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Maiglöckchen tt
Das Maiglöckchen ist eine Pflanzenart aus der artenarmen Gattung Convallaria in der Familie der Liliengewächse. In der Deutschschweiz wird auch der Trivialname Maieriesli verwendet. Es wurde 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Mit dem duftenden Maiglöckchen wird so mancher Maifeiertag begangen. In vielen Gegenden sind an diesem Tag junge Menschen unterwegs, die kleine Maiglöckchensträuße verkaufen. Da kann man immer nur hoffen, dass diese Sträuße aus Gärtnereien stammen, denn das wildwachsende Maiglöckchen steht unter Naturschutz. Heutzutage denkt kaum jemand an eine medizinische Anwendung beim Anblick der hübschen weißen Blütentrauben. Doch das Maiglöckchen ist ein wertvolles Heilmittel, das schwache Herzen stärkt und unregelmäßigen Herzen wieder zu einem Rhythmus verhilft. Es wirkt deutlich milder und ungefährlicher als der viel verwendete Fingerhut. Früher wurde das Maiglöckchen sogar als Allheilmittel betrachtet, doch seine Giftigkeit hat den Einsatz des Maiglöckchens für Alltagsbeschwerden nahezu vollständig zum Erliegen gebracht.
 
Anwendung
Achtung! Giftig. Maiglöckchen nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden. Das Ausmaß der Giftigkeit des Maiglöckchens ist jedoch umstritten. Berichte über ein totes Kind, das Maiglöckchen-Blumenwasser getrunken hatte, ließen   sich nicht belegen, andere Todesfälle sind nicht bekannt. Allerdings kann es vor allem bei kleinen Kindern, die die Beeren gegessen haben, zu Durchfall   und Erbrechen kommen, manchmal gepaart mit Herzrhythmusstörungen. Zum Essen ist das Maiglöckchen also keinesfalls geeignet.
Früher galt das Maiglöckchen als Allheilmittel, doch dann wurde seine Giftigkeit festgestellt und seine Anwendung geriet nahezu in Vergessenheit.
Maiglöckchen als Herzmittel
Später wurde jedoch herausgefunden, dass die Glykoside, die im Maiglöckchen enthalten sind, ähnlich wirken wie das Herzmittel Strophanthin, aber weniger giftig sind. Maiglöckchen sind auch weniger giftig als der vielfach benutzte Fingerhut, und sie sammeln sich zudem nicht schädlich im Körper an. Daher werden Präparate mit Maiglöckchen-Wirkstoffen heutzutage gerne gegen eine Vielzahl von Herzbeschwerden eingesetzt. Sie helfen bei Herzschwäche, Herz-rhythmusstörungen und Altersherz. Auch bei herzbedingtes Asthma kann das Maiglöckchen in ärztlich verschriebenen Fertigpräparaten helfen.
Maiglöckchen für das Nervensystem
In der Volksheilkunde wurde das Maiglöckchen früher gegen alle Arten von Krankheiten eingesetzt. Davon ist vor allem die Anwendung bei Problemen des Nervensystems übrig geblieben. Manchmal wird es zur Vorbeugung gegen und zu Nachbehandlung von Schlaganfall benutzt. Auch gegen Epilepsie wird es traditionell angewandt, jedoch ist der Nutzen dieser Anwendung nicht belegt. In homöopathischer Verdünnung ab D1 kann man das Maiglöckchen vorsichtig anwenden.
 
Geschichte
Als Heilpflanze wurde das Maiglöckchen erstmals in Gabriel von Lebensteins Abhandlung „Von den gebrannten Wässern“ erwähnt, deren ältester bekannter Textzeuge aus dem 1. Viertel des 15. Jh. stammt. Darin wurde das Maiglöckchen als Marienblume beschrieben: „Lilium convalium. Es hat auch vnſer libe fraw geſprochen in dem puch der libe: Ich pin ein plvm des tals vnd auch des grvnen waldes.“ Lebenstein schrieb dem aus Maiglöckchenblumen gebrannten Wasser folgende Heilwirkungen zu:
Allgemeine Wirkung bei innerer Anwendung: Vorbeugung gegen „hohen siechtag“ (lässt sich nicht sicher deuten), stärkt das Herz und alle Organe des Menschen.
Innere Anwendung: gegen Wehenschwäche, Lähmung nach Schlaganfall („von paraliß geschLagen“), Verlust des Sprechvermögens, Wassersucht, Weh in den Lenden, Menstruationsbeschwerden, Hauterkrankungen („ausseczig“), Harnentleerungsstörungen, „Faulen“ der Leber, Atemwegserkrankung – Lungenemphysem („Wachsen der Lunge“), Heiserkeit, Halsschwellung.
Äußerliche Anwendung: gegen Augenrötung, Entzündung an den männlichen Geschlechtsteilen, Erbgrind auf dem Kopf, graue Haare, üblen Geruch aus Nase und Mund.
In dem Michael Puff aus Schrick zugeschriebenen Büchlein von den ausgebrannten Wässern wurden Lebensteins Indikationen in gestraffter Form wiederholt und durch die Angabe „wirkt giftwidrig“ ergänzt. Im Mainzer Gart der Gesundheit von 1485 bildete Erhard Reuwich das Maiglöckchen naturgetreu ab. Der Text erwähnte die wohlriechenden Blumen, verglich die Blätter mit den Wegerichblättern und beschrieb die Herstellung eines Destillats aus den Blumen:
„Diſſe blomen ſynt beſſer an irer krafft wan das krut. Vnd die wůrtzeln beſſer dan die blomen. Item nym diſſer blomen eyn halb phunt vnd thu darvber gůten lutern wyn vnd laiß die dar inne beyſſen vier wochen. Darnach ſeyge den wyn abe vnd diſtillier den durch eyn elembig funff male. Diſſer wyn alſo diſtillieret ist beſſer dan golt. Wer diſſen wyn miſchet mit vi. pfeffer korner vnd wenig lavendel waſſer der darff ſich den ſelbigen monat nit beſorgen fur dem ſlage.“
Bis zur Mitte des 19. Jh. wurde das Maiglöckchen von der Schulmedizin vernachlässigt, dann aber – aus der russischen Volksmedizin auftauchend – wiederentdeckt und als Ersatzstoff der Digitalis und der Scilla bei Herzmuskelschwäche mit Wasserstauung eingesetzt. 1858 stellte der Heidelberger Pharmakologe Georg Friedrich Walz aus dem Maiglöckchen die Glycoside «Convallamarin» und «Convallarin» dar. 1867 machte der Göttinger Wilhelm Marmé Tierversuche mit «Convallamarin», bewies dessen Herzwirkung, ermittelte die für Hunde tödliche Dosis und reihte es unter die Digitaloide ein. Das Convallarin erkannte er als Abführmittel und schied es für die Herztherapie aus
 
Giftigkeit
Das Maiglöckchen wird insgesamt als sehr stark giftig eingestuft. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders aber Blüten und Früchte. Es wurden 38 Glycoside in der Pflanze gefunden, die sich von 9 Aglyka ableiten lassen. Hauptwirkstoffe: Convallatoxin, Convallatoxol, Convallosid und Desglucocheirotoxin. Vergiftungserscheinungen: Bei äußerlichem Kontakt mit der Pflanze treten Haut- und Augenreizungen auf. Bei Aufnahme durch den Mund treten Übelkeit, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Schwindel und Brustbeklemmung auf. Zunächst tritt hoher Blutdruck und rascher Puls, später verminderter Blutdruck, sehr langsame und tiefe Atmung und schließlich Herzstillstand ein. Nach dem Genuss von einer bis fünf Beeren sind höchstens kurzzeitige Sinusarrhythmien beobachtet worden, meist keine Symptome. Bei größeren Mengen muss wie bei einer Herzglykosid-Vergiftung behandelt werden.
Durch Beeren, Blüten und Blätter sind besonders Kinder gefährdet. Bei Aufnahme von Teilen der Pflanze sollten der Giftnotruf oder ein Arzt konsultiert werden. Mit dem Maiglöckchen wird z. B. Bärlauch beim Sammeln immer wieder verwechselt. Der typische Knoblauchgeruch von Bärlauch unterscheidet beide. Schwere Vergiftungen von Tieren können bei der Waldmast auftreten. Auch Geflügel ist gefährdet.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Maiglöckchen ist in Europa und Nordamerika heimisch. Es wächst in Laubwäldern, bevorzugt Buchenwäldern, und kommt selten vor. Dort wo es wächst, steht es aber meistens in größeren Beständen. Aus dem ausdauernden Wurzelstock treiben im Frühjahr lange, ovale Blätter mit Spitze aus, die paarweise zusammengewachsen sind. Zwischen den beiden Blättern wächst ein Blütenstängel, der eine einseitig hängende Traube von kleinen, weißen Blüten trägt. Die Blüten sehen aus wie kleine Glöckchen. Sie duften sehr stark und wohlriechend. Aus den Blüten entwickeln sich später leuchtend rote Beeren.
Achtung! Die Pflanze darf nicht gesammelt werden, denn sie steht unter Naturschutz!
Das Maiglöckchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 cm erreicht. Es besitzt ein bis zu 50 cm tief wurzelndes Rhizom als Speicher- und Überdauerungsorgan und wird daher zu den Rhizomgeophyten gezählt. Das relativ dünne, kriechende und ausläuferartige Rhizom verzweigt sich monopodial. Die oberirdischen Sprosse bilden sich daher jeweils hinter der Rhizomspitze. Mit Hilfe ihrer anfangs kegeligen Form durchbrechen die jungen Sprosse im Frühjahr den Erdboden. Der ansonsten unbeblätterte, aufrecht wachsende und kantige Stängel besitzt an seiner Basis meist zwei Laubblätter in gerollter Knospenlage, die ihn scheidig einhüllen.
Das Maiglöckchen zeigt zwei bis drei Laubblätter, die direkt dem Rhizom entspringen. Sie gliedern sich in eine stielähnliche, einen Scheinstängel bildende Blattscheide und die Blattspreite. Die Länge der Scheide beträgt etwa 4 bis 30 Zentimeter. Die ganzrandige Blattspreite ist unbehaart. Ihre Länge variiert zwischen 12 und 20 Zentimeter, die Breite umfasst zwischen 2,5 und 5 Zentimeter. Sie ist breitlanzettlich geformt und läuft in einer kurz zugespitzten Blattspitze aus. Blattober- und Blattunterseite zeigen eine dunkelgrüne Färbung, die Blattoberseite ist deutlich glänzend. Zum Blattgrund hin verschmälert sich das Blatt in den Scheinstängel, wobei die stielähnliche Scheide des niedriger ste-henden Blattes die des höher stehenden Blattes scheidenförmig umschließt. Zusätzlich umhüllen mehrere sich umfassende häutige Niederblätter scheidig die Basis der Scheinstängel.
Zwischen März und Juni entwickeln sich in einem mehr oder weniger einseitswendigen traubigen Blütenstand fünf bis zehn nickende, breitglockige Blüten. Jede Blüte steht über einem häutigen, 4 bis 20 mm langen, lanzettförmigen Tragblatt, das in etwa halb so lang wie das 5 bis 11 mm lange Blütenstielchen ist und dieses an der Basis umhüllt. Kennzeichnend für die Blüten des Maiglöckchens ist der charakteristische, intensiv süßliche Duft, über den potenzielle Bestäuber angelockt werden. Bestimmend für die Duftnote gilt das aromatische Aldehyd Bourgeonal. Die reinweiße Blütenhülle des Maiglöckchens ist einheitlich gestaltet und, wie bei der Unterfamilie Nolinoideae weit verbreitet, erfolgt keine Unterteilung in Kelch und Krone. Die sechs 5 bis 9 mm langen Perigonblätter sind bis auf ihre sechs kurzen, 1 bis 3 Millimeter langen, zurückgebogenen Zipfel fast vollständig glockenförmig miteinander verwachsen. Die Perigonblätter sind mit mikroskopisch kleinen Drüsen besetzt. Das Perigon ist meist rein weiß, selten haben Exemplare innen, wo die Staubblätter eingefügt sind, sechs purpurviolette Flecken. Die Blüte des Maiglöckchens ist zwittrig, d. h., sie enthält Staub- und Fruchtblätter in einer Blüte. Es sind zwei Kreise mit je drei untereinander freier, fertiler Staubblättern vorhanden. Die kurzen, meist schwach rötlich gefärbten Staubfäden sind mit der Basis der Blütenhüllblätter verwachsen und überragen diese nicht. Die gelben, länglichen bis lanzettlichen Staubbeutel besitzen zwei Theken. Sie öffnen sich auf beiden Seiten von oben nach unten mit einer Längsspalte um den Pollen zu entlassen. Drei Fruchtblätter sind zu einem rundlichen, oberständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer bein-haltet vier bis acht Samenanlagen. Den kurzen, dicken, gerade stehenden Griffel schließt eine kleine, schwach dreilappige bis kopfige Narbe ab. Der Griffel überragt die Blütenhülle nicht.
Die mit einem Durchmesser von sechs bis zwölf Millimeter kugeligen, dreifächerigen Beeren färben sich bei Reife leuchtend rot. Sie enthalten Fruchtfleisch und ein bis fünf Samen. Die gelben bis hell-braunen Samen sind etwa drei bis vier Millimeter lang und fast kugelig bis kantig geformt. Sie benötigen Kälte zum Keimen und gelten als kurzlebig.

Löffelkraut
Das Echte Löffelkraut ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Kreuzblütengewächse gehört. Weitere Trivialnamen sind Bitterkresse, Skorbutkraut, Löffelblättchen, Löffelkresse und Scharbockskraut. Es ist ein nahezu in Vergessenheit geratenes Heil- und Küchenkraut.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend,  Rheumatismus, harntreibend
wissenschaftlicher Name: Cochlearia officinalis
Verwendete Pflanzenteile: Presssaft, Blätter
Sammelzeit: Mai und Juni
 
Anwendung
Noch vor 300 Jahren wurde es in fast allen europäischen Gärten gepflanzt, denn es war eine wirksame Pflanze gegen den Skorbut. Es wurde daher eingesalzen und fässerweise auf Seereisen mitgenommen. Sogar die Wikinger sollen sich diese Eigenschaften auf ihren Seefahrten zunutze gemacht haben. Löffelkraut gedeiht an einem sonnigen Platz ebenso gut wie im Halb- oder Vollschatten. Es benötigt Feuchtigkeit. Man kann Löffelkraut im Frühjahr und im Herbst aussäen, die Samen muss man nur flach auf die Erde drücken und sie keimen nach 21 bis 28 Tagen. Die Pflanzen werden etwa 30 cm hoch und sollten etwa 10 bis 20cm Abstand zueinander haben. Wer in der Küche einige Blätter benötigt, kann einzelne Blätter auch unter dem Schnee abpflücken, denn es bleibt wintergrün. Löffelkraut schmeckt der Kresse (auch eine Art aus der Familie der Kreuzblütengewächse) ähnlich. Es schmeckt zu allen Blattsalaten, Kräuterquark, Kräuterbutter, gelben Rüben und Kartoffeln. Es lässt sich schlecht trocknen, aber gut in Salz einlegen.
Heilkunde
Löffelkraut wird bei Frühjahrsmüdigkeit und Ermüdungen nach großen körperlichen Anstrengungen eingesetzt. Es soll blutstillend bei Blutungen im Mund- und Nasenraum wirken, der Tee der getrockneten Pflanze soll bei Gicht und Rheuma hilfreich sein. Wie der Namensbestandteil „officinalis“ zeigt, gehörte die Pflanze früher zum Grundstock der Apotheker.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Echte Löffelkraut wächst als zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 cm. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Rosette zusammen und sind am Stängel verteilt. Die Grundblätter sind meist nierenförmig. Die oberen Stängelblätter sind sitzend sowie stängelumfassend und herzförmig. Die Blüten stehen an traubigen Blütenständen. Die duftenden, zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier freien Kronblätter sind 3 bis 5,5 mm lang und weiß. Die Fruchtstiele stehen fast waagerecht von der Blütenstandsachse ab und sind ein- bis dreimal so lang wie die reifen Schötchen. Die Schötchen sind eiförmig bis kugelig und an beiden Enden meist abgerundet. Die Samen sind bis 1,5 mm lang. Kälte zum Keimen und gelten als kurzlebig.

Bachblüten
Nervöse Handbewegungen, Zappelphillip (Impatiens)
Diese Menschen haben nervöse Handbewegungen und sind richtige Zappelphilippe
Mit der Blüte können sie dies unter Kontrolle bringen
Bachblüten
Ich leide unter Versagensängste (Larch)
Diese Menschen leiden unter große Versagensängste
Mit der Bachblüte können sie diese Versagensängste überwinden
Konservieren von Kräutern
-     Trocknen: Pilze und Bakterien wird durch die Trocknung der Nährboden entzogen
-     Einsalzen: frische Kräuter werden fein geschnitten, mit Salz gut vermischen und in Gläser gefüllt
-     Kräutersalz: völlig trockene Kräuter werden in einem Mörser zusammen mit Salz zerstoßen, dann gesiebt und in einem Glas aufbewahrt
-     Einfrieren
-     Kräuteröl
-     Essig
Kräuter richtig ernten
Bei der Kräuterernte kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Das Aroma von Kräutern wie Thymian oder Salbei ist kurz vor der Blüte am ausgeprägtesten, danach kommt die Kraft der Samen-bildung zugute – auf Kosten der ätherischen Öle. Oregano und Bohnenkraut sind eine Ausnahme und bleiben auch während der Blüte aromatisch. Zitronenmelisse und Pfefferminze dagegen schmecken dann eher unangenehm. Schneiden Sie deshalb von diesen Kräutern bei der Ernte stets ganze Stängel bis eine Handbreit über dem Boden ab. Das fördert den – wieder leckeren – Neuaustrieb. Den jeweils idealen Zeitpunkt der einzelnen Kräuter finden Sie in Kräuterbüchern.
Ideal für die Ernte von Kräutern ist ein sonniger Vormittag, sobald der nächtliche Tau abgetrocknet ist. Schneiden Sie die Pflanzen möglichst noch vor der Mittagshitze. Wenn Sie die Kräuter frisch in der Küche verwenden, können Sie hingegen zu jeder Tageszeit ernten. Verwenden Sie zur Ernte ein scharfes Messer oder eine Schere und schneiden Sie von den Stielen nur so viel ab, dass etwa die Hälfte der Blätter dranbleibt – so können sich die Pflanzen rasch regenerieren. Eine Ausnahme bilden die oben schon genannten Kräuter, die ab der Blüte einen unangenehmen Geschmack entwickeln, und durch den radikaleren Schnitt zum Neuaustrieb angeregt werden.
Kräuter durch Trocknen konservieren
Das Trocknen von Kräutern ist gängigste Konservierungsmethode für Kräuter. Besonders geeignet sind Gewürz- und Teekräuter, wie Salbei, Thymian oder Pfefferminze und Zitronenverbene. Auch das Trocknen von Rosmarin ist empfehlenswert. Bei großblättrigen Arten wie Salbei und Lorbeer pflückt man nur die Blätter und trocknet sie anschließend auf einer Darre. Dazu eignet sich zum Beispiel ein Holzrahmen mit einer Bespannung aus Gaze-Gewebe oder feinem Maschendraht. Die Stiele kleinblättriger Arten fasst man zu kleinen Bündeln zusammen und hängt sie an einem luftigen Ort auf. Er sollte möglichst dunkel sein, damit die Blätter und Stängel ihre frischgrüne Farbe behalten und die natürlichen Aromastoffe nicht durch intensives UV-Licht zerstört werden. Die trockenen Blätter sollte man abstreifen und in dunklen Schraubgläsern oder Blechdosen aufbewahren. Wichtig: Trocknen Sie Kräuter nie in der prallen Sonne, bei Zugluft oder im heißen Backofen, denn so gehen die aromatischen Inhaltsstoffe verloren.
Kräuter einfrieren oder einlegen
Schnittlauch, Dill, Kerbel, Basilikum, Petersilie und andere Arten mit weichen Blättern und Trieben eignen sich besser zum Einfrieren. Frische Kräuter waschen, trockentupfen und auf einem Holzbrett fein zerhacken. Füllen Sie die gehackten Kräuter anschließend in kleinen Portionen in die Fächer eines Eiswürfelbehälters, gießen Sie etwas Wasser auf und frieren Sie sie anschließend sofort ein. Tauen Sie die Kräuter zum Verwenden nicht auf, sondern geben Sie sie direkt im gefrorenen Eiswürfel an die Speisen. Die gefrorenen Eiswürfel lassen sich monatelang aufbewahren.
Manche Kräuter wie Basilikum, Dill, Blatt-Koriander und Kerbel vertragen Trocknen gar nicht. Dafür lassen sie sich prima in Essig oder Öl konservieren. Einfach ein paar Kräuterstiele in einer Flasche mit Olivenöl bedecken und zwei bis drei Wochen stehen lassen. Täglich umrühren und dann das Öl durch ein grobmaschiges Tuch abseihen.
Das Herstellen von Pesto ist ebenfalls eine bewährte Konservierungsmethode für bestimmte Kräuter. Im folgenden Video zeigen wir Ihnen, wie Sie aus Bärlauch ein Pesto herstellen.
Kräutersalz
Salz konserviert frische Kräuter ebenfalls sehr gut. Es hemmt das Wachstum von Lebensmittel verderbenden Mikroorganismen. Dabei gilt: viel Salz und wenig Kraut. Bei getrockneten Kräutern reicht ein Mischungsverhältnis von 1:1. Einfach klein mörsern oder mixen, mit Salz mischen und in kleine, dicht schließende Gläser abfüllen. Sobald Sie die wieder öffnen, duftet es nach Sommer!
Kräuterwurzeln konservieren
Nach dem Ausgraben werden die Kräuterwurzeln unter fließendem Wasser abgespült und trocken getupft und dann schnell weiterverarbeitet. Entfernen Sie angenagte und unschöne Teile und schneiden Sie dicke Wurzeln und Rhizome (zum Beispiel Ingwer) vor dem Trocknen in Stücke oder Scheiben. Zum Trocknen werden die Wurzelstücke mit einer Stopfnadel auf Küchengarn oder Bast aufgefädelt und an einem schattigen Ort aufgehängt. Lassen sich die Wurzelstücke leicht durchbrechen, sind sie trocken.

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