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BÄRENTRAUBE
Die Echte oder Immergrüne Bärentraube ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse. Sie ist auf der Nordhalbkugel in Nordamerika und Eurasien weitverbreitet und wird beispielsweise als Heilpflanze genutzt. Die Bärentraube wächst bevorzugt im Gebirge und sieht der Preiselbeerpflanze sehr ähnlich. Im Unterschied zur Preiselbeere wächst der kleine Strauch der Bärentraube jedoch am Boden entlang und bildet rasenartigen Flächenbewuchs. Die kleinen, ledrigen Blätter der Bärentraube sind die bekannteste Kräutermedizin bei Blasenentzündungen. Da die Pflanze in Deutschland geschützt ist, darf man sie nicht wild sammeln. Man muss die Blätter also entweder kaufen oder stattdessen die Blätter der Preiselbeere verwenden, die ähnlich wirksam sind.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Blasenentzündung
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, harntreibend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Bronchitis, Vitamin C Mangel, Blasensteine, Nierenbeckenentzündungen, Nierengries, Bettnässen, Gallenbeschwerden, Kopfschmerzen, Ausfluss
wissenschaftlicher Name: Arctostaphylos uva-ursi
Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse = Ericaceae
englischer Name: Bearberry
volkstümliche Namen: Achelkraut, Bärentee, Bärentraubenblatt, Gaden, Garlen, Granten, Harnkraut, Mehlbeere, Moosbeere, Sandbeere, Steinbeere, Willder Buchsbaum, Wolfsbeere, Wolfstraube
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Glykoside Arbutin und Methylarbutin, Gerbsäure, Gerbstoff, Vitamin C, Alantoin, Flavone, Salizylsäure
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt! April bis Oktober
 
Anwendung
Die Bärentraubenblätter werden vorwiegend bei Entzündungen der Harnorgane, also beispielsweise bei Blasenentzündung, eingesetzt. Das in den Blättern enthaltene Arbutin verwandelt sich im Harn, der durch die Entzündung alkalisch geworden ist, in die Wirkstoffe Hydrochinon und Methylhydrochinon. Diese Wirkstoffe wirken stark antibiotisch. So können Blasenentzündungen und Nierenbeckenentzündungen wirksam bekämpft werden.
Bärentraubenblätter-Tee
Ein Bärentraubenblätter-Tee ist traditionell eine Abkochung. Dazu nimmt man 1 Esslöffel Bärentraubenblätter pro Tasse Wasser und kocht sie etwa 5 Minuten lang. Den fertigen Tee trinkt man solange er noch gut warm ist. 1 - 2 Tassen täglich sind eine sinnvolle Dosierung bei Blasenentzündungen oder Nierenbeckenentzündungen. Wenn die Entzündung besonders akut ist, kann man bis zu 4 Tassen täglich trinken. Man kann Bärentraubenblätter auch als normalen Aufguss oder Kaltauszug zubereiten. Häufig sind Bärentraubenblätter auch Bestandteil von Teemischungen für Niere und Blase. Sie wirken dann milder, aber auch schwächer.
Naturheilkunde
Volksheilkundlich werden die Blätter der Echten Bärentraube bzw. daraus hergestellte Zubereitungen insbesondere bei Harnwegsinfektionen, aber auch bei Durchfall, bei Gallengangsbeschwerden und als Wehenmittel eingesetzt. Für eine therapeutische Wirksamkeit besteht kaum Evidenz. Jüngere Studien legen nahe, dass die Basizität des Harns für die Freisetzung des antibakteriell wirksamen Hydrochinons aus Arbutin eine geringere Rolle spielt als früher an-genommen. Die Einnahme sollte nicht länger als acht Tage und nicht öfter als fünf Mal im Jahr erfolgen, da das aus dem Arbutin entstehende Hydrochinon potenziell krebserregend ist und auch eine Schädigung der Leber möglich ist. Die in den Blättern enthaltenen Gerbstoffe können den Magen reizen und führen bei Überdosierung zu Verstopfung. Die Einnahme während Schwangerschaft, Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren wird nicht empfohlen.  Ein Extrakt der Echten Bärentraube hat im In-vitro-Experiment eine hemmende Wirkung gegen die Pankreaslipase des Schweins gezeigt.
Nahrungsmittel
Die Steinfrüchte werden roh oder gegart gegessen. Sie schmecken roh fade, trocken und mehlig, aber sind nach dem Kochen süßer. Sie sind eine gute Kohlenhydratquelle. Es können beispielsweise kühle Getränke hergestellt werden. Getrocknet können sie gelagert werden. Die mehligen Früchte können zu Sirup oder Marmelade verarbeitet werden.
Färben und Gerben
Wegen des hohen Gerbstoffgehalts wurden die Blätter der Bärentraube früher auch zum Gerben von Leder genutzt. Der gelbe Farbstoff aus den Blättern benötigt keine Zugabe von Beizmitteln. Aus den Früchten kann ein grau-brauner Farbstoff gewonnen werden (Färberpflanze).  
Zierpflanze und Erosionsschutz
Einige Sorten werden als frostharte Zierpflanzen verwendet, beispielsweise für Steingärten oder auf Mauern. Die Bärentraube kann auch gut an der Küste gepflanzt werden. Auch als Erosionsschutz beispielsweise an sandigen Bereichen wird Echte Bärentraube gepflanzt.
Achtung! Wenn bei einer Blasenentzündung Fieber auftritt, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser wird in   den meisten Fällen Antibiotika verordnen, die dann auch unbedingt sorgfältig und ausreichend lange eingenommen werden sollten. Wenn man mit einer fieberhaften Blasenentzündung zu sorglos umgeht, kann sich daraus eine potentiell lebensbedrohliche Nierenbeckenentzündung entwickeln. Bärentraubenblättertee ist in solchen Fällen nur noch als Ergänzung zur Schulmedizin sinnvoll.
Nebenwirkungen
Wer einen empfindlichen Magen hat, kann durch Bärentraubenblätter-Tee Magen-schmerzen und Übelkeit bekommen. Daher sollte man Bärentraubenblättertee nur maximal eine Woche am Stück und höchstens 5 mal im Jahr anwenden. Dieser Tee ist also kein harmloser Haustee, sondern ein hoch wirksames Medikament mit potentiellen Nebenwirkungen.
 
Geschichtliches
Da die Bärentraube vorwiegend in Nordeuropa und in mitteleuropäischen Gebirgen gedeiht, war sie den Kräuterärzten der Antike nicht bekannt. Erst ab dem Mittelalter findet man schriftliche Empfehlungen für diese Heilpflanze. Damals wurde die Bärentraube nicht nur bei Erkrankungen des Harnapparates, sondern auch gegen Gallenerkrankungen eingesetzt. Die frischen Blätter wurden früher sogar auf offene Wunden, z.B. an den Beinen, gelegt. Dieser Eisatzzweck ist durchaus sinnvoll, wenn man die adstringierenden, entzündungshemmenden und antibiotischen Fähigkeiten der Bärentraubenblätter bedenkt. Der Name Bärentraube entstand, weil die Beeren gerne von Bären gefressen werden. In Skandinavien, wo die Bärentraube häufig vorkommt, werden die herben Beeren ähnlich wie Preiselbeeren verwendet. Man kocht Kompott und Sirup daraus und stellt Gebäck damit her. Sogar zur Färbung von Wolle wurden die Bärentraubenblätter früher verwendet, als es noch reichlich davon gab.
 
Magische Anwendung
Bei der magischen Nutzung der Bärentraube werden die Blätter in magische Beutel gefüllt, um die übersinnliche Wahrnehmung zu steigern. Wenn man die Zweige der Bärentraube am Körper trug, sollte diese vor Geistern schützen. Auch die nordamerikanischen Indianer benutzten die Bärentraube, bzw. deren nordamerikanische Variante, für ihre religiösen Riten.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Bärentraube ist in Nordeuropa, Mitteleuropa und Nordamerika heimisch. In Mitteleuropa findet man sie fast nur im Gebirge, in den nördlichen Ländern auch in der Ebene. Man findet die Bärentraube vorwiegend in Mooren, Heidegegenden und Nadelwäldern. Als Angehöriger der Familie der Heidekrautgewächse ist die Bärentraube sowohl mit dem Heidekraut als auch mit Preiselbeeren, Cranberry und Blaubeeren verwandt.  Die Bärentraube ist ein mehrjähriger und immergrüner kleiner Strauch der meistens auf dem Boden entlang wächst. Sie hat kleine, verkehrt eiförmige Blätter, die relativ dick sind und sich ledrig anfühlen. Auf der Oberfläche sind die Blätter fein netzartig gemasert. Aus einigen Blattachseln sprießen kleine weißliche oder rosafarbene Blüten, die in Trauben herabhängen. Aus diesen Blüten reifen rote Beeren (Steinfrüchte) heran.
Die Echte Bärentraube wächst als immergrüner, niederliegender Strauch, auch Spalierstrauch genannt, und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 10 Zentimetern, bis zu 50 Zentimetern. Mit seinen aufsteigenden Ästen, die Längen von 20 bis 50 Zentimetern erreichen bildet er Matten. Die Rinde der Zweige besitzt je nach Population eine sehr variable Behaarung, meist ist sie spärlich kurz, manchmal lang oder lang-drüsig behaart, manchmal auch mit unterschiedlichen Haartypen auf einem Exemplar. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Im unteren Bereich der Zweige stehen die Laubblätter einzeln im oberen Bereich überlappen sie sich. Die Laubblätter sind anfangs behaart und später kahl. Der Blattstiel ist 2 bis 4 Millimeter lang. Die derbe, einfache Blattspreite ist flach und bei einer Länge von 1 bis 3 Zentimetern und einer Breite von 0,5 bis 1,5 Zentimetern meist verkehrt-lanzettlich oder verkehrt-eiförmig, manchmal schmal-elliptisch mit keilförmigen Spreitengrund. Die Blattflächen können glatt, spärlich flaumig behaart oder verkahlend sein. Die hell-grüne oder grau-grüne Blattunterseite ist netzadrig und nicht drüsig punktiert. Die Blattoberseite ist dunkel-grün und glänzend. Der glatte Spreitenrand ist nicht umgerollt.
Die Blütezeit beginnt am Ende des Erstfrühling und reicht von März bis Juni. Der überhängende, einfache oder einfach-verzweigte, traubige Blütenstand enthält drei bis zehn Blüten. Die Blütenstandsachse weist eine Länge von 0,3 bis 1 Zentimetern und einen Durchmesser von über 1 Millimeter auf und ist meist spärlich kurz, manchmal lang oder kurz-drüsig behaart. Die kahlen, nicht anliegenden Tragblätter sind bei einer Länge von 2 bis 6 Millimeter länger als die Knospen, schuppenartig, schmal-dreieckig mit zugespitztem oberen Ende. Der kahle Blütenstiel ist 2 bis 4 Millimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf freien Kelchblätter sind haltbar. Die fünf weißen über rosafarbenen bis rötlichen, 5 bis 6 Millimeter langen Kronblätter sind auf fast ihre gesamten Länge verwachsen. Die Blütenkrone ist krugförmig mit fünf zurückgeschlagenen Kronzipfeln. Es sind zwei Kreise mit je fünf freien Staubblättern vorhanden. Die Staubbeutel besitzen zwei zurückgebogene, fadenförmige Anhängsel und öffnen sich am oberen Ende mit Poren. Die Narbe ist kopfig. Der oberständige Fruchtknoten ist kahl.
Die im August bis Oktober reifen und dann scharlachroten, beerenartigen Steinfrüchte sind bei einem Durchmesser von 6 bis 8 Millimeter kugelig. Die innen mehligen Steinfrüchte enthalten fünf bis sieben einzeln stehende Steinkerne.
 
Sammeltipps
Da die Bärentraube in Deutschland sehr selten und geschützt ist, darf man sie hier nicht in der Natur sammeln. Auch in vielen anderen europäischen Ländern steht die Bärentraube unter Naturschutz. Doch in manchen osteuropäischen Ländern darf die Bärentraube gesammelt werden. Vor dort kommen auch die meisten Bärentraubenblätter, die man im Handel kaufen kann. Theoretisch können die Bärentraubenblätter das ganze Jahr über gesammelt werden. Am besten eignen sich jedoch das späte Frühjahr und der frühe Herbst für eine Ernte. Die gesammelten Blätter werden dann möglichst zügig, aber schonend getrocknet. Da der Hauptwirkstoff Arbutin relativ schnell abgebaut wird, sollte man die getrockneten Blätter maximal 9 Monate lagern, bevor man sie verwendet oder durch frischere Blätter ersetzt.

CASCARA
Rhamnus purshiana ist eine Sanddornart, die im westlichen Nordamerika vom südlichen British Columbia bis nach Zentralkalifornien und östlich bis nach Nordamerika heimisch ist nordwestliches Montana. Die getrocknete Rinde der Cascara wird seit Jahrhunderten als Abführmittel verwendet, zuerst von amerikanischen Ureinwohnern im pazifischen Nordwesten und dann von europäischen / US Kolonisatoren. Die Chemikalien in erster Linie verantwortlich für die abführende Wirkung sind die Hydroxyanthracen Glykoside (insbesondere cascarosides A, B, C und D ) und Emodin. Diese wirken als stimulierende Abführmittel, wobei die Hydroanthracenglycoside die Peristaltik stimulieren und Emodin die glatten Muskelzellen im Dickdarm erregt .
 
Steckbrief
Heilwirkung: Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Rhamnus purshiana
Verwendete Pflanzenteile: Rinde
Sammelzeit: April bis August, dann ein Jahr lagern
 
Traditionelle Medizin
Abführmittel
Historisch gesehen wurde Cascara in der traditionellen Medizin als Abführmittel verwendet und im späten 20. Jahrhundert genehmigte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ihre Verwendung für diesen Zweck. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts zog die FDA jedoch ihre Zulassung zurück und verwies auf das Fehlen von Beweisen für Wirksamkeit und Sicherheit. Cascara bleibt in den Vereinigten Staaten als ungeregeltes Nahrungsergänzungsmittel verfügbar.
Historischer Hintergrund
Die getrocknete, gereifte Rinde von R. purshiana wird seit vielen Jahren kontinuierlich von pazifischen nordwestlichen Ureinwohnern und EinwanderungsEuroamerikanern als abführendes Naturheilmittel verwendet, als eines von mehreren anthrachinonhaltigen pflanzlichen Arzneimitteln einschließlich des Blattes und der Früchte von Sennes, der Latex von Aloe Vera und die Wurzel der Rhabarberpflanze. Kommerziell wird es Cascara Sagrada (heilige Rinde auf Spanisch) genannt, während es traditionell als Chittem Rinde oder Chitticum Rinde bekannt ist. Spanische Eroberer, die im 17. Jahrhundert den pazifischen Nordwesten erkundeten, trafen auf viele Eingeborene, die die Rinde von R. purshiana als Abführmittel verwendeten. Sie gaben ihm den Namen heilige Rinde zu Ehren seiner Wirksamkeit. Bis 1877 produzierte das US-amerikanische Pharmaunternehmen Parke-Davis Cascara-Präparate und bald darauf wurden Cascara-Produkte in Übersee nach Europa ex-portiert. Die Explosion der Cascara-Industrie verursachte während der 1900er Jahre infolge der Überfischung großen Schaden für die einheimischen Cascara-Populationen. Im Jahr 1999 machte cascara mehr als 20% des nationalen Abführmittelmarktes in den USA mit einem geschätzten Wert von 400 Millionen US-Dollar aus. Die Rinde selbst hatte einen Wert von ungefähr 100 Millionen Dollar. Cascara wurde in mehr Medikamentenpräparaten als jedes andere Naturprodukt in Nordamerika gefunden, und es wird angenommen, dass Cascara das am häufigsten verwendete kathartische Mittel der Welt ist.
Andere Anwendungen
Die Früchte können auch gekocht oder roh gegessen werden, haben aber eine abführende Wirkung. Die Lebensmittelindustrie verwendet Cascara manchmal als Geschmacksstoff für Liköre, Softdrinks, Eiscreme und Backwaren. Cascara Honig ist lecker, aber leicht abführend. Das Holz wird von Einheimischen für Pfosten, Brennholz und Dreharbeiten verwendet. Es wird auch als Zierpflanze angepflanzt, um Nahrung und Lebensraum für Wildtiere zu bieten oder Bodenerosion zu verhindern.  Aufgrund seines bitteren Geschmacks kann Cascara verwendet werden, um Nägelkauen zu stoppen, indem es auf die Fingernägel aufgetragen wird.
 
Beschreibung
Cascara ist ein großer Strauch oder kleiner Baum von 4,5-10m Höhe mit einem Stamm von 20-50 cm Durchmesser. Die äußere Rinde ist bräunlich bis silbergrau mit leichten Flecken (oft zum Teil aus Flechten) und die innere Oberfläche der Rinde ist glatt und gelblich ( mit zunehmendem Alter und / oder Sonneneinstrahlung dunkelbraun). Cascara Rinde hat einen intensiv bitteren Geschmack. Die Blätter sind einfach, abfallend , abwechselnd, gruppiert nahe den Enden von Zweigen. Sie sind oval, 5-15cm lang und 2-5cm breit, mit einem 0,6-2cm großen Blattstiel, oben glänzend und grün, unten ein mattes, blasseres Grün und haben kleine Zähne an den Rändern und parallele Venen. Die Blüten sind winzig, 4-5mm im Durchmesser, mit fünf grünlich gelben Blütenblättern, die eine Becherform bilden. Die Blüten blühen in doldenförmigen Büscheln an den Enden markanter Stiele , die an den Blattachseln befestigt sind. Die Blütezeit ist kurz, von früh bis Mitte Frühling und verschwindet im Frühsommer.  Die Frucht ist eine Steinfrucht von 6-10 mm Durchmesser, anfangs hellrot, schnell dunkelviolett oder schwarz reifend, mit einem gelben Fruchtfleisch und zwei oder drei harten, glatten, olivgrünen oder schwarzen Samen .

BACHBLÜTE OAK
Man neigt dazu, sich zu überarbeiten, ist dann innerlich niedergeschlagen und verzagt
Diese neigen sehr dazu, das sie sich überarbeiten, sind dann innerlich niedergeschlagen und auch verzagt
Mit der Bachblüte sind sie kaum mehr überarbeitet und sind kaum mehr niedergeschlagen und verzagt

BACHBLÜTE OLIVE
Erschöpfung nach langanhaltender Überforderung oder langer körperliche Krankheit
Diese Menschen fühlen sich erschöpft nach langanhaltender Überforderung oder gar nach einer langen körperlichen Krankheit
Olive hilft diese Erschöpfung hinter sich zu lassen, auch nach einer Überforderung oder langer Krankheit

Die Lehre von den Elementen und den Körpersäften
Im Hinblick auf Hildegards Erklärung der körperlichen Verfassung des Menschen, seiner Gesundheit und seiner Krankheiten, spielen die vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde eine tragende Rolle. Hildegards Vorstellungen stammen aus der Überlieferung der antiken Vier-Elemente-Lehre. Diese Lehre wurde von den Kirchenvätern aufgenommen und prägte so die christliche Begriffswelt des Abendlandes. Man verstand die vier Elemente als Modifikationen des einen Weltstoffes mit allen Möglichkeiten des Übergangs ineinander und der beliebigen Mischung, was einen ständigen Energieaustausch ermöglicht. Ganz in diesem Sinn verstand auch Hildegard diese Elemente, „denn vom Feuer hat er (der Mensch) die Wärme, von der Luft den Atem, vom Wasser das Blut und von der Erde das Fleisch.“ Auf ihre Ausführengen zu soll im Folgenden näher eingegangen werden, da sie die Basis ihrer ganzheitlichen Heilkunde darstellen. So heißt es zu den Elementen einleitend:
DIE ELEMENTE UND DAS FIRMAMENT
„Gott erschuf auch die Elemente der Welt. Diese sind auch im Menschen und der Mensch wirkt mit ihnen. Sie sind das Feuer, die Luft, das Wasser und die Erde. Diese vier Elemente sind so eng miteinander verbunden, dass keines von einem anderen getrennt werden kann. Sie halten sich so fest zusammen, dass man sie das Frimament nennt.“ (Causae et curae. Auch die folgenden Zitate dieses Kapitels stammen aus Hildegards Werk Causae et curae – „Ursachen und Behandlung von Krankheiten“, wenn nichts anderes vorgemerkt ist.)

Gefäßerkrankungen
Hämorrhoiden
Die Hämorrhoiden (Goldadern nennen sie die gewöhnlichen Leute) können teils mit zum Erbteil der Eltern gehören, teils infolge der Lebensweise entstehen. Stubensitzer, alte Menschen, Studierte, Feinschmecker usw. werden viel von dieser Blindschleiche geplagt. Der Landmann, der jahraus, jahrein Kartoffeln und einfache Mehlkost ißt und das Fleisch nur an den Sonn- und höheren Festtagen sieht, bei dem an Stelle des Bieres und starker Wein die Milch und das Wasser treten, der täglich draußen und daheim schwere Arbeit tut, kennt diese Blutsauger oft kaum dem Namen nach.
Diese Hämorrhoiden sind ein sehr lästiges, wenn auch anfangs und oft Jahre, ja das ganze Leben hindurch ein ungefährliches Übel.
Stehende Hämorrhoiden nennt man sie, wenn sich außerhalb des Afters derartige kleine Blutaderknoten zeigen, sind sie aber alle im Inneren des Mastdarms, so heißt man sie blinde Hämorrhoiden. Sind die stehenden Hämorrhoiden vorhanden, so ist kein Zweifel mehr, daß auch im inneren sich welche befinden. Ein Kennzeichen der blinden Hämorrhoiden ist vorherrschendes Hitzegefühl im Mastdarm. Je größer die Hitze, umso mehr strömt das Blut hin und bilden sich solche Knoten. Ein weiteres Kennzeichen ist eine beißende, brennende und krabbelnde Unruhe, welche durch den ungeregelten Blutlauf verursacht wird. Sind viele Hämorrhoiden vorhanden, so wird auch durch diese der Stuhlgang hingehalten. Solche Kranke haben deshalb auch meist Stuhlverstopfung, bei Stuhlentleerung ist derselbe gewöhnlich anfangs hart, darauf folgt Durchfall.
Ebenso wie bei den Krampfadern, sieht Kneipp auch für die Hämorrhoiden die Ursachen in einer Störung der Blutzirkulation. Die Folge sind Blutstauungen. Die Blutgefäße dehnen sich aus, und Hämorrhoiden entstehen. Ihr Ausmaß kann von Erbsen- bis Taubeneigröße variieren.
Die Folgen der Hämorrhoiden sind fühlbar durch Eingenommenheit des Kopfes und eine wechselnde, bald aufgeregte, bald gedrückte Gemütsstimmung. Ich kannte einen Mann, welcher von Zeit zu Zeit nicht nur eine unerträgliche Laune hatte, sondern oft halb tobsüchtig war. Diesem brachen solche Hämorrhoidenknoten auf und es ging so viel Blut ab, daß man fürchtete, der Kranke werde unterliegen. Schon während des Abganges des Blutes wurde der Unglückliche ruhiger und nachdem eine Masse schlechten, angestauten Blutes ausgeflossen war, wurde er ganz ruhig und vernünftig. Dieses Beispiel sagt uns recht klar, daß solch angestautes Blut von Zeit zu Zeit abgehen muß. Dem Kranken wird dadurch Erleichterung verschafft, indem der Körper von dieser Ausdehnung entlastet wird.

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