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Kerbel
Kerbel ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Doldenblütler. Die 9 bis 15 Arten sind in Eurasien und Afrika weitverbreitet. Die Kulturform des Echten Kerbels wird als Gewürz verwendet.
Kerbel ist ein Küchenkraut, das gerne in Gärten angebaut wird. Er gehört zur Familie der Doldenblütler. Seine feinfiedrigen Blätter schmecken wie eine Mischung aus Petersilie und Anis. Außer seinem feinem Aroma hat der Kerbel auch eine gewisse Heilwirkung. Er kann Erkältungen lindern und man kann ihn gegen Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen verwenden. Am besten verwendet man ihn frisch in Salaten oder Kräuterquarks, denn getrocknet verliert er an Aroma und Wirkung.
Den Kerbel brachten bereits die alten Römer nach Mitteleuropa. Nach Österreich gelangte der frostbeständige Doldenblütler hingegen erst vor circa vierhundert Jahren. Gartenfreunde, die zugleich Hobbyköche sind, sollten dem Kerbel ein halbschattiges Plätzchen zuweisen. Er wird es mit einem vollen Aroma danken. Getrocknet besitzt der Kerbel kaum noch Würzkraft.
Von seiner Verwandtschaft zu Karotte und Petersilie zeugt ein wenig die Form der Kerbelblättchen. Sie sind hellgrün und klein, kraus oder glatt. Allerdings sind sie zarter als die der Petersilie. Angenehm frisch im Geschmack präsentiert sich der Kerbel in einer Aromenmischung aus Fenchel, Anis und Petersilie. Wichtig ist, ihn stets frisch zu verarbeiten, wobei die Stängel entfernt werden. Selbst gekühlt ist Kerbel nicht lange haltbar. Kerbelblättchen werden nie gehackt, sondern lediglich gezupft oder geschnitten an die Speisen gegeben. Salate, Fisch- und Lamm-gerichte, Soßen und Suppen lassen sich hervorragend mit Kerbel verfeinern.
Tipp: Aufgrund seiner Hitzeempfindlichkeit sollte Kerbel erst am Ende der Garzeit den Speisen beigemischt werden.
Er sieht der Petersilie zum Verwechseln ähnlich, schlussendlich sind die beiden auch Verwandte. Ganz anders allerdings ist das Aroma des Kerbels . . . Kerbel verströmt ein süßlich-würziges Aroma, das leicht an Anis und Fenchel sowie Nuancen von Petersilie erinnert. Zum Würzen verwendet man die Blätter und Blüten. Auch die unterirdischen Pfahlwurzeln sind zum Verzehr geeignet . . .
Der Echte Kerbel, der uns meist nur als gezüchtete Kulturform bekannt ist, spielt eine wichtige Rolle als Gewürzkraut für Suppen und Saucen. Aus diesem Grund wird das Kraut mitunter auch als Suppenkraut oder Küchenkerbel bezeichnet. Als Heilpflanze wird der Echte Kerbel allerdings nur selten verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, harntreibend, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend, Erkältung, Fieber, Gichtknoten, Ödeme, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit, Abszesse, Ekzeme, Unreine Haut
wissenschaftlicher Name: Anthriscus cerefolium
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Chervil
volkstümliche Namen: Garten-Kerbel
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Apiin, ätherisches Öl, Zink
Sammelzeit: August und September
 
Anwendung
Am häufigsten wird die Kulturform des Echten Kerbels oder Garten-Kerbels genutzt. Seine rohen, frischen Blätter werden vielseitig als Gewürz verwendet. Auch vom Wiesen-Kerbel werden die Blätter roh oder gegart gegessen. Auch die Pfahlwurzeln von Anthriscus sylvestris, vielleicht auch von Anthriscus cerefolium, können gegart gegessen werden. Die medizinischen Wirkungen von Anthriscus cerefolium wurden untersucht. Aus den grünen Pflanzenteilen von Anthriscus sylvestris kann man einen grünen Farbstoff erhalten, aber er ist nicht sehr haltbar.
Verwendung als Heilkraut
Als Heilpflanze wird Kerbel nur selten verwendet. In einigen naturheilkundlichen Werken wird dem Kerbel jedoch eine vitalisierende und blutverdünnende Wirkung zugeschrieben. Auch finden sich gelegentlich Quellen, die den Doldenblütler für die Linderung von Erkältungsbeschwerden empfehlen.
Im Mittelalter wurde Kerbelkraut gelegentlich zur Linderung von Menstruationsbeschwerden sowie zur Behandlung von Spülwürmern eingesetzt. Im Gart der Gesundheit (1485) wurde empfohlen, den Kerbel zu pulverisieren und mit Honig zu mischen. Auch wurde es wohl zur Wundbehandlung von Bisswunden verwendet. Dort wird der Kerbel (bzw. die Wurzel) in Verbindung mit Steinbrech erwähnt.
In der heutigen Naturheilkunde und Volksmedizin spielt Kerbel kaum eine Rolle. Auch wenn einige medizinisch positive Wirkungen wie Entzündungshemmung, Blutbildung oder Stoffwechselanregung erzielt werden können, werden andere Doldenblütler für heilkundliche Anwendungen bevorzugt.
Kerbel ist den meisten Menschen nur als Küchenkraut bekannt und genießt dort eine weite Verbreitung. Die Pflanze ist jedoch vor allem im Mittelalter auch als Heilpflanze bekannt gewesen. In der heutigen Naturheilkunde wird Kerbel nur selten verwendet.
Verwendung als Küchenkraut
Kerbel ist ein sehr beliebtes Küchenkraut, das vor allem zum Würzen von Suppen und Saucen verwendet wird. Es hat einen leicht pfeffrigen, süßlichen und sehr aromatischen Geschmack. Mitunter erinnert Kerbelaroma an eine Mischung an Fenchel, Anis und Petersilie.
Verwendung von Kerbel in der Küche
Suppen: Als hervorragendes Suppenkraut können Bouillons, Gemüsesuppen oder auch deftige Kartoffeleintöpfe mit Kerbel verfeinert werden.
Eierspeisen: Zusammen mit Petersilie eignen sich Kerbelblätter perfekt für Rühreier oder Omelettes
Kraut für Füllungen: Hierzu gehören gebackene Speisen wie Teigtaschen mit Gemüsefüllungen
Fischgerichte: Kerbel ist eine hervorragendes Gewürzkraut für Fischarten wie Rotbarsch oder Seehecht. Meist wird hierzu eine eigene Kerbelsauce mit dezentem Zitronenaroma zubereitet.
Quark und Frischkäse: Als aromaintensives Gewürzkraut können die Blätter pur in Quarks und andere Milchprodukte untergemischt werden.
Saucen: Das Kraut eignet sich bestens für die Zubereitung von herzhaften Saucen mit süßer und auch saurer Sahne
Der würzige Doldenblütler dient auch zur Verfeinerung von Milchprodukten wie Quarks, Frischkäse oder Kräuterbutter. Gern gegessen wird z.B. eine reine Kerbelbutter, die u.a. für zarte Fleischgerichte oder gebackenem Fisch gegessen wird. Häufig wird Kerbel in Verbindung mit anderen Kräutern Petersilie oder Estragon verwendet. Die zuletzt genannten Kräuter sind übrigens auch die Hauptbestandteile einer berühmten französischen Kräutermischung mit dem Namen Fines Herbes (feine Kräuter).
Bekannte Gerichte sind u.a. Kerbelcremesuppe und Kerbel-Crepes. Ebenso ist das Kraut eine wichtige Zutat der Frankfurter Grünen Soße, die als regionale hessische Spezialität weit bekannt ist. Das Grundrezept der Grünen Soße ist im Übrigen seit 2000 Jahren bekannt und stammt ursprünglich aus dem Orient, wo sie über die Jahre immer weiter verfeinert wurde.
Am Besten schmecken die frischen, jungen Kerbelblätter und die Triebe. Das Kraut verliert nach der Blüte deutlich an Aroma und hat einen leicht veränderten Geschmack. Für einen unverfälschten Kerbelgeschmack sollte das Kraut daher immer vor der Blüte verzehrt werden. Getrockneter und erhitzter Kerbel verliert ebenfalls stark an Aroma. Die besten Aufbewahrungs- bzw. Lagerform ist das eingefrorene Kraut. Bei der Verwendung in Saucen und Suppen sollte der Kerbel immer zum Schluss dazu gegeben werden und niemals mit gekocht werden.
Da Kerbel eines der ersten Kräuter im Frühjahr ist, werden die jungen Blätter und jungen Triebe gern für eine Vielzahl von Ostergerichten verwendet.
Unterscheidung Kerbel und Kerbelrübe
Gut sortierte Gemüsemärkte bieten gelegentlich die Kerbelrübe als Exoten an. Die Kerbelrübe ist das Wurzel- bzw. Speicherorgan eines in Vergessenheit geratenen Wildkrauts. Es handelt sich um den Knolligen Kälberkropf, der hellbraune Knollen mit pastinaken- und möhrenartigem Geschmack bildet. Mit dem Kerbel hat die Kerbelknolle damit nichts zu tun.
Verwendung und Zubereitung
Als Gewürz verwendet man vom Kerbel die Blätter und Blüten. Auch die unterirdischen Pfahlwurzeln können gegessen werden. Kerbel lässt sich schlecht trocknen, verwendet werden daher vorrangig die frischen Blätter. Gut geeignet ist er zum Einfrieren z.B. mit etwas Wasser im Eiswürfelbehälter. Da sich das Kerbelaroma rasch verflüchtigt, sollte er nicht mitgekocht werden, am besten werden die Speisen erst kurz vor dem Servieren bestreut.
Kerbel passt gut zu Fisch, Huhn, Kalb, Gemüse, in Salat-Vinaigretten, Saucen sowie in Eierzubereitungen wie z.B. Omelette. Kerbel ist untrennbar von der französischen Küche und Bestandteil der Kräutermischung Fines Herbes. Hierzulande kennt man ihn vor allem im Verbund mit Minze als Bestandteil der Fülle der Kärntner Kasnudeln.
 
Pflanzenkunde
Kerbel zählt zusammen mit Petersilie, Dille und Liebstöckel zu den Doldenblütengewächsen. Die einjährige Kräuterpflanze wird bis zu 70 Zentimeter groß und bildet gefiederte, (hell-)grüne Blätter. Nach der Blüte (weiß) entwickeln sich anisähliche Spaltfrüchte. Man unterscheidet glatt- und krausblätterige Sorten. Im Volksmund ist er geläufig unter Körbel. Kerbel mag (halb-)schattige und feuchte (Boden-)Bedingungen, außerdem ist er ein guter Schneckenschutz.
Hinweis: eben Sie Acht, wenn Sie Kerbel wild pflücken möchten: Er ähnelt dem giftigen Schierling, Kälberkropf und der Hundspetersilie.
 
Pflanzenbeschreibung
Kerbel-Arten wachsen als zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Pfahlwurzeln sind dünn oder verdickt. Die aufrechten Stängel sind hohl und verzweigt. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder borstig behaart. Die meist wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind oft ungestielt. Die Basis der Blattspreite ist mehr oder weniger deutlich als Blattscheide ausgebildet. Die im Umriss längliche bis eiförmige Blattspreite ist zwei- bis dreifach gefiedert oder fiederteilig. Die Blattsegmente sind linealisch-länglich bis eiförmig. Die Endabschnitte sind gezähnt oder fiederteilig.
Die end- oder seitenständig auf einem Blütenstandsschaft stehenden locker zusammengesetzten doppeldoldigen Blütenständen enthalten viele relativ kleine Blüten. Hüllblätter fehlen. Es sind nur wenige ausgebreitete Doldenstrahlen vorhanden. Die wenigen Hüllchenblätter sind zurückgebogen und ihr glatter Rand ist bewimpert. Die Blütenstiele sind ausgebreitet. Die fünfzähligen Blüten sind meist radiärsymmetrisch, bei einigen Ar-ten sind die Randblüten mehr oder weniger zygomorph und vergrößert. Die Blüten sind meist zwittrig und fruchtbar, bei einigen Arten sind die inneren Blüten steril. Kelchzähne sind kaum erkennbar oder fehlen. Die fünf weißen oder gelblich-grünen Kronblätter sind länglich oder keilförmig mit einem schmalen, nach innen gebogenen oberen Ende. Zwei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die zwei Griffel sind kurz.
Die längliche bis eiförmige Spaltfrucht, auch Doppelachäne genannt, zerfällt bei Reife in zwei Teilfrüchte. Die glatten oder borstig behaarten Teilfrüchte sind mehr oder weniger zylindrisch, seitlich abgeflacht, tief gerillt und enden in einem Schnabel. Ölkanäle sind kaum oder nicht erkennbar.
Der Kerbel kommt ursprünglich aus Osteuropa und wurde vor allem aus den kaukasischen Ländern sowie den östlichen Mittelmeerländern (Türkei, Syrien) nach West- und Mitteleuropa gebracht. Den Römern war das Kraut bereits gut bekannt. Es wird daher heute angenommen, dass die Römer den Kerbel vom Mittelmeergebiet aus zu uns brachten.
 
Aussaat, Anbau und Pflege
Standort
Der Kerbel ist ein Allrounder, was die Standortansprüche angeht. Er verträgt sowohl sonnige Standorte als auch Halbschatten. Volle Sonne ist jedoch zu vermeiden, da die kleinen und dünnen Blätter sonst leicht verbrennen können. Der Boden bzw. die Erde sollte durchlässig, etwas feucht und gut humos sein. Als Erde für den Anbau im Topf kann eine normale Kräutererde mit einem eher neutralen pH-Wert (zwischen 6,5 und 7,5) verwendet werden.
Kerbel liebt Standorttreue
Das Kraut sollte nach der Aussaat nicht mehr verpflanzt werden, da es sich um eine standorttreue Pflanze mit sehr feinem Wurzelsystem handelt. Kerbel vermehrt sich meist von selbst. In der Regel können die ersten Blätter nach 6 bis 8 Wochen geerntet werden. Beim Anpflanzen ist darauf zu achten, dass die Pflanzen wenigstens einen Abstand von 15 cm voneinander haben, da sonst die Gefahr für Stress und Nahrungsmittelkonkurrenz besteht.
Aussaat
Der beste Zeitraum zur Aussaat sind die Monate März bis April. Die Aussaat kann jedoch bis auf die frühen Sommermonate ausgedehnt werden, wobei meist mit geringeren Erträgen zu rechnen ist.
Kerbel ist ein Lichtkeimer. Bei der Aussaat sollte daher darauf geachtet werden, die Samen nur leicht anzudrücken und nicht mit Erde zu bedecken. Ebenso ist das Kraut ein Kaltkeimer, bei der die Samen für 4 bis 6 Tagen kältere Phasen von 5 bis 10°C benötigen. Nach der Aussaat sollte die Erde bzw. der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden, jedoch nicht zu feucht.
Gießen
Es ist wichtig, den Kerbel immer leicht feucht zu halten. Die Pflanze zeigt eine geringe Trockenheitstoleranz. Zu trockenen Boden in Verbindung mit großer Hitze verträgt der Kerbel daher nicht. Gerade an heißen Tagen ohne Niederschlag sollte immer auf eine kontinuierliche Wasserzufuhr geachtet werden.
Insofern der Boden zu lehmig oder zu dicht ist, empfiehlt sich die Auflockerung mit Quarzsand, Lavagrus (Körnung bis 6mm) oder Perliten. Diese Zuschlagstoffe dienen auch gleichzeitig als Wasserspeichermöglichkeit. Staunässe sollte zwingend vermieden, da die Wurzeln des Kerbels sonst faulen können.
Düngen
Kerbel benötigt meist keine zusätzliche Nährstoffe, insofern er im Freiland wächst. Große Zugaben von Dünger sollten unterbleiben. Ab und an können kleinere Mengen Kompost in der Erde vermischt werden, insofern die Böden Nährstoffmangel aufweisen. Auch können schwache organische Dünger wie Pferdedung oder Rindermist verwendet werden.
Topfkulturen sollten ggf. gedüngt werden, sowie einige Blätter sich gelb verfärben. Ein guter Kräuterdünger ohne hohe Phosphoranteile sollte hier gewählt werden, um die Ausbilung der Blüten zu unterdrücken oder herauszuzögern.
Krankheiten und Schädlinge
Kerbel ist ein guter Geselle im Garten, da er imstande ist verschiedene Lausarten und Mehltau abzuwehren. Dort wo er wächst, soll er auch vor Schnecken schützen. Schädlinge meiden scheinbar die ätherischen Öle der Pflanze.
Ernte
Die Pflanze kann bei ordnungsgemäßer Pflege fast das ganze Jahr über abgeerntet werden. Die Blütentriebe sollten so schnell wie möglich nach Auftreten entfernt werden, um den gewohnten Kerbelgeschmack zu bewahren.

Karotte
Die Karotte, auch bezeichnet als Möhre, Mohrrübe, Gelbrübe, Gelbe Rübe, Rüebli, Riebli oder Wurzel ist eine nur in Kultur bekannte Form der Möhre innerhalb der Familie der Doldenblütler. Von dieser Gemüsepflanze wird fast ausschließlich die Pfahlwurzel genutzt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Darmentzündung, Gicht, Haarausfall, Hautunreinheiten, Nachtblindheit, Rheuma, Sodbrennen, schlecht heilende Wunden, Ödeme
wissenschaftlicher Name: Daucus carota
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Samen
Sammelzeit: August bis Oktober
 
Anwendung
Die Rübe der Karottenpflanze wird roh, gekocht, als Saft oder konserviert verzehrt, die Konservierung erfolgt dabei als Nass-, Gefrier- oder Sauerkonserve oder als Trockenprodukt. Das Laub der Karotte kann auch gegessen werden, oder als Futtermittel für Tiere verwertet werden, insbesondere Kaninchen fressen es sehr gerne.
Ernährungsphysiologie
Ernährungsphysiologisch hervorzuheben ist der hohe Gehalt von Carotin, Vitamin C, Kalium und Eisen. Bedeutung hat die Karotte besonders in der Ernährung von Kleinst- und Kleinkindern sowie in der Diätküche. Karotten sind förderlich für die Blut- und Zahnbildung sowie für die natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten. Karottensaft wirkt regulierend auf die Magensaftabsonderung. Ihr Kaliumgehalt wirkt harntreibend. Karotten werden auch bei Verdauungsstörungen von Kleinkindern eingesetzt, die leicht stopfende Wirkung beruht auf dem hohen Pektin-Gehalt und den leicht bakteriostatisch wirkenden ätherischen Ölen.
 
Geschichte
Die unterschiedlich gefärbten Karotten stammen von verschiedenen Ursprungssippen ab: die weißen stammen aus dem Mittelmeergebiet, die gelben aus Afghanistan, ebenso wie die rotvioletten Formen. Die Kulturform dürfte letztlich durch Kreuzung aller drei Formen wahrscheinlich in deren Überschneidungsgebiet in Kleinasien entstanden sein.
Die ältesten Belege über eine Nutzung von wilden und kultivierten Möhren stammen aus der Antike Griechenlands und Roms. Dioskurides nannte um 60 n. Chr. die willde Möhre staphylinos und erwähnte ihre Nutzung als Arzneipflanze (gegen Geschwüre, menstruationsfördernd, fruchttötend, gegen Brustfellentzündung, Ödeme und giftige Substanzen sowie Harnverhalt. Sie sei wirksamer als die im Garten gezogenen Pflanzen. Die Abbildung in der Dioskurides-Ausgabe des 6. Jahrhunderts ist die älteste bekannte Abbildung. Dioskurides erwähnt auch, dass staphylinos bei den Römern carota und pastinaca genannt werde. Bei römischen Autoren ist durch die vielfältigen Bezeichnungen häufig nicht klar, ob sie von der Karotte oder der Pastinake schreiben und auch die Kretische Augenwurz (Daucus cretensis) sowie andere Umbelliferen kommen dabei in Frage.
Im 10. Jahrhundert wurden im heutigen Iran rotviolette und gelbe Möhren gezogen, diese gelangten im 12. Jahrhundert nach Spanien und weiter nach Italien. Die rot-violette Möhre wurde in Frankreich und Deutschland zwar bis ins 19. Jahrhundert angebaut, allerdings herrschte in Europa seit dem 16. Jahrhundert die Gelbe Rübe vor. Diese wurde auch nach der Durchsetzung der orangefarbigen Carotin-Möhre noch lange als Futterpflanze angebaut.
Für Mitteleuropa ist ein archäologischer Nachweis des Karottenanbaus schwer möglich, da die wilde Möhre weit verbreitet vorkommt, besonders auch auf Wiesen und an Wegrändern. Frühe schriftliche Nennungen aus dem 9. bis 12. Jahrhundert lassen sich nicht sicher von der Pastinake unterscheiden, wie etwa im Capitulare de villis Karls des Großen oder in den Schriften der Hildegard von Bingen. Die älteste eindeutige Beschreibung stammt von Albertus Magnus im 13. Jahrhundert, der die Pflanze daucus nennt und ihr charakteristisches Merkmal der dunkleren Mittelblüte nennt.
In den Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts wird sie häufig genannt. Beispielsweise nennt sie Hieronymus Bock 1539 Geel und roht Rüben. Joachim Camerarius nannte die Carota 1586 welsch. Es dürfte sich dabei um eine Zuchtform gehandelt haben, die noch nicht lange aus Frankreich oder Italien nach Deutschland gelangt war. Karotten gab es in vielen Farbvarianten, so nennt 1684 Johann Sigismund Elsholtz gelbe, weiße, rote und schwarzrote Möhren.
Orangefarbene Karotten dürften in den Niederlanden entstanden sein. Jedenfalls sind die ersten Nachweise dafür niederländische Gemälde vom Ende des 17. Jahrhunderts: Pieter Aertsen, Frucht- und Gemüsestand, und Nicolaes Maes, Eine Marktszene in Dordrecht. Im 18. Jahrhundert wurden die Karotten in den Niederlanden in zwei Gruppen unterteilt: in lange orangefarbene (in Deutschland als Brunswicker bezeichnet), und kleinere, intensiv orange gefärbte Hornmöhren. Erste Beschreibungen der orangefarbenen Karotten stammen vom Anfang des 18. Jahrhunderts.
Seit den 1970er Jahren werden auf dem Markt auch Babykarotten angeboten, hierbei handelt es sich entgegen der häufigen Annahme nicht um eine spezielle Züchtung. Für gewöhnlich sind Babykarotten zerkleinerte, in Form geschnittene gewöhnliche Karotten.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Karotte ist eine zweijährige krautige Pflanze, wird aber - außer zur Samengewinnung - nur einjährig kultiviert. Im ersten Jahr bildet sie eine grundständige Blattrosette aus doppelt bis dreifach gefiederten Laubblättern und eine Pfahlwurzel aus. Diese verdickt sich im Laufe des Wachstums und wird so zum Speicherorgan. Im zweiten Jahr verlängert sich die Sprossachse, die Blattrosette wird aufgelöst und es entsteht ein verzweigter, beblätterter blütentragender Stängel. In der Pfahlwurzel werden Reservestoffe gespeichert. Die Pfahlwurzel besteht aus der Krone (Kopf), der Rinde (Bast), der Korkschicht, dem im Innern gelegenen Mark (dem Holzteil) und von ihr gehen Adventivwurzeln aus.
Die meisten Inhaltsstoffe befinden sich in der Rinde der Pfahlwurzel. In der Züchtung wird daher seit jeher auf einen hohen Rindenanteil und einen kleinen, zarten Holzteil hingearbeitet. Im Mark, dem Zentralzylinder, befindet sich weniger Carotin, weshalb es heller als die Rinde ist, der Saccharose-Gehalt ist niedriger, der NitratGehalt höher. Die Rübe kann je nach Sorte lang, halblang, kurz, zylindrisch, kreisel- oder kegelförmig mit je spitzen oder stumpfen Enden sein. Farbvarianten sind hell- oder dunkelrot, orangefarben, weiß und violett. Die Färbung hängt von der Sorte, den Kulturbedingungen und der Witterung ab. Die Färbung geht auf Carotinoide, Anthocyane und Chlorophyll zurück.
Im zweiten Jahr entwickelt sich der reich verzweigte Stängel, der die Blütenstände trägt und Wuchshöhen von bis zu 150 cm erreicht. Die Blütezeit beginnt im Juni. Im doppeldoldigen Blütenstand befinden sich viele Blüten. Die Blüten sind meist zwittrig und können auch steril oder teilsteril sein. Sie sind cremefarben. Es überwiegt Fremdbestäubung, die durch Insekten erfolgt. Die Bildung der Blütenstände kann auch bereits im ersten Jahr durch einen Kältereiz (Vernalisation) von 1 bis 10 °C nach der Jugendphase ausgelöst werden.
Die Teilfrüchte sind länglich oval. Außen sind sie mit feinen Härchen besetzt. In Mitteleuropa reifen sie zwischen August und September.
 
Anbau
Am besten wachsen Karotten in tiefgründigen, steinfreien Sandböden oder sandigen Lehmböden sowie auf Löß mit durchlässigem Untergrund. Der pH-Wert liegt optimalerweise zwischen 6,5 und 7,5. Der Anbau erfolgt von der gemäßigten Zone bis in subtropische Gebiete, die besten Erträge werden allerdings in kühleren Gebieten mit Tagesdurchschnittstemperaturen zwischen 16 und 18 °C erzielt. In der Fruchtfolge ist ein dreijähriger Abstand zu anderen Doldenblütlern zu beachten, bei Befall mit Nematoden auch länger.
Als Vorfrüchte sind solche geeignet, die mit Stallmist gedüngt werden. Grund dafür ist, dass Ertrag wie Ertragssicherheit der Karotte wie auch der Inhaltsstoffgehalt besser sind, je höher der Gehalt an organischer Substanz im Boden ist. Gute Kombinationen in der Fruchtfolge ergeben sich mit Feldfutterpflanzen (mit Ausnahme von Luzerne und Rot-Klee als Wirte für Wurzelgallenälchen), mit Leguminosen und Kohl-Arten. Hinsichtlich des Nitratgehaltes ist Getreide eine gute Vorfrucht.
Der Bedarf der Karotte an Stickstoff ist im Vergleich zu anderen Gemüsen sehr gering. Sie ist allerdings stark Kalium-bedürftig, gegen Kalkgaben ist sie empfindlich. Wichtige Mikronährstoffe sind Magnesium, Bor, Kupfer und Molybdän.
Je nach der Entwicklungsdauer der Karotten und dem Erntetermin wird zwischen mehreren Anbauformen unterschieden:
Frühmöhrenanbau mit 70 bis 90 Tagen
Sommermöhren mit 110 bis 135 Tagen
Spätmöhrenanbau mit 170 bis 220 Tagen
Bei Frischmöhren überwiegt der Beetanbau. In Gebieten mit hohem Grundwasserstand wie in den Niederlanden werden die Karotten auf Dämmen angebaut.
Nach ihrem Verwendungszweck wird unterschieden zwischen Karotten ohne Laub für den Frischverzehr, zur Lagerung und als Industrieware und Karotten mit Laub, die als Bundware dem Frischverzehr dienen. Übliche Bezeichnungen sind daher auch Industriemöhren, Lagermöhren, Wasch- und Bündelmöhren für den Frischmarkt. Sowohl Industriemöhren wie Möhren für den Frischverzehr werden heute in großflächigem Anbau erzeugt, der einen hohen Grad an Mechanisierung aufweist. Zur mechanisierten Ernte können zum Beispiel Siebkettenroder Verwendung finden, wie sie auch zur Kartoffelernte eingesetzt werden.
Die Karotte wird seit etwa 1900 intensiv züchterisch bearbeitet. Es gibt EU-weit rund 300 Sorten. Mithilfe der Hybridzüchtung konnte ein Heterosis-Effekt genutzt werden, um besonders die Ausgeglichenheit der Wurzelform, -färbung und -größe zu erreichen, das Verhältnis von Mark zu Rinde zu vergrößern sowie den Zucker- und Carotingehalt zu erhöhen. Bauern und Gärtner können solches Hybridsaatgut nicht selbst ernten, sondern müssen es für jede Aussaat von internationalen Saatgutherstellern kaufen.

Bachblüten
Häufig möchte ich ganz alleine sein (Water Violet)
Diese Menschen möchten häufig bis ständig ganz alleine sein
Mit Water Violet können sie alleine sein, jedoch möchten sie auch die Gesellschaft anderer
Bachblüten
Ich kann nur sehr schwer abschalten (White Chestnut)
Diese können nur schwer abschalten von ihrem Alltag
White Chestnut hilft ihnen wieder die Ruhe zu finden im Alltag
Funktionen der wichtigsten Mengen- und Spurenelemente
Chrom
Funktion: Chrom ist ein wertvoller Baustein im Zuckerstoffwechsel. Es verbessert die Aufnahme von Glucose im Körper und trägt damit zu einer Stabilisierung des Blutzuckers bei. Das Spurenelement hat eine günstige Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Auch für eine optimale Funktion der Schilddrüse ist Chrom unerlässlich.
Vorkommen: Enthalten in Vollkornprodukten, Obst, Gemüse – speziell in Pilzen, Kartoffeln und Spargel.
Mangel: Es kann zu Störungen bei der Verwertung von Traubenzucker (Glucose) kommen. Chrommangel wirkt sich zudem negativ auf das Nervensystem aus.
Überdosierung: Eine Überdosierung von Chrom kommt ernährungsbedingt so gut wie gar nicht vor.
Fluor
Funktion: Fluorid festigt die Knochenstruktur und ist für die Härtung des Zahnschmelzes zuständig. Auf diese Weise schützt das Fluor die Zähne vor Umwelteinflüssen und Säuren und somit vor Karies.
Vorkommen: Enthalten in Fisch, Meersalz und schwarzem Tee.
Mangel: Verfügt der Körper über zu wenig Fluor, steigt das Kariesrisiko an.
Überdosierung: Eine chronische Fluoridüberdosierung kann den Zahnschmelz fleckig färben und erweichen lassen. In sehr hohen Mengen wirkt Fluor toxisch.
Kupfer
Funktion: Kupfer ist an vielen Körperfunktionen beteiligt: Es trägt unter anderem zur Blutbildung bei, ist an der Energiegewinnung beteiligt und hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.
Vorkommen: Enthalten in Innereien, Fischen, Nüssen und Kakao.
Mangel: Kupfer- und Eisenmangel gehen häufig Hand in Hand, zumal Kupfermangel die Resorption von Eisen hemmt. Weitere Symptome sind Störungen des zentralen Nervensystems, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Blässe
Überdosierung: Die Symptome einer Kupfer-Überdosierung sind Erbrechen und Gelbsucht. Überdosierungen können sich unter anderem durch den oftmaligen Verzehr von stark säurehaltigen Nahrungsmitteln aus kupferhaltigen Behältern manifestieren.

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