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ISLANDMOHN t
Cetraria islandica – auch Isländisches Moos, Islandmoos, Irisches Moos (nicht zu verwechseln mit Irisch Moos), Lichen Islandicus, Blutlungenmoos, Fiebermoos, Hirschhornflechte oder Graupen (österreichisch) – ist eine polsterförmig wachsende Strauchflechte. Der Island-Mohn, auch nacktstängeliger Mohn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse. Diese in den subarktischen Gebieten beheimatete Mohn-Art blüht, je nach Unterart, in den Farben hellgelb, weiß und orangen-gelb bis rot. Als Gartenpflanze gibt es Sorten nicht nur in den natürlichen Farben und Formen, sondern als Züchtungen in diversen Variationen. Der leicht giftige Islandmohn ist eine Mohnpflanze der nördlichen Gebiete von Europa, Asien und Amerika. Die Farben der Blüten sind vielfältig, daher ist der Islandmohn mittlerweile eine beliebte Garten- und Zierpflanze. Medizinisch wird sie kaum noch genutzt, früher wurde der Islandmohn im kalten Norden als Vitamin-C-Quelle genutzt um Skorbut zu verhindern.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Skorbut
Heilwirkung: beruhigend, diaphoretisch, krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend, spasmolythisch
Anwendungsbereiche: Krämpfe, Schmerzen, Skorbut
wissenschaftlicher Name: Papaver nudicaule L.
Pflanzenfamilie: Papaveraceae = Mohngewächse
englischer Name: Arctic poppy, Iceland Poppy, Icelandic Poppy
volkstümlicher Name: Islandmohn, Isländischer Mohn
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüte, Samen
Inhaltsstoffe: Chelidonin, Vitamin-C, 5-Hydroxy-2-Hydroxymethylpyridin
Sammelzeit: April bis Oktober
 
Anwendung
Da die Zuchtformen des Island-Mohns in verschiedenen Farben blühen, wird er gerne als Gartenzierpflanze genutzt. Er mag Sonne, als Pflanze des Nordens aber keine große Hitze. An sonnigen bis halbschattigen Plätzen mit durchlässigen Sand- oder Lehmböden, die nicht zu feucht sind, lässt er sich kultivieren.
Blätter
Die gekochten Blätter als Gemüse bei Skorbut.
Blüten, Samen
Die leicht giftigen Blüten oder Samen sind innerlich eingenommen leicht schweißtreibend.
Isländisches Moos in der Pflanzenheilkunde
Die erste bekannte Beschreibung findet sich unter der Bezeichnung Muscus islandicus catharticus in einem Arzneimittelverzeichnis, der Kopenhagener Taxe von 1672. In der Phytotherapie findet der ganze oder zerkleinerte Thallus Verwendung. Die Droge enthält Schleimstoffe und bitter schmeckende Flechtensäuren. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der EU hat im November 2014 Lichen islandicus als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft. Die zugelassenen Anwendungsgebiete umfassen die Linderung von trockenem Husten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie temporäre Appetitlosigkeit. Als Hustentee wird Lichen islandicus pur oder gemischt eingesetzt.
Die Flechte wird im Spätsommer und Herbst bei trockener Witterung gesammelt. Zu den Sammelgebieten zählen Skandinavien, der Balkan sowie Russland. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu schonen, sollte das Kraut langsam an einem abgedunkelten Ort trocknen.
 
Geschichtliches
Die schmackhaften und Vitamin-C-haltigen Blätter wurden früher gekocht und gegessen. Da im Norden die natürliche Vitamin-C-Versorgung schwierig war, konnte so der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut vorgebeugt werden. Die Blüten wurden zum Färben benutzt. Heute wird der Islandmohn als Zierpflanze kultiviert und als Pflanze und Saatgut angeboten.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Flechte wird 4 bis 12 Zentimeter hoch, ihre einzelnen Triebe verzweigen sich geweihartig, sind starr, schuppig und oft rinnig verbogen, auf der Oberseite braungrün, auf der Unterseite weiß-grün gefärbt. Die 3 bis 6 Millimeter flachen Bänder sind am Rand regelmäßig gezähnt.
Je nach Lichtexposition lagern die Flechten unterschiedliche Mengen eines braunen Pigments ein, das als Sonnenschutz dient. Flechten der Hochgebirge sind daher dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt.
Die einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze erreicht je nach Klima Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimeter. Die grundständigen fiederschnittigen Laubblätter werden bis 20 Zentimeter lang, sind bläulich grün und gräulich behaart und besitzen mehrere dreilappige Segmente. Aus der Rosette sprießen blattlose (daher nacktstängelig) Blütenstängel an denen sich die, wie bei allen Mohnarten, nach unten geneigten Blütenknospen bilden. Die Knospen sind grau oder braun behaart und haben einen Durchmesser von 1 bis 2 Zentimetern. Aus der Knospe entwickelt sich die dann aufrecht sitzende, radiärsymmetrische, zwittrige Blüte mit einem Durchmesser von 1,5 bis 6 cm. Die zwei Kelchblätter fallen ab während die Blüte sich öffnet. Um den Fruchtknoten herum sitzen dicht die vielen Staubblätter mit dem gelben Staubbeutel. Der oberständigen Fruchtknoten ist oben mit meist acht Strahlen versehen. Die Blütezeit ist Mai bis August in den Gemäßigten Breiten April bis September. Die zwittrigen Blüten werden durch Insekten bestäubt, oder sie bestäuben sich selbst. Aus den Öffnungen, unter dem Deckel der länglichen, keulenförmigen Porenkapsel entweichen die sehr kleinen Samen, wenn die Pflanze im Wind schwankt. Die Ausbreitung der Samen geschieht über Anemochorie (Windausbreitung).
Der Islandmohn ist in den nördlichen Regionen von Amerika, Europa und Asien heimisch. Sie wächst bevorzugt auf feuchten Böden. Die ein-, zweijährige oder auch mehrjährige Pflanze (je nach Klima) wird 10-60 Zentimeter hoch. Die Blüten erscheinen zwischen April und September. Die Blüten können weiß, gelb, rosa, orange oder rot sein. Die Wildformen blühen weiß oder gelb. Die Staubgefäße sind gelb. Aus den Blüten entwickeln sich im Spätsommer und Herbst die Samenkapseln.
 
Anbautipps
Saatgut bekommt man im Gartencenter oder Baumarkt. Der Islandmohn mag feuchten Boden. Aussaat zwischen von Februar bis Juli, leicht mit Erde bedecken. Der Islandmohn keimt bei etwa 18 °C nach etwa 2 Wochen. Der Islandmohn mag Sonne aber als Pflanze des Nordens keine große Hitze. In zu starken Sommern stirbt die Pflanze ab. Daher kann es in warmen Regionen sinnvoll sein, die Pflanze im Topf zu kultivieren.
 
Sammeltipps
Die zarten frischen Blätter für ein Gemüse.

VEILCHEN
Wie kleine violette Äuglein blinzeln die Veilchen im Frühling aus dem Gras. In der Antike war das Veilchen sogar eine heilige Blume. Es war dem Gott Pan geweiht und zu Ehren des Saturn wurden Veilchenkränze auf dem Kopf getragen. Schon Hippokrates setzte das Veilchen für allerlei Beschwerden eingesetzt, unter anderem bei Sehstörungen, Kopfschmerzen und Melancholie. In der heutigen Naturheilkunde wird das Veilchen vorwiegend bei Beschwerden der Atemwege, z.B. Husten und Bronchitis eingesetzt. Veilchen oder Violen sind eine Pflanzengattung in der Familie der Veilchengewächse. Von den etwa 500 Arten gedeihen die meisten in den gemäßigten Zonen der Erde. Die Zentren der Artenvielfalt liegen in Nordamerika, den Anden und Japan. Man findet sie jedoch auch in Australien und Tasmanien. Bekannte Arten sind Stiefmütterchen, Hornveilchen und Duftveilchen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: abschwellend, antibakteriell, beruhigend, blutreinigend,  durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend,  krampflösend, schleimlösend, schmerzlindernd, schweißtreibend,  Bronchitis,  Husten, Reizhusten Keuchhusten, Atembeschwerden, Katarrhe der oberen Luftwege,  Halsentzündung, Fieber, Grippe, Magenkatarrh,  leicht abführend, Rheumatismus, Gicht, Blasenentzündung, Nierenentzündung, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Epilepsie, Nervosität, Angstzustände, verschiedene Hautkrankheiten, Ekzeme, Pickel, Hautschuppen, Verrenkung, Quetschungen
wissenschaftlicher Name: Viola odorata
Pflanzenfamilie: Veilchengewächse = Violaceae
englischer Name: Violets
volkstümliche Namen: Heckenveigerl, Marienstengel, Oeschen, Osterveigel, Schwalbenblume, Vegeli, Vieli, Viole
Verwendete Pflanzenteile: Das blühende Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Alkaloid Violin, Cyamin (blauer Farbstoff), Eugenol, Flavonoide, Glykoside, Salizylsäure, Salizylsäuremethylesther, Schleim, Odoratin
Sammelzeit: Kraut: März bis Mai
 
Anwendung
Manche Veilchenarten und -sorten werden als Zierpflanzen verwendet. Einige Arten und Sorten dienen als Heil- sowie Küchenpflanzen und werden zu kosmetischen Zwecken genutzt.
Veilchentee innerlich
Innerlich wird Veilchen vorwiegend als Tee (Aufguss) bei Husten und Bronchitis. Weil das Veilchen auch schweißtreibend wirkt, ist es auch förderlich bei fieberhaften Erkältungen. Der Einsatz bei Magenkatarrh ist eher unüblich, macht aber Sinn, weil sich die Wirkstoffe des Veilchens günstig auf die Schleimhäute auswirken. Tees aus den Blättern sind auch bei Verstopfung geeignet, weil die Blätter leicht abführend wirken. Da das Veilchen beruhigend und entspannend wirkt, kann man es als mildes Schlafmittel verwenden. Es hilft aber auch gegen ständige Müdigkeit und Nervosität. Durch die entspannende Wirkung lindert Veilchentee auch die Neigung zu Epilepsie, wenngleich Veilchen natürlich nicht anstelle starker Antiepileptika verwendet werden, sondern sie nur ergänzen kann.
Veilchentee äußerlich
Äußerlich kann man Veilchentee bei allen Arten von Hautentzündung als Bad oder Kompresse einsetzen. In dieser Form eignet es sich auch zur lokalen Behandlung von Rheuma und Gicht (zusätzlich zum innerlichen Tee).
Wurzel
Die Wurzel wirkt in höherer Dosierung als Brechmittel und sollte daher nur in kleinen Dosen eingesetzt werden. In kleiner Dosierung ist sie jedoch als Blutreinigungsmittel und bei Husten sehr geeignet. Die getrocknete und zurechtgeschnittene Wurzel wird gerne für kleine Kinder zum Draufbeißen benutzt, wenn diese unter Zahnungsschmerzen leiden. Solche Veilchenwurzeln kann man in Apotheken bestellen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Gesammelt werden die Blüten oder die Blätter bzw. das Kraut und die Wurzeln. Die Pflanzenteile, wie Blüten, Blätter oder das Kraut, werden im Frühjahr (März, April) gesammelt, die Wurzel wird im Herbst (Oktober bis Mitte November) gegraben. Die Blüten, Blätter und das Kraut werden im Schatten getrocknet, die Wurzel nach rascher Reinigung an einer zugigen Stelle zum Trocknen aufgehängt.
Heil- und Wirkstoffe
Die Blüten enthalten eine zuckerartige Salizylverbindung, ein noch nicht benanntes Alkaloid, Zyanin, Eiweiß, Gummi, Zucker, Schleim, ätherisches Öl und einen blauen Farbstoff. Im Wurzelstock ist das bekannte Violin (ein Veilchenemetin), das brecherregend wirkt, enthalten.
Heilwirkung
Bei den Griechen im klassischen Altertum war das Veilchen in der Mythologie der Persepone, der Tochter des Zeus und der Demeter als Totenblume geweiht. Darüber hinaus war das Veilchen eine geschätzte Heilpflanze. Die Hippokratiker als auch Dioskurides hatten nach ihren Erfahrungen schon eine Menge Heilanzeigen gesammelt, darunter auch das Veilchen gegen Alkoholmißbrauch angewendet. Auch die Schule von Salerno preist das Veilchen als sehr gutes Mittel gegen die Folgen von Alkoholmißbrauch. Es scheint verwunderlich, daß man selbst in der Volksheilkunde von dieser Heilanzeige nichts mehr hörte, so daß der begründete Verdacht besteht, daß das Veilchen des Dioskurides nicht unser wohlriechendes Veilchen war.
Nach höchster Anerkennung bei den Kräuterärzten des Mittelalters geriet das Veilchen selbst in der Naturheilkunde in Vergessenheit und fand eigentlich erst in Pfarrer Kneipp den großen Befürworter, der neben der Lieblichkeit, die Heilkraft dieser Frühlingsblume nicht genug preisen konnte.
So lobte er den Veilchentee und den Veilchensirup als ein vorzügliches Hustenmittel, besonders bei tuberkulosem Husten der Erwachsenen und bei Keuchhusten der Kinder. Die beruhigende Wirkung des Veilchens macht es geeignet zur Behandlung von Hysterie, Hypochondrie, nervösem Herzklopfen mit Angstgefühlen und Atemnot, bei Kinderkrämpfen, nervöser Überreizung der Kinder, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen u.a.
Auch äußerlich wird das Veilchen angewendet. Trinkt man gegen Schlaflosigkeit den Veilchentee, so wird die Wirkung erhöht, wenn man mit dem Wurzelabsud ein Fußbad nimmt.
Bei Entzündungen der Mundschleimhaut spüle man den Mund mit Veilchentee. Durch wiederholte Bäder mit Veilchentee werden Augenliderkrankungen und Augenentzündungen zum Abklingen gebracht.
Die Heilwirkung lösen Saponine aus, ätherische Öle, das Alkaloid Violin und Salzylsäureverbindungen. Der Veilchentee wird aus Blättern, Blüten und Wurzeln hergestellt, man nimmt für 1 Tasse 1 Teelöffel der Mischung die Veilchenblätter können auch äußerlich angewendet werden. Hierzu berichtet Pfarrer Kneipp: Veilchenblätter, zerquetscht und übergebunden, kühlen und verteilen erhitzte Geschwülste, in Essig abgekocht, dient ein solcher Absud, wenn man ihn zu Auflagen benützt, zur Heilung von Podagra.
Anwendung in der Homöopathie
In der Homöopathie wird eine Essenz verwendet, die aus der blühenden Pflanze, jedoch ohne Wurzel, hergestellt wird. Sie leistet sehr gute Dienste bei Ohrenschmerzen, Herzklopfen mit Angstgefühl, rheumatischen Gelenkserkrankungen, Augenschmerzen, Keuchhusten, bei Bettnässen und Wurmbeschwerden der Kinder und wirkt schließlich sehr gut blutreinigend. Dies besonders bei chronischen Ekzemen und sonstigen Hautausschlägen.
Anwendung in der Volksheilkunde
Veilchenöl oder Veilchenessig als Umschläge verwendet und die Schläfe damit eingerieben, legt das hitzige Kopfweh. Veilchenessig erhält man, wenn man eine Handvoll Blüten in Essig legt, einmal kurz aufkocht und 1 bis 2 Stunden ziehen läßt.
Zu überprüfen wäre die Anschauung der Volksheilkunde, daß der Veinlchentee als auch der Veilchensirup ein gut Naturheilmittel bei Epiliepsie der Kinder sei. Der schön blaue Veilchensirup wurde früher in großen Mengen hergestellt, der als Hustenmittel von Kindern sehr gerne eingenommen wurde.
REZEPT FÜR EINEN VEILCHENSIRUP: Man gieße auf 1 Liter gut zusammengepreßte Veilchenblüten 1 Liter abgekochtes heißes Wasser auf und läßt 10 Stunden ziehen. Nach Abseihen erwärmt man den gewonnen Saft bis zur Siedehitze und gießt ihn auf inzwischen frisch gepflückte Veilchenblüten, läßt wieder 10 Stunden ziehen und wiederholt diesen Vorgang noch 2- bis 3mal, je öfter desto besser. Nach dem letzten Auspressen erhitzt man den Saft nochmals gut und fügt nach dessen Abkühlung so viel Honig hinzu, bis ein sirupartiger Brei entsteht. Dieser Sirup, teelöffelweise eingenommen, heilt die Schlaflosigkeit, löst die Verschleimung der Atmungsorgane und wirkt herzstärkend. Mit Gerstenwasser kann der Sirup gestreckt werden, wobei die Heilwirkung nicht herabgemindert wird.
Wir lernten nun das kleine bescheidene Veilchen als eine wertvolle Heilpflanze kennen, die uns in den ersten Frühlingstagen so zu erfreuen vermag, wie sie einst Goethe erfreute und er dies in die Worte kleidete:
Ein Veilchen auf der Wiese stand,
Gebückt in sich und unbekannt,
Es war ein herzig´s Veilchen.
Veilchen als Zierpflanzen
In Parks und Gärten in Beeten oder Pflanzgefäßen findet man als Zierpflanzen vor-wiegend das Duftveilchen, das Hornveilchen und, wohl am häufigsten kultiviert, das Gartenstiefmütterchen, außerdem das Hain-Veilchen mit der Form Purpurea, das Pfingstveilchen mit den Sorten Albiflora und Freckles sowie einige alpine Arten für den Steingarten. Das Parma-Veilchen ist heute eher selten in Gärten anzutreffen. Nicht zur Gattung der Veilchen gehören dagegen die Alpen- und die als Zimmerpflanzen bekannten Usambaraveilchen.
Veilchen als Heil- und Küchenpflanzen
Duftveilchen, insbesondere März- und Parmaveilchen, spielten lange Zeit eine wichtige Rolle in der Kräuterkunde. Außer im Bereich der Naturheilkunde, insbesondere der Aromatherapie, finden sie keine Verwendung mehr. Blüten von Duft- und Hornveilchen lassen sich ebenso wie Stiefmütterchenblüten auch kulinarisch verwerten und gehören beispielsweise zu den Zutaten des ursprünglichen Birne Helene-Rezepts. Die bekannten Veilchenpastillen werden allerdings mit synthetischen Veilchenduftstoffen aromatisiert. Mit Veilchen aromatisierter Likör heißt Crème de Violette und wird mindestens seit dem frühen 19. Jahrhundert hergestellt.
Veilchen in der Parfümerie
Die Blüten von März- und Parmaveilchen sind seit Jahrhunderten zu kosmetischen Produkten verarbeitet worden. Das natürliche Veilchenblütenabsolute ist heute praktisch verschwunden und wird von der Kosmetikindustrie durch die synthetischen Jonone ersetzt. Veilchenblätterabsolute wird dagegen weiterhin in großem Umfang bei der Parfümproduktion eingesetzt. Sogenanntes natürliches Veilchenparfüm wird überdies seit langer Zeit aus der so genannten Veilchenwurzel/Iriswurzel gewonnen, dabei handelt es sich um getrocknete Rhizome verschiedener Irisarten.
Veilchen-Sirup
Nimm eine Hand voll frischer Veilchenblüten und lasse sie in 300ml Wasser mit 300g Zucker einen Tag langziehen. Dann werden die Blüten abgeseiht und das aromatisierte Zuckerwasser wird ca. 1 Stunde lang im Wasserbad verkocht und eingedickt. Der entstandene Sirup wird anschließend in eine Flasche gegossen und gut verschlossen im Kühlschrank aufgehoben. Der Sirup eignet sich für Husten bei Kindern.
Blütenessenz
Aus den Blüten des Veilchens kann man auch eine Blütenessenz herstellen, die für Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zu sich selbst zu stehen steht.
 
Pflanzenbeschreibung
Veilchen wachsen bevorzugt auf schattigen Wiesen, an Zäunen, Hecken und an Waldrändern. Sie haben einen ausdauernden Wurzelstock, der sich von Jahr zu Jahr mehr ausbreitet. Im zeitigen Frühjahr sprießen die herzförmigen Blätter und von März bis April blüht die Pflanze. Klassische Veilchen haben violette Blüten mit zwei Blütenblättern oben und drei Blütenblättern unten. Sie duften sehr angenehm. Daher wird das echte Veilchen auch wohlriechendes Veilchen genannt.
Botanik
Der im Boden kriechende ausdauernde Wurzelstock treibt oberirdische, am Boden anliegende und sich bewurzelnde Ausläufer. Außerdem verbreitet sich die Pflanze durch Samen. Die Blätter sind gestielt und herzförmig. Die Blüten stehen auf einem mit kleinen Nebenblättern versehenen Schafte. Sie sind gespornt und tiefviolett, sehr selten weiß oder rötlich. Die reife Kapselfrucht öffnet sich mit 3 Klappen und die kleinen dunklen Samen fallen heraus. Diese besitzen ein fleischiges Anhängsel, das von den Ameisen gefressen wird, ohne daß die Keimkraft des Samens dadurch leidet.
Geruch und Geschmack
Das Veilchen hat einen feinen Wohlgeruch, der beim Trocknen fast völlig verloren geht.
Der Geschmack ist schleimig, grasig, leicht scharf, der Geschmack der Wurzel ist brecherregend.
Blütezeit
März und April, manchmal noch eine zweite Blüte im Herbst.
Standort
Unter Hecken, an sonnigen Rainen und Waldrändern. Vielfach auch in Hausgärten, wo sie sich rasch verbreiten. Es sind etwa 200 Varietäten als Zierblumen in Gärten bekannt. Diese haben jedoch in der Pflanzenheilkunde keinen Wert.
Veilchenarten wachsen als ein- oder zweijährige oder meist ausdauernde krautige Pflanzen, sowie selten Halbsträucher mit sehr wechselndem Habitus. Oft werden Rhizome als Überdauerungsorgane gebildet. Es können mehr oder weniger lange, kriechende bis aufrechte, oberirdische Sprossachsen ausgebildet sein oder fehlen. Die Laubblätter können alle grundständig zusammenstehen oder an der Sprossachse wechselständig verteilt angeordnet sein. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach oder geteilt. Der Blattrand ist glatt oder gezähnt. Die bleibenden, kleinen bis großen, zuweilen laubblattähnlichen Nebenblätter sind frei oder mehr oder weniger lang mit den Blattstielen verwachsen und häufig gewimpert oder gefranst und tragen dann an ihren Enden nicht selten braune Drüsen. Einige Violaarten haben Blätter die +/- dicht, meist an der Unterseite behaart und am Rande und der Basis gewimpert sind. Die Behaarung besteht aus einfachen, einzelligen oder einzellreihigen Trichomen, die bei einigen Arten gegen das Ende hin keulig verdickt sind. Von äußeren Drüsen sind bisher nur Drüsenzotten bekannt. Sie sitzen an den Enden der Nebenblätter, an den Zähnen der Laubblätter und an den Spitzen der Sepalen, und bestehen aus einem ziemlich kurzen dicken Stiel und einem vielzelligen, sezernierenden Köpfchen. Die Drüsenzotten der Nebenblätter verschleimen frühzeitig und überziehen das in der Entwicklung begriffene Laubblatt mit ihrem Sekret. Der Schleimaustritt erfolgt nur an einzelnen Stellen der Cuticula und kann wiederholt vor sich gehen, da die subcuticulare Schleimbildung andauert. Eine Regeneration der Cuticula dieser Schleimdrüsen findet jedoch nicht statt, sondern es kommt nur zur Bildung sehr widerstandsfähiger, sogenannter Grenzhäutchen. Ausscheidung von Kalk ist an den Randzähnen einiger Arten beobachtet worden.
Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln auf Blütenstielen, die zwei Deckblätter besitzen. Oft sind die Blüten dimorph, die kleistogamen (geschlossen bleibenden) Blüten entwickeln sich später als die chasmogamen (sich öffnenden). Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fast gleichen fünf freien oder fast freien Kelchblätter besitzen meist krautige Öhrchen (Anhängsel) an ihrer Basis. Die fünf freien Kronblät-ter sind deutlich ungleich. Das unterste Kronblatt ist das größte und an seiner Basis gespornt. Es ist ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die freien Staubfäden sind relativ kurz. Die aufrechten Staubbeutel sind frei oder meist bilden eine Umhüllung um den Fruchtknoten. Die beiden unteren Staubbeutel ragen in den Sporn hinein und besitzen sporn- oder warzenartige, nektarsekretierende Anhängsel an ihrer Basis. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jeder Fruchtknoten enthält viele anatrope Samenanlagenin parietaler Plazentation. Der fast aufrechte oder meist mehr oder weniger nach unten gekrümmte Griffel ist mehr oder weniger verdickt oder manchmal allmählich nach oben hin verschmälert und ist glatt oder besitzt unterschiedliche Anhängsel. Die Narbe ist je nach Art unterschiedlich geformt. Für die Färbung der Blüten sind Farbstoffe der Petalen verantwortlich, die in der Familie meist gelb bis rot, violett und blau, seltener weißlich, bräunlich oder +/- schwarz gefärbt sind. Die oft intensiven gelben Farbtöne werden durch kleine Farbstoffkörnchen gebildet, die in dem farblosen Zellsaft der Epidermiszellen in verschiedener Menge vorkommen. Die Körnchen bestehen z. B. bei Viola primulaefolia aus Quercetin, einem den Gerbstoffen verwandten Pflanzenfarbstoff aus der Flavongruppe. Bei Viola tricolor und Viola arvensis dagegen bestehen sie aus Rutin (Violarutin oder Violaquercitrin), einem glykosidischen Farbstoff der Formel C-27 H-30 O-16. Die blauen Farbtöne werden durch im Zellsaft der Epidermiszellen gelöstes Anthocyan hervorgerufen, und zwar ist dessen Farbe je nach der sauren, neutralen oder alkalischen Reaktion des Zellsaftes rot, violett oder blau. Oft finden sich in unmittelbar benachbarten Zellen die verschiedensten blauen Farbtöne. Liegen in der Epidermis zwischen den blauen Zellen solche ohne gefärbten Zellsaft, so entstehen hellblaue Nuancen. Bei den Varietäten des Stiefmütterchens beruhen die schwarzen Farben einzelner Kronblattteile auf einem Zusammenwirken von tiefblauer Anthocyanlösung und gelbroten Farbstoffkörnchen. Die tiefblau-violetten Sorten enthalten den Farbstoff Violanin.
Die lokuliziden Kapselfrüchte öffnen sich mit drei elastischen Klappen, die gekielt oder unterseits verdickt sind. Die kugeligen bis eiförmigen Samen besitzen eine helle bis dunkle, meist glatte Oberfläche. Es kann ein Arillus vorhanden sein. Die Samen enthalten reichlich Endosperm und einen geraden Embryo mit zwei sehr dicken, planokonvexen Keimblättern (Kotyledonen).

BACHBLÜTE SCLERANTHUS
Ich bin unausgeglichen                                         
Diese Menschen sind sehr unausgeglichen
Hier hilft die Bachblüte um ausgeglichener zu werden

BACHBLÜTE VERVAIN
Ich fühle mich wie in einer Starre                          
Sie fühlen deren öfteren wie in einer Starre
Mit Vervain kann sich diese Starre sich lösen

Die Lehre von den Elementen und den Körpersäften
Der erste Mensch Adam wurde nach Hildegards Auffassung aus diesen vier Elemente folgendermaßen von Gott erschaffen:
DIE ERSCHAFFUNG ADAMS
„Als Gott den Menschen erschuf, wurde die Erde, aus der der Mensch geformt wurde, durch das Wasser zusammengeleimt und Gott sandte in diese Gestalt den Lebenshauch aus Feuer und Luft. Weil die menschliche Gestalt aus Erde und Wasser war, wurde durch das Feuer dieses Lebenshauches die Erde zu Fleisch und durch seine Luft das Wasser, durch das die Erde zusammengeleimt wurde, zu Blut. Als Gott Adam erschuf, umstrahlte der Glanz der Göttlichkeit die Erdmasse, aus der er erschaffen wurde und so zeigte sich diese Erde nach ihrer Formgebung äußerlich in den Konturen der Gliedmaßen, war aber im Innern hohl. Da schuf Gott auch im Innern aus derselben Erdmasse das Herz, die Leber, die Lunge, den Magen, die Eingeweide, das Gehirn, die Augen, die Zunge und seine übrigen inneren Organe. Als Gott den Lebenshauch hineinblies, wurde der Stoff, bestehend aus Knochen, Mark und Blutgefäßen, durch diesen Hauch gefestigt, er verteilte sich in dieser Masse so wie ein Wurm in seine Behausung hineinkriecht und wie das Grün an einem Baum. Die Glieder wurden so gefestigt, wie sich auch das Silber ändert, wenn es der Schmied ins Feuer wirft. Und so hat der Lebenshauch seinen Sitz im Herzen. Dann wurden auch in derselben Masse das Fleisch und das Blut aus dem Feuer der Seele geschaffen.“
Hildegard beschreibt dann auch noch genauer, wie die vier Elemente im Menschen wirken:
DIE ELEMENTE SIND IM MENSCHEN
„Die Elemente sind, wie oben erwähnt, ihm Menschen, nämlich das Feuer, die Luft, die Erde und das Wasser und sie wirken mit ihren Kräften in ihm und umkreisen ihn bei allem, was er tut, geschwind wie ein Rad mit seinen Rundungen. Das Feuer ist mit seinen fünf oben erwähnten Kräften im Hirn und im Mark des Menschen. Als der erste Mensch aus der Erde umgestaltet wurde, brannte ein rötliches Feuer durch die Macht Gottes in seinem Blut. So ist auch das Blut rot. Das Feuer äußert sich als Hitze beim Sehen, als Kälte beim Riechen, als Feuchtigkeit beim Schmecken, als Luft beim Hören und als Bewegung beim Tasten. Die Luft ist, wie oben erwähnt, mit ihren vier Kräften im Atem und in der Vernunft des Menschen. Sie leistet durch ihren lebendigen Hauch, der nichts anderes als die Seele ist, im Menschen ihren Dienst, weil sie ihm trägt und sie ist der Flügel seines Fluges, wenn der Mensch den Atem in sich zieht und ausstößt, dass er leben kann. Die Seele ist das Feuer, das den ganzen Körper durchdringt und den Menschen belebt. Auch zündet die Luft das Feuer an und das Feuer brennt durch die Luft in allem. Die Luft äußert sich, wenn sie den Tau aussendet, das Wachstum anregt, den Wind bewegt und der Mensch sich durch Wärmeeinwirkung ausdehnt. Das Wasser mit seinen 15 oben erwähnten Kräften ist in der Feuchtigkeit und im Blut des Menschen enthalten.“

Verdauungs- und Unterleibserkrankungen
Verstopfung
Ebenso ist auch die Nahrung der Landleute eine einfache und naturgemäße, wenig gewürzt, ohne alle Reizmittel und auch auf die natürlichste und gesündeste Art zubereitet. Dagegen genießen gewöhnlich diejenigen, welche eine ruhige Lebensweise führen und den höheren Ständen angehören, mit Vorzug nur Fleisch, was viel mehr Hitze und ungesundes Blut verschafft, wenn es nicht mehr Vorsicht genossen wird und deshalb auch leichter eine Verstopfung bewirkt. Nebenbei wird die ohnehin schon hitzige Kost durch Gewürze, welche alle auf Anstauungen hinarbeiten, noch hitziger gemacht, dazu kommen noch der Alkohol, der Kaffee und verschiedene andere Reizmittel.
Wenn es im Sommerlange nicht mehr regnet, wird die Erde trocken und spröde. Wenn im Körper die notwendige Feuchtigkeit, Flüssigkeit nicht ordnungsgemäß verarbeitet ist und sich irgendwo Hitzen bilden, so tritt auch im Körper gleichsam Trockenheit ein und deren unausbleibliche Folgen. Wem es an Stuhlgang fehlt, dem fehlt es meistens im ganzen Organismus, nicht bloß im Magen oder in einem anderen Körperteil.
Ich lebe der festen Überzeugung, die eine große Anzahl von Fällen mir stets bestätigte, daß wieder das Wasser das allersicherste und das unschädlichste Heilmittel ist, das auf Gottes Erde gefunden werden kann. Egal, ob die Personen stark oder schwach, korpulent oder abgemagert ist, das Wasser muß entsprechend der Natur angewendet werden. Es hilft, indem man es nach innen anwendet und von außen wirken läßt.

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