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Echter Lein
Früher war der Lein eine wichtiges Pflanze, um daraus Kleidungsstoffe herzustellen. Sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen und begleitet den Menschen seit der Steinzeit. Leinen gehörte zu den edlen Stoffen früherer Zeit, weil es fein und kühlend ist. Heutzutage ist vor allem der Lein-Samen beliebt, denn in Feuchtigkeit eingebracht er ist so schleimig, dass er harten Stuhlgang weicher macht und so gegen die verbreitete Verstopfung hilft. Die einhüllenden und lindernden Eigenschaften des Leins kann man auch gegen Entzündungen in den Atemwegen und Verdauungsapparat einsetzen. Außerdem werden entzündliche Hautprozesse gelindert.
Gemeiner Lein, auch Saat-Lein oder Flachs genannt, ist eine alte Kulturpflanze, die zur Faser- (Faserlein) und zur Ölgewinnung (Öllein, Leinsamen, Leinöl) angebaut wird. Er ist eine Art aus der Gattung Lein in der Familie der Leingewächse und die einzige Lein-Art, deren Anbau eine wirtschaftliche Bedeutung hat. Es gibt mehrere Convarietäten sowie etliche Sorten. In der Praxis wird nach der Hauptverwendung Faserlein und Öllein unterschieden. Das lateinische Artepitheton usitatissimum bedeutet meist verwendet und bezieht sich auf die vielfältige Verwendbarkeit. Flachs leitet sich von „flechten“ ab und bezieht sich auf die Verarbeitung.
Der Lein bzw. Flachs ist eine bedeutende Nutzpflanze und wird vielseitig verwendet. Sowohl Leinsamen als auch Leinöl werden in der Küche und in der Heilkunde verwendet. Die enthaltenen Schleimstoffe und Fettsäuren helfen bei Magen- und Darmbeschwerden und Husten. Darüber hinaus sind die Fasern des Flachses wichtige Rohstoffe für die Herstellung von Naturtextilien oder Verbundstoffen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verstopfung
Heilwirkung: abführend, einhüllend, erweichend, entzündungshemmend, krampflösend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Samen und Öl: Drüsenschwellungen, Furunkel, Gallensteine, Geschwüre, Gürtelrose, Halsschmerzen, Hautauschlag, Heiserkeit, Gesichtsneuralgien, Ischias, Kehlkopfentzündung, Krebsvorbeugung, Magenschleimhautentzündung, Magenübersäuerung, Mundschleimhautentzündung, Rachenentzündung, Rheumatische Schmerzen, Schnupfen, Schuppenflechte, Sodbrennen, Unterleibsschmerzen, Zahnschmerzen, Homöopathie: Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, chronischer  Durchfall, Zungenlähmung
wissenschaftlicher Name: Linum usitatissimum L.
Pflanzenfamilie: Linaceae = Leingewächse
englischer Name: Flax
volkstümlicher Name: Faserlein, Flachs, Flachsbeere, Flas, Flax, Gemeiner Lein, Glix, Haarlinsen, Lein, Leinbleaml, Leinsamen, Öl-Lein, Saat-Lein
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Blüte (Homöopathie)
Inhaltsstoffe: Aminosäuren, Ballaststoffe, cyanogene Glykoside, Lignanglykoside, Linolsäure, Schleimstoffe, Phosphatide, Proteine, Sterole, Triterpene, ungesättigte Fettsäuren
Sammelzeit: August bis Oktober
 
Anwendung
Die Verarbeitung der Flachsfasern ist aufwändig. Die Flachsstängel werden zunächst geröstet, dabei werden durch Mikroorganismen im Wasser (Wasserröste) oder am Feld liegend (Tauröste) die Bastfasern gelöst. Nach der Röste wird der Lein gebrochen, dadurch wird der Holzkörper zerkleinert und es entstehen die Schäben. Anschließend wird der Lein geschwungen, dabei wird der Werg, der Kurzfasern enthält, von den hochwertigen Langfasern getrennt. Rund 15% der Stängelmasse sind Langfasern. Diese werden durch Hecheln gereinigt und dann gesponnen. Die Produktion von Flachsfasern dient zu etwa 61% der Gewinnung von Langfasern. Leinenfasern, für die die Langfaser genutzt wird, haben einen Marktanteil bei den Textilien von unter einem Prozent. Rund 40% des Leinens werden zu Bekleidung verarbeitet, 25% zu Haushaltswäsche, 20% zu Heimtextilien und 15% für technische Zwecke. Das als Nebenprodukt entstehende Werg (Kurzfasern) kann zu Papier verarbeitet werden. Er findet in Polstermöbelfüllungen, Verbundwerkstoffen und Dämmstoffen Verwendung. Die Schäben werden unter anderem in Pressspanplatten als Füllstoff verarbeitet, auch als Tiereinstreu verwendet. Das Leinwachs fällt im Staub an, kann leicht isoliert werden und findet in der Kosmetik und Pharmaindustrie Verwendung. Die Samen werden sowohl vom Öllein wie vom Faserlein verwertet. Die Leinsamen werden nur zu einem geringen Teil direkt in Backwaren, als Reformkost und als Arzneimittel bei Verstopfung verwendet. Andere medizinische Anwendungen sind wissenschaftlich nicht ausreichend abgesichert. Der überwiegende Teil wird zur Ölgewinnung eingesetzt. Leinöl kann als Speiseöl verwendet werden. Durch den Gehalt von 50 % bis 67 % Linolensäure ist es ein trocknendes Öl. In der Industrie wird es zu Farben, Lacken, Firnissen, Druckfarben, Wachstüchern, Schmierseife und Linoleum verarbeitet sowie für die Herstellung von Kosmetika und Pflegemitteln eingesetzt. In Farben und Lacken ist es weitgehend durch synthetische Produkte ersetzt worden, wird aber auch heute in Druckfarben sowie für Lacke und Firnisse im Holzschutz benutzt. Nebenprodukte der Ölgewinnung sind Leinkuchen und Leinschrot, wegen des Reichtums an Protein werden sie als Tierfutter, besonders für Rinder und Kälber verwendet.
Innerlich Samen
Gegen Verstopfung wendet man den Leinsamen folgendermaßen ein: an nimmt ein bis zwei Esslöffel geschroteten Leinsamen und vermischt ihn mit Jogurt, Müsli oder einer Flüssigkeit. Durch die Feuchtigkeit hat der Leinsamen die Gelegenheit, etwas auszuquellen und seinen Schleim abzusondern. Nach kurzer Einwirkzeit isst man den Leinsamen mit dem Jogurt oder Müsli. an sollte anschließend noch etwa 1/2 Liter Wasser trinken, damit der Leinsamen im Magen-Darm-Trakt vollständig aufquellen kann. Dadurch wird der Stuhl wei-cher und kann besser durch den Darm gleiten. Verstopfung wird gelindert.
Achtung! Leinsamen sollte nicht bei Verdacht auf Darmverschluss oder Darmlähmung angewendet werden. Darmverschluss und Darmlähmung gehören in ärztliche Behandlung.
Tee
Aus den Samen kann man einen Tee aufbrühen, der eine positive Wirkung auf die Harnsysteme hat.
Umschlag
Ein Umschlag aus zerquetschten oder gemahlenen Samen hilft gegen Bronchitis, Husten, Hautentzündungen, Geschwüren. Ein Umschlag aus einem kurz aufgekochten Samenbrei hilft gegen Furunkel. Solch einen Breiumschlag kann man auch mit Honig und Olivenöl ergänzen, um die Heilwirkung gegen Furunkel zu verstärken.
Leinöl
Das aus Leinsamen gepresste Öl hilft gegen Hautauschläge. Leinöl wird auch als eröffnendes Klistier eingesetzt. Eine innerliche Kur mit Leinöl (50 Gramm je Trunk) hilft bei Gallensteinkoliken. Täglich ein Löffel Leinöl beugt dem Herzinfarkt vor.
Homöopathie
Das Mittel wird aus den Blüten hergestellt und wirkt gegen Asthma, Harnblasenreizung, Heufieber, Heuschnupfen, chronischer Durchfall und Zungenlähmung.
Lein als Heilpflanze
Lein oder Flachs ist eine alte Heilpflanze, die eine lange Tradition hat. Auch in der heutigen Naturheilkunde hat die Pflanze eine große Bedeutung. Verwendung finden auch hier vorrangig Leinsamen und das Öl, das aus den Samen gepresst wird.
In der Antike und im Mittelalter war der Lein eine universelle Heilpflanze, die sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet wurde. Die Samen des Leins wurden u.a. bei Brustschmerzen, Husten, Bauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden verwendet. Leinsamen wurde im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit häufig mit Honig vermengt. Äußerlich waren Pflasteranwendungen mit Lein gebräuchlich. Diese halfen beispielsweise gegen schmerzhafte Beulen oder Geschwülste. Gegen Sonnenbrand und Seitenstechen wurden Umschläge aus Leinsud zubereitet.
In der heutigen Naturheilkunde wird Lein vor allem bei Magen- und Darmbeschwerden verwendet. Wichtige Inhaltsstoffe mit pharmakologischer Bedeutung sind vor allem die Schleimstoffe, Glykoside sowie die ungesättigten Fettsäuren. Einige Glykoside, wie z.B. das Linustatin, sind Cyanogene, die eine Vorstufe der Blausäure darstellen. Es besteht jedoch kein erhöhtes Risiko nach Aussage von amtlichen Quellen, insofern Leinsamen nicht überdosiert werden. Die maximale Einnahmemenge sollte 20 Gramm pro Tag nicht überschreiten.
Anwendungshinweise und Nebenwirkungen
Ist bekannt, dass akute Entzündungen der Speiseröhre oder des Mageneingangs bestehen, sollte keine Behandlung mit Lein erfolgen. Gleiches bei Darmverschluss. Nach der Einnahme von Leinzubereitungen sollten Sie viel trinken. Werden neben Leinsamen andere Medikamente eingenommen, so sollte diese erst nach etwa einer Stunde eingenommen werden. Leinsamen verringert die Resorption (Aufnahme) der Wirkstoffe vieler anderer Medikamente. Fragen Sie in solchen Fällen bitte unbedingt auch Ihren Arzt oder einen Apotheker.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Gesammelt wird der reife Samen im August bis September, woraus das Leinöl und der Preßrückstand, das ist der Leinkuchen, gewonnen wird. Der Leinsamenschleim entsteht durch Übergießen des leinsamens mit der 50fachen Menge lauwarmen Wassers. Durch halbstündiges Stehenlassen wird der Schleim aus der Zellschicht des Samens ausgesogen.
Sowohl der Leinsamen als auch das Leinöl und der sogenannte Leinkuchen dürfen nicht in Blechdosen aufbewahrt werden. Zur Aufbewahrung eignen sich nur dunkle, luftdicht schließende Glasgefäße. Der Leinsamen enthält an
Heil- und Wirkstoffen
Schleim, Linamarin, fettes Öl, Eiweiß, Lecithin und vor allem die wertvolle Linolsäure. Ferner wurden Enzyme, Sterine u.a. festgestellt.
Heilwirkung
Das Leinöl wird zu den eröffnenden Klistieren und bei Verbrennungen zur Mischung des heilsamen KALKLIMENTS – ½ Menge Leinöl, ½ Menge Kalkwasser – verwendet.
Bei innerlichem Gebrauch des Leinsamens verrührt man 1 bis 3 Esslöffel von geschrotetem Leinsamen mit Wasser oder etwas Apfelmus oder mit saurer Milch. Diese Menge wird unter Tage in 3 Gaben eingenommen. Zur Teebereitung setzt man am besten 1 Esslöffel voll mit 1 Tasse Wasser kalt an, kocht kurz auf und lässt 10 Minuten ziehen. Der Tee wird warm getrunken.
Sehr beliebt ist die sogenannte LEINÖLKUR bei Gallensteinkoliken, wobei man 50 bis 60g Leinöl auf einmal einnimmt. Dabei lege man sich auf eine halbe Stunde auf die linke Seite. Die Gallensteine gehen schmerzlos in den Darmkanal und von dort ab.
Der Leinkuchen ist ein billiger und beliebter Heilstoff für breiige Umschläge oder Kataplasmen, da der Flachs zu den erweichenden Umschlagkräutern zählt.
Gepulverter Leinsamen, jedoch nur frisch oder entölt zu verwenden, wird zu den erweichenden und schmerzlindernden Umschlägen bzw. als heiße Packung bei Gallenblasenkolik und anderen Erkrankungen der Leber und Galle verwendet.
Die viel gebräuchliche Einnahme von Leinsamen als Abführmittel hat seinen Grund darin, dass die Schleimstoffe sowie das Öl quellend und gleitfördernd sind und die Darmeigenbewegung anregen. Der im Darm befindliche Kot wird erweicht und hiedurch die Entleerung schmerzlos erleichtert. Gleichzeitig werden Krankheitskeime im Darm aufgesaugt, der Kot verliert weitgehendst seinen üblen Geruch, der innerlich eingenommene Leinsamen wirkt entzündungshemmend und krampflösend. Desgleichen wird schmerzender Harndrang durch die Einnahme von Leinsamen günstig beeinflusst.
Nach den neuesten Erkenntnissen des norwegischen Biologen Prof. Paul A. Owren von der Universität Oslo, hat die im Leinöl vorhandene Linolsäure die Eigenschaft, die Bildung von Blutgerinnseln in den Arterien und Venen weitgehendst zu verhindern. Man soll täglich einen Esslöffel Leinsamenöl einnehmen. Diese Ölkur ergäbe ein wirksames Mittel gegen den Herzinfarkt.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
Gepulverter Leinsamen, frisch, mit Honig gut vermischt und teelöffelweise eingenommen, ist ein vorzügliches Brustmittel.
Leinsamen zermahlen und mit Honig vermischt, als Latwerge eingenommen, räumt die Brust vom Schleim, stillt das Husten und lindert die rauhe Kehle.
Der Leinsamen erweicht, lindert und zeitigt alle Geschwüre, Geschwülste, nimmt auch die Hitze und Spannung um die Geschwüre und Geschwülste.
Leinsamen in Wasser gesotten und davon das Wasser zu einem Klistier genommen, ist gut bei Darmkrämpfen oder bei Gebärmutterkrämpfen.
Frisches Leinöl, schluckweise warm getrunken, ist gut gegen Seitenstechen.
Bei Bauchkoliken nehme man rohes Flachsgarn, siede es in Wasser mit etwas Holzasche, drücke es aus und lege es möglichst warm auf den Bauch.
Leinöl dient zum Einreiben der schmerzhaften Hämorrhoiden und auch zum Einreiben der schrundigen Hände.
Leinsamen auf die heiße Herdplatte gelegt und den Rauch durch einen Trichter in die Nase aufziehen, ist gut bei Schnupfen.
Mit Rosenwasser aufgeweichten Leinsamen auflegen, heilt narbenlos die Brandwunden.
Heißer Leinsamen in einem Leinensäckchen aufgelegt, lindert rasch die Schmerzen bei gichtischen oder rheumatischen Anfällen.
Anwendung in der Homöopathie
Aus der frisch blühenden Pflanze stellt die Homöopathie eine Essenz her. Diese findet Verwendung bei Asthma, bei Heufieber, wenn alle anderen chemischen Mittel versagen, bei Blasenkatarrh, Bettnässen bei Kindern oder alten Leuten und bei chronischem Durchfall.
Auch die Zungenlähmung hat die homöopathische Essenz schon sehr gute Erfolge ausgelöst.
Nesselausschlag wird durch Umschläge mit der homöopathischen Essenz zum Abklingen gebracht.
Lein als Speisepflanze
Lein lässt sich in der Küche vielseitig einsetzen.
Leinsamen
Leinsamen gelten als sehr gesund und finden daher als Zutat für viele Gerichte Verwendung. Beispielsweise werden die Samen gern als Ergänzung zum Frühstücksbrei gegessen, wodurch die Verdauung angeregt wird. Auch als Backzutat sind Leinsamen hervorragend geeignet. Ein bekanntes Produkt ist das Leinsamenbrot, das wahlweise aus Weizen- oder Roggenmehl besteht.
Für den Verzehr sollten vorrangig unbehandelte, d.h. geschlossene Leinsamen verwendet werden. Sie enthalten die volle Palette an gesunden Fettsäuren.
Leinöl
Das aus den Samen der Pflanze gepresste Leinöl lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. Das Öl passt sehr gut zu Kartoffeln, Fisch, Weißkraut und würzigem Käse. Ein bekanntes Gericht ist beispielsweise Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl. Dieses schnell zuzubereitende Essen, harmoniert außerdem sehr gut mit Zwiebeln oder Kräutern wie Schnittlauch, Petersilie oder Knoblauchkresse.
Soll Leinöl vorrangig als Speiseöl verwendet werden, empfiehlt sich die Anschaffung eines hochwertigen Öls. Hochwertige Öle werden ausschließlich in dunklen Flaschen verkauft. Gutes Leinöl ist ausschließlich kaltgepresst und wurde einem schonendem Filtrationsverfahren unterzogen. Riecht das Öl fischig, sollte es nicht mehr gegessen werden. Das Öl ist zwar nicht schlecht, jedoch geschmacklich nicht mehr zu gebrauchen. Der Fischgeruch ist ein starker Hinweis darauf, dass die enthaltenden Fettsäuren bereits oxidieren.
 
Geschichtliches
Lein ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Im Jahre 2005 war deshalb Lein die Pflanze des Jahres um an diese Bedeutung zu erinnern. Lein ist Nahrungsmittel (wenn auch selten genutzt), Heilpflanze und vielseitiger Rohstoff. Die Anfänge für die Nutzung des Leins findet sich in der Steinzeit, zunächst für die Herstellung von Stoffen und Seilen. Im alten Ägypten wurden die reichen Toten in Leintücher gehüllt. Viele alte Heiler (z.B. Hippokratiker wie Theophrast, Hildegard von Bingen) nutzten Leinsamen zu medizinischen Zwecken sowohl innerlich und äußerlich. Obwohl heute Lein auf der ganzen Welt angebaut wird, spielt Lein nur noch eine Randrolle. Die Bedeutung als Heilpflanze nimmt aber wieder zu.
Die ältesten archäologischen Leinsamenfunde stammen aus Ali Kosh im Iran (7500–6700 v. Chr.) und aus Çayönü in der Südosttürkei (rund 7000 v. Chr.). Die Leinsamen sind jedoch so klein, dass sie dem Wild-Lein zugeordnet werden. In Tell Ramad in Syrien wurden in einer auf 6200 bis 6100 v. Chr. datierten Siedlungsschicht Leinsamen gefunden, die der Größe dem Gemeinen Lein näher sind. Andere frühe Fundstellen liegen am Oberlauf des Tigris, in den Ausläufern des Zāgros-Gebirges und in Syrien. Eine Fundstelle in Griechenland (Sesklo, Peloponnes) wird auf 5500 v. Chr. datiert, zwei Fundstellen in Bulgarien auf 4800 und 4600 v. Chr. Genetische Studien konnten zeigen, dass der Gemeine Lein durch ein einziges Domestizierungs-Ereignis vom Wild-Lein abstammt. Die erste Verwendung war diesen Untersuchungen zufolge die Nutzung der Samen.
Die ältesten Funde der Leinenverarbeitung sind Leinenstoffe aus Ägypten aus dem Beginn des 4. Jahrtausends v. Chr. Sie stammen aus El Badâri in Oberägypten. Auf 3500 bis 3000 v. Chr. wird das Leinentuch aus el-Gebelên in der Libyschen Wüste datiert. Ab der 4. Dynastie haben sich Mumienbinden aus Leinen erhalten. Ebenfalls aus dem Alten Reich stammen bildliche Darstellungen der Flachsernte. Aus dem Mittleren Reich wurden mehrfach Samen und Kapseln als Grabbeigaben gefunden.
Nach Mitteleuropa kam der Lein mit der Bandkeramikkultur (ca. 5700 bis 4100 v. Chr.), er wurde auf den Lößflächen nördlich der Donau bis nach Nordfrankreich angebaut. In den Ufer- und Pfahlbausiedlungen an Bodensee und den Schweizer Seen wurde der Lein etwas später eingeführt. Nach Irland und Schottland gelangte der Lein ungefähr um 1800 v. Chr. In Norddeutschland und Skandinavien ist er erst ab der Eisenzeit, ab etwa 500 v. Chr. nachweisbar, stand aber während der römischen Kaiserzeit (1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.) in hoher Blüte.
Im Mittelalter wird der Lein in allen Verzeichnissen zu Landwirtschaft und Medizin aufgelistet. Gemeiner Lein wurde in der Form einer Samendroge als Lini semen bezeichnet. Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war Leinen neben Hanf, Nessel und Wolle als Textilfaser in Gebrauch. Herstellung und Handel mit Leinen waren im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wichtige wirtschaftliche Säulen in Venedig, Mailand, Augsburg, Ulm, Kempten und in Gent, Brügge, Antwerpen. Auch für die Hanse waren Leinenprodukte ein wichtiger Handelszweig. Die wichtigen deutschen Anbaugebiete befanden sich um den Bodensee und in Schlesien und verbreiteten sich auf die Schwäbische Alb, das Wuppertal, die Gebiete um Ravensburg und Osnabrück, Sachsen, Thüringen, Böhmen und Ostpreußen. Im 12. und 13. Jahrhundert war Deutschland der weltweit führende Flachsproduzent. Die Leinenproduktion konzentrierte sich auf Schlesien, Schwaben und Westfalen.
Im 18. Jahrhundert hatte Leinen einen Anteil von etwa 18 %, verglichen mit 78 % für Wolle.[ Wichtige Anbaugebiete waren Westeuropa, Deutschland und Russland. 1875 waren die drei größten Anbaugebiete das Russische Reich mit 910.000 Hektar, das Deutsche Reich mit 215.000 und Österreich-Ungarn mit 94.000 Hektar. Durch das Aufkommen der billigeren und vor allem leichter zu verarbeitenden Baumwolle gingen die Anbauflächen noch im 19. Jahrhundert stark zurück. 1914 wurden in Deutschland nur noch 14.000 Hektar angebaut. Einen kurzen Anstieg erfuhr der Anbau während der beiden Weltkriege, als Baumwollimporte durch die politische Lage nicht möglich waren. In der Nachkriegszeit ging der Leinanbau stark zurück und war 1957 in Westdeutschland und 1979 in Ostdeutschland bis auf geringe Restflächen verschwunden. Der Anbau hielt sich in Westeuropa nur in Nordfrankreich, Belgien und den Niederlanden.
In den 1980er Jahren stieg mit der Ökologie-Bewegung die Nachfrage nach Leinen an.
In den 1990er Jahren gab es in einigen EU-Ländern Anstrengungen, Flachs-Anbau und -produktion wiederzubeleben. Dabei konzentrierte man sich auf die Kurzfaser-Produktion. Durch Förderungen stiegen die Anbauflächen auf bis zu 212.000 Hektar im Jahre 1999. Vermarktungsprobleme auf der einen Seite und strengere Kontrollen bezüglich der tatsächlichen Produktion und Vermarktung der Fasern auf der anderen Seite führten zu einem Rückgang der Anbauflächen in diesen neuen Flachsländern (Spanien, Portugal, Großbritannien, Deutschland). Spanien zahlte die kompletten Förderbeträge der Jahre 1996 bis 1999 in Höhe von knapp 130 Millionen Euro zurück. Der Flachsanbau ist heute wieder im Wesentlichen auf die traditionellen Länder Frankreich, Belgien, Niederlande, sowie die neuen EU-Mitgliedsländer Tschechien, Lettland und Litauen beschränkt.
2005 war der Lein in Deutschland die Heilpflanze des Jahres.
Im Jahr 2009 wurde bei Kontrollen kanadischer Leinsaat in Baden-Württemberg eine erhebliche Verunreinigung mit gentechnisch verändertem CDC Triffid-Leinsamen gefunden.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Lein ist im Mittelmeerraum und Vorderasien heimisch. Er wächst bevorzugt im gemäßigtem Klima, dort wurde er überall als Kulturpflanze angebaut. Die einjährige Pflanze wird zwischen 30 und 150 Zentimeter hoch. Die Blätter sind schmal, lanzettlich, dicht besetzt und wechselständig. Die weiß-blauen bis blauen 5-zähligen Blüten erscheinen zwischen Juni und August und haben einen Durchmesser von etwa 2-3 cm. Die Blütengriffel sind himmelblau. Aus den Blüten entwickeln sich die Samen in rundlichen Kapseln (8-10 Samen) und können von August bis Oktober geerntet werden.
Botanik
Die einjährige Pflanze hat einen aufrechten glatten Stängel von 50 bis 70cm Höhe, der mit wechselständigen, schmalen, lanzettlichen Blättern dicht besetzt ist. Die Blüten sind blau, bisweilen weiß, auch die Staubgefäße und der Griffel sind himmelblau. Die Frucht ist eine 6 bis 8mm längliche, runde, kugelige Kapsel mit 8 bis 10 Samen. Dieser ist glatt, zusam-mengefrückt, länglich, glänzenden und hellbraun. In Wasser gelegt, umgibt sich der Leinsamen mit einer schleimigen Schicht. Er ist geruchlos und schmeckt schleimig.
Blütezeit
Juli bis August.
Samenreife
August bis September
Standort
Der Flachs, auch Lein genannt, ist eine der interessantesten und ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die ursprüngliche Heimat ist unbekannt, dürfte aber sicherlich der Orient sein. Im 14. Jahrhundert vor Christi waren in wurden Früchte und Gewebe aus Flachs bei Grabungen gefunden und in der Bibel wird eine Flachsmißernte zu den sieben Plagen gezählt, die über die Ägypter verhängt wurde. Der Leinsamen war in Europa die älteste Pflanzenfettquelle und vermutlich auch die älteste Heilpflanze. Bei uns wird er fast überall, außer im Alpengebiet, angebaut. Er stellt an den Boden fast keine Ansprüche, nur gegen Nässe ist er empfindlich.
Der Gemeine Lein ist eine einjährige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 20 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie besitzt eine kurze, spindelförmige Pfahlwurzel mit feinen Seitenwurzeln. Die Hauptwurzel wird etwa gleich lang wie der Spross. Die ganze Pflanze ist kahl. Die Stängel stehen meist einzeln und aufrecht, im Bereich des Blütenstandes sind sie verzweigt. Die stiellosen Laubblätter stehen wechselständig. Sie sind zwei bis drei (selten vier) Zentimeter lang und 1,5 bis drei (sechs) Millimeter breit. Ihre Form ist lineal-lanzettlich, dabei ist ein Blatt fünf- bis 15 mal so lang wie breit. Die Blätter sind dreinervig, kahl und haben einen glatten Rand.
Das äußerste Gewebe im Stängel ist die von einer Wachsschicht überzogene Epidermis. Es folgt die chlorophyllführende Rindenschicht. In die Rindenschicht eingebettet sind 20 bis 50 Bastfaserbündel als Festigungsgewebe. Jedes Bündel besteht aus zehn bis 30 Sklerenchym-Zellen, den Elementarfasern. Diese besitzen einen sechseckigen bis polygonalen Querschnitt mit kleinem Hohlraum. Die Länge einer Elementarfaser beträgt im Durchschnitt 2,5 bis sechs Zentimeter, in den oberen Stängelteilen kann sie auch acht bis zehn Zentimeter erreichen. Das ganze Faserbündel wird als technische Faser bezeichnet. Der Fasergehalt des Stängels beträgt 19 bis 25%. Die Faser selbst besteht zu 65 % aus Zellulose, die weiteren Bestandteile sind Hemizellulose mit 16%, Pektin (3%), Protein (3%), Lignin (2,5%), Fette und Wachse (1,5%), Mineralstoffe (1%) und 8% Wasser. Nach innen zu folgt das sehr dünne Kambium, sodann der größte Bereich, der Holzzylinder. Im Zentrum befindet sich ein schmaler Bereich aus Mark, im reifen Stängel noch ein Hohlraum.
Der Blütenstand ist ein rispenartiger Wickel. Die Blüten sind groß und über zwei Zentimeter breit. Die Blütenstiele sind länger als das Tragblatt, kahl und aufrecht. Die Blüte ist fünfzählig. Die Kelchblätter sind fünf bis sieben (neun) Millimeter lang. Sie sind lang zugespitzt, haben einen weißen Hautrand und sind an der Spitze bewimpert. Die Kelchblätter sind drei- oder fünfnervig. Die Kronblätter sind 12 bis 15 Millimeter lang und von hellblauer Farbe mit dunklerer Aderung, selten weiß, violett oder rosa. Die fünf Staubblätter sind zwei bis fünf Millimeter lang, an ihrem Grund sitzen Nektarien. Der Fruchtknoten ist oberständig und besteht aus fünf verwachsenen Fruchtblättern mit freien Griffeln. Die Narben sind keulenförmig. Blütenbiologisch handelt es sich um eine homogame, nektarführende Scheibenblume. Vorherrschend ist Selbstbestäubung (Autogamie), die Fremdbefruchtung durch Insekten (Auskreuzungsrate) beträgt rund fünf Prozent. Die Blütezeit ist Juni, Juli, August.
Die Fruchtstiele stehen aufrecht und tragen eine sechs bis neun Millimeter lange Kapsel. Diese ist kugelig-eiförmig und rund einen Millimeter lang geschnäbelt. Die Kapsel ist fünffächrig, jedes Fach enthält zwei Samen. Dabei ist jedes Fach durch eine falsche Scheidewand in zwei Kompartimente mit je einem Samen unterteilt. Die Kapsel öffnet sich wand- oder fachspaltig oder bleibt geschlossen. Die Samen sind 4 bis 4,9 (6,5) Millimeter lang und 2,5 bis drei Millimeter breit. Die Form ist abgeflacht eiförmig. Der Nabel (Hilum) liegt am schmalen, zugespitzten Ende. Die Farbe der Samen variiert je nach Sorte von hellgelb bis dunkelbraun bei glänzend glatter Oberfläche. Die Tausendkornmasse beträgt bei Faserlein vier bis sieben Gramm, bei Öllein bis zu 15 Gramm. Die Samenschale ist dünn, spröde und besteht aus fünf Schichten: Die Epidermis bildet Schleimstoffe. Es folgen nach innen je eine Zellschicht Ringzellen, Steinzellen und Querzellen. Die innerste Schicht, die Pigmentschicht ist einzellschichtig und besteht aus vier- bis sechseckigen, dickwandigen Zellen und ist für die Farbe des Samens verantwortlich. Das Endosperm ist schwach ausgeprägt und nur in Form eines dünnen Häutchens vorhanden. Die Zellen enthalten wie die der Keimblätter Öl und Eiweiß. Der Embryo besitzt zwei kräftige, fleischige Keimblätter, die als Speicherorgane dienen. Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 30% und 44% und hängt ab von der Sorte, den Umweltbedingungen und dem Grad der Reife. Da Faserlein vor der Vollreife geerntet wird, enthalten seine Samen weniger Öl. Hauptfettsäure ist mit rund 50% bis 70% die ungesättigte Linolensäure. Der Gehalt der für die menschliche Ernährung bedeutenden Omega-3-Fettsäuren in Leinöl ist der höchste aller bekannten Pflanzenöle. Die weitere Zusammenset-zung beträgt 10% bis 20% Linolsäure, 12% bis 24% Ölsäure, sowie je unter 10% Stearin- und Palmitinsäure. Der Roheiweißgehalt liegt zwischen 19% und 29%. Der Anteil der für den Menschen essentiellen Aminosäuren Lysin, Methionin und Tryptophan ist hoch. An sekundären Inhaltsstoffen sind die cyanogenen Glykoside Linamarin und Lotaustralin von Bedeutung, die enzymatisch zu Blausäure umgewandelt werden können und daher bei Aufnahme großer Mengen möglicherweise Vergiftungen hervorrufen können.
 
Anbautipps
Die Pflanze ist anspruchslos. Der Lein mag sonnigen und nährstoffreichen Boden, Aussaat im Frühling (April/Mai). Ist es zu trocken, sollte man gießen. Ist es zu nass, werden keine Blüten und Samen gebildet. Schnecken mögen die jungen Pflanzen.
Anbau, Aussaat und Pflege
Lein lässt sich problemlos im Garten auf dem Balkon kultivieren. Häufig wird der Lein wegen seiner ausdrucksstarken Blüten angepflanzt. Es handelt sich um eine relativ anspruchslose Pflanze, die nur wenig Pflege benötigt. Ökologische bzw. nachhaltige Gärtner schätzen den Gemeinen Lein übrigens auch als Gründüngungspflanze.
Standort
Lein verträgt sowohl sonnige bis halbschattige Standorte. Vollsonnige Lagen sollten jedoch vermieden werden. Linum usitatissimum wächst bevorzugt auf nährstoffarmen, lehmig bis sandigen und eher tiefgründigen Böden. Zu feuchte wie auch stickstoffreiche Böden sind nicht optimal und begünstigen schnell Krankheiten.
Aussaat
Die Aussaat des Leins sollte zwischen Ende März bis Anfang Mai erfolgen. Die klei-nen Leinsamen können sowohl im Freiland als auch in Töpfen kultiviert werden. Die Pflanze zählt zu den Dunkelkeimern, weshalb die Saattiefe 2 -3 cm betragen sollte. Insofern eine durchgängige Keimtemperatur von etwa 18°C gegeben ist, erscheinen nach etwa 8 bis 15 Tagen die ersten Keimlinge. Stehen einzelne Pflänzchen durch breitflächiges Ausstreuen zu dicht, sollte sorgfältiges ausgelichtet werden. Der Pflanzabstand zwischen den Pflanzen sollte etwa 20 bis 25 cm betragen.
Wächst der Flachs in einem Topf, sollte auf eine ausreichende Tiefe des Topfes geachtet werden. Lein bzw. Flachs bildet Pfahlwurzeln aus, die etwas Platz benötigen. Eine Topftiefe von etwa 20 bis 30 cm genügt in den meisten Fällen.
Gießen
Gemeiner Lein (wie auch der Zweijährige Lein) sind recht anpassungsfähig. Im Freiland genügen die natürlichen Niederschläge meistens aus. Bei längerer Trockenheit oder andauernder großer Hitze, ist es jedoch erforderlich die Pflanzen ausgiebig zu bewässern. Ein dauerhafter feuchter Boden ist jedoch nachteilig für das Wachstum der Pflanze und sollte, genau wie Staunässe, vermieden werden.
Düngen
Im Freiland ist eine zusätzliche Düngung meistens nicht erforderlich. Leinpflanzen sind häufig Indikatorpflanzen für Standorte mit geringen Stickstoffgehalten und gelten als Spezialisten. Bei längerem Anbau von Lein auf den gleichen Stellen kann jedoch ein Phosphor- und kaliumbetonter Dünger von Vorteil sein.
Krankheiten und Schädlinge
Lein kann unter ungünstigen Bedingungen empfänglich für Schädlinge und Krankheiten sein. Neben Fressfeinden wie Thripsen und Erdflöhe können zahlreiche Pilze zum Absterben der Pflanzen führen. Vor allem wenn Lein bzw. Flachs zu feucht gehalten wird, können verschiedene Schimmelpilzarten, Mehltau oder der so genannte Lein-Rost auftreten. Ist der Boden arm an Phosphor können unter Umständen auch gekräuselte Blätter mit schwarzen Blattbestandteilen auftreten. In solchem Fall ist eine schnelle Düngung mit einem mineralisch betonten Dünger notwendig.
 
Sammeltipps
Blüten sammelt man am frühen Morgen, da Nachmittags die Blüten oft geschlossen oder verblüht sind. Für die Samengewinnung wird die ganze Pflanze direkt am Boden abgeschnitten und getrocknet. Am besten über Backpapier oder ähnlichem aufhängen, da einige Sorten Samenkapseln haben, die beim Trocknen aufplatzen. Nur reife Samen nutzen, da unreife Samen giftige cyanogene Glykoside enthalten.

Calabar ttt
Die Kalabarbohne, auch Gottesurteilbohne, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Sie ist in Westafrika beheimatet und vor allem auf Grund ihrer Giftigkeit bekannt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Verwendet in der Tiermedizin, Koliken
wissenschaftlicher Name: Physostigma venenosum
Verwendete Pflanzenteile: Samen
 
Anwendung
Achtung! Stark giftig. Calabar nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Extrakte aus der Kalabarbohne wurden in der Vergangenheit in der Augenheilkunde als Miotikum zur Pupillenverengung eingesetzt. In der europäischen Medizin wird sie erstmals im Jahr 1855 als Miotikum erwähnt. Auch ist Physostigmin ein wirksames Gegengift bei Atropin-Vergiftungen. Kalabarbohnen wurden auch als Cholinergikum eingesetzt, da Physostigmin als ein Acetylcholinesterase-Inhibitor wirkt.
 
Beschreibung
Die Laubblätter sind unpaarig, dreiteilig gefiedert. Die Blattspreiten sind eiförmig und zugespitzt. Die seitenständigen, gestielten, herabhängenden traubigen Blütenstände sind bis zu 2,5 Zentimeter lang. Die Blütenstandsrhachis ist mit knöllchenförmigen Knoten übersät. Die Tragblätter fallen in einem frühen Stadium der Anthese ab. Die typischen Schmetterlingsblüten sind schneckenartig eingerollt. Schiffchen und Flügel der Blüten sind dunkelpurpurfarben. Die Fahne ist gefaltet, zurückgebogen und von hellerer Färbung. Schiffchen und Flügel sind fast vollständig von der Fahne verdeckt. Das Schiffchen ist an der Spitze spiralig verdreht. Der Stempel hat einen gestielten Fruchtknoten mit einem schlanken Griffel, der mit dem Schiffchen gebogen ist. Er ist auf der Innenseite bartartig behaart. Das einzige Fruchtblatt ist gestielt. Der Griffel hat eine geweitete, dreieckige, flügelartige Verlängerung hinter der Narbe. Die dicken, braunen Hülsenfrüchte sind bis zu 15 Zentimeter lang. Jede Frucht enthält zwei oder drei Samen. Die tief schokoladenbraunen Samen sind bei einer Länge von etwa 2,5 Zentimeter schwach nierenförmig mit abgerundeten Enden. Die Oberfläche ist rau aber zumindest teilweise glänzend. An der Stelle, wo der Same an der Plazenta angewachsen war, bleibt eine Narbe zurück. Die Früchte schwimmen und die Ausbreitung der Diasporen findet so hydrochor statt.

Bachblüten
Ich fühle mich depressiv, das Leben ist sinnlos (Wild Oat)
Sie fühlen sich immerwährend depressiv und für ist ihr Leben doch sinnlos
Mit der Blüte sehen sie ihr Leben einen Sinn und sind nur mehr gelegentlich depressiv
Bachblüten
Ich fühle mich die meiste Zeit antriebslos (Wild Rose)
Diese Menschen fühlen sich die meiste Zeit antriebslos
Mit der Bachblüte geht das Gefühl der Antriebslosigkeit zurück
Wirkungen der sekundären Pflanzenstoffe
Folgende Wirkungen werden beschrieben:
-     Schutz vor Krebs
-     Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
-     Schutz vor mikrobiellen Infektionen
-     Günstige Beeinflussung der Blutzuckerwerte
-     Günstige Beeinflussung der Blutfettwerten
-     Reduktion des Risikos von arteriosklerotischen Gefäßveränderungen
Sekundäre Pflanzenstoffe zählen nach bisherigen Erkenntnissen für den Menschen nicht zu den essenziellen Nährstoffen, haben aber Einfluss auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen.
Es werden ihnen verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Sie schützen möglicherweise vor verschiedenen Krebsarten und vermitteln vaskuläre Effekte wie eine Erweiterung der Blutgefäße und eine Absenkung des Blutdrucks. Weiterhin entfalten sekundäre Pflan-zenstoffe neurologische, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkungen.
Aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage ist es zwar generell möglich, die präventive Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen zu bewerten, Empfehlungen für die Zufuhr einzelner sekundärer Pflanzenstoffe können jedoch weiterhin nicht gegeben werden. Möglicherweise ist für die Wirkung die Zufuhr von verschiedenen Pflanzenstoffen im Verbund eines Lebensmittels notwendig.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt daher einen hohen Verzehr von Gemüse und Obst einschließlich Hülsenfrüchten und Nüssen sowie Vollkornprodukten, um eine gute Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen sicherzustellen.

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