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PETERSILIE
Die Petersilie, in Österreich und Altbayern auch der Petersil, in der Schweiz Peterli, weitere Namen Peterle, Peterling, Petergrün oder Silk, ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und kommt wildwachsend im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln vor. In Europa und dem gesamten Mittelmeerraum gehören die je nach Sorte glatten oder krausen Blätter ihrer Zuchtformen zu den am meisten verbreiteten Küchenkräutern; die besonders große Speicherwurzel der Varietät Wurzelpetersilie dient als Bestandteil von Suppengrün. Die Petersilie ist das bekannteste Kraut der deutschen Küche. In den meisten Küchengärten kann man die Petersilie antreffen, die es sowohl mit glatten oder mit den dekorativen krausen Blättern gibt. Dass die Petersilie auch eine Heilpflanze ist, ist den Meisten unbekannt. Einerseits wirkt sie durch ihren hohen Vitamin C Gehalt belebend und hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit. Sie regt aber auch den gesamten Verdauungsvorgang an und wirkt harntreibend und förderlich auf Niere und Blase. Eine besonders ausgeprägte Wirkung hat die Petersilie auch auf die Fortpflanzungsorgane der Frauen. Sie fördert die Menstruation, lindert Menstruationsbeschwerden und kann auch bei der Geburt hilfreich zur Seite stehen.
Achtung! In der Schwangerschaft sollte man keine großen Mengen von Petersilie zu sich nehmen, denn Petersilie könnte eine Fehlgeburt auslösen. Kleine Mengen als Gewürz sind bei gesunden Frauen jedoch unbedenklich. Weitere Gegenanzeigen siehe weiter unten.
Nicht umsonst ist die Petersilie eines der meist verwendeten Kräuter hierzulande, doch viele wissen gar nicht was in ihr steckt. Petersilie ist ein wahres Wunderwerk an Vitaminen und Mineralstoffen. Vitamin C, B und Kalium, das macht die Petersilie fast schon zum Wunderkraut. Die Wirkstoffe könnten wirklich nahezu Wunder wirken, wenn wir nicht immer dieses Kraut mitkochen würden. Denn beim Kochen verschwinden die tollen Inhaltsstoffe der Petersilie fast zur Gänze.
Tipp: Petersilie beim Anrichten beigeben oder überhaupt nur zur Dekoration, die natürlich mitgegessen werden sollte, verwenden. Dann bleiben die Inhaltsstoffe der Petersilie weitestgehend erhalten.
Die Petersilie ist wohl das beliebteste Würzkraut und aus keiner Küche wegzudenken. Ihr herzhaftes Aroma verleiht vielen Speisen erst ihren typischen Geschmack. Petersilie verliert durch Erhitzen stark an Intensität, sie sollte daher nicht mitgekocht werden. Petersilie verliert durch Erhitzen stark an Intensität, sie sollte daher nicht mitgekocht werden. Am aromatischsten schmeckt sie frisch . . . Petersilie ist eines der bekanntesten und vielseitigsten Küchenkräuter. Die auch als Peterling bezeichnete Kräuterpflanze wird bereits seit dem Altertum in der Küche als Gewürzkraut sowie als Heilkraut genutzt. Heute sind mit der Glatten und der Krausen Petersilie zwei verschiedene Sorten bekannt, die sich teils unterschiedliche nutzen lassen. Neben den Petersilienblättern wird jedoch auch die Petersilienwurzel als schmackhaftes Gemüse gegessen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsstörungen, Anregung der Harnorgane
Heilwirkung: harntreibend, krampflösend, schleimlösend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Verstopfung, Mundgeruch, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Rheuma, Blasensteine, Blasenentzündungen, Nierensteine, Bluthochdruck, Ohrenschmerzen, Depression, Müdigkeit, Kater, Menstruationsfördernd, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Wehen fördernd, Nachgeburt austreibend, Insektenstiche, Mückenstiche, Schuppen, Geschwüre
wissenschaftlicher Name: Petroselinum hortense, Petroselinum crispum
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Parsley
andere Namen: Bittersilche, Bockskraut, Geilwurz, Grönte, Kräutel, Peterle, Peterling, Silk, Stehsalat
falsche Schreibweisen: Petersillie, Petersielie
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen (Früchte), Wurzel
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Ätherische Öle, Apiin, Apiol, Apiolin, Flavonoide, Furocumarin, Gerbsäure, Glykoside, Myristicin, Salicylate, Thymol, Umbelliferon, Violaxanthin, Zink
Sammelzeit: April bis Oktober
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Petersilie hat einen herben bis süßlichwürzigen Geschmack. Glattblättrige Sorten enthalten mehr ätherisches Öl, wodurch sie aromatischer sind als krausblättrige. Petersilie liefert wertvolle Inhaltsstoffe wie z.B. Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C, Vitamin E, Folsäure und Carotinoide. Zudem enthält sie Mineralstoffe wie z.B. Kalzium, Magnesium und Eisen
 
Anwendung
Petersilie kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Petersilie anzuwenden ist jedoch ihr Einsatz als Küchengewürz. In normaler Gewürzdosis haben die Peterslilienblätter jedoch keine ausgeprägte Heilwirkung, sondern höchstens eine sehr milde blutreinigende Wirkung.
Heilkunde
Madaus zufolge trennen antike Autoren die Petersilie nicht immer von anderen Doldenblütlern, besonders Sellerie. Bei Dioskurides treibt sie Harn und Menstruation, ähnlich bei Galen und den Hippokratikern. Auch nach Albertus Magnus fördert sie Harnausscheidung und Verdauung. Cazin berichtet eine Heilung von Anasarka nach Kindbettfieber. Paracelsus, Matthiolus und Lonicerus nennen sie harn- und steintreibend, blähungs-, verdauungs- und menstruationsfördernd, geburtsbeschleunigend, gedächtnissteigernd, blutreinigend, hautglättend. Andere nahmen sie bei Gonorrhoe. Die Pflanze spiele im Aberglauben der germanischen und romanischen Länder von jeher eine große Rolle. Der Spruch: Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd, den Frauen unter die Erd! meint wohl ihre aphrodisierende und abortive Wirkung. Die Volksmedizin nutzte Kraut und Wurzel u. a. bei Harngrieß, Nieren- und Blasensteinen, Milz- und Leberleiden, Gelbsucht, Kreislaufstörungen, Wassersucht, Verdauungs- und Blasenschwäche, Brustschmerzen, Verschleimung von Brust, Magen und Nieren, Blähungen, die Samen auch bei Fieber, Uterusleiden, geschwollener Schilddrüse, chronischem Husten und mangelnder Menstruation, den frischen Saft bei Mückenstichen. Petersilie töte Papageien und kleinere Tiere, die Früchte seien als Wurmmittel bei Hunden gut. Nach Kneipp ist Petersilie sehr bewährt bei Wassersucht. Die Kneipp-Nachfolger Eckstein und Flamm fanden zusätzlich eine leichte Anregung von Verdauung und Menstruation und empfahlen sie bei Wasser in den Beinen, in Bauch- und Brusthöhle oder im Herzbeutel, auch sonst bei schlechter Nierenfunktion, wo nicht entzündliche Prozesse bestehen. Die Homöopathie verwendet Petroselinum selten bei Harnverhalt und plötzlichem Harndrang, Urtikaria, Nachtblindheit oder Singen in den Ohren.
Tee
Für einen Petersilie-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Petersiliensamen oder Wurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Tinktur
Um eine Petersilie-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Petersiliensamen, -Wurzel oder Blätter in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen. Tinkturen aus Samen und Blättern der Petersilie sind erheblich stärker als Tinkturen aus Blättern. Die Tinkturen aus Wurzeln bergen in hoher Dosierung die Gefahr der Schleimhautreizung vor allem der Nieren und in seltenen Fällen auch von Herzrhythmusstörungen.
Achtung! Schwangere sollten die Petersilie nicht in größeren Mengen einnehmen, weil sonst die   Gefahr einer Fehlgeburt besteht. Gesunde Schwangere dürfen Petersilie jedoch in kleinen Mengen als Gewürz essen. Patienten mit Nierenentzündung sollten auf die Petersilie als Heilpflanze verzichten. Auch nicht-schwangere Gesunde   sollten nicht zu viel Petersilie zu sich nehmen, denn in starker Überdosierung kann Petersilie zu Herzrhythmusstörungen führen und die Nierenschleimhäute reizen. Bei manchen Menschen löst zu viel Petersilie auch   eine erhöhte Photosensibilisierung aus. Solche Überdosierungen treten eigentlich nur auf, wenn man die Samen oder Wurzeln als Tinktur anwendet und nicht bei der normalen Benutzung der Petersilienblätter in der Küche.  
Innerlich
Petersilie kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Blaseninfektionen und Steine in Blase oder Niere einsetzen. (Achtung! Nicht bei Nierenentzündungen verwenden). Außerdem hilft Petersilie gegen Verdauungsschwäche und Blähungen. Weil die Petersilie viel Vitamin C enthält, kann man sie auch zur ergänzenden Versorgung mit Vitaminen verwenden. Bei Geburten erleichtert die Petersilie die Arbeit der Gebärmutter und anschließend das Austreiben der Nachgeburt. Man sollte die Petersilie in größerer Menge aber erst nach einem ordnungsgemäßen Beginn der Geburt einsetzen.
Äußerlich
Äußerlich kann man Petersilie-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man Insektenstiche lindern. Petersilie hilft äußerlich eingesetzt auch bei Kopfschuppen und Geschwüre.
Pharmakologie
Als Heildroge werden die getrockneten und reifen Früchte verwendet: Petroselini fructus und die frische ganze Pflanze, Petroselinum (HAB).
Das ätherische Öl der Petersilienfrüchte bewirkt eine kräftige Harnausscheidung vor allem durch die Reizwirkung der Phenylpropane auf das Nierenparenchym. In höherer Dosierung erzeugt das Apiol allerdings eine gesteigerte Kontraktilität der glatten Muskulatur von Darm, Blase und vor allem der Gebärmutter. Insbesondere die Wurzeln der Petersilie enthalten große Mengen an Apiol. Die Wirkung von Petersiliensud auf die Gebärmutter wurde bereits im Mittelalter in der Gynäkologie und Geburtshilfe genutzt. Zur Anwendung kam er bei Menstruationsbeschwerden, ausgebliebener Regelblutung und zur Abtreibung. Schwangere sollten speziell Petersilien-Öl meiden, da es abortiv wirkt. Im Mittelalter wurde Petersilie häufig zur Abtreibung verwendet. Auch aus der Neuzeit sind Fälle bekannt. Aus dem Jahr 1989 ist der Fall einer 36-jährigen Frau aus Corleone dokumentiert, die bei einem Abtreibungsversuch mit einem Sud aus Petersilie starb. Verkochte Petersilie gilt im Süden Italiens als altes Hausmittel für Abtreibungen.
Heilkunde
Madaus zufolge trennen antike Autoren die Petersilie nicht immer von anderen Doldenblütlern, besonders Sellerie. Bei Dioskurides treibt sie Harn und Menstruation, ähnlich bei Galen und den Hippokratikern. Auch nach Albertus Magnus fördert sie Harnausscheidung und Verdauung. Cazin berichtet eine Heilung von Anasarka nach Kindbettfieber. Paracelsus, Matthiolus und Lonicerus nennen sie harn- und steintreibend, blähungs-, verdauungs- und menstruationsfördernd, geburtsbeschleunigend, gedächtnissteigernd, blutreinigend, hautglättend. Andere nahmen sie bei Gonorrhoe. Die Pflanze spielte im magisch-therapeutischen Denken der germanischen und romanischen Länder von jeher eine große Rolle. Der Spruch „Petersilie hilft dem Manne aufs Pferd, den Frauen unter die Erd!“ meint wohl ihre aphrodisierende und abortive Wirkung. Die Volksmedizin nutzte Kraut und Wurzel u. a. bei Harngrieß, Nieren- und Blasensteinen, Milz- und Leberleiden, Gelbsucht, Kreislaufstörungen, Wassersucht, Verdauungs- und Blasenschwäche, Brustschmerzen, Verschleimung von Brust, Magen und Nieren, Blähungen, die „Samen“ auch bei Fieber, Uterusleiden, geschwollener Schilddrüse, chronischem Husten und mangelnder Menstruation, den frischen Saft bei Mückenstichen. Petersilie töte Papageien und kleinere Tiere, die Früchte seien als Wurmmittel bei Hunden gut. Nach Kneipp ist Petersilie sehr bewährt bei Wassersucht. Die Kneipp-Nachfolger Eckstein und Flamm fanden zusätzlich eine leichte Anregung von Verdauung und Menstruation und empfahlen sie bei Wasser in den Beinen, in Bauch- und Brusthöhle oder im Herzbeutel, auch sonst bei schlechter Nierenfunktion, wo nicht entzündliche Prozesse bestehen. Die Homöopathie verwendet Petroselinum selten bei Harnverhalt und plötzlichem Harndrang, Urtikaria, Nachtblindheit oder Singen in den Ohren.
Petersilie als Heilkraut
Petersilie hat sich über die Jahrhunderte neben der kulinarischen Eignung auch einen Namen als Heilpflanze gemacht. Zahlreiche Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Kalium und Magnesium sowie die Vitamine A,B und C sind es, die Petersilie als gesundes Lebensmittel gelten lassen.
Petersilie galt bereits bei den alten Griechen als heilige Pflanze. Sie wurde vermutlich als Aphrodisiakum sowie zur Stärkung von Soldaten verwendet. Im Mittelalter galt die Petersilie als Heilkraut gegen Nasenbluten, gegen Magenbeschwerden sowie gegen Harnsteinen. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurde empfohlen, die Petersilie mit Honig zu vermischen oder in einer Erbsenbrühe anzurichten.
Heilkräftige Pflanzentele
Wir graben die Wurzeln im Frühjahr (April) oder Herbst (Oktober, November), schneiden das blühende Kraut knapp vor seiner völligen Reife, indem wir die Dolden abschneiden, gebündelt aufhängen und Leinensäckchen darüberstülpen, die den ausfallenden Samen aufnehmen.
Heil- und Wirkstoffe
An Heilstoffen enthält die Petersilie vor allem ätherisches Öl mit dem darin enthaltenen Petersilienkampfer Apiol. Den höchsten Gehalt an Apiol haben die Früchte. In diesen befindet sich weiters neben fettem Öl das Glukosid Apiin und eine Reihe von Mineralstoffen. Die die Wurzeln haben neben den ätherischen Ölen auch Schleimstoffe, Zucker und Apiin als Inhaltsstoffe. Im Kraut neben ätherischem Öl, dem Glycosid Apiin, Spuren eines flüchtigen Alkaloides, Inosit, Schwefel und Mineralsalze. Allein schon die vielen und reichlichen Inhaltsstoffe erheben die Pflanze über ein beliebtes „Küchengewürz“ hinaus zu einer sehr wirksamen Heilpflanze.
Heilwirkung
Die Petersilienwurzel und der Samen sind offizinell. Das blühende Kraut wird in der Homöopathie verarbeiten.
Ebenso wie Anis, Fenchel und Kümmel zählt die Petersilie zu den blähungstreibenden, krampfstillenden und gärungswidirgen Heilpflanzen. Wichtig ist, dass man die Petersilie richtig dosiert einnimmt und keine akut entzündlichen Prozesse in den Nieren vorhanden sind, welche Feststellung man dem Arzte überlassen muss.
Schon kleine Gaben können die Verdauungsvorgänge anregen, die wassersüchtigen Ansammlungen in den Beinen, im Herzbeutel und in der Brust- bzw. Bauchhöhle ableiten, sowie eine leichte Steigerung der monatlichen Regel bei den Frauen auslösen. Auf diesen genannten Gebieten hat die Petersilie schon wiederholt geholfen, wo andere Heilmittel versagten.
Bei sehr geschwächten oder empfindlichen Personen wird es genügen, einige Scheiben der Wurzel in der Suppe mitzukochen, um diese Heilwirkung zu erreichen, kräftigere Personen werden 1 bis 2 Tassen Tee von Petersilienfrüchten am Tage schluckweise trinken, wobei die Menge von 1 abgestrichenen Teelöffel Früchte für 1 Tasse im Aufguss genügt. Petersilie zählt zu den eröffnenden Heilpflanzen. Die Petersilie ist keine harmlose Heilpflanze, als Nierenmittel darf sie auf keinen Fall ohne Arzt angewendet werden. Besonders das Petersilienöl darf bei innerlicher Anwendung nur ärztlich verordnet werden. Es leisten bei Blutharnen, Nieren- und Blasensteinen sehr gute Dienste. Äußerlich wird es angewendet als Schutzmittel gegen Mückenstiche und zur Bekämpfung von Kopfläuse.
Anwendung in der Homöopathie
Aus dem blühenden Kraut wird in der Homöopathie eine grüne Essenz hergestellt, die einen aromatisch riechenden und schmeckenden Charakter hat. Bei Erkrankungen der Harnorgane, wie z.B. bei plötzlichem heftigem Harndrang sowie bei Wassersucht werden gute Heilerfolge erzielt.
Anwendung in der Volksheilkunde
Diese decken sich mit den vorangegangenen Ausführungen. Nach der Entwöhnung von der Mutterbrust legen die Mütter Petersilienblätter auf die Brust, um die Milch zu vertreiben.
Die Abkochen von Samen und Wurzel ist ein Haarwuchsmittel. In der ländlichen Bevölkerung wird unverantwortlicher Weise als Abtreibungsmittel zerstoßener Petersiliensamen in größerer Menge eingenommen. Dies hat schon mehrfach Todesfälle ausgelöst!
Anwendung in der Tiermedizin
Die Früchte sind nicht nur eine gutes Wurmmittel für Hunde, sondern auch den Schweinen werden die gepulverten Früchte bei Schweinerotlauf mit Erfolg eingegeben.
Nebenwirkungen
Vorsicht ist bei Petersilie in der Schwangerschaft angebracht. Apiol - ein Bestandteil des ätherischen Öls der Petersilie - bewirkt, dass die Muskeln im Unterleib, darunter auch die Gebärmutter, angeregt werden und vorzeitige Wehen auslösen kann. Allerdings gilt in diesem Zusammenhang der Leitsatz des Schweizer Arztes Paracelus: Allein die Dosis macht´s, dass ein Ding kein Gift sei. Da der Inhaltsstoff Apiol auch auf den Darm und die Blase wirkt, wird Petersilie zudem eine verdauungsfördernde Wirkung (v.a. bei Blähungen und Verstopfungen) sowie bei Blasen- und Harnwegsproblemen zugeschrieben, weshalb Menschen mit Nierenproblemen mit dem Petersilienkonsum vorsichtig sein sollten.
Petersilie in der Küche
Petersilie wird im Handel ganzjährig frisch im Topf oder Bund angeboten. Außerdem gibt es den Klassiker unter den Kräutern als tiefgefrorene und getrocknete, gerebelte Version zu kaufen. Bei Petersilie gilt jedoch hinsichtlich Geschmack und Aroma, dass frische und Tiefkühlpetersilie der getrockneten Variante vorzuziehen ist.
Von der Petersilienpflanze wird neben dem Blattgrün auch die Wurzel verwendet.
Petersilie als Würzkraut wird am besten möglichst frisch verwendet. Lange Kochzeiten verringern das intensive Aroma leicht und sorgen für einen schnellen Abbau bzw. zur Zerstörung der enthaltenden Vitamine. Am besten ist es deshalb, Petersilie direkt vor dem Servieren über die Gerichte zu streuen oder nur kurze Zeit mitzukochen.
Der Geschmack von Petersilie ist würzig, intensiv und grün, wobei es einen Unterschied zwischen glatter und krauser Petersilie gibt. Glatte Petersilie ist wesentlich kräftiger im Geschmack. Besonders gut macht sich glatte oder krause Petersilie in diversen Salaten (z.B. Hirtensalat oder Taboulé), als Bestandteil der Frankfurter Grünen Soße, Petersilienpesto, Kräuterbutter oder von Kräuterquark, aber auch in Suppen, zu Fisch- und Fleischgerichten passt Petersilie. Nicht zuletzt ist Petersilie ein dekoratives Kraut, das gerne über Salzkartoffeln gestreut wird.
Weitaus sättigender und auch vitamreicher ist die Wurzel der Petersilie. Botanisch handelt es sich bei der Petersilienwurzel um eine Unterart namens Petroselinum crispum subsp. tuberasum. Äußerlich gleicht die Form der Petersilienwurzel einer Rübe – spitz zulaufend zum Ende und von weißer bis hellbrauner Farbe. Geschmacklich ist Petersilienwurzel sehr mild, leicht süßlich und erinnert im Geschmack etwas an Karotte. Begehrt ist das mineralstoffreiche Wurzelgemüse als Rohkost, aber auch als kohlenhydrat- und kalorienarmer Ersatz für Kartoffeln, der genau wie Kartoffeln zubereitet werden kann, bspw. in Form von Kartoffelbrei.
Damit der Petersilientopf in der Küche oder die Pflanze im Garten dennoch kräftig buschig weiterwächst, werden immer nur einzelne Blätter abgezupft. Das nachwachsend junge Blattgrün, sog. Herz, wird stehen gelassen. Ist die Ernte besonders reich, bietet es sich an, Petersilie einzufrieren. Nach dem gründlichen Waschen und vorsichtigen Abtrocknen mit Küchenpapier, kann man entweder die ganzen Blätter einfrieren oder diese vorher, streufähig häckseln.
 
Pflanzenkunde
Die Petersilie ist eine zweijährige Pflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler. Ihre gelben Blüten entwickeln sich erst im zweiten Jahr und sie kann dann bis zu einen Meter hoch wachsen. Man unterscheidet die Blattpetersilie mit grünen, glatten oder krausen Blättern und die Wurzelpetersilie (Petersilwurzel).
Tipp: Petersilie kann leicht selbst im Garten oder in Blumentöpfen angebaut werden: Da sie frostunempfindlich ist, kann sie bereits früh (März) ausgesät werden. Sie mag es feucht und halbschattig.
 
Geschichte und Etymologie
Die Petersilie wurde im antiken Griechenland als heilige Pflanze angesehen, jedoch nicht eindeutig vom Sellerie unterschieden. Sie wird in der Odyssee als Schmuck der Insel der Nymphe Kalypso angesehen. Kränze aus Petersilie wurden den Siegern der Isthmischen und Nemeischen Spiele übergeben. Die älteste schriftliche Erwähnung findet sich auf einem Schriftstück in mykenisch-griechischer Linearschrift B als se-ri (li)-no, in der Antike wurde noch das petro- für Stein zum Namen Petroselinon (so viel wie Steinsellerie, Steinlattich, Steineppich, Felsensilge) vorangestellt.
Dioskurides, einer der berühmtesten Ärzte der Antike und der erste Verfasser einer Monographie über mehr als 1000 Pflanzen mit ihren pharmazeutischen Eigenschaften, schätzte die therapeutische Wirksamkeit der Petersilie unter anderem gegen Nieren- und Blasenbeschwerden, Blähungen und als menstruationsförderndes Mittel. Als Wachstumsort erwähnte er Makedonien, sodass die Pflanze auch als Petroselinon to makedonikon (lateinisch Petroselinum macedonicum, auch Petroselinum macedonium: mazedonische Petersilie – wobei es sich auch um die Pflanze Athamanta macedonica Spr. handeln könnte) bekannt wurde. Im Westen verblieb davon der erste Name Petroselinum, später Petrosilium, was zum deutschen Wort Petersilie, dem französischen Persil und dem englischen Parsley führte. Im Balkan überlebte eher der zweite, geographische Begriff und ging z. B. in die bulgarische Sprache als „Magdanos“ (bg. Магданоз) und in die türkische als „Maydanoz“ ein. Als Rückentlehnung kehrte es als „Maintanos“ (Μαϊντανός) in die (neu-)griechische Sprache zurück. In Anlehnung jedoch an den antiken Namen ist die Petersilie dort, vor allem in Nordgriechenland auch als „Makedonisi“ (Μακεδονήσι) bekannt.
In Mitteleuropa wurde erst im Mittelalter die Pflanze zunächst als Heilkraut in Klöstern angebaut und daraufhin auch in der Küche eingesetzt. Um eine Verwechslung mit der giftigen, aber ähnlich aussehenden Hundspetersilie zu vermeiden, wurden Sorten mit krausen Blättern gezüchtet. Im 19. Jahrhundert war auch die Bezeichnung Parselkraut gebräuchlich.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Petersilie kommt ursprünglich aus Südeuropa. Sie ist jedoch inzwischen in ganze Europa, Russland, Indien und Nordamerika heimisch geworden. Die zweijährige Pflanze wird bis zu einen Meter hoch. Im Frühjahr treibt die rübenartige Wurzel einen Strauß mit vielen Stängeln aus, an denen entweder krause oder glatte Blätter wachsen, denn es gibt glatte und krause Petersilien-sorten. Erst im zweiten Jahr wachsen einige der Stängel nach oben und bilden ab Juni bis Juli gelbgrüne Doldenblüten aus. Aus den Petersilien-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die aromatischen Früchte mit den Samen.
Botanik
Die zweijährige Wurzel ist weiß, dünn und rübenförmig. Der Stängel ist zart gerillt, kahl, kantig. Die Blätter haben verschiedene Formen. Die Blumenkrone hat eine gelblich-grüne Farbe. Die nähere Beschreibung der Pflanze, besonders der Früchte sowie die zu beachtenden Verwechslungsmöglichkeiten mit dem verwendeten Anis, Dill, Fenchel, Kümmel und Rossfenchel sowie den giftigen Schierlings-Arten siehe unter der ausführlichen „Ver-gleichenden Zusammenstellung beim Rossfenchel.
Geruch und Geschmack
Der Geruch der Pflanze ist eigenartig würzig, die Wurzel riecht und schmeckt angenehm, die Samen haben einen gewürzhaften, eher scharfen Geruch und Geschmack.
Blütezeit
Mai bis Juni
Samenreife
August, September
Standort
Die Petersilie war ursprünglich in Südeuropa beheimatet. Als Küchengewürz kommt sie in fast allen Gemüsegärten Europas vor. Nicht selten vertragen die Vögel den Samen und finden wir sie auf Angern, Schuttplätzen und an Wegrändern. Im Gemüsegarten gedeiht sie am besten in tiefgründiger, gut, aber nicht frisch gedüngter Erde.
Die Petersilie ist eine zweijährige Pflanze, deren Überdauerungsknospen an der Erdoberfläche liegen. In der Regel sind diese Pflanzen von Schnee, Laub oder Erde als Witterungsschutz bedeckt (Hemikryptophyt). Sie besitzt eine mehr oder weniger rübenförmige Wurzel. Aus dieser entspringen meist mehrere kahle Stängel, die aufrecht, stielrund bis leicht gerillt, sowie häufig röhrig sind. Die Stängel sind wie die ganze Pflanze kahl. Die Petersilie erreicht Wuchshöhen von 30 bis 90 (selten 100) Zentimeter. Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind gestielt, weiter oben sind die Blätter mit breiten, weißen, hautrandigen Scheiden am Stängel sitzend. Die Blätter sind dunkel-grün. Die untersten sind doppelt bis dreifach gefiedert. Die Zipfel sind im Umriss keilig bis breit eiförmig, fiederschnittig oder gelappt. Sie tragen eine knorpelige Spitze und sind ein bis zwei Zentimeter lang. Bei Kulturformen sind die Blätter glatt oder kraus.
Die Dolden sind lang gestielt und haben acht bis 20 Strahlen. Die Doldenstrahlen sind alle etwa gleich lang. Die ein bis drei Hüllblätter sind lanzettlich bis pfriemlich. Die je sechs bis acht Hüllchenblätter sind linealisch bis pfriemlich und rund halb so lang wie die Blütenstiele. Die Kronblätter sind grünlichgelb, häufig rötlich überlaufen und rund 0,6 Millimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind proterandrisch und werden durch Insekten (Dipteren, Hymenopteren) bestäubt. Die Früchte sind 2,5 bis drei Millimeter hoch und 1,5 bis zwei Millimeter breit. Ihre Form ist breit eiförmig. Zwischen den Hauptrippen sind sie dunkel-braun, die Hauptrippen selbst sind hellgelb, sehr dünn und stehen deutlich vor.
 
Aussaat, Anbau und Pflege
Mit ein wenig Erfahrung beim Anbau von Kräutern, lässt sich die Petersilie recht einfach kultivieren. Bei Anfängern, die das Kraut ohne Anbauhinweise anpflanzen kann sich gelegentlich etwas Frust entwickeln, da die Petersilie bei ungünstigen Standortbedingungen und unsachgemäßer Pflege häufig zu Fehlentwicklungen neigt.
Standort
Die Petersilie stellt einige Anforderungen an den Standort. Optimal sind sonnige Standorte, die jedoch nicht den ganzen Tag vollbesonnt werden. Halbschattige Standorte sind auch möglich, versprechen aber einen geringeren Ertrag. Der Boden sollte nährstoffreich, leicht feucht, etwas kalkhaltig und gut durchlässig sein. Lehmige Böden sollten mit etwas Sand durchmischt werden. Soll die Petersilie im Topf oder Kübel aufwachsen, so kann eine gute fertige Kräutererde gekauft werden, die unter Umständen noch etwas gekalkt werden sollte.
Aussaat
Die Aussaat sollte am besten im Mai im Freiland oder zwischen März und April in Vorkultur erfolgen. Die Samen benötigen unbedingt Wärme, um sich optimal zu entwickeln. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 22 und 25° C. Im Abstand von etwa 15cm wird ein Samen etwa 3 cm in die Erde gedrückt. Da Petersilien zu den Dunkelkeimern gehören, müssen die Samen unbedingt mit Erde bedeckt werden. Bis das erste Keimblatt erscheint können bis zu vier Wochen erfolgen. Die Erde oder der Boden sollte immer leicht feucht gehalten werden. Die Pflanzen können hervorragend in einem Kräutergarten kultiviert werden. Ein Anbau auf dem Balkon ist auch möglich, allerdings sollte ein entsprechend tieferer Topf gewählt werden, da die Petersilie Pfahlwurzeln ausbildet.
Gießen
Petersilien lieben Böden und Erde, die stets leicht feucht sind. Vor allem an heißen oder längeranhaltenden warmen Tagen sollten die Pflanzen regelmäßig in den Abendstunden gegossen werden. Eine schlechte Wasserversorgung begünstigt bei der Petersilie schnell die Ausbildung von Krankheiten. Das Gleiche gilt jedoch bei zu üppiger Wasserversorgung. Ein normales Gießverhalten ist daher anzuraten.
Düngung
Wächst die Pflanze auf einem vorgedüngten und nährstoffreichem Boden, so muss im Verlauf des Jahres nur sparsam gedüngt werden. Empfohlen werden einige Düngergaben zum Sommerbeginn. Geeignet sind Kompost, der oberflächlich in die Erde gemischt wird oder organische Gemüse- oder Kräuterdünger. Wächst das beliebte Würzkraut im Topf, so sollte etwa alle 4 bis 5 Wochen mit einem flüssigen Kräuterdünger oder mit organischen Düngern (z.B. Pellets) gedüngt werden. Wichtig ist, dass die Petersilie schon eine gewisse Größe erreicht hat (etwa 25 bis 30 cm). Soll die Pflanze auch im Folgejahr wachsen (Petersilien sind zweijährig), so sollte der Boden bzw. die Erde ebenfalls schwach nachgedüngt werden.
Pflege und Krankheiten
Wenn sich an den grünen Petersilienblättern gelbliche bis hellbraune Stellen oder Stiele zeigen, kann das mehrere Gründe zur Ursache haben. Ist die Pflanze welk, wird das trockene Blattgrün abgeschnitten. Sieht das Blatt welk aus, ist aber noch vital, lässt das auf Staunässe oder Befall mit Ungeziefer im Wurzelbereich schließen. Im ersten Fall sollte darauf geachtet werden, dass Staunässe vermieden und mäßiger gegossen wird. Ungeziefer, v.a. Nematoden, lassen sich nur schwer erkennen. Dem kann man vorbeugen, wenn Petersilie in Gesellschaft mit anderen Pflanzen anbaut. Als natürliches Insektenschutzmittel haben sich insbesondere Ringelblumen (Calendula), Studentenblumen (Tagetes) und Zwiebeln bewährt.
Ernte
Petersilie kann das ganze Jahr über geerntet werden, insofern sie zuhause, z.B. auf der Fensterbank kultiviert wird. Auf dem Freiland kann sie, je nach Wetterbedingungen, zwischen März und September geerntet werden. Das Kraut wächst ziemlich schnell nach und sollte bei der Ernte ruhig von unten abgeschnitten werden. Falls die Petersilie im Freiland überdauern soll, muss beachtet werden, dass sie im zweiten Jahr blüht. Das Aroma von blühender Petersilie ist meist schwächer. Empfohlen wird fortlaufend nachzusäen, so dass immer frischer und aromatischer Nachschub gewährleistet werden kann.

SAFRAN
Safran gehört zu den teuersten Gewürzen der Welt. Seine gelborangenen Stempelfäden liegen preislich in der gleichen Größenordnung wie Gold. Das ist aber auch kein Wunder, denn man braucht etwa hundert Blüten, um ein einziges Gramm des kostbaren Gewürzes zu gewinnen. Da ist es nur verständlich, dass dem Safran in der Volksmedizin geradezu wundersame Kräfte zugesprochen werden. Er gilt als stark aphrodisierend. Der Safran hat aber auch echte medizinische Wirkungen. So wirkt er gegen Krämpfe aller Art und leicht schmerzstillend.
Der Safran, wissenschaftlicher Name Crocus sativus, ist eine Krokus-Art, die im Herbst violett blüht. Aus den Narben ihrer Blüten wird das ebenfalls Safran genannte Gewürz gewonnen. Diese Pflanzenart ist eine triploide Mutante des auf den ägäischen Inseln beheimateten Crocus cartwrightianus. Sie ist wegen des dreifachen Chromosomensatzes unfruchtbar und kann nur vegetativ durch Knollenteilung vermehrt werden. Die Stammform Crocus cartwrightianus besitzt deutlich kürzere, aber ebenfalls aromatische Narben.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Krämpfe
Heilwirkung: blutstillend, menstruationsfördernd, nervenstärkend
Anwendungsbereiche: Darmkolik, Gelbsucht, Keuchhusten, Krampfhusten, Krämpfe, Magenkolik, Schlaflosigkeit, Schmerzen, Zahnungsschmerzen
wissenschaftlicher Name: Crocus sativus
Pflanzenfamilie: Schwertliliengewächse = Iridaceae
Verwendete Pflanzenteile: Narben des Griffels
Sammelzeit: Frühling
 
Verwendung
Safran schmeckt bitter-herb-scharf, was bei normaler Dosierung – anders als der typische Duft – nicht zum Tragen kommt. Er enthält Carotinoide, vor allem Crocin, sodass sich mit Safran gewürzte Gerichte intensiv goldgelb färben. Weiter enthält er den Bitterstoff Safranbitter, aus dem sich beim Trocknen teilweise der für das Safranaroma verantwortliche Aldehyd Safranal bildet. Weitere Aromastoffe sind unter anderem Isophorone. Bekannte Gerichte mit Safran sind Bouillabaisse, Risotto alla milanese, Lussekatter und Paella. In der persischen Küche werden besonders Reisgerichte gerne mit Safran verfeinert. Safran muss vor Licht und Feuchtigkeit geschützt in fest schließenden Metall- oder Glasgefäßen aufbewahrt werden, da das Gewürz am Licht schnell ausbleicht und sich das ätherische Öl relativ leicht verflüchtigt. Safran wurde auch als Farbmittel eingesetzt; der wasserlösliche Farbstoff Crocetin ist in der Pflanze glycosidisch an das Disaccharid Gentiobiose gebunden; diese Verbindung wird als Crocin bezeichnet. Bereits Plinius der Ältere erwähnt Safran als Farbmittel. Es wurde auch eingesetzt, um Goldschriften zu imitieren, oder um Zinn oder Silber wie Gold erscheinen zu lassen. Es wurde auch in Mischungen mit anderen Pigmenten oder Farbstoffen verwendet. Um den aromatischen Duft zu bewahren, sollte Safran nicht lange gekocht werden. Es empfiehlt sich, die Narbenschenkel einige Minuten in etwas warmem Wasser einzuweichen und mit der Flüssigkeit gegen Ende der Garzeit dem Gericht zuzugeben. Eine noch intensivere Färbung erhält man, wenn die Safranfäden frisch gemörsert werden.
Heilwirkenden Pflanzenteile
Sind die drei Narben des Griffels. Für 1kg erstklassige Safrannarben sind 150.000 bis 200.000 Blüten nötig. Die Ernte dieser Narben erfolgt im Herbst, wenn die Blüten voll geöffnet sind. Die Narben werden samt den Griffelenden aus der Blüte herausgerissen und vorsichtig auf Haarsieben über glühenden Holzkohlen oder über heißer Asche getrocknet.
Man kauft die Safrannarben (Stigmata Croci) am besten in der Apotheke oder Drogerie. Sie verbleiben nicht in Papiersäckchen, wie man sie in der Apotheke erhältlich, sondern müssen sofort in einem dunklen Glas, gut verschlossen aufbewahrt werden.
Heil- und Wirkstoffe
Die Safrannarben enthalten sehr komplizierte biologische Heilstoffe, wie einige Arten von Carotin, darunter den gelben, in Wasser und Weingeist löslichen Farbstoff Crozin, auch Polychroit genannt, ferner Lycopin, ätherisches Öl, Traubenzucker und ein wachsartiges Fett. Auch sind Spuren eines noch nicht näher benannten Alkaloides vorhanden.
Über Safranfälschungen
Seit jeher war keine Heilpflanze so der Fälschung ausgesetzt wie der Safran. Schon im Altertum gab es viele Vorschriften, wie man Safran mit eingekochtem Most, Bleiglätte oder Minimum gewichtsmäßig förderte. Im Jahre 1305 mussten in der Stadt Pisa die Aufseher der Lagerhäuser einen eigenen „Safraneid“ schwören und in den deutschen Städten des Mittelalters waren strenge Gesetze und Kontrollen eingeführt worden, um die Kunst der Safranfälscher einzudämmen. Die Safranfälschung nahm um 1440 solche Formen an, dass für die Fälschung dieser Heil- und Gewürzpflanze sogar die Todesstrafe eingeführt und auch in Deutschland und in der Schweiz vollzogen wurde. Die Fälscher wurden lebendig verbrannt und die Gerichtschronik berichtet von einer Frau, die lebendig begraben wurde, weil sie zwei Fälschern beim Fälschen von Safran dazugeholfen. Später wurden die strafrechtlichen Bestimmungen gemildert und man begnügte sich, den Übeltätern beide Augen ausgestochen. In der Folge kam immer mehr Safran aus den Orient und die Vergrößerung der spanischen Anbaugebiete auf 12.000 Hektar brachten die im Großen betriebenen Fälschungen zum Abklingen.
Die einfachste Safranprobe besteht darin, dass man einige Narben in lauwarmes Wasser gibt. Erhalten die Narben nach dem Aufquellen eine Tüten- oder Trichterform, so haben wir echten Safran vor uns.
Heilwirkung
Safran, wir meinen darunter immer die bereits besprochenen Blütennarben, hat bis zu einem gewissen Grade die schmerzstillende und krampflösende Wirkung wie das Opium und wird wie bei Keuchhusten, Krampfhusten und Auftreibung des Bauches durch Gase mit Erfolg verwendet. Die Wirkung ist eine leicht betäubende, schmerzstillende. Die Safrannarben sind offizinell. Der weingeistige Auszug, die Safrantinktur und die safranhaltige Opiumtinktur sind Erzeugnisse der Apotheke, die man bei Bedarfsfall aus ihr bezieht.
Safran wirkt schlaffördernd, stillt die Magen- und Darmkolik und fördert, in kleinen Dosen eingenommen, die Geburt. Schwangere, die längere Zeit zur Schmerzstillung Safran einnahmen, haben gelbhäutige Kinder geboren. Der Safransirup ist gut für Kinder bei Keuchhusten, Windkolik und Zahnbeschwerden.
Äußerlich wird Safran bei Entzündungen, gewissen Augenleiden und bei Hämorrhoiden verwendet.
Für die TEEBEREITUNG nimmt man 6 bis 10 Narben im Aufguss für 1 Tasse, 1 bis 2 Tassen am Tage ohne Zucker- oder Honigzusatz werden schluckweise getrunken. Bei Verwendung der Tinktur nimmt man 10 bis 15 Tropfen. Diese Mengen sind nicht zu überschreiten, da sonst Herzklopfen, Kopfschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit, Lachkrämpfe, Erbrechen, Betäubung und eine Lähmung des Zentralnervensystems eintreten können. Ein stark eingekochter Safrantee tötet einen Hund. Das Tier leidet keine Schmerzen, sondern wird teilnahmslos und fällt plötzlich um.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathische Tinktur Crocus dil D2 wird gegen hysterische Zustände, Beschwerden in den Wechseljahren, Gebärmutterblutungen, Nasenbluten, Neigung zum Abortus, Muskelzuckungen, Schlafsucht, Magen- und Brustkrämpfe, Veitstanz, Schwindel, Epilepsie, Keuchhusten und Lidzuckungen angewendet.
Anwendung aus alten Kräuterbüchern und aus der Volksheilkunde
Ganz wenig Safran in die Milch getan, beruhigt die Kinder, besonders wenn sie an Darmkrämpfen leiden.
Safran in Milch vermischt und als Umschlag verwendet, ist eine vorzügliche Arznei bei entzündeten und müden Augen.
Safran widerstrebt dem Gift und der Ansteckung, öffnet die Leber und ist ein ausgezeichnetes Mittel gegen Gelbsucht. Safran mit Eiweiß und Dotter vermischt und aufgelegt, lindert die Schmerzen von Geschwülsten und nimmt die Entzündungen.
Safran hat eine ausscheidende Wirkung auf die Gebärmutter. Er wird bei Ausbleiben der Monatsregel oder bei Regelbeschwerden angewendet.
Safranaufguss in Essig dient zu Einreibungen bei epileptischen Anfällen sowie bei Schlaganfall.
Bei Krampf- oder Keuchhusten vermische man ½ g Safranpulver mit 1 Tasse Anistee und nehme dies bei Anfällen teelöffelweise ein.
Safran in Weingeist angesetzt und damit eingerieben, stärkt die Nerven und das Herz. – Genannter Ansatz wirkt, auf Wunden gebracht, blutstillend und schmerzstil-lend.
 
Beschreibung
Jede Blüte enthält einen sich in drei Narben verzweigenden Griffel. Nur diese süß-aromatisch duftenden Griffel werden getrocknet als Gewürz verwendet. Um ein Kilogramm von ihnen zu gewinnen, benötigt man etwa 150.000 bis 200.000 Blüten aus einer Anbaufläche von ca. 10.000 Quadratmetern; die Ernte ist reine Handarbeit, ein Pflücker schafft 60 bis 80 Gramm am Tag. Hinzu kommt, dass Safran nur einmal pro Jahr im Herbst (und das nur für einige Wochen) blüht. Deshalb zählt Safran zu den teuersten Gewürzen. Im Einzelhandel zahlt man zwischen 7 und 25 Euro pro Gramm.
Botanik
Der Safran ist ein ausdauernde Zwiebelgewächs, das im Frühjahr nur ganz schmale, fast grasartige Blätter hervorbringt, die zur herbstzeitlichen Blütezeit wieder verschwinden. Erst dann kommen aus der Zwiebel 1 bis 8 bläulich-rote Blüten hervor, die der Herbstzeitlose ähnlich sind. Die Blütenblätter des Safran haben rote Längslinien. Der Griffel ist länger als die Blütenröhre und trägt die drei bräunlichen bis bräunlich-roten, leuchtenden Narben, die über die Blüten hinaushängen. Die Narben sind ca. 2cm lang, im aufgeweichten Zustande bis 3cm und erweitern sich trichterförmig nach oben. Der oberen Rand ist 3 bis 4mm breit, geschlitzt und klein gekerbt. An dieser Griffelbildung ist der Safran auf den ersten Blick von der giftigen Herbstzeitlose zu unterscheiden. Da der Safran bei uns in der Natur nicht vorkommt, nur in Gärten oder Kulturen gepflanzt wird, ist eine Verwechslung fast ausgeschlossen.
Geruch und Geschmack
Die Blüten haben einen kräftigen Duft, der von den Blütennarben stammt. Diese Safranbarben greifen sich etwas fett an und riechen frisch narkotisch, stark aromatisch. Sie haben einen würzigen, etwas scharfen bis bitter Geschmack.
Blütezeit
September, Oktober
Standort
Die Heimat des Safran ist der Orient. Es wurde schon in den ältesten Schriften Indiens genannt. Im Hohen Liede Salomons im Alten Testament der Bibel wird der Safran als das kostbarste Gewürz neben Kalmus, Aloe, Zimt, Weihrauch und Myrrhe gerühmt. Die Safrankultur wird in Spanien und Südfrankreich im Großen betrieben, kleinere Kulturen befinden sich in Österreich, Süddeutschland und Italien.

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Die Lehre von den Elementen und den Körpersäften
Das richtige Verhältnis der vier Elemente und der vier Körpersäfte im Körper bedeuten Gesundheit, das Überwiegen oder der Mangel eines dieser konstituierenden Bestandteile bedeutet Krankheit. Zu den vier Körpersäften sagt Hildegard erläuternd:
DIE SÄFTE
„Es gibt vier Säfte. Die zwei dominierenden werden Phlegma genannt, und die zwei, die danach kommen, werden Schleim genannt. Ein jeder dominierender Saft ist dem nächstfolgenden um ein Viertel und die Hälfte eines Drittels überlegen. Der schwächere temperiert die Zwei Teile und den restlichen Teil des Drittels, damit er nicht sein Maß übersteigt. Denn der erste Saft beherrscht auf diese Weise den zweiten. Diese beiden heißen Phlegma. Der zweite Saft beherrscht den dritten und der dritte den vierten. Diese zwei, nämlich der dritte und der vierte heißen Schleim. Die stärkeren übertreffen bei ihrem Überfluss die schwächeren und die schwächeren wirken aufgrund ihrer Schwäche mäßigend auf deren Überfluss ein. Wenn der Mensch sich so befindet, befindet er sich in Ruhe, wenn aber irgendein Saft sein Maß übersteigt, ist der Mensch in Gefahr. Wenn aber irgendein vorher erwähnter Schleim sein Maß ungebührlich überschreitet, hat er nicht genügend Kräfte, um der ihm überlegenen Säfte Herr zu werden, es sei denn, er wird als vorrangiger Saft von einem nachrangigen Schleim angeregt und als nachrangiger von einem vorrangigen unterstützt.“
Insgesamt zeigt Hildegards Werk, dass bei ihr an die Stelle von gelber und schwarzer Galle, Blut und Schleim, den aus der Antike überlieferten vier Säften, das Phlegma in unterschiedlicher Form getreten ist, als trockenes, feuchtes, kaltes oder warmes Phlegma, es werden also die sonst üblichen Primärqualitäten Trocken, Feucht, kalt und Warm aus der antiken Medizin mit dem Grundstoff Phlegma in unterschiedlicher Ausprägung verbunden. Die Schwarzgalle kommt als Einzige auch bei Hildegard vor. Gemäß der antiken Säftelehre, nach der alle Krankheiten auf die fehlerhafte Zusammensetzung des Blutes und anderer Körpersäfte zurückzuführen seien, ist es der vierte Saft, die Schwarzgalle, der für viele Krankheiten die Ursache sei.

Verdauungs- und Unterleibserkrankungen
Verstopfung
Zur Ernährung schreibt Kneipp:
Vor allem muß für eine gute Nahrung gesorgt werden, ich bin nicht gegen den Fleischgenuß, aber ich behaupte doch: Wenn zum Mittagsmahl Fleisch mit Zugabe genossen wird, so genügt das und abends ist eine Suppe oder eine Mehlkost am besten. Die Speisen selbst dürfen nicht mit vielen Gewürzen und starken Salzen erhitzt und so für die Natur schädlich gemacht werden.
Vor allem aber kann man nicht genug aufmerksam machen, daß man gutes Brot essen soll. Ein gutes, gesundes, kraftbringendes Brot kann aber nur von einem Mehl gebacken werden, das alle Bestandteile des Getreides enthält. Leuten, die stark an Stuhlverstopfung litten, riet enthält. Leuten, die stark an Stuhlverstopfung litten, riet ich, während des Tages, d.h. zwischen den Hauptmahlzeiten, ein Stück Kraftbrot [mit Kraftbrot ist heutzutage Vollkornbrot gemeint] und dazu ungefähr sechs Löffel voll Zuckerwasser zu nehmen, kaum wird ein Mittel gefunden werden können, das so günstig auf einen geregelten Stuhlgang wirkt wie dieses. Manchen habe ich auch den Rat gegeben, während des Tages ein Stücklein Kraftbrot mit einem Apfel zu essen. Die Apfelsäure, vermischt mit dem Kraftbrot und langsam gegessen, ist ein hervorragendes Mittel zu einer guten Verdauung und somit auch zu einer guten Blutbildung.

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