Direkt zum Seiteninhalt
ALANT
Der ursprünglich aus Asien stammende Alant gehörte früher in jeden Bauerngarten. Heute ist er jedoch nur noch in den Bauerngärten im Gebirge verbreitet und ansonsten weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei ist er eine vielseitige Heilpflanze. In Thüringen wird er noch im großen Stil angebaut. Echter Alant ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Der Alant mit seinen großen gelben Blütenköpfen stammt ursprünglich aus Anatolien und ist heute weit verbreitet. Die Wurzeln von Inula helenium, wie der Alant botanisch bezeichnet wird, werden in der Naturheilkunde vor allem gegen zahlreiche Lungenbeschwerden verwendet. Früher und vereinzelt auch heute galten kandierte Alantwurzeln als Delikatesse. Da die Pflanze jedoch ein nicht geringes Allergiepotenzial mit sich trägt, hat sich ihre Bedeutung als Küchenpflanze deutlich verkleinert.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten, Asthma
Heilwirkung: auswurffördernd, antibakteriell, antimykotisch, antiseptisch, blutreinigend, entzündungshemmend, galletreibend, harntreibend, hustendämpfend, karminativ, krampflösend, leberanrengend, menstruationsregelnd, schleimlösend, schweißtreibend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd, wurmtreibend
Anwendungsbereiche: Angina, Appetitlosigkeit, Atemnot, Blähungen, Blutarmut, Brechmittel (in größeren Dosen), Bronchitis, Brustschmerzen, Chronische Bronchitis, Darmentzündung, Durchfall, Ekzeme, Flechten, Gallebeschwerden, Gelbsucht (alte Anwendung), Geschwüre, Juckreiz, Harnverhalten, Hauterkrankungen, Hautjucken, Hautunreinheiten, Keuchhusten, Krämpfe, Krätze (früher), Lungenentzündung (begleitend), Lungenleiden, Magenschwäche, Mandelentzündung, Muskelrisse, Muskelzerrungen, Reizhusten, Rippenfellentzündung, Schlecht heilende Wunden, Tuberkulose (früher), Verdauungsschwäche, Verschleimung, Wechseljahresbeschwerden, Würmer, Wunden, Zuckerersatz (Herstellung von Diabetikernährmitteln), Homöopathisch: Lungenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Reizhusten
wissenschaftlicher Name: Inula helenium, Helenium grandiflorium, Aster helenium
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Elecampane
andere Namen: Alantkraut, Alantwurzel, Aletwürze, Altkraut, Altwurz, Brustalant, Dammkraut, Darmwurz, Donarvarwurzel, Donnerkraut, Echter Alant, Edelherzwurz, Edelwurz, Galantwurzel, Glockenwurz, Gottesauge, Großer Heinrich, Heilwurz, Helenenkraut, Hexenschusskraut, Krätzenwurz, Odinskopf, Oltwurz, Schlangenkraut, Schlangenwurz, Ulenkwurz, Weidenalant
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter
Inhaltsstoffe: Inulin, ätherisches Öl, Alantsäure, Kampfer (Alantkampfer), Helenin, Sesquiterpenlactone, Alantolacton, Harze, Azulen, Pektin, Wachs, Bitterstoff, Triterpene, Polyacetylene, Sterole, Beta-Sitosterol
Sammelzeit: März bis Mitte April, September bis November
Blütezeit: Juni bis September
Heilkräftiger Pflanzenteil: der Wurzelstock () wird von den 2-3jährigen Pflanzen im Spätherbst (November bis Mitte Dezember (ausgegraben). Die Wurzel wird der Länge nach durchgeschnitten, auf einen Faden aufgefädelt und im Schatten zum Trocknen aufgehängt.
Heil- und Wirkstoffe: an heilenden Inhaltsstoffen wäre vor allem das Inulin hervorzuheben. Der höchste Inulingehalt mit ca. 40-45% ist in den Herbstmonaten. Daneben enthält die Wurzel ätherisches Öl, Alantsäure (Alantolsäure), Kampfer, geringe Mengen von harzigen Stoffen, ferner Azulen, Pektin, Wachs, wie auch einen nicht näher benannten Bitterstoff.
 
Anwendung
Alant kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Salbe anwenden. In der heutigen Kräuterheilkunde spielt der Alant jedoch eine eher geringe Rolle. Die häufigste Art, Alant anzuwenden ist der Tee.
Heilwirkung
In Zentralasien, seiner Urheimat, war und ist der Alant eine sehr geschätzte Heilpflanze. Hsün Fu Hua nennen ihn die Chinesen und bringt nach fernöstlicher Anschauung das Blut in Bewegung, behebt Stauungen, löst hartnäckigen Schleim und heilt als Salbe Muskelrisse und Brüche. Hippokrates lobt die Alatnwurzel als Arzneitrank für die Uterus (Gebärmutter). Die Naturärzte des Mittelalter spielte der Alantwein, Vinum Enulatum oder Potio sancti Pauli genannt, als Heiltrank eine bedeutende Rolle, der als universelles mittel gegen fast alle Krankheiten des Kopfes, der Lunged, des magens, ja sogar gegen die Pest und Seuchen aller Art, in großen Mengen verbraucht wurde. Um das Jahr 1420 gab es in Regensburg eine sehr gutgehende Herzoglich-bayerische Alatnweinsiederei, die für die Herzöge eine beachtliche Einnahmequelle war. Sowohl die Erfahrungen der Volksheilkunde, als auch die früheren Heilanzeigen der mittelalterlichen Medizin, wurden von der modernen Heilkunde als zutreffend bezeichnet.
Die leichte Abkochung der Wurzel wird mit Erfolg zu Waschungen bei Hauterkrankungen, Hautunreinigkeiten und zu Umschlägen bei Hautjucken, Krätze (Scabies), verwendet.
Der Alanttee hat eine Reihe von Heilanzeigen: er wird angewendet zur Steigerung des Stoffwechsels, gegen die Zuckerkrankheit, gegen Magenschwäche, Darmverschleimung, Darmentzündung (Enteritis), Durchfall (Diarrhöe), Gelbsucht (Ikterus), gegen Verschleimung der Atmungsorgane, u.a. auch die Blutarmut wird günstig beeinflusst, denn Alant gilt als eine blutreinigende und blutvermehrende Heilpflanze.
Zur Bereitung von Alanttee nehmen wir ½ TL der feingeschnittenen frischen oder getrockneten Wurzel für 1 Tasse im Aufguss. 2-3 Tassen am Tage werden schluckweise ungesüßt getrunken. Bei Blutarmut, Verschleimung der Atmungsorgane und zur allgemeinen Stärkung kann man den Tee mit Honig süßen. 1TL Honig für 1 Tasse Tee. Eine Teemischung aus gleichen Teilen Alantwurzel, Thymian, Brennnesselblätter und Lungenkraut ergibt einen sehr guten Kräutertee bei Keuchhusten und Bronchialkatarrh, etwas gesüßt mit Honig.
Alanttee behebt die Urinbeschwerden, längere Zeit getrunken.
Anwendung in der Volksheilkunde
Neben dem Tee wird das kauen der frischen, gut gereinigten Wurzel, vor den Hauptmahlzeiten zur Appetitanregung empfohlen. – die frischen Alantblätter (im Mai, Juni oder Juli gepflückt) wirken wundheilend auf Wunden oder nässenden Flechten aufgelegt. – Nach Ansicht der Volksheilmedizin bewirkt der Kampfergehalt eine Eindämmung der Lungentuberkulose, die Ausbreitung der Tuberkulose-Bazillen wird verhindert. Eine Teekur mit Alantwurzeln bringt den Lungenschwindsüchtigen auch tatsächlich eine fühlbare Erleichterung.
Der Alantwein wird gegen Blutbrechen und körperlichen Verfall sehr empfohlen. Der Alanttee in Form von Umschlägen verwendet, wirkt augenstärkend.
Tee
Für einen Alanttee übergießt man einen Teelöffel Alantwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Alanttee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Alanttee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Alantwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Teemischung gegen Husten
Alant eignet sich auch gut als Bestandteil von Mischtees, beispielsweise als Hustentee. Hier eine Beispiel-Teemischung gegen Husten oder Bronchitis: 40g Alantwurzeln, 20g Spitzwegerichblätter, 20g Süßholzwurzeln, 20g Lungenkraut
Tinktur
Um eine Alanttinktur selbst herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Alantwein
40g frische Wurzeln, sauber rasch gewaschen, in Scheiben geschnitten, mit 50g Weingeist (80%igen) übergossen und durch 24 Stunden zugedeckt stehen lassen. Daraufhin mit l Weißwein an der Sonne oder in Herdnähe durch 3-4 Tage ansetzen, schließlich auspressen und durch ein Stück Leinen filtrieren. Diese Alalntwein, stamperlweise vor den Hauptmahlzeiten eingenommen, nimmt die Appetitlosigkeit, behebt Magenschwäche und allgemeine Körperschwäche nach Operationen oder längerer Krankheit.
Wurzel kauen
Schon Plinius der Ältere empfahl im Altertum das Kauen der Alantwurzel. Diese Anwendung soll: die Verdauung anregen, die Stimmung verbessern, den Geschmacksinn verfeinern. Die Volksheilkunde empfiehlt auch heute noch das Kauen der Alantwurzeln, besonders vor den Mahlzeiten, um den Appetit anzuregen. Am besten kaut man die gereinigten frischen Wurzeln, denn in ihnen sind die Wirkstoffe noch besonders reichlich vorhanden.
Salbe
Traditionell wird eine Alantsalbe aus frischen Alantwurzeln und mit Schweineschmalz hergestellt. Dazu werden die gereinigten, frischen Alantwurzeln fein geschnitten, gekocht und dabei zerstoßen bis ein Brei entsteht. Dieser Brei wird mit Schweineschmalz vermischt und anschließend durch ein Tuch geseiht.
Dann füllt man die Salbe in einen Tiegel und lässt sie abkühlen. Alternativ könnte man den frischen, gekochten Pflanzenbrei auch mit einer Bienenwachs-Öl-Salbe vermischen, wenn man kein Schweineschmalz verwenden will. Wer nur getrocknete Alantwurzeln hat, kann eine Tinktur und einen Ölauszug damit herstellen und eine Lanolin-Creme damit herstellen. Alantsalbe kann man verwenden, um Ekzeme oder andere Hauterkrankungen damit einzureiben. Oder man macht einen Salbenumschlag, indem man die Salbe dick auf die erkrankte Haut streicht und ein Stück Stoff zum Schutz darüberlegt und fixiert.
Waschungen
Für Waschungen bei Hauterkrankungen, wie beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder Pickel, bereitet man eine Abkochung aus den Alantwurzeln. Dann wäscht man die betroffenen Hautstellen damit mehrmals täglich.
Umschläge
Intensiver ist die Anwendung als Umschlag. Auch hierzu wird eine Alant-Abkochung zubereitet. Ein Stück Baumwollstoff wird in den Alanttee eingetaucht und ausgedrückt, damit es nicht mehr tropft. Dann wird es auf die zu behandelnde Hautstelle gelegt und mit einem Wolltuch oder Plastikfolie fixiert. Der Umschlag sollte eine Stunde bis über Nacht einwirken, bevor er entfernt wird.
Blätter auflegen
In der Volksheilkunde werden im Frühsommer die frischen Blätter auf Wunden oder chronische Hautentzündungen gelegt und fixiert. Die Entzündungen sollen dadurch eingedämmt und die Wundheilung gefördert werden.
Alant als Heilkraut
Als Heilkraut wird der Alant heute vor allem bei verschiedenen Beschwerden der Lunge sowie vereinzelt als Wurmmittel (Anthelminthikum) verwendet. In der Vergangenheit galt die Pflanze als eines der besten Heilkräuter gegen eine Vielzahl von Beschwerden.
Es gibt zahlreiche Aufzeichnungen darüber, dass der Alant bereits im Altertum verwendet wurde und wohl auch im Mittelalter rege Verwendung fand. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli (16. Jh.), das zum großen Teil auf den Aufzeichnungen des römischen Feldarztes Dioskurides (1. Jh. n. Chr.) basiert, finden sich einige Anwendungen und Verwendungen für den Alant. Auch für Hildegard von Bingen und Sebastian Kneipp galt der Alant als wichtige Heilpflanze.
Beispielsweise diente ein Sud aus Alantwurzel den Frauen als Heilmittel bei diversen Menstruationsbeschwerden. Pulverisierte Alantwurzel in Verbindung mit Honig oder Zucker wurde bei Atembeschwerden, Atemkrämpfen oder sogar bei Schlangenbissen verwendet. Ein so genannter Alantwein, der vor allem früh und abends getrunken wurde, galt als universelles Heilmittel und Stärkungsmittel. In Wein eingelegte Alantblätter wurden damals zur Behandlung von Hüft- und Gliederschmerzen verwendet.
Nebenwirkungen
Die medizinische Verwendung von Alant ist mitunter nicht ganz ohne Nebenwirkungen. Menschen, die an einer Allergie gegen Korbblütler leiden, sollten von der Einnahme von Alantprodukten absehen oder die Einnahme zunächst mit einem Arzt oder Apotheker besprechen. Außerdem können bei unsachgemäßem Gebrauch und zu hoher Dosierung Erbrechen, Durchfälle und allgemeine Übelkeit auftreten. Eine vorhergehende Beratung bei einem Arzt oder fachkundigen Naturheilkundler ist daher zu empfehlen.
Räuchermittel
Räuchern mit Alant soll die Zimmerluft verbessern. Aufgrund der Wirkung des Alants ist des denkbar, dass die Raumluft durch das Räuchern leicht desinfiziert wird und die Atemwege etwas freier werden. Die Wurzelstücke wurden auf die Glut der offenen Kamine gelegt. Heutzutage kann man zerkleinerte Alantwurzeln auf spezielle Räucher-Glühkohlen legen, um mit Alant zu räuchern.
Färbemittel
Mit Alantwurzel wurde früher blau gefärbt. Dazu wird Alantwurzel in Urin gebeizt und zusammen mit Heidelbeeren und Pottasche als Färbemittel verwendet.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathische Essenz (Dosierung laut beiligender Vorschrift oder über Anordnung des Arztes) gegen Reizhusten und bei abnorm schmerzhafter Monatsblutung (Menstruation), bringt Linderung und Heilung.
Auch bei Lungenschwäche wir die homöopathische Essenz unter ständiger ärztlicher Kontrolle angewendet.
Anwendung in der Tiermedizin
Die Teeabkochung oder die Salbe wird gegen Wunden und Verletzungen, sowie gegen Hauterkrankungen (Krätze), sehr erfolgreich auch beim erkrankten Hausvieh angewendet.
Der Tee als Aufguss bereitet, wird dem Vieh gegen Husten und Verschleimung eingegeben.
Die kleingeschnittene Wurzel in das Futter vermengt, hebt die Fresslust der Haustiere. Nur darf man die Beimengung der Wurzel nicht übertreiben, da sonst das Vieh das Futter nicht annimmt.
Rinder und Pferde, die hie und da Alantteee als Trank bekommen, sind widerstandsfäiger gegen tuberkulöse fiebrige Erkrankungen.
Heilpflanze
Alantstauden
Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel. Alant zählt zu den seit der Antike bekannten Heilpflanzen. Bei Theophrast, Dioskurides und Plinius wird Helenion gegen Husten, Krämpfe und Magenschwäche empfohlen. Plinius (Plin. nat. 19,91) erwähnt, dass Livia, die Gattin des Augustus, ihn täglich aß – bekanntlich wurde sie 88 Jahre alt. Im gesamten Mittelalter war Alant eine hochgeschätzte Heilpflanze, die besonders in Form des Alantweins als Allheilmittel galt, das auch potio Paulina genannt wurde. Im slawischen Sprachraum wurde Alant (glagol. оман) als Hustemittel genutzt. In der Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmern verwendet. Davon berichtet etwa Nicholas Culpeper im 17. und Carl von Linné im 18. Jh. Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich bei Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. Wunden und Geschwüre können mit frischen Alantblättern behandelt werden. In Siebenbürgen und im Spreewald wurde der Alant bei Brustbeschwerden wie Tabak geraucht. In Moldawien wurde Alant bei Brustschmerzen, Husten und Atemnot verwendet. Heute gilt der Alant vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind es die ätherischen Öle, die den auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben. Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen. Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes (BGA) bewertete den medizinischen Nutzen von Alantwurzel 1988 negativ.
Alant in der Küche
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war der Alant vor allem bei der ärmeren Bevölkerung eine häufig eingesetzte Speisepflanze. Sie wurde häufig als Gemüsebeilage zubereitet und galt als wertvoller Vitamin C Spender, auch wenn der Geschmack aufgrund des hohen Bitterwertes nicht als besonders köstlich galt.
Auch die gemahlenen Wurzeln wurden damals wie auch gelegentlich noch heute als Gewürz verwendet. Der Geschmack kann als deutlich bitter und würzig, mäßig scharf bis leicht rauchig und harzig beschrieben werden. Gewürzt werden und wurden vor allem fettreiche Gerichte und Fleischgerichte. Als Gewürz können gemahlene Alantwurzeln die Verdauung ankurbeln.
Gelegentlich erhält man noch kandierte Alantwurzeln, die früher als Delikatesse galten. Es wird jedoch dazu geraten nur geringe Mengen davon zu verzehren. Zu große Mengen können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.
Alantwurzeln werden heute noch in Kräuterlikören bzw. Verdauungsschnäpsen verarbeitet.
Früher war Alant ein beliebtes Gewürz in der Küche. Im alten Rom wurde er sogar für unentbehrlich gehalten. Vor allem Süßspeisen wurden gerne mit Alantwurzeln gewürzt. Kandiert waren Alantwurzeln eine beliebte Leckerei. Heutzutage findet man den Alant bestenfalls noch hin und wieder als Likör. Solch einen Likör kann man auch selbst herstellen. Das geht ganz ähnlich wie die Herstellung einer Tinktur, jedoch gibt man auch braunen Zucker in den Tinkturansatz, etwa genau so viel wie Kräuter. Das in den Alantwurzeln reichlich enthaltene Inulin wird industriell extrahiert und in Diabetiker-Nahrungsmitteln verarbeitet. Da spezielle Diabetesnahrungsmittel im Rückgang begriffen sind, wird auch die Verwendung des Inulins für diesen Zweck seltener.
Gewürz
Alant wird heute nur noch selten in der Küche eingesetzt. Die Wurzel des Alant fand seit der Antike aufgrund ihres bitteren, harzigen Geschmacks zum Teil Verwendung als Gewürz für Süßspeisen und Magenbitter. Horaz beschreibt in seiner achten Satire ein Gericht aus gekochten Alantwurzeln und weißen Rübchen. Plinius der Ältere legte seinen Lesern nahe, Alantwurzeln zu kauen, um den Geschmackssinn zu verfeinern, die Verdauung anzuregen und die Stimmung zu heben. Die Rezeptsammlung De re coquinaria aus dem 4. Jahrhundert, die auf den römischen Feinschmecker und Koch Apicius zurückgehen soll, zählt Alant sogar zu den Gewürzen, die in einem römischen Haushalt vorhanden sein müssen, „auf dass es beim Würzen an nichts fehle“. In dem Edikt des Diokletian war der Preis von Alant auf 5 Denare für ein Pfund festgesetzt. Aus dem Jahr 329 nach Chr. ist belegt, dass 1000 Denare pro Pfund gezahlt wurden. Kandierter Alant galt lange Zeit als Leckerbissen. Da viele Menschen auf Alant mit Allergien reagieren, findet Alant fast nur noch in Likören Verwendung. Aufgrund ihrer schleimlösenden Wirkung ist die Alant-Wurzel auch Bestandteil von manchen Hustensäften.
 
Wirkung
Die Wirkstoff-Kombination des Alants wirkt in mehrfacher Hinsicht bei Husten und andere Erkrankungen der unteren Atemwege. Vor allem durch die ätherischen Öle wirkt der Alant schleimlösend und befreit die Atemwege. Das Abhusten des Schleims wird erleichtert. Hustenreiz wird gedämpft und Verkrampfungen beim Husten werden gemildert. Außerdem wirkt der Alant entzündungshemmend und antibakteriell, was bei der Ausheilung des Hustens bzw. der Bronchitis hilft. Diese Wirkungen machen den Alant auch zu einem guten Wundheilmittel, denn auch hier braucht man entzündungshemmende und antiseptische Wirkung. Ferner hat der Alant ausgeprägte Wirkungen auf die Verdauung und den Stoffwechsel, sodass er sich auch gut als Heilpflanze für die verschiedenen Arten von Verdauungserkrankungen eignet.
 
Nebenwirkungen
Bei der Einnahme von großen Mengen Alant kann es zu Nebenwirkungen kommen, wie: Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Lähmungen. Die Schleimhäute können bei äußerlicher Anwendung eventuell durch die im Alant enthaltenen Sesquiterpenlactone gereizt werden. Auch Allergien treten relativ häufig auf, sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung.
  
Anwendungsgebiete
Alantwurzeln können innerlich und äußerlich angewendet werden. Frische Alantblätter werden vorwiegend äußerlich verwendet.
Innerlich
Alant kann man innerlich, als Tee oder Tinktur vor allem bei Husten und andere Erkrankungen der Atemwege einsetzen. Er hilft bei das ganze Spektrum der Erkrankungen, die mit Husten einher gehen, also sowohl gegen den normalen Erkältungshusten, als auch bei der Bronchitis, sowohl akut als auch chronisch. Auch bei Keuchhusten, Lungenentzündung und Tuberkulose wurde der Alant traditionell eingesetzt. Heutzutage sollte man den Alant bei diesen gefährlichen Erkrankungen höchstens begleitend zur schulmedizinischen Be-handlung anwenden. Außerdem hilft Alant gegen verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane, beispielsweise bei Magenbeschwerden, Blähungen oder Gallenschwäche. Dieser Anwendungsbereich galt im Altertum als Hauptanwendung für den Alant, heutzutage treten Verdauungsbeschwerden gegenüber der Hustenanwendung jedoch deutlich in den Hintergrund.
Äußerlich
Äußerlich kann man Alanttee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man die verschiedensten Hautentzündungen lindern, beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder schlecht heilende Wunden.
 
Namen
Die Pflanze trägt je nach Region sehr unterschiedliche deutsche Trivialnamen. Dazu zählt Altkraut, Brustalant, Darmkraut, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Helenen-alant, Helenenkraut, Odinskopf und Schlangenkraut. Mittelhochdeutsch sind alan, aland und alant belegt. Der griechische Name von Alant ist Ἑλένιον.
Die botanische Artbezeichnung helenium spielt auf zwei Legenden der Antike an. Nach der einen soll Helena, bevor sie von Paris von Griechenland nach Troja entführt wurde, ihre Hände mit den Blüten dieser Pflanze gefüllt haben. Nach einer anderen Legende wuchs die Pflanze dort, wo Helenas Tränen den Boden benetzten. Möglicherweise bezog sich die antike Bezeichnung helénion aber nicht auf die in der Ilias erwähnte Helena, sondern auf Helénē, eine minoische Vegetationsgöttin.
 
Magische Anwendung
Der Alant wurde sowohl von Hexen als auch von der Normalbevölkerung als Mittel angewendet, um Dämonen abzuwehren. Im christlichen Kontext war Alant ein Bestandteil des Weihebuschs, der am 15. August zu Maria Himmelfahrt gebunden und geweiht wurde. Dieser Weihebusch sollte, im Stall aufgehängt, das Vieh schützen, und im Haus die Familie vor Schaden bewahren. Auch als Räuchermittel wurde der Alant gerne benutzt, um vor Dämonen zu schützen, beispielsweise in der Steiermark. Als Amulett getragen, sollte die Alantwurzel davor schützen, verhext zu werden.
 
Alant im Volksglauben
Der Alant wurde in den Weihebusch eingebunden, der an Mariä Himmelfahrt, dem 15. August zur Kräuterweihe gebracht wird. Im Sauerland werden in den Kräuterweihebusch so viele Alantblüten eingebunden, wie Kühe im Stall stehen.
Im Volksglauben galt der Alant auch als dämonenabwehrend. In der Steiermark räucherte man am Christabend mit Alant die Stuben und Ställe aus. Als Pflanze des Abwehrzaubers ist er ein altes Mittel gegen die Pest. Als Amulett um den Hals getragen, sollte er vor Behexen schützen.
 
Geschichtliches
Der Alant wurde schon in der Antike als Heilpflanze und Gewürz verwendet. Schon auf Papyrus-Aufzeichnungen im alten Ägypten findet der Alant Erwähnung. Der Pflanzenname helenium erinnert an zwei antike Legenden. Die schöne Helena soll ihre Hände mit Alantblüten gefüllt haben, bevor sie von Paris nach Troja entführt wurde. Eine andere Legende erzählt davon, dass die Alantpflanze dort wuchs, wo Helenas Tränen auf den Boden fielen. Der Name helenium bezieht sich aber vielleicht auch auf die minoische Pflanzengöttin Helene. Die antiken Heilkundigen Dioskurides und Theophrast empfehlen den Alant bei Husten, Magenschwäche und bei Krämpfen, also ganz ähnlichen Einsatzgebieten wie auch heutzutage. Als Gewürz wurde der Alant damals bevorzugt in Süßspeisen verwendet. Auch im Mittelalter war der Alant eine beliebte Heilpflanze und wurde nicht nur bei Husten, sondern auch gegen alle Arten von anderen Erkrankungen quasi als Allheilmittel verwendet, unter anderem bei Seuchen wie die Pest. Dazu benutzte man den Alant als Wein. Sowohl der englische Arzt Nicolas Culpeper (17. Jahrhundert) als auch Carl von Linné berichten von dieser ausgeprägten Anwendung des Alants. Auch äußerlich wurde der Alant schon damals bei verschiedene Hautkrankheiten eingesetzt, beispielsweise als Salbe. In manchen Gegenden wurden Alantblätter auch geraucht, um bei Husten zu helfen. In China wurde der Alant unter dem Namen Hsün Fu Hua gegen Stauungen aller Art und gegen Verschleimung eingesetzt. Äußerlich wurde der Alant in China als Salbe bei Knochenbrüche und Muskelrisse verwendet.
Alant wird bereits in ägyptischen Papyri erwähnt. Im römerzeitlichen Spanien war die Pflanze nach Isidor von Sevilla als ala bekannt. Er beschreibt die Wurzel als aromatisch, die Blätter als scharf.
Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel. Alant zählt zu den seit der Antike bekannten Heilpflanzen. Bei Dioskurides und Plinius wird Helenion gegen Husten, Krämpfe und Magenschwäche empfohlen.
Plinius erwähnt, dass Livia, die Gattin des Augustus, ihn täglich aß – bekanntlich wurde sie 88 Jahre alt. Im gesamten Mittelalter war Alant eine hochgeschätzte Heilpflanze, die besonders in Form des Alantweins als Allheilmittel galt. Im slawischen Sprachraum wurde Alant (glagol. оман) als Hustenmittel genutzt.
In der Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmern verwendet. Davon berichtet etwa Nicholas Culpeper im 17. und Carl von Linné im 18. Jh. Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich gegen Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. Wunden und Geschwüre können mit frischen Alantblättern behandelt werden. In Siebenbürgen und im Spreewald wurde der Alant bei Brustbeschwerden wie Tabak geraucht. In Moldawien wurde Alant bei Brustschmerzen, Husten und Atemnot verwendet.
Heute gilt der Alant vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind es die ätherischen Öle, die den auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben. Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen. Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes (BGA) bewertete den medizinischen Nutzen von Alantwurzel 1988 negativ.
 
Pflanzenbeschreibung
Der echte Alant ist eine typisch krautige und mehrjährige Pflanze mit Wuchshöhen zwischen 70 und 250 cm. Typisch für die Art ist der stark ausgeprägte Wurzelstock, der hier als Rhizom (unterirdisch verdickte Sprossachse) zu bezeichnen ist. Das Wurzelsystem hat meist eine gelblichbraune bis cremlich-weiße Färbung und ist auffällig in alle Richtungen verzweigt. Die Wurzeln haben beim Anschnitt einen markanten Duft.
Die Blätter des Alants nehmen für gewöhnlich eine große Oberfläche ein und können bis zu 40 cm lang werden. Die Blätter sind meist hellgrün gefärbt und weisen eine lanzettliche Form auf. Häufig sind die Blätter nach oben hin gewellt. Auffällig ist die dichte und filzige Blattbehaarung auf der Unterseite der Blätter. Der grünliche bis bräunliche Stängel ist aufrecht mit einer rauhen Oberfläche und einem feinen Haarfilz durchsetzt.
Der Alant bildet zur Blütezeit, die meist zwischen Ende Juni bis Mitte September zu erwarten ist, die auffälligen gelben Blütenköpfe aus. Die Blütenköpfe können bis zu 8cm breit werden. Die Zungenblüten (die strahligen Blütenfäden) sind meist etwas heller gefärbt als die häufig orangefarbigen Röhrenblüten. Jede Blüte besteht aus fünf Staubblättern, einem Griffel und zwei Blütennarben.
Im Anschluss an die Blüte bilden sich zur Zeit der Fruchtreife aus den Alantblüten die für Korbblütler typischen Achänenfrüchte aus. Darunter wird eine Nussfrucht verstanden, die kantiger Natur ist. An der Spitze befinden sich mehrere kleine Haare, die als Flugorgan dienen und in der Botanik als Pappus bezeichnet werden.
Alant ist ursprünglich in Zentral- und Kleinasien heimisch. Daher war er auch schon in der Antike bekannt. Auch in Spanien ist der Alant schon lange heimisch. Inzwischen wird er auch in Deutschland, Österreich, in den Niederlanden und auf dem Balkan angebaut. Er wächst bevorzugt auf halbschattigen Standorten mit ausreichender Feuchtigkeit. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50cm und 2 Meter hoch. Die lange Wurzel ist teilweise knollig verdickt und wächst vor allem im ersten Vegetationsjahr heran. Sie ist außen braun und innen weißlich. Der Geruch der Wurzel ist aromatisch, der Geschmack außerdem bitter. In getrocknetem Zustand erinnert der Geruch an Veilchen. Zuerst wächst eine Blattrosette heran, mit teilweise gigantischen Blättern, die bis zu 50cm lang werden. Die Blätter haben auf der Oberseite kurze Haare und auf der Unterseite einen gräulichen Filz. Später, oft erst im zweiten Jahr, wächst der Stängel, an dem die langen Blätter wechselständig entspringen. Diese Blätter sind länglich und vorne spitz, am Stängel herzförmig eingekerbt. Ihr Rand ist leicht gezähnt. Aus den Blattachseln wachsen die Blütenstängel, die ein bis mehrere gelbe Korbblüten tragen. Je mehr Platz die einzelne Pflanze hat, desto breiter ist sie verzweigt und desto mehr Blüten trägt sie. Die Blütezeit ist Juni bis September. Einzelne Blüten werden bis zu 7cm groß. Sowohl die Körbchen im Innern als auch die äußeren Zungenblüten sind warm-gelb in Richtung orange.
 
Anbautipps
Alant eignet sich sehr gut, um im Garten angebaut zu werden. Er ist dort nicht nur eine wertvolle Heilpflanze, sondern auch eine prachtvolle Solitärpflanze, die in ihrem Blütejahr alle Blicke auf sich lenkt. Am liebsten mag der Alant sandigen, tiefgründigen Boden, der nicht zu stark gedüngt sein sollte. Sonnige Standorte werden vom Alant bevorzugt, aber auch Halbschatten wird akzeptiert. Man kann den Alant aus Samen anziehen oder fertige Pflanzen im Spezialhandel beziehen. Damit der Alant gut gedeiht, braucht er immer eine ausreichende Wasserversorgung. In trockenen Zeiten muss er also regelmäßig gegossen werden.
Der Anbau des echten Alants ist verhältnismäßig einfach. Insofern ein richtiger Standort gewählt kann der echte Alant mit sehr geringem Pflegeaufwand kultiviert werden. Viele Gärtner schätzen vor allem die prächtigen Blüten, so dass in vielen Gärten durchaus einige kleine Ecken mit Alant zu finden sind.
Standort
Der Alant verträgt sowohl sonnige als auch halbschattige Standorte. Ideal sind nährstoffreiche, humusreiche und durchlässige Böden. Böden, die zu Staunässe neigen, sollten nicht für eine Kultivierung in Betracht gezogen werden. Sandige Böden, sollten mit etwas Bentonit und Kompost zunächst durchmischt werden, bevor eine Aussaat in Betracht gezogen wird. Windgeschützte Plätze sollten bevorzugt werden.
Aussaat
Die Samen der Pflanze sollten im Frühjahr zwischen April und Mai direkt ins Freiland eingearbeitet werden. Alant ist ein Lichtkeimer, weswegen die Samen maximal einen halben Zentimeter in die Erde gedrückt werden sollten. Eine Vorkultur im Februar ist möglich, aber nicht zwingend notwendig. Sollen mehrere Pflanzen kultiviert werden, sollte ein Pflanzabstand von mindestens 35 bis 40 cm eingehalten werden. Zu geringe Abstände können zu einer erhöhten Nährstoffkonkurrenz führen, die dann in Wachstumseinbußen und einem erhöhten Krankheitsrisiko einhergehen können. Die Keimdauer beträgt etwa 12 bis 16 Tage. Eine Kultivierung auf dem Balkon ist aufgrund der Wuchshöhe und der starken Wurzelknollen nicht empfehlenswert.
Düngung
Gegenüber vielen anderen Kräutern, gilt der Alant als eher hungrige Pflanze, dennoch kommt er in der Regel mit verhältnismäßig wenigen Nährstoffen aus. Im Frühling bevor die Pflanze wieder neu austreibt, genügen kleinere Gaben an Kompost. Kurz vor der Blütezeit können ebenfalls nochmal eine kleine Menge Mist oder Kompost eingearbeitet werden. Steht weder Mist noch Kompost zur Verfügung, eignen sich auch pelletierte Langzeitdünger. Wächst der Alant auf sandigem oder modifiziertem sandigen Boden, sind gegebenenfalls höhere Nährstoffmengen notwendig. Weitere Informationen zum Thema Nährstoffversorgung erhalten Sie in unserem Artikel Kräuter richtig düngen.
Gießen
Trotz seiner Größe ist der Alant relativ genügsam in punkto Wasserversorgung. In den Sommermonaten sollte dafür gesorgt werden, dass der Boden immer leicht feucht ist, so dass die Pflanze den ganzen Tag über optimal mit Wasser versorgt wird. Kurze Trockenheitsphasen toleriert der Alant in der Regel.
Pflege
Es ist völlig normal, dass der Alant im ersten Jahr nicht blüht. Die Pflanze sammelt zunächst genügend Reserven, um im zweiten Jahr mit der Ausbildung von Blüten zu beginnen.
Krankheiten und Schädlinge
Der Alant gilt als recht robuste Pflanze. Bei zu dichter Anpflanzung, mangelnder Unkrautpflege oder minderqualitativen Böden können sich Pilzerreger an der Pflanze zu schaffen machen. Häufigster Begleiter ist hier der echte Mehltau. Sind einzelne Pflanzen von Mehltau befallen, hilft gelegentlich Brennnesselsud. Häufige Schädlinge sind Blattläuse und gelegentlich Zikaden.
Überwinterung
Der echte Alant ist eine winterharte bzw. sehr frosttolerante Pflanze. Besondere Maßnahmen zur Überwinterung müssen nicht getroffen werden.
 
Sammeltipps
Für die Ernte eignen sich am besten die Wurzelstöcke der 2 bis 3 jährigen Pflanzen. Sie werden bevorzugt im Spätherbst zwischen November und Mitte Dezember ausgegraben, weil dann der Wirkstoffgehalt am höchsten ist. Wenn man einen Teil der Wurzel im Boden lässt, können wieder neue Pflanzen daraus wachsen. Zum Trocknen werden die Wurzeln abgebürstet, zügig gewaschen und der Länge nach aufgeschnitten. Dann fädelt man sie auf einen Faden und hängt sie an einem warmen aber schattigen Ort zum Trocknen auf.

BIRKE
Die Birken bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Birkengewächse. Von alters her gilt die Birke als heiliger Baum, der für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling die jungfräuliche Göttin symbolisiert. Selbst heute noch werden in den Dörfern am ersten Mai Maibäume aufgestellt und der Frühling gefeiert. Vermutlich liegt die Zuordnung der Birke als Jungfrau an der weißen Rinde, die bei jungen Birken sehr zart und seidig ist. In der Heilkunde werden die Blätter der Birke vor allem im Nieren-Blasen-Bereich und für Haut und Haare eingesetzt. Die Birken bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Birkengewächse. Das Wort Birke (von althochdeutsch bircha) ist auf einen Begriff im Indogermanischen zurückzuführen (*bherHg̑o) und bedeutet in Anspielung auf die helle Rinde so viel wie glänzend, schimmernd (vgl. noch mittelhochdeutsch bereht leuchtend).
   
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, harntreibend, Augenringe, Blasenentzündung, Nierenschwäche, Nierensteine, Rheuma, Gicht, Ödeme, Hautprobleme, Ekzeme, Flechten, Allergien, Diabetes (unterstützend - leicht Fälle), Husten, Haarausfall, Schuppen, Durchfall, Frühjahrsmüdigkeit
wissenschaftlicher Name: Betula alba
Pflanzenfamilie: Birkengewächse = Betulaceae
englischer Name: Birch
volkstümlicher Name: Maibaum, Frühlingsbaum, Besenbaum, Besenbirke, Bork, Bark, Hexenbesen, Hängebirke, Moorbirke, Rauhbirke, Sandbirke, Warzenbirke, Weißbirke
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blattknospen, Saft durch Anzapfen
Inhaltsstoffe:  Ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Vitamin C, Harz, Saponine, Flavone
Sammelzeit: Blattknospen: März, Saft: März - Mai, Blätter: Mai - Juni
 
Anwendung
Medizinische Inhaltsstoffe
Die Blätter der meisten Birkenarten enthalten nennenswerte Mengen an Flavonoiden, Saponinen, Gerbstoffen, ätherischen Ölen und Vitamin C. Die Rinde enthält Phytosterine sowie Terpene wie Betulin, Betulinsäure und Lupeol; der Rindensaft u. a. Invertzucker, sodass dieser auch vergoren werden kann. In Finnland wird der Zuckeraustauschstoff Xylitol aus Birken gewonnen. In Mitteleuropa wurde vor allem die heimische Sandbirke bereits historisch in der Volksmedizin genutzt. Ihre Bestandteile gelten insbesondere als blutreinigend, harntreibend und anregend, weshalb sie heute in der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) Verwendung findet. Verwendet werden die Blätter, die Blattknospen und der Birkensaft (durch Anzapfen gewonnen). In der Heilkunde finden die Blätter aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung bei Rheuma, Gicht und Wassersucht Verwendung. Sammelzeit für Blattknospen ist März, für Birkensaft März bis Mai und für Blätter Mai bis Juni. Mit Birkensaft werden auch schlecht heilende Wunden gereinigt und Ausschläge und Schuppen behandelt.
Anwendungen der Kosmetik
Durch das Abzapfen des Stammes oder Anschneiden von Ästen wird der für wenige Wochen im Frühjahr fließende Birkensaft gewonnen. Er soll bei Haarausfall gut sein. Vornehmlich im letzten Jahrhundert wurde Birkensaft zur Herstellung von Birkenhaarwasser verwendet. Der Saft kann äußerlich angewandt oder direkt getrunken werden.
Nahrungsmittel
Birkenblätter sind im Gegensatz zu den meisten Baumblättern essbar. Da der Birkensaft zuckerhaltig ist, lässt er sich in vergorener Form als Birkenwein genießen, ein heute noch in Russland beliebter bäuerlicher Rauschtrunk. Birkenwein wurde auch als Stärkungsmittel für impotente Männer verwendet.
Birkentee
Die häufigste Anwendung der Birke ist ein Tee (Aufguss) aus den Blättern oder Blatt-knospen. Der Tee wirkt stark harntreibend, sodass er gut bei Rheuma, Gicht und andere Stoffwechselerkrankungen hilft. Wenn man über mehrere Wochen hinweg täglich drei Tassen Birkenblättertee trinkt, können in manchen Fällen sogar Nierensteine aufgelöst werden. Bei hartnäckigen Hauterkrankungen kann man Birkenaufguss sowohl trinken als auch für Waschungen und Bäder verwenden. Auch Abkochungen der Birkenrinde kann man für die äußerliche Anwendung von schweren Hauterkrankungen einsetzen.
Birkensaft
Besonders wirksam ist auch der Birkensaft. Der Birkensaft wird zwischen März und Anfang Mai gewonnen. Dazu braucht man eine Birke, die einen Meter über dem Boden mindestens einen Durchmesser von 20 cm hat. Jüngere Birken kommen für die Saftgewinnung nicht in Frage.
Wichtig! Die benutzte Birke sollte einem selbst gehören oder man braucht die Genehmigung, ihr Saft abzuzapfen. Sonst könnte man Ärger mit dem Waldbesitzer bekommen, wegen Baumfrevel.
Man braucht: Einen Holzbohrer, 5mm Durchmesser, Ein Glasröhrchen oder einen hohlen Holunderzweig, Ein Gefäß aus Glas, Plastik oder Emaille, Baumwachs oder Pech
So gehts: Für die Gewinnung des Birkensaftes bohrt man den Stamm etwa 25 cm über dem Boden zwei bis drei Zentimeter tief an. Der Durchmesser sollte etwa einen halben Zentimeter nicht überschreiten. In dieses Loch schiebt man ein Röhrchen, beispielsweise aus Glas. Unter das Ende der Röhre stellt man ein Gefäß, vorzugsweise aus Glas und keinesfalls aus Metall. Von einem Baum darf man maximal drei Liter raustropfen lassen; mehr würde dem Baum schaden. Wenn diese Menge ausgeflossen ist, muss man das Loch mit Baumwachs verschließen. Normales Wachs ist nicht geeignet, weil es wieder herausrutschen würde. Dem Baum muss man anschließend zwei Jahre Ruhe geben, bis man ihn wieder anzapft.
Von diesem Saft trinkt man täglich zwei bis drei Schnapsgläser, solange der Saft reicht. Bei Hautproblemen kann man den Birkensaft auch äußerlich anwenden. Zur Förderung des Haarwuchses kann man die Kopfhaut damit einreiben. Damit der Saft nicht gärt, muss man ihn im Kühlschrank aufbewahren. Oder man friert ihn in kleinen Portionen ein. Alternativ kann man den Birken-saft auch mit Alkohol haltbar machen. Dazu nimmt man ein Drittel bis zur Hälfte Alkohol, je nach Prozentgehalt, und mischt ihn mit dem Birkensaft.
Birkenkohle
Die Herstellung von Birkenkohle ist nichts für den Privathaushalt, das ist eine Sache für den Fachmann. Man kann sie in der Apotheke kaufen. Die Einnahme der Birkenkohle hilft bei Durchfall, weil die Kohle die Flüssigkeit und Schadstoffe im Darm aufsaugt.
Birkenteer
Auch Birkenteer kann der Laie nicht herstellen. Der Birkenteer wird aus Birkenholz, Rinde und Wurzeln durch trockene Destillation gewonnen. Er hilft gegen chronische Hauterkrankungen, indem er die Haut reizt und den Entzündungsprozess neu aktiviert. Anschließend besteht die Chance, dass das Ekzem abheilen kann. Da der Birkenteer sehr reizend wirkt, darf er nur verdünnt und in kleinen Mengen angewandt werden.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sind die Blätter, die Blattknospen, der Birkensaft und die Birkenrinde. Von Bedeutung ist die Birkenkohle und der Birkenrindenteer.
Während die Blattknospen zeitlich im Frühjahr (März) gesammelt werden, kann man die Blätter ab Mai bis Mitte Juli ernten.
Für die Birkensaftgewinnung ist wiederum die erste Maihälfte die günstigste Zeit. Die Birkenrinde wird ebenfalls im Mai und auch im Juni geerntet. Für die Teergewinnung wird das Holz bei den üblichen Schlägerungen ausgesucht.
Die Knospen und die Blätter können sofort frisch oder getrocknet angewendet werden. Die Trocknung erfolgt nur im Schatten. Der Birkenfrischsaft wird von den Stämmen erst dann gewonnen, wenn diese in 1 Meter Höhe von Erdboden einen Mindestdurchmesser von 20cm haben. Etwa 20-30cm über dem Boden wird der Stamm 2-3cm tief angebohrt, in das entstandene Loch ein Glasröhrchen oder eine Rinne eingeschoben und der sogleich ausfließende Saft in einem Glasgefäß – ja nicht Blechgefäß – aufgefangen. Nach der Entnahme der gewünschten Saftmenge wird das Loch mit Baumwachs gut verschlossen. Vor der beabsichtigten Saftentnahme vergewissere man sich der Erlaubnis des Waldbesitzers oder Försters, da die Saftentnahme ohne Zustimmung als Forstfrevel ausgelegt werden kann. Bei der großen Vitalität der Birken lst die Saftentnahme (selbst an ein und demselben Baume alle zwei Jahre) keine Nachteile aus. Wir wählen auch keine wertvollen Bäume mit geradem Wuchs aus sondern gesunde, jedoch krumgewüchsige Stämme, die über kurz oder lang ausgeforstet und als Brennholz verwendet werden.
Heil- und Wirkstoffe
Die Birkenblätter haben einen hohen Gerbstoffgehalt, daneben nicht minder Saponin, Bitterstoffe, Betulabin, Betuloretinsäure, harz, Vitamin C, etwas ätherisches Öl, Dikarbonsäure. Mineralstoffe wie u.a. Kaliumsalz und Calcium. Die Birkenknospen enthalten zwar ein wertvolles ätherisches Öl, jedoch kein Vitamin C! Sie werden in der Volksmedizin vielfach für noch wirkungsvoller gehalten als die entfalteten Blätter, doch steht fest, dass erst nach der Entfaltung der Blätter aus der Knospe das Vitamin C gebildet wird. Auf dieses an wichtige Vitamin wollen wir aber doch nicht verzichten!
Die Birkenrinde enthält das Birkenrindenöl, Betulinsäure und Betularesinsäure. Aus dem Birkenholz wird das Birkenteeröl (Oleum Rusci) gewonnen.
Heilwirkung
Die Teeaufgüsse der Birkenblätter – der Tee darf nie gekocht werden! – wirken vor allem sehr harntreibend. es wurden erhöhte Harnmengen um das 5-6fache der ur-sprünglich durchschnittlichen Menge festgestellt. Diese Entwässerungen haben besonders Bedeutung, wo Wasseransammlungen sich nachteilig auswirken, wie bei Nierenentzündungen, bei Kreislaufstörungen und auch bei Lebererkrankungen. Daß durch diese gesteigerten Wasserausscheidungen die Ansammlungen von Harnsäure im Blut und in den Geweben ebenfalls zur Ausscheidung kommen, hat zur Folge, dass die rheumatischen und gichtischen Leiden mit ihren Gelenkschmerzen rasch abklingen. Daneben werden Erkrankungen der Blase – vor allem chronischer Blasenkatarrh – und die Schwierigkeiten des Urinierens behoben. Es treten bei diesen Teekuren keine nachteiligen Folgen auf. Wir werden aber den Birkenblättertee nicht zu unserem ständigen Haustee wählen. Wir haben ja aus der so reichen Fülle an Heilpflanzen Gelegenheit genug. Für eine Abwechslung zu sorgen und nicht immer ein und denselben Tee zu trinken! Der Birkenblättertee, durch einige Zeit täglich getrunken, 2-3 Tässchen, ungesüßt, vermag selbst Nierensteine aufzulösen und den Nierensand schmerzlos abzuleiten (Hugo Schulz).
Die Wirkung des Birkenblättertees noch zu steigern durch Hinzugabe von doppeltkohlensaurem Natron ist unbedingt abzulehnen. Der Birkenblättertee kann Zuckerkranken im Anfangsstadium nur bestens empfohlen werden. 2-3 Tassen Tee im Aufguss, schluckweise und zuckerlos getrunken.
Bei Gicht (Arthritis urica), Schrumpfniere (Nephrosklerose), chronischem Blasenkatarrh und bei Gallensteinen (Cholelithiasis), werden neben der Teekur zusätzlich noch Birkenblätter Voll- und Teilbäder empfohlen. Hauterkrankungen, wie Flechten, Krätze und sonstige Hautunreinheiten werden neben einer gründlichen Blutreinigungskur durch öftere Waschungen bzw. Bäder mit Birkenblätteraufgüssen erfolgreich behandelt. Erst die gleichzeitige Blutreinigungskur wird die Bäderkur noch wirksamer gestalten. Bei schweren oder chronischen Hautleiden werden die Bäder oder Waschungen mit Birkenrindenabsud vorzunehmen sein. Neben diesen Teekuren bzw. Bädern wäre auch eine mehrwöchentliche Heildiät bzw. Heilfasten unter ärztlicher Kontrolle sehr zu empfehlen!
Dem frischen Birkensaft wird seit altersher eine besondere Heilkraft zugeschreiben. Stamperlweise, mehrmals am Tage getrunken, ist er ein sehr gutes Naturheilmittel gegen Gichtsucht, Erkrankungen der Harnwege, skorbutischer Schwäche und sonstiger Mangelkrankheiten infolge Vitamin C Mangels, gegen Krätze, Flechten, Hautunreinheiten wie auch wassersüchtigen Anschwellungen. Der frische Saft – nicht der gärende! Wirkt blutreinigend und tonisch. Es enthält 2% Traubenzucker. Äußerlich angewendet dient der frische Saft zur Wundheilung, zur Behandlung der Mundfäule und zur Entfernung der Sommersprossen. Sehr bekannt ist die Verwendung des Birkensaftes als haarwuchsförderndes und haarkräftigendes Haarwasser. Es gesundet der Haarboden, die Schuppenbildung und der Haarausfall gehen zurück. Bei chronischem Haarausfall oder Ausbleiben der Heilwirkung durch Birkensaft liegen tiefere Ursachen vor, die ärztlich festzustellen und zu behandeln sind.
Spezialrezepte:
WASSERSUCHTTEE: Birkenblätter, Rosmarin, Hagebutten, Brennnesselblätter, je 10g, Zinnkraut und Wacholderbeeren, je 20g werden gut vermischt. Von dieser Teemi-schung 1TL für 1 Tasse im Aufguss, 1-2 Tassen am Tage, mit etwas Honig gesüßt, schluckweise getrunken.
TEEMISCHUNG BEI GICHT UND RHEUMA: Birkenblätter, Faulbaumrinde und Brennnesselblätter werden zu gleichen Teilen gemischt. Dosis und Anwendung wie bei dem vorherigen Rezept.
TEEMISCHUNG BEI GRIESS- UND STEINLEIDEN: Birkenblätter, Quecke, Ehrenpreis und Wegwarte zu gleichen Teilen mischen. Von dieser Mischung 1 TL für 1 Tasse im Aufguss, 2-e Tassen am Tage, schluckweise, ungesüßt.
Anwendung in der Homöopathie
Die homöopathische Essenz Betula dil D1, 3mal, täglich je 10 Tropfen genommen, ist gegen alle genannten Leiden anwendbar.
Anwendung in der Volksheilkunde
Die Birke gilt in der Volksheilkunde als ein besonders wertvoller heilender Baum. Gegen magen- und Darmkolik empfiehlt die Volksheilkunde 2-3 EL frischen Birkensaft mit 1/8 Liter gutem Weißwein vermischen, gut erwärmen aber nicht kochen und schluckweise trinken.
Ein halber Teelöffel gepulverte Birkenkohle mit etwas Weingeist oder Kornbranntwein anfeuchten und dies einnehmen, ist ein bewährtes Hausmittel bei ruhrartigen Erkrankungen.
Der Auifguss von 1EL frischer Birkenknospen auf 2 Tassen Wasser, den Tee mit Honig richtig süßen, wird als hustenlindernder Heiltrank gelobt.
Auf schlecht heilende Wunden, Abszesse und Geschwüre lege man frisches Birkenlaub und befestige dieses mit einem Verband. Alle 2-3 Stunden das Birkenlaub erneuern.
Als Frühlingskur empfiehlt die Volksheilkunde eine Teemischung von Birkenblättern, Schwarzen Johannisbeerblättern, Himbeer- und Walderdbeerblättern zu gleichen Teilen. Für 1 Tasse Tee 2 gestrichene Teelöffel im Aufguss, 2-3 Tassen am Tage, mit Honig gesüßt, schluckweise trinken. Durch Schwelen der Birkenrinde gewinnt man den Birkenteer. Dieser wird äußerlich zur Behandlung von Hautkrankheiten verwendet.
Anwendung in der Tierheilkunde
Der Birkenrindentee als Absud wird vielfach zur Wundenreinigung bei Verletzungen der Haustiere verwendet. Schlecht heilende Wunden erhalten entweder einen frischen Birkensaftumschlag oder die Wunde wird mit Birkenteer behandelt. Auch die Pferderäude wird mit Auflagen von Birkenteer geheilt. Die Aktinomykose, eine Pilzerkrankung bei den Rindern, wird ebenfalls mit Birkenteer, aus der birkenrinde gewonnen, zum Abheilen gebraucht. Birkenblätter und Birkenknospen werden in Kornschnaps, dem sogenannten Vorlauf angesetzt. Dieser starke Ansatz dient als Einreibung bei Gelenkschwellungen der Haustiere.
Anwendungen der Kosmetik
Durch das Abzapfen des Stammes oder Anschneiden von Ästen wird der für wenige Wochen im Frühjahr fließende Birkensaft gewonnen. Er soll gegen Haarausfall gut sein. Vornehmlich im letzten Jahrhundert wurde Birkensaft zur Herstellung von Birken-Haarwasser verwendet. Der Saft kann äußerlich angewandt oder direkt getrunken werden.
Nahrungsmittel
Birkenblätter sind im Gegensatz zu den meisten Baumblättern essbar. Da der Birkensaft zuckerhaltig ist, lässt er sich in vergorener Form als Birkenwein genießen, ein heute noch in Russland beliebter bäuerlicher Rauschtrunk. Birkenwein wurde auch als Stärkungsmittel für impotente Männer verwendet.
Bedeutung für Pollenallergiker
Birkenpollen stellen ein hochpotentes Allergen dar. Der Anteil jener Allergiker, die speziell auf Birkenpollen reagieren, stieg in den letzten 20 Jahren laut HNO-Klinik der Universität Wien von 35% auf 50% aller Pollenallergiker an. Trotzdem werden Birken aufgrund ihrer schönen weißen Färbung gerne auch in Städten als Alleebäume gepflanzt. Wie bei allen Pollen ändert sich das Birkenpollenaufkommen jährlich leicht. In Deutschland treten sie jährlich ungefähr von Ende März bis Anfang Juni auf, wobei die Hauptblüte etwa 2 Wochen Mitte April stattfindet.
Birken im Brauchtum und Volksglauben
Im germanischen und im slawischen Volksglauben spielte die Birke eine große Rolle. Sie war der Göttin Freya geweiht. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, einen Maibaum aus dem Wald zu holen, um ihn auf dem Dorfplatz aufzustellen. Es wurde damit der erwachende Frühling in das Dorf geholt. Noch heute lebt der gleiche Brauch in Gestalt des Maibaumes fort. Junggesellen „stecken“ ihrer Liebsten einen mehr oder minder großen „Mai“ – sie schmücken einen Baum (in der Regel eine Birke) oder wenigstens einen Birkenzweig/-ast und befestigen ihn am Haus oder Fenster der Auserwählten. Geschmückt wird dieser Baum mit Bändern aus buntem Krepp- oder Seidenpapier. In dem Lied „Der Winter ist vergangen, ich seh des Maien Schein …“ ist davon die Rede.
Die Birke als Symbol der Fruchtbarkeit galt früher als Helfer in Liebesnöten. Dieser Verwendungszweck ist heute fast vergessen. Ihre Zweige, Rinde und die Blätter mussten für allerlei obskure Mittel und Bräuche herhalten, von denen man sich eine Besserung in sexuellen Nöten erhoffte.
Hervorzuheben ist auch die mythologische Bedeutung der Birke als „Baum des Schutzes“. Im überlieferten Volksglauben wurden Birken insbesondere im ländlichen Raum als Straßenmarkierungen zum Unfallschutz an verkehrsfrequentierten, unbeleuchteten Alleenstraßen und unübersichtlichen Reisewegen gepflanzt, da sie durch ihre helle Rinde bei Dunkelheit gut erkennbar sind. In den indianischen Völkerweisheiten symbolisieren Bäume von jeher lebendige Wesen der Weisheit, deren Sprache man sich erschließen kann, Schamanismus. In der Volksfrömmigkeit der katholischen Kirche, die auch mythologisches Wissen beinhaltet, wird zu Fronleichnam regional die Birke verwendet, wenn unzählige junge Exemplare in katholischen Ortschaften die Straßen säumen, durch die die Prozessionen führen.
Die Birke ist das Wahrzeichen Estlands. In Russland, Finnland und Polen gilt der Baum als nationales Symbol, vergleichbar mit der deutschen Eiche.
Dem Volksglauben nach sollten Birken den Blitz anziehen. Aus diesem Grund duldete man früher Birken nur selten in der Nähe von bäuerlichen Anwesen. Unter einer einzeln stehenden Birke soll einer alten Sage nach die letzte Weltenschlacht stattfinden. Diese beiden unerfreulichen Blickpunkte sind jedoch eine Ausnahme. Überwiegend wird die Birke mit Erfreulichem in Verbindung gebracht. Sogar galt seit alters her die Birke als heiliger Baum, der für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling die jungfräuliche Göttin symbolisierte. In vielen Gegenden wurde die Birke auch als Symbol der Jugend und des Frühlings verehrt.
   
Pflanzenbeschreibung
Die Birke ist der Baum des Nordens, denn sie wächst bis in den Norden Skandinaviens. Aber auch in gemäßigten Breiten ist sie heimisch. Sie unterscheidet sich durch ihre weiße Rinde von allen anderen Bäumen, sodass sogar Kinder sie leicht erkennen können. Die Rinde ist weich und glatt, hat aber, vor allem bei älteren Birken, meist dunkle, rauhe Stellen. Im Frühjahr wachsen die eiförmigen Blätter und die ährenähnlichen Blüten blühen. Die männlichen Blüten sind wie Kätzchen, lang und gelblich. Sie hängen an der Spitze der langen Triebe. Weibliche Blüten, die am selben Baum hängen, sind grüne Zapfen und wachsen am Ende der kurzen Seitenzweige. Zuerst stehen sie aufrecht und später hängen sie.
Birken-Arten sind laubabwerfende, sommergrüne Bäume oder Sträucher. Sie gehören zu den sehr schnell und hochwachsenden Gehölzen und können schon nach sechs Jahren Wuchshöhen von bis zu 7 Metern erreichen; ausgewachsen können sie bis zu 30 Meter, in Einzelfällen sogar noch höher werden. Sie wachsen mit einzelnen oder oft auch mit mehreren Stämmen. Einzelexemplare können ein Alter von bis zu 160 Jahren erreichen.
Bei vielen Birken-Arten ist die Borke besonders auffällig, ihre Farbe reicht von fast Schwarz über Dunkel- und Hellbraun bis Weiß; sie ist anfangs glatt, später lösen sich dünne, oft papierartige Stücke ab, schließlich reißt sie horizontal auf. Es sind oft deutliche, meist dunkle Lentizellen vorhanden, die sich manchmal horizontal vergrößern.
Das leichte und je nach Art weiche bis mehr oder weniger harte Holz ist fast weiß bis rötlich-braun mit feiner Maserung. Bei jungen Zweigen können Lang- und Kurztriebe unterschieden werden. Die Zweige duften manchmal. Bei den Winterknospen überlappen sich mehrere glatte Schuppen.
Die wechselständig, meist zweireihig, oft an Kurztrieben angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die je nach Art mit Längen 0,5 bis 10 (selten bis 14) Zentimeter und Breiten von 0,5 bis 8 Zentimeter eiförmigen bis deltaförmigen, elliptischen oder fast kreisförmigen Blattspreiten sind kahl bis unterschiedlich behaart, manchmal harzig-drüsig. Es liegt Fiedernervatur vor. Die Blattränder sind je nach Art gesägt bis meist doppelt gesägt oder seltener bei den nordischen Zwergstrauch-Arten gewellt bis leicht rundlich gelappt. Die Nebenblätter fallen oft früh ab.
Alle Birken-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blütenstände heißen Kätzchen, wobei an den Zweigen die weiblichen unterhalb der männlichen stehen. Die männlichen Blütenstände hängen einzeln in kleinen Gruppen meist an den Enden der Zweige. Sie werden in der vorangegangenen Vegetationsperiode gebildet und sind schon während des Winters zu sehen. In den männlichen Kätzchen befinden sich je Schuppe immer drei Blüten. Die männlichen Blüten enthalten nur meist zwei bis drei (ein bis vier) Staubblätter mit nahe ihrer Basis bis fast zu den Staubbeuteln geteilten Staubfäden. Alle Birken werden windbestäubt (Anemophilie), deshalb geben sie in der Blütezeit von Ende März bis Ende April große Mengen an Pollen frei. Die haltbaren, weiblichen Blütenstände stehen meist einzeln aufrecht und sind eiförmig bis zylindrisch. Gleichzeitig mit dem Beginn des Austreibens der Laubblätter bilden sich die weiblichen Blütenstände voll aus, die vorher in Knospen geschützt waren. In den weiblichen Kätzchen befinden sich je Schuppe (Tragblatt) selten eine bis meist drei Blüten.
Die aufrechten bis hängenden Fruchtstände besitzen verdickte und ledrige, aber nicht verholzte, Schuppen. Die Schuppen fallen meist beim Freilassen der Samen einzeln ab, oder bei wenigen Arten verbleiben sie über den Winter im Fruchtstand. Es werden geflügelte Nussfrüchte (Samara) gebildet. An zwei Seiten der Samen befinden sich häutige, mehr oder weniger breite Flügel. Die Reife der Früchte erfolgt von September bis Oktober.
Botanik
Die Blätter der Warzigen Birke sind kahl und treten die Blattnerven nicht stark über die Blattfläche hervor. Die Blätter der Weichhaarigen Birke dagegen sind fein gehaart und sind unterseits mit deutlich hervortretenden Nerven versehen. Die bis 26m hohen Bäume sind allgemein bekannt durch ihre weiße Rinde, die zumeist in waag-rechten Streifen abschälen lässt.
In der Naturheilkunde sind beide Arten im Heilwert völlig gleich. Die Blätter haben einen feinen, schwachen Geruch, der Geschmack ist bitterlich, harzig.
Blütezeit
März, April
Standort
Die Birken stellen an Boden und Klima die geringsten Anforderungen, sie sind auch gegen Frost- oder Dürreextreme weitgehend unempfindlich. Mit Ausnahme der Mittelmeerländer kommen sie in Europa fast überall vor, bilden örtlich auch Waldbestände, vor allem in den nördlichen Teilen des Kontinents.

BACHBLÜTE CERATO
Du bist unsicher, hast kein Vertrauen in dein Wissen  
Sie sind sehr unsicher und haben kein Vertrauen in deren Wissen
Mit der Blüte werden sie sicherer und haben wieder das Vertrauen in ihr Wissen
BACHBLÜTE CHERRY PLUM
Du hast Angst, du drehst gleich durch (oft bei Drogenkonsum)
Diese haben einfach Angst, dass man gleich durchdreht (oftmals bei Drogenkonsum)
Mit der Blüte können sie diese Angst in den Griff bekommen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Zitrusfrüchte
Bereits vor der naturwissenschaftlichen Entdeckung der Vitamine kannte die Kloster- und Volksmedizin die therapeutische Wirkung von Zitrusfrüchten. Auch Hilde von Bingen kannte Orangen und Zitronen und schrieb darüber:
„Das Essen der Citrusfrüchte räumt im Menschen mit den Fieberstoffen auf.“ Diese Wirkung ist vor allem auf das Vitamin C (Ascorbinsäure) zurückzuführen. In der Hildegardmedizin werden Orangen und Zitronen besonders bei Infektionen, Verdauungsbeschwerden und bei infektiöser Gelbsucht empfohlen.
Der Kopfdampf
Da der Kopfdampf stark auflösend wirkt und allzu reichliche Schweißbildung leicht allzu sehr schwächen könnte, so darf diese Anwendung nicht zu oft vorgenommen werden.
Reinen Wasserdampf gebrauchte ich fast nie mehr, nachdem ich mich überzeugt hatte, daß, wenn man Kräuter daran mischt, der Geruch viel besser und auch die Einwirkung eine viel größere ist. Zu diesem Kopfdampf kann man vor allem gemahlenen Fenchel nehmen, welcher für die Augen vorzüglich ist. Der Fenchel ist aber auch für den Magen gut, denn der Fencheldampf löst, wenn er eingeatmet wird, auch nach innen, was aufzulösen ist. Außer Fenchel kann man auch Schafgarben, Brennnesseln, Kamillen und andere gute Kräuter gebrauchen. Man nimmt von diesen Kräutern eine Handvoll oder vom gemahlenen Fenchel einen Löffel voll.
WIRKUNG
Die Wirkungen dieser Anwendung sind bedeutende, sie erstrecken sich auf die ganze Hautfläche des Oberkörpers, deren Poren sie öffnen, sodann auf das Innere des Körpers, indem sie in der Nase, in den Luftröhren, in den Lungen usw. auflösen und ausleiten. Bei Erkältungen durch Nässe oder raschen Temperaturwechsel, bei Kopfleiden, rheumatischen und krampfhaften Zuständen im Genick und auf den Schultern, bei Enge in der Brust tut der Kopfdampf vorzügliche Dienste. Beginnende Katarrhe hebt gewöhnlich ein einziger Kopfdampf auf. Wer einen aufgedunsenen Kopf, einen unverhältnismäßig vollen Hals, angeschwollene Halsdrüsen hat, nehme wöchentlich zwei bis drei solche Dämpfe.
Nicht geeignet ist der Kopfdampf bei Leuten mit Augenleiden!

Zurück zum Seiteninhalt