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BEHAARTE KARDE
Die Behaarte Karde ist zierlicher als die Wilde Karde, die Blütenköpfe sind deutlich kleiner. Ist die Wilde Karde ein häufiger Wegbegleiter, so ist die behaarte Karde sehr selten. Man findet diese weiß-gelb blühende Karden-Art an Wegen und Lichtungen von Auwäldern in den submediterranen Teilen Europas. In der Volksheilkunde wird die behaarte Karde genauso eingesetzt wie ihre wilde Schwester, wenn auch viel seltener. Da die Pflanze sehr selten ist, sollte sie nicht gesammelt werden. Die Behaarte Karde ist eine Pflanzenartaus der Gattung der Karden in der Unterfamilie der Kardengewächse.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Wundheilung
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutreinigend, diuretisch, harntreibend, immunsystemstärkend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Volksheilkunde: Borreliose, Durchfall, Fingerwunden, Furunkel, Gallenschwäche, Gicht, Gichtschmerzen, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen, Magenschwäche, Ödeme, Rheuma, Sommersprossen, Verdauungsschwäche, Warzen, Wunden
wissenschaftlicher Name: Dipsacus pilosus L.
Pflanzenfamilie: Kardengewächse = Dipsacaceae
englischer Name: Small Teasel
volkstümlicher Name: Behaarte Karde, Borstenkarde, Hirtenstab, Schlanke Karde
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Glykoside, Inulin, organische Säuren, Saponine, Scabiosid, Tannine
Sammelzeit: Frühjahr, Herbst
 
Anwendung
Borreliose
Die Wurzel der Behaarten Karde kann man als Tinktur oder Tee gegen Borreliose einsetzen, wenn eine Therapie mit Antibiotika nicht anschlägt oder auch begleitend zu einer Antibiotikabehandlung.
Tinktur
Die Tinktur wird am besten aus der frischen geernteten Wurzel hergestellt. Drei Wochen soll sie ziehen, bevor man sie abseiht. Von dieser Tinktur nimmt man dreimal täglich 5 - 50 Tropfen.
Tee
Aus der Kardenwurzel kann man auch einen Tee zubereiten. 2 Teelöffel mit 250ml kaltem Wasser ansetzen, aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Der Tee kann innerlich und äußerlich eingesetzt werden.
 
Geschichtliches
Die Wurzeln der verschiedenen Kardenarten werden schon seit der Antike bei verschiedene Krankheiten eingesetzt, besonders im Bereich der Stoffwechselkrankheiten und zur Wundheilung. Neu ist der Einsatz gegen Borreliose, einer Krankheit, die immer öfters durch Zecken übertragen wird und gegen die es noch keine Impfung gibt.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Behaarte Karde ist eine zweijährige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 120 Zentimeter erreicht. Sie ist aufrecht und verzweigt. Sowohl Stängel als auch Laub-blätter sind mehr oder weniger stark borstenhaarig und stachelig. Die Laubblätter sind am Grund verwachsen. Die untersten sind langgestielt, eiförmig, in der Regel ganzrandig und haben manchmal zwei kleinere Seitenfiedern. Die oberen Blätter sind eiförmig-elliptisch, kurzgestielt und oft dreiteilig. Die weiß oder gelblich-weiß gefärbten Blüten sind in einem dichten, kugeligen, kopfigen Blütenstand angeordnet, der einen Durchmesser von 2 bis 2,5 Zentimeter aufweist und vor dem Aufblühen nickend ist. Die Tragblätter sind borstig gewimpert und lang zugespitzt. Die Hüllblätter sind ein wenig länger als die Blüten. Die Blütezeit reicht von Juli bis August.
Die Behaarte Karde ist in Europa und Ozeanien heimisch. Sie wächst bevorzugt in Auwäldern an Wegen und Lichtungen. Die zweijährige Pflanze wird zwischen 70 und 150 Zentimeter hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst Blätter aus. In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette. Die Blätter sind oval bis länglich und die unteren Blätter sind meistens gelappt. Im zweiten Jahr wächst der Stängel mit den Blüten. Die runden Blütenköpfe erscheinen zwischen Juli und September und haben einen Durchmesser von 15 - 20 mm. Die Blüten-farbe ist weiß bis gelb. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst die Samen.
 
Anbautipps
Die Behaarte Karde ist anspruchslos. Im Herbst oder Frühling in Töpfchen aussäen und den Boden feucht halten. Sobald die Pflanze kräftig genug ist, ins Freiland setzen. Die Pflanze blüht erst im zweiten Jahr.
 
Sammeltipps
Die Wurzel der Behaarten Karde gräbt man am besten im Herbst oder Frühjahr aus. Da die Pflanze sehr selten ist, sollte sie nicht in der Natur gesammelt werden. Die Ernte ist bei allen Karden-Arten gleich: Karden-Ernte. Entweder trocknet man sie zügig, bei knapp 40°C im Backofen, oder man setzt aus der frischen Wurzel eine Tinktur an.

GEISSBART
Das Echte Mädesüß ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Rosengewächse gehört. Sie ist in fast ganz Europa heimisch und man findet sie auf nährstoffreichen Feucht- und Nasswiesen, an Gräben und Bachufern sowie in Erlen-Eschenwäldern. An selten gemähten und nährstoffreichen Gewässerrändern ist das Echte Mädesüß eine Leitpflanze der Mädesüß-Hochstaudenfluren. Das Mädesüß hat viele Namen, was zeigt, dass es von vielen Menschen von alters her sehr geschätzt wurde. Man nennt es Geißbart, Spierstaude oder Wiesenkönigin und das sind noch lange nicht alle Namen. Bei Erkältungen oder gar Grippe wird man seine fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkung schätzen lernen, gehört es doch zu den wenigen Schmerzmitteln, die die Natur uns bietet.
Achtung! Mädesüß enthält Acetylsalicylsäure. Bei bekannter Allergie bei Acetylsalicylsäure (Aspirin) sollte diese Pflanze nicht verwendet werden.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend, schweißtreibend, Blasenprobleme, Darmprobleme, Erkältungen, Grippe, Fieber, Gicht, Magenprobleme, Nierenprobleme, Rheuma, Schmerzen, Migräne, Kopfschmerzen, Wassersucht, Ödeme
wissenschaftlicher Name: Spiraea ulmaria, Filipendula ulmaria, Ulmaria palustris
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Meadowsweet
volkstümliche Namen: Beinkraut, Geißbart, Spierstaude, Wiesenkönigin, Wilder Flieder, Krampfkraut, Wiesengeißbart
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Salizylsäureverbindungen, Heliotropin, Vanillin, Zitronensäure, Gerbsäure, Gaultherin, Kieselsäure, Terpene, Wachs, Fett, Farbstoff Spiraein
Wirkstoffe: Im Mädesüß sind Glykoside und Salicylsäure enthalten.
Sammelzeit: Blüten: Juni bis August, Wurzeln: Herbst und Frühling
 
Anwendung
Vom Mädesüß werden vorwiegend die Blüten und die Wurzeln verwendet. Ein Mädesüßtee eignet sich hervorragend bei Erkältungen oder grippalen Infekten. Sogar bei echter Grippe kann er lindernd wirken. Er senkt nicht nur das Fieber, sondern erleichtert auch Schmerzen und hilft beim Abschwellen der Schleimhäute. Auch gegen die meisten Arten von Ödemen hilft Mädesüßtee sehr gut. Seine harntreibende und entgiftende Wirkung lässt ihn auch bei Problemen des Harnapparates und des Stoffwechsels helfen. Ein Tee aus den Blüten wird als Aufguss gekocht. Wurzel-Tee wird hingegen kalt angesetzt und sechs Stunden stehen lassen, bevor er kurz aufgekocht wird. Dann lässt man ihn zwei Minuten ziehen und seiht ihn anschließend ab. Beide Tees trinkt man zwei bis drei Tassen am Tag in kleinen Schlucken und ungesüßt. Mädesüß enthält unter anderem Salicylate, Flavonoide, Gerbsäuren, ätherisches Öl und Zitronensäure, außerdem ein schwach giftiges Glykosid, das bei entsprechend hoher Dosierung Kopfschmerzen auslösen kann.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Mädesüß ist eine alte Heilpflanze, jedoch in Antike und Mittelalter kaum über schrift-liche Quellen greifbar. Erst das Circa instans (Mitte des 12. Jahrhunderts) aus der Schule von Salerno beschreibt die Pflanze ausführlich. Adam Lonitzer schrieb in seinem Kräuterbuch: Dieses Kraut Wurzel ist gut für den Stein, desgleichen denjenigen, die mit Mühe harnen und die Lendensucht haben. Das Pulver der Wurzel dient denjenigen, die einen kalten Magen haben und nicht gut verdauen können. Gegen Asthma nimm das Pulver und Enzian im gleichen Gewicht und gebrauche es in der Speise, es hilft ohne Zweifel.
Medizingeschichtlich ist Mädesüß interessant, da lange Zeit aus ihren Blütenknospen Salicylaldehyd gewonnen wurde, ein entzündungshemmender Wirkstoff, der heute in abgewandelter Form als synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure verkauft wird. Das Echte Mädesüß, das man damals botanisch noch den Spiersträuchern zuordnete, hat zur Entwicklung des Markennamens Aspirin beigetragen. Während das A für Acetyl steht, ist spirin aus dem Begriff Spiraeasäure abgeleitet. Offizinell ist das Mädesüßkraut, welches unter dieser Bezeichnung im Europäischen Arzneibuch monographiert ist und aus den blühenden Stängelspitzen besteht. Nach Ph. Eur. ist ein Gehalt von mindestens 1 ml wasserdampfflüchtiger Substanzen (gebildet durch Säurehydrolyse aus Phenolglykosiden) je kg Droge gefordert. Weiterhin monographiert der Deutsche Arzneimittel-Codex Mädesüßblüten mit der älteren Bezeichnung der Droge Spiraeae flos. Wichtige Wirkstoffe sind: Penolglykoside wie Monotropidin und Spiraein, aus denen beim Trocknen in geringen Mengen ätherisches Öl mit Salicylaldehyd und mit Methylsalicylat entstehen; Flavonoide wie Spiraeosid und Gerbstoffe. Medizinische Anwendungen: Mädesüßblüten haben schweiß- und harntreibende Eigenschaften. Der Gehalt an Salicylsäureverbindungen, die ähnlich wie Aspirin wirken könnten, ist jedoch gering, so dass eine entzündungshemmende Wirkung bezweifelt wird. So wird die Droge nur noch zu Schwitzkuren empfohlen wie man sie gern unterstützend bei beginnenden Erkältungen nutzt. Der Einsatz bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht zur Erhöhung der Harnmenge ist in der Volksheilkunde bekannt. Die Blüten und die jungen Blätter des Mädesüß werden zu Tee verarbeitet, dem eine gute harntreibende, entzündungshemmende sowie antirheumatische Wirkung nachgesagt wird. Da die in der Pflanze enthaltenen Stoffe jedoch wie bei vielen anderen pflanzlichen Mitteln abhängig von Standortbedingungen in ihrer Dosis stark schwanken, wird in der Regel empfohlen, sich die Pflanzenbestandteile in der Apotheke zu besorgen. Mädesüß soll die übermäßige Produktion von Magensäure eindämmen und so Sodbrennen entgegenwirken.  
Verwendung als Duftpflanze
Aufgrund des süß-herben Duftes, der von vielen Menschen als angenehm empfunden wird, war Mädesüß einst ein beliebtes Streukraut. Man bestreute am Morgen den Holzfußboden mit verschiedenen Kräutern und kehrte die Blätter und Stängel wieder aus, wenn sie abends vertrocknet waren und ihren Duft nicht mehr verströmten. Allerdings war es auch gängig, Mädesüßstreu tage- bis wochenlang zu benutzen, da es seinen Duft noch sehr lange verströmt. In England wird Mädesüß Duftpotpourris beigemischt, um diesen eine etwas rundere Note zu verleihen. So war sie die bevorzugte Aromapflanze der englischen Königin Elisabeth I. Allerdings wird der Duft nicht von allen gleichermaßen geschätzt. Von einigen Menschen wird der Geruch als zu aufdringlich empfunden, was der Pflanze auch den volkstümlichen Namen Wiesenschabe eingetragen hat.
Gesundheit
Mädesüß soll eine antirheumatische, reinigende, harntreibende, zusammenziehende, schmerzlindernde, schweißtreibende und blutstillende Wirkung haben. Ein aufgebrühter Tee soll Erkältungskrankheiten, Nierenprobleme und rheumatische Beschwerden lindern. Eine äußerliche Anwendung in Form von Packungen und Aufgüssen soll schmerzende und geschwollene Gelenke beruhigen.
Mädesüß als Heilkraut
Das Echte Mädesüß ist ein sehr altes Heilkraut, von dem schon die alten Römer und Germanen berichtet hatten. Nach Überlieferungen der Römer, war das Mädesüß für die Germanen ein heiliges Kraut. Auch Hildegard von Bingen war das Kraut wohlbekannt. Sie hatte es in den Klostergärten kultiviert und nutzte es für Umschläge gegen Schmerzen aller Art.
In den großen Kräuterbüchern des Mittelalters war das Mädesüß meist nur unvollständig beschrieben. Beispielsweise fand die Schmerzlinderung durch das Kraut kaum Beachtung. Im Gart der Gesundheit sowie im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wird das Mädesüß, welches dort noch als roter Steinbrech bezeichnet wurde, vor allem bei Fallsucht (Epilepsie), bei Beschwerden des Harnflusses und bei Husten empfohlen. Die auch als Spierstaude bezeichnete Heilpflanze wurde meist in Wein gesotten und mit Honig gesüßt.
In der heutigen Volksmedizin bzw. Naturheilkunde hat der Mädesüß eine durchaus große Bedeutung. Besondere Beachtung finden die im den Blüten enthaltenden Salicylsäure-Verbindungen. Salicylsäure wird heutzutage meist chemisch synthetisiert und als Acetylsalicylsäure in vielen Schmerzmitteln (z.B. Aspirin) angeboten. Salicylsäure hat eine schmerzstillende, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung. Außerdem haben die enthaltenden Gerbstoffe eine wichtige Bedeutung. Beispielsweise sorgt der Gerbstoff Ellagitannin dafür, dass Schleimhäute geschützt werden.
Heilkräftige Pflanzenteile
Man sammelt die Blüten, mit oder ohne den Blättern in der Blütezeit, die Wurzeln zeitlich im Frühjahr oder im Herbst. Der alte pharmakologische Name lautet auch Flores bzw. Radix Barbae caprinae. Die Blüten und Blätter werden im Schatten getrocknet. Die Wurzeln sollen nach gründlicher Reinigung aufgefädelt und im Schatten an zugiger Stelle zum Trocknen aufgehängt werden.
Heil- und Wirkstoffen
Enthält der Geißbart in den Blüten und Wurzeln, teils auch in den Blättern, ätherischen Öl mit Salizylsäureverbindungen. Auch Heliotropin und Vanillin ist im ätherischen Öl enthalten. Im blühendes Kraut ist freie Salizylsäure-, Zitronen- und Gerbsäure nachzuweisen. In Wurzelstock ist ferner das Glukosid Gaultherin und reichlich Kieselsäure enthalten. Kampferähnliche Verbindungen, Terpene, Wachs, Fett und der Faserstoff Spiraein kommen in der ganzen Pflanze vor.
Heilwirkung
Die vegetabilen Salizylverbindungen machen die Pflanze zur Behandlung von gichtisch-rheumatischen Erkrankungen sehr geeignet. Die stark schweißtreibende Kraft dieser Salizylverbindungen bewirkt eine rasche Ableitung aller Giftstoffe und gilt der Geißbart als eine wertvolle blutreinigende Heilpflanze. Der Tee wird sehr empfohlen bei Wassersucht, Haut- und Bauchwassersucht, Blasen- und Nierenleiden und bei Würmern. Da der hohe Salizylgehalt nicht nur fäulnis- und gärungswidrig wirkt und die fiebrigen Körpertemperaturen herabsetzt, eignet sich der Geißbart sehr gut bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes infolge Verdauungsstörungen und als fieberherabsetzendes Heilmittel.
Die TEEBEREITUNG erfolgt als Aufguss von 1-2 Teelöffel voll der Blüten oder des blühenden Krautes für 1 Tasse, 2-3 Tassen am Tage, schluckweise und ungesüßt getrunken.
Die kleingeschnittener Wurzel (frisch oder getrocknet) wird durch etwa 6 Stunden kalt angesetzt, dann einmal kurz aufgekocht, 1-2 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei gleicher Teemenge für 1 Tasse trinke man 2-3 Tassen am Tage, schluckweise und ungesüßt.
Auch der frisch ausgepresste Saft aus der ganzen Pflanze kann verwendet werden, täglich 1 Eßlöffel Saft mit etwas Wasser, ohne jeden Zusatz eingenommen.
Anwendung in der Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird der Geißbart seit jeher als wassertreibendes Mittel gelobt und auch dann verwendet, wenn eine entzündliche Reizung der Niere vorliegt. Dies wurde von der wissenschaftlichen Medizin nun wiederholt als zutreffend befunden.
Ferner galt in der Volksheilkunde der Geißbart seit altersher als ein Naturheilmittel bei Hundebiß durch einen tollwütigen Hund. Dieses Mittelaus der Erfahrung der Volksheilkunde heraus ermittelt, wurde medizinisch bestätigt.
1 Teelöffel der klein zerschnittenen frischen Wurzel, mehrmals am Tage gut zerkaut eingenollen, durch 3-4 Tage, retten vor den Folgen eines Bisses durch einen toll-wütigen Hund (Dr. med. Künen).
Anwendung in der Homöopathie
Die rötlich-braune homöopathische Essenz aus der frischen Wurzel wird bei rheumatischen Herzbeschwerden, Nieren- und Blasenerkrankungen, Magen- und Darmkatarrh sowie bei Kopfschmerzen verbunden mit Blutdrang zum Kopfe und bei Schwindelgefühlen empfohlen.
Anwendung in der Tiermedizin
Bei wassersüchtigen Anschwellungen der Beine und des Bauches bei Haustieren wird der Geißbarttee eingegeben. Bei Kälberlähmung hat sich der Tee als Trank und Umschlag sehr bewährt.
Nebenwirkungen
Menschen, die eine Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure haben sowie Schwangere und Asthmatiker sollten auf Mädesüß-Produkte verzichten, oder zumindest ihren Arzt vor der Verwendung fragen. Die im Spierstrauch enthaltenden Salicylverbindungen gelten als leichte Schmerz- und Fiebermittel.
Verwendung als Küchenkraut
Die Nutzung dieses Wildkrauts ist über die Jahre zu unrecht zurückgegangen. Dabei lässt sich Mädesüß in der Küche vielseitig verwerten. Alle Pflanzenteile des Rosengewächses sind grundsätzlich essbar, wobei vor allem die folgenden Verwendung finden:
Das Mädesüß wird häufig für die Aromatisierung von selbst hergestellten Getränken oder für die Herstellung von Gelees verwendet. Es verleiht vor allem süßen Speisen und Getränken einen feinen und herben Geschmack. Auch Früchtekompotts, Puddings und sogar Eis lassen sich mit Mädesüßblüten perfekt würzen.
Die Geschmacksstoffe der Blüte können leicht durch Wasserextrakte herausgelöst werden. Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pfirsiche können klein geschnitten werden, mit einigen wenigen Esslöffeln Wasser versetzte werden und mit den Blüten bestreut werden. Die Kompotts sollten immer einige Stunden ziehen, bevor sie verzehrt werden.
Die Blätter des Mädesüß können für Salate, aber auch als Würzkraut für Wild- und Fischgerichte verwendet werden. Ebenfalls können die Blätter gekocht werden und ähnlich wie Spinat zubereitet werden. Nach Möglichkeit sollten jedoch nur die jungen Blätter verwendet werden.
In der belgischen und französischen Küche wird Mädesüß gelegentlich für Nachspeisen verwendet. Dort macht man sich die Inhaltsstoffe des Krauts zu Eigen. Diese sorgen gerade bei deftigen Speisen dafür, dass Beschwerden wie Völlegefühl und Sodbrennen gelindert werden.
Hinweis: Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Salicylsäure sowie Asthmatiker und Schwangere sollten auf den Genuss von Mädesüß verzichten.
 
Pflanzenbeschreibung
Mädesüß liebt die Ufer von Flussläufen, doch auch mit feuchten Wiesen und Gräben gibt es sich zufrieden. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 m hoch. Aus dem kriechenden Wurzelstock treiben mehrere kantige Stängel aus. Die Stängel sind im oberen Bereich verzweigt. Die behaarten Blätter wachsen im unteren Bereich dichter, nach oben hin spärlicher werdend. Die Blätter stehen unpaarig gefiedert und haben einen gesägten Rand. Die Rispen der weißlichen Blüten sind in Trugdolden angeordnet. Sobald sie richtig aufgeblüht sind, sehen die Blüten wattig aus.
Botanik
Die ausdauernde, strauchartige Staude wird bis 1,5m hoch, besitzt einen kriechenden Wurzelstock und hat kantige, in den oberen Teilen verästelte Stängel, die reich mit behaarten Blättern besetzt sind. Die kleinen gelblich-weißen Blüten stehen in rispigen Trugdolden angeordnet.
Geruch und Geschmack
Die Blüten duften angenehm, etwas ähnlich wie bittere Mandeln. Der Geschmack der Wurzel ist schleimig, etwas scharf und vanilleartig.
Blütezeit
Juni bis August
Standort
Der Wiesen-Geißbart bevorzugt frisch-feuchte Wiesen, helle geräumige Gebüsch und Staudenflächen auf kalkreichen wie auch auf kalkarmen Böden.
Das Echte Mädesüß ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 150, bisweilen 200 Zentimetern. Die Stängel sind rötlich überlaufen und verzweigen sich erst im oberen Teil. Die Laubblätter sind dunkelgrün gefiedert und stark geadert sowie an der Unterseite weiß beflaumt. Die Fiederblättchen der Laubblätter erinnern an die Blätter der Ulmen, worauf auch die wissenschaftliche Bezeichnung ulmaria hindeutet. Beim Zerreiben setzen sie einen Geruch nach Salicylaldehyd (wie Rheumasalbe) frei. Wie die Rinde der Weiden enthält auch die einst Spiraea ulmaria genannte Filipendula ulmaria Salicylsäure. Das Medikament Aspirin erhielt seinen Namen von der Spiraea. Die Laubblätter besitzen die höchste bekannte Spaltöffnungsdichte von 1300 je Quadratmillimeter.
Die Blütezeit reicht in Deutschland von Juni bis Juli, in Mitteleuropa von Juni bis August. Auffällig sind die schirmrispigen Blütenstände des Echten Mädesüß, die viele Einzelblüten enthalten. Die Blüten verströmen insbesondere abends einen intensiven, honig- bis mandelartigen Geruch. Es kommen Pflanzenexemplare mit männlichen und mit zwittrigen Blüten vor. Die relativ kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind selten länger als 1 Millimeter. Die fünf creme- bis gelblich-weißen Kronblätter besitzen eine Länge bis zu 5 Millimetern. Die zahlreichen Staubblätter bestehen aus weißen Staubfäden sowie gelben Staubbeuteln. Die sechs bis zehn freien Fruchtblätter sind eiförmig und grün. Die weißen Griffel-enden jeweils in rundlichen, gelben Narben.
Je Blüte entwickeln sich meist sechs bis acht leicht schraubig miteinander verdrillte, zusammenstehende Nüsschen, die in ihrer Gesamtheit den Eindruck einer einzelnen Fruchtvermitteln. Die unscheinbaren, zweisamigen, dünnwandigen, lufthaltigen  sich bei der Reife nicht öffnenden, balgartigen Nüsschen sind bei einer Länge von bis zu 3 Millimeter sichelförmig gekrümmt. Aufgrund dieser spezifischen Fruchtform lässt sich das Echte Mädesüß gut vom Kleinen Mädesüß unterscheiden, bei dem die Nüsschen eine gerade Form haben. Mit zunehmender Reife verändert sich die Farbe der Nüsschen von grün zu braun. Im Oktober sind die Nüsschen ausgereift, haben eine flache Form und eine hellbraune, harte Fruchtwand. In den Nüsschen befinden sich die lediglich 1 Millimeter langen Samen.
 
Aussaat, Anbau und Pflege im Garten und Balkon
Mädesüß lässt sich am besten per Samen aufziehen. Geeignet sind sowohl Freiland als auch größere Balkone. Der Anbau auf kleinen Flächen sowie die Innenhaltung sind schwierig.
Standort und Boden
Das Echte Mädesüß hat etwas höhere Standortansprüche. Das Rosengewächs liebt sonnige bis halbschattige Standorte mit nährstoffreichen, leicht lehmigen und eher feuchten Böden. Die Böden dürfen zudem nicht zu sauer sein. Kalkhaltige Böden werden bevorzugt. Sollte das Mädesüß in Gärten mit eher sandigen Böden angebaut werden, empfiehlt sich den jeweiligen Standort mit Kompost etwas zu verdichten. Sandbodenverbesserer wie Tonmehl bzw. Bentonit sorgen dafür, dass das Wasser nicht zu schnell ablaufen kann.
Aussaat
Die Aussaat der Mädesüßsamen kann ab Ende April bis in den September hinein geschehen. Die Außentemperaturen sollten als Richtmaß wenigstens 15°C betragen. Die Pflanzen sollten im Freiland im Abstand von 30 bis 40 cm gesetzt werden. Es ist zu beachten, dass Mädesüß unter optimalen Bedingungen bis zu 2m hochwachsen kann. Den Boden immer etwas feucht halten. Ein Austrocknen des Bodens ist absolut zu vermeiden, da die Pflanze sich nach Trockenstress kaum mehr erholt. Mädesüß ist ein typischer Auwaldbewohner und verträgt Staunässe. Das Rosengewächs lässt sich unter Umständen auch auf dem Balkon angebaut werden, allerdings benötigt die Pflanze dann auch etwas mehr Pflege. Volle Sonne sollte jedoch vermieden werden. Um den hohen Wuchs zu bewerkstelligen sollten größere Töpfe mit mindestens 30 cm Durchmesser gewählt werden. Auch entsprechende Tiefe muss berücksichtigt werden, da das Wurzelwerk kriechend und raumfordernd ist.
Düngen
Dünger braucht beim Mädesüß nur sparsam angewendet werden. Wächst die Pflanze mit gutem Abstand in einer nährstoffhaltiger Erde, sind keine zusätzlichen Nährstoffgaben erforderlich. Wird das Rosengewächs über mehrere Jahre am selben Standort angebaut, empfiehlt es sich organischen Langzeitdünger in den Boden einzuarbeiten. Hier eignen sich vor allem Hornspäne, pelletierter Dung sowie Kompost. Wird Spierstrauch im Topf angebaut, ist eine durchgehende Düngung alle 4 bis 6 Wochen empfehlenswert. Kurz vor der Blüte kann ein phosphorbetonter Dünger von Nöten sein, der die Blütenausbildung weiter stimuliert.
Vermehrung
Der Mädesüß kann auch durch Teilung vermehrt werden. Hier ist es vollkommen ausreichend den Wurzelstock zu teilen und an einen anderen Standort zu verpflanzen.
Überwinterung
Mädesüß ist eine winterharte Staude, bei der keine besonderen Maßnahmen zur Überwinterung erforderlich sind. Im Frühjahr treiben die Blätter aus dem kriechendem Wurzelstock - in dem da Mädesüß den Winter überlebt - wieder aus. Nach der Fruchtreife kann ein Rückschnitt der Pflanze empfehlenswert sein.
Ernte
Bei der Ernte von Mädesüß können sowohl die jungen, grünen Blätter als auch die Blütenstände und Früchte geerntet werden. Die Kräuter können bevorratet und getrocknet werden. Beim Trocknen der Kräuter sollten die Blütenstande aufgehängt werden.

BACHBLÜTE OLIVE
Körperlich bin ich träge                                         
Diese Menschen körperlich sehr träge
Hier hilft Olive um die Trägheit hinter sich zu lassen
BACHBLÜTE PINE
Ich leide unter Schlafstörungen                                       
Diese leiden sehr leicht unter Schlafstörungen
Mit der Blüte gegen diese Schlafstörungen antreten
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Gartengemüse
SALAT
In der Hildegardküche hat der grüne Salat (Lattich einen hohen Stellenwert als Vitaminlieferant und verdauungsförderndes Mittel. Entscheidend ist aber eine gute Salatsauce, um ihn verträglich zu machen. Dressings aus Essig und Sahne, Joghurt und Dickmilch sind ideal, da sie den Salat nicht nur bekömmlich machen, sondern ihn auch geschmacklich erschließen.
Empfohlen wird die Kombination von Salat mit abgekochten Dinkelkörnern, da diese Mischung fast alle lebenswichtigen Vitamine (A, C und B-Vitamine) enthält. Hildegard schreibt: „Die Lattiche sind kalt. Wenn man sie ohne Würze isst, verursachen sie Gehirnleere und Magenkrankheiten. Deshalb soll man sie vor dem Essen mit Dill oder Essig beizen oder mit etwas anderem. So gegessen, stärken sie das Gehirn und sorgen für eine gute Verdauung.“
Weinessig ist ein wichtiger Bestandteil der Hildegardküche, da er laut Hildegard eine entgiftende Wirkung hat: „Weinessig taugt als Zusatz zu allen Speisen und zwar dann, wenn er den Gerichten so beigefügt wird, dass er einen nicht den Eigengeschmack nimmt, sondern man nur ganz wenig vom Essiggeschmack merkt. Auf solche Weise reinigt er das Stinkende im Menschen und reduziert in ihnen die schlechten Säfte und sorgt dafür, dass es richtig verdaut wird. „Essig eignet sich auch zur Konservierung von Lebensmitteln wie z.B. süß-sauren Kürbissen. Essiggurken lehnt Hildegard jedoch ab, da die Gurken „die Säure und das Bittere im Blut“ aktivieren.

Wickelzusätze
Um die Wirkung noch zu steigern, werden dem Wasser, mit dem man die Wickel tränkt, oft noch Zusätze beigemischt.
Für warme Wickel können folgende pflanzlichen Zusätze (entweder als ganze Kräuter, als Extrakt oder auch als Öl) verwendet werden.
Heublumen: 1-3 Handvoll Heublumen werden in 4-5 Litern Wasser ½ Stunde lang gekocht. Das Wickeltuch wird mit Absud getränkt und ausgewrungen.
Durch diesen Wickel kann eine starke Einwirkung auf Auflösung und Ausscheidung erzielt werden. Je wärmer dieser Wickel umgewickelt wird, umso mehr werden im Innern trockene Stoffe aufgelöst und ausgeleitet oder bei Fieberkrankheiten das Fieber umso früher gebrochen.
Haferstroh: Zubereitung siehe Heublumen. Die Wirkung ist ähnlich wie die der Heublumen, aber insgesamt etwas milder.
Der Haferstrohwickel wird vorherrschend bei Gichtleiden gebraucht, denn ich habe nichts gefunden, was bei Gichtleiden besser auflöst als Haferstroh.
Kamille: Zubereitung siehe Heublumen. Ein Kamillenwickel wirkt entzündungshemmend.
Zinnkraut: Zubereitung siehe Heublumen. Zinnkraut eignet sich vor allem zur Heilung von Wunden oder Hautleiden.
Für kalte Wickel eignen sich folgende Zusätze:
Essig: 1/3 Essig wird mit 2/3 Wasser gemischt. Essigwickel verstärken die Reaktion der Anwendung.
Salz: 1-2 gehäufte Eßlöffel Salz werden in einem Liter Wasser aufgelöst. Salz wirkt hautreizend und fördert die Reaktion der Anwendung.
Lehm: Das Verhältnis zwischen Lehm und Wasser sollte so sein, dass ein dünnflüssiger Brei entsteht, in den der Wickel getaucht wird. Lehm hat eine entzündungshemmende Wirkung.

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