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ANGELIKA
Die Arznei-Engelwurz oder Echte Engelwurz ist eine Pflanzenartinnerhalb der Familie der Doldenblütler. Sie ist in den kühlgemäßigten bis subarktischen Breiten auf der Nordhalbkugel weitverbreitet und wird in der Volksmedizin verwendet. Sie sollte nicht mit dem Riesen-Bärenklau verwechselt werden. Die mannshohe Angelika ist eine alte Heilpflanze aus dem Norden. Früher stand sie in jedem Garten, inzwischen findet man sie jedoch häufiger verwildert als in Hausgärten. Sie gehört zur großen Familie der Doldenblütler und ist eine von den großen Vertretern dieser Familie. Trotz der Größe besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling. Sie sieht auch dem Kümmel oder Anis sehr ähnlich. Man sollte die Pflanze also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt. Die Angelika hat einen angenehmen aromatischen Geruch und einen süßen Geschmack. Es gibt noch weitere Angelika-Sorten, insbesondere in der Chinesischen Medizin z.B. chinesische Angelika und Taiwan Angelika, diese sind aber keine Alternative zur heimischen Angelika. Die Angelika wird in Deutschland, Frankreich und Belgien landwirtschaftlich angebaut.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antiseptisch,  abwehrsteigernd,  blähungstreibend (karminativ),  galletreibend (cholagog), kraftspendend, krampflösend (spasmolytisch),  magensaftfördernd, Appetitlosigkeit, Appetitmangel, Blähungen, Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszustände, Kreislauf stabilisierend, Migräne, Rheuma, Gicht, Leberschwäche, Magen-Darm-Krämpfe, Magenschwäche, Magersucht (Anorexie), Menstruationsbeschwerden,  Verdauungsprobleme, Verstopfung, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Angelica archangelica L.
volkstümliche Namen: Artelkleewurz, Brustwurz, Dreieinigkeitswurzel, Edle Angelika, Engelwurz, Engelswurz, Engelbrustwurz, Gartenangelik, Geistwurz, Giftwürze, Glückenwurzel, Gölk, Heiligenbitter, Heiligengeistwurz, Heiligenwur-zel, Luftwurz, Theriakwurz, Waldbrustwurz, Zahme Angelika, Zahnwurzel
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Angelica
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter, Samen
Gegenanzeigen: nicht bei Schwangerschaft
Nebenwirkungen: Erhöht die Empfindlichkeit für Sonnenlicht.
Anwendungsdauer:3 Wochen, länger nur bei medizinischer Betreuung.
Tages-Dosis: Wurzel 4 Gramm, Extrakt 2 Gramm
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Angelicin, Bergapten, Bitterstoffe, Furanocumarine, Imperatorin, Pentadecanolid, Umbelliferon, Xanthotoxin
Sammelzeit: Wurzel: zeitiges Frühjahr oder Spätherbst, Blätter: Vor der Blüte
Samen: Oktober-Dezember
 
Wirkung
Die Inhaltsstoffe entfalten schon im Mund ihre Wirkung, im Mund beginnt Speichel zu fließen. Im Magen werden Verdauungssäfte freigesetzt und die Gallenblase gibt ihre Gallenflüssigkeit frei. Auf dem Weg durch die Verdauungsorgane wirken die verschiedenen Wirkstoffe direkt am Ort der Probleme. Einige Inhaltsstoffe (Furanocumarine) erhöhen die Empfindlichkeit für Sonnenlicht und können bei empfindlichen Menschen eine Entzündung der Haut und Ekzeme verursachen.
 
Anwendung
Für einen Tee nimmt man einen halben TL trockene Wurzel auf eine Tasse Wasser. Der Tee wird kalt angesetzt, dann kurz aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen. Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen. Auch als Tinktur ist die Angelika geeignet. Von der Tinktur nimmt man 2-3 mal täglich 20 Tropfen. Statt der Wurzel kann man die sanfter wirkenden Samen oder getrockneten Blätter benutzen.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Ist vor allem der Wurzelstock, der im Spätherbst des 2. Jahres nach erfolgter Aussaat ausgegraben wird. Die sorgfältig gesäuberten Wurzeln sollen zur Vermeidung des Verlustes an Aroma niemals in künstlicher Wärme getrocknet werden. Der Wurzelstock wird in der Regel der Länge nach gespalten, die Wurzeln oft zu Zöpfen geflochten und luftig am besten auf zugigen, rußfreien Dachböden aufgehängt.
Die Blätter werden vor und noch zu Beginnen der Blüte gesammelt und im Schatten getrocknet.
Die Samen sind im Spätherbst (November bis Anfangs Dezember) zu sammeln und vorsichtig zu trocknen. Das ätherische Öl der Blätter und Samen gilt als noch einer als das der Wurzel.
Heil- und Wirkstoffen
Verzeichnen wir Harz, Wachs, Bitterstoff, an organischen Säuren die Angelikasäure, ferner Apfel-, Baldrian-, Essig-, Oxal- und Bernsteinsäure, ferner Cumarinformen wie das Angelicin, nicht zuletzt Pektin, Rohrzucker und ein ätherisches Öl mit einem sehr gewürzhaft-aromatischen Geruch.
Heilwirkung
Eine Abart unserer europäischen Angelikawurzel wurde bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, als Nierenmittel, als Herz- und Kreislaufmittel bereits im Kräuterbuch des Kaisers Shing-nong (3.500 v. Chr.) sehr gepriesen. Tang-Kuei wurde sie genannt und der Name blieb bis heute im ganzen Fernen Osten. Die europäischen Arten der Angelika sind in den nordischen Ländern seit den ältesten Zeiten Kulturpflanzen und wurden auch als pflanzliche Nahrung verwendet. Die Lappen bereiten aus den aufgeblühten Dolden, mit kochender Rentiermilch übergossen einen Brei. Dieser topfenartige Brei wird in Tentierdärme gefüllt und diese zum Trocknen aufgehängt. Nach Wochen und Monaten werden die Därme in Scheiben geschnitten und gilt diese wohlschmeckende, käseartige Speise als sehr verdauungsfördernd. War die Angelikawurzel im Mittelalter eine berühmte Heilpflanze, so wurde sie in den Pest- und Cholerazeiten zur wahren Engelwurz.
Die Angelikawurzel wird somit bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, hauptsächlich als Mittel gegen Blähungen (Carminativum) und als appetitanregendes Mittel (Stomachicum) verwendet. Daneben werden sehr gute Heilerfolge erzielt bei Magenkatarrh bzw. Magenentzündung (Gastritis), Darmentzündung (Enteritis), Dickdarmentzündung (Colitis), bei Aufgeblähtheit des Bauches durch Gase (Meteorismus) und sogar bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulcus Ventriculi, bzw. Ulcus duoddeni) im Anfangsstadium. (Dr. Madaus). Daneben können wir auch von einer Förderung der Nierentätigkeit berichten, die durch das ätherische Öl ausgelöst wird.
Die Aufzählung der Heilkräfte dieser Wurzel ist aber noch nicht erschöpft, denn abschließend müssen wir noch berichten, dass sie auch als auswurfförderndes Heilmittel bei allen Katarrhen, Lungen- und Halsleiden sehr gute Dienste leistet.
Man kann die Wurzel getrocknet als Tee oder gepulvert verwenden. Bei der Teebereitung nehmen wir 1TL voll der kleingeschnittenen Wurzel, die man mit 1 Tasse Wasser kalt ansetzt und nach einer Weile ganz kurz aufkocht. Sehr wirkungsvoll ist auch der kalte Ansatz: am Abend kalt ansetzen, am Morgen abseihen und den abgeseihten Ansatz etwas anwärmen und schluckweise trinken. Von der gepulverten Wurzel nehmen wir 1 Messerspitze Pulver, 3-4mal täglich. Die Anwendung der Wurzel als Kräuterbad bei rheumatischen Beschwerden sowie bei nervösen Erschöpfungszuständen, hat sich gut bewährt.
Aus der Wurzel wird auch ein Destillat, der Angelika Spiritus hergestellt, leider immer seltener zu erhalten. 10-15 Tropfen, 2-3mal täglich eingenommen, sind ein innerliches antiseptisches und krampfwidriges Mittel, äußerlich wiederum als sehr gutes Einreibungsmittel bei rheumatischen Schmerzen zu gebrauchen.
Die Angelikasamen – 1TL für 1 Tasse im Aufguß, nach Bedarf – sind ein schweiß- und urintreibendes Heilmittel.
Die Blätter werden als Tee, sowie der Wurzeltee verwendet und dienen als Beigabe bei der Herstellung von magenstärkenden Kräuterschnäpsen.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der frische Saft wird mehrmals auf Geschwüre und Abszesse geträufelt, worauf die-se heilen.
Bei typhusartigen Durchfällen, kaue man fleißig die Wurzel.
Die Entzündungen des Brust- und Rippenfelles wird in der Volksheilkunde die Wurzel der Angelika als Tee oder als Einreibung verwendet.
Bei Kinderkrämpfen gebe man den Kindern Anglikatee schluckweise ein.
Bei Alkohol- oder Nikotinvergiftung verwendet die Volksheilkunde einen Teeabsud von der Angelikawurzel.
Um die Wirkung zu erhöhen verwendet die Volksheilkunde bei Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfen und Magenschwäche einen Mischtee mit Wermut oder mit Enzian. Bei Stuhlverstopfung eine Mischung mit Faulbaumrinde zu gleichen Teilen, jeweils 1TL der Mischung für 1 Tasse im Aufguss, 1-2 Tassen am Tage zuckerlos, schluckweise getrunken.
ANGELIKAWEIN: 602g Angelikawurzel; fein geschnitten, mit 1 Liter Weißwein durch 1-2 Tage ansetzen. Nach 24 bzw. 48 Stunden 2g Anis dazugeben und wieder 1-2 Tage ziehen lassen und schließlich abseihen. Bei Magen- und Verdauungsbeschwerden trinke man 1-2mal am Tag 1EL von diesem Wein.
Anwendung in der Homöopathie
Angelica, dil D 1-3, 3mal täglich 10-15 Tropfen werden in der Homöopathie gegen Verschleimung der Lunge und des Magens, gegen Schlaflosigkeit nervöse Beschwerden, Hysterie, bei asthmatischen Beschwerden und bei Gicht und Rheuma empfohlen.
Anwendung in der Tiermedizin
Angelikawurzeln als Tee eingegeben oder in kleinsten Mengen in das Futter eingestreut, verwendet man bei den Haustieren bei Krämpfen, Nervenstörungen und bei Verdauungsschwäche.
 
Nutzung
Verwendung finden vor allem die unterirdischen Pflanzenteile, die Bitterstoffe und ätherische Öle enthält, also zu den Amaradrogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell bzw. antibiotisch und regt die Magensaft- und Bauchspeicheldrüsen-Sekretion an. In der Volksmedizin wird das ätherische Öl aus den Wurzeln innerlich bei Schlaflosigkeit und äußerlich bei Rheuma und Neuralgien angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch. Das Öl aus Wurzeln und Samen ist Bestandteil von Kräuterlikören und Bitterschnäpsen, wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kanndierte Stängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist auch Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks. Mit den Früchten werden Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert. Madaus nennt auch einen Choleralikör. Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit anderen Doldenblütlern, etwa dem giftigen Gefleckten Schierling. Der kommerzielle Anbau erfolgt vorwiegend in Polen, den Niederlanden und Deutschland, in geringerem Ausmaß auch in Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz und Tschechien. Angebaut werden vornehmlich Landrassen, die der Varietät sativa der Unterart archangelica zugerechnet werden und die manchmal als eigene Art Angelica sativa bezeichnet wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im Oktober und November des zweiten Anbaujahres nach Eintritt der Vegetationsruhe. Die Erträge liegen zwischen 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar. Der Sage nach zeigte ein Engel den Menschen die Pflanze, daher der Name. Die Lappen essen sie noch heute, bei den Grönländern sei sie nach Rikli fast die einzige pflanzliche Kost. Madaus empfiehlt besonders die frische, im Frühjahr gegrabene Wurzel der Pflanze, von ihm zitierte Autoren z.T. auch Kraut und Samen. Die Ärzte der Renaissance lobten die Hilfe der Engelwurz gegen die Pest, Paracelsus auch bei inneren Infektionen, als Herzmittel und bei Blähungen. Nach Lonicerus treibt sie Gift aus, wärmt u.a. bei Bauch- und Brustaffektionen, der Geruch soll das Herz stärken. Matthiolus schloss Fisteln mit dem Wurzelsaft. Hufeland verordnete Angelica bei Schwächezuständen während Typhus, Dysenterie, Peripneumonie und Nervenfiebern, Renner bei Hydrops, von Schwarz bei Febris puerperalis putrida, Clarus als Antiparalytikum und Stomachikum. Kneipp berichtet Erfolge bei Ruhr und Cholera, das Pulver reinige Magen und Darm, aber auch die Lunge und wirke wundheilend, bei Kolik, Unterbauchschmerzen, Hals- und Kehlkopfbeschwerden. Nach Leclerc helfen Aufguss oder Tinktur vor jeder Mahlzeit bei Appetitlosigkeit. Die Volksmedizin schätzt Engelwurz als schweißtreibendes, magenstärkendes, katarrh- und krampflösendes Mittel, in der Schweiz als Antidot und bei zähem Schleim. Kommission E empfiehlt Angelicawurzel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Droge bzw. 10-20 Tropfen ätherisches Öl. Kontraindikationen und Interaktionen sind nicht bekannt. Die enthaltenen Furanocumarine wirken UV-sensibilisierend.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Angelika ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie Blätter am Boden aus und im zweiten Jahr wächst sie hoch und blüht. Im blühenden Zustand wird die Angelika bis zu 2m hoch. Wie andere Doldenblütler bestehen ihre Blüten aus Dolden, die bei der Angelika eher rund als flach sind. Da sie nur sehr langsam keimt, ist es nicht so einfach, sie anzubauen. Wenn sie sich in einem Garten jedoch eingelebt hat, sät sie sich auch von selbst aus und kommt dann immer wieder.
Botanik
Als Doldengewächs hat die Angelika eine gewisse Ähnlichkeit mit Kümmel oder Anis. Der Stängel ist eine runde, gerillte, hohle, durch einen Wachsüberzug bläulich bereifte Röhre, bis zu 2m Höhe erreichend. Nach oben ist bei Stängel ästig verzweigt. Die unteren Blätter sind sehr groß, zwei- bis dreifach gefiedert, auf der Unterseite bläulich-grün. Die oberen Blätter sind bedeutend kleiner und einfach fiederteilig.
Die Blüten auf den Doldenstrahlen sind grünlich-weiß und duften honigartig. Die Doldenstrahlen haben kurze, borstige Hüllblättchen.
Die Farbe des Wurzelstockes ist braun bis rötlich-braun, der Geruch ist stark würzig, angenehm, der Geschmack ist süßlich, dann scharf und bitter.
Blütezeit
Juli und August
Standort
Selten als Wildpflanze, zerstreut auf feuchten Wiesen vorkommend, sowie an Flussläufen der deutschen Tiefebene. Weiter nördlich häufiger in den skandinavischen Gebirgen. Eine nordische Pflanze, die heute sehr viel angebaut wird. Anbaugebiete sind hauptsächlich in Deutschlang, Belgien, Frankreich, vereinzelt auch in Holland.
 
Ernte
Bei der Ernte sollten Handschuhe getragen werden, weil die Pflanzensäfte die Haut stark reizen. Die Wurzeln dürfen nicht bei Wärme oder im Backofen getrocknet werden, so sonst die wertvollen ätherischen Öle verdunsten. Gut geeignet ist ein trockener und luftiger Dachboden. Die Blätter erntet man vor der Blüte und trocknet diese sanft ohne zu erhitzen. Die Samen werden im Spätherbst oder frühen Winter geerntet und werden ohne starke Wärme oder gar Hitze sanft nachgetrocknet.
Die Arznei-Engelwurz ist eine sommergrüne, zwei- bis vierjährige, nur einmal blühende Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 1,2 bis 3 Meter, selten nur 50 Zentimeter. Sie besitzt eine dicke, manchmal gegabelte Pfahlwurzel, die bei Wildpflanzen oft rübenförmig ausgebildet ist, bei Kulturpflanzen meist kurz und mit vielen Adventivwurzeln besetzt ist. Der aufrechte Stängel ist zumindest an seiner Basis stielrund, schwach gerillt, innen markig-hohl, oben verzweigt und schmeckt sowie riecht würzig. Die grundständigen Laubblätter sind lang gestielt. Die Stiele der oberen Stängelblätter sind als weite, knospenumfassende Blattscheiden ausgebildet und haben eine weniger stark zerteilte Spreite als die unteren. Die meisten Blätter sind zwei- bis dreifach gefiedert, ihre Spreite ist hellgrün und oft 60 bis 90 Zentimeter lang. Die einzelnen Fiederabschnitte sind 5 bis 8 Zentimeter lang, eiförmig sowie am Rand grob und unregelmäßig gezähnt. Die Endfieder an der Blattspitze ist dreispaltig – im Gegensatz zur Wald-Engelwurz. Die Blattstiele sind rund und hohl. Die Blattscheiden sind fast ganz krautig bzw. häutig.
Die endständigen, halbkugeligen, doppeldoldigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die Doldenstiele sind nur in den obersten Bereichen behaart. Es gibt 20 bis 40 Doldenstrahlen, sie sind mindestens an den Innenseiten rauhflaumig. Eine Doldenhülle ist meist nicht vorhanden. Die Hüllchenblätter sind zahlreich, von lineal-pfriemlicher Form und kürzer als bis gleich lang wie das Döldchen. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchzähne sind undeutlich ausgebildet. Die fünf grünlich-weißen bis gelblichen Kronblätter sind nicht genagelt und bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimeter sowie einer Breite von 0,75 bis 1,25 Millimeter elliptisch und oben in eine ein-gebogene Spitze verschmälert. Die Griffel sind während der Anthese kurz. Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die blassgelbe Spaltfrucht, in dieser Familie auch Doppelachäne genannt, ist bei einer Länge von 5 bis 8 Millimeter sowie einer Breite von 3,5 bis 5 Millimeter breit-elliptisch. Die rückenständigen Hauptrippen sind fädlich bis leicht gekielt und leicht vorspringend. Die Randrippen sind flügelig ausgebildet und relativ dick. Die Ölstriemen sind zahlreich, klein und umgeben das Nährgewebe ringförmig. Die Griffel sind zur Fruchtreife zurückgebogen, bis 2 Millimeter lang, dabei doppelt so lang wie das Griffelpolster.
 
Geschichte
Die Angelika wurde nicht nur als Heilmitteln, sondern auch als Nahrungsmittel genutzt. Dazu wurden die Samen mit Milch in Därmen als eine Art gewürzte Käsewurst verarbeitet, die lange lagerbar war. In Zeiten der Cholera und Pest war die Angelika ein wichtiges Heilmittel. Bauern setzten die Wurzeln auch bei ihren Tieren ein, um Koliken und andere Verdauungsprobleme zu heilen.

SABADILLE tt
Sabadill, auch Sabadill-Läusekraut; Läusesabadill oder Mexikanisches Läusekraut genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Germergewächse.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Giftig. Nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden. Früher gegen Läuse verwendet
wissenschaftlicher Name: Schoenocaulon officinale
Verwendete Pflanzenteile: Samen
 
Anwendung
Achtung! Giftig. Sabadille nur in Fertigpräparaten, homöopathisch oder äußerlich anwenden.
Sabadill-Samen wurden früher medizinisch eingesetzt bei Neuralgien, rheumatischen Leiden und Hypochondrie. In der Tierheilkunde wurden die von den Fruchtschalen befreiten Samen äußerlich als Pulver und in Salben gegen Ungeziefer verwendet. Essigsaure Extrakte der Sabadill-Samen haben eine insektizide Wirkung. Daher kann ein Sabadillessig als alternatives Bekämpfungsmittel gegen Kopfläuse verwendet werden. Es besteht dabei die Gefahr einer Aufnahme der Alkaloide durch die Haut, insbesondere wenn sie verletzt ist, was zu Vergiftungserscheinungen führen kann. In der Homöopathie wird Sabadill in potenzierter (verdünnter) Form vorwiegend bei Fließschnupfen und Niesanfällen eingesetzt, zum Beispiel bei Heuschnupfen. Die Aufbereitungskommission D beim ehemaligen Bundesgesundheitsamt (BGA) nennt in ihrer Monographie als Anwendungsgebiete: Entzündungen der Atemwege, des Magen-Darm-Kanals; Kreislaufschwäche. Mit der Monografie Schoenocaulon officinale ist die Qualität der Droge sowie die Herstellung der Urtinktur und ihrer Verdünnungen im Homöopathischen Arzneibuch festgelegt und somit offizinell.
 
Pflanzenbeschreibung
Schoenocaulon officinale wächst als ausdauernde krautige Pflanze mit einem unterirdisch zwiebelartig gestauchten Spross als Überdauerungsorgan. Ihre grasähnlichen Laubblätter sind schmal, aufrecht und bis etwa einem Meter lang. Über die Blättern hinaus ragt der Blütenstandsstiel, der einen 30 bis 50 Zentimeter langen traubigen Blütenstand mit zahlreichen Blüten trägt. Die Blüten sind dreizählig mit sechs gelblichen  Blütenhüllblättern. Sie bilden etwa 1cm lange, bräunliche, dreispaltige Kapselfrüchte, die bei der Reife aufspringen und zahlreiche Samen entlassen. Die Samen sind glänzend schwarzbraun, länglich, kantig, am oberen Ende verschmälert und geruchlos; sie haben unter der Samenschale einen weißlichen harten Kern, welcher brennend scharf und bitter schmeckt.

BACHBLÜTE LARCH
Ich bagatellisiere meine Leistungen                      
Diese bagatellisieren ihre Leistungen
Mit der Bachblüte können sie das herunterspielen von sich lösen
BACHBLÜTE MIMULUS
Du hast Angst vor Dingen, die sie benennen können (z.B. von Krankheit, Schmerzen, Unfall, neuen Situation)  
Sie haben Angst vor Dingen, die sie konkret benennen können, wie z.B. Krankheiten, Schmerzen, Unfälle oder gar neue Situationen
Mimulus hilft diese Ängste herunter zu fahren und nüchterner zu sehen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Gartengemüse
KÜRBIS
Wir haben heute keine genaue Kenntnis darüber, von welcher Kürbisart Hildegard von Bingen in ihren Werken spricht. Der Speisekürbis, den wir heute kennen, kam erst nach der Entdeckung Amerikas zu uns nach Europa. Vermutlich handelt es sich bei dem von Hildegard genannten Kürbis um eine melonenartige Sorte, die ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet war. Sie schreibt: „Kürbisse sind trocken und kalt. Sie wachsen von der Luft. Für Gesunde und Kranke sind sie gleichermaßen gut zu essen.“
LINSEN
Linsen spielen in der Hildegardküche praktisch keine Rolle. Erst die Römer brachten sie nach Mitteleuropa, wo sie zunächst in Klostergärten angebaut wurden. In vielen Ländern Asiens und des Mittelmeerraums tragen Linsen jedoch wesentlich zur Versorgung mit Eiweiß und Kohlenhydraten bei. Außerdem enthalten sie Vitamin A, B-Vitamine, Eisen, Phosphor und Kalium.
MEERRETTICH
In der Hildgardmedizin wird der Meerrettich aufgrund seines Gehalts an natürlichem Antibiotikum AllylIsothiocyanat geschätzt, das gegen Viren, Bakterien und Pilze wirkt. Meerrettich wird daher vorbeugend gegen grippale Infekte angewendet.

Kalte Wickel
Kalte Wickel können je nach Dauer der Anwendung ganz unterschiedliche Wirkungen hervorrufen:
Sie bewirken ein Entziehen von Körperwärme und werden z.B. bei Entzündungen, höherem Fieber oder bei Verstauchungen angewendet. Der Wickel wird möglichst kalt und relativ naß angelegt. Er bleibt so lange auf der Haut, bis er sich auf Körpertemperatur erwärmt hat (in der Regel dauert es ca. 20 Minuten). Danach wird er abgenommen und der Vorgang ggf. wiederholt.
Will man mit dem Wickel Wärme erzeugen (wärmestauend), um die Durchblutung zu steigern (z.B. bei Kopfschmerzen oder Gefäßkrämpfen) und den Stoffwechsel anzuregen, so wird das Tuch gut ausgewrungen angelegt und erst nach Eintreten der Erwärmung abgenommen. Das dauert ca. 45-75 Minuten. Der Patient sollte jedoch nicht ins Schwitzen kommen. Durch diese Maßnahme werden mit dem Blut auch mehr Abwehrstoffe an die kranke Stelle transportiert.
Beabsichtigt man mit dem Wickel eine schweißtreibende Wirkung zur stärkeren Anregung des Stoffwechsels (z.B. bei Fettsucht) oder zur Entschlackung des Körpers (z.B. bei Infektionskrankheiten), so wartet man wartet man, bis es beim Patienten zum Schweißausbruch kommt. Das ist etwa nach ½ - 2 Stunden der Fall. Danach bleibt der Wickel noch weitere 30 Minuten auf der Haut. Die Reaktion kann durch das Trinken heißer Getränke noch verstärkt werden.

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