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Eisenhutblättriger Hahnenfuß
Der Eisenhutblättrige Hahnenfuß ist ein Bewohner der Gebirge von Mittel und Südeuropa. Er liebt besonders die feuchten Stellen der Höhenlagen wie Quellen und Bachläufe. Die weißen Blüten erinnern an Erdbeerblüten und die Blätter an den Eisenhut. Als Hahnenfußgewächs ist die Pflanze giftig, wenn auch nicht so stark wie andere Mitglieder dieser Familie. Man glaubte früher, dass der Eisenhutblättrige Hahnenfuß Silbervorkommen anzeigt, daher auch der Name Silberhahnenfuß. In der Volksheilkunde wurde der Eisenhutblättrige Hahnenfuß gegen Rheuma, Gicht und Hauterkrankungen eingesetzt, er spielt heute in der Pflanzenheilkunde keine Rolle mehr.
Der Eisenhutblättrige Hahnenfuß, auch Sturmhutblättriger Hahnenfuß oder Eisenhut-Hahnenfuß genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse. Er ist in den Gebirgen Europas verbreitet.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Rheuma
Heilwirkung: abführend, blasenziehend,wurmabtreibend
Anwendungsbereiche: Abführmittel, Gicht, Hauterkrankungen, Rheuma, Wurmmittel
wissenschaftlicher Name: Ranunculus aconitifolius L.
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Aconite-leaved Buttercup
volkstümlicher Name: Eisenhutblättriger Hahnenfuß, Silberhahnenfuß
Verwendete Pflanzenteile: oberirdisches Kraut
Inhaltsstoffe: Anemonin, Gerbstoffe, Protoenemonin, Saponine, Tannine
Sammelzeit: März-September
Nebenwirkungen: Vergiftung, Hautreizungen

Anwendung
Wichtig: Nicht innerlich anwenden, Anleitung nur aus historischen Gründen.
Innerlich
Die frische Pflanze wird in Milch gekocht und als Wurmmittel und Abführmittel eingesetzt. (Nicht anwenden!)
Äusserlich
Zerkleinerte frische Pflanzenteile als Mittel gegen Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten. Die Haut wird stark gereizt und es bilden sich Blasen. (Nicht anwenden!) Der frische Saft wird als Warzenmittel direkt auf Warzen getupft.
 
Geschichtliches
In der Volksheilkunde wurde kein Unterschied in der Nutzung der verschiedenen Hahnenfußarten gemacht. Der Namen Silberhahnenfuß hat der Eisenhutblättrige Hahnenfuß, weil er nur auf Standorten wachsen soll, an denen Silber zu finden ist. Zwar findet sich die Pflanze oft in Gegenden mit Silber (z.B. Schwarzwald), aber ein zuverlässiger Silberanzeiger ist der Silberhahnenfuß leider nicht.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Eisenhutblättrige Hahnenfuß ist in den Gebirgen von Mittel- und Südeuropa heimisch. Er bevorzugt feuchte Hochstaudenfluren, Bäche und Quellen. Er ist in den Alpen bis 2700 m zu finden. Die mehrjährige(?) Pflanze wird zwischen 15 und 60 Zentimeter hoch. Die Blätter sind tief eingeschnitten und glänzend und sehen den Blättern des blauen Eisenhutes sehr ähnlich. Die weißen Blüten erscheinen zwischen Mai und Juli, der Durchmesser beträgt 10 - 20 mm. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst die Samen.
Der Eisenhutblättrige Hahnenfuß wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50 (100) Zentimeter. Der Stängel besitzt gespreizte Verzweigungen. Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Blattspreite ist mehr oder weniger tief handförmig gelappt bis gefingert. Die Mittellappen der Grundblätter sind in ein kurzes Stielchen verschmälert. Die Abschnitte der Stängelblätter sind ziemlich breit und bis zur Spitze gesägt.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Die Blütenstiele sind während der Antheseflaumig und ein- bis dreimal so lang wie ihre Deckblätter. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Die fünf Kronblätter sind rein weiß. Die vielen Staubblätter und die freien Fruchtblätter sind etwa gleich lang. Die reifen Nüsschen sind 2 bis 3 Millimeter lang und etwa 2 Millimeter breit.
 
Anbautipps
Der Anbau ist schwierig, in tiefen Lagen wächst die Pflanze schlecht. Die Pflanze mag feuchten Boden und Halbschatten und fliessendes Wasser. In feuchtnasse Töpfe säen und bei einer Größe von etwa 5 cm an den gewünschten Standort setzen.
 
Sammeltipps
Die oberirdischen Pflanzenteile werden gesammelt und frisch verwendet. Wenn die Pflanze trocknet, verlieren sich einige der gewünschten Inhaltsstoffe.

Brennnessel
Die Große Brennnessel ist eine Pflanzenart der Gattung der Brennnesseln in der Familie der Brennnesselgewächse. Die Kleine Brennnessel, auch Eiternessel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Brennnesseln. Sie ist in Eurasien weit verbreitet und in einigen Gebieten der Welt ein Neophyt.
Die scharfe Brennnessel kennt wohl fast jeder, und es gibt kaum einen Menschen, der nicht früher oder später die Bekanntschaft mit ihren brennenden Eigenschaften macht. Daher wird sie auch gerne gemieden, obwohl sie als wichtige Heilpflanze eigentlich einen Ehrenplatz in jedem Garten haben sollte. Diesen Ehrenplatz holt sie sich aber meistens schon selber, weil sie sehr ausdauernd und anspruchslos ist und fast überall wächst, wo man sie wachsen lässt.
Die Brennnesseln bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Brennnesselgewächse. Sie kommen fast weltweit vor. In Deutschland nahezu überall anzutreffen sind die Große Brennnessel und die Kleine Brennnessel, nur selten auch die Röhricht-Brennnessel sowie die Pillen-Brennnessel.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend,  blutbildend, blutstillend, Stoffwechselfördernd, Harnwegserkrankungen,  Rheumatismus,  Gicht, Haarwuchsfördernd, Schuppen, Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Durchfall, Magenschwäche, Nierenschwäche, Diabetes (unterstützend), Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Urtica dioica, Urtica urens (kleine Brennnessel)
Pflanzenfamilie: Brennnesselgewächse = Urticaceae
englischer Name: Nettle
volkstümliche Namen: Donnernessel, Große Nessel, Hanfnessel, Nettel, Saunessel
Synonyme: Hanfnessel, Donnernessel, Scharfnessel
Falsche Schreibweisen: Brennesel, Brenessel, Brenesel, Brennnesel, Brennesseltee, Brenesel
verwendete Pflanzenteile: Kraut, Samen, Wurzel
Inhaltsstoffe: Nesselgift, Vitamine, Mineralien, Eisen, Histamin, Sekretin
Wirkstoffe: In der Brennnessel sind neben Zucker auch Ameisensäure, Histamin, die Vitamine C und K enthalten.
Sammelzeit: März bis August, Samen: Frühherbst
 
Anwendung
Die Brennnessel ist eine hervorragende Stoffwechsel-Pflanze. Vor allem als Frühjahrskur wirkt sie Wunder, indem sie all die Schlacken des Winters aus dem Körper ausspült. Man kann sie als Brennnesseltee trinken, im Salat, in der Suppe und wie Spinat essen. Gut gewürzt und mit zusammen mit anderen Kräutern schmeckt das alles wunderbar und gibt frische Kräfte. Brennnesseltee ist ein beliebter Tee zur Entschlackung und Anregung des Stoffwechsels. Als Tinktur kann man die Brennnessel gegen Haarausfall in die Kopfhaut einmassieren. Außerdem macht sie sich getrocknet in Nieren-Blasen-Teemischungen sehr gut. Sie hilft auch gegen Rheumatismus und Gicht, weil sie die Giftstoffe aus dem Körper ausspült. Besonders mutige Rheumapatienten lassen sich mit der ganzen Pflanze schlagen, um die Reizwirkung des Brennnesselgiftes auszunutzen. Bei dieser Methode sollte man jedoch vorsichtig sein, weil es auch zu Überreaktionen auf das Brennnesselgift kommen kann. Die Brennnessel-samen geben Kraft und wirken gut bei Erschöpfungszuständen. Auch die Brennnesselwurzel kann man als Heilkraut anwenden.
Die meisten der folgenden Aspekte beziehen sich auf die Große Brennnessel, die unter anderem als Heil- und Nutzpflanze dient.
als Heilkraut
Verwendung der Brennnessel in der Antike und im Mittelalter
Viele der heutigen Anwendungen waren bereits im Mittelalter lange bekannt. Da die Brennnesseln häufig in der Natur verwildert zu finden waren und nichts kosteten, waren sie ein begehrtes Hausmittel für viele Alltagsbeschwerden.
Brennesseln wurden für viele äußere und innere Beschwerden verwendet. Aufgebrühte Brennnesselblätter waren im Kräuterbuch von P.A. Matthioli bei Alltagsbeschwerden wie Seitenstich ein probates Mittel. Die zerstoßenen Blüten wurden ebenfalls in einem Sud erwärmt und bei Harnverstopfungen genutzt. Ein Arzneiwein aus Brennnesselblättern oder zermahlene Samen, die in Honig oder einem Mus (Latwerg) eingekocht wurden, sollen bei hartem Bauch und Darmbeschwerden geholfen haben.
Äußerlich dienten zerstoßene Nesselblätter, die mit Salz vermengt wurden als Pflaster bei Hautverletzungen oder Hundebissen verwendet und wurden gleichzeitig bei Beulen und Hautschwellungen empfohlen.
Auch die Äbtissin Hildegard von Bingen beschrieb die Brennnessel in ihrem Buch Physica. Dort wurde das Heilkraut jedoch fast ausschließlich als Gemüse empfohlen, dass der Reinigung des Magens dienlich ist und dem Magen den Schleim wegnimmt. Vom rohen Verzehr hielt Hildegard, aufgrund der Rauheit der Nessel, jedoch wenig.
Heutige medizinische Verwendung der Brennnessel
Die Brennnessel ist in den letzten Jahren als Naturheilmittel wieder sehr stark in den Fokus gerückt. Die Pflanze mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Urtica dioica wird heute vor allem bei Harn- und Nierenbeschwerden, zur Anregung des Stoffwechsels sowie bei Verdauungsbeschwerden verwendet.
als Küchenkraut
Wenn man die Brennnessel lediglich als Unkraut kennt, fällt es schwer zu glauben, dass sie ein hervorragendes Küchenkraut ist. Sie lässt sich in Suppen, als Gemüse oder als Saft verarbeiten und schmeckt bei richtiger Zubereitung sehr gut.
Ein bekanntes Rezept ist die Brennnesselsuppe, die sich einfach zubereiten lässt und häufig im Frühjahr auch gegen Frühjahrsmüdigkeit gegessen wird. Sie besteht neben Brennnesselblättern aus roten Zwiebeln, Kartoffeln, Brühe, Créme fraiche und Butter. Die Blätter werden zunächst mit den Zwiebeln in Butter kurz angebraten und anschließend in den Suppentopf gegeben. Neben Salz und Pfeffer können Gewürze wie Knoblauchpulver, Estragon und Petersilie für ein geschmackliches Highlight sorgen.
Wer gern Spinat isst, kann statt diesem auch gern mal Brennnesselblätter probieren. Die Blätter lassen sich nämlich genauso zubereiten und stehen geschmacklich dem Spinat in nichts nach. Der Brennnesselspinat kann, wenn gewünscht, auch mit Milch, Sahne oder Kokosnussmilch vermischt werden um eine rahmige Note zu erhalten. Zusammen mit Kartoffeln und Rühreiern ist ein solcher Spinat eine Delikatesse.
Liebhaber von Pasta können sich auch einem Brennnesselpesto versuchen. Neben Pinienkernen oder Walnüssen, werden ein hochwertiges Öl, Salz, Zitronen und zermörserte Brennnesselblätter benötigt. Ein solches Kräuterpesto ist in Wildkräuterkreisen sehr beliebt.
Die schmerzenden Brennhaare werden durch Kochen, Dünsten oder Trocknen unschädlich gemacht. Auch das Pürieren in einem Mixer zerstört die Haare des Krauts, so dass sich Smoothies oder Säfte problemlos zubereiten lassen.
Brennnesselblätter sind sehr gesund. Sie enthalten reichlich Vitamin C, Eisen, Calcium, Magnesium und Eiweiß.
Von einigen Arten werden die grünen Pflanzenteile, die unterirdischen Pflanzenteile und die Samen verwendet. Als Frühjahrsgemüse werden die jungen Brennnesseltriebe wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, Vitamin A und C (ca. zweimal mehr Vitamin C als Orangen), Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. Die Brennnessel enthält in der Trockenmasse etwa 30 Prozent Eiweißanteil. Der Geschmack wird als dem Spinat ähnlich, aber aromatischer und als feinsäuerlich beschrieben. Besondere Verbreitung fanden Brennnesselgerichte in Notzeiten, in denen Blattgemüse wie Spinat oder Gartensalat zugunsten nahrhafterer Pflanzenarten kaum angebaut wurden, und bei der armen Bevölkerung, da Brennnesseln auf Brachflächen und in lichten Wäldern reichlich gesammelt werden können. Eine weitere bekannte Zubereitungsart ist die Nesselsuppe. Den besten Geschmack haben die ersten, etwa 20 Zenti-meter langen oberirdischen Pflanzenteile im Frühjahr oder bei größeren Pflanzen der oberste jüngste vegetative Bereich, die oberen zwei bis vier Blattpaare. Aber auch die Samen der Brennnessel eignen sich geröstet zum Verzehr. Der unangenehmen Wirkung der Nesselhaare kann man bei der rohen Verwendung für beispielsweise Salate entgegenwirken, indem man die jungen oberirdischen Pflanzenteile in ein Tuch wickelt und stark wringt, sie sehr fein schneidet (beispielsweise mit dem Wiegemesser), mit einem Nudelholz gut durchwalkt oder ihnen eine kräftige Dusche verabreicht. Kochen sowie kurz blanchieren für Brennnesselspinat sowie -suppe macht die Nesselhaare ebenfalls unschädlich. Auch durch das Trocknen der oberirdischen Pflanzenteile für die Teezubereitung verlieren sie ihre reizende Wirkung. Früher wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in Brennnesselblätter gewickelt, um sie länger frisch zu halten. Tatsächlich verhindern die Wirkstoffe der Brennnessel die Vermehrung bestimmter Bakterien. Diese Praxis ist sogar gerichtsnotorisch: 1902 wurde eine Berliner Milchhändlerin auf Grund der Brennnesselblätter in ihrer Milch wegen Lebensmittelverfälschung angeklagt. Mit der Begründung, dass dies ein allgemein geübtes Verfahren sei, wurde die Händlerin jedoch freigesprochen. In Mitteleuropa, unter anderem den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und Deutschland, werden Brennnesseln auch als Zutat für Brennnesselkäse verwendet. Noch heute gibt man ganze oder gehackte Brennnesseln als Vitaminträger in das Futter von Küken, Ferkeln und Kälbern, damit sie schneller wachsen; auch als ganze Pflanzen gibt man sie Hausschweinen in der biologischen Landwirtschaft gern als Beifutter.
Die Kleine Brennnessel ist in der Küche vielseitig verwendbar. Die jungen Sprosse finden gegart in Gemüsegerichten, in frischem Gemüsesaft, roh und fein gehackt in Kräuterbutter, in Salaten, als Brotbelag, Spinat, in Kräutersaucen, in Ausbackteig sowie als Trockengewürz Verwendung. Die grünen Samen sind als Brotbelag oder geröstet einsetzbar und die reifen als Zusatz zum Wein. Das Blättermehl kann wiederum als Streckpulver für Schnupftabak oder als Trockengewürz genutzt werden.
Die protein-, vitamin- und mineralstoffreichen Blätter der Brennnessel können ebenso wie Blüten und Samenstände als Brennnesselspinat gekocht oder als Salat verwendet werden. Besonders die jungen Triebe ergeben ein nahrhaftes, wohlschmeckendes Wildgemüse. Die Blätter stechen nicht mehr, wenn sie entweder getrocknet, gewässert, gekocht oder mechanisch bearbeitet wurden, z. B. durch Kneten in der Handfläche oder durch Rollen mit dem Nudelholz.
Nachdem die Pflanze geblüht hat und die Samenproduktion beginnt, bilden sich in den Blättern kalkhaltige Zystolithen, die reizend auf Nieren und Harnwege wirken können.
Brennnesseln werden regional in Polenta- und Püree-Gerichten sowie zur Zubereitung von Pesto und als Beigabe zu speziellen Käsesorten verwendet. Brennnesselsuppe ist traditionell in Nord- und Ost-Europa verbreitet.
Speziell in Albanien werden Brennnesseln als Bestandteil der Füllung von Börek-Teigtaschen (Byrek me hithra) verwendet.
 
Brennnessel im Garten
In Gärten die gern naturnah bewirtschaftet werden, sind Brennnesselbrühe und Brennnesseljauche wohlbekannt. Während die Brühe meist zur Bekämpfung von Schädlingen wie Blattläusen und Pflanzenstärkungsmittel verwendet wird, dient die Jauche als organischer Stickstoffdünger.
Für die Herstellung einer Jauche werden frische Brennnesselblätter in Wasser eingelegt (pro Liter bis zu 5 große Pflanzen). Das Gefäß in dem sich die Flüssigkeit befindet muss täglich umgerührt werden, damit der Gärprozess ordnungsgemäß abläuft. Bis die Gärung abgeschlossen ist, können bis zu 6 Tage vergehen. Der Geruch lässt sich übrigens durch die Beimengung von Urgesteinsmehl oder Zeolithmehl deutlich verringern.
 
Pflanzenkunde
Die Brennnessel gehört zur Familie der Brennnesselgewächse. Man unterscheidet die bis zu eineinhalb Meter hohe Große Brennnessel von der Kleinen Brennnessel – beide sind zum Verzehr geeignet.
Die Blätter stehen paarweise gegenüber, sind grob gesägt und hell- (jüngere Blätter) bis dunkelgrau-grün (ältere Blätter). Die Stängel und Blätter sind reichlich mit Brennhaaren versehen. Bereits bei leichter Berührung brechen diese ab und setzen das Nesselgift frei. Es verursacht unangenehme, jedoch harmlose Hautirritationen. Umgehen kann man die schmerzhafte Erfahrung, indem die Pflanze von unten nach oben angefasst wird. Wer Brennnessel ernten möchte, verwendet dazu allerdings am besten Handschuhe.
Die Brennnessel findet man auf gepflegten Park- und Rasenflächen ebenso wie in der Naturwiese, am Waldesrand, in Auen oder anderen Feuchtgebieten. Eigentlich sollten sich Gärtnerinnnen/Gärtner über ihre Anwesenheit freuen. Ist sie doch Indikator dafür, dass der Boden besonders fruchtbar und nährstoffreich ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Große Brennnessel ist eine zweihäusige, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 300 Zentimeter erreicht. Sie wurzelt bis 70 Zentimeter tief. Der aufrechte, unverzweigte oder verzweigte Stängel ist stark kantig und hat einen Durchmesser von 3 bis 5 Millimeter. Über ihr kräftiges Rhizom bildet sie Ausläufer und kann so zu großen Horsten heranwuchern. Blätter und Stängel sind mit kieselsäureverstärkten Brennhaaren bewehrt. Daneben sind zusätzlich kurze, graue Borstenhaare zu finden sowie kleine vierzellige Drüsenhaare, oft mit runden Perldrüsen an der Basis.
Die Blätter stehen gegenständig, die Blattstiele sind in der Regel weniger als ein Drittel so lang wie die herzförmige, zugespitzte Spreite. Diese ist matt, oberseits dunkelgrün und unterseits behaart, zwischen 6 und 20 Zentimeter lang und 2 bis 13 Zentimeter breit. Der Blattrand ist gesägt, selten doppelt gesägt. Die linealisch-pfriemlichen Nebenblätter sind frei.
Der Stiel des Tragblattes ist meist kürzer als der Blütenstand, eine Rispe. Die radiärsymmetrischen Blüten sind unscheinbar grünlich oder bräunlich. Die männlichen Blüten sind aufrechtstehend, das Perigon bis zur Mitte gespalten, der Zipfel am Ansatz am breitesten. Die weiblichen Blüten hängen oder sind zurückgebogen. Die äußeren Blütenhüllblätter sind linealisch bis schmal spatelförmig oder lanzettlich und 0,8 bis 1,2 Millimeter lang, die inneren Blütenhüllblätter sind eiförmig bis breit eiförmig, 1,4 bis 1,8 Millimeter lang und 1,1 bis 1,3 Millimeter breit. Der Fruchtknoten ist oberständig.
Die Frucht ist eine eiförmige bis breit eiförmige, 1 bis 1,3 (selten bis 1,4) Millimeter lang und 0,7 bis 0,9 Millimeter breite Nussfrucht. Die Samen haben ein Tausendkorngewicht von 0,14 Gramm und sind frostkeimend.
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober.
Die Kleine Brennnessel wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern. Die einfache, dunkelgrüne Blattspreite ist meist weniger als 5 cm lang und eiförmig-elliptisch mit keilförmiger bis stumpfer Spreitenbasis. Der Blattrand ist eingeschnitten gesägt. Der Endzahn ist nicht länger als die Seitenzähne.
Die Blüten der Kleinen Brennnessel sind getrenntgeschlechtig (monözisch) einhäusig. Die Blütenstände sind meist kürzer als der Blattstiel. Die Blüten sind eingeschlechtig. Es wird eine einsamige Nussfrucht gebildet.
Fast jeder kennt die Brennnessel. Schaut sich doch jeder das Kraut genauer an, was einem grade solch ein unangenehmes Brennen auf der Haut verursacht hat. Die Brennnessel ist in Mitteleuropa heimisch und kommt fast überall häufig vor. Sie wächst meistens in Gruppen und oft auf bearbeitetem Boden, der möglichst nahrhaft ist. Daher ist sie häufig ein Kulturfolger und begleitet die Menschen in ihre Dörfer und Städte. Sie wird bis zu einen Meter hoch und ist an ihren gegenständigen gesägten Blättern zu erkennen, die mit kleinen Brennhaaren besetzt sind. Diese Brennhaare sind es, die die Brennwirkung der Brennnessel verursachen, denn bei Berührung brechen sie ab und entleeren ihr Brennnesselgift auf die Haut. Die Blüten der Brennnessel sind recht unscheinbar. Sie sind gelblich und hängen in Rispen von den oberen Blattständen.
Ähnliche Arten
Die kleine Brennnessel ist sehr ähnlich wie die große Brennnessel und wird auch ähnlich als Heilpflanze verwendet.
Brennnessel-Arten wachsen als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, selten auch Halbsträucher. Sie erreichen je nach Art, Standort und Nährstoffsituation Wuchshöhen von 10 bis 300 Zentimetern bei den in Mitteleuropa vertretenen Arten. Die ausdauernden Arten bilden Rhizome als Ausbreitungs- und Überdauerungsorgane. Die grünen Pflanzenteile sind mit Brenn- sowie Borstenhaaren besetzt. Ihre oft vierkantigen Stängel sind verzweigt oder unverzweigt, aufrecht, aufsteigend oder ausgebreitet. Die meist kreuzgegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreiten sind elliptisch, lanzettlich, eiförmig oder kreisförmig. Die Blattspreiten besitzen meist drei bis fünf, (bis sieben) Blattadern. Der Blattrand ist meist gezähnt bis mehr oder weniger grob gezähnt. Die oft haltbaren Nebenblätter sind frei oder untereinander verwachsen. Die Zystolithen sind gerundet bis mehr oder weniger verlängert.
Bekannt und unbeliebt sind die Brennnesseln wegen der schmerzhaften Quaddeln (Schwellungen), die auf der Haut nach Berührung der Brennhaare entstehen. Je nach Brennnesselart unterscheiden sich die Folgen, so ist beispielsweise die Brennflüssigkeit der Kleinen Brennnessel wesentlich schmerzhafter als die der Großen Brennnessel. Diese Brennhaare wirken als Schutzmechanismus bei Fraßfeinde und sind überwiegend auf der Blattoberseite vorhanden. Es sind lange, einzellige Röhren, deren Wände im oberen Teil durch eingelagerte Kieselsäure hart und spröde wie Glas sind. Das untere, flexiblere Ende ist stark angeschwollen, mit Brennflüssigkeit gefüllt und in einen Zellbecher eingesenkt, die Spitze besteht aus einem seitwärts gerichteten Köpfchen, unter dem durch die hier sehr dünne Wand eine Art Sollbruchstelle vorhanden ist. Das Köpfchen kann schon bei einer leichten Berührung abbrechen und hin-terlässt eine schräge, scharfe Bruchstelle, ähnlich der einer medizinischen Spritzenkanüle. Bei Kontakt sticht das Härchen in die Haut des Opfers, sein ameisensäurehaltiger Inhalt spritzt mit Druck in die Wunde und verursacht sofort einen kurzen, brennenden Schmerz und dann die erwähnten Quaddeln mit Brennen oder Juckreiz. Weitere Wirkstoffe der Brennflüssigkeit sind Serotonin, Histamin, Acetylcholin und Natriumformiat. Bereits 100 Nanogramm dieser Brennflüssigkeit reichen aus, um die bekannte Wirkung zu erzielen. Histamin erweitert die Blutkapillaren und kann Reaktionen hervorrufen, die allergischen Reaktionen ähneln (diese werden unter anderem durch Freisetzung körpereigenen Histamins verursacht). Acetylcholin ist auch die Überträgersubstanz vieler Nervenendungen und für den brennenden Schmerz verantwortlich. Brennnesseln lassen sich relativ gefahrlos anfassen, wenn man sie von unten nach oben überstreicht, da fast alle Stacheln nach oben gerichtet sind. Auch ohne Eindringen der Brennhaare kann allein Hautkontakt zur Brennflüssigkeit Folgen haben: Frischer Brennnessel-Schnitt verursacht bei Hautkontakt (z. B. beim Rasenmähen) zuerst keine Schmerzen, weil gebrochene Brennhaare nicht in die Haut stechen können und nur noch wenig Gift enthalten. Die spröden Brennhaare brechen bereits bei Mähmesser-Rotation, und die Brennflüssigkeit fließt frei aus. Bei Benetzung empfindlicher Hautschichten mit Brennflüssigkeit (Knöchel- und Spannbereich) erfolgt eine späte Schmerzreaktion, da die Brennflüssigkeit nach Kontakt auf nervenloser Oberhaut durch Poren in die darunterliegende Lederhaut eindringt. Dort erreicht sie erst nach Stunden freie Nervenendigungen. Dagegen schmerzen Hauteinstiche spröder, ungebrochener Brennhaare schon in Sekundenbruchteilen. Die relativ lange Gift-Kontaktzeit ist zur späteren Verätzungsintensität direkt proportional. Nur langsam unter stechenden Schmerzen mit Schwellungen wird das in die Lederhaut eingedrungene Gift abgebaut und die großflächig verätzte Oberhaut durch eine neue ersetzt. Die Brennnessel hat damit einer Reaktion der Haut ihren Namen gegeben, der Nesselsucht oder Urtikaria. Genau wie bei einer Reizung durch Brennnesseln verursacht sie juckende Quaddeln und es wird Histamin aus Mastzellen der Haut freigesetzt. Die Ursachen können aber sehr unterschiedlich sein.
Sie sind je nach Art einhäusig oder zweihäusig getrenntgeschlechtig. In den Blattachseln stehen in verzweigten, rispigen, ährigen, traubigen oder kopfigen Gesamtblütenständen viele zymöse Teilblütenstände mit jeweils vielen Blüten zusammen. Die relativ kleinen, unauffälligen, immer eingeschlechtigen Blüten sind (zwei bis) vier- bis fünf- (bis sechs-)zählig. Die eingeschlechtigen Blüten sind etwas reduziert. Es sind (zwei bis) vier (bis fünf) Blütenhüllblätter vorhanden. Die männlichen Blüten enthalten meist (zwei bis) vier (bis fünf) Staubblätter. Die weiblichen Blüten enthalten einen Fruchtknoten, der zentral in der Blüte liegt und aus nur einem Fruchtblatt gebildet wird. Brennnessel-Arten sind windbestäubt. Wenn sich bei den männlichen Blüten die Blütenhüllblätter öffnen, schnellen ihre Staubblätter hervor; dabei wird explosionsartig eine Wolke von Pollen in die Luft geschleudert. Der Wind überträgt anschließend den Pollen auf die weiblichen Blüten. Die sitzenden, in den haltbaren inneren Blütenhüllblättern locker eingehüllten Nüsschen sind gerade, seitlich abgeflacht, eiförmig oder deltoid. Die aufrechten Samen enthalten we-nig Endosperm und zwei fleischige, fast kreisförmige Keimblätter.
Die Arten der – mit den Brennnesseln nicht verwandten – Gattung der Taubnesseln, sehen den Brennnesseln in Wuchs und Blattform sehr ähnlich, besitzen aber keine Brennhaare und auch sehr viel größere und auffälligere Blüten. Die ebenfalls ähnlichen Blätter der Nesselblät-trigen Glockenblume sind wechselständig.

Bachblüten
Ich fühle mich überfordert (Larch)
Sie fühlen sich heillos überfordert
Mit der Blüte können sie diese Überforderung abstoppen
Bachblüten
Man fühlt sich tief innerlich als Feigling (Pine)
Diese Menschen fühlen sich im tief im innersten als Feigling
Mit Pine können sie das Gefühl des Feiglings abwenden
Aufbau von Proteinen
Die Proteine bestehen aus vielen kleinen Einzelbausteinen, den Aminosäuren, die miteinander verknüpft sind.
Auch die Aminosäuren haben einen einheitlichen Bauplan: Aminogruppen, Carboxylgruppen, ein Rest, nur dadurch unterscheiden sich die einzelnen Aminosäuren voneinander.
Proteine bestehen aus Aminosäuren, die durch chemische Bindungen miteinander verknüpft sind und so lange Ketten bilden.
Diese chemischen Bindungen nennt man auch Peptidbindungen. Dabei wird aus zwei Aminosäuren bei Abspaltung von Wasser ein Dipeptid. Ab 100 Aminosäuren spricht man von einem Polypeptid.
Es gibt insgesamt 20 verschiedene Aminosäuren, die sich jeweils in ihrem Rest unterscheiden.
Damit besitzt jedes Protein eine spezifische Abfolge der unterschiedlichen Aminosäuren.
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