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Wundklee
Der gelb blühende Wundklee ist eine Pionierpflanze und in ganz Europa verbreitet. Er mag kalkreiche und trockene Böden mit viel Sonne. An Wegrändern, trockenen Wiesen, Brachflächen, Hängen und Reinen ist er zu finden. Leider wird der Wundklee durch moderne Landwirtschaft und Düngung seltener. In der Volksmedizin ist der Wundklee in allen Regionen eine beliebte Heilpflanze, was die vielen Namen erklärt. Der Wundklee ist nicht nur eine Heilpflanze bei schlecht heilende Wunden und Magen-Darm-Probleme; Wundklee verbessert auch die Böden, schützt vor Erosion, ist eine Futterpflanze und wird von Bienen geschätzt.
Echter Wundklee, Gemeiner Wundklee, Gewöhnlicher Wundklee oder Tannenklee ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wundklee. Das Artepipheton vulneraria leitet sich vom lateinischen vulnerarius (Wund-) ab. Auch der volkstümliche Name Wundklee bzw. „Wundkraut“ verweist auf die Verwendung in der Volksmedizin zur Heilung von Wunden und als Hustenmittel.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten, Wundheilmittel
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, hustenstillend, magenstärkend, Stoffwechsel anregend, wundheilend
Anwendungsbereiche: Abführmittel, Frostbeulen, Furunkel, Halsentzündung, Husten, Kreislauferkrankungen, Lippenherpes, Mundentzündung, Offene Beine, Rachenentzündung, Verstopfung, Schlecht heilende Wunden, Zerrungen
wissenschaftlicher Name: Anthyllis vulneraria L.
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name: Kidney Vetch
volkstümlicher Name: Apothekerklee, Bärenklee, Bärenpratzen, Bartklee, Echter Wundklee, Frauenkäppeln, Frauenkapperl, Gelber Klee, Gichtbleaml, Goldknopf, Goldkopf, Hasenklee, Katzenklee, Katzenbratzerl, Kretzenkraut, Muttergottes-Schühlein, Russischer Klee, Schafszähn, Schöpfli, Schreiklee, Sommerklee, Tannenklee, Traubenkröpferl, Watteblume, Wollklee, Wundklee, Wundkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blatter, Blüten, Kraut
Inhaltsstoffe: Catechine, Farbstoffe, Flavonoide, Gerbsäure, Gerbstoffe, Sa-ponine, Schleimstoffe, Xanthophyll
Sammelzeit: Mai – August
 
Anwendung
Aufgrund des Gehalts an Saponinen und Gerbstoffen standen die Blüten in hohem Ansehen und wurden zur Behandlung von Wunden und Geschwüren benutzt. Eventuell geht der Gebrauch auf die Signaturenlehre zurück, da die Blüten oft rot überlaufen sind. Der Echte Wundklee galt auch als Zauberkraut. In die Wiege gelegt sollte er kleine Kinder vor dem Verschreien (Verhexen) beschützen, wovon sich auch der Name Schreiklee ableitet. Die vielen Volksnamen spiegeln den Bekanntheitsgrad der Pflanze wider: Schöpfli, Wollklee, Bärenpratzen, Hasenklee, Katzenklee, Katzenbratzerl, Katzentapen, Muttergottes-Schühlein, Frauenkapperl, Taubenkröpferl, Tannenklee. Weitere volkstümliche Namen sind Apothekerklee, Bärenklee, Bartklee, Gelber Klee, Goldknopf, Kretzenkraut, Russischer Klee, Schafszähn, Sommerklee und Watteblume.
Frischer Saft
Der Saft frisch geernteter Blätter hilft gegen kleinere Wunden und Lippenherpes. Praktisch bei Wanderungen.
Frisches Kraut
Frisch gequetschter Wundklee als Wundpflaster hilft bei schlecht heilende oder eiternde Wunden. Bei Wanderungen kann man damit kleinere Verletzungen wie Schürfwunden oder Blasen behandeln. Sinnvoll ist die Kombination mit Spitzwegerich
Salate
Die frischen Blüten in Salaten regen den Stoffwechsels an und dienen der Stärkung des Magens und des Darms.
Tee
1 Esslöffel der getrockneten Blüten (oder seltener des Krauts) mit 250ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen. Für eine innerliche Kur trinkt man diese Menge zweimal täglich. Hilft gegen Darmbeschwerden und Husten. Man kann diesen Tee auch zum Gurgeln bei Hals-, Mund- und Rachenerkrankungen einsetzen. Dieser Tee kann auch äußerlich bei Frostbeulen, schlecht heilende oder eiternde Wunden als Umschlag eingesetzt werden. Oft wird der Wundklee zusammen mit Spitzwegerich ergänzt.
Salbe
Die traditionelle Salbe bei Wunden wird mit Schweineschmalz hergestellt. Man kann aber auch einen Ölauszug herstellen und eine Salbe mit Bienenwachs zubereiten.
 
Geschichtliches
Der Wundklee war schon immer ein beliebtes Heilmittel gegen Husten und schlecht heilenden Wunden. Die Signaturenlehre bestätigte die Wirkung zur Wundheilung. Der Wundklee wurde als Beschreikraut genutzt, d.h. er schützt bei böse Einflüsse, Hexen, die 13. Fee und bösen Wünschen. Der Wundklee wurde auch dem Tierfutter beigemischt und die Tiere zu schützen. Die getrockneten Blüten dienten als Teeersatz. Heute ist die Pflanze seltener geworden, da Über-düngung und moderne Landwirtschaft die Lebensgrundlage entziehen. Auch hat die Bedeutung als Heilpflanze in den letzten Jahrzehnten nachgelassen.

Pflanzenbeschreibung
Die mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 5 bis 40 Zentimetern. Diese Pflanzenart hat ein kurzes, mehr oder weniger ästiges und vielköpfiges Rhizom und aufsteigende oder aufrechte Stängel. Die grundständigen Laubblätter haben bis zu vier Blättchenpaare, zur Blütezeit fehlen diese aber bereits oft. Die Endblättchen werden bis zu 8 Zentimeter lang und sind somit merklich größer als die übrigen seitlichen Fiedern. Die Stängelblätter bestehen aus zwei bis sieben Blättchenpaare. Die Blättchenform ist lang-elliptisch. Die Blüten stehen in vielblütigen Blütenköpfen. Die goldgelbe Krone wird zwischen 9 und 19mm lang. Gelegentlich sind diese auch von weißlicher, oranger oder roter Farbe. Der weißzottig behaarte Kelch ist nach der Blütezeit aufgeblasen und hat ungleiche Zähne. Die Blütezeit ist von Juni bis September.
Alle zehn Staubblätter sind trotz Nektarbildung zu einer Röhre verwachsen, die somit nur langrüsseligen Insekten wie Hummeln oder Schmetterlingen zugänglich ist. Die Blüte besitzt einen Pumpmechanismus: Beim Herunterdrücken des Schiffchens durch den Bestäuber wird durch den Griffelkolben der Pollen entleert. Die Narbe ist erst nach dem Abwetzen der zarten Oberflächenzellen klebrig. Die relativ leichten ein- bis zweisamigen Nüsse sind im trockenen Kelch eingehüllt und werden vor allem durch den Wind verbreitet. Die Fruchtreife erfolgt von Juli bis Oktober.
Der Wundklee ist in Europa, Nordafrika und Vorderasien heimisch. Er wächst bevorzugt auf sonnigen kalkreichen Böden und bindet im Boden Stickstoff. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 5 und 40 Zentimeter hoch. Die Pflanze ist seidig behaart. Die Endblätter sind groß. Die gelben Blüten mit rötlichen Spitzen erscheinen zwischen Juni und September. Je mehr Sonne, desto roter werden die Blüten. Die Fruchthülse ist einsamig.

Anbautipps
Aussaat im frühen Frühling wenn noch für einige Wochen Kälte zu erwarten ist.
Am besten einen halben Tag vor der Aussaat einweichen. Die Keimdauer kann 2 Monate betragen. Wundklee mag Sonne und trockenen sandigen Kalkboden. Im Schatten wächst der Wundklee nicht.
 
Sammeltipps
Da die Pflanze immer seltener wird, sollte man sie nicht mehr in der Natur sammeln, sondern selbst anziehen. Die Blüten vorsichtig zupfen. Die gesammelten Blüten müssen schnell zum Trocknen in den Schatten gebracht werden. Die getrockneten Blüten und Blätter getrennt aufbewahren und erst bei der Zubereitung mischen.

Spitzwegerich
Der Spitzwegerich, auch Spießkraut, Lungenblattl oder Schlangenzunge genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Wegerichgewächse gehört. Das Wort Wegerich entstammt dem Althochdeutschen von wega = Weg und rih = König.
Der Spitzwegerich wächst unauffällig an Wegrändern und auf Wiesen. Wer ihn kennt, erkennt ihn schon im zeitigen Frühjahr an seinen langen schmalen Blättern, die wie Lanzen aus dem Boden schießen. Er ist ein wichtiges Hustenmittel und hat außerdem gute Fähigkeiten bei der Wundheilung. Wenn man sich in der freien Natur verletzt hat und hat weder Pflaster noch Desinfektionsmittel dabei, hilft es, ein paar Spitzwegerichblätter zu zerkauen und auf die Wunde aufzulegen. Mit einem unzerkauten Blatt kann man das Ganze bedecken.
Als beinahe unverwüstlicher Wegelagerer erträgt der Spitzwegerich Fußtritte und Trockenheit geduldig. Kaum zu glauben, dass er mit seinem bescheidenen Aussehen ein pilzähnliches Geheimnis hütet . . .
Der Spitzwegerich zählt zweifellos zu einem der wichtigsten Arzneipflanzen. Bereits in der Antike sowie auch im Mittelalter wurde das weit verbreitete Heilkraut für viele innere und äußere Beschwerden eingesetzt. In unserer heutigen Zeit wird dem Wegerichgewächs wieder mehr Beachtung geschenkt, so dass es schließlich sogar zur Arzneipflanze des Jahres 2014 gekürt wurde.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten
Heilwirkung: antibakteriell, adstringierend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend
Anwendungsbereiche: Afterjucken, Appetitlosigkeit, Asthma, Augenentzündungen, Blasenschwäche, Bronchitis, Darmschleimhautentzündung,  Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Fettsucht, Furunkel, Hämorrhoiden, Halsentzündung, Halsschmerzen, Hautabschürfungen, Insektenstiche,  Katarrhe der oberen Luftwege, Keuchhusten, Leberschwäche, Magenschleimhautentzündung, Ödeme (Wassersucht), Quetschungen,  Soor (Candida), Verstopfung, blutende Wunden, leichte Verbrennungen
wissenschaftlicher Name: Plantago lanceolata
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse = Plantaginaceae
englischer Name: Ribwort
volkstümliche Namen: Heilwegerich, Heilblärer, Heufressa, Hundsrippen, Lägenblatt, Lämmerzunge, Lügenblatt, Lungenblattl, Rippenkraut, Rossrippen, Schafzunge, Schlangenzunge, Siebenrippen, Spiesskraut, Spitzfederich, SpitzWegeblatt, Wagentranenblatt, Wegbreite, Wegreich, Wegtritt
Falsche Schreibweisen: Spitzwegerrich, Spitzwegerisch
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln, Samen
Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Saponine, Glykoside, Gerbstoffe, Kieselsäure, Vitamin C, antibiotische Stoffe, ätherisches Öl, Lab-Enzym
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Der Spitzwegerich enthält u.a. Vitamin C und B-Vitamine sowie diverse Mineralstoffe wie z.B. Kieselsäure, Zink und Kalium. Zudem enthält der Spitzwegerich Schleimstoffe, Bitterstoffe (Iridoide) und Gerbstoffe. Die Blätter und Blütenähren des Spitzwegerichs erinnern im Geschmack an Pilze. Das Aroma ist am intensivsten in den knospig verschlossenen Ähren.
Sammelzeit: Blätter: Mai - August, Wurzeln: Ende August bis Oktober
 
Anwendung
In Mangelzeiten nach den beiden Weltkriegen und während der Weltwirtschaftskrise war Salat aus wildwachsendem Spitzwegerich ein beliebter Ersatz für unerschwingliches oder nicht erhältliches Grünzeug. Ernten und sammeln kann man ihn am besten von Anfang April bis Ende August. Man findet ihn oft in kleinen Wiesen, an Äckern und Feldrändern, an den Wald angrenzenden Wegen und auf sehr kleinen Flächen in Ortschaften. Nach Insektenstichen ist der Spitzwegerich, zerrieben und auf den Stich aufgetragen, kühlend respektive schmerzlindernd. Gleiches gilt für Brennnesselstiche. Der Spitzwegerich hat, wie viele andere Heilpflanzen, ein breites Spektrum von Heilwirkungen. Seine Haupteinsatzgebiete sind jedoch die Atemwege und die Haut.
Tee für die Atmung
Gegen Husten, Asthma und andere Erkrankungen der Atmungsorgane kann man Spitzwegerich-Tee trinken. Entweder als reinen Spitzwegerichtee oder in Teemischungen. Die Spitzwegerich-Blätter lösen den Schleim, wirken gegen Krankheitserreger und lindern Entzündungen. Der Spitzwegerich ist aber nicht nur für die Atmungsorgane hilfreich, sondern fördert auch die Verdauung, regt den Stoffwechsel an und hilft beim Abnehmen.
Blätter gegen kleine Verletzungen unterwegs
Der Spitzwegerich ist die beste Medizin für unterwegs, die gleich am Wegrand wächst, wenn man sich beim Wandern verletzt hat. Einfach ein Spitzwegerichblatt zwischen den Fingern verreiben oder zerkauen, auf die Wunde legen und mit einem zweiten Spitzwegerichblatt fixieren. Blut wird gestoppt und die Wunde desinfiziert, der Heilungsprozess gefördert.
Pflanzensaft gegen Wunden
Wenn man nicht unterwegs ist, kann man aus den Blättern einen Pflanzensaft herstellen, den man auf Wunden träufeln kann. Der Pflanzensaft hilft gegen Abschürfungen, leichte Verbrennungen, kleine offene Wunden, Insektenstiche, Quetschungen, Furunkel und Hämorrhoiden.
Pflanzensaft für Verdauung und Stoffwechsel
Den frisch gepressten Pflanzensaft kann man gegen Verdauungsstörungen einnehmen. Er hilft bei Darmentzündungen, Magenschmerzen und reguliert die Verdauungstätigkeit. Auch bei Hauterkrankungen kann man den Spitzwegerichsaft innerlich einnehmen. Er wirkt blutreinigend und hilft der Haut beim Abheilen.
Samen gegen Soor
Die Samen des Spitzwegerichs kann man in Wasser einweichen und dann aufkochen lassen. Man kann sie Säuglingen gegen Soor (Candidamykosen) geben.
Spitzwegerich als Heilpflanze
In den großen Kräuterbüchern des Mittelalters wurde meist nicht zwischen dem Breitwegerich und Spitzwegerich unterschieden. In der Tat sind die Unterschiede zwischen den beiden Wegerichgewächsen bezüglich ihrer Inhaltsstoffe auch sehr gering. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurde der Wegerich u.a. gegen Blasen- und Nierenbeschwerden, Schwindsucht (Tuberkulose), Fallsucht (Epilepsie) sowie bei Fieber verwendet. Ebenso wurde er bei äußeren Beschwerden wie Warzen, Verbrennungen oder offenen Wunden empfohlen.
Zubereitet wurde der Spitzwegerich zu diesen Zeiten pur, als Spitzwegerichtee, in Wein gesotten sowie als gepressten Wasser. Verwendet wurden neben Blättern auch Wurzeln und Samen.
In der Naturheilkunde spielt der Spitzwegerich in der Naturheilkunde eine große Rolle. Die in dem Heilkraut enthaltenden Inhaltsstoffe können zahlreiche Beschwerden lindern. Hauptsächlich sind es Schleimstoffe, Gerbstoffe, Bitterstoffe und das Glykosid Aucubin, die die Heilwirkung des Spitzwegerich ausmachen.
In der Homöopathie wird Spitzwegerich zudem bei Schmerzen der Ohren und bei Zahnschmerzen verabreicht.
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) hat der Spitzwegerich ein sehr großes Anwendungsspektrum. Er wird als Kraut mit kühler Energie beschrieben. Spitzwegerich hat die Organe Lunge und Dickdarm, Nieren-Blase sowie Leber als Bezug.
Außerdem hat sich Spitzwegerich als so genanntes grünes Pflaster bewährt. Die Kieselsäure sowie die adstringierenden, blutungsstillenden und antiseptischen Inhaltsstoffe des Spitzwegerichs helfen, kleinere Schürfwunden zu versorgen, bakteriellen Entzündungen vorzubeugen und die Wundheilung zu fördern. Zu diesem Zweck wird ein sauberes Blatt eingerollt, so dass der Pflanzensaft austritt. Anschließend wird das Blatt auf die Wunde gelegt und mit einem Pflaster auf der Haut fixiert. Das Spitzwegerichpflaster kann auch bei juckenden Mückenstichen eingesetzt werden. Spitzwegerich unterbindet den Juckreiz und verhindert, dass an der Einstichstelle Entzündungen entstehen.
Auf die antiseptische Wirkung vertrauen auch einige Heilsalben. Außerdem eignet sich abgekühlter Spitzwegerichtee als Gesichtswasser bei unreiner Haut.
Nebenwirkungen
Es sind derzeit keine Nebenwirkungen beschrieben, die bei der innerlichen sowie äußerlichen Anwendung von Spitzwegerich bekannt wären.
Spitzwegerich und dessen Verwendung
Auch wenn die Blätter des Spitzwegerichs essbar sind und von Wildkräuterfans geschätzt werden, kommt Spitzwegerich weit häufiger als Heilpflanze bei Husten und Heiserkeit zum Einsatz. In diesem Zusammenhang wird Spitzwegerich in alten Schriften als Heilwegerich tituliert.
Spitzwegerich in der Küche
Kulinarisch ist Spitzwegerich wenig bekannt. Dabei sind die Blätter der Pflanzen reich an Vitamin C und lassen sich vielfältig verarbeiten. Besonders, wenn im Frühjahr die zarten Blätter austreiben, ist Spitzwegerich mit seinem leicht pilzartigen Geschmack eine interessante Zutat in Wildkräutersalaten. Am besten entfaltet sich der Geschmack in Kombination mit anderen essbaren Wildkräutern wie Gänseblümchen (Blüten und Blätter sind essbar), den Blättern von Sauerampfer, Kerbel, Giersch und Löwenzahn.
Ferner eignet sich Spitzwegerich, um Eierspeisen, selbstgemachten Kräuterquark oder Frischkäse mit Kräutern abzurunden. Wer experimentierfreudiger ist, kann Spitzwegerich in Wildkräuterpesto oder in grünen Smoothies (z.B. zusammen mit Spinat, Apfel, Banane, Feldsalat und Zitrone) verarbeiten. Damit der Geschmack von Spitzwegerich nicht zu dominant wird, sollten in einem Smoothie maximal drei Blätter püriert werden. Für ein Glas Pesto höchstens 8 Blätter - als Ergänzung zur Hauptzutat des Pestos, bspw. Löwenzahn, Petersilie oder Basilikum. Geerntet wird vom Frühjahr bis hinein in den Herbst.
Nutzung
In Mangelzeiten nach den beiden Weltkriegen und während der Weltwirtschaftskrise war Salat aus wildwachsendem Spitzwegerich ein beliebter Ersatz für unerschwingliches oder nicht erhältliches Grünzeug.
Ernten und sammeln kann man ihn am besten von Anfang April bis Ende August. Man findet ihn oft in kleinen Wiesen, an Äckern und Feldrändern, an den Wald angrenzenden Wegen und auf sehr kleinen Flächen in Ortschaften.
Nach Insektenstichen ist der Spitzwegerich, zerrieben und auf den Stich aufgetragen, kühlend respektive schmerzlindernd. Gleiches gilt für Brennnesselstiche.
 
Pflanzenkunde
Der Spitzwegerich zählt zur Pflanzenfamilie der Wegerichgewächse und wird zehn bis 50 Zentimeter hoch. Man findet ihn auf Wiesen, Äckern und an Wegrändern. Deutlich zu erkennen ist er an seinen langen, lanzettförmigen Blättern (bis zu 25 Zentimeter lang) mit deutlich sichtbaren, parallel angeordneten Blattadern. Die Blätter sind bodennah als Rosette angeordnet. Mittig entspringt der lange, dünne blattlose Stängel, der in einer kolbenförmigen Blütenähre endet. Eine auffällige Blüte entwickelt der Spitzwegerich nicht, lediglich weiß-gelbliche Staubgefäße dienen der Fortpflanzung.
Hinweis: Der Spitzwegerich kann leicht mit vielen anderen Wegericharten ver-wechselt werden. Doch keine Sorge: Alle Wegericharten sind essbar und nicht giftig.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Spitzwegerich ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 50 Zentimetern erreicht. Die reichverzweigte Wurzel kann bis zu 60 cm in die Tiefe reichen. Die in einer grundständigen Rosette stehenden Laubblätter sind ungestielt. Die einfache Blattspreite ist spitz, schmal und lanzettlich. Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Auf einem langen 5-furchigen Schaft steht ein dichter, walzenförmiger, ähriger Blütenstand. Die verhältnismäßig kleinen, unscheinbaren Blüten sind zwittrig. Der Spitzwegerich ist in ganz Europa heimisch und kommt auch in Asien und als Zuzögling in Amerika vor. Er wächst gerne auf Wiesen und an Wegrändern, auch im Ödland und an Gräben findet man ihn. Die ausdauernde Wurzel des Spitzwegerichs treibt im Frühling lanzenförmige Blätter aus. Diese Blätter wachsen vom Boden aus direkt nach oben, sie sind schmal und vorne spitz. In den Blättern verlaufen fünf Blattadern. Etwas später, ab Mai, treibt der kantige Stängel aus. Er wächst senkrecht und ohne Verzweigungen nach oben und trägt an der Spitze eine bräunliche Blüte in Ährenform. Aus dieser Blütenähre entwickeln sich später Früchte mit Kapseln, die jeweils zwei Samen enthalten.
 
Aussäen und pflegen
Spitzwegerich ist vornehmlich eine Wildpflanze, die aufgrund der hohen Nachfrage zu medizinischen Zwecken vermehrt gezielt angebaut wird. Dadurch das Wildgärten oder auch Kräutergärten bei einigen Gartenfreunden beliebter werden, wird auch der Spitzwegerich gelegentlich kultiviert. Der Spitzwegerich ist im Allgemeinen eine recht anspruchslose Pflanze und lässt sich leicht anbauen.
Standortbedingungen: Spitzwegerich bevorzugt sonnige Standorte, gedeiht jedoch, mit einigen Einschränkungen in der Wuchshöhe, auch im Halbschatten. Die Böden sollte locker, humos, nährstoffreich und stets leicht feucht sein. Am besten eignen sich mittelschwere Böden, die ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Lehm und Sand aufweisen. Zu lehmhaltige Böden (schwere Böden) sollten mit Zuschlagstoffen wie Quarzsand oder Bims gelockert werden, da sonst immer die Gefahr der Staunässe besteht. Bevorzugt werden zudem kalkarme Erden mit leicht saurem pH-Wert.
Aussaat und Anbau: Die beste Zeit für die Aussaat ist das Frühjahr zwischen Ende März und Mitte April. Der Spitzwegerich sollte etwa daumennageltief (ca 1,5cm) in den Boden eingearbeitet werden. Nach der Aussaat sollte leicht bewässert werden. In der Regel erscheinen die Keimlinge nach etwa 10 bis 14 Tagen nach Setzen des Saatguts. Bei der Aussaat oder Anpflanzung gilt zu beachten, dass Spitzwegerich ziemlich tiefe Wurzellagen ausbildet. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte mindestens ein Abstand von 20 cm eingehalten werden, da sonst eine verstärkte Nährstoffkonkurrenz auftritt und die Pflanzen sich gegenüber Schädlingen angreifbar machen. Der Anbau auf dem Balkon ist relativ schwierig.
Düngung: Über das Jahr sollten nur wenige Düngergaben verabreicht werden. Häufig genügen vor der Aussaat einige Gaben von Kompost. Zu Beginn des Sommers kann mit Kräuterjauchen (Brennesseljauche) oder Stickstoff-Kalium-Düngern gedüngt werden, jedoch sollten hier nur spärliche Gaben verarbeitet werden. Zuviel Dünger führt unter Umständen dazu, dass die Ernte sogar geringer ausfallen kann. Nach der Ernte kann auch eine Gründüngung mit z.B. Lupine empfohlen werden.
Gießen: Unter normalen Wetterbedingungen sind keine besonderen Wassergaben notwendig. Spitzwegerich ist eine sehr tolerante Pflanze und hält längere Trockenphasen aus. Lediglich am Hochsommer sollte an den Abendstunden mäßig gegossen werden. Spitzwegerich zeigt meist von selbst, wann Wasser benötigt wird. Die Blätter kräuseln sich etwas am Rand und die Sputzen neigen Richtung Boden.
Vermehrung: Spitzwegerich kann sowohl einfach über Samen als auch über die Teilung der Mutterpflanze vermehrt werden. Die Samen lassen sich nach der Fruchtreife recht einfach aus dem ährigen Fruchtstand ausklopfen.
Krankheiten und Schädlinge: Relativ häufig können Blattläuse beobachtet werden, die den Saft des Spitzwegerich aussaugen. Spitzwegerichpflanzen sind recht widerstandsfähig, so dass gelegentliches Abbrausen mit einer feinen Gartenbrause meist ausreicht. Gelegentlich tritt Mehltau auf, was jedoch im Garten meist die Folge von zu häufigem Gießen oder zu engen Pflanzabständen ist. Stehen die Pflanzen zu dicht, sollte unbedingt ausgedünnt werden. Stark befallene Pflanzen sollten von anderen weniger befallenen Kräutern getrennt werden. Brennnesseljauche oder ein Ackerschachtelhalmextrakt können helfen, Mehltaubefall zu mindern.
Überwinterung: Es müssen keine besonderen Vorbereitungen getroffen wer-den. Spitzwegerich überwintert mit seinen Speicherorganen im Boden und treibt im Folgejahr wieder aus.
 
Sammeltipp
Die Spitzwegerichblätter sammelt man bei sehr trockener Witterung an Stellen, wo keine verkehrsreichen Straßen in der Nähe sind. Natürlich sollte man, wie bei allen anderen Pflanzen, nur soviel sammeln, dass der Pflanzenbestand nicht darunter leidet. Wichtig ist, dass man die Blätter sehr sorgsam und zügig trocknet. Am besten fädelt man die Blätter auf eine dünne Schnur und lässt sie an luftiger Stelle möglichst schnell trocknen. Wenn die Blätter zu lange zum Trocknen brauchen, neigen sie dazu, schwarze Flecken zu bekommen und sind dann unbrauchbar.

Bachblüten
Man ist innerlich gespannt, verhärtet (Beech)
Diese sind innerlich angespannt und ebenfalls verhärtet
Mit der Blüte können sie die Anspannung und Verhärtung hinter sich lassen
Bachblüten
Willig, fügsam, servil bis unterwürfig (Centaury)
Diese sind sehr willig, zu fügsam und von untertänig bis hin zur Unterwürfigkeit
Hier kann Centaury helfen auch einmal wiederwillig zu sein, nicht fügsam und selbständig
Kochen mit Kräutern
Kräuter sorgen für Frische, Geschmack und Abwechslung in der Küche. Jedes besitzt ein typisches Aroma.
Kräuter und Gewürze sind die Seele der Kochkunst. Mit Bedacht eingesetzt, machen sie ein Alltagsgericht zu einer wahren Gaumenfreude. Wichtig beim Kochen ist die Frische.
Ob zu Hause im Garten, am Fensterbrett in der Küche oder auch aus der Tiefkühltruhe. Gewürzkräuter sollten in keinem guten Haushalt fehlen. Neben ihren einzigartigen Aromen, spenden sie wertvolle Mineralstoffe und Vitamine, die unser Immunsystem fit und gesund halten. Kochen mit Kräutern verleiht ihren Gerichten das gewisse Etwas – wir haben für Sie die besten Tipps & Tricks für die gesunde Kräuterküche zusammengefasst.
Am besten ist es natürlich, wenn man seine Gewürzkräuter frisch im Garten oder am Fenstersims erntet. Denn die meisten Mineralstoffe und Vitamine stecken in frischen Kräutern. Frische Kräuter sind mittlerweile das ganze Jahr über im Supermarkt und auf Wochenmärkten erhältlich.
Tipp: Achten Sie beim Einkauf frischer Kräuter darauf, dass die Kräuter eine Frische, satte grüne Farbe haben. Die Stängel sollten fest und die Blätter kräftig sein.
Um sicher zu sein das die Kräuter auch gut schmecken, zerreiben sie ein paar Blättchen davon zwischen den Fingern und riechen daran. Wenn die Kräuter einen intensiven Geruch verströmen sind sie frisch und haben ein gutes Aroma.
Zubereitung von Kräutern
Vor der Zubereitung Kräuter im kalten Wasser abspülen, dann trocken tupfen.
Um Kräuter zu schneiden sollten man statt eines Holzbrett (das Holz saugt nämlich die Kräuter-säfte auf) besser eine Arbeitsplatte aus Kunststoff oder auch aus Marmor benutzen. Wenn gar nichts anderes zur Verfügung steht, dann das Holzbrett vorher mit kalten Wasser abspülen und nicht abtrocknen.
Kräuter erst kurz vor dem Garen hinzugeben! Damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben, sollten sie so wenig wie möglich erhitzt werden.
Bei manchen Kräutern gilt: weniger ist mehr! Nicht zu viel davon in die Gerichte geben, sonst geht der typische Eigengeschmack von Fisch oder Fleisch verloren.
Unterscheiden sie zwischen Weich- und Hartkräuter: Weichkräuter wie Petersilie und Schnittlauch entfalten ihren Geschmack beim Kochen sehr schnell. Hartkräuter wie Rosmarin oder Thymian erst nach 5 bis 10 Minuten. Auf das Mischen von Hart,- und Weichkräutern lieber verzichten. Bei langen Garzeiten haben die Weichkräuter bereits ihren Geschmack verloren.
Besonders feine Kräuter wie Dill oder Kerbel sollten sie nie mitkochen. Fügen Sie die Gewürze immer erst zum Schluss hinzu. Bei robusteren Sorten wie Rosmarin oder Thymian geben Sie schon eine Hälfte während des Garnes hinzu, die andere Hälfte zum Schluss der Kochzeit.

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