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Estragon
Estragon, veraltet auch Dragon bzw. Dragun genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler und ist relativ nahe mit dem Wermut verwandt. Handelsüblicher frischer oder getrockneter Estragon stammt aus landwirtschaftlichem Anbau, der am deutschen und österreichischen Markt vorrangig aus den Balkanländern und den Niederlanden kommt.
Der Estragon ist als Küchengewürz wohlbekannt, und wird vor allem in der französischen und italienischen Küche gern verwendet. Sein Einsatz als Gewürz ist jedoch nicht nur wegen seines Geschmacks sinnvoll, sondern auch, weil er die Verdauungsorgane stärkt und dadurch bei der Verdauung von schweren Speisen hilft. Dass der Estragon jedoch auch noch andere Heilwirkungen hat, ist nur wenigen bekannt. Als Heilpflanze wird er eher selten eingesetzt.
Feinschmecker sagen dem Estragon nach, zu den edelsten und feinsten Küchenkräutern zu zählen. Das Sprichwort „Weniger ist oftmals mehr“ stellt der Estragon allerdings nachhaltig unter Beweis. Hoch dosiert kann er eine vorübergehende Betäubung der Geschmacksnerven bewirken!
Estragon hat seinen Ursprung in Russland (Sibirien und Mongolei). Heute wird seine Kulturform überwiegend in Frankreich aber auch in Deutschland, Italien und Nordamerika angebaut. Das Aroma junger Estragonblätter ist einzigartig dominant. Ein wenig Fenchel, ein wenig Anis gepaart mit einer unterschwelligen Lakritznote, diese Geschmacksnote macht Estragon unverwechselbar. Getrocknet verliert das Küchenkraut allerdings stark an Geschmack und Wirkung. Seine Blätter schmecken dann sogar fast unangenehm bitter.
 
Steckbrief
Heilwirkung: beruhigend, harntreibend, schmerzstillend, Husten, Fieber, Rekonvaleszenz, Appetitlosigkeit, Blähungen, Magenschwäche, Übelkeit, Schluckauf, Würmer, Gallenschwäche, Nieren anregend, Ödeme, Stoffwechsel fördernd, Rheuma, Gicht, Vitamin C Mangel, Frühjahrsmüdigkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit, Zahnschmerzen, Menstruationsfördernd, Wechseljahresbeschwerden, Muskelkrämpfe
wissenschaftlicher Name: Artemisia dracunculus
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Tarragon
volkstümliche Namen: Bertram, Biertram, Drabenkraut, Drachantkraut, Dragon, Dragonellikraut, Dragunwermut, Drakonkraut, Eierkraut, Escadron, Kaisersalat, Schlangenkraut, Trabenkraut, Trachant
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Asparagin, Beta-Sitosterol, Carvon, Cumarine, Estragol, Eugenol, Gerbstoff, Glutaminsäure, Kalium, Kampfer, Jod, Limonen, Menthol, Phenol, Phytosterole, Salizylsäure, Thujon, Umbelliferon, Vitamin C, Zink
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Estragon hat ein leicht bitteres, pfeffriges bis süßliches Aroma, mitunter wird es als leicht scharf empfunden. Die Hauptbestandteile des ätherischen Öls sind Estragol, trans- und cis-β-Ocimen, Anethol sowie Terpene.
Sammelzeit: Mai bis Juli
 
Anwendung
Traditionell verwendet man die jungen Triebe oder die Blätter, die mehrmals im Jahr geerntet werden können, zum Würzen. Die Blätter haben ein leichtes Anisaroma. Da der Gehalt an würzenden ätherischen Ölen kurz vor der Blüte am höchsten ist, werden die 20 bis 30 Zentimeter langen Triebspitzen zu diesem Zeitpunkt abgeschnitten. Die häufig angebaute Samen produzierende Varietät Russischer Estragon überlebt bis −10 °C. Der infertile Französische Estragon oder als Synonym Deutscher Estragon genannt, muss vegetativ vermehrt werden und ist frostempfindlich. Meist wird der Russische Estragon in den Gärtnereien angebaut. Er besitzt wegen des geringeren Gehalts an ätherischem Öl jedoch kaum Estragon-Aroma. Auch eine phytochemische Charakterisierung zeigt deutliche Unterschiede im Flavonoid-Fingerprint. Estragon wird zur Aromatisierung von Essig und Senf, zum Würzen von eingelegten Gurken, von Geflügel, Reis oder gekochtem Fisch sowie bei der Saucen- und Marinadenherstellung (z. B. Sauce béarnaise), außerdem zum Würzen von Salat, Quark, Kräuterbutter und Suppen verwendet. Neben Petersilie, Schnittlauch und Kerbel gehört Estragon zu der klassischen französischen Kräutermischung Fines herbes. In Georgien ist Estragonlimonade ein verbreitetes Erfrischungsgetränk.
Der Estragon ist vorwiegend als Küchengewürz bekannt, aber er hat auch mehrere Heilwirkungen. Die Schulmedizin verwendet den Estragon jedoch kaum, weil sie Angst vor dem Stoff Estragol hat, der im Estragon enthalten ist. Die Volksheilkunde verwendet den Estragon jedoch gerne, vor allem die französische.
Verdauungstonikum
Der Haupteinsatzbereich des Estragons ist die Stärkung der Verdauungsorgane. Mit seinen Bitterstoff regt der Estragon die Bildung der Magensäfte an. Daher wird er gerne als Gewürz von schweren Speisen verwendet. Die ätherischen Öle des Estragons helfen gegen Blähungen. Dazu kann man einen Tee aus dem Estragon trinken. Auch wenn nach längerer Krankheit der Appetit verlorengegangen ist, kann Estragon-Tee helfen. Auch bei Schluckauf soll der Estragon helfen, wenn man die frischen Blätter kaut. Selbst gegen Wurmbefall soll der Estragon helfen können, wenn man reichlich Estragontee trinkt.
Stoffwechsel anregend
Als Tee getrunken kann der Estragon auch die Tätigkeit der Nieren fördern und den Stoffwechsel anregen. Dadurch hilft er auch gegen rheumatische Erkrankungen und Gicht. Wasseransammlungen im Körper werden ausgeschwemmt.
Frauenbeschwerden
Durch die Phytosterole, die im Estragon enthalten sind, wirkt der Estragon regelnd auf den Menstruationszyklus und kann verspätete Monatsblutungen auslösen.
Daher darf der Estragon nicht in der Schwangerschaft angewendet werden!
In den Wechseljahren leistet der Estragon jedoch wertvolle Dienste bei der Linderung von Wechseljahresbeschwerden.
Weitere Einsatzgebiete
Außer den genannten Bereichen hilft der Estragon auch gegen Husten und kann bei Erkältungen gegen Fieber verwendet werden. Durch seinen Vitamin-C-Gehalt kann man ihn gegen Vitamin-C-Mangel und Frühjahrsmüdigkeit einsetzen. Da der Estragon beruhigend wirkt, kann er auch bei nervöse Unruhe und Schlafbeschwerden helfen.
Äußerlich
Bei Zahnschmerzen und rheumatische Gelenkschmerzen kann man Breiumschläge aus den frischen Estragon-Blättern zubereiten und auflegen.
Estragon als Heilkraut
Estragon wird gelegentlich auch als Heilkraut verwendet bzw. empfohlen, wenngleich meist deutlich bessere Heilkräuter zur Verfügung stehen. Aufgrund der enthaltenden Inhaltsstoffe soll Estragon die Verdauung unterstützen und appetitanregend wirken. Weiterhin soll Estragon leichtere Zahnschmerzen lindern.
Im Mittelalter war der Estragon eine als Heilkraut anerkannte Pflanze, die dort meist unter dem Namen Dragun oder Dragoncell bekannt war. Im Kräuterbuch von P.A. Matthioli kam die Pflanze vor allem bei Verstopfungen, bei kaltem Magen oder als harntreibendes Mittel zum Einsatz. Wie und auf welche Form das Kraut dargereicht wurde, ist jedoch nicht bekannt.
In einigen arabischen Ländern wird Estragon als Heilpflanze gegen epileptische Erkrankungen verwendet. Als wirksame Stoffe werden in Studien die im ätherischen Öl vorhandenen Monoterpene angeführt. In der chinesischen Medizin gilt Estragon als entspannend für das Qi und ist dort vor allem für die Organe Milz, Magen und Leber relevant. In der Homöopathie wird Estragon gelegentlich als menstruationsförderndes Mittel verabreicht
In der Volksmedizin ist Estragon als Heilkraut durchaus ein Begriff, wenngleich es selten verwendet wird. Es wird vor allem bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, zur Entgiftung, als Appetitanreger und zur Förderung der Verdauung eingesetzt.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Man sammelt das blühende Kraut (Herba Dracunculi) von Mai bis gegen Ende Juli. Es wird im Schatten getrocknet und kleingeschnitten in dunklen Gläsern aufbewahrt. Das Aufbewahren in Leinen- oder Tüllsäckchen, wie es die Hausfrauen vielfach tun, ist gerade beim Estragon falsch, da ein Großteil des Aromas verloren.
Heil- und Wirkstoffe
Aus den frischen Blütensprossen gewinnt man das leicht verflüchtigende Estragonöl (Oleum Dracunculi). Ferner wurden Bitterstoffe, Gerbstoffe und noch nicht näher bestimmte Säuren nachgewiesen.
Heilwirkung
Das Estragonkraut kennen unsere Hausfrauen doch hauptsächlich nur vom Est-ragonsenf her, der wegen seines typischen aromatischen Geruches und Geschmackes ebenso viele Anhänger wie Gegner hat. Auch über den EstragonKräuteressig sind die Meinungen geteilt.
Als Heilpflanze dagegen fällt alles Für und Wider weg und wir sollten die Heilkräfte dieser Pflanze schützen lernen.
Der Tee aus den Blättern und Blütensprossen wird als Aufguss bereitet. ½ Teelöffel für eine Tasse, 1-2 Tassen am Tage, schluckweise und zuckerlos getrunken. Dies ist ein sehr gutes Mittel bei Appetitlosigkeit, besonders wenn durch eine längere Krankheit der Appetit verloren ging und sich so gar nicht recht einstellen will. Estragon findet seine auschließliche
Anwendung in der Volksheilkunde
Die Heilkraft bei katarrhalischen Erkrankungen wird sehr gelobt. Bei Stoffwechselerkrankungen, bei Skorbut, als harnförderndes Mittel, als Heiltrank bei zu schwacher Nierentätigkeit und als mentstruations – regelförderndes Mittel wird Estragon in der Volksheilkunde vielfach verwendet.
Eine Teekur bringt auch die Eingeweidewürmer zum Abgang
Ältere Leute verwenden den Tee gerne bei Wassersucht.
Anwendung in der Küche
Ähnlich wie die Brunnenkresse und der Boretsch wird das Estragonkraut in der Küche als Gewürz zu Salaten, beim Einlegen der Gurken, als Estragonsenf und vielfach zur Bereitung des Bertram-Estragon Kräuteressig verwendet.
REZEPT FÜR DIE BEREITUNG DES ESTRAGON-ESSIG: Die frischen jungen Zweige mit den Blättern werden in Stücke geschnitten, bis zu Hälfte in eine 2 Liter-Flasche gebracht und der Rest mit gutem Weinessig gefüllt. Man stellt die Flasche durch 1-2 Wochen an die Sonne und filtriert dann in kleine Flaschen ab. Der so bereitete Estragon-Essig wird gut verkorkt und dunkel aufbewahrt und bei Gebrauch ganz nach Geschmack mit abgekochtem kaltem Wasser verdünnt.
Das Estragonöl findet hauptsächlich Anwendung in der Parfümerie.
Wie im Teil Systematik erwähnt, unterscheidet man beim Estragon unterschied-liche Typen. Der Russische Estragon, welche als Urform gilt, ist geschmacklich etwas schwächer als der Französische oder Deutsche Estragon. Dies liegt daran, dass der Russische Estragon geringere Anteile an den geschmackstragenden ätherischen Ölen aufweist, die den typischen Estragongeschmack ausmachen. Der Deutsche Estragon kann als Zwischenform bezeichnet werden und liegt sowohl von der Bitterkeit und vom Aroma zwischen den beiden anderen Varietäten. Insgesamt kann das Aroma bzw. der Geschmack als süßlich aromatisch mit einer feinen Note nach Anis bezeichnet werden.
Die Blätter des Estragons passen hervorragend zu Fleisch (v.a. Lamm und Geflügel), Ei- und Käse- und Rahmgerichten sowie als Gewürz für Fischgerichte. In einigen Kochbüchern wird empfohlen, Estragon immer pur - d.h. ohne weitere Kräuter - zu verwenden. Andere empfehlen, dass Kräuter wie Kerbel oder Liebstöckel eine interessante Ergänzung zum Estragon ergeben.
Estragon kann mit der Speise gekocht werden. Das Aroma wird beim Kochen nicht beeinträchtigt, im Gegenteil, der Geschmack wird beim Kochen sogar intensiver.
Estragon ist eines der Hauptbestandteile der Sauce Bearnaise. Diese Sauce besteht zum großen Teil aus Eigelb und Butter und wird vor allem mit Kräutern wie Kerbel und Estragon verfeinert. Die Sauce wird vor allem zu gegrilltem Fleisch oder zu Fisch serviert.
Eine weitere Delikatesse ist Estragonsenf, der meist aus Dijonsenf, etwas Honig und Essig hergestellt wird. Ein solcher Senf passt hervorragend zu gegrillten Fleich- und Gemüsegerichten sowie zu Fisch.
 
Pflanzenkunde
Estragon zählt zur botanischen Familie der Korbblütler. Er wird bis zu 150 Zentimeter hoch und ist buschig verzweigt, es handelt sich um eine mehrjährige Pflanze. Die grün bis blaugrünen, lanzettförmigen Blätter werden bis zu fünf Zentimeter lang und einen Zentimeter breit. Die Blüten bilden kleine Nüsschen aus. Geläufig ist Estragon auch unter den Synonymen Bertram, Dragon(-beifuß), Eier-, Kaiser- und Schlangenkraut.
Unterschieden werden folgende Sorten:
Deutscher (auch Französischer) Estragon: intensiv aromatisch, fein-würzig, leicht süß, mitunter Anis und Fencheltöne. Der Anbau ist nur durch Stecklinge e bzw. Pflanzenteilung möglich.
Russischer (auch Sibirischer) Estragon: weniger würzig, leicht herb bis bitter, robuster (winterhart). Der Anbau ist durch Direktsaat aus Samen möglich.
Hinweis: Im Garten sollte eine Nachbarschaft zu Petersilie vermieden werden, da sich die beiden Pflanzen nicht „vertragen“.
 
Geschichtliches
Ursprünglich stammt der Estragon wohl aus dem fernen Osten. Im alten China wurde er schon zwischen 1000 und 2000 vor Chr. als Gewürz erwähnt. In Südeuropa kommt er auch schon seit langer Zeit wild vor. Die Römer benutzen ihn aber anscheinend nicht. Die Araber benutzten ihn jedoch gerne als Gewürz. Sie nannten ihn tarhun, was auf seiner späteren Reise nach Europa zu dragon wurde. In Italien wird der Estragon erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. In Mitteleuropa tauchte der Estragon erst im 16. Jahrhundert auf. Tabernaemontanus (gest. 1590) erwähnt ihn unter dem Namen Drakonkraut. Aus dem drakon wurde in Frankreich Estragon, was sich dann auch in Deutschland als Name eingebürgert hat.
 
Pflanzenbeschreibung
Estragon ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 60 bis 150 Zentimeter erreicht. Die zahlreichen, schwach behaarten, lineal-lanzettlichen Blätter sind ungestielt, ganzrandig oder schwach gesägt und 2–10 Zentimeter lang. Der selten blühende Estragon hat gelbe kleine Blütenköpfchen, die in Rispen stehen. Diese sind 2–3 Millimeter groß und armblütig. Die äußeren Hüllblätter sind größtenteils grün, länglich-elliptisch, die inneren sind eiförmig und breit hautrandig. Die Randblüten sind weiblich, die Scheibenblüten zwittrig. Die Blütenkrone ist gelblich.
Der Estragon ist in Südeuropa und Asien heimisch. Auch in Russland wächst eine Unterart des Estragons, die jedoch weniger aromatisch ist. Er ist ein naher Verwandter von Beifuß und Wermut und gehört zur gleichen Gattung namens Artemisia. Als Korbblütler ist er entfernt verwandt mit Ringelblume, Kamille und Löwenzahn, sieht jedoch mit seinen kleinen Blüten vom Erscheinungsbild her ganz anders aus. In Mitteleuropa wird der Estragon in Gärten angebaut, vor allem in Frankreich, wo er sehr beliebt ist, im Gegensatz zu Deutschland, wo er eher ein Schattendasein fristet. Der Estragon mag warme, sonnige Standorte und gedeiht nicht an feuchten oder kalten Plätzen. Er wird im Normalfall bis zu 1,20 hoch, kann an besonders guten Standorten aber auch deutlich über 2 m hoch werden. Die mehrjährige Staude treibt im Frühjahr mehrere kraftvolle Triebe aus dem Boden, sobald es etwas wärmer geworden ist. Dann wachsen schnell mittel-dicke Stängel in die Höhe, an denen längliche, schmale Blätter sprießen. Zwi-schen Mai und Juli blüht der Estragon mit kleinen grünlichen, kugelförmigen Blüten. Er wird dabei noch einmal deutlich höher als vor der Blütezeit.
Botanik
Die kahle Staude wird 60-120cm hoch, der Stängel zahlreich und buschig verzweigt. Die Laubblätter sind ungeteilt, lanzettlich bis lineal, fiedernervig, stachelspitz, ganzrandig oder schwach gesägt.
Die Blütenköpfe sind nickend, fast kugelig, die Randblüten weiblich, die Scheibenblüten zwittrig, unfruchtbar, die Krone gelb. Die Verbreitung vollzieht sich durch Ausschläge der Wurzel-stöcke bzw. durch deren Teilung.
Geruch und Geschmack
Der Geruch der Pflanze ist durchdringend, eigenartig aromatisch, der Geschmack aromatisch und angenehm.
Blütezeit
Mai bis Juli je nach Standort und Wtterungsverhältnissen. Die Pflanze ist sehr sonnenliebenden. Schatten oder kühle Witterung sowie Nässe verträgt sie nicht.
Standort
Die Estragonpflanze kommt aus dem Süden und wir finden sie in Südeuropa vielfach frei in der Natur. Bei uns in vielen Gegenden zu Küchenzwecken abgebaut, auch nicht selten in Haus- und Gemüsegärten anzutreffen.
  
 
Anbautipps
Der Estragon braucht einen warmen, sonnigen Standort, der nährstoffreich und ausreichend bewässert, aber nicht feucht sein sollte. Wenn er sich an einem Standort wohl fühlt, braucht er eine Menge Platz, mindestens einen Quadratmeter Fläche und bis zu zwei Meter Höhe. Man kann den Estragon durch Teilung des Wurzelstocks, Ableger oder durch Aussaat vermehren. Bei der Aussaat sät man die Samen im Frühjahr in Töpfe in Aussaaterde an. Sobald die Pflänzchen groß genug sind, setzt man sie ins Freiland. Im ersten Jahr sollte man rund um die junge Estragon-Pflanze gut jäten, damit sie nicht von Unkraut überwuchert wird. Denn zuerst ist junger Estragon noch klein und kraftlos. Er wird dann von Jahr zu Jahr kräftiger und wächst zu einer riesigen Staude heran. Wenn er erstmal groß wird, sollte man ihm eine Stütze bieten und an einen oder mehrere Stöcke binden, damit er im Wind nicht umfällt. Im Frühjahr schneidet man die trockenen, alten Stängel bis auf 15 cm zurück, am besten kurz bevor er neu aus dem Boden austreibt.
Der Estragon liebt vor allem sonnige und windgeschützte Standorte mit feuchten, durchlässigen und eher neutralen Böden. Auch wenn Sonne bevorzugt wird, wächst Estragon auch an halbschattigen Standorten mit mäßig trockenen Bedingungen.
Die Aussaat sollte im Frühjahr zwischen Mitte März und Ende April geschehen. Eine Vorkultur in Aussaatschalen ist zwar empfehlenswert, aber nicht zwingend. Estragon ist ein klassischer Lichtkeimer, weswegen die Samen nur leicht in das Substrat angedrückt werden sollten. Als Anzuchtsubstrat sollte ein eher nährstoffarmes Substrat (Perlite mit Aussaaterde) gewählt werden. Im Freiland sollte Estragon erst gegen Ende April bzw. Anfang Mai gesät werden. Zu diesem Zeitpunkt können auch die in Vorkultur herangezüchteten Estragonpflänzchen umpikiert werden.
Eine einzelne Estragronpflanze benötigt relativ viel Platz. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte wenigstens 50 bis 60 cm betragen. Auf dem Balkon sollten die Pflanzen in breiten Kübeln kultiviert werden. Eine handelsübliche Kräutererde ist optimal für die Aufzucht der Pflanzen. Die jungen Pflänzchen reagieren übrigens sehr stark auf Nahrungskonkurrenten. Es sollte daher vor allem am Anfang penibel auf Unkräuter geachtet werden.
Die Typen französischer und deutscher Estragon bilden keine Samen und können nur vegetativ vermehrt werden. Hierfür sollten nur ältere Pflanzen geteilt und an einen neuen Standort gepflanzt werden. Stehen keine Pflanzen zur Verfügung so bieten einige Pflanzencenter, Pflanzenmärkte oder Onlinehändler zu recht erschwinglichen Preisen diese Estragonarten an.
Die Pflanze sollte nie vollständig austrocknen und innerhalb der Wurzeln mit Wasser befeuchtet sein. Zu viel Feuchtigkeit sowie Staunässe sollten dringend vermieden werden, da dies recht schnell zum Absterben der Pflanze führen kann.
Estragon ist ein Schwach- bis Mittelzehrer und kommt mit den meisten Böden gut klar. Kleinere Gaben Kompost oder ein organischer Dünger (Rindermist, Düngepellets) sind jedoch im Frühjahr zu empfehlen. Topfkulturen sollten etwa alle sechs bis acht Wochen gedüngt werden, da hier eine stärkere Nährstoffauswaschung zu erwarten ist.
Bei guter Pflege und Standortbedingungen sind Krankheiten und Schädlingsbefall nur selten zu erwarten. Es kommt jedoch nicht selten vor, dass Blattläuse die Pflanze befallen. Bei größeren Exemplaren hilft gelegentliches Absammeln oder die Behandlung mit einem biologischen Mittel. Auf harte chemische Behandlung sollte hier verzichtet werden. Darüberhinaus können Rost oder Mehltau in seltenen Fällen die Pflanze befallen. Dies ist meist dann der Fall, wenn der Estragon längere Stressphasen (z.B. Trockenheit, Frassfeinde) durchmachen musste.
Estragon ist winterhart und muss in der kalten Jahreszeit nicht umgepflanzt werden. Auch wenn die Pflanze ausdauernd und mehrjährig ist, sollten die Pflanzen nie länger als vier Jahre am selben Standort stehen.
 
Sammeltipps
Als Salatgewürz kann man die Zweige und Blätter des Estragons schon im Frühjahr ernten und benutzen. Je mehr er sich der Blüte nähert, desto kräftiger wird jedoch sein Aroma. Für den Wintervorrat sollte man also bis zum Beginn der Blüte warten. Man kann die Stängel dann abschneiden und zu Sträußen binden und an einem trockenen Ort aufhängen und trocknen lassen. Sobald er trocken ist, nimmt man ihn ab und zerrebelt die Blätter mit den Händen. Die trockenen Blätter bewahrt man am besten in einem dunklen Glas auf, damit das Aroma nicht verfliegt.
Die Ernte des Estragons sollte immer vor der Blüte stattfinden, da das Kraut sonst merklich an Aroma einbüßt. Bei weiterer Verwendung können die Blütenstände abgeschnitten werden. Die Blätter haben kurz vor der Blüte das beste Aroma. Häufig sind Blüten in unseren Breiten jedoch nicht zu erwarten. Auch wenn Estragon am besten frisch verwendet werden sollte, lässt sich das beliebte Gewürzkraut auf tiefgekühlt gut lagern. Die abgezupften Blätter lassen sich auch trocknen, allerdings ist hier mit erheblichen Qualitätseinbußen im Aroma zu rechnen. Bei der Ernte sollten grundsätlich nur die Blätter, nicht die Blüten oder Zweige geerntet bzw. verwendet werden.
 
Braunelle
Die Kleine Braunelle, auch Gemeine Braunelle oder Gewöhnliche Braunelle ist eine Pflanzenartaus der Gattung der Braunellen in der Familie der Lippenblütler. Sie ist vom mediterranen bis zum borealen Europa und bis nach Ostasien weitverbreitet.
Die kleine Braunelle, auch Brunelle genannt, ist in Europa weit verbreitet. Sie wächst auf feuchten Wiesen bis in die Höhe von 2000 Meter, ist also auch im Mittelgebirge häufig anzutreffen. Da die Braunelle aber so klein ist, sie wird gerade einmal zwanzig Zentimeter hoch, muss man genau hinschauen, um sie zu entdecken. Dank ihrer ätherischen Öle und Gerbstoffe kann sie sowohl gegen Atemwegserkrankungen und Probleme der Verdauungsorgane helfen. Früher wurde sie vor allem gegen Diphterie eingesetzt.
Die Kleine Braunelle fällt schnell durch ihre farbenfrohen violetten Blüten auf. Das bei uns häufig vorkommende Wildkraut, das botanisch als Prunella vulgaris bezeichnet wird, ist eine beliebte Bienenstaude. Die essbaren und bitter schmeckenden Blätter und Blüten der Braunelle können vielseitig in der Küche verwendet werden. Die Inhaltsstoffe der Braunelle sind auch medizinisch interessant und werden heute in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutstillend, harntreibend, krampflösend, tonisierend, Fieber, Halsentzündung, Angina, Blähungen, Magenschwäche, Würmer, Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Wunden, Hautentzündungen
wissenschaftlicher Name: Brunella vulgaris, Prunella vulgaris
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
volkstümliche Namen: Brunelle, Kleine Prunelle
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Alkaloid, Ätherische Öle, Bitterstoff, Cumarine, Cyanidin, Flavonoide, Gerbstoff, Gerbsäure, Hyperosid, Kaempferol, Beta-Sitosterol, Stigmasterol
Sammelzeit: Mai bis Oktober
 
Anwendung
Die Kleine Braunelle wurde im Mittelalter zur Behandlung der Diphtherie, welche Verfärbungen im Rachen hervorruft, verwendet. Junge, nicht-blühende Pflanzenteile können auch als Salat oder als Gewürz verwendet werden. Die Kleine Braunelle enthält Gerbstoffe, Flavonoide, Terpene, Triterpene, Saponine und andere wirksame Bestandteile. Sie wird im asiatischen Raum als traditionelle Heilpflanze bei verschiedenen Beschwerden angewandt. In Europa ist sie mittlerweile weniger bekannt. Eventuelle adstringierende Anwendungen sind durch die enthaltenen Gerbstoffe erklärbar, und die bekannten Terpene wirken natürlich genauso wie in anderen ätherischen Ölen. Die in der Kleinen Braunelle enthaltene Rosmarinsäure ist die Ursache für ihre Anwendung in der Kosmetikindustrie, die sie in Präparaten zum Schutz der Haut vor Ultraviolett-Strahlung verarbeitet. Zubereitungen aus der Fruchtähre sind bei Mäusen immunsuppressiv. Andererseits konnte in einer Labor-Studie von 1986 einem Inhaltsstoff der Kleinen Braunelle, dem Polysaccharid Prunellin, eine gewisse Aktivität gegen das HI-Virus belegt werden und in einer anderen Labor-Studie die Wirksamkeit gegen Herpes simplex-Stämme gezeigt werden, die gegen Aciclovir resistent waren.
Früher Diphetriemittel
Früher war die kleine Braunelle ein wichtiges Heilmittel gegen Diphterie, die damals häufig und sehr gefürchtet war. Die Diphterie wird auch Halsbräune genannt, was der Braunelle wahrscheinlich ihren Namen eingebracht hat. Heutzutage ist die Diphterie hierzulande selten geworden und dank starker Medikamente hat sie ihren Schrecken verloren.
Halsentzündungen
Die Braunelle ist aber immer noch eine Heilpflanze, die man gegen Halsentzündungen einsetzen kann. Dazu bereitet man aus dem Kraut der Braunelle einen Tee und trinkt ihn in kleinen Schlucken. Auch Gurgeln mit dem Tee ist hilfreich bei Entzündungen des Rachenraums. Für den Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel des Krautes mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt den Tee zehn Minuten ziehen. Abseihen und dann trinken.
Hoher Blutdruck
Außerdem senkt die Braunelle den Blutdruck, was ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet für diese Pflanze ist. Vor allem eines, das in unserer Zeit besonders wichtig ist, weil der Bluthochdruck zu einer häufigen Gesundheitsgefahr geworden ist.
Verdauungsschwäche
Dank ihrer krampflösenden Eigenschaften und der Bitterstoffe hilft die Braunelle auch gegen Probleme der Verdauungsorgane. Sie lindert Blähungen und Magenkrämpfe.
Frauenbeschwerden
Da die Braunelle östrogenähnliche Substanzen enthält, müsste sie auch gegen Menstruationsbeschwerden und Probleme der Wechseljahre helfen. Sie kann möglicherweise dank ihrer Substanz Stigmasterol den Eisprung fördern.
Äußerlich
Äußerlich in Form von Waschungen, Bädern oder Umschlägen kann der Braunellentee bei Wunden und Entzündungen der Haut helfen.
Verwendung als Heilkraut
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit galt die Kleine Braunelle wie auch alle weiteren Vertreter der Pflanzengattung als wichtige Heilpflanze gegen Diphtherie, die früher als Bräune-Krankheit bekannt war. Dieser Einsatz war auch  maßgebend für den Gattungsnamen Braunelle. Dargereicht wurden Auszüge der Blätter vorrangig als Braunellenwasser, aber auch als Medizinalwein.
im ostasiatischen Raum wird Prunella vulgaris traditionell bei Entzündungen der Augen, Kopfschmerzen sowie bei Erkrankungen der Schilddrüsen eingesetzt und ist dort eine wichtige Heilpflanze im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Sie wird dort als Xia Ku Cao bezeichnet. Verwendung finden hier vor allem die Braunellenähren bzw. die Blütenstände.
Verwendung für Kosmetika
Extrakte von Prunella vulgaris werden auch zur Herstellung von Kosmetikprodukten verwendet. Besondere Bedeutung hat die in den Blättern enthaltende Rosmarinsäure, die u.a. einen natürlichen UV-Schutz versprechen und gegen Sonnenbrand vorbeugen kann. Weitere Anwendung haben die Extrakte bei Gesichtscremes, die u.a. bei Hautunreinheiten und trockener Haut unterstützen können.
Verwendung als Küchenkraut
Das oft bei uns zu findende Wildkraut ist essbar und kann in der Küche für viele Speisen und Zwecke verwendet werden. Von der Kleinen Braunelle lassen sich sowohl die Blätter und Triebspitzen, aber auch die Blüten verwenden.
Der Geschmack der Braunellenblätter ist deutlich bitter. Ein typischer Eigengeschmack fehlt der Pflanze jedoch.
Blätter: Als bittere Komponente können Braunellenblätter für verfeinerten Frischkäse, Kräuterquarks, Pestos oder Kräuterbutter verwendet werden. Junge Blätter eignen sich auch als mineralstoffreiche Beigabe für pikante Gemüse- oder Wildkräutersalate.
Blüten: Die essbaren Blüten der Braunelle eignen sich sehr gut zum Dekorieren von Obstsalaten oder Torten.
Der Verzehr der Blätter gilt aufgrund der hohen Gehalte an Antioxidantien und Bitterstoffen als gesund.
Braunelle kann perfekt mit anderen Wildkräutern kombiniert werden. Für Milch bzw. Quarkspeisen harmonieren die Blätter sehr gut mit aromatischen Pflanzen wie dem Gundermann, aber auch mit säuerlichen Wildpflanzen wie dem Sauerampfer.
Als leicht bitteres Gewürz können die Blätter der Braunelle in Suppen und Eintöpfen mitgekocht werden. Gekocht verlieren die Blätter jedoch einen gewissen Anteil ihrer gesunden Inhaltsstoffe.
Gehackte Braunellenblätter können, sparsam dosiert, auch als Gewürz für Kartoffelpüree oder Süßkartoffelstampf verwendet werden. Die zerkleinerten Blätter werden jedoch erst zum Schluss hinzugegeben. Sie können perfekt mit Petersilie oder Schnittlauch kombiniert werden.
 
Pflanzenbeschreibung
Die kleine Braunelle ist in Mitteleuropa heimisch. Sie wächst auf Wiesen, wobei sie sowohl auf Halbtrockenrasen als auch auf Moorwiesen vorkommt. Außerdem kommt sie auf Waldlichtungen und an Ufern vor. Sie liebt stickstoffhaltigen Lehm-boden, der ausreichend feucht ist. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 20cm hoch. Man muss sich also stark herunterbeugen, um die Pflanze genau in Augenschein nehmen zu können. Die eiförmigen, länglichen Blätter wachsen gekreuzt gegenständig direkt am Stängel. Zwischen Mai und Oktober blüht die kleine Braunelle. Einige violette Lippenblüten wachsen an einem dicken, rötlichen Blütenstand, der an einen Kolben erinnert.
Die Kleine Braunelle ist eine immergrüne, meist ausdauernde krautige Pflanze. Sie bildet wurzelnde oberir-dische Ausläufer aus, mit denen sie sich auch vegetativ vermehren kann. Der 5 bis 30 Zentimeter lan-ge Stängel ist aufsteigend und spärlich behaart. Die gegenständig angeordneten Laubblättersind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfache Blattspreite ist elliptisch oder eiförmig, mit ganzem oder gekerbtem Rand.
Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Der dicht gedrängte Blütenstand ist 1 bis 4 Zentimeter lang und sitzt meist unmittelbar oberhalb des obersten Laubblattpaares. Die Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchoberlippe endet in drei sehr kurzen Zähnen, deren mittlerer viel breiter ist als die seitlichen, die Kelchunterlippe in zwei lanzettlichen, spitzen Zähnen. Die etwa 7 bis 15 Millimeter langen Kronblätter sind blauviolett, nur ganz selten weißlich gefärbt. Selten kommen Pflanzenexemplare nur mit weiblichen Blüten vor, bei denen die Krone deutlich kleiner ist und den Kelch kaum überragt.
Die Klausenfrucht zerfällt in vier Klausen.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Die Kleine Braunelle eignet sich als kleines Staudengewächs vor allem in Zier-und speziellen Kräutergärten. Besondere Beachtung findet die Pflanze in ökologischen angelegten Gärten und Balkonen, die ein reiches Nahrungsangebot für Hummeln und Bienen bieten wollen. Auch als trittfester Bodendecker ist sie bestens geeignet. Prunella vulgaris ist einfach anzubauen und braucht nur wenig Pflege.
In einigen Gärten wuchert die Braunelle und wird daher als Unkraut bekämpft.
Standort
Kleine Braunelle mag vor allem sonnige Standorte, toleriert jedoch auch halbschattige Lagen. Die Böden sollten vor allem nährstoffreich, durchlässig und humos sein. Sehr sandige Böden sollten zunächst mit Kompost oder etwas Erde verbessert werden. Für Topf- und Kübelkulturen eignen sich normale und torffreie Blumenerden am besten.
Aussaat
Die beste Zeit der Aussaat sind die frühen Monate März bis April. Eine späte Aussaat im Herbst ist jedoch ebenfalls möglich. Die Samen der Braunelle benötigen zum Keimen kühle Temperaturn um die 6 °C. Die Samen benötigen außerdem Licht und werden im Freiland oder im Topf lediglich leicht angedrückt (Lichtkeimer).
Im Freiland sollte ein Pflanzabstand von etwa 25 cm eingehalten werden, da die Pflanzen schnell oberirdische Ausläufer bilden. Ein Anbau auf dem Balkon ist ebenfalls problemlos möglich. Allerdings sollten aufgrund der Ausläufer eher breitere und flachere Töpfe gewählt werden.
Für eine spätere Aussaat ist eine gezielte Vorkultur nötig, bei denen die Samen im Kühlschrank vier bis fünf Wochen in einem mit Substrat gefülltem Druckverschlussbeutel gelagert werden. Sowie die Außentemperaturen um die 15 °C liegen, können diese ins Freiland umgezogen werden.
Kaltkeimer und Lichtkeimer
Die Samen der Kleinen Braunelle benötigen zur Keimung sowohl Kälte als auch Licht.
Dünger
Auch wenn die Gewöhnliche Braunelle zwar eine Zeigerpflanze für hohe Nährstoffverdichtung ist, müssen die Pflanzen im Freiland nur selten mit Düngern versorgt werden. Wächst die Staude mehrere Jahre am selben Ort, können im dritten Jahr einige sparsame Mengen einen normalen Gartendüngers in die Erde eingearbeitet werden.
Wird das Kraut im Topf angebaut, kann bereits im zweiten Jahr im Frühjahr ein organischer oder organomineralischen Dünger verabreicht werden. Auch hier sollten jedoch nur kleine Mengen verwendet werden.
Gießen
Die Gewöhnliche Braunelle ist ein bei uns gut angepasstes Wildkraut und verträgt somit auch längere Trockenzyklen. Es genügt vollkommen die Pflanzen im Garten normal zu gießen. Auch kurzfristiges Austrocknen führt in der Regel zu keinen Pflanzenschäden. Ein stets mäßiger trockener Boden mit seltenen üppigen Gießmengen sind jedoch optimal.
Vermehrung
Das bei uns oft verbreitete Wildkraut vermehrt sich sowohl vegetativ über seine Ausläufer (Stolonen), als auch durch Selbstaussaat. Das Abtrennen der Ausläufer ist die schnellste und auch effektivste Möglichkeit die Braunelle zu vermehren.
Pflanzenkrankheiten und Schädlinge
Bei sachgemäßer Pflege und normalen Wetterverhältnissen ist die Wildpflanze durchaus robust. Sich oft ändernde Witterungsverhältnisse begünstigen jedoch oft Echten Mehltau. Seltener werden flanzen von der Stängelkrankheit befallen, die durch den Pilz Phomopsis verursacht werden. Diese macht sich durch schwarze bis braune Blattnekrosen bemerkbar, die durch den Befall an Stängel oder Wurzelhals der Braunelle hervorgerufen werden. Bei Befall sollten die betroffenen Pflanzen sowie die Nachbarpflanzen entfernt werden.
Ein gelegentlicher Befall von Zikaden kann ebenfalls beobachtet werden. Allerdings verursachen diese meist keine nennenswerte Schäden. Dagegen hilft ein intensives Abbrausen der Pflanzen mit einer Gartenbrause.

Bachblüten
Meistens fühle ich mich verunsichert (Larch)
Sie sind die meiste Zeit verunsichert und fühlen sich auch dementsprechend
Mit Larch können sie diese Verunsicherung ablegen
Bachblüten
Man diskutiert nicht, weil man sowieso immer recht hat (Vine)
Diese diskutieren nicht, da sie sowieso immer recht haben
Mit der Blüte diskutieren sie wieder, da sie nicht immer recht haben
Was macht Kräuter und Wildgemüse so wertvoll
Eine Pflanze arbeitet wie ein Labor. Die pflanzlichen Zellen sind in der Lage, aus einfachen chemischen Substanzen und Mineralstoffen, die sie aus dem Boden und das der Energie das Sonnenlichtes beziehen, eine riesige Anzahl an äußerst komplexen Substanzen zu synthetisieren.
Nachhaltige Ernährung: Kräuter, Büsche und Bäume
Weitgereiste Exoten und neukreierte Zuchtformen bereichern zunehmend unseren Speisezettel und verdrängen heimische Anbauprodukte und Wildpflanzen ins Abseits. Und auch von Seiten der Gentechnik dürfen wir uns ja noch auf allerlei Neues und Überflüssiges freuen. Übers Jahr verteilt finden sich im Angebot unseres Supermarktes etwa 50 heimische Pflanzen-Arten. Die Steinzeit-Menschen kannten mindestens 500 ihnen Nutzen bringende heimische Pflanzenarten und wussten, zu welcher Jahreszeit sie am besten zu sammeln waren und wie man sie am besten zuzubereiten hat.
Was ist beim Sammeln zu beachten?
* Das gesammelte Grünzeug sollte möglichst jung und frisch sein. Es sollte ästhetisch aussehen: ohne Läuse, Erde, Fraßlöcher, Schneckenschleim; Die Ernte sollte möglichst vor der Blüte erfolgen. Mit Bildung der Blüte wandern nämlich die "Kraftstoffe" der Pflanze aus dem Wurzel- und Blattbereich in den Pollen und danach in den Samen.
* Sammeln sollte man möglichst nicht an Straßenrändern wegen der Abgase und angereicherten Schadstoffe; und auch nicht an Feldrändern, wo Pestizide und Dünger in hoher Konzentration vorliegen können. Auch Hundeecken und öffentliche Anlagen mit hohem Hundeverkehr sollte man für unser Anliegen eher meiden.
* Pflanzen sollten luftig locker gesammelt werden. Am besten geeignet sind Körbe. In luftundurchlässigen Kunststofftüten sollten Wildkräuter und Wildgemüse nur kurze Zeit verbleiben. Wegen seiner festeren Struktur halten sich gelagerte Kräuter und Wildgemüse besser als anderes Gartengemüse. Im kühlen Keller oder im Kühlschrank kann man sie einige Tage aufbewahren.
* Vor der Verwendung gut Waschen ist in jedem Falle kein Fehler, auch nicht bei Pflanzen wie der Brunnenkresse, die man im vermeintlich klaren Graben oder Bach gesammelt hat. Durchaus sollte man sich - soweit dies überschaubar ist - darum kümmern, ob der Bach seinen Ursprung in einer sauberen Quelle hat oder nicht.
* Abgekochtes Wildgemüse birgt auch keine Gefahr hinsichtlich des gefährlichen und deshalb gefürchteten Fuchsbandwurms. Die Eier dieses Parasiten werden beim Kochvorgang abgetötet. Gelangen die Eier in den Zwischenwirt, entwickeln und vermehren sich die Larven (Finnen) in lebenswichtigen Organen des Zwischenwirts - und dies kann auch ein Mensch sein. Das Gefährliche: Der Befall wird nicht immer rechtzeitig richtig diagnostiziert und verläuft nicht selten tödlich. Hier sei allerdings angemerkt, dass das Eintreten anderer Gefahren, etwa eines Verkehrsunfalls, für uns viel wahrscheinlicher ist. Im Bundesgebiet sind auf Fuchsbandwurm-Befall zurückzuführende Erkrankungen sehr selten.
* Zur Wildgemüsezubereitung kocht man am besten die jungen gewasch-enen Pflanzen, etwa von Brennnessel und Löwenzahn, kurz auf und lässt sie dann zusammenfallen. Die Brühe sollte nun abgegossen und zur Seite gestellt werden, um sie dann als Aufguss für in Haferschrot oder Mehl gerösteten Zwiebelwürfelchen zu verwenden. Der Aufguss wird nun nach Gusto gesalzen und gewürzt und das zerkleinerte Gemüse wieder zugegeben.

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