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Johanniskraut
Das Echte Johanniskraut, auch Echt-Johanniskraut, Gewöhnliches Johanniskraut, Durchlöchertes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut oder Tüpfel-Hartheu genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Johanniskräuter innerhalb der Familie der Hypericaceae. Es findet Anwendung als Heilpflanze.
Das Johanniskraut ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. Selbst sein Name stammt vom Johanni-Tag am 24. Juni ab. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen sogar von der Schulmedizin bestätigt.
Das Echte Johanniskraut, seltener auch als Tüpfel-Hartheu bezeichnet, ist eines der bekanntesten Heilkräuter Mitteleuropas. Bereits in der Antike kam dem Johanniskraut eine große Bedeutung in der Heilkunde zu. Heute werden Zubereitungen aus Johanniskraut u.a. zur Behandlung von Depressionen, Hautbeschwerden sowie äußeren Verletzungen gebraucht. Den ölhaltigen Blüten haben dabei eine besondere Bedeutung.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Depressionen
Heilwirkung: abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutbildend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Atemwege: Bronchitis, Halsentzündung, Fieber, Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche,  Magenbeschwerden, Darmentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Stoffwechsel: Rheumatismus, Gicht, Harnorgane: Blasenentzündung, Bettnässen, Frauenheilkunde: Gebärmutterkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Endometritis, Wechseljahresbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten, Nervensystem: Depressionen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Kopfschmerzen, Migräne, Hypochondrie, Angstzustände, Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Ischias, Hexenschuss, Bewegungsapparat: Rückenschmerzen, Muskelzerrungen, Blutergüsse, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchung, Krampfadern, Haut: Wunden, Verbrennungen, Beulen, Geschwüre, Ekzem, Schrunden, Stichwunden, Trockene Haut, Juckreiz, Narbenschmerzen
wissenschaftlicher Name: Hypericum perforatum
Pflanzenfamilie: Hartheugewächse = Hypericaceae
englischer Name: St Johns Wort
volkstümlicher Name: Hartheu, Alfblut, Blutkraut, Frauenkraut, Gartheil, Hartenaue, Hergottsblut, Jageteufel, Jesuswundenkraut, Johannisblut, Johanniswurz, Konradskraut, Mannskraft, Teufelsflucht, Tüpfel-Hartheu, Tüpfel-Johanniskraut, Unserer Frauen Bettstroh, Wundkraut
Falsche Schreibweisen: Johanneskraut, Johaniskraut, Johaneskraut, Johanisskraut, Johannes Kraut, Johanneskrautöl
Verwendete Pflanzenteile: das blühende Kraut, Blüten
Inhaltsstoffe: Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, äther. Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol, Phytosterole
Sammelzeit: Ende Juni bis September
 
Anwendung
Vor allem die Wirkung des Johanniskrauts gegen leichte und mittelschwere Depressionen ist heutzutage bekannt. Es ist ein Antidepressiva auf pflanzlicher Basis. Aber auch als Wundheilmittel wird das rote Johanniskrautöl gerne verwendet. Die zahlreichen anderen Heilwirkungen des Johanniskrautes sind etwas in Vergessenheit geraten.
Depressionsmittel
Schon im Mittelalter wurde das Johanniskraut gegen Melancholie verwendet, was aber in Vergessenheit geriet, bis die Schulmedizin in den 1970er Jahren die antidepressive Wirkung in medizinischen Studien bewies. Seitdem ist Johanniskraut nicht nur ein Stimmungsaufheller, sondern auch das wichtigste pflanzliche Antidepressivum. In hoher Dosierung kann es nach 4 bis 6 wöchiger Anwendung eine leichte und mittelschwere Depression lindern. Die schulmedizinisch anerkannte Dosierung ist jedoch so hoch, dass diese mit Tees oder im freien Handel erhältlichen Mitteln nicht erreicht werden kann. Für die offiziell notwendige Dosierung zur Linderung von Depressionen sind täglich 900mg bis 1800mg Johanniskrautextrakt notwendig. Als Medikament zur Behandlung mittelschwerer Depressionen sind einige Präperate sogar verschreibungspflichtig. Verschreibungspflichtig obwohl es einige frei verkäufliche Mittel mit mehr Wirkstoffen gibt. Die Schulmedizin macht die Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin für die antidepressive Wirkung verantwortlich. Die klassische Kräuterheilkunde und die moderne anthroposofische Medizin betrachten das Johanniskraut als Pflanze, die das Sonnenlicht des Hochsommers speichern kann, um die Freude des sonnigen Sommers dann im trüben Winter abzugeben und die Gemüter zu erhellen und zu erwärmen. So betrachtet kann man statt käuflicher Präparate auch durchaus einen Johanniskraut-Tee trinken. Ein bis zwei Teelöffel des Krautes auf eine Tasse wird mit kochendem Wasser übergossen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Von diesem Tee mindestens zwei Tassen täglich trinken. Oder du setzt das Johanniskraut in Doppelkorn an und stellst daraus eine Tinktur her. Von dieser Tinktur kannst du dreimal täglich 20-50 Tropfen einnehmen.
Nervenmittel
Das Johanniskraut ist auch für andere Erkrankungen des Nervensystems eine wertvolle Heilpflanze. Es hilft bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände. Auch Kopfschmerzen und Migräne können gelindert werden. Einen wertvollen Beitrag leistet das Johanniskraut auch gegen Neuralgien wie Trigeminusneuralgie oder Hexenschuss. Dazu kann man es innerlich einnehmen und außerdem die betroffene Körperstelle mit Johanniskrautöl einreiben. In leichten Fällen von Epilepsie kann das Johanniskraut die Neigung zu Krampfanfällen vermindern. Diese Anwendung sollte jedoch unbedingt mit ärztlicher Begleitung erfolgen, denn einerseits kann Johanniskraut als Wechselwirkung die Wirkung von anderen Antiepileptika stören und andererseits hat ein Versagen der antiepileptischen Therapie potentiell gefährliche Folgen, wie Unfälle oder gar Status epilepticus mit möglicher Todesfolge.
Verdauungsorgane
Die verdauungsfördernde Wirkung des Johanniskrautes ist angesichts seiner Wirkungen auf das Nervensystem fast in Vergessenheit geraten. Doch das Johanniskraut stärkt Magen und Darm, lindert Entzündungen und hilft bei Durchfall. Außer dem Tee kann man gegen Verdauungsbeschwerden auch das Johanniskrautöl innerlich einnehmen. Dazu nimmt man dreimal täglich einen Teelöffel des Öls.
Frauenheilkunde
Auch gegen Frauenbeschwerden hat das Johanniskraut eine Menge zu bieten.
Durch seine krampflösenden Eigenschaften lindert es Periodenkrämpfe. Es enthält mit Beta-Sitosterol auch einen östrogenähnlichen Stoff, mit dem es unregelmäßige Zyklen regeln und Wechseljahresbeschwerden lindern kann. Da die Wechseljahre häufig auch von Depressionen begleitet werden, ist das Johanniskraut somit eine optimale Heilpflanze für diese wichtige Lebensphase.
Andere innerliche Wirkungen
Außer den zahlreichen bereits beschriebenen innerlichen Einsatzgebieten kann man Johanniskrauttee oder Tinktur auch bei Blasenentzündungen anwenden. Es hilft auch bei Rheuma und Gicht. Sogar Bronchitis und andere Entzündungen der Atemorgane können gelindert werden.
Äußerliche Anwendung
Man kann das Johanniskraut als Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Waschungen, Bädern und Umschlägen äußerlich anwenden. Die bekannteste äußerliche Anwendung des Johanniskrautes ist jedoch das leuchtend rote Johanniskrautöl, das aus den frischen Blüten hergestellt wird. Das Öl hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichverletzungen, Quetschungen und andere Verletzungsfolgen. Auch leichte Verbrennungen, infizierte Wunden, Geschwüre und Neuralgien können durch Johanniskrautöl gelindert werden. Aufgrund seiner Vielfältigkeit gehört das Johanniskrautöl in jede Hausapotheke.
Medizinische Anwendung
Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Neben dem Echten Johanniskraut kamen bis in die Neuzeit auch Blut-Johanniskraut und Quirlblättriges Johanniskraut in der Heilkunde zum Einsatz. Heute wird Hypericum perforatum als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe eingesetzt. Äußerlich werden ölige Zubereitungen angewendet. Die Pflanze wurde im Herbst 2014 von Wissenschaftlern der Universität Würzburg mit Verweis auf das große medizinische Potenzial zur „Arzneipflanze des Jahres 2015“ gewählt.
Wirksamkeit bei der Behandlung der Depression
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde führt den Einsatz von Johanniskraut in der S3-Leitlinie Unipolare Depression als Möglichkeit eines ersten Therapieversuchs bei einer leichten bis mittelschweren Depression als Grad-0-Empfehlung an. Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist allerdings umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit feststellten, als auch solche, die keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen. Eine Cochrane-Review aus dem Jahr 2008 wertete 29 Studien mit zusammen mehr als 5000 Patienten aus, bei denen nach DSM- oder ICD-10-Kriterien eine Depres-sion vorlag. Die Autoren sehen in den Studien Evidenz, welche nahelegt, dass die Wirksamkeit der Johanniskrautextrakte in den Studien gegenüber Placebo überlegen ist und vergleichbar mit synthetischen Antidepressiva bei besserer Verträglichkeit und geringeren Abbruchraten sei. Da die in den Studien festgestellte Wirksamkeit auch von dem Land, aus dem die Studie stamme, und ihrer Präzision abhänge, könne nicht ausgeschlossen werden, dass einige kleinere Studien aus deutschsprachigen Ländern mängelbehaftet seien und zu optimistische Resultate berichteten. Klinische Leitlinien aus Deutschland, Kanada, den USA und Großbritannien sehen die Wirkung von Johanniskraut noch am besten bei milder oder mittelgradiger Depression nachgewiesen.
Eine erneute Metaanalyse aus dem Jahr 2016, die im Vergleich zum 2008 veröffentlichten Cochrane-Review auch einige neuere Studien miteinbezieht, kommt zu einem ähnlichen Fazit wie letztere. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen geht davon aus, dass Johanniskraut einen Effekt bei leichten Depressionen hat. Generell gab es jedoch eine deutliche Abhängigkeit des Effektschätzers von der Studienqualität: Je schlechter die Qualität der Studien ist, desto größer stellt sich das Ausmaß der aufgezeigten Effekte dar und umgekehrt. Bei Betrachtung allein derjenigen Studien mit der besten methodischen Qualität zeigt Johanniskraut nur einen sehr geringen Effekt. Weiterhin geht das Institut davon aus, dass Johanniskraut bei schweren Depressionen nicht hilft. Es erwies sich bei schweren Depressionen in keiner Studie als dem Placebo überlegen. Die jetzigen Studien liefern noch nicht genügend Daten, um unterschiedliche Johanniskraut-Extrakte miteinander vergleichen zu können oder die optimale Dosis zu ermitteln. Bei leichten Depressionen konnte jedoch in einer Studie eine Dosis-Wirkungsbeziehung experimentell nachgewiesen werden.
Nebenwirkungen
Johanniskrautarzneimittel sind im Allgemeinen gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf. In Einzelfällen wird von manischen Episoden berichtet, die von Johanniskraut induziert wurden. Außerdem kann Johanniskraut geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und Müdigkeit und eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) hervorrufen, da Hypericin die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht erhöht (Photosensibilitätsreaktion). In hoher Dosierung wirkt es u. U. stark phototoxisch. Die Phototoxizität wird jedoch erst bei einer Überdosierung um die 20-fache, empfohlenen Tagesdosis von 900 bis 1500 mg erwartet. Hellhäutige Menschen, die Johanniskraut regelmäßig einnehmen und sich in Solarien oder auf Urlaubsreisen bräunen wollen, sollten ein Absetzen des Johanniskrautpräparates 14 Tage vor der ersten Licht- bzw. Sonneneinstrahlung in Erwägung ziehen. Bei bekannter Lichtempfindlichkeit ist Johanniskraut zu meiden. Selten kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Auch Rinder und Pferde, die zu viel Johanniskraut fressen, zeigen die genannten Symptome. Bei sehr hohen Dosierungen kann es zu leichten Formen eines Serotoninsyndroms kommen. Symptome sind unter anderem Schwindel, Grippegefühl, Bewusstseinseintrübung, unwillkürliche Muskelzuckungen und Angstzustände. Die Überdosierungssymptome können dabei leicht mit den depressiven Symptomen verwechselt werden und zu einer weiteren Erhöhung der Dosis verleiten.
Wechselwirkungen
Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass Johanniskraut zu einem verstärkten Abbau von anderen Wirkstoffen führt. Deshalb wurde das zuvor frei erhältliche Johanniskraut 2003 der Apothekenpflicht unterstellt. Ausgenommen von der Apothekenpflicht sind Zubereitungen, die in einer Tagesdosis bis zu 1g Drogenäquivalent und bis zu 1mg Hyperforin enthalten, Tee und zur äußeren Anwendung bestimmter Frischpflanzensaft oder ölige Zubereitungen (Rotöl). Aufgrund der Wechselwirkungen wurde Johanniskraut in der Republik Irland schon vor einigen Jahren der Verschreibungspflicht unterworfen. Johanniskrautpräparate mit der Indikation „mittelschwere Depression“ unterliegen seit dem 1. April 2009 auch in Deutschland der Verschreibungspflicht.
Johanniskraut induziert das Abbauenzym Cytochrom P450 3A4 in der Leber. Die Abbaurate einer Vielzahl von Wirkstoffen steigt somit an, und sie können ihre Wirkung verlieren. So kann Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille und anderer hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen. Es bestehen auch Wechselwirkungen mit bestimmten AIDS-Medikamenten, Antibiotika wie Clarithromycinund einigen Antidepressiva. Die HIV-Proteasehemmer und das Antibiotikum können ihre Wirkung ganz oder teilweise verlieren, was bei den zugrunde liegenden ernsten Erkrankungen schwerwiegende Folgen haben kann. Auch Immunsuppressiva, die zum Beispiel nach Transplantationen bei die Abstoßungsreaktion des Körpers ge-geben werden, werden abgeschwächt. Es sind Todesfälle bei Johanniskrauteinnah-me mit gleichzeitiger Immunsuppression beschrieben worden. Johanniskraut senk-te in einer schwedischen Studie bei einer Gabe von 600 mg pro Tag mit einem (vergleichsweise hohen) Hyperforin-Gehalt von 4% nach 14 Tagen die Plasma-höchstkonzentration, die Area under the curve und die Halbwertszeit von Finas-terid um etwa 50%. Betroffen sind weiterhin die trizyklischen Antidepressiva Amitriptylin sowie Nortriptylin, Herzglykoside, Antikoagulantien (Phenprocoumon), Methadon, Buprenorphin, Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Valproinsäure), Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Alprazolam, Lorazepam) und benzodiazepinähnliche Substanzen (z. B. Zolpidem und Zopiclon) sowie etliche andere Wirkstoffgruppen. Mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram etc. besteht die Möglichkeit einer Verstärkung serotoninerg bedingte  Nebenwirkungen (Übelkeit, Durchfall, Blutdruckschwankungen, Erregung) bis hin zur Auslösung des lebensgefährlichen Serotonin-Syndroms (starke Blutdruckschwankungen, Fieber, Bewusstseinseintrübung, Verwirrtheit, Krämpfe). Andererseits können einige der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer durch die Beschleunigung ihres Abbaus auch in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Bei Einnahme solcher Kombinationen ist die Wirkung schlecht vorhersehbar.
Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit
Beim Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten. Johanniskraut wurde in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel genutzt.
Verwendung in der Volksmedizin
Das Johanniskrautöl wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung nach Verrenkungen und Verstauchungen, zur Wundheilung (Johanniskraut wirkt entzündungshemmend), bei Blutergüssen und Gürtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden. Auch werden Sonnenbrand und Verbrennungen gelindert. Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, „kaltes Öl“. Man gewinnt es, indem man Johanniskrautblüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt, gelegentlich kräftig schüttelt und in der Sonne stehen lässt. Diesen Vorgang nennt man Mazeration. Mit einem Ansatzschnaps aus Blüten und Kraut werden Einschlafstörungen und innere Unruhe behandelt.
Johanniskraut als Heilkraut
Die Nutzung von Johanniskraut als Heilpflanze geht bis in die Antike zurück. Vor allem als Wundheilmittel fand es breite Anwendung, woher auch sein heutiger synonymer Name Wundkraut herstammen dürfte. In alten Kräuterbüchern (z.B. Matthiolus, Leonhardt Fuchs) wurde das Johanniskraut für zahlreiche weitere Erkrankungen empfohlen. Beispielsweise nutzte man die Samen des Krauts bei inneren Blutungen oder Blasensteinen. Ein Wickel aus in Rotwein gesiedetes Kraut wurde genutzt, um Verstopfungen und andere Verdauungsbeschwerden zu behandeln.
Auch für einige äußere Beschwerden wurde das Johanniskraut empfohlen. So wurden die Blätter beispielsweise gedörrt und pulverisiert, um Hautfäule und Geschwüre zu bekämpfen. Wer an Zittrigkeit und müden Glieder litt, dem sollte es helfen, wenn er das Johanniskraut auf Beine und Arme verrieb.
Einige der historisch verwendeten Behandlungen finden heute kaum noch Beachtung. Dies liegt einerseits daran, dass die Wirkung des Krauts für einige dieser Beschwerden in Frage gestellt wird. Andererseits gibt es für jene Fälle meist auch deutlich bessere Heilkräuter.
Dennoch ist das Johanniskraut auch heute noch eine recht vielseitig einsetzbare Heilpflanze. Die Blätter und vor allem die Blüten enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Wirkstoffe. Erwähnenswert sind die in den Öldrüsen befindlichen Stoffe Hypericin und Hyperforin, die auf das zentrale Nervensystem einwirken können und bei milderen psychologischen Beschwerden und Stress unterstützen können.
Johanniskrauttee
Johanniskraut wird häufig als Tee konsumiert. Es soll bei vielen psychischen Verstimmungen wie Depressionen oder Unruhezustände helfen. Johanniskrauttee wird aber auch für Beschwerden wie Magenverstimmungen oder Gastritis empfohlen, wobei anzumerken ist, dass andere Magenkräuter eher verwendet werden sollten.
Für den Tee können sowohl die Blüten als auch die Blätter verwendet werden. Johanniskrauttee hat einen recht angenehmen Geschmack, wobei die grünen Blätter etwas frischer schmecken und die Blüten etwas intensiver. Für die Zubereitung des Tees können etwa 1 bis 2 gehäufte Teelöffel Blüten oder Blätter pro großer Tasse verwendet werden. Johanniskrauttee kann sowohl als Kaltwasserauszug aber auch heiß verzehrt werden. Werden Blätter verwendet, reicht es aus den Tee etwa 3 bis 4 Minuten ziehen zu lassen. Bei den Blüten sollte es mit etwa 10 Minuten etwas länger sein. Das Teesieb oder der Teebeutel sollte nach spätestens 10 Minuten entfernt werden, da sonst bestimmte Inhaltsstoffe nicht mehr wirken bzw. Wechselwirkungen stattfinden könnten. Pro Tag sollen nicht mehr als 2 bis 3 Tassen über den Tag verteilt getrunken werden.
Um eine positive Wirkung gegenüber nervösen Unruhezuständen zu erreichen, müssen Johanniskrautzubereitungen meistens über mehrere Wochen eingenommen werden.
Das Echte Johanniskraut ist ein lang bekanntes und auch heute noch häufig verwendetes Heilkraut.
Johanniskraut in der Küche
In der Küche bzw. als Würzkraut hat Johanniskraut kaum Bedeutung. Gelegentlich findet es Verwendung für Fischmarinaden. Der Geschmack wird als sehr bitter beschrieben.
Johanniskrautzubereitungen sind auch vereinzelt in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden: dort als Johanniskrautöl („Rotöl“), dem allerdings die innerlichen arzneilichen Wirkungen nicht zugeschrieben werden dürfen.
Produktarten
Es gibt unzählige Arten wie Johanniskrautprodukte verpackt sein können, meistens in Form von: Dragees, Kapseln, Tabletten, Filmtabletten. Enthalten sind das Öl/ Rotöl oder Trockenextrakt. Bekannte Hersteller und Produkte sind z.B. Neuroplant/ Neuroplant 1X1 von Schwabe, Jarsin von Klosterfrau/Cassellamed, Laif (nicht life) von Steigerwald; Tetesept, Zirkulin, Ratiopharm, 1A Pharma. Viele Produkte sind frei verkäuflich und auch preiswert bei Online-Shops, Discountern und Drogeriemärkten (Rossmann, dm) erhältlich. Ein Preisvergleich lohnt sich, da die Preisunterschiede groß sind. Johanniskraut Testsieger sind bei Tests immer wieder Produkte aus der Apotheke. Angeboten werden meistens 300mg, 425mg, 600mg, 650mg, 900mg, seltener 1000mg oder 1800mg.
Achtung! Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Johanniskraut macht empfindlich bei Sonneneinstrahlung. Nicht vor Sonnenbädern einnehmen   oder einreiben.
Die Wirkung mancher Medikamente, vor allem immunsuppressive   Medikamente wird durch Johanniskraut abgeschwächt. Auch die Wirkung von manchen AIDS-Medikamenten, Antibiotika, chemischen Antidepressiva, Herzglykoside, Gerinnungshemmer, Asthmamittel manche Antiepileptika wird   gehemmt.
Außerdem steht Johanniskraut im Verdacht, die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln herabzusetzen. Dieser Verdacht konnte zwar bisher in zahlreichen medizinischen Studien nicht bestätigt werden, aber man sollte ihn sicherheitshalber berücksichtigen.
Es besteht der Verdacht, dass bei einigen Menschen Johanniskraut die Leber schädigt und die Leberwerte ungünstig verändert. Bei längerer Einnahme sollten daher die Leberwerte überwacht werden.
Wenn man starke Medikamente einnimmt, sollte man unbedingt den Arzt zu Rate ziehen, bevor man Johanniskraut anwendet. Auf jeden Fall sollte bei gekauften Johanniskraut-Produkten der Beipackzettel aufmerksam gelesen werden.
 
Namensgebung
Volkstümlich wird das Echte Johanniskraut auch als Herrgottsblut bezeichnet. Der Name bezieht sich auf Johannes den Täufer, da die Pflanze um den Johannistag (24. Juni) herum blüht. Auch der englische Name St John’s wort und der spanische Name hierba de San Juan beziehen sich auf Johannes den Täufer.
 
Geschichtliches
Das Johanniskraut wird schon in der Antike von Dioskurides, Plinius Secundus und Galen lobend erwähnt. Im Mittelalter war es eine der geschätztesten Pflanzen von Paracelsus, der es vor allem aufgrund seiner wundheilenden und blutreinigenden Fähigkeiten empfahl. Auch die Verbindung zwischen Johanniskraut und Licht spielte schon damals eine wichtige Rolle. Die lichtsensibilisierende Wirkung des Johanniskrautes wurde zuerst bei Weidetieren beobachtet, die größere Mengen Johanniskraut gefressen hatten, denn sie bekamen weiße Flecken auf dem Fell, die sogenannte Lichtkrankheit. Außerdem galt das Johanniskraut als dämonenabwehrende Pflanze. Es wurde von Bauern in den Stall gehängt, um das Vieh vor Dämonen zu beschützen. In den Häusern der Menschen hängte man es ans Fensterkreuz, um böse Geister abzuwehren.
Sein Name Teufelsflucht leitet sich von dieser Anwendung ab, denn sogar der Teufel soll angeblich vor dem Johanniskraut flüchten. Mit einem Kranz aus Johanniskraut, der auf das Dach geworfen wurde, wurde früher das Haus vor Blitzschlag geschützt. Zur Vertreibung eines Gewitters wurde etwas Johanniskraut auf den Herd gestreut oder im Ofen verbrannt. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Sage, die davon berichtet, wie bei einem schweren Gewitter eine Stimme aus dem Himmel tönte: "Ist denn keine alte Fraue, die kann pflücken Hartenaue, dass sich das Gewitter stau?"
Mit "Hartenaue" ist das Johanniskraut gemeint. Dieser Name, wie auch "Hartheu" kommt daher, dass das Johanniskraut im Heu harte Stängel ergibt, weil es nicht so weich ist wie getrocknetes Gras oder andere Heupflanzen. Bei den mittsommerlichen Tänzen um das Johannisfeuer trugen die Mädchen früher Kränze aus Johanniskraut.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Johanniskraut ist in Europa, Nordafrika und Nordasien heimisch. Es wächst an sonnigen trockenen Stellen und ist häufig an Wegrändern, Waldrändern, Steinbrüchen und Böschungen zu finden. Es liebt vor allem kalkhaltigen Boden. Das mehrjährige Johanniskraut ist eine ca. 50 - 100 cm hohe Pflanze, die rund um ihren Stängel kleine ovale Blätter hat. Im oberen Bereich ist die Pflanze buschig verzweigt. Die Blätter haben lauter rötlich-braune Punkte, die das rote Öl enthalten. Im Hochsommer blüht es goldgelb mit vielen Einzelblüten, die je 5 Blütenblätter haben. Die vielen braunen Staubblätter sind mit dunkelroten Drüsenpunkten übersät. Wenn man die Blüten zerdrückt, werden die Finger rötlich.
Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie bildet stark verzweigte Wurzelkriechsprosse und eine spindelförmige, bis zu 50 Zentimeter tief reichende Wurzel. Der aufrechte Stängel ist durchgehend zweikantig und innen markig ausgefüllt (nicht hohl). Dadurch unterscheidet sich das Echte Johanniskraut von anderen Johanniskrautarten. Im oberen Bereich des Stängels ist das Echte Johanniskraut buschig verzweigt. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind mehr oder weniger sitzend. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 3 Zentimetern oval-eiförmig bis länglich-linealisch. Die Blattspreite ist dicht mit durchscheinenden Öldrüsen besetzt. Der Blattrand ist mit schwarzen Drüsen punktiert. Bei den zahlreichen durchscheinenden Punktierungen der Spreite handelt es sich um Gewebslücken, die durch Spaltung oder Auseinanderweichen von Zellwänden entstanden sind und in denen das helle ätherische Öl konzentriert ist.
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der meist reichblütige trugdoldige Blütenstand ist aus Dichasien mit (zur Fruchtzeit gut erkennbaren) Schraubeln zusammengesetzt. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bis zu 5 Millimeter lang, länger als der Fruchtknoten, (ei)-lanzettlich, fein grannenartig zugespitzt, mit hellen und schwarzen Drüsen. Die fünf goldgelben Kronblätter sind bis 13 Millimeter lang, nur auf einer Seite gezähnt und am Rande schwarz punktiert. Die Kronblätter enthalten in Gewebslücken das blutrote Hypericin, das beim Zer-reiben (am besten mehrere Blütenknospen nehmen) auf den Fingern eine Rot-färbung hinterlässt. Die einzelnen Kronblätter sind aufgrund ihrer gedrehten Knospenlage etwas asymmetrisch, sodass die ganze Blüte in offenem Zustand einem „Windrad“ ähnlich sieht. Die 50 bis 60, manchmal bis 100 Staubblätter umgeben in drei Büscheln angeordnet den Fruchtknoten. Aus den drei Staubblattanlagen entstehen durch zentrifugales Dedoublement drei Cluster mit insgesamt bis zu 100 Staubblättern; siehe Sekundäre Polyandrie. Der oberständige, ovale Fruchtknoten ist in drei Fächer unterteilt, die kürzer sind als die Kelchblätter. Statt Nektar ist ein anbohrbares Gewebe von unsicherer ökologischer Bedeutung vorhanden.
Die Frucht ist eine schmal-eiförmige, bis 10 Millimeter lange, geriefte dreifächrige Spaltkapsel. Die Samen sind bei einer Länge von etwa 1 Millimetern länglich, gebogen und fein netzförmig.
 
Anbautipps
Das Johanniskraut kann gut im eigenen Garten angebaut werden, denn es ist relativ pflegeleicht. Es braucht einen sonnigen Standort, der am besten kalkreich sein sollte. Dieser Platz kann ruhig ein wenig steinig sein und braucht nicht viele Nährstoffe. Am einfachsten baut man das Johanniskraut durch Ansäen an. Dazu sät man im Frühjahr in Anzuchttöpfchen oder direkt ins Freiland. Die Samen werden dünn mit Erde bedeckt und feucht, aber nicht nass gehalten. Bei der Vorkultur in Töpfchen werden die Pflanzen im Abstand von 15cm ausgepflanzt, sobald sie etwa 10cm hoch sind. Man kann das Johanniskraut auch erst im Hochsommer säen. Dann kann man aber erst im nächsten Jahr mit der ersten Blüte rechnen. Das Johanniskraut ist mehrjährig, verliert aber nach drei bis vier Jahren an einem Standort häufig die Kraft und wächst dann nicht mehr so üppig. Dann wird es Zeit, den Platz für einige Jahre zu wechseln.
Standort
Die Pflanze weist ein hohe ökologisches Toleranzpotenzial auf. Sie besiedelt u.a. sonnige als auch halbschattige Standorte. Die Böden oder die Erde können mager bis fruchtbar sein. Wichtig ist jedoch, dass der Boden durchlässig und gut belüftet ist. Soll er auf lehmigen Standorten angebaut werden, empfiehlt es sich den Boden mit einigen Gaben Quarzsand oder Zuschlagstoffen wie Perlite oder Vermiculit zu lockern. Johanniskraut toleriert neutrale bis leicht saure Böden. Sollten die Böden sauer sein (pH-Wert unter 5,5) empfiehlt es sich die Stellen, wo das Kraut wachsen soll, etwas zu kalken.
Aussaat und Anbau
Das echte Johanniskraut ist ein Lichtkeimer. Die Aussaat kann als Vorzucht in Schalen oder direkt im Freien vorgenommen werden, wobei die Aussaat im Freiland in der Regel bevorzugt wird. Die Johanniskrautsamen können zwischen März und April ausgesät werden. Das Saatgut wird dabei nur leicht auf die Erde oder den Boden angedrückt. Wird das Kraut in Schalen vorgezogen, kann die Pflanze pikiert werden sobald die ersten richtigen Blätter sichtbar werden. Es wird empfohlen die Johanniskrautsamen bereits im späten Oktober oder im frühen März auszusäen. Beim Anbau von Johanniskraut darauf achten, dass nicht mehr als 10 Pflanzen pro m² wachsen.
Düngung
Das Echte Johanniskraut ist ein typischer Schwachzehrer, der nur sehr geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung stellt. Wächst das Kraut in handelsüblicher Kräutererde oder in einem gut bewirtschafteten Gartenboden, sind meist keine zusätzlichen Düngergaben erforderlich.
Krankheiten und Schädlinge
Johanniskraut ist bei sachgemäßer Pflege eher unanfällig für Krankheiten. Bei zu üppiger Bewässerung oder länger anhaltender Luftfeuchte besteht die Gefahr des Befalls durch einen Pilz der die Johanniskrautwelke (auch Rotwelke) verursacht. Ein Befall des Pilzes macht sich durch herabhängende Triebspitzen und einer deutlichen Rotfärbung der Pflanze bemerkbar. Die betroffenen Pflanzen sollten vollständig entfernt werden, da der Pilz schnell Sporen in großer Anzahl entwickelt.
Gießen
Besondere Beachtung in punkto Wasserversorgung braucht das Johanniskraut nicht. Kürzere Trockenphasen mit hohen Temperaturen werden in der Regel gut vertragen. Bei längeren Hitzephasen (länger als eine Woche) sollte die Fläche jedoch kräftig gegossen werden.
 
Sammeltipps
Vom Johanniskraut sammelt man das ganze oberirdische blühende Kraut (die gan-ze Pflanze) und/oder die frisch aufgeblühten Blüten. Die beste Zeit zum Ernten ist in den meisten Gegenden um den 24. Juni herum, denn in dieser Zeit steht das Johanniskraut meistens in voller Blüte. Für Johanniskrautöl braucht man die Blüten, für Tee und Tinktur eignet sich das Kraut. Der Hauptwirkstoff Hypericin ist nur in den Blüten enthalten aber die restliche Pflanze enthält auch viele wertvolle Wirkstoffe. Man sammelt das Johanniskraut am Vormittag, sobald der Tau getrocknet ist. Das gesammelte Kraut bindet man zu kleinen Bündeln und hängt es kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort zum Trocknen auf. Die gesammelten Blüten setzt man entweder sofort in Öl an oder man trocknet zügig sie an luftiger Stelle.
Ernte
Wird Johanniskraut als Nutzpflanze angebaut, können sowohl die Blätter, die Triebe als auch die Blüten verwendet werden. Typische Erntezeit ist die gesamte Blütephase der Pflanze.

Holunder
Die Holunder bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Moschuskrautgewächse. Die Gattung enthält weltweit etwas über zehn Arten, von denen drei in Mitteleuropa heimisch sind. Am bekanntesten von diesen drei Arten ist der Schwarze Holunder, der im heutigen Sprachgebrauch meist verkürzt als Holunder, in Norddeutschland oft auch als „Fliederbeerbusch“ und in Altbayern und Österreich als Holler oder in der Schweiz und im Schwäbischen als Holder bezeichnet wird. Daneben gibt es den ebenfalls strauchförmigen Roten Holunder und den staudenförmigen Zwerg-Holunder. Die Arten wachsen im gemäßigten bis subtropischen Klima und in höheren Lagen von tropischen Gebirgen.
Der Holunderbusch wächst besonders gerne in der Nähe von Behausungen, daher ist es meistens recht einfach, ihn zu finden. Von Mai bis Ende Juni entfaltet er seine weißen Blüten-Dolden, die weithin duften. Als Tee werden seine Blüten gerne für Schwitzkuren bei Fieber und Erkältung eingesetzt. Die schwarzen Holunderbeeren sind sehr Vitamin C haltig und können als Saft, Mus oder Marmelade eingenommen werden. Im Volksglauben hausen die guten Hausgeister in Holunder-Bäumen, daher überlegt sich der abergläubische Landbewohner ganz genau, ob er einen Holunder fällen soll oder nicht. Da der Holunder innerhalb weniger Jahre sehr groß werden kann (bis zu 7 m Höhe und sehr breit), nimmt er im Garten oft sehr viel Platz ein, darum kommt man um das Fällen eines Holunders manchmal kaum herum, vor allem wenn mehrere Holund-er im Garten wachsen.
Der Strauch gehört zu der Familie der Geißblattgewächse. Der Holunder kann eine Höhe zwischen 5 und 6 m erreichen. Er ist mehrjährig und winterhart. Die Äste und Zweige sind aufrecht und stark verzweigt. Die Blätter sind gegenständig und unpaarig gefiedert. Ein Blatt setzt sich aus fünf bis sieben oval elliptische Teile zusammen. Die Blattränder sind gezähnt. Die Blüten sind cremeweiß und duftend. Sie bilden Doldentrauben. Diese erscheinen zwischen April bis Juli. Nach der Blüte entwickeln sich purpurschwarze Beeren. Die Rinde des Strauchs ist rissig. In den hellbraunen Zweigen ist weißes Mark enthalten.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Erkältungen,
Heilwirkung: anregend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Abwehrschwäche, Abszesse, Akne, Angina pectoris, Arteriosklerose, Arthritis, Asthma, Atemwegserkrankungen, Augenentzündung, Bindehautentzündung, Blähungen, Blasenentzündung, Bronchitis, Cellulite, Diabetes, Ekzeme, Erkältung, Erschöpfung, Erysipel, Falten, Fieber, Furunkel, Fußschweiss, Gelenkentzündung, Geschwollene Füße, Gicht, Grippe, Gürtelrose, Hämorrhoiden, Halsschmerzen, Harndrang, Hautentzündungen, Hautpflege, Heiserkeit, Herpes, Heuschnupfen, Hexenschuss, Husten, Insektenstiche, Ischias, Juckreiz, Kehlkopfentzündung, Kniegelenksentzündung, Knieschmerzen, Knochenschwäche, Kopfschmerzen, Kreislaufschwäche, Leberschwäche, Luftröhrenkatarrh, Magen-Darm-Entzündung, Migräne, Milchbildung, Müdigkeit, Nebenhöhlenentzündung, Nervosität, Neuralgien, Nierenschwäche, Ödeme, Ohrenschmerzen, Orangenhaut, Osteoporose, Quetschung, Prellung, Rheuma, Schlafstörungen, Schmerzen, Schnupfen, Schweißfüße, Sommersprossen, Sonnenbrand, Überanstrengte Augen, Übergewicht, Verbrennungen, Verstauchung, Verstopfung, Wassersucht, Wunden, Zahnschmerzen, Zellulite
wissenschaftlicher Name: Sambucus nigra
Pflanzenfamilie: Geissblattgewächse = Caprifoliaceae
englischer Name: Elder
volkstümliche Namen: Alhorn, Backholder, Betschel, Eiderbaum, Elder, Eller, Ellhorn, Flieder, Hölder, Holder, Holderbusch, Hollerbusch, Holler, Hollunder, Huskolder, Keilken, Kelkenbusch, Kischke, Schwarzholder
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Beeren Achtung! Das Grüne der Pflanze ist giftig
Inhaltsstoffe: Glycoside, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Vitamin C
Wirkstoffe: Im Holunder sind ätherische Öle, Pflanzenschleim, Vitamine, Gerbstoffe und Harze enthalten.
Sammelzeit: Blüten: Juni und Juli, Beeren: September und Oktober
 
Anwendung
Blüten
Bei Erkältungskrankheiten und Fieber kann man die Holunderblüten als Tee trinken und sich danach zum Schwitzen ins Bett legen. Auch zur Stärkung des Immunsystems eignet sich ein Holunderblüten-Tee. Aufgrund der harntreibenden und blutreinigenden Wirkung, ist Holunderblüten-Tee auch bei Krankheiten wie z.B. Rheuma und Hautunreinheiten geeignet. Allerdings ist die Wirkung hier nicht medizinisch nachgewiesen. Die entgiftenden Eigenschaften der Holunderblüten unterstützen Schlankheitskuren. Äußerlich kann man Holunderblüten-Tee zur Hautpflege einsetzen. Leichte Verbrennungen und Hautentzündungen können gelindert werden.
Beeren
Da die Beeren viel Vitamin-C enthalten, sind sie, als Saft getrunken, geeignet die Abwehrkräfte im Winter zu steigern, sodass es gar nicht erst zu Erkältungen kommt. Der Beerensaft wirkt auch leicht abführend.
Blätter und Rinde
Eine stärkere abführende Wirkung wird den Blättern und der Rinde zugesprochen. Diese sind jedoch leicht giftig, sodass man besser auf andere abführende Mittel zurückgreifen sollte. Die Blätter haben auch eine heilende Wirkung auf die Haut. Man kann sie als Salbe gegen Quetschungen, Verstauchungen und Hautwunden einsetzen. Auch als Breiumschlag kann man die Blätter anwenden.
Gesundheit
Die Blüten des Holunders sollen eine harntreibende, schweißtreibende, antirheuma-tische, erweichende und hustenlindernde Wirkung haben. Die Früchte die Wurzeln sollen reinigend, abführend und fiebersenkend wirken. Holunderwein soll gegen Rheuma, Asthma und Gicht, Holundersaft gegen Erkältungskrankheiten, Rheuma und Nervenschmerzen helfen. Die Beeren können in Haarspülungen genutzt wer-den.
Küche
Die reifen Beeren des Holunders werden zur Zubereitung von Marmeladen, Gelees, Säften, Kuchen, Süßigkeiten und Pfannkuchen verwendet. Sie sind auch Bestandteil einiger Weißweine. Sehr schmackhaft sind in Backteig getränkte und anschließend ausgebackene Blütendolden. Die Blütendolden werden auch zum Ansetzen von Bowlen und Erfrischungsgetränken genutzt. Vorsicht! Die reifen Beeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Sie sind giftig und können Erbrechen und Übelkeit verursachen.
 
Geschichte
Der Holunder spielte schon vor Jahrtausenden eine wichtige Rolle in der Heilkunde. Schon Hippokrates aus Griechenland, der 460-377 v. Chr. lebte pries die Heilkraft des Holunders. Er nannte ihn gar einen Medizinschrank. Gegen Verstopfung, Wassersucht und Frauenbeschwerden wurde der Holunder von Hippokrates empfohlen, Anwendungen, die auch heute noch für den Holunder typisch sind. Auch Theophrastus von Eresos, Plinius der Ältere und Dioskurides beschrieben und würdigten den Holunder. Nördlich der Alpen galt der Holunder den Kelten und Germanen als heiliger Baum, der die Göttin verkörperte. Im Holunder sollten die guten Hausgeister wohnen und das Haus und seine Bewohner vor Schaden bewahren. Daher sollte man den Holunder auch weder beschneiden noch fällen, denn durch die Entfernung des Holunders beraubte man die guten Hausgeister ihrer Wohnstätte. Wenn sich das Fällen eines Holunders nicht vermeiden lies, musste man ihn mit folgenden Worten um Verzeihung bitten: "Frau Ellhorn, gib mir von deinem Holz, so will ich dir auch von meinem geben, wenn es wächst im Walde."
Nur Witwen und Waisen waren angeblich in der Lage, ungestraft Holunderholz zu schneiden, denn sie waren sowieso schon vom Tod gezeichnet. Außer zu Heilzwecken wurde der Holunder auch zu zahlreichen magischen Zwecken verwendet.
Daher erstaunt es kaum, dass der Holunder im Rahmen der Christianisierung etwas in Verruf geriet. Aus dem heiligen Baum wurde plötzlich ein Baum des Teufels. So schrieb auch Hildegard von Bingen, dass der Holunder kaum zur Anwendung beim Menschen tauge. Andere Heilkundige des Mittelalters und der Neuzeit ließen sich von theologischen Vorbehalten weniger abschrecken und empfahlen den Holunder aufgrund seiner vielfältigen Heilfähigkeiten. Zu ihnen gehört Thomas von Aquin, Otto Brunfels, Hieronymus Bock, Paracelsus und Leonhart Fuchs (alle zwischen 1200 und 1600 n. Chr.).
Leonhart Fuchs schreibt unter anderem: "Die jungen Dolden und Bletter gleich wie andere Kreüter gesotten, und in der Speiß genossen, treiben aus den Rotz, Pituitam genannt, und die Gallen. Die Wurzel in Wein gesotten, und in der Speiss genossen, ist den Wassersüchtigen seer gut, dan sie treibt gewaltig das Wasser aus dem Leib. Auch Sebastian Kneipp, Maria Treben und andere Kräuterkundige der Neuzeit schätzen den Holunder sehr.
 
Pflanzenbeschreibung
Der schwarze Holunder ist in Mitteleuropa heimisch. Er ist eine häufige Pflanze. Der Holunder ist ein Strauch oder Baum, der ca. 7 m hoch werden kann und häufig sehr buschig und breit ist. Sehr gerne wächst der Holunder in der Nähe von Häusern. Oft schmiegt er sich richtiggehend an die Häuser an. Die Rinde der Stämme und Äste ist warzig und riecht leicht unangenehm. Die Zweige sind hohl und enthalten ein weiches Mark. Daher sind Holunderzweige auch zum Bauen von einfachen Flöten beliebt. Die Blätter sind unpaarig gefie-dert. Zwischen Mai und Juli blühen die großen weiß-gelblichen Blüten in Trugdolden. Sie duften fruchtig-würzig mit dem unverwechselbaren Holunder-Aroma. Im Spätsommer bis Herbst reifen die Blüten zu schwarzen Beeren heran.
Achtung! Roh sind die Beeren leicht giftig. Auch die Blätter, Zweige und Rinde sind leicht giftig.
Holunder-Arten sind meist verholzende Pflanzen und wachsen als Halbsträucherm Sträucher oder kleine Bäume. Sie erreichen meist Wuchshöhen von 1 bis 15 Metern und sind oft sommergrün. Die gegen-ständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert und bestehen aus drei bis neun elliptischen, meist gesägten Fiederblättchen. Manchmal kann man an den basalen Fiederpaaren Ansätze zu sekundärer Fiederung erkennen. Die Nebenblätter sind groß bis unauffällig oder fehlen, manchmal sind sie zu Drüsen oder einem Haarsaum reduziert.
In endständigen, schirmtraubigen oder rispigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen. Die zwittrigen Blüten sind meist radiärsymmetrisch und drei- bis fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei bis fünf winzigen Kelchblätter sind zu einer kurzen Röhre verwachsen. Die drei bis fünf meist weißen Kronblätter sind kurz verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden, die in der Basis der Krone inseriert sind. Die Staubbeutel sind länglich. Drei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem drei- bis fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtblatt ist nur eine Samenanlagevorhanden. Der sehr kurze Griffel endet in drei bis fünf kopfigen Narben.
 
Anbau
Normalerweise braucht man den Holunder nicht gezielt anbauen, weil er sich in Gärten häufig von selber ansiedelt. Früher war man sogar der Meinung, dass man den Holunder nicht anpflanzen sollte, sondern dass man ihm die Chance geben sollte, sich seinen Platz selbst zu suchen. Doch was tut man, wenn in der heimischen Gegend nicht so viele wilde Holunder-Bäume wachsen, dass ihre Abkömmlinge von selbst in den eigenen Garten kommen? Dann spricht aus heutiger Sicht nichts gegen den gezielten Holunder-Anbau.
Die Pflege bestehender Holunder-Bäume ist einfach, doch ihre Anzucht ist relativ kompliziert. Holunder liebt die Nähe zu menschlichen Siedlungen, das vereinfacht den Anbau im Garten. Der Holunder toleriert die meisten Boden-Arten, am liebsten ist ihm jedoch ein lehmiger Boden, aber auch auf sehr kalkreichem Boden gedeiht der Holunder. in sonniger Standort wird vom Holunder bevorzugt, auch die Früchte profitieren vom Sonnenlicht, aber man kann den Holunder auch an halbschattigen Standorten pflanzen. Da der Holunder bis zu 7 Meter hoch und sehr breit werden kann, sollte man ihm einen Platz geben, an dem er sich ausbreiten kann. Im Umkreis des Holunders haben die meisten anderen Pflanzen Probleme zu gedeihen. Daher sollte man den Holunder nicht direkt am Gemüsebeet anbauen.
Der Holunder kann aus Samen angezogen werden. Holunder-Samen sind Kaltkeimer, daher brauchen sie eine Kälteperiode, um zu keimen.
Anzucht
Am besten sät man die Holunder-Samen gleich nach der Reifung, also im frühen Herbst. Zur Ansaat eignet sich beispielsweise ein kaltes Frühbeet. Wenn man den Holunder erst im Frühjahr säen will, sollte man die Anzuchtkästen zunächst zwei Monate warm stellen, bei etwa 20°C, und anschließend zwei Monate kalten stellen, unter 0°C. Danach stellt man die Holunder-Anzuchtkästen in die normale SommerWärme. Sobald die Samen gekeimt haben und kleine Pflänzchen herangewachsen sind, kann man sie in größere Töpfe vereinzeln. Mit etwa 20 bis 50 cm Größe kann man die jungen Holunder-Pflanzen dann ins Freiland an ihren endgültigen Standort pflanzen. Wenn die Pflanzen im Verlauf des Sommers nicht groß genug werden, überwintert man sie im Anzuchtgefäß an geschützter Stelle und pflanzt sie erst im nächsten Sommer aus.
Stecklinge
Anstelle der Ansaat kann man Holunder auch durch Stecklinge vermehren. Dazu schneidet man im Hochsommer Triebe bis in den halbverholzten Bereich, etwa 10 cm lang. Die Blätter des Triebes kürzt man etwa auf die Hälfte, damit sie nicht soviel Nahrung brauchen. Dann stellt man den abgeschnittenen Trieb bzw. die Triebe in ein Wasserglas und stellt es an einen warmen, hellen Platz. Sobald die Triebe gut durchwurzelt sind, kann man sie in Töpfe pflanzen. Alternativ steckt man den abgeschnittenen Trieb in feuchte Erde und hüllt den Trieb samt Töpfchen in eine Plastikhülle, damit der Steckling in hoher Luftfeuchtigkeit gedeihen kann.
Pflege
Ein Holunder-Baum braucht kaum Pflege. Beschneiden der Äste verträgt der Holunder meistens problemlos, ist aber für das normale Gedeihen der Pflanze nicht notwendig. Man sollte jedoch nicht zu viel auf einmal schneiden, sonst bilden sich senkrechte Wassertriebe, die in Höhe schnellen. Wenn man den Holunder fällt, treibt der Stumpf meistens wieder neue Triebe aus. Nach wenigen Jahren ist ein neuer Baum herangewachsen.
 
Sammelhinweise
Die Sammelzeiten für die verschiedenen Teile des Holunders sind unterschiedlich:
Blüten:   Mitte Mai bis Juli
Beeren:   August bis Oktober
Blätter:   Mai bis Juni
Rinde:   Februar bis März und Oktober bis November
Wurzel:   Februar bis März und Oktober bis November
Blüten
Die Blüten sammelt man in den ganzen Dolden. Diese Dolden legt man auf eine saubere Unterlage in einem zum Trocknen geeigneten Behälter, beispielsweise in eine Pappkiste. Zum Trocknen stellt man die Blüten an einen luftigen, schattigen Platz. Die Doldenform sorgt dafür, dass die Blüten ziemlich locker liegen und dadurch gut trocknen können. Sobald die Blüten getrocknet sind, rebelt man sie von den Doldenstengeln ab und bewahrt sie trocken und lichtgeschützt auf.
Beeren
Die Früchte der Holunderbeeren reifen nicht zur gleichen Zeit, daher gibt es an vielen Dolden reife und unreife Beeren. In diesem Fall erntet man entweder nur einen Teil der Dolde oder man entfernt nach dem Sammeln die unreifen Beeren. Die Färbkraft des Beerensaftes ist so stark, dass sich die Finger verfärben. Daher sollte man auch auf seine Kleidung achten. Die Beeren müssen sehr bald nach der Ernte verarbeitet werden, weil sie zum Schimmeln neigen. Meistens werden die Beeren zu Saft, Marmelade oder anderen feuchten Zubereitungen verarbeitet. Mit einem Dörrgerät kann man sie jedoch auch trocknen. Alternativ zum Dörrgerät kann man die Beeren auch im Backofen trocknen. Dieser sollte dazu aber maximal 40°C heiß sein. Die Backofentür lässt man offen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Blätter
Die Blätter werden gesammelt, solange sie in gutem, makellosen Zustand sind.
Dann verwendet man sie entweder frisch für Salben oder man trocknet sie. Man legt sie auf eine saubere Unterlage in einem zum Trocknen geeigneten Behälter, beispielsweise in eine Pappkiste. Zum Trocknen stellt man die Blätter dann an einen luftigen, schattigen Platz. Sobald die Blätter getrocknet sind bewahrt man sie trocken und lichtgeschützt auf.
Rinde
Die Rinde wird von den jungen aber schon verholzten Zweigen geschabt. Die Legende besagt, dass Rinde, die man von oben nach unten schabt, als Abführmittel dient und Rinde, die man von unten nach oben schabt, als Brechmittel dient.  Nach der Ernte wird die Rinde möglichst zügig getrocknet. Wenn es warm und trocken ist, kann man sie einfach im Zimmer oder an einem luftigen, schattigen Ort trocknen. Bei feuchtem, kühlen Wetter kann man die Rinde auch im Dörrgerät oder Backofen bei bis zu 40°C trocknen.
Wurzel
Die Wurzel wird im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr geerntet. Wenn man von einem kräftigen Baum nur wenige, kleine Wurzelstücke erntet, verkraftet der Baum die Prozedur meistens problemlos.
Die Wurzel wird zunächst trocken saubergerieben und dann mit kaltem Wasser gereinigt. Anschließend schneidet man sie in Stücke und trocknet sie an einem warmen Platz, im Dörrgerät oder im Backofen bei bis zu 40°C.
 
Bachblüten
Ich gelte als vorwurfsvoller Mensch (Beech)
Dieser Mensch gilt als ein vorwurfsvoller Mensch
Die Bachblüte kann die Vorwurfshaltung herunterschrauben
Bachblüten
Um andere zu gefallen (Centaury)
Diese Menschen tun alles um ihren Mitmenschen zu gefallen
Mit der Blüte können sie dies abstreifen
Philosophie der chinesischen Medizin
Anders als im Abendland hat im chinesischen Denken stets die Synthese dominiert. Es betont das bildhaft – analoge Denken im Unterschied zu einem „mechanischen kausalitätsdenken“.
Im chinesischen Verständnis sind Gesundheit und Lebenspflege untrennbar mit der Vorstellung von Fließen, Ausgewogenheit und Austausch verbunden. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass alle körperliche und psychischen Vorgänge im Menschen einander wechselseitig beeinflussen.
Beim gesunden Menschen fließt die Lebensenergie frei
Nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Ursachen von E-rkrankungen meist Blockaden im Energiesystem oder ein Mangel bzw. Überschuss der Lebenskraft Qi. Bei einem gesunden und glücklichen Menschen fließt die Energie frei durch das Meridiansystem. Durch falsche Lebensführung, das Alter, psychische Probleme oder natürliche Schwachstellen des Körpers kann es zu einem Ungleichgewicht kommen. Unsere erfahrenen TCM-Therapeuten helfen nun, diese Energien wieder in Fluss zu bringen. So kann der Körper wieder in seinen natürlichen Zustand der Gesundheit zurückfinden und die Selbstheilungskräfte aktivieren. Der Körper kann seine ureigene Intelligenz wieder nutzen zur Heilung.
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