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Mäusedorn
Der Mäusedorn ist ein kleiner immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Der Name geht auf die Nutzung zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten zurück. Die stacheligen Zweige sollten Mund und Magen der Nager schädigen. Oft findet man Trockengestecke aus Mäusedorn-Zweigen mit ihren roten Beeren im Herbst oder Frühwinter im Handel. Medizinisch wird die Wurzel genutzt, sie hilft gegen viele Formen der Venenleiden. Die Wirkstoffe stärken das venöse Stützgewebe indem der Abbau von Elastin reduziert oder gestoppt wird. Für viele Menschen sind Mäusedorn-Produkte besser verträglich als die der Rosskastanie.
Der Stechende Mäusedorn, auch Stacheliger Mäusedorn oder Dornmyrte genannt, ist eine Pflanzenart, die zu den Spargelgewächsen gehört. Sie ist vor allem rund um das Mittelmeer sowie bis Vorderasien heimisch und wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2002 gekürt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Beinschmerzen, Hämorrhoiden, Venenleiden
Heilwirkung: Beeren: abführend, Wurzel: antiexsudativ, antiphlogistisch, blutreinigend, diuretisch, entzündungshemmend, harntreibend, kapillarabdichtend, ödemhemmend, venenstärkend, venentonisierend
Anwendungsbereiche: Beinschmerzen, Beinschwere, Besenreiser, Couperose, Frostbeulen, Gallensteine, Gelbsucht, Hämorrhoiden, Harnröhrenentzündung, Juckreiz, Krampfadern, Nierenerkrankungen, Nierensteine, Sonnenbrand, venöse Insuffizienz, Wadenkrämpfe
wissenschaftlicher Name: Ruscus aculeatus L
Pflanzenfamilie: Ruscaceae = Mäusedorngewächse
englischer Name: Box-Holly, Butcher's broom
volkstümlicher Name: Mäusedorn, Stachelmyrte, Stechender Mäusedorn, Stechmyrte
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Benzofurane, Campesterol, Gerbstoffe, Harze, Lignocersäure, Neoruscogenin, Ruscin, Ruscosid, Saponine, Sitosterol, Triterpene
Sammelzeit: September-Oktober
Nebenwirkungen: Magenbeschwerden (Selten)
Gegenanzeigen: Vorsicht bei Bluthochdruck
 
Anwendung
Der Stechende Mäusedorn war bereits Plinius (XVI) als Nahrungsmittel und Spargelersatz bekannt, auch im Tessin wurden die Triebe noch in der Neuzeit gegessen. Aus den Zweigen machte man Besen. Der Stechende Mäusedorn wurde in Deutschland im Winter seiner dekorativen Wirkung wegen gern in Gestecken verwendet, in Südtirol fand er als Grabeinfassung Gebrauch.
Tee
1 Teelöffel Wurzel in 250 ml kaltes Wasser geben. Aufkochen und 5-10 Minuten ziehen lassen. 2x täglich getrunken stärkt die Venen.
Fertigpräparate
Es gibt viele Fertigpräparate (Cremes, Kapseln,...) in der Apotheke. Meistens wird eine Behandlung über mehrere Monate hinweg durchgeführt.
Beeren
Die Beeren wurden früher als Abführmittel gegessen.
Creme
Mit einem Ölauszug und einer Tinktur aus der Wurzel des Mäusedorns kann man eine Creme gegen Krampfadern, Besenreiser und Hämorrhoiden zubereiten. Die Creme wird am besten als Lanolin-Creme zubereitet. Als Zutaten braucht man:
30ml Mäusedorn-Ölauszug, 15g Lanolin anhydrid (Wollwachs ohne Wasser), 4g Bienenwachs, 30ml Mäusedorn-Tinktur, 10-50 Tr ätherische Öle nach Wahl, z.B. Wacholder-Öl
 
Geschichtliches
Hatte man früher Probleme mit Mäusen oder Ratten, so hat man Mäusedorn-Zweige auf die Nahrungsmittel gelegt. Büscheln von Mäusedorn-Zweigen wurden als Topfreiniger genutzt. Zeitweise diente der geröstete Samen des Mäusedorns auch als Kaffee-Ersatz. Die frischen zarten Triebe kann man auch als Spargelersatz kochen. Heute wird die Wurzel zu Fertigarzneimitteln wie Cremes und Kapseln verarbeitet.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Stechende Mäusedorn ist ein immergrüner, zwischen 20 und 80, selten bis zu 90 Zentimeter hoher Halbstrauch. Bei den scheinbaren Blättern der Pflanze handelt es sich um sogenannte Phyllokladien, flächig verbreiterte Kurztriebe. Sie sind zweizeilig angeordnet, länglich und starr mit einer deutlichen Nervatur, bis zu 2,5 Zentimeter lang und verjüngen sich zu einer schmalen, stechenden Stachelspitze. Die eigentlichen Blätter der Pflanze sind klein, schuppenartig, bräunlich häutig und dreieckig bis lanzettlich. Blütezeit ist von März bis Mai. Die Blüten und Früchte stehen einzeln auf den Phyllokladien, welche aus den Achselknospen der Schuppenblätter hervorgehen. Die Blütenhülle ist klein, bis zu 2 Millimeter breit und grünlich-weiß, die inneren Blütenhüllblätter sind deutlich kleiner als die äußeren.
Der Mäusedorn ist in Westeuropa, Südwest-Asien und im Mittelmeerraum heimisch. Er wächst bevorzugt in Gebüschen, trockenen und felsigen Böden oder Hängen. Die mehrjährige Pflanze ist ein immergrüner Halb-strauch und wird zwischen 10 und 80 Zentimeter hoch. Die Blätter sind lederig, haben eine stechende Spitze und sind etwa 2-3 cm lang. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, sehr selten eine Pflanze mit beiden Geschlechtern. Die Blüten erscheinen zwischen Januar und April und sind 2-3 mm groß. Aus den Mäuse-dornblüten entwickeln sich rote kugelige Beeren, die von August bis März an der Pflanze zu finden sind. Der Wurzelstock ist dick und fleischig.
 
Anbautipps
Die Pflanze ist anspruchslos und kann aus Samen selbst aufgezogen werden. Am besten im frühen Frühling in Töpfen aussäen, wenn es noch Kälteperioden gibt. Der Topf ist deshalb empfehlenswert, weil die Keimzeit 1 Jahr betragen kann. Die im Topf gewachsenen Pflanzen setzt man im Frühsommer ins Freie. Der Mäusedorn verträgt Temperaturen bis -25° C, lediglich längere Staunässe verträgt sie nicht. Es gibt eine besondere Sorte Namens Sparkler zu kaufen, die beide Geschlechter auf einer Pflanze hat.
 
Sammeltipps
 
Die ausgebrabenen Wurzen von Erde und Nebenwurzeln befreien. In der Sonne oder im Dörrofen (bei 40°C) trocknen. In luftigem Behältnis (z.B. Stoffbeutel) aufbewahren.

Kornrade ttt
Die Kornrade ist ein giftiges Ackerunkraut, das bis in die 1960er nahezu überall die Ackerränder und Felder zierte. Durch die modernen Unkrautbekämpfungsmittel ist diese Pflanze heute sehr selten geworden, sie ist sogar fast ausgerottet und steht deshalb auf der roten Liste. Die Kornrade war Blume des Jahres 2003 um an den Erhalt des Kulturgutes Ackerwildkräuter zu erinnern.
Die Kornrade, genauer Gewöhnliche Kornrade, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Nelkengewächse gehört. Sie ist wohl ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet. Als Ackerwildkraut, das wegen des modernen Ackerbaus in Mitteleuropa nur noch selten anzutreffen ist, gehört sie zu den gefährdeten Pflanzenarten. Weitere deutsche Trivialnamen für die Korn-Rade sind Ackerrade, Kornnelke und Kornrose in Niederdeutsch wird sie auch Klockenblume und am Rhein Pisspöttken genannt. Sie wird als Heilpflanze verwendet. Die Gartenform wird auch einfach als Rade bezeichnet.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Hautkrankheiten, Würmer
Heilwirkung: blutstillend, entwässernd, harntreibend, schleimlösend, wurmabtreibend, zusammenziehend
Anwendungsbereiche: Akne, Augenkrankheiten, Fisteln, Gelbsucht, Geschwüre, Hautkrankheiten, Husten, Krebs, Lähmung (Homöopathie), Malaria, Magenkatarrh, Magenschleimhautentzündung (Homöopathie), Schnupfen, Warzen, Wassersucht, Würmer, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Agrostemma githago L.
Pflanzenfamilie: Caryophyllaceae = Nelkengewächse
englischer Name: corncockle, corn-cockle
volkstümlicher Name: Ackerrade, Höllenkorn, Klockeblome, Klockenblume, Kornnelke, Kornrose, Pisspöttken, Raad, Rade, Radenbleamer, Ratt
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Agrostemmasäure, Githagin, Githagenin
Sammelzeit: Juni bis Oktober
 
Anwendung
Die Pflanze sollte wegen der Giftigkeit nicht eingesetzt werden.
In Wein
Das Kraut in Wein aufkochen, filtrieren und abfüllen. Wirkt harntreibend. (Vergiftungsgefahr!)
In Essig
Das Kraut in Essig aufkochen, filtrieren und abfüllen. Eine Mundspülung wirkt gegen Zahnschmerzen. (nicht herunterschlucken!)
Äußerlich
Das frische Kraut zerkleinern und vor Mund und Nase halten und hindurch atmen. Wirkt gegen Husten und Schnupfen. Ein Umschlag mit frischem Kraut wirkt blutstillend. Ein Auszug aus frischen Blättern wirkt gegen Akne und Hautkrankheiten.
 
Homöopathie
Aus den trockenen reifen Samen wird ein Mittel hergestellt, das bei Lähmungen und Magenschleimhautent-zündung eingesetzt wird.
 
Volksglaube
Aus der Kornrade wurden früher Kränze geflochten, die um den Baumstamm gewunden verhindern sollten, dass das Obst unreif vom Baum fällt. Man nähert sich rückwärts den Kornraden, erntet ebenfalls rückwärts die Kornrade und flechtet einen Kranz aus den Konraden und setzt diesen auf den Kopf, so soll man damit böse Absichten anderer Menschen erkennen können.
 
Geschichtliches
Die Kornrade war schon immer Begleiter des Getreideanbaus, haben die Samen die optimale Größe, um mit der Getreideernte in der nächsten Aussaat wieder auf die Felder zu kommen. Man geht sogar davon aus, das der Konrade im Laufe der Jahrtausende diese Samengröße unbeabsichtigt angezüchtet wurde. Da die Samen der Kornrade sehr giftig sind, gab es früher viele Vergiftungen von Mensch und Tier durch diese Verunreinigungen der Getreideernte. Bei dem Herstellen von Brandwein war diese Verunreinigung sogar er-wünscht. In Hungernotzeiten wurden die frischen Blätter sogar gekocht und gegessen. Nicht ganz ungefährlich da durch Hitze nicht alle Giftstoffe zerstört werden. In den 1960ern wurde das Saatgut immer besser gereinigt und durch Unkrautvernichter die Getreidefelder und Ackerränder von Unkraut frei gehalten, so ver-schwand die weit verbreitete Kornrade fast völlig. Erst in den letzten Jahren gibt es wieder Bemühungen die Kornrade wieder in geschützten Bereichen wieder anzusiedeln. Auch als leicht zu pflegende Zierpflanze hält die Kornrade Einzug in die heimischen Gärten.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Kornrade ist in Europa heimisch und wurde auch nach Amerika exportiert. Sie wuchs früher bevorzugt an Ackerrändern und in Getreidefeldern. Die einjährige Pflanze wird 30 bis 100 cm hoch. Die Blätter sind schmal, zugespitzt und behaart. Die purpur- bis violett-roten Blüten erscheinen zwischen Juni und Juli und haben einen Durchmesser von 3-5 cm. Die Blüte hat 5 Kronblätter und von den blattartigen Kelchzipfeln überragt. Aus den Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die Samen. Die sehr giftigen warzigen Samen sind schwarz-braun und etwa 3 mm groß. Die Wurzel ist spindelförmig und reicht bis 100 cm tief in den Boden.
Die Kornrade ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 60 bis 90 (50 bis zu 100) Zentimetern. Die spindelförmige Pfahlwurzel kann bis zu 90cm lang werden. Die oberirdischen Pflanzenteile sind angedrückt, zottig grau-filzig behaart. Der aufrechte Stängel besitzt kaum, wenn überhaupt, dann nur im oberen Bereich Verzweigungen, manchmal einige Seitentriebe. Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel angeordnet. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 13 Zentimetern und einer Breite von 2 bis 10 Millimetern linealisch, schmal linealisch-lanzettlich mit einer etwas verwachsenen Basis und einem spitzen oberen Ende sowie einem erhabenen Mittelnerv.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Blütenstiele sind sehr lang. Die meist zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf 3 bis 6 Zentimeter langen Kelchblätter sind zu einer 1,2 bis 1,5 Zentimeter langen, außen zottig behaarten Röhre verwachsen und die 2 bis 3, selten bis zu 4 Zentimeter langen Kelchzipfeln sind länger als die Kronblätter. Die fünf 3 bis 3,6 Zentimeter langen Kronblätter sind weiß schmal-keilförmig genagelt und die purpurvioletten bis rosafarbenen, verkehrt-eiförmigen Kronzungen besitzen ein leicht ausgerandetes oberes Ende. Es ist keine Nebenkrone vorhanden. Die zehn Staubblätter ragen aus der Blütenkrone heraus. Der Fruchtknoten ist einkammerig. Die fünf freien, behaarten Griffel überragen die Blütenkrone. Die Früchte reifen zwischen Juli und September. Die eiförmige, septizide Kapselfrucht öffnet sich mit fünf Zähnen und enthält viele Samen. Die Kapselfrucht ist mit einer Länge von 1,2 bis 1,8 Zentimetern nur wenig länger als der Kelch. Die schwarzen Samen sind bei einer Länge von 2,5 bis 3 Millimetern ei- bis nierenförmig mit erhabenen spitzen Warzen.
 
Anbautipps
Einfach im eigenen Garten zu kultivieren. Das Saatgut gibt es im guten Online-Saatguthandel. Aussaat im März oder September auf gutem aber nicht gedüngtem Boden. Die anspruchslose Pflanze mag Sonne und Halbschatten und verträgt gut Trockenheit.
 
Sammeltipps
Geerntet werden die frischen Blätter von Juni bis Oktober. Die Samen im Herbst.

Bachblüten
Ich zweifle daran, weiter die Verantwortung übernehmen zu können (Elm)
Diese Menschen zweifeln sehr daran, dass sie weiter die Verantwortung übernehmen zu können
Mit der Bachblüte können sie diese Verantwortung leichter übernehmen und zweifeln nicht mehr
 

Bachblüten
Ich bin mutlos (Gentian)
Diese sind zu häufig mutlos
Mit Gentian können sie wieder neuen Mut schöpfen
Säure-Basen-Diät
Einführung
Nach Meinung der Vertreter der Säure-Basen-Diät können viele gesundheitliche Störungen durch eine Übersäuerung des Organismus zustande kommen, wie Müdigkeit, Konzentrationsmangel, glanzlose Haare, brüchige Fingernägel, blasse Gesichtsfarbe, Kopfschmerzen etc. Viele Menschen neigen vor allem in den industrialisierten Ländern zu einer Übersäuerung. Dies sei in erster Linie auf eine Ernährung, die viele Säurebildner enthält, wie Zucker und alle Arten von Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Fast Food, zu viel Fleisch, sowie Alkohol- und Vitaminmissbrauch zurückzuführen.
Laut der Säure-Basen-Diät teilen sich die Lebensmittel auf in saure und basisch wirkende - das hat aber nichts mit dem Geschmack der Lebensmittel zu tun, sondern mit den Abbauprodukten, die bei ihrer Verstoffwechslung im Körper entstehen. Das Diätkonzept geht davon aus, dass sich im Körper eine Säure-Basen-Balance erreichen lässt, die Stoffwechsel, Darm und damit auch das Körpergewicht regulieren soll. Erfahren Sie hier mehr über die diese Diätform.

Hildegards Sicht – aktueller den je
Es wäre jedoch ein großer Irrtum zu glauben, man könne einen unsoliden Lebenswandel über viele Jahre hinweg aufgrund falscher Ernährung und von Nikotin- und Alkoholmissbrauch mit der Heilwirkung der Hildegard-Pflanzen kompensieren. Wer über einen langen Zeitraum bewusst und gegen jeden ärztlichen Rat Raubbau an seinem Körper betriebe hat, für den hält auch Hildegard kein Wundermittel bereit. Grundvoraussetzung ist daher eine radikale Umkehr und die Bereitschaft, besonnen und maßvoll zu leben, z.B. die Ernährung langsam, aber konsequent umzustellen – vielleicht auf Dinkel, das bei Hildegard so hoch gepriesene Urkorn -, den eigenen Körper und sich selbst wieder besser kennenzulernen.
Je mehr man sich auf eine natürliche Ernährung rückbesinnt – und das hat nichts mit Bio-Fanatismus oder generellem Alkohol- und Fleischverzicht zu tun -, umso weniger wird der heute oft teure Griff zu den Pillen erforderlich werden. Ist eine schnell verabreichte Spritzenkur zur Ausnahme geworden, so ist das Ziel des Umgangs mit Pflanzen und Kräutern der Hildegard-Medizin eigentlich schon erreicht.
Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern will lediglich einführen in die Sicht der Möglichkeiten Hildegards, die sich für uns aus der Rückbesinnung auf die natürlichen Werte ergeben. Und vielleicht erkennt so manche Leserin und mancher Leser, welch ein Schatz an Heilwissen hier vorhanden ist – heute noch wertvoller und aktueller als vor fast 1.000 Jahren.

Sebastian Kneipp
Aus diesen Worten geht ohne jeglichen Zweifel hervor, dass Kneipp seine Heilmethoden nicht um materieller Vorteile willen ausgeübt und weiterempfohlen hat, sondern aus rein idealistischen Gründen: Er war zutieftst überzeugt von der großen Heilkraft des Wassers.
1889 wird Bad Wörishofen zu einem Badeort. Das Badehaus südlich des Klosters wird eröffnet, bereits zwei Jahre später ist das Priesterkurhaus (Sebastianeum) erbaut, der Kneipp-Verein mit seinem Mitteilungsorgan Kneippblätter gegründet und Kneipps Ratgeber für Gesunde und Kranke in der ersten Auflage erschienen. Die Entwicklung, die vorangeht und aus dem Ort eine Kurstätte macht, beschreibt Kneipp:
Ohne dass ich es wollte und ohne dass von Wörishofen aus Reklame gemacht wurde, kamen dennoch die Kranken so zahlreich hierher, dass man in Wörishofen nicht mehr wusste, was man beginnen sollte. Zur Verabreichung der Anwendungen benützte ich anfangs meine Waschküche. Als diese nicht mehr ausreichte, wurde oberhalb des Dorfes zwei Badehäuser gebaut, eines für Männer, eines für Frauen. Im Männerbade wurden die Güsse durch den Bader Joh. Kustermann gegeben, für das andere Bad hatte ich meine Nichten Rosina und Theresia abgerichtet. Als auch diese zwei Gießstätten zu klein wurden, entschlossen sich zwei Bürger des Ortes, mir entgegenzukommen. Jeder von diesen beiden heute ein hübsches Haus mit Badegelegenheit für Männer und Frauen. Später baute ich selbst ein Haus, welches hauptsächlich für Priester bestimmt war, die von Priestern nicht benötigten Räumlichkeiten sollten auch für Laien zur Verfügung stehe.

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