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Arnika
Die Arnika wird auch Bergwohlverleih genannt. Wohl weil sie vorwiegend in den Bergen wächst. Im Hochschwarzwald und den Vogesen gibt es einige Stellen, in denen sie reichlich vorkommt und die Wiesen leuchtend gelborange überzieht. Die Arnika ist eine starke Pflanze, die hauptsächlich äußerlich als Tinktur eingesetzt wird.
Achtung! Arnika ist so scharf, dass sie in vielen Fällen am besten verdünnt angewendet wird. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf Arnika. Für die, die sie vertragen ist sie jedoch ein starkwirkendes Mittel bei Verletzungen aller Art.
Die Echte Arnika, auch Bergwohlverleih genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Arnika innerhalb der Familie der Korbblütler. Sie gedeiht in den Gebirgen Europas und steht unter Naturschutz. Die Echte Arnika wurde zur Blume des Jahres 1986 und zur Arzneipflanze des Jahres 2001 gewählt.
Die Echte Arnika gilt heute als eines der besten alternativen Heilkräuter bei schlecht heilenden Wunden und äußeren Verletzungen. In der Schulmedizin wird Arnica montana häufig vor und nach operativen Eingriffen verabreicht und erzielt bei der Wundheilung damit gute Ergebnisse. Aufgrund ihrer hervorragenden Heilwirkungen ist die Arnika in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet fast ausgestorben, weswegen sie heute streng geschützt ist.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Eigenschaften: antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, hautreizend, krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend, Atmungsorgane: Aphten,  Mundschleimhautentzündung,  Zahnfleischentzündungen, Rachenentzündung, Mandelentzündung, Heiserkeit, Bronchitis, Husten, Fieber, Erkältung, Grippe, Verdauungsorgane: Magenkrämpfe, Durchfall, Seekrankheit, Stoffwechsel: Gelenkschmerzen, Rheuma,  Gicht, Herz/Kreislauf: Herzbeschwerden, Herzschwäche, Kreislauf stärkend, Äußerlich: Blutergüsse,  Ekzeme, Entzündungen durch Insektenbisse, Furunkel, Gelenkentzündungen, Hautentzündungen, Hämatome, Krampfadern, Muskelkater, Neuralgien, Prellungen, Quetschungen, Schwellung bei Knochenbrüchen, Thrombose, Venenentzündung, Venenschwäche, Verstauchungen,  schlecht heilende Wunden,  Zerrungen
wissenschaftlicher Name: Arnica montana L.
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Arnica
volkstümliche Namen: Bergdotterblume, Bergwegebreit, Bergwohlverleih, Berg-Wohlverleih, Bergwurzel-blumen, Bergwurz, Blutblumen, Bluttrieb, Christwurz, Donnerblume, Engelblume, Engelblumen, Engelkraut, Färberblume, Fallkraut, Fallkrautblumen, Gamsblumen, Gemswurz, Johannisblume, Kraftrose, Kraftwurz, Kraftwurzel, Leopardenwürger, Mitterwurz, Mönchskappe, Stichkraut, Stichwurzel, St-Luzianskraut, Verfangkraut, Wohlverleih, Wohlverleihblüten, Wolferley, Wolffelei, Wolfsblume, Wolfsbann, Wolfsdistel, Wundkraut
falsche Schreibweisen: Anika
Verwendete Pflanzenteile: Blüten (Arnicae flos), selten Wurzel oder Kraut
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavone, Procyanidine, Helenalin, Arnicin, Beta-Sitosterol, Kampfer, Flavonoide, Inulin
Nebenwirkungen: Bei äußerer Anwendung: Allergische Hautreaktionen, Ekzeme, Blasen, Juckreiz, Nekrose (Absterben von Hautzellen). Bei innerer Anwendung: innere Blutungen, Durchfall, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufzusammenbruch, Schwindel, Zittern
Gegenanzeigen: Nicht bei: Arnika-Allergie, Korbblütler-Allergie, frische offene Wunden. Innerlich nicht bei: Kleinkinder, Schwangerschaft, Stillende
Sammelzeit: Juli / August (teilweise geschützt)
 
Anwendung
Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als Wolfsgelegena bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Arnika tatsächlich bei Beschwerden und Krankheiten ein-gesetzt. Das Anwendungsspektrum war weit gefächert, neben Blutergüssen und allgemeinen Verletzungen wurden auch Krampfadern, Venenentzündungen, Gicht und Rheuma behandelt. Außerdem fand eine Verwendung als Analeptikum und Stimulans statt. Häufig wurde es auch missbräuchlich als Abortivum benutzt. Heutzutage wird Arnika zur äußeren Anwendung bei Verletzungen und bei rheumatischen Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet. Bei der äußeren Anwendung wird am häufigsten eine (alkoholische) Tinktur hergestellt. Hierbei gehen die meisten Sesquiterpenlactone in Lösung. Auf Wasserbasis kann man auch einen wässrigen Auszug verwenden, bei dem 75 % der Sesquiterpenlactone in Lösung gelangen. Tinkturen bzw. Auszüge zur äußeren Anwendung wirken antimikrobiell und antiphlogistisch. Da die innere Anwendung nicht zugelassen ist, wurden sehr viele Teepräparate vom Markt genommen. Nur zur äußeren Anwendung sind diese erlaubt, wenngleich nicht zum Dauergebrauch. Hierbei wurden Arnikablüten mit kochendem Wasser überbrüht und ausgesiebt. Heutzutage ist die Teebereitung indes nicht mehr so gebräuchlich.
Echte Arnika wurde früher dem Schnupftabak zugesetzt, denn die getrockneten Blätter reizten die Nasenschleimhäute. Gemeinsam mit Huflattich und Königskerzenblüten wurde Arnika auch als Kräutertabak geraucht. Besonders in der Homöopathie werden Arnika-Potenzen häufig bei Blessuren (Ekchymose) eingesetzt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten keinen Nutzeffekt dieser Präparate gegenüber Placebo feststellen, sei es präventiv oder therapeutisch.
Die Arnika ist eine sehr stark wirkende Heilpflanze, die eine gewisse Reizwirkung ausübt. Daher sollte man sie innerlich nur mit großer Vorsicht und stark verdünnt anwenden. Auch äußerlich sollte man sie vor der Anwendung verdünnen. Bei vielen Menschen kann die Arnika auch Allergien auslösen, daher sollte man sich vorsichtig an die Anwendung der Arnika herantasten. Wer Probleme mit der einheimischen Arnika hat, sollte die ähnlich wirkende Arnika aus Spanien oder Portugal ausprobieren, diese enthalten weniger Helenalin und wird von einigen Menschen besser vertragen.
Tinktur
Die Hauptanwendungsform der Arnika ist die Tinktur und zwar in reichlich Wasser verdünnt. Um eine Tinktur der Arnika selbst herzustellen, übergießt man Arnikablüten in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Blüten bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen.
Tee
Arnikatee wird eher selten eingesetzt, man kann ihn aber ähnlich einsetzen wie verdünnte Tinkturen also äußerlich. Für einen Tee zum Gurgeln und für äußerliche Anwendungen übergießt man ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Arnika-Blüten mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen. Diesen Tee verwendet man lauwarm zum Gurgeln oder halb-halbe verdünnt mit Wasser für Umschläge.
Achtung! Dieser Arnikatee sollte nicht getrunken werden!
Atemwegserkrankungen
Gut verdünnt, z.B. 10-25 Tropfen auf ein Glas lauwarmes Wasser, kann man die Arnikatinktur zur Behandlung von Halsentzündungen verschiedenster Art einsetzen. Dazu gurgelt man mit der Mischung. Getrunken hilft die verdünnte Tinktur auch gegen Erkältungen und Bronchitis.
Andere innerliche Anwendungsgebiete
Ein weiteres wichtiges, innerliches Einsatzgebiet der verdünnten Arnika sind Herzschwäche und Kreislauf-beschwerden. Die Arnika stärkt das Herz und bringt den Kreislauf in Schwung. Bei der innerlichen Anwendung ist Vorsicht angebracht, da Arnika Herzrhythmusstörungen auslösen kann. Dies ist auch der wichtigste Grund, warum in der modernen Heilpflanzenkunde viele auf die innere Anwendung verzichten. Außerdem hilft sie gegen krampfartige Beschwerden der Verdauungsorgane. Man kann sie auch gegen rheumatische Erkrankungen einsetzen.
Äußerlich
Das Haupteinsatzgebiet der Arnika ist die äußerliche Anwendung, vor allem gegen stumpfe Verletzungen wie Prellungen und Verstauchungen. Dazu macht man am besten Umschläge mit verdünnter Tinktur oder verdünntem Tee. Man kann die Arnika auch in Salben und Cremes gegen Verletzungen anwenden. Außer gegen Verletzungen kann die Arnika auch gegen schlecht heilende Wunden helfen, weil sie durch die Reizung die Durchblutung fördert, was letztlich den Heilungsprozess in Gang bringt. Auch gegen Neuralgien wie Hexenschuss oder Ischias kann man die Arnika versuchen. Durch die durchblutungsfördernde Wirkung kann die Arnika auch gegen Krampfadern und Venenschwäche helfen. In manchen Fällen hat die Arnika auch bei Ekzemen eine heilende Wirkung. Aber da sie selbst hautreizend wirkt, kann sie in anderen Fällen sogar Ekzeme auslösen. Man sollte also auch bei der äußerlichen Anwendung der Arnika vorsichtig sein. Falls die Haut zu sehr gereizt wird, sollte man mit der Arnika-Behandlung aufhören.
Arnika als Heilkraut
Arnika zählt heute mit zu den besten Heilkräutern gegen verschiedene Hauterkrankungen, zur Linderung rheumatischer Beschwerden sowie zur schnelleren Wundheilung. Sie wurde im Jahr 2001 als Arzneipflanze des Jahres gekürt und gilt als wissenschaftlich sehr gut untersucht.
Inwiefern die Arnika bereits im Altertum und im Mittelalter verwendet wurde, lässt sich heute nicht mit Gewissheit sagen. In den Kräuterbüchern des Mittelalters finden sich keine oder falls nur sehr widersprüchliche Beschreibungen. Eine gewisse Bekanntheit erhielt die Echte Arnika erst Anfang bis Mitte des 17. Jahrhunderts. Erste Beschreibungen fanden sich im neuen Kräuterbuch (allerdings erst in einer späteren Ausgabe) von Jacob Theodor, besser bekannt als Tabernaemontanus, der bereits Wickel aus Arnika gegen Quetschungen beschrieb.
Erst im mittleren und späten 19. Jahrhundert, war Arnika eine so beliebte Arzneipflanze, dass viele Naturbestände schnell abgeernet wurden. Vor allem in den Bergregionen, wo die Pflanze als Bergwohlverleih bekannt war, konnten sich die Bestände in vielen Fällen kaum noch erholen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Arnika erwerbsmäßig angebaut, um den riesigen Bedarf der Arzneipflanze gut decken zu können.
Arzneikundlich werden ausschließlich Arnikablüten verwendet. Diese enthalten viele heilkundlich interessante Inhaltsstoffe, wie z.B. ätherische Öle, Bitterstoffe, Flavonoide und Cumarine.
Heilkräftige Pflanzenteile
Sind vor allem die Blüte (Flores Arnicae) vereinzelt das blühende Kraut (Herba Arnicae). Die Wurzel (Rhizoma Arnicae, fälschlich Radix Arnicae) wird öfters gegraben, doch müsste dies entweder vor der Blüte oder im Spätherbst geschehen. Die gesammelten Blüten sind vom grünen Kelch und vom Blütenboden zu befreien und müssen rasch an der Sonne getrocknet werden. Die getrockneten Pflanzenteile müssen in dunklen Gefäßen aufbewahrt werden.
Heil- und Wirkstoffe
Arnika enthält das Arnicin, einen Bitterstoff, ätherisches Öl, Gerbsäure, harze und ein flüchtiges Alkaloid. Die Wurzeln haben am meisten Arnicin und auch Gerbstoff. Ferner enthalten die Blüten Fettsäuren, Paraffin, Inulin, Gallussäure, Ameisensäure und Wachs. Auch die Blätter vor der Blüte enthalten diese Heil- und Wirkstoffe, jedoch weniger Arnicin und ätherisches Öl.
Heilwirkung
Arnika ist in erster Linie ein Wundkraut und wird vom Altmeister Sebastian Kneipp sehr gelobt. „Die Tinktur von Arnika halte ist für das erste heilmittel bei Verwunderungen und kann es deshalb nicht genug empfehlen!“ Arnika wirkt schmerzstillend und fördert sehr die Heilung der Wunden. Besonders bei allen Verletzungen, die durch Stich, Schlag oder Stoß entstanden sind. sei Arnika bestens empfohlen. Nicht minder gut ist auch die Tinktur bei Quetschungen, Knochenbrüchen sowie Verstauchungen anzuwenden. Die Anwendung bei dieser Art von Verletzungen geschieht in Form von Umschlägen. Da jedoch infolge des Gehaltes an ätherischem Öl der mit Tinktur getränkte Umschlag auf die haut entzündungserregend wirkt, ist die Tinktur als Umschlag mit Vorsicht und nicht zur öfteren Wiederholung zu gebrauchen. Man verdünnt die Tinktur mit 2 Teilen abgekochtem kaltem Wasser.
Auch die Ermüdung der Kehlkopfmuskulatur sin deinige Tropfen der Tinktur (10-15 Tropfen in etwas Wasser), ein- bis zweimal am Tage eingenommen, sehr nützlich.
Umschläge mit verdünnter Tinktur oder leichten Aufgüssen wirken sehr günstig bei Abszessen, Furunkeln, Fingernageleiterungen, Lymphstrangentzündungen nach infizierten Wunden bzw. Verletzungen, Zellgewebsentzündungen, ja selbst bei Venenentzündung. Der gute Heilerfolg ist auf die zusammenziehende und antiseptische (fäulniswidrige) Wirkung des bereits erwähnten ätherischen Öls, als auch auf die in der Blüte enthaltenen Gerbstoffe zurückzuführen.
Zur Wundenreinigung mische man, je nach der Größe der Wunde, 2 bis 4 Esslöffel Arnikatinktur mit ½ bis 1 Liter abgekochtem kaltem Wasser. Zur schnellen Aufsaugung bei Gehirn- und Hautblutung verwende man 2ßg Tinktur, vermisch mit 20g destilliertem Wasser.
Um bei längerer Anwendung (bei Schwellungen, Muskelzerrungen, Verstauchungen u. dgl.), äußerlich als Umschläge auf die Haut gebracht, Hautschädigungen zu vermeiden, soll man mehrmals täglich diese Hauptpartien mit einem fetten Öl leicht einreiben.
Die innerlich Anwendung
Von Arnika als Teeaufguss oder als Tinktur (10 bis 15 Tropfen in etwas Wasser) wird als Reizmittel bei Kreislaufstörungen infolge von Herzmuskelschwäche oder auch bei Ohnmachtsanfällen empfohlen. In kleinen Mengen wirkt Arnika erweiternd auf die Blutgefäße, krampflösend und kreislaufregelnd. Bei Arterienverkalkung der Herzkranzgefäße, bei Gefäßkrämpfen, schlechter herzdurchblutung ist Arnika, innerlich eingenommen, sehr zu empfehlen, doch dürfen alle diese innerlichen Gaben nur vom Arzt verordnet werden. Die Verordnungen sind genauest zu befolgen! Eine Überschreitung der ärztlich angeordneten Dosis kann Magenkrämpfe, Schlingbeschwerden, Stuhldrang, Diarrhöe, Kopfschmerzen, ja sogar einen Herzzusammenbruch auslösen.
Anwendung in der Volksheilkunde
In der Volksheilkunde steht die Arnika als Heilpflanze an erster Stelle. Als Wundmittel bei offenen Wunden, Blutergüssen, bei Verletzungen aller Art wird fast nur Arnika verwendet. Es ist ein richtiges Hausmittel auch in entlegendsten Bergbauernhaus, da es ja nicht nur den Menschen, sondern auch für das Hausvieh anwend-bar ist.
In der Volksheilkunde gilt der sogenannte Arnikageist als ein vorzügliches Einreibungsmittel bei rheumatischen Beschwerden, vor allem bei Hexenschuss.
Innerlich wird Arnika vorbeugend gegen Influenza und Grippe eingenommen.
Die Wurzel, fein gestoßen und gepulvert, davon 4-8g in einem glas Wein verrührt und getrunken, stillt das Bauchgrimmen und die Rote Ruhr.
Arnika wirkt giftwidrig und wird bei Schwämmevergiftung empfohlen.
Auch die Volksheilkunde warnt vor übermäßigem Gebrauch, besonders bei Erregungszuständen oder großer Reizbarkeit soll Arnika nicht angewendet werden.
Anwendung in der Homöopathie
10 bis 15 Tropfen der homöopathischen Verdünnung werden 3mal täglich bei Kran-ken von blutarmen, nervösem, rheumatischem und venösem Charakter angewen-det.
Ferner bei allen Verletzungen. Arnika gilt auch hier als blutstillendes und aufsaugendes Mittel und als Belebungsmittel.
Weitere Anwendung: bei Muskelrheumatismus infolge Durchnässung oder Übermü-dung, venösen Stauungen, Krampfadern, Schlaganfall, Arterienverkalkung mit Herzkrämpfen, bei Blutvergiftungen, Gehirn- und Rückenmarkerschütterungen, bei Fehlgeburten oder als Wochenbettmittel.
Anwendung in der Tiermedizin
Das getrocknete und zu Pulver zerstoßene Kraut wird dem Vieh eingegeben, wenn es sich feßunlustig zeigt oder zu Koliken neigt. Die verdünnte Tinktur wird bei Tieren zur Wundbehandlung und Wundreinigung verwendet.
Nebenwirkungen
Im Vergleich zu vielen anderen Schmerz- und Wunheilungsmitteln gilt Arnika als gut verträglich. Dennoch können bei längerer Anwendung Hautbeschwerden auftreten. Dies ist vor allem bei Umschlägen mit Arnikatinkturen oder -aufgüssen zu beobach-ten. Sowie Hautreaktionen oder Hautschädigungen auftreten, ist die Behandlung sofort einzustellen und ein Arzt zu konsultieren. Bei innerer Anwendung können Durchfälle oder sogar Herzrhytmusstörungen auftreten, weswegen die Einnahme von Arnikatees nicht mehr empfohlen wird. Bei homöopathischen Anwendungen sind diese Reaktionen in der Regel nicht zu erwarten. Bei bekannten Allergien gegen Korbblütler können bei der Verwendung von Salben und Tinkturen typische Hautausschläge auftreten (Kontakdermatitis). Die Anwendung ist dann mit einem Arzt oder Apotheker abzusprechen.
Arnika in der Küche
In der Küche findet Arnika keine Verwendung. Dies liegt in erster Linie daran, dass sowohl Blätter als auch Blüten keinen nennenswerten Geschmack aufweisen und einige Inhaltsstoffe der Pflanze in mittleren bis größeren Mengen Verdauungsbeschwerden bereiten könnten.
 
Geschichte
Obwohl die Arnika schon länger als Heilpflanze für Mensch und Tiere genutzt wurde, gibt es nur wenig schriftliche Aufzeichnungen. Da die Blüte an die Sonne erinnert, wurde die Arnika auch für Schutzzauber eingesetzt. Der Durchbruch in der Pflanzenheilkunde kam erst durch Sebastian Kneipp. Heute wird Arnika landwirt-schaftlich angebaut und industriell verarbeitet.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Arnika ist in Europa heimisch. Obwohl sie theoretisch in allen Höhenlagen bis 2800 Meter vorkommt, also auch im Flachland, trifft man sie doch vorwiegend in Berggegenden. So findet man die Arnika beispielsweise in den Alpen und Vogesen. Sie bevorzugt saure Böden und meidet Kalk. In Deutschland ist die Arnika so selten, dass sie geschützt ist und daher nicht gesammelt werden darf. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 50cm hoch. Meistens ist sie aber zwischen 20 und 30 cm groß. Am Boden wächst eine Art Rosette aus wenigen eiförmigen Blättern, die behaart sind. Der ebenfalls behaarte Stängel entspringt dieser Blattrosette und trägt seinerseits meistens ein bis zwei gegenständige Blattpaare. An der Spitze des Stängels und manchmal auch an Nebenstengeln, die den Blattachseln entspringen, blühen zwischen Juni und August leuchtend gelbe Korbblüten. Die Blüten der Arnika sehen meistens zerzaust und asymmetrisch aus, was ein typisches Erkennungsmerkmal für die Arnika ist.
Die Echte Arnika ist eine aromatisch duftende, sommergrüne, ausdauernde krautige Giftpflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimeter. Vom Lebensformtyp her ist sie ein Staudengewächs; sie hat unterirdische Sprossantriebe. Der drüsenhaarige Stängel ist einfach oder höchstens wenigästig verzweigt und besitzt meist ein bis zwei, selten drei gegenständige Paare Laubblätter. Diese Gegenständigkeit der Stängelblätter ist weitgehend eine Ausnahme innerhalb der Korbblütengewächse, findet sich allerdings auch beim Wasserdost. Die Grundblätter sind in Rosetten angeordnet und eiförmig bis lanzettlich und ganzrandig. Die Blätter sind vier- bis siebennervig und behaart.
Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Mai bis August. Die meist einzeln stehenden körbchenförmigen Blü-tenstände weisen einen Durchmesser von etwa 4,5 bis 8 Zentimetern auf. Der Korbboden ist behaart. Sie besitzen dottergelbe Röhreblüten und vielnervige, orangegelbe Zungenblüten. Die Achänen besitzen einen einteiligen rauen Pappus, der sich bei Trockenheit spreizt.
Botanik
Der dunkelbraune, ausdauernde Wurzelstock ist fast waagrecht und mit einigen Seitenwurzeln versehen. Die Wurzel kann wegen einer gewissen Ähnlichkeit mit der Wurzel vom Teufelsabbiss verwechselt werden. Da aber letztere wie abgebissen aussieht, ist der Unterschied ganz deutlich. Von Wurzelgräbern wird jedoch die sehr zahlreich vorkommende Teufelsabbiss-Wurzel gerne als Arnika-Wurzel verkauft, wobei man die wie abgebissen aussehende Stelle durch einen Glatten Schnitt entfernt. Man kaufe daher niemals Arnika-Wurzeln, die zugeschnitten sind! der drüsenhaarige Stängel der Arnika wird 20 bis 30cm hoch, ist einfach oder mit 2 bis 4 einköpfigen Zweigen versehen. Die unteren Blätter stehen dicht beisammen, sind kurzgestielt, zungenförmig, mit 5 deutlichen Nerven versehen. Die im Verlaufe des Stängels stehenden spärlichen Blätter sind gegenständig und weisen eine starke Verkümmerung auf. Die Blüte, eine sogenannte zusammengesetzte Blüte, hat eine leuchtend orange-gelbe Farbe. Während die Scheibenblüten röhrig, kurz und fünfzähnig sind, erreichen die Strahlblüten eine Länge von 25 bis 27mm und sind am oberen Ende dreizähnig, 5 bis 12 deutlich sichtbare Nerven durchziehen die zungenförmige Strahlblüte in der ganzen Länge. Da die Arnikablüte mit vielen ähnlichen Blüten verwechselt werden kann, ist die Farbe der Blüte, deren feiner aromatischer Geruch und vor allem die 5 bis 12 durchziehenden Nerven der Strahlenblüte der sicherste Anhaltspunkt in der Unterscheidung.
Der Geruch der der Blüten ist aromatisch, harzig, würzig, der Geruch der ganzen Pflanze ist Schwächer, die getrocknete Pflanze riecht stärker, fast widerlich gewürzhaft. Der Geschmack ist bitter, scharf, auf der Zunge kratzend.
Blütezeit
Von Anfang Juni bis August, je nach der Höhenlage.
Standort
Die Arnika wächst auf ungedüngten, lichten Waldwiesen und Almen der Alpen und des Alpenvorlandes. Doch auch auf humösen, sandigen oder torfigen Wiesen der Niederungen findet man se nicht selten, wobei dort die Pflanze die gleichwertigen Heilstoffe erzeugt.
 
Anbau
Der Arnika-Anbau im eigenen Garten ist schwierig: Die im Herbst geernteten Samen direkt in Töpfe säen, der Boden sollte leicht sauer sein und darf nicht gedüngt sein. Im Frühling in den Garten im Abstand von etwa 20cm auspflanzen. Unkraut muss immer rechtzeitig entfernt werden. Obwohl die Arnika wenig anspruchsvoll ist, wächst sie nicht auf jedem Boden. Im dritten Jahren darf man die Blüten ernten, mit jedem weiteren Jahr wird die Erntemenge leider geringer.
Die auch als Bergwohlverleih bekannte Pflanze ist für manchen Gärtner aufgrund ihrer schönen Korbblüten eine beliebte Zierstaude. Der Anbau bzw. die Aussaat ist jedoch nicht unbedingt etwas für Anfänger. An den Standort und auch bei der Aussaat gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, wenn die Kultivierung der Arnika gelingen soll.
Standort
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt die Arnika vor allem sonnige Standorte, wobei auch halbschattige Standorte toleriert werden. Sie benötigt zwin-gend kalkarmen Boden, der saure bis maximal fast neutrale pH-Werte aufweist. Auf kalkhaltigen Böden würde die Pflanze aufgrund ihrer Wurzelphysiologie schlichtweg verhungern. Hilfreich sind frische, gut durchlässige und nährstoffarme Böden.
Aussaat
Die Aussaat von Arnikasamen muss zwingend in sauren Anzuchterden vorgenom-men werden. Hier eignen sich Rhododendron- oder Moorbooterde am besten, die vorsichtshalber noch mit etwas Sand gemischt werden sollte. Die beste Aussaatzeit im Freiland sind die Monate Ende März bis Mitte Mai. Die Samen der Pflanze dürfen nur leicht angedrückt werden. Arnika ist ein Lichtkeimer! Im Freiland sollte ein Pflanzabstand von mindestens 25 bis 30 cm je Pflanze eingehalten werden, da es sonst zu Nährstoffkonkurrenz kommen kann. Eine Vorkultur der Pflanze ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Die jungen Pflanzen sollten dann Ende Mai ins Freiland oder in einen größeren Topf umgepflanzt werden.
Düngung
Arnika ist eine sehr robuste Pflanze, die mit verhältnismäßig wenig Nährstoffen auskommt. Wächst die Arnika in einem typischen Gartenboden sind meist keine zusätzlichen Düngergaben notwendig. Problematisch sind überdüngte Gartenböden, die zum Verbrennen der Wurzeln neigen.
Gießen
Die Arnika ist an trockenere Standorte angepasst und muss im Freiland nicht regelmäßig gegossen werden. An aufeinanderfolgenden heißen Tagen ohne nennenswerten Niederschlag sollten die Pflanzen jedoch in den Abendstunden ausgiebig gegossen werden.
Überwinterung
Bei der Arnika handelt es sich um eine winterfeste Pflanze. Die Überwinterung der Pflanze übernehmen die Rhizome im Boden, die als Überdauerungsorgane dienen. Die oberflächlichen Pflanzenbestandteile sterben zum Winter hin ab und treiben im Frühjahr wieder aus.
Krankheiten und Schädlinge
Häufige Schädlinge der Echten Arnika sind verschiedene Läuse. Seltener werden die Blüten von der Arnika-Fliege befallen, die ihre Eier im Blüteboden absetzen und zum Teil Allergien auslösen oder verstärken können.
 
Ernte
Die Blüten werden ab Juli geerntet und schonend getrocknet. Man breitet die Blüten im luftigen Schatten aus und wendet die Blüten häufig. Auf keinen Fall dürfen die Blüten in der Sonne oder mit künstlicher Hitze getrocknet werden, da sie sonst verwelken. Wichtig: Nicht in der Natur sammeln!
In der Regel werden die Blüten der Arnika geerntet, seltener die Wurzeln. Die Blüten selbst können ab Juli bis August abgesammelt und anschließend getrocknet werden. Insofern die Wurzeln zum Einsatz kommen sollen, ist vom Anbau bis zur Ernte etwas Zeit zu berücksichtigen. In den meisten Fällen können die Wurzeln erst im dritten Jahr ausgegraben werden.

Wiesen-Salbei
Der Wiesensalbei ist eine der schönsten Pflanzen der Wegränder und Wiesen. An sonnigen Standorten erfreut er uns den ganzen Sommer über mit seinen violetten Blüten, die sich in kerzenartigen Trauben in die Höhe recken. In der Pflanzenheilkunde wird der Wiesensalbei nur selten eingesetzt, denn sein Bruder, der Gartensalbei ist deutlich wirksamer. Aber falls man den kraftvollen Bruder nicht zur Hand hat, ist es gut zu wissen, dass man den Salbei der Wiesen auch verwenden kann.
Der Wiesensalbei ist eine Salbeiart und gehört zu der Familie der Lippenblütler.

Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, adstringierend, Erkältung, Halsentzündung, Husten, Fieber, Verdauungsschwäche, Blähungen, Durchfall, Nervenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Hitzewallungen, Nachtschweiß, Wechseljahresbeschwerden, Fußschweiß, Zahnfleischentzündungen, Hauterkrankungen, Ekzeme, Insektenstiche
wissenschaftlicher Name: Salvia pratensis
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Meadow Sage
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Gerbsäure, Tannine, Bitterstoff, Flavonoide, Ätherische Öle, Kampfer, Zineol, Pinen, Salven, Thujon, Östrogenartige Stoffe
Sammelzeit: Mai bis September
 
Anwendung
Den Wiesensalbei kann man ähnlich anwenden wie seinen kultivierten Bruder den Gartensalbei. Er ist jedoch weniger gehaltvoll und daher ist im Zweifelsfall der Gartensalbei vorzuziehen.
Innerlich
Die Blätter des Gartensalbeis kann man als Tee gegen Erkrankungen der Atemwege und des Verdauungsapparates trinken. Auch Menstruationsbeschwerden können gelindert werden. In den Wechseljahren hilft der Wiesensalbei vor allem bei übermäßiges Schwitzen und Hitzewallungen, aber auch andere Beschwerden können gelindert werden, weil der Wiesensalbei östrogenartige Substanzen enthält.
Äußerlich
Äußerlich kann man Wiesensalbeitee für Waschungen, Bäder und Umschläge verwenden. Er kann bei verschiedene Hauterkrankungen eingesetzt werden, unter anderem bei Ekzeme. Bei Zahnfleischentzündungen kann man mit Wiesensalbeitee gurgeln.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Pflanze wird bis zu 60cm groß und hat hell- bis mittelblaue Blüten. Die aufrechten Stängel sind vierkantig und haben grundständige Blätter. Die Blütezeit reicht von Ende Mai bis in den August hinein. Eine Salbeipflanze kann mehrere Jahre alt werden. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Hummeln über den typischen Salbei-Mechanismus: Die Hummel steckt ihren Rüssel in die Blüte und durch eine Öse am unteren Hebelarm, um Nektar zu sammeln, dabei löst sie den Hebelmechanismus (auch Schlagbaummechanismus genannt) aus, der den Blü-tenstaub am haarigen Körper der Hummel abstreift. Der Pollen wird dann von der Hummel zu anderen Blüten weiter getragen.
Der Wiesensalbei ist in Europa bis in die Gipfel der Mittelgebirge heimisch. Er bevorzugt nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden und liebt sonnige Standorte. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 80cm hoch. Die Blätter wachsen gegenständig am Stängel. Sie sind erheblich grösser und weicher als die Blätter des Gartensalbeis. Auch riechen sie deutlich weniger würzig als der kultivierte Bruder. Beim Wiesensalbei stehen eher die Gerb- und Bitterstoffe im Vordergrund des Aromas. Ab Ende April bis zum Spätsommer blüht der Wiesensalbei mit blau-violetten Blüten, die in Trauben an der Spitze der Stängel wachsen. Hummeln lieben die Blüten des Wiesensalbeis.
 
Sammeltipps
Die Blätter des Salbeis kann man während der Blütezeit sammeln und zügig trocknen.

Bachblüten
Zuversicht, Zutrauen, Mut (Elm)
Diese Menschen haben keine Zuversicht, kein Zutrauen und schon gar keinen Mut
Mit der Bachblüte können sie wieder Zuversicht, Zutrauen und sogar wieder den Mut ausschöpfen
Bachblüten
Glaube, Gottvertrauten, Mut, Ausdauer (Gentian)
Den Glauben und das Gottvertrauen haben sie schon lange verloren, auch der Mut und die Ausdauer lässt auch zu wünschen übrig
Mit der Bachblüte können sie wieder Glauben, bekommen wieder das Gottvertrauen. Auch der Mut und die Ausdauer kehrt zurück
Ayurveda
Aus dem Sanskrit übersetzt: Wissen vom langen Leben
Ayurveda ist traditionell aus Indien stammende Medizinsystem.
Als Behandlungssystem umfasst Ayurveda beispielsweise: Fastenkuren, Pflanzen-heilkunde, ausleitende Verfahren, Öl-Massagen, Bäder oder Meditation
Die ayurvedische Ernährung
Ayurveda, die 5.000 Jahre alte Medizin Indiens, beinhaltet ein komplettes System für die Ernährung. Es basiert darauf, dass die Speisen individuell zusammen gestellt und gut verträglich sind.
Mit viel Gespür für die intelligente Verwendung aller Schätze der Natur berück-sichtigt ein ayurvedischer Speiseplan die physischen und mentalen Bedürfnisse des Einzelnen. Dadurch schenken Nahrungsmittel nicht nur wertvolle Vitalenergie, sondern auch physische Gesundheit, eine zufriedene Seele und einen klaren Geist.
In der Ayurveda-Ernährung vereint sich wirkungsvolle Ernährungstherapie mit krea-tiver Kochkunst. Frische Lebensmittel werden passend zum Konstitutionstyp sowie zu den Tages- und Jahreszeiten ausgewählt und so auf den individuellen Stoffwechsel ausgerichtet.
Ayurvedische Kräuter und Gewürze verleihen den zubereiteten Speisen Vielfalt im Geschmack und wirken positiv auf den menschlichen Organismus ein.

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