige emotionale Ausdrucksformen gehören zu einem normalen Essverhalten dazu, problematisch aber werden sie, wenn Menschen in Bezug auf einzelne dieser Funktionen nicht mehr über Handlungsalternativen zum Essen verfügen. Dann nämlich ist eine übersteigerte Nahrungsaufnahme (zum Beispiel, um sich zu trösten) programmiert, und dem Übergewicht wird der Weg geebnet.
Besonders komplex sind die Zusammenhänge zwischen Stress und Essverhalten, zu den physiologischen Reaktionen auf Stress gehört eine Drosselung aller mit der Verdauung und der Nahrungsaufnahme in Zusammenhang stehenden Prozesse und damit auch eine ausgeprägte Minderung des Appetits, ein Phänomen, das im Volksmund gut bekannt ist (etwas schlägt auf den Magen). Aufgrund von Lernprozessen reagieren nicht wenige Erwachsene heutzutage aber genau umgekehrt, in Stresssituationen wird vermehrt Appetit gespürt und auch vermehrt gegessen, ebenfalls ein Phänomen, das auf Dauer Übergewicht provoziert.
Stress hemmt kognitive Kontrolle des Essverhaltens
Eine solche Reaktionsweise findet sich vor allem bei „gezügelten Essern“, also bei Menschen, die langfristig versuchen, ihre Nahrungsaufnahme bewusst einzuschränken, um abzunehmen oder um wenigstens nicht zuzunehmen. Westenhöfer: „Beim gezügelten Esser kann das System der kognitiven Kontrolle des Essverhaltens durch Stress gehemmt und außer Kraft gesetzt werden. Infolge eines solchen Kontrollverlustes kommt es in Belastungssituationen dann im Vergleich zu der sonst praktizierten Einschränkung der Nahrungsaufnahme zu einer kompensatorisch erhöhten Nahrungszufuhr.“
Ein Schlüssel gegen das Übergewicht liegt damit automatisch in der Prävention, die im Idealfall bereits im Kindesalter anzusetzen hat. Dann nämlich werden zentrale Geschmacksvorlieben gebahnt, das Kost- und Ernährungsverhalten, der spätere Konsum- und Lebensstil wird geprägt. Von zentraler Bedeutung in dieser Zeit ist nach Dr. Sabine Schmidt (Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Gießen) die Verfügbarkeit von Lebensmitteln. „Kinder lernen zu essen und zu mögen, was sie kennen, also das, was in der Umgebung häufig verfügbar ist“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Statt Fleisch und Wurst sollte deshalb regelmäßig Obst und Gemüse angeboten werden, da diese Nahrungsmittel dann auch im späteren Leben eher gewählt werden.
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