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BINGELKRAUT t
Das Bingelkraut ist ein Unkraut, wie es im Buche steht: vermehrungsfreudig, anspruchslos und unscheinbar. Aber schon in der Antike war das Bingelkraut als Heilpflanze bekannt und geschätzt. Im Mittelalter kam es auch in Mitteleuropa zu hohen Ehren. Doch heutzutage wird es kaum noch verwendet, obwohl zumindest seine abführende Wirkung unbestritten ist. Ob es daran liegt, dass es frisch leicht giftig ist und getrocknet nicht besonders wohlriechend? Das Einjährige Bingelkraut ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bingelkräuter, die keinen Milchsaft enthält, innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Nur getrocknet verwenden! entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, schleimlösend, Husten, Bronchitis, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Rheuma, Gicht, Wassersucht, Ödeme, Menstruationsregelnd, Milchbildungshemmend, Wunden, Warzen
wissenschaftlicher Name: Mercurialis annua
Pflanzenfamilie: Wolfsmilchgewächse = Euphorbiaceae
englischer Name: Annual Mercury
volkstümliche Namen: Einjähriges Bingelkraut, Büngelkraut, Gartenbingelkraut, Hundskohl, Schuttbingel, Schutt-Bingelkraut, Stinkerich, Wintergrün
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Inhaltsstoffe: Amine, Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbsäure, Saponine, Schleim, Scharfstoffe, Trimethylamin, Farbstoff Hermidin
Sammelzeit: April bis November
 
Anwendung
Nur getrocknet! Das Bingelkraut sollte man nur getrocknet verwenden, da es in getrocknetem Zustand nicht mehr giftig ist.
Tee
Am besten nimmt man das Bingelkraut als Tee (Abkochung) zu sich. Dazu setzt man einen Teelöffel des getrockneten Krautes mit kaltem Wasser und bringt diese Mischung zum Sieden. 5 bis 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen.
Abführmittel
In erster Linie gilt das Bingelkraut heutzutage als Abführmittel. Das Bingelkraut ist ein relativ starkes Abführmittel, seine Wirkung entfaltet sich aber erst nach ein paar Tagen vollständig.
Achtung! Abführmittel sollte man generell nur kurzfristig verwenden, weil sonst ein Wasser- und Mineralstoffmangel droht.
Entwässerung
Da das Bingelkraut harntreibend wirkt, kann man es zur Entwässerung gegen Wassereinlagerungen (z.B. geschwollene Füße) verwenden. Dadurch hilft es außerdem bei Rheuma und Gicht.
Atmungsorgane
Man kann das Bingelkraut auch gegen Husten und Bronchitis einsetzen. Es löst den Schleim und wirkt entzündungshemmend.
Frauenheilkunde
Das Bingelkraut wirkt regulierend auf den Menstruationszyklus. Außerdem soll es bei Beschwerden bei der Monatsblutung helfen. Es hemmt auch den Milchfluss, wenn man als stillende Mutter abstillen will.
Äußerlich
Äußerlich kann man Bingelkraut-Tee gegen Wunden als Waschung, Umschlag oder als Teilbad anwenden. Auch gegen Warzen soll das Bingelkraut helfen, aber dafür muss man es wohl konzentrierter auftragen. Möglicherweise eignet sich hierfür eine Tinktur aus dem getrockneten Kraut.
Heilpflanze
In der Antike und im Mittelalter wurden getrocknete Pflanzen des Einjährigen Bingelkrautes als Heilpflanze vor allem bei Frauenleiden und gegen Verdauungsprobleme verwendet.
Giftigkeit
Dagegen ist das frische Bingelkraut schwach giftig und kann unter Umständen bei Weidevieh zu Vergiftungen führen.[4]
 
Giftwirkung
Die frische Bingelkraut-Pflanze ist giftig. Da es nicht zur Einnahme in großen Mengen verlockt, sind schlimme Vergiftungen beim Menschen nicht bekannt. Aber Weidevieh kann schwerwiegende Vergiftungen erleiden.
Vergiftungssymptome sind (manchmal erst nach Tagen): Durchfall, verstärkter Speichelfluss, Appetitlosigkeit, schwankende Körpertemperatur, Schwäche und Rotblaufärbung des Harns.
Erste Hilfe: Erbrechen herbeiführen und Kohle-Pulver. In schwereren Fällen sollte man einen Arzt zu Rate ziehen. Getrocknet ist das Bingelkraut nicht mehr giftig.
 
Geschichtliches
Das Bingelkraut war schon in der Antike bekannt und wurde bereits vierhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung von den Schülern Hippokrates als Heilpflanze bei Frauenkrankheiten geschätzt. Diese Wertschätzung wurde von Dioskurides und Plinius Secundus aufgegriffen. Dioskurides empfahl die Einnahme der männlichen Bingelkrautpflanzen sogar, um zu bestimmen, dass ein männliches Kind geboren wird und die Einnahme der weiblichen Pflanze, um eine Tochter zu bekommen. Aber er verwechselte die Pflanzengeschlechter und hielt die weiblichen Bingelkräuter für die männlichen. Im Mittelalter wird das Bingelkraut in vielen Kräuterbüchern empfohlen und nicht nur für Frauenbeschwerden, sondern auch bei Verdauungsprobleme, Verschleimung, Stoffwechselkrankheiten, melancholische Gemütszustände und Wassersucht. Auch gegen Wetterfühligkeit wurde das Bingelkraut verwendet. Angeblich war das Bingelkraut sogar ein narkotisch wirkender Bestandteil der Hexensalben. Außerdem war es in Liebestränken enthalten. Später galt das Bingelkraut sogar als wirksam bei Syphilis. In England gab es immer mal wieder das Gerücht, dass Bingelkraut in Deutschland als Salat gegessen würde. Aber das beruht wohl auf einem Irrtum, denn frisch ist das Bingelkraut ja giftig.
 
Pflanzenbeschreibung
Das einjährige Bingelkraut ist in Europa heimisch. Es wächst als Unkraut in Gärten, auf Feldern, Schuttplätzen und Wegrändern. Wenn der Boden locker und nährstoffreich ist, breitet sich das Bingelkraut freudig aus und kann leicht zum häufigsten Unkraut eines Gartens werden. Von der Gestalt her ist das Bingelkraut ein Unkraut, wie es im Bilderbuch steht, wenn auch eher von der harmlosen Sorte. Es keimt sehr hartnäckig, seine Samen überstehen bis zu zehn Jahre im Boden und sind sehr keimfreudig. Seine Form ist durchschnittlich und so normal, dass es kaum auffällt und auch seine gelbgrünen Blüten sind unspektakulär. Ehe man sich versieht, ist die Pflanze ausgewachsen und hat neue Samen gebildet, die dann zur weiteren Verbreitung beitragen können. Obwohl das Bingelkraut zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehört, hat es keinen Milchsaft in seinem Stängel. Es ist auch weniger giftig als seine Wolfsmilchverwandten. Die einjährige Pflanze wird bis zu vierzig Zentimeter hoch. Der kahle Stängel ist im oberen Bereich verzweigt. Die schmalen, ovalen Blätter wachsen gegenständig am Stängel. Sie haben einen gewellten Rand. Ab April blüht das Bingelkraut. Das Bingelkraut ist zweihäusig, das heißt, es gibt getrennte männliche und weibliche Pflanzen. Die männlichen Blüten sind gelblich und wachsen ährenförmig auf Stängeln. Die weiblichen Blüten sind grün und wachsen in kleinen Gruppen in den Blattachseln. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich höckrige Fruchtkapseln, die jeweils zwei Samen enthalten. Jede Pflanze kann bis zu zweitausend Samen entwickeln. Daher verbreitet sich das Bingelkraut auch stark, wenn man es lässt. Ein naher Verwandter des einjährigen Bingelkrautes ist das mehrjährige Bingelkraut, das im Wald wächst und giftiger als das einjährige Bingelkraut ist.
 
Anbautipps
Normalerweise kommt wohl niemand auf die Idee, das Bingelkraut anzubauen. Ganz im Gegenteil stellen sich die meisten Gärtner wohl eher die Frage, wie sie das Bingelkraut aus ihrem Garten vertreiben können. Wer es aber doch anbauen will, besorgt sich am besten Samen, um das Bingelkraut auszusäen. Gesät wird im zeitigen Frühjahr. Die gekeimten Bingelkraut-Pflanzen sind sehr robust und anspruchslos, brauchen also kaum Pflege.
 
Sammeltipps
Man sammelt vom blühenden Bingelkraut das ganze oberirdische Kraut. Dann bindet man es zu kleinen Sträußen und trocknet es möglichst zügig an schattiger, luftiger Stelle. Beim Trocknen färbt sich das Bingelkraut bläulich und riecht eher unangenehm. Das ist wohl auch der Grund, warum man das Bingelkraut auch Stinkerich nennt.

SANIKEL
Die Pflanzengattung Sanikel gehört zur Familie der Doldenblütler. Die etwa 40 Arten haben ihre Hauptverbreitung in Nordamerika und Ostasien. Der Wald-Sanikel ist die einzige in Europa heimische Art und gilt als Tertiärrelikt.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Blähungen, Durchfall, Geschwüre, Hautausschläge, Husten, Magenbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Mundschleimhautentzündungen, Nicht überdosieren! Quetschungen, Zahnfleischentzündungen, Zerrungen, blutreinigend
wissenschaftlicher Name: Sanicula Europaea
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Mai bis Juli, Herbst
 
Beschreibung
Sanikelarten sind niedrige, schlanke, niederliegende oder aufrecht wachsende zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen ohne Behaarung. Sie wachsen verzweigend oder aufrecht, gerade und unverzweigt aus einem kurzen Wurzelstock oder direkt aus spindelförmigen oder knollenförmigen Wurzeln. Die Sprossachse ist meist verzweigt, die Anordnung der Verzweigungen ist sehr unterschiedlich. Die Laubblätter sind gestielt oder fast sitzend. Die membranartig dünne bis beinahe lederartige Blattspreite ist handförmig oder fiederspaltig geteilt bis mehrfach zusammengesetzt. Die einzelnen Blattteile sind unterschiedlich gezähnt, gelappt, fiederspaltig geteilt oder ganzrandig. Die Blattspindel ist kahl oder beflügelt.
Die Blütenstände bestehen aus einfachen kopfförmigen Dolden, die zymös oder traubig angeordnet sind. Der Hüllkelch besteht aus ganzrandigen oder gelappten Tragblättern, die sowohl länger als auch kürzer als die Dolden sein können. Die Dolden sind zweigeschlechtig oder eingeschlechtig, wobei dann nur männliche Blüten gebildet werden. Die Blüten stehen an Blütenstielen oder sind fast sitzend. Dabei werden die rein männlichen Blüten oft auffallend durch Blütenstiele hervorgehoben und fallen früh ab oder sind beständig. Die Blüten sind weiß, grünlich-weiß, grünlich-gelb, gelb, rot, lila, blau oder violett. Die Kelchblättersind borstenförmig, linealisch-lanzettlich oder abgestumpft eiförmig und beinahe einzeln stehend bis stark miteinander verwachsen. An der reifen Frucht sind die Kelchblätter geschnäbelt oder durch die Bewehrung der Früchte verdeckt. Der Rand der spatelförmigen bis eiförmigen Kronblätter ist gebuchtet, die Spitze ist eingeengt und eingebogen. Der Griffel ist entweder kürzer als die Kelchzipfel oder verlängert, abstehend, zurückgebogen oder geschraubt. Das Stylopodium fehlt oder ist abgeflacht und scheibenförmig.
Die Früchte sind länglich-eiförmig bis kugelförmig und seitlich etwas abgeflacht. Die Früchte sind dicht mit Stacheln, Ährchen, Schuppen oder Knöllchen besetzt. Die Stacheln sind an der Basis oftmals verbreitert oder knollig, gerade oder mit einem Haken versehen. Rippen sind nur ansatzweise vorhanden. Das Karpell ist beinahe drehr und oder lateral oder dorsal abgeflacht. Die Ölstriemen können groß oder klein sein, in regelmäßiger oder unregelmäßiger Anordnung stehen. Es befinden sich drei bis zu einer Vielzahl Ölstriemen unter der dorsalen und lateralen Oberfläche und meist zwei an der Kommissur. Die Samenoberfläche ist glatt, konkav oder faltig, verstärkende Zellen fehlen.

BACHBLÜTE WHITE CHESTNUT
Man tritt gedanklich ergebnislos auf der Stelle, fühlt sich wie ein Hamster im Tretrad
Diese Menschen treten gedanklich ergebnislos auf einer Stelle und fühlen sich wie in einem Hamsterrad
Hier hilft die Bachblüte um gedanklich nicht auf einer Stelle treten und kommen aus dem Hamsterrad
BACHBLÜTE WILD OAT
Man ist ehrgeizig, möchte Besonderheiten, aber weiß nicht genau was          
Diese Menschen sind sehr ehrgeizig, möchten Besonderheiten, jedoch wissen sie nicht genau was
Mit der Bachblüte können sie den Ehrgeiz behalten, brauchten jedoch keine Besonderheiten
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Früchte
HIMBEEREN
Himbeeren zählen zu den beliebtesten Vertretern der Beerenobst-Familie. Sie fördern die Verdauung und haben kühlende Eigenschaften. Aus diesem Grund empfiehlt sie Hildegard bei Fieber: „Wer Fieber hat und appetitlos ist, koche Himbeeren in wenig Wasser, lasse sie darin liegen und trinke diesen Himbeersaft morgens und abends und lege die in Wasser gekochten Himbeerblätter als Kompresse auf seinen Magen für eine Stunde. Das soll er drei Tage lang tun und das Fieber wird weichen.
JOHANNISBEEREN
Vor allem die Schwarzen Johannisbeeren werden, neben den roten und weißen Sorten, wegen ihres hohen Gehalts an Vitamine C und P geschätzt. Hildegard bezeichnet den Strauch der schwarzen Johannisbeeren als Gichtbaum, der vor der Vergichtung des Gehirns schützen soll, womit wohl die Alzheimersche Krankheit und Parkinson gemeint sind.
DÄMPFE
Wie unsere sämtlichen Wasseranwendungen, so wirken auch die Dämpfe in der gelindesten Form und sind deshalb durchaus ungefährlich und unschädlich. Ich bin aber auch hierin zu der Überzeugung gekommen: Nur nicht zu viel, so daß ich nur in seltenen Fällen die Dämpfe gebrauche, nämlich nur dann, wenn starke Verhärtungen vorhanden sind. Es sind ganz seltene Fälle, wenn ich in der Woche einmal, höchstens zweimal ein Dampfbad verordne und auch dieses nur eine oder zwei Wochen hindurch. Ich warne also nochmals auf das strengste vor zu vielen Dampfbädern. Sie bewirken eine gewaltige Ausdehnung der Gefäße, die Wärme macht schlaff und je größer sie wird, desto schlaffer macht sie. Die große Hitze macht aber nicht nur schlaff und welk, sondern auch empfindlicher und nichts ist gewisser, als daß man besonders zur Winterszeit auf das Dampfbad einen Katarrh bekommt, der sich über den ganzen Körper verbreitet und den man nicht mehr so leicht loswird. Es ging mir selbst so und deshalb warne ich vor zu vielen Dämpfen.
Man merkt den Ausführungen Kneipps deutlich an, daß auch er schon zu größter Vorsicht im Umgang mit Dämpfen gemahnt hat, obwohl die Menschen zu seinen Lebzeiten um einiges abgehärter waren als heutzutage. Daher gilt: Dämpfe sollen nie ohne ärztliche Verordnung angewendet werden!
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