Direkt zum Seiteninhalt
LAUCHZWIEBEL
Die Lauchzwiebel dürfte den meisten aus der Gemüsetheke des lokalen Supermarktes bekannt sein. Lecker sind die röhrenformigen Blätter als Schnittlauchersatz und fein die zarten Zwiebelchen. Die Lauchzwiebel ist aber nicht nur ein wunderbares Gemüse, gekocht oder im Salat, sie ist auch eine wertvolle Heilpflanze, die das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet. Die Heilkraft reicht von Krebsvorbeugung, Cholesterinsenkung, über Stärkung von Magen und Darm, hin zu antibakterieller und fiebersenkender Wirkung. Als Winterzwiebeln werden auch Herbstaussaaten der Speisezwiebel bezeichnet, die eine normale Zwiebelbilden, aber weder schalenfest noch gut lagerbar sind.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Stärkung der Gesundheit, Verdauung
Heilwirkung: antibakteriell, antibiotisch, antiseptisch, appetitanregend, cholesterinsenkend, entwurmend, fiebermildernd, fungizid, harntreibend, krebsvorbeugend, magenstärkend, schleimlösend
Anwendungsbereiche: Bienenstiche, Blutarmut, Brustleiden, Darmkolik, Eiterbeulen, Erfrierungen, Fiebermittel, Halsentzündung, Heiserkeit, Insekten, Kopfschmerzen, Krebsvorbeugung, Magen, Verbrennung, Verdauung, Wespenstiche, Würmer
wissenschaftlicher Name: Allium fistulosum
Pflanzenfamilie: Zwiebelgewächse = Alliaceae
englischer Name: Japanese bunching onion, Spanish Onion, Welsh onion
volkstümlicher Name: Frühlingszwiebel, Jacobslauch, Jungzwiebel, Lauchzwiebel, Schlottenzwiebel, Schnittzwiebel, Winter-Zwiebel
Verwendete Pflanzenteile: röhrige Blätter, Blüten, Zwiebeln
Inhaltsstoffe: Alliin, ätherische Öle, Gerbstoffe, insulinähnliche Stoffe, Mineralien, Schwefelverbindungen, senfölähnliche Glykoside, Vitamine
Sammelzeit: März - November
 
Anwendung
Nahrung
Die Anwendung erfolgt erfreulicherweise in der Nahrung. Die Blätter kann man wie Schnittlauch verwenden. Die weißen feinen Zwiebelchen, wie normale Zwiebeln einsetzen. Die Blüten als essbare Dekoration im Salat.
Umschläge
Zerquetschte Blätter und Zwiebeln können als Breiumschläge gegen Hautkrankheiten, Bienen- und Wespenstichen eingesetzt werden.
Saft
Der Saft soll Insekten vertreiben. Auch der frische Saft hilft bei Bienen- und Wespenstichen.
Küche
Die Verwendung der Winterzwiebel ist der der Speisezwiebel ähnlich, jedoch ist der Geschmack (bis auf die Blätter) weniger stark. Die Blätter hingegen schmecken deutlich stärker als Zwiebeln oder Schnittlauch. Winterzwiebeln werden frisch geschnitten als Gewürz oder gekocht gegessen. Die Blätter können auch als Ersatz für Schnittlauch verwendet werden, etwa in Salaten oder Suppen. Auch die Samen lassen sich in der Küche als Gewürz einsetzen. Sie werden ungefähr im Juli aus den Samenkapseln geerntet. Man sollte sie als ganze Samen kühl und dunkel zum Beispiel in einer Gewürzmühle lagern, da das Aroma sehr flüchtig ist.
Konserven
Silberzwiebeln werden gleichermaßen aus Winterzwiebeln und aus Speisezwiebeln hergestellt.
 
Geschichtliches
Die Urform dürfte aus Russland oder Nordwestasien stammen, diese Urform wurde über viele Jahrhunderte in die heutige Lauchzwiebel kultiviert, von der es viele Varianten gibt. Von Asien aus eroberte sie die ganze Welt, da sie als besonders schmackhaftes und gesundes Gemüse früh im Jahr geerntet werden kann. Ist der Winter ohne Frost, ist die Ernte das ganze Jahr möglich. Da die Pflanze (besonders die Zwiebel) Proteine enthält, wird sie in China auch Fleisch des armen Mannes genannt. Bei einige magischen Ritualen (Dämonen- und Hexenabwehr?) wurde die Lauchzwiebel auch eingesetzt. Im Garten soll die Lauchzwiebel Maulwürfe vertreiben. Heute wird die Lauchzwiebel überall in Europa angebaut und ist zu jeder Jahreszeit im Supermarkt frisch erhältlich.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Lauchzwiebel ist in Russland heimisch, mittlerweile wird sie überall auf der Welt angebaut. Es gibt verschiedene Sorten der Lauchzwiebel. Sie wächst bevorzugt auf durchlässigen und sonnigen Böden. Die weißen Zwiebeln sind etwa 1-3 cm dick und 2-5 cm lang. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter hoch. Die Blätter sind innen hohl. Die weißen bis rosa Blüten erscheinen zwischen Juni und September, wenn das Blattgrün nicht geerntet wird. Aus den Lauchzwiebel-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen.
Winterzwiebeln sind ausdauernde krautige Pflanzen und erreichen eine Wuchshöhe von 30 bis 100 Zentimeter. Die Laubblätter sind rund und hohl, der Stängel aufgeblasen und im Querschnitt rund.
Die zwischen Juni und August gebildeten Blüten sind weiß, die Blütenhüllblätter kürzer als die Blütenstiele, die Staubblätterragen weit über die Blütenhülle hinaus, die Staubfäden sind einfach und ungezähnt. Die Einzelblüte ist 1 cm groß.
Die Winterzwiebel blüht im Sommer. Sie bildet leicht Samen. Reifezeit des Samens ist Juli bis August, teilweise September. Die gebildeten Samen sind 1 mm dick, 1 bis 2mm breit und 2 bis 3 mm lang. Das Tausendkorngewichtbeträgt 2,1 bis 2,4 g.
Die Pflanze ist horstbildend und entwickelt lange zylindrische Zwiebeln. Die Zwiebel ist weiß. Es sind auch rote und andere Färbungen bekannt. Sie bildet keine Zwiebel im Sinne der Speisezwiebel. Die Form ähnelt der von Porree. Zum Herbst hin bilden sich fast gleichzeitig mit der Hauptzwiebel die Nebenzwiebeln aus, die zur vegetativen Vermehrung dienen. Im Herbst zieht die Pflanze vollständig ein. In Asien sind sehr viele Typen in Kultur, die mehr oder weniger horstbildend sind. Es existieren Typen mit weißer und purpurner Haut. Besonders im asiatischen und afrikanischen Raum sind viele Typen bekannt. So ist in Brazzaville und Kinshasa eine horstbildende Winterzwiebel mit sehr feinen Blättern gebräuchlich, die blüht und Samen bildet. Im Gegensatz dazu bildet die Japanische Winterzwiebel keine Samen aus, wenn sie in den Tropen kultiviert wird. Wild kommt die Winterzwiebel in Deutschland nicht vor.

Anbautipps
Am einfachsten ist die Vermehrung über die Teilung des Wurzelstocks/Zwiebelbrut. Samen im Februar in Töpfchen aussäen, wenn die Pflanze im Laufe des Jahres noch zu klein ist, sollte man die frostfrei überwintern statt auszupflanzen. Die Lauchzwiebel liebt einen sonnigen Standort. Die Lauchzwiebel wächst nicht im Schatten. Der Boden sollte wasserdurchlässig und humusreich sein. Der Boden sollte feucht aber ohne Staunässe sein. Wenn die Lauchzwiebel länger im gleichen Boden ist, sollte vorsichtig gedüngt werden. Möchte man auch im Winter ernten, so pflanzt man die Lauchzwiebel in Töpfe und stellt die an einen sonnigen frostfreien Ort.
 
Sammeltipps
Es werden die röhrenförmigen Blätter geerntet, diese wachsen wie beim Schnittlauch wieder nach. Man kann auch die Zwiebel mit den Blättern ernten. Das Laub der geernteten Lauchzwiebeln verwelkt selbst mit der geernteten Zwiebel sehr schnell, daher schnell aufessen.

MÄDESÜSS
Das Echte Mädesüß ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Rosengewächse gehört. Sie ist in fast ganz Europa heimisch und man findet sie auf nährstoffreichen Feucht- und Nasswiesen, an Gräben und Bachufern sowie in Erlen-Eschenwäldern. An selten gemähten und nährstoffreichen Gewässerrändern ist das Echte Mädesüß eine Leitpflanze der Mädesüß-Hochstaudenfluren. Das Mädesüß hat viele Namen, was zeigt, dass es von vielen Menschen von alters her sehr geschätzt wurde. Man nennt es Geißbart, Spierstaude oder Wiesenkönigin und das sind noch lange nicht alle Namen. Bei Erkältungen oder gar Grippe wird man seine fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkung schätzen lernen, gehört es doch zu den wenigen Schmerzmitteln, die die Natur uns bietet.
Achtung! Mädesüß enthält Acetylsalicylsäure. Bei bekannter Allergie bei Acetylsalicylsäure (Aspirin) sollte diese Pflanze nicht verwendet werden.
Mit seinem hohen Wuchs und seinen duftenden weißen Blüten ist das Echte Mädesüß ein markantes Wildkraut. Die botanisch als Filipendula ulmaria bezeichnete Pflanze ist eine bedeutende Heilpflanze, die gegen Kopfschmerzen aber auch bei Akne helfen kann. In der Küche lassen sich die Blüten vor allem für leckere Limonaden und Desserts nutzen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend, schweißtreibend, Blasenprobleme, Darmprobleme, Erkältungen, Grippe, Fieber, Gicht, Magenprobleme, Nierenprobleme, Rheuma, Schmerzen, Migräne, Kopfschmerzen, Wassersucht, Ödeme
wissenschaftlicher Name: Spiraea ulmaria, Filipendula ulmaria, Ulmaria palustris
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Meadowsweet
volkstümliche Namen: Beinkraut, Geißbart, Spierstaude, Wiesenkönigin, Wilder Flieder, Krampfkraut, Wiesengeißbart
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Salizylsäureverbindungen, Heliotropin, Vanillin, Zitronensäure, Gerbsäure, Gaultherin, Kieselsäure, Terpene, Wachs, Fett, Farbstoff Spiraein
Wirkstoffe: Im Mädesüß sind Glykoside und Salicylsäure enthalten.
Sammelzeit: Blüten: Juni bis August, Wurzeln: Herbst und Frühling
 
Anwendung
Vom Mädesüß werden vorwiegend die Blüten und die Wurzeln verwendet. Ein Mädesüßtee eignet sich hervorragend bei Erkältungen oder grippalen Infekten. Sogar bei echter Grippe kann er lindernd wirken. Er senkt nicht nur das Fieber, sondern erleichtert auch Schmerzen und hilft beim Abschwellen der Schleimhäute. Auch gegen die meisten Arten von Ödemen hilft Mädesüßtee sehr gut. Seine harntreibende und entgiftende Wirkung lässt ihn auch bei Problemen des Harnapparates und des Stoffwechsels helfen. Ein Tee aus den Blüten wird als Aufguss gekocht. Wurzeltee wird hingegen kalt angesetzt und sechs Stunden stehen lassen, bevor er kurz aufgekocht wird. Dann lässt man ihn zwei Minuten ziehen und seiht ihn anschließend ab. Beide Tees trinkt man zwei bis drei Tassen am Tag in kleinen Schlucken und ungesüßt. Mädesüß enthält unter anderem Salicylate, Flavonoide, Gerbsäuren, ätherisches Öl und Zitronensäure, außerdem ein schwach giftiges Glykosid, das bei entsprechend hoher Dosierung Kopfschmerzen auslösen kann.
Verwendung in der Pflanzenheilkunde
Mädesüß ist eine alte Heilpflanze, jedoch in Antike und Mittelalter kaum über schriftliche Quellen greifbar. Erst das Circa instans (Mitte des 12. Jahrhunderts) aus der Schule von Salerno beschreibt die Pflanze ausführlich. Adam Lonitzer schrieb in seinem Kräuterbuch: Dieses Kraut Wurzel ist gut für den Stein, desgleichen denjenigen, die mit Mühe harnen und die Lendensucht haben. Das Pulver der Wurzel dient denjenigen, die einen kalten Magen haben und nicht gut verdauen können. Gegen Asthma nimm das Pulver und Enzian im gleichen Gewicht und gebrauche es in der Speise, es hilft ohne Zweifel.
Medizingeschichtlich ist Mädesüß interessant, da lange Zeit aus ihren Blütenknospen Salicylaldehyd gewonnen wurde, ein entzündungshemmender Wirkstoff, der heute in abgewandelter Form als synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure verkauft wird. Das Echte Mädesüß, das man damals botanisch noch den Spiersträuchern zuordnete, hat zur Entwicklung des Markennamens Aspirin beigetragen. Während das A für Acetyl steht, ist spirin aus dem Begriff Spiraeasäure abgeleitet. Offizinell ist das Mädesüßkraut, welches unter dieser Bezeichnung im Europäischen Arzneibuch monographiert ist und aus den blühenden Stängelspitzen besteht. Nach Ph. Eur. ist ein Gehalt von mindestens 1 ml wasserdampfflüchtiger Substanzen (gebildet durch Säurehydrolyse aus Phenolglykosiden) je kg Droge gefordert. Weiterhin monographiert der Deutsche Arzneimittel-Codex Mädesüßblüten mit der älteren Bezeichnung der Droge Spiraeae flos. Wichtige Wirkstoffe sind: Penolglykoside wie Monotropidin und Spiraein, aus denen beim Trocknen in geringen Mengen ätherisches Öl mit Salicylaldehyd und mit Methylsalicylat entstehen; Flavonoide wie Spiraeosid und Gerbstoffe. Medizinische Anwendungen: Mädesüßblüten haben schweiß- und harntreibende Eigenschaften. Der Gehalt an Salicylsäureverbindungen, die ähnlich wie Aspirin wirken könnten, ist jedoch gering, so dass eine entzündungshemmende Wirkung bezweifelt wird. So wird die Droge nur noch zu Schwitzkuren empfohlen wie man sie gern unterstützend bei beginnenden Erkältungen. en nutzt. Der Einsatz bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht zur Erhöhung der Harnmenge ist in der Volksheilkunde bekannt. Die Blüten und die jungen Blätter des Mädesüß werden zu Tee verarbeitet, dem eine gute harntreibende, entzündungshemmende sowie antirheumatische Wirkung nach-gesagt wird. Da die in der Pflanze enthaltenen Stoffe jedoch wie bei vielen an-deren pflanzlichen Mitteln abhängig von Standortbedingungen in ihrer Dosis stark schwanken, wird in der Regel empfohlen, sich die Pflanzenbestandteile in der Apotheke zu besorgen. Mädesüß soll die übermäßige Produktion von Magensäure eindämmen und so Sodbrennen entgegenwirken.  
Verwendung als Duftpflanze
Aufgrund des süß-herben Duftes, der von vielen Menschen als angenehm empfunden wird, war Mädesüß einst ein beliebtes Streukraut. Man bestreute am Morgen den Holzfußboden mit verschiedenen Kräutern und kehrte die Blätter und Stängel wieder aus, wenn sie abends vertrocknet waren und ihren Duft nicht mehr verströmten. Allerdings war es auch gängig, Mädesüßstreu tage- bis wochenlang zu benutzen, da es seinen Duft noch sehr lange verströmt. In England wird Mädesüß Duftpotpourris beigemischt, um diesen eine etwas rundere Note zu verleihen. So war sie die bevorzugte Aromapflanze der englischen Königin Elisabeth I. Allerdings wird der Duft nicht von allen gleichermaßen geschätzt. Von einigen Menschen wird der Geruch als zu aufdringlich empfunden, was der Pflanze auch den volkstümlichen Namen Wiesenschabe eingetragen hat.
Gesundheit
Mädesüß soll eine antirheumatische, reinigende, harntreibende, zusammenziehende, schmerzlindernde, schweißtreibende und blutstillende Wirkung haben. Ein aufgebrühter Tee soll Erkältungskrankheiten, Nierenprobleme und rheumatische Beschwerden lindern. Eine äußerliche Anwendung in Form von Packungen und Aufgüssen soll schmerzende und geschwollene Gelenke beruhigen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Man sammelt die Blüten, mit oder ohne den Blättern in der Blütezeit, die Wurzeln zeitlich im Frühjahr oder im Herbst. Der alte pharmakologische Name lautet auch Flores bzw. Radix Barbae caprinae. Die Blüten und Blätter werden im Schatten getrocknet. Die Wurzeln sollen nach gründlicher Reinigung aufgefädelt und im Schatten an zugiger Stelle zum Trocknen aufgehängt werden.
Heil- und Wirkstoffen
Enthält der Geißbart in den Blüten und Wurzeln, teils auch in den Blättern, ätherischen Öl mit Salizylsäureverbindungen. Auch Heliotropin und Vanillin ist im ätherischen Öl enthalten. Im blühendes Kraut ist freie Salizylsäure-, Zitronen- und Gerbsäure nachzuweisen. In Wurzelstock ist ferner das Glukosid Gaultherin und reichlich Kieselsäure enthalten. Kampferähnliche Verbindungen, Terpene, Wachs, Fett und der Faserstoff Spiraein kommen in der ganzen Pflanze vor.
Heilwirkung
Die vegetabilen Salizylverbindungen machen die Pflanze zur Behandlung von gichtisch-rheumatischen Erkrankungen sehr geeignet. Die stark schweißtreibende Kraft dieser Salizylverbindungen bewirkt eine rasche Ableitung aller Giftstoffe und gilt der Geißbart als eine wertvolle blutreinigende Heilpflanze. Der Tee wird sehr empfohlen bei Wassersucht, Haut- und Bauchwassersucht, Blasen- und Nierenleiden und bei Würmern. Da der hohe Salizylgehalt nicht nur fäulnis- und gärungswidrig wirkt und die fiebrigen Körpertemperaturen herabsetzt, eignet sich der Geißbart sehr gut bei Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes infolge Verdauungsstörungen und als fieberherabsetzendes Heilmittel.
Die TEEBEREITUNG erfolgt als Aufguss von 1-2 Teelöffel voll der Blüten oder des blühenden Krautes für 1 Tasse, 2-3 Tassen am Tage, schluckweise und ungesüßt getrunken.
Die kleingeschnittener Wurzel (frisch oder getrocknet) wird durch etwa 6 Stunden kalt angesetzt, dann einmal kurz aufgekocht, 1-2 Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei gleicher Teemenge für 1 Tasse trinke man 2-3 Tassen am Tage, schluckweise und ungesüßt.
Auch der frisch ausgepresste Saft aus der ganzen Pflanze kann verwendet werden, täglich 1 Eßlöffel Saft mit etwas Wasser, ohne jeden Zusatz eingenommen.
Anwendung in der Volksheilkunde
In der Volksheilkunde wird der Geißbart seit jeher als wassertreibendes Mittel gelobt und auch dann verwendet, wenn eine entzündliche Reizung der Niere vorliegt. Dies wurde von der wissenschaftlichen Medizin nun wiederholt als zutreffend befunden.
Ferner galt in der Volksheilkunde der Geißbart seit altersher als ein Naturheilmittel bei Hundebiß durch einen tollwütigen Hund. Dieses Mittelaus der Erfahrung der Volksheilkunde heraus ermittelt, wurde medizinisch bestätigt.
1 Teelöffel der klein zerschnittenen frischen Wurzel, mehrmals am Tage gut zerkaut eingenollen, durch 3-4 Tage, retten vor den Folgen eines Bisses durch einen tollwütigen Hund (Dr. med. Künen).
Anwendung in der Homöopathie
Die rötlich-braune homöopathische Essenz aus der frischen Wurzel wird bei rheumatischen Herzbeschwerden, Nieren- und Blasenerkrankungen, Magen- und Darmkatarrh sowie bei Kopfschmerzen verbunden mit Blutdrang zum Kopfe und bei Schwindelgefühlen empfohlen.
Anwendung in der Tiermedizin
Bei wassersüchtigen Anschwellungen der Beine und des Bauches bei Haustieren wird der Geißbarttee eingegeben. Bei Kälberlähmung hat sich der Tee als Trank und Umschlag sehr bewährt.
Nebenwirkungen
Menschen, die eine Überempfindlichkeit gegen Salicylsäure haben sowie Schwangere und Asthmatiker sollten auf Mädesüß-Produkte verzichten, oder zumindest ihren Arzt vor der Verwendung fragen. Die im Spierstrauch enthaltenden Salicylverbindungen gelten als leichte Schmerz- und Fiebermittel.
Verwendung als Küchenkraut
Die Nutzung dieses Wildkrauts ist über die Jahre zu unrecht zurückgegangen. Dabei lässt sich Mädesüß in der Küche vielseitig verwerten. Alle Pflanzenteile des Rosengewächses sind grundsätzlich essbar, wobei vor allem die folgenden Verwendung finden:
Blüten
Diese haben einen süßlich, mandelartigen und filigran sauren Geschmack und werden vor allem für süße Desserts wie Pudding, Sorbets oder Cremes aber auch Getränke wie Smoothies und Limonaden verwendet.
Blätter
Junge Blätter im Frühling können als gesunde Wildkost in Salaten oder Suppen verarbeitet werden. Der Geschmack der Blätter ist leicht würzig, nussig und medizinartig. Je älter die Blätter werden, umso mehr nimmt der würzige Geschmack zu.
Wurzeln
Die Wurzeln haben einen süßlichen und pastinakenähnlichen, aber auch gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Sie lassen sich in Suppen oder gedünstet essen.
Das Mädesüß wird häufig für die Aromatisierung von selbst hergestellten Getränken oder für die Herstellung von Gelees verwendet. Es verleiht vor allem süßen Speisen und Getränken einen feinen und herben Geschmack. Auch Früchtekompotts, Puddings und sogar Eis lassen sich mit Mädesüßblüten perfekt würzen.
Die Geschmacksstoffe der Blüte können leicht durch Wasserextrakte herausgelöst werden. Obst wie Äpfel, Birnen, Kirschen oder Pfirsiche können klein geschnitten werden, mit einigen wenigen Esslöffeln Wasser versetzte werden und mit den Blüten bestreut werden. Die Kompotts sollten immer einige Stunden ziehen, bevor sie verzehrt werden.
Die Blätter des Mädesüß können für Salate, aber auch als Würzkraut für Wild und Fischgerichte verwendet werden. Ebenfalls können die Blätter gekocht werden und ähnlich wie Spinat zubereitet werden. Nach Möglichkeit sollten jedoch nur die jungen Blätter verwendet werden.
In der belgischen und französischen Küche wird Mädesüß gelegentlich für Nachspeisen verwendet. Dort macht man sich die Inhaltsstoffe des Krauts zu Eigen. Diese sorgen gerade bei deftigen Speisen dafür, dass Beschwerden wie Völlegefühl und Sodbrennen gelindert werden.
Hinweis: Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Salicylsäure sowie Asthmatiker und Schwangere sollten auf den Genuss von Mädesüß verzichten.
 
Pflanzenbeschreibung
Mädesüß liebt die Ufer von Flussläufen, doch auch mit feuchten Wiesen und Gräben gibt es sich zufrieden. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 m hoch. Aus dem kriechenden Wurzelstock treiben mehrere kantige Stängel aus. Die Stängel sind im oberen Bereich verzweigt. Die behaarten Blätter wachsen im unteren Bereich dichter, nach oben hin spärlicher werdend. Die Blätter stehen unpaarig gefiedert und haben einen gesägten Rand. Die Rispen der weißlichen Blüten sind in Trugdolden angeordnet. Sobald sie richtig aufgeblüht sind, sehen die Blüten wattig aus.
Botanik
Die ausdauernde, strauchartige Staude wird bis 1,5m hoch, besitzt einen kriechenden Wurzelstock und hat kantige, in den oberen Teilen verästelte Stängel, die reich mit behaarten Blättern besetzt sind. Die kleinen gelblich-weißen Blüten stehen in rispigen Trugdolden angeordnet.
Geruch und Geschmack
Die Blüten duften angenehm, etwas ähnlich wie bittere Mandeln. Der Geschmack der Wurzel ist schleimig, etwas scharf und vanilleartig.
Blütezeit
Juni bis August
Standort
Der Wiesen-Geißbart bevorzugt frisch-feuchte Wiesen, helle geräumige Gebüsch und Staudenflächen auf kalkreichen wie auch auf kalkarmen Böden.
Das Echte Mädesüß ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 150, bisweilen 200 Zentimetern. Die Stängel sind rötlich überlaufen und verzweigen sich erst im oberen Teil. Die Laubblätter sind dunkelgrün gefiedert und stark geadert sowie an der Unterseite weiß beflaumt. Die Fiederblättchen der Laubblätter erinnern an die Blätter der Ulmen, worauf auch die wissenschaftliche Bezeichnung ulmaria hindeutet. Beim Zerreiben setzen sie einen Geruch nach Salicylaldehyd (wie Rheumasalbe) frei. Wie die Rinde der Weiden enthält auch die einst Spiraea ulmaria genannte Filipendula ulmaria Salicylsäure. Das Medikament Aspirin erhielt seinen Namen von der Spiraea. Die Laubblätter besitzen die höchste bekannte Spaltöffnungsdichte von 1300 je Quadratmillimeter.
Die Blütezeit reicht in Deutschland von Juni bis Juli, in Mitteleuropa von Juni bis August. Auffällig sind die schirmrispigen Blütenstände des Echten Mädesüß, die viele Einzelblüten enthalten. Die Blüten verströmen insbesondere abends einen intensiven, honig- bis mandelartigen Geruch. Es kommen Pflanzenexemplare mit männlichen und mit zwittrigen Blüten vor. Die relativ kleinen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind selten länger als 1 Millimeter. Die fünf creme- bis gelblich-weißen Kronblätter besitzen eine Länge bis zu 5 Millimetern. Die zahlreichen Staubblätter bestehen aus weißen Staubfäden sowie gelben Staubbeuteln. Die sechs bis zehn freien Fruchtblätter sind eiförmig und grün. Die weißen Griffelenden jeweils in rundlichen, gelben Narben.
Je Blüte entwickeln sich meist sechs bis acht leicht schraubig miteinander verdrillte, zusammenstehende Nüsschen, die in ihrer Gesamtheit den Eindruck einer einzelnen Fruchtvermitteln. Die unscheinbaren, zweisamigen, dünnwandigen, lufthaltigen, sich bei der Reife nicht öffnenden, balgartigen Nüsschen sind bei einer Länge von bis zu 3 Millimeter sichelförmig gekrümmt. Aufgrund dieser spezifischen Fruchtform lässt sich das Echte Mädesüß gut vom Kleinen Mädesüß unterscheiden, bei dem die Nüsschen eine gerade Form haben. Mit zunehmender Reife verändert sich die Farbe der Nüsschen von grün zu braun. Im Oktober sind die Nüsschen ausgereift, haben eine flache Form und eine hellbraune, harte Fruchtwand. In den Nüsschen befinden sich die lediglich 1 Millimeter langen Samen.
 
Aussaat, Anbau und Pflege im Garten und Balkon
Mädesüß lässt sich am besten per Samen aufziehen. Geeignet sind sowohl Freiland als auch größere Balkone. Der Anbau auf kleinen Flächen sowie die Innenhaltung sind schwierig.
Standort und Boden
Das Echte Mädesüß hat etwas höhere Standortansprüche. Das Rosengewächs liebt sonnige bis halbschattige Standorte mit nährstoffreichen, leicht lehmigen und eher feuchten Böden. Die Böden dürfen zudem nicht zu sauer sein. Kalkhaltige Böden werden bevorzugt. Sollte das Mädesüß in Gärten mit eher sandigen Böden angebaut werden, empfiehlt sich den jeweiligen Standort mit Kompost etwas zu verdichten. Sandbodenverbesserer wie Tonmehl bzw. Bentonit sorgen dafür, dass das Wasser nicht zu schnell ablaufen kann.
Aussaat
Die Aussaat der Mädesüßsamen kann ab Ende April bis in den September hinein geschehen. Die Außentemperaturen sollten als Richtmaß wenigstens 15 °C betragen.
Die Pflanzen sollten im Freiland im Abstand von 30 bis 40 cm gesetzt werden. Es ist zu beachten, dass Mädesüß unter optimalen Bedingungen bis zu 2 m hochwachsen kann. Den Boden immer etwas feucht halten. Ein Austrocknen des Bodens ist absolut zu vermeiden, da die Pflanze sich nach Trockenstress kaum mehr erholt. Mädesüß ist ein typischer Auwaldbewohner und verträgt Staunässe.
Das Rosengewächs lässt sich unter Umständen auch auf dem Balkon angebaut werden, allerdings benötigt die Pflanze dann auch etwas mehr Pflege. Volle Sonne sollte jedoch vermieden werden. Um den hohen Wuchs zu bewerkstelligen sollten größere Töpfe mit mindestens 30cm Durchmesser gewählt werden. Auch entsprechende Tiefe muss berücksichtigt werden, da das Wurzelwerk kriechend und raumfordernd ist.
Düngen
Dünger braucht beim Mädesüß nur sparsam angewendet werden. Wächst die Pflanze mit gutem Abstand in einer nährstoffhaltiger Erde, sind keine zusätzlichen Nährstoffgaben erforderlich. Wird das Rosengewächs über mehrere Jahre am selben Standort angebaut, empfiehlt es sich organischen Langzeitdünger in den Boden einzuarbeiten. Hier eignen sich vor allem Hornspäne, pelletierter Dung sowie Kompost.
Wird Spierstrauch im Topf angebaut, ist eine durchgehende Düngung alle 4 bis 6 Wochen empfehlenswert. Kurz vor der Blüte kann ein phosphorbetonter Dünger von Nöten sein, der die Blütenausbildung weiter stimuliert.
Vermehrung
Der Mädesüß kann auch durch Teilung vermehrt werden. Hier ist es vollkommen ausreichend den Wurzelstock zu teilen und an einen anderen Standort zu verpflanzen.
Überwinterung
Mädesüß ist eine winterharte Staude, bei der keine besonderen Maßnahmen zur Überwinterung erforderlich sind. Im Frühjahr treiben die Blätter aus dem kriechen-dem Wurzelstock - in dem da Mädesüß den Winter überlebt - wieder aus. Nach der Fruchtreife kann ein Rückschnitt der Pflanze empfehlenswert sein.
Ernte
Bei der Ernte von Mädesüß können sowohl die jungen, grünen Blätter als auch die Blütenstände und Früchte geerntet werden. Die Kräuter können bevorratet und getrocknet werden. Beim Trocknen der Kräuter sollten die Blütenstande aufgehängt werden.

BACHBLÜTE WILD ROSE
Ich bin resigniert            
Sie sind zu oft resigniert
Mit der entsprechenden Bachblüte kann diese Resignation mindern
BACHBLÜTE WILLOW
Ich neige dazu, nachtragend zu sein
Diese neigen sehr dazu, nachtragend zu sein
Mit der Blüte können sie das nachtragende abzuschütteln
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Früchte
KIRSCHEN
Kirschen zählen zu den wenigen Steinobstsorten, gegen die Hildegard nichts einzuwenden hat: „Die Kirschenfrucht ist zwar nicht besonders nützlich, aber auch nicht besonders schädlich und es schadet einem Gesunden nicht, sie zu essen. Wenn aber ein Kranker und jemand mit schlechten Säften viel davon isst, bekommt er dadurch etwas Beschwerden.“ Kirschen enthalten viele Mineralstoffe und Vitamine, vor allem B1, B2, Vitamin C und Vitamin P, das eine heilsame Wirkung auf die Zellwände bei Neigung zur Kapillarbrüchen ausübt.
KORNELKIRSCHEN
Die Kornelkirschen, auch gelber Hartriegel genannt, ist bei uns hauptsächlich als früh blühender Zierstrauch bekannt. Nur wenige wissen noch, dass die kleinen, länglichen Kirschen gut für die Herstellung von Marmelade und Saft geeignet sind. Hildegard von Bingen beurteilt sie folgendermaßen: „Die Kornelkirsche verletzt keinen Menschen, denn sie reinigt und stärkt den schwachen und auch gesunden Magen und fördert so die Gesundheit.
Kornelkirschen enthalten viel Vitamin C sowie Vitamin P, das eine wichtige Schutz und Reparaturfunktion bei Verletzungen der Schleimhäute und Blutgefäße hat.

DÄMPFE
Zur besonderen Vorsicht im Umgang mit Dämpfen mahnt Kneipp folgende Personen:
1.              Patienten, die sich gerade auf dem Weg der Besserung nach einer schweren Krankheit befinden. Diesen rät er nur ganz selten und wenn, dann leichtere Dämpfe wie den Kopf- oder den Fußdampf anzuwenden.
2.              Blutarme Menschen
3.              Starke, korpulente Menschen. Diesen rät er eher zu den Wickeln, um auf eine gute Ausdünstung der Haut hinzuwirken.
4.              Sehr mageren Menschen. Diesen rät er, statt der Dämpfe lieber Halbbäder oder Güsse anzuwenden.
Gleichwohl erheischt die Anwendung der Wasserdämpfe große Vorsicht. Was den Kranken, der richtig und nach Vorschrift anwendet, gesund macht, kann bei Nachlässigkeit und Sichgehenlassen einen Gesunden krank machen. Wer z.B. unmittelbar nach einem Dampfbad ohne vorhergehende Abkühlung ins Freie, an die kühle Luft tritt, kann nicht nur krank, er kann tödlich krank werden […]
Folgende Grundregeln müssen, neben den allgemeingültigen Regeln für alle Kneipp-Anwendungen, bei Dämpfen zusätzlich beachtet werden:
1.              Die beste zeit zur Verabreichung der Dämpfe ist der Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr.
2.              Bei allen Dämpfen sollte eine Hilfsperson anwesend sein, um den Patienten im Auge zu behalten.
3.              Der Patient darf nicht zu dicht an der Dampfquelle sein, böse Verbrennungen wären sonst die Folge.
4.              Nach dem Dämpfen darf man keinesfalls sofort an die kühle Luft gehen.
Viele meiner Dampfanwendungen dienen lediglich dazu, den Wasseranwendungen vorzuarbeiten, dieselben, z.B. durch Steigerung der Körperwärme, zu ermöglichen, vielleicht wirksamer zu machen oder im Inneren des Körpers den von außen tätigen Wasseranwendungen in die Hand zu arbeiten. Ganz selten nur kommt einer der Dämpfe für sich allein als abgeschlossene ganze Anwendung vor.

Zurück zum Seiteninhalt