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Andorn
Der Andorn ist halb vergessen, obwohl er eigentlich ein wahrer Tausendsassa ist und auf die meisten Organsysteme des Menschen eine heilsame Wirkung ausübt. Vor allem wirkt der Andorn anregend auf die Luft- und Verdauungswege. Ursprünglich kommt der Andorn aus Südeuropa und wurde schon im alten Griechenland als wichtige Heilpflanze angebaut.
Der Gewöhnliche Andorn, auch Weißer Andorn, Gemeiner Andorn, Helfkraut, Weißer Dorant, Mariennessel oder Berghopfen genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Andorn in der Familie der Lippenblütler. Die Art wurde früher häufig als Heilpflanze kultiviert. Von Wissenschaftlern der Universität Würzburg wurde Andorn zur Arzneipflanze des Jahres 2018 ausgerufen.
Der Andorn ist eine eher unscheinbare Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und heute in vielen Teilen der Welt zu finden ist. Seit der Antike wird der Gewöhnliche oder Weiße Andorn als Heilpflanze genutzt. Bis in die frühe Neuzeit zählte der Lippenblütler zu den bekanntesten Arzneikräutern und wurde bei Atemwegserkrankungen oder Appetitlosigkeit verwendet. Auch heute genießt der Anrdorn einen hohen Stellenwert in der Naturheilkunde. Die enthaltenden Bitterstoffe und Gerbstoffe des Krauts wirken vor allem bei Magenbeschwerden, Verdauungsproblemen und hartnäckigem Husten. Der Andorn wurde im Jahr 2018 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Bronchitis
Heilwirkung: blutbildend, entzündungshemmend
Anwendungsbereiche: Husten, Chronische Bronchitis, Magenentzündung, Gastritis, Darmentzündung, Gallenschwäche, Leberfunktionsschwäche, Anämie, Abwehrschwäche, Steigerung des Immunsystems, Kreislaufschwäche, nervöse Herzstörungen, Menstruationsfördernd, Schwache Menstruation, Schlecht  heilende Wunden, Geschwüre, Ekzeme
wissenschaftlicher Name: Marrubium vulgare
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Heilkräftige Pflanzenteile: Das blühende Kraut ohne Wurzel wird am besten von Juli an bis etwa Mitte September gesammelt und wird im Schatten getrocknet.
Inhaltsstoffe: Marrubiin (Bitterstoff), ätherisches Öl, Gerbstoffe, Schleim
Heil- und Wirkstoffen: enthält das blühende Kraut den Bitterstoff Marrubin, ätherisches Öl, Gerbstoff, Harze, viel Salze, Fett, Wachs und Pflanzenschleim. Zwei weitere Bitterstoffe werden vermutet.
Sammelzeit: Juni bis August
 
Anwendung
Andorn kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Die häufigste Art, Andorn anzuwenden ist in Teemischungen.
Tee
Für einen Andorn-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Andorn mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Tinktur
Um eine Andorn-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Andorn in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Innerlich
Andorn kann man innerlich, als Tee oder Tinktur gegen Husten und andere Erkrankungen der Atemwege einsetzen. Außerdem hilft Andorn gegen Verdauungsbeschwerden. Das Einsatzgebiet reicht von Magen-Darm-Beschwerden bis zur Gallenfunktionsschwäche. Der Andorn stärkt auch Abwehrkräfte und das Immunsystem. Auch ein schwacher Kreislauf wird vom Andorn stabilisiert.
Äußerlich
Äußerlich kann man Andorn-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man Ekzeme lindern. Andorn hilft äußerlich eingesetzt auch gegen Geschwüre und andere Wunden, die nicht heilen wollen.
Heilwirkung
Der Andorn zählt zu den ältesten Heilkräutern und war besonders in Ägypten sehr geschätzt. Bei den Römern wurde der Andorn zur Heilung malariaartiger Erkrankungen gepriesen. Der Saft mit Honig gemischt, galt als berühmtes Lungenmittel. Paracelsus, Matthiolus, Hufeland, Kneipp waren große Befürworter des Andorns, der dennoch fast gänzlich in Vergessenheit geriet. Erst durch namhafte Ärzte und Biologen der Gegenwart (Flamm, Seel Leclerc u.a.) wurde der Andorn wieder bekannt und geschätzt.
Der Andorn ist vor allem ein gutes Lungenmittel und wird angewendet bei alten, trockenen Katarrhen, bei Keuchhusten, Bronchitis, wie auch zur Behandlung tubekulöser Lungenkatarrrhe. (Flamm, Eckstein). Weitere Heilanzeigen sind: chronischer Krampfhusten, besonders bei älteren Leuten, das typische Altershüsteln, Kehlkopfsiechtum, Blutarmut und allgemeine körperliche Schwäche. Der Bitterstoff bewirkt nicht nur eine merkliche Steigerung des Appetits, es tritt auch eine bessere Lebersekretion sowie Gallenausscheidung ein, so dass man den Andorn auch Bei Gelbsucht und bei Leberschwellung bestens empfehlen kann. Außerdem wird eine bessere Darmentleerung ausgelöst, die Extreme Stuhlverstopfung bzw. Durchfall werden ausgeglichen, eine Normalisierung des Stuhlganges ist die weitere Folge.
Wenn so viele Organe günstig beeinflusst werden und eine allgemeine Sekretion und Normalisierung eintritt, ist es nur verständlich, dass bei verzögerter oder bei verminderter Periode, gerade bei bleichsüchtigen und schwächlicheren Patientinnen, auch hier ein regelmäßiger und störungsfreier Ablauf der Periode eintritt.
Schließlich muss berichtet werden, dass neuerdings dem Andorn eine weitere Heilanzeige zugeführt werden konnte. Andorn kann auch als Heilpflanze in der Herzbehandlung unbedenklich aufgenommen werden und zwar bei Herzrhythmusstörungen und wirken Tinkturen als auch Extrakte von Andorn auf eine unruhige, nervöse Herztätigkeit merklich beruhigend.
Andorn wird zumeist als Tee angewendet, 1 Teelöffel im Aufguss für 1 Tasse, 2-3 Tassen am Tage, mit Honig gesüßt, schluckweise. Der ungesüßte Tee dient äußerlich zu Bädern und Abwaschungen bei Hauterkrankungen.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der Frischsaft mit Honig vermischt, teelöffelweise eingenommen, löst den Husten. Der Frischsaft verdünnt getrunken, ist ein bewährtes Mittel für die verhärtete Milz.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathischen Tinkturen und Essenzen, 10-15 Tropfen dreimal am Tage, gegen die angeführten Krankheiten.
Presssaft
Für Frühjahrskuren eignet sich auch der Pressaft aus dem frischen Andorn.
Verwendung in der Medizin
Der Andorn enthält den Bitterstoff Marrubiin, ein Furanolabdan-Diterpen sowie ätherische Öle, Schleim, Harze, Wachse und Gerbstoffe.
Als Droge dient das sogenannte Andornkraut; das sind die getrockneten Blätter und oberen Stängelteile. Andornkraut wird in der Volksheilkunde als Teezubereitung eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Gallenbeschwerden und bei Bronchialkatarrhen. In der Schulmedizin ist die Droge weniger anerkannt, obwohl sie als Bittermittel nachweislich anregend auf die Speichel-, Magensaft- und Gallensekretion wirkt. Auch von einer schleimlösenden Wirkung wird berichtet.
Avril Rodway schreibt: in einem Kräuterbuch aus dem Jahre 1692 heißt es: Sirup aus den frischen grünen Blättern von Andorn und Zucker ist eine unübertreffliche Medizin gegen Husten und Lungenpfeifen. Außerdem wurde es als Mittel gegen Würmer und Vergiftungen geschätzt. Als Abführmittel ist es ebenfalls wirksam.
Aufgrund seiner herausragenden historischen Bedeutung sowie der umfangreichen Dokumentation seiner Wirkungen wurde der Andorn von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2018 gewählt. Der Einsatz der krautigen Pflanze bei Katarrhen der Atemwege, insbesondere Bronchitis, sowie bei Verdauungsbeschwerden ist bereits seit über 2000 Jahren dokumentiert. Heute wird Andornkraut in Deutschland zur Schleimlösung bei Husten im Rahmen von Erkältungen angewendet. Als Fertigarzneimittel stehen ein Extrakt in Form von Bronchialtropfen und Frischpflanzenpresssäfte zur Verfügung. Andorn wirkt schleimlösend bei festsitzendem Schleim, antientzündlich und krampflösend.
Andorn ist ein sehr altes Heilkraut, das bereits zur Römerzeit rege verwendet wurde. Bereits in den Schriften des römischen Arztes Aulus Cornelius Celcus wurde Weisser Andorn als wirksames Mittel gegen zahlreiche Atemwegsbeschwerden sowie hartnäckigem Husten empfohlen.
Erwähnung fand der Andorn auch im Buch Physica von Hildegard von Bingen, die dem Kraut eine große Bedeutung bei Magenbeschwerden und Atemwegserkrankungen einräumte. Es wurde von ihr als warmes Kraut beschrieben. Andorn wurde u.a. mit Salbei, Thymian und Fenchel in Butter angewärmt und auf den Kopf verteilt.
Auch in vielen alten Kräuterbüchern des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (u.a. P. A. Matthioli, Hieronymus Bock) wurde Andorn als Tee oder Weinauszug verwendet und gegen hartnäckige Verschleimung der Lungen verwendet. Bei starkem Husten sowie bei Seitenstechen war Andorn vermischt mit Veilchenwurzel ein häufig verwendetes Hausmittel. Neben diesen Beschwerden wurden Andornzubereitungen auch bei Krankheiten der Leber, Niere und Milz sowie bei Wurmbefall und Geburtsschmerzen verwendet. Bei Blasen- und Nierenbeschwerden wurde jedoch von der alleinigen Nutzung des Heilkrauts abgeraten, außer es wird zusammen mit Süßholz und Rosinen eingenommen.
Andorn, zusammen mit Odermennig, Borretsch und Alant, wurde außerdem bei Verstopfung und Gelbsucht genutzt. Zubereitet wurde die Medizin in Weißwein, wobei jeden Morgen ein Becher voll getrunken wurde. Äußerlich sollte Andorn außerdem bei Grind, Schuppen, Feigwarzen und Hautflechten helfen.
In der heutigen Naturheilkunde ist der Andorn immer noch ein beliebtes Heilkraut.
Nebenwirkungen
Grundsätzlich sind keine Nebenwirkungen bekannt. Es wird jedoch empfohlen die Einnahme von Andornprodukten bei Schwangerschaft oder Stillzeit mit einem Arzt oder Apotheker zu besprechen, da das Kraut die Gebärmutter stimulieren kann.
Andorn in der Küche
In der Küche wird der Andorn kaum verwendet. Die Blätter des Krautes haben einen sehr bitteren Geschmack mit einer leicht scharfen Unternote. Kleinere Mengen werden gelegentlich in Kräutersalaten oder fetten Fleischgerichten ver-wendet. Auch für die Zubereitung von Kräuterlikören lässt er sich nutzen.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Gewöhnliche Andorn ist eine ausdauernde bis halbstrauchige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80cm erreicht. Die Stängel sind aufrecht und vor allem in dem unteren Teil weißfilzig behaart. Der Blatt-stiel ist auch bei den unteren Blättern kürzer als die Blattspreite. Die Blätter sind breit eiförmig bis kreisförmig, der Grund gerundet bis fast herzförmig, der Rand tief und unregelmäßig gezähnt. Die Blätter sind mit Sternhaaren bedeckt; sie sind auf der Unterseite dichter filzig behaart als auf der verkahlenden Oberseite. Das Nervennetz ist in die Blattoberseite tief eingesenkt. Die Scheinquirle stehen voneinander entfernt und sind vielblütig und kugelig. Die Vorblätter sind mindestens so lang wie die Kelchröhre, pfriemlich und zottig-federig behaart. Die Kelchröhre ist 3 bis 4 mm lang, undeutlich 10-nervig und zottig-weichhaarig; die die Art kenn-zeichnenden Kelchzähne sind meist zu zehnt, fast gleich, abstehend, zur Fruchtzeit hakig gekrümmt. Die Krone überragt mit 6 bis 7 mm den Kelch; sie ist weiß und außen dicht sternhaarig. Die Klausen sind 1,5 bis 2 mm lang und haben eine glatte, grau- bis hellbraune Oberfläche. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.
Der Andorn kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Als Heilpflanze in Klostergärten kam er auch nach Mitteleuropa, wo er immer noch hin und wieder angebaut wird. Optisch erinnert der Andorn an Taubnesseln und er wird bestimmt auch oft mit Taubnesseln verwechselt. Er hat gegenständige Blätter und darüber sitzen die quirligen weißen Blüten. Wild kommt er recht selten auf trockenen und mageren Wiesen vor. Man kann ihn jedoch gut im Garten anbauen, weil er ziemlich anspruchslos ist.
Botanik
Das Kraut ist ausdauernd und wird etwa 30-40cm hoch. Aus der spindelförmigen Wurzel erhebt sich der Stängel, vom Grunde an ästig, stumpf-vierkantig und ist wie die Blätter flaumig, in der Jugend spinnwebenartig weiß behaart. Die Laubblätter sind gestielt, ungleich gekerbt, fast immer stark runzelig, anfangs dicht später locker behaart, an der Oberfläche fast immer kahl. Die Blüten sind kurz gestielt, in Scheinquirlen angeordnet, blattachsenständig und reichblütig.
Der Kelch ist röhrig mit 10 Zähnen, die Krone weiß, flaumig behaart.
Geruch
Der Pflanze ist schwach, eigentümlich, der Geschmack aromatisch, etwas scharf, balsamisch, bitter und salzig.
Blütezeit
Ist Juni bis September.
Standor
Die ursprüngliche Heimat des Andorn war Zentralasien und das Mittelmeer, doch ist er seit dem Mittelalter in Mittel- und Nordeuropa eingebürgert. Er bevorzugt Magerwiesen, trockene Weiden, Ödland, gedeiht gerne entlang von Dorfwegen und auf Schuttgelände. Sehr wohl scheint er sich auf überdüngten Plätzen, so auf Viehlagerplätzen zu fühlen.
 
Aussaat und Pflege
Der Anbau von Andorn ist nicht sonderlich schwer, da die Pflanze insgesamt recht anspruchslos ist, wenig Pflege benötigt und nur selten von Krankheiten und Schädlingen befallen wird.
Standort
Optimal für das Kraut sind sonnige Standorte mit kargen, nährstoffarmen und leicht kalkhaltigen Böden. Gut geeignet sind Gärten mit lehmhaltigen oder tonigen Böden. Soll der Andorn auf sandreichem Boden wachsen, so sollte dieser zunächst mit etwas Bentonit (Tonmehl) durchmischt werden.
Aussaat
Die beste Zeit für die Aussaat im Freiland sind die Monate Mai bis Juni. Möglich ist auch eine Vorkultur auf der Fensterbank zwischen März und April. Die Samen des Andorns sind Lichtkeimer und sollten nur leicht in die Erde gedrückt werden. Da das Kraut recht buschig wächst und flach wurzelt, sollte ein Pflanzabstand von etwa 30 bis 40 cm eingehalten werden. Die Erde, in der die Samen keimen sollen, muss immer leicht feucht sein. Die Keimung selbst kann durchaus etwas Zeit in Anspruch nehmen und bis zu drei Wochen dauern. Es ist auch möglich, dass mehrere Samen nicht keimen - dies ist bei der Aussaat entsprechend zu berücksichtigen.
Düngung
Steht im Garten Kompost zur Verfügung, so kann der Boden vor der Aussaat damit durchmischt werden. Es genügen allerdings kleinere Mengen. Ansonsten können auch sparsame Gaben von normalem Universaldünger kurz vor der Blütezeit verwendet werden. Ansonsten eignen sich stickstoffbetonte Dünger mit nur geringen Phosphoranteilen. Wächst der Andorn auf dem Balkon, so sollte der Topf bzw. Kübel alle vier Wochen mit einem normalen Kräuterdünger versorgt werden.
Gießen
Das Kraut benötigt keine großen Mengen an Wasser. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Boden immer leicht feucht ist. Kurze trockene Phasen übersteht der Andorn meist ohne Probleme. An heißen und längeren niederschlagsarmen Sommertagen sollte der Boden vor allem in den Abendstunden einmal kräftig bewässert werden.
Pflege
Es sollte beachtet werden, dass der Andorn eine invasive Pflanze ist und sich schnell um seinen Standort ausbreitet. Zur Blütezeit sollten daher die Blütenköpfe zum großen Teil entfernt bzw. zurückgeschnitten werden.
Krankheiten und Schädlinge
Unter normalen Wachstums- und Standortbedingungen sind Krankheiten und Schädlinge nur selten zu erwarten. Als bitterstoffhaltige Pflanze verfügt der Andorn über einen ausreichenden Grundschutz gegenüber den meisten Schädlingen. An langandauernden warmen bis heißen Tagen mit nur geringer Feuchtigkeit am Tage, sind die Blätter anfällig für Echten Mehltau. Das Risiko steigt, je länger die Pflanze trockene Blätter trägt.
Überwinterung
Andorn toleriert Frost bis etwa -12 °C und gilt als winterhart. Pflanzen, die bereits etwas älter sind, benötigen daher keinen besonderen Winterschutz. Bei jüngeren Pflanzen empfiehlt es sich, den Boden mit etwas Reisig zu bedecken, falls die Fröste zu stark werden.
Ernte
Geerntet wird der Andorn während der Blütezeit. Verwendet werden meist die oberen Pflanzenbestandteile, da die unteren Blätter hohe Bitterstoffanteile aufweisen und zu bitter schmecken.

Weißer Gänsefuß
Der Weiße Gänsefuß, auch Weiß-Gänsefuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gänsefuß in der Familie der Fuchsschwanzgewächse. In Mitteleuropa meist als landwirtschaftliches Unkraut betrachtet, dient er in anderen Regionen als Gemüse, Pseudogetreide oder Futterpflanze.
Der weiße Gänsefuß macht sich überall breit, wo die Erde umgegraben und sich selbst überlassen wurde. Somit ist er eine typische sogenannte Ruderalpflanze. Kaum jemand weiß etwas anzufangen mit dieser oft stattlichen Pflanze. Dabei wurde er früher sogar als Gemüse angebaut. Der weiße Gänsefuß ist ein vielseitiges Wildgemüse und kann auch als Heilpflanze genutzt werden.
 
Steckbrief
Heilwirkung: entzündungshemmend, Blähungen, Verstopfung, Darmentzündung, Würmer, Zahnschmerzen, Rheuma, Blasenschwäche, Menstruation regelnd, Gelenkentzündungen, Geschwollene Füße, Ekzeme, Wunden, Insektenstiche, Sonnenbrand
wissenschaftlicher Name: Chenopodium album
Pflanzenfamilie: Gänsefußgewächse = Chenopodiaceae
englischer Name: Lambsquarter, Fat hen
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Knospen, Wurzeln
Inhaltsstoffe: Saponine, Campesterol, Phenylalanine, Stigmasterol, Betain, Oleanolsäure, Oxalsäure, Sitos-terol, Tryptophan, Tyrosin, Xanthotoxin, Zink
Sammelzeit: Juni bis Oktober
 
Anwendung
Der Gänsefuß wird weder von der Schulmedizin noch von der Volksheilkunde häufig als Heilpflanze angewandt. Er hat aber durchaus einige interessante Heilwirkungen. Um den Saponingehalt abzuschwächen, sollte man die Pflanze nur getrocknet als Heilpflanze anwenden oder gekocht als Wildgemüse.
Tee
Um einen Tee aus dem Gänsefuß zu bereiten, übergießt man ein bis zwei Teelöffel des getrockneten Krautes (oder der Blätter) mit kochendem Wasser. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Innerlich
Gänsefußtee wirkt leicht abführend. Außerdem wirkt er entzündungshemmend. Man kann ihn also gegen Entzündungen im Verdauungssystem und im Mundraum einsetzen. Er soll auch gegen rheumatische Schmerzen helfen. Aufgrund seines Gehaltes an Stigmasterol müsste der Gänsefuß auch den Eisprung fördern können. Er enthält zudem östrogenähnliche Substanzen, was auf eine mögliche Wirkung gegen Wechseljahresbeschwerden hindeutet.
Äußerlich
Tee aus dem Gänsefuß kann man äußerlich als Bad, Waschung oder Umschlag anwenden. Diese Anwendung soll gegen Insektenstiche, Ekzeme, Sonnenbrand, Gelenkentzündungen und geschwollene Füße hel-fen. Der frische Saft des Stammes soll gegen Sommersprossen helfen.
Samen
Die Samen werden zur Linderung von Blasenproblemen gekaut.
Küche
Den Gänsefuß kann man als vielseitiges Wildgemüse verwenden. Man sollte ihn wegen der enthaltenen Saponin jedoch nur gekocht benutzen. Er sollte auch nicht häufig und in großen Mengen gegessen werden. Hin und wieder gegessen ist er jedoch gut als Gemüse geeignet. Die Blätter kann man als Spinatersatz zubereiten. Zusammen mit Bohnen gekocht, wirken die Blätter des Gänsefußes Blähungen entgegen. Knospende Blütenstände können wir Brokkoli verwendet werden. Die Samen kann man trocknen und gemahlen dem Mehl zum Backen zufügen. Man kann sie auch als Grütze kochen, was in Indien sehr beliebt sein soll. Man kann die Samen auch zur Keimung von Sprossen verwenden und Salaten zugeben. Zu diesem Zweck sollten die Samen zuerst über Nacht eingeweicht werden und dann gründlich ausgespült, um die Saponine zu entfernen.
Im Westhimalaja und in Indien wird der Weiße Gänsefuß kultiviert und dort werden seine Blätter und Sprosse
wie Spinat als Kochgemüse genutzt. Der Genuss großer Mengen ist jedoch wegen der leicht abführenden Wirkung schädlich. Größere Mengen der Samen wurden in Pfahlbauten gefunden und legen die Möglichkeit eines prähistorischen Ackerbaus nahe. Die Samen werden in Indien sogar dem Buchweizen vorgezogen. Sie ergeben gekocht eine Grütze. Auch werden sie zu Mehl verarbeitet, das meist als Beimischung zu so genannten Hungerbroten verwendet wird; z. B. während der Hungersnot in Russland 1891/1892. Als Brot sind sie aber nicht so gut verdaubar wie in gekochtem Zustand. Die Samen können auch zu Sprossen gekeimt werden und Salaten zugegeben werden. Es wird empfohlen, die Samen über Nacht einzuweichen und vor der Zubereitung gut abzuspülen, um die Saponine zu entfernen. Junge Blütenstände ergeben gekocht ein Brokkoliartiges Gemüse.
Futterpflanze
In einigen Staaten der USA, Kanadas und auf den Hebriden dienen die Kulturen als Schweine- und Schaffutter. Die Samen sind auch als Vogelfutter zu verwenden.
Sonstiges
Aus den jungen Sprossen kann ein grüner Farbstoff gewonnen werden. Die zerstoßenen frischen Wurzeln liefern einen milden Seifenersatz. In der Landwirtschaft bereitet der Weiße Gänsefuß häufig Probleme als Unkraut.
 
Geschichtliches
Früher wurde der weiße Gänsefuß als Gemüse angebaut. Schon in manchen Pflahlbauten wurden größere Mengen der Samen gefunden, was für eine gezielte Nutzung des weißen Gänsefußes spricht. Auch als Tierfutter, speziell für Gänse wurde er verwandt, was ihm auch seinen Namen eingebracht hat. Er kann aber auch als Futter für Schweine und Schafe genutzt werden. Die Samen eignen sich als Vogelfutter. Angeblich wurde der Gänsefuß auch als Verhütungsmittel benutzt, denn er soll den Menstruationszyklus hemmen können. Dazu müsste man ihn aber wohl sehr hochdosiert und in einer genau abgestimmten Weise einnehmen.
 
Pflanzenbeschreibung
Man vermutet, dass der weiße Gänsefuß seine ursprüngliche Heimat im Himalaya hat. Er hat sich jedoch schon seit Jahrtausenden fast weltweit ausgebreitet. Als Kulturbegleiter folgt er den Siedlungen der Menschen, denn er wächst gerne auf nährstoffreichen Böden, besonders, wenn diese vom Menschen bearbeitet wurden. Er kommt in Gärten, auf Feldern, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, an Ufern und auf Waldlichtungen vor. Der weiße Gänsefuß ist eine sehr vielgestaltige Art, deren Vertreter manchmal gar nicht wie die gleiche Pflanze aussehen. Die einjährige Pflanze wird bis zu drei Meter hoch, an kargen Stellen gibt es jedoch auch weiße Gänsefüße, die nur fünf Zentimeter hoch werden. Die Wurzel des Gänsefußes reicht bis zu einen Meter tief, weshalb er auch Trockenperioden gut überstehen kann. Der Stängel wächst aufrecht und meistens stark verzweigt. Die Blätter stehen an Stielen, die dem Stängel entspringen. Im unteren Bereich sind die Blätter gelappt mit gesägten Rändern, weiter oben sind sie schmal lanzettlich oder eiförmig-rhombisch. An der Oberseite sind die Blätter meistens dunkelgrün und etwas mehlig bestäubt. Auf der Unterseite sind die Blätter weißlich. Die weiß-grünen Blüten sind geknäulte Knubbel und recht unscheinbar. Sie sind weißlich bemehlt, was der Pflanze die Nebenbezeichnung weiß eingebracht hat. Die Blüten stehen in Scheinähren in den Blattachseln. Die Samen sind schwarz und glänzen. Eine große Pflanze kann über eine Million Samen produzieren.
Der Weiße Gänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwichen 10 und 150 (selten bis 300) cm erreicht und bis zu 1 Meter tief wurzelt. Der meist aufrechte Stängel ist gelblich grün, grün gestreift, vor allem im Herbst auch rötlich überlaufen oder mit roten Flecken in den Blattachseln und ist besonders im Blütenstand stark durch Blasenhaare mehlig bestäubt. Er ist oft stark verzweigt, im unteren Teil mit bogig aufsteigenden, im oberen Teil mit aufrechten Seitenzweigen. Die wechselständigen Laubblätter sind 1 bis 2,5 cm lang gestielt. Die unterseits bemehlte, oberseits meist kahle Blattspreite mit einer Länge von 2 bis 6 (bis 10) cm und einer Breite bis 5 cm ist sehr vielgestaltig: meist rhombisch-eiförmig bis breit lanzettlich, manchmal schwach dreilappig, länger als breit, mit keilförmiger Basis. Der Blattrand ist meist unregelmäßig bogig gezähnt, schwach gesägt oder auch ganzrandig. Die oberen Blätter sind lanzettlich und meist ganzrandig.
Die Blütenstände sind endständige oder in den oberen Blattachseln entspringende, verzweigte ährenartige Rispen. Die zwittrigen Blüten sitzen in Knäueln von 3 bis 4 mm Durchmesser zusammen, Vorblätter fehlen. Die Blütenhülle besteht aus fünf bis fast zur Basis getrennten Tepalen von 1mm Länge und Breite, die stumpf eiförmig, bemehlt, hautrandig und auf dem Rücken gekielt sind. Die Blüten enthalten fünf Staubblätter mit herausragenden Staubbeuteln und einen Fruchtknoten mit zwei Narben.
Zur Reifezeit wird die flach-eiförmige Frucht größtenteils von der Blütenhülle bedeckt und fällt zusammen mit dieser ab. Die dünne Fruchtwand liegt dem Samen mehr oder weniger an. Der horizontale Same mit einem Durchmesser von 1 bis 1,5 mm ist linsenförmig-eiförmig mit abgerundetem Rand. Die schwarze Samenschale ist glatt und glänzend oder weist schwache radiale Streifen auf.
 
Anbautipps
Normalerweise wird man eher versuchen, den weißen Gänsefuß aus dem Garten zu vertreiben als ihn anzubauen. Wer ihn aber dennoch in seinem Garten vermisst und ihn anbauen will, kann dies einfach durch Aussaat tun. Der weiße Gänsefuß mag Böden mit mittlerem Nährstoffgehalt. Der Standort sollte sonnig sein, denn Schatten mag der Gänsefuß nicht. Im Frühjahr kann man den Gänsefuß direkt ins Freiland säen. Die Samen keimen innerhalb weniger Tage, was sie auch für die Keimung von Sprossen geeignet macht. Wenn man große, verzweigte Pflanzen haben will, vereinzelt man die jungen Pflanzen auf 30 bis 50 cm.
 
Sammeltipps
Die Blätter kann man ab dem Frühsommer bis zum Oktober ernten. Anschließend trocknen für die Verwendung als Tee oder frisch als Gemüse kochen. Die knospenden Blütenstände können ab Juli geerntet werden zur Verwendung als Gemüse. Ab August kann man auch die Samen ernten.

Bachblüten
Man kann nicht `nein` sagen (Centaury)
Sie können einfach zu niemanden nein sagen
Centaury hilft ihnen wieder sich zurückzuziehen und nein zu sagen
Bachblüten
Man lässt sich fehlleiten, in dem Wunsch, anderen gefällig zu sein, im Extremfall bis zur Selbstverleugnung (Centaury)
Diese Menschen lassen sich leicht fehlleiten in dem Wunsch, anderen Menschen zu gefallen, es geht hin bis zur Selbstverleugnung
Hier lassen sie sich nicht mehr fehlleiten, auch nicht mehr um andere zu gefallen
Kochen im Zyklus der 5 Elemente
Wenn wir bei einem Gericht alle 5 Geschmacksrichtungen mit einbeziehen, ergibt das harmonisches und geschmacklich abgerundetes Ganzes zur Aufrechterhaltung der Vitalität und Gesund-heit ist deshalb anzustreben, in einem Essen alle Geschmäcker vertreten zu haben.
In der Traditionell Chinesischen Medizin werden alle Lebensmittel den 5 Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet. Diese 5 Elemente stehen in Beziehung zueinander und haben eine natürliche Reihenfolge, die dem Ablauf der dazugehörigen Jahreszeiten entspricht. So füttert jeweils das eine Element das ihm nachfolgende.
Das bezieht sich u.a. auch auf die dazugehörigen Organsysteme. Wir sprechen vom sogenannten Fütterungszyklus. So füttern beispielsweise Milz und Magen die darauffolgenden Organsysteme Lunge und Dickdarm.
Ungleichgewichte in dem einen Organ können daher auch Störungen im nächst angesiedelten Element auslösen. Aber auch im positiven Sinn kann man sich beim Kochen dieses Prinzip nun zunutze machen. Durch das Kochen der jeweiligen Zutaten in der fütternden Reihenfolge wird dem Essen energetisch mehr Kraft zugesetzt.
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