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JAPANISCHER STAUDENKNÖTERICH
Der Japanische Staudenknöterich ist eine Zierpflanze aus Asien, die schnell die Gärten verlassen hat und sich als gefährliches Unkraut in der freien Natur verbreitet. Diese Pflanze beeindruckt durch ihr schnelles Wachstum und ihre Zähigkeit. Der Japanische Staudenknöterich kann in Gemüsegerichten verarbeitet oder als Heilpflanze eingesetzt werden, z.B. gegen Rheuma oder als harntreibendes Mittel.
Der Japanische Staudenknöterich, auch Kamtschatka-Knöterich oder kurz Japanknöterich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schling- oder Flügelknöteriche bzw. Staudenknöteriche innerhalb der Familie der Knöterichgewächse. In Europa und in Nordamerika zählt diese Pflanzenart zu denjenigen Neophyten, die als problematische, unerwünschte invasive Pflanzen (Plagepflanzen) bewertet werden.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Frauenbeschwerden, Hautkrankheiten
Heilwirkung: abführend, antitumorigen, antiviral, blutreinigend, entzündungshemmend, erweichend, fiebersenkend, fungizid, harntreibend, lebensverlängernd, magenstärkend, menstruationsfördernd, menstruationsregulierend, verjüngend, wundheilend
Anwendungsbereiche: Abführmittel, Alterserscheinungen, Anti-Aging, Antioxidans, Arthritis, Fieber, Frauenbeschwerden, Hautkrankheiten, Pilze, Rheuma, Tumore, Wunden
wissenschaftlicher Name: Fallopia japonica, Reynoutria japonica
Pflanzenfamilie: Knöterichgewächse = Polygonaceae
englischer Name: Japanese knotweed
volkstümlicher Name: Japanischer Staudenknöterich
Verwendete Pflanzenteile: alle Pflanzenteile
Inhaltsstoffe: Anthraquinon, Emodin, Gerbsäuren, Mineralien, Oxalsäure, Phytoöstrogene, Proteine, Resveratrol, Polyphenole, Rutin, Vitamine
Sammelzeit: März bis November
 
Anwendung
Die jungen Sprosse könnten ähnlich dem ebenso sauren Rhabarber verarbeitet und zubereitet werden. Wenn sie sehr jung sind, können sie wie Spargel zubereitet werden. In Japan wird aus der Wurzel eine Tinktur hergestellt, die Blutdruck und Cholesterin senken soll. Von jedweder Verwendung der stark oxalsäurehaltigen Pflanzenteile ist jedoch abzuraten. Die Pflanze enthält in allen Teilen den sekundären Pflanzenstoff trans-Resveratrol, der auf zahlreiche mögliche therapeutische Nutzwirkungen getestet wird. Resveratrol besitzt unter anderem Wirkung als Phytoöstrogen. Die Pflanze wurde in ihrer Heimat Japan seit Jahrhunderten für Heiltees verwendet, die, wie die Pflanze selbst, Itadori genannt werden. Resveratrol gilt als der wahrscheinlichste aktive Bestandteil des Tees. Obwohl der Resveratrol-Gehalt in der Pflanze um mehrere Größenordnungen höher liegt als in roten Weintrauben (einer anderen, viel untersuchten Quelle für Resveratrol), war der Gehalt im Tee nicht höher als in Rotwein; dies wird darauf zurückgeführt, dass er im wässrigen Extrakt Tee stark verdünnt wird. Die Stängel eignen sich für den Flötenbau, sowohl für Längs- und Querflöten als auch Panflöten.
Gemüse/Küche
Die jungen Triebe können wie Spargel zubereitet werden. Wegen der leichten Säure kann man diese Triebe auch wie Rhabarber verarbeiten. Menschen mit Arthritis, Rheuma o.ä. sollten keine großen Mengen des Gemüses essen, da in einigen Pflanzen zu viel Oxalsäure enthalten ist. Kleinere Mengen sind jedoch bei diesen Krankheiten der Gesundheit förderlich.
Umschläge
Umschläge aus frischen zerquetschen Blättern helfen gegen Hautkrankheiten. Sollen auch bei Schlangenbissen und Verbrennungen (Vorsicht!) helfen.
Wurzel
Ein Brei aus Wurzelpulver oder frischer Wurzel hilft bei Hautkrankheiten.
Extrakt
(Wurzel-)Extrakte sollen bei Tumore helfen.
 
Geschichtliches
Der Japanische Staudenknöterich wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Fut-ter- und Zierpflanze nach Europa eingeführt. Als Futterpflanze hat sie sich außer für Bienen als ungeeignet herausgestellt. Die University of Leicester hat herausgefunden, dass alle Exemplare des Japanischen Staudenknöterichs in Europa Klone von einer Pflanze sind. Alle Pflanzen in Europa sind weiblich. Durch die starke Verbreitung ist sie mittlerweile in Europa eine der schlimmsten Unkräuter geworden und wird mit hohem Aufwand bekämpft.
 
Pflanzenbeschreibung
Japanischer Staudenknöterich ist in Ostasien heimisch. Mittlerweile ist er auch in Europa und Nordamerika verbreitet. Er wächst bevorzugt auf feuchten Böden, z.B. an Ufern. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 300 Zentimeter hoch. Der Stängel ähnelt dem Bambus. Die Blätter sind oval und etwa 10cm lang. Die Pflanze vermehrt sich über Wurzelausläufer.
Der Japanische Staudenknöterich ist eine sehr schnellwüchsige (wuchernde), sommergrüne, ausdauerndekrautige Pflanze. Als Überdauerungsorgane bildet er Rhizome, durch die oft dichte, ausgedehnte Bestände entstehen. Im Frühling treibt er aus seinen Rhizomen (Wurzelstöcken, Erdkriechsprossen), oft nesterweise an Rhizomköpfen, neue Stängel (Rameten), die unter günstigen Bedingungen innerhalb weniger Wochen eine Wuchshöhe von 3 bis 4 Metern erreichen, wobei die Pflanze einen Zuwachs von 10 bis 30 Zentimeter pro Tag erreichen kann. Die anfangs aufrechten, bald aber schräg bis waagerecht überhängenden Stängel sind hohl. Weil zum Hochsommer hin die Wipfel der ungemähten Triebe sich in die Waagerechte neigen und die Laubblätter horizontal ausbreiten, wird der Boden unter solch dichten Beständen dermaßen beschattet, dass selbst Graswuchs abstirbt. Im Winterhalbjahr kann der dadurch nackte Oberboden zwischen den dann blattlosen röhrigen Stängeln bei Starkniederschlägen großflächig abgespült werden. Am Harmersbach im mittleren Schwarzwald führte dies beim Weihnachtshochwasser 1991 zu Millionenschäden. Im Spätjahr zieht die Pflanze ein und die Laubblätter werden gelb, beim ersten Frost sterben alle oberirdischen Teile der Pflanze ab. Die sich weit verzweigenden, bald und von Jahr zu Jahr stärker verholzenden Rhizome überleben den Winter problemlos. Sie reichen, obwohl weitgehend horizontal kriechend, oft bis zu 2m tief in den Boden. Dort scheinen sie manchmal zusätzlich knollenförmige Speicherorgane zu bilden.
Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel sowie Blattspreite gegliedert und 5 bis 20 Zentimeter lang. Die einfache mit einer Länge von bis zu 12, selten bis 18 Zentimetern und einer Breite von bis zu 8, selten bis 13 Zentimetern breit-eiförmige, beinahe ledrige Blattspreite besitzt einen rechtwinklig gestutzten Spreitengrund sowie eine schmale Spitze (Träufelspitze). Die kurzen Haare auf den Blattadern der Blattunterseite sind ohne Lupe kaum zu sehen.
Der Japanische Staudenknöterich ist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Im August beginnt der Japanische Staudenknöterich mit der Ausbildung der Blütenstände. Die funktionell eingeschlechtigen Blüten enthalten fünf weißliche Blütenhüllblätter und entweder einen Fruchtknoten mit drei gefransten Narben oder acht Staubblätter.
 
Anbautipps
Der wichtigste Tipp: Nicht anbauen!
Die Pflanze wird nicht über die Samen, sondern über Wurzelstücke vermehrt, da in Europa alle Pflanzen weiblich sind und das männliche Gegenstück fehlt. Ein Wurzelstückchen mit weniger als 1 Gramm, schafft es in feuchtem Boden innerhalb von 6 Tagen zu einer neuen Pflanze heranzuwachsen. Eine solche Pflanze schafft es innerhalb eines Jahres ein dauerhaftes Wurzelsystem aufzubauen, das bis in eine Tiefe von 3 Metern und in eine Entfernung von über 6 Metern reicht. Das bedeutet eine große Gefahr für Wege, Wasserleitungen, Ab-wasser-Rohe und vieles mehr. Der oberirdische Teil der Pflanze stirbt bei Frost ab, das herunterfallende Laub zersetzt sich nur sehr langsam und verhindert so, dass andere Pflanzen neu wachsen können. Oberirdisch schafft eine solche Pflanze im nächsten Jahr ein Wachstum von 30cm pro Tag. Bis jetzt gibt es nur eine zuverlässige Methode die Pflanze wieder loszuwerden: Die oberen 3 Meter großflächig abtragen und die wurzelhaltige Erde als Sondermüll entsorgen.
 
Sammeltipps
Die frischen Triebe im Frühling schneiden. Wenn man die Wurzeln ausgräbt, darauf achten, dass keine Wurzelstücke herumliegen. Die Wurzelstücke können vom Regen weggespült werden und an anderer Stelle zu neuen Pflanzenkolonien heranwachsen. Nicht benötigte frische Pflanzenreste nicht auf den Kompost werfen, sondern im Hausmüll entsorgen oder im Backofen abtöten.

KALMUS
Schon 3.700 vor Chr. stand der Kalmus in China in dem Ruf, ein Lebensverlängerer zu sein. Auch in Mitteleuropa ist der Kalmus seit Jahrhunderten heimisch. Seine besonderen Fähigkeiten entfaltet der Kalmus bei Magenbeschwerden, aber auch bei der Rauchentwöhnung leistet er wertvolle Dienste.
Der (Indische) Kalmus ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kalmus innerhalb der Familie Kalmusgewächse. Die Sumpfpflanze stammt aus Asien, wurde im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa eingebürgert und ist auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet.

Steckbrief
Heilwirkung: Appetitlosigkeit, Magenkrämpfe, Magenkatarrh, Darmkrämpfe, Blähungen, Magengeschwüre, Verstopfung, Rauchentwöhnung, Zahnfleisch stärkend, Mundschleimhaut Entzündungen, Zahnende Kinder
wissenschaftlicher Name: Acorus calamus
Pflanzenfamilie: Aronstabgewächse = Araceae
englischer Name: Sweet sedge
volkstümlicher Name: Ackermann, Ackerwurz, Bajonettstangen, Brustwurz, Kalmuswürze, Karmsen, Magenwurz, deutscher Ingwer, Zitwer
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Bitterstoff Acorin, Akoretin (Harz), ätherisches Öl, Kalamin-Cholin, Trimethylamin, Kalmusgerbsäure, Schleim, Terpene, Calamenol, Palmitinsäure
Sammelzeit: März und April, September bis November
 
Anwendung
Kalmus ist neben seiner Bedeutung als kultivierte Zierpflanze eine traditionelle Medizinpflanze der asiatischen Medizin, die seit dem 12. Jahrhundert auch in Europa bekannt und als Heilpflanze verwendet wurde. Auch von indigenen Völkern Nordamerikas wird Kalmus für medizinische Bäder, Räucherungen sowie für Teezubereitung und als Gewürz verwendet. Vom Kalmus wird der Wurzelstock verwendet, der im September und Oktober geerntet wird. Aus den Rhizomen wird das Kalmusöl gewonnen, das in der Heilkunde und bei der Parfüm- und Likörherstellung (hier hauptsächlich für Magenbitter) verwendet wird. Kalmus gilt als kräftigend, die Magensekretion fördernd und appetitanregend. Wie der echte Ingwer kandiert, wird die Wurzel auch als Deutscher Ingwer gegessen. Eine Kalmus-Tinktur ist auch in dem Getränk Coca-Cola enthalten. Das Kauen der Wurzel soll stimmungsaufhellend sein und in höherer Dosis leichte Halluzinationen verursachen, wofür die enthaltenen Asarone verantwortlich gemacht werden. Der Wurzel und den Asaronen werden auch aphrodisierende Eigenschaften zugeschrieben. Asarone wirken allerdings mutagen, karzinogen sowie reproduktionstoxisch, während die angegebenen positiven irkungen wissenschaftlich nicht nachgewiesen sind.
Den Kalmus setzt man entweder für 8 Stunden als Kaltauszug an, einen TL der zerkleinerten Wurzel pro Tasse. Man kann aber auch einen heißen Aufguss machen und fünf Minuten ziehen lassen. Auch eine Tinktur kann man mit dem Kalmus ansetzen. Davon nimmt man dreimal täglich 30 Tropfen. Der Kalmus hilft vor allem bei Magenbeschwerden und steht in dem legendären Ruf, ein Lebensverlängerer zu sein. Auch bei der Rauchentwöhnung kann die Kalmuswurzel helfen. Wenn man die Wurzel kaut, wird einem beim Rauchen übel. Kleinkinder können bei Zahnungsschmerzen auf der Wurzel rumkauen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Der Kalmus ist eine uralte Heilpflanze. Im Kräuterbuch des Kaisers Shin-nong (3.700 v. Chr.), wird er CH´ang – Pu, der Lebensverlängerer, genannt und als das beste Magenmittel gepriesen. In den altpersischen Schriften des 7. Jahrhunderts vor Christi, im Sanskrit oder der Weda der Inder (3. Jahrhundert v. Chr.), wird der Kalmus mehrfach lobend erwähnt. Während es sich in allen diesen Bücher tatsächlich um den Kalmus handelt, ist der biblische Kalmus im Hohen Liede Salomons (Kap. 4, Vers 14) umstritten, wenn er auch als die kostbarste Würze gepriesen wird.
Draüber und wie er in der Folge nach Europa kam, könnte man ein eigenes Buch schreiben. Die erste ausführliche Beschreibung und einwandfreie Abbildung für die europäischen Länder bringt Matthiolus (1570). Bald darauf gewinnt der Kalmus durch die Volksheilkunde in Stadt und Land eine bedeutende Rolle. Gesammelt werden die Wurzelstöcke, zeitlich im Frühjahr, bevor die Blätter kommen oder im Spätherbst. Man reißt die Pflanze mit Hilfe eines Hakens aus dem schlammigen oder sumpfigen Teichufer, worin fältigst die Wurzel, zerschneidet sie in fingerlange Streifen und trocknet sie.
Dies geschieht am besten durch Auffädeln auf einen starken Zwirnsfäden und Aufhängen desselben an einem zugigen Ort, immer aber im Schatten. Die Oberfläche der Wurzel ist braun-grün, das Innere weiß, schwammig und weich. Nach dem Zerschneiden laufen die Schnittflächen zumeist rot oder rötlich an. Die Wurzel riecht sehr gewürzhaft, deren Geschmack ist bitter, gewürzhaft, getrocknet wesentlich milder.
Heil- und Wirkstoffe
Die Wurzel besitzt den Bitterstoff Acorin, das harzartige Akoretin, ferner ätherisches Öl und ein Kalamin-Cholin. Während des Trocknungsprozesses bilden sich geringe Mengen von Gerbstoff.
Heilwirkung
Offizinell sind die Kalmuswurzeln, der Wurzelextrakt, das Kalmusöl und die Kalmustinktur.
Die Kalmuswurzel ist ein erster Linie ein Magenmittel und dient zur Behandlung von Magenkatarrh, Darmkatarrh, lang andauernder Magenschwäche, Appetitlosigkeit, bei Hungergefühlen, die jedoch bei der geringsten Nahrungsaufnahme in Widerwilllen zum Essen umschlagen, bei Gärungserscheinungen im Magen und erschlaffter Magenmuskulatur. Daneben werden die Urinausscheidungen gefördert, Gasansammlungen behoben, die Gallensekretion sowie der Gallenabfluss normalisiert. Dass die Behebung aller dieser Leiden schließlich alle Stoffwechselstörungen beseitigt, den Blutumlauf hebt und die Blutarmut wesentlich verbessert, ist nur eine natürliche Folge.
Die Kalmuswurzel ist der aus Ostafrika oder aus Südamerika eingeführten Kondurangorinde überlegen.
Für alle genannten Leiden und Beschwerden nimmt man entweder den Kalmustee, 1 Teelöffel voll der feingeschnittenen Wurzel zum kalten Ansatz durch 8 Stunden bzw. heißen Aufguss mit 5 Minuten ziehen lassen, oder 20-30 Tropfen der Tinktur oder 3-5g des Pulvers, alles dreimal täglich genommen.
Die getrocknete Wurzel gekaut5, erzeugt bei Rauchern einen leichten Brechreiz und bringt so bei wiederholtem Gebrauch eine Entwöhnung von der Rauchsucht.
Der rohe Saft der Wurzel, tropfenweise aufs Auge geträufelt, wirkt augenstärkend.
Rückeneinreibungen mit der Kalmusessenz, die man am besten in der Apotheke fertig kauft, kräftigen die schwachen raschitischen oder skrofulösen Kinder sehr. Desgleichen wirkt rasch eheilend die auf Geschwüre, offenen Knochenfraß und Knochenfisteln gebrachte Essenz. Man taucht ein Leinentüchlein in die Essenz und legt es auf die erkrankte Stelle auf.
Als Badezusatz wirkt die Kalmuswurzel sehr wohltuend und beruhigend bei über-reizten Nerven oder bei nervöser Schlaflosigkeit, Nervenschwäche und auch bei Unterleibsleiden der Frauen. Zu diesem Zwecke bringt man 500g grob geschnittene getrocknete Wurzeln in 5 Liter Wasser einmal zum Aufkochen und lässt dann ¼ Stunde ziehen. Nach dem Abseihen in das Vollbad gießen und warm baden.
Nicht zuletzt sei darauf verwiesen, dass man die Kalmuswurzel in keinerlei Anwendungsform bei Durchfall (Diarrhoe) verwenden darf!
Anwendung in der Homöopathie
Aus den geschälten und getrockneten Wurzelstöcken wird die homöopathische Kalmustinktur gegen alle genannten Magenstörungen hergestellt. Man nehme 10 Tropfen, 3mal täglich, bzw. über ärztliche Verordnung öfters.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der Tee wird in der Volksheilkunde zur Gedächtnisstärkung gelobt. Bei Magen- und Nierenschwäche wird ein Mischtee aus gleichen Teilen Kalmuswurzel und Wermut empfohlen. Man nehme 1 gehäuften Teelöffel für 2 Tassen Wasser im Aufguss. Diese 2 Tassen trinke man am Tage schluckweise.
Der Absud der Kalmuswurzel ist ein Haarwaschmittel, das den Haarboden kräftigt. Gegen Ruhr wird empfohlen: 60g Kalmuswurzel gepulvert, 4g Koriander und 2g schwarzer Pfeffer werden in ½ l Wasser auf etwa 3/10 l eingekocht. Nach dem Kochen wird sofort abgeseiht. Davon nehme man täglich 3mal 1 Teelöffel voll.
Zur Förderung der Monatszeit füge man den Sitzbädern einen Absud von Kalmuswurzeln bei.
Der Saft der frischen Kalmuswurzel mit Eiweiß gemischt und über das Auge gestrichen, 5 MInuten einwirken lassen und dann abwaschen, stärkt das Auge.
Kalmusblätter im Zimmer ausgelegt, vertreiben die Insekten.
Um eine leichte sexuelle Störung im Anfangsstadium bei Männern zu beseitigen, setze man 20g Kalmuswurzel in 1 Liter reinem Apfelmost an und trinke durch 10 Tage täglich ¼ l am Tage schluckweise.
Bei Magenschwäche, Magenbeschwerden und gegen Blähungen wende man an: Kalmus-Extrakt, 5-10 Tropfen auf 1 Stück Zucker nach Bedarf oder Kalmusöl, 3-8 Tropfen auf ½ Stück Zucker 1mal täglich oder Kalmus-Tinktur, 5-10 Tropfen auf Zucker nach Bedarf oder Kalmus-Wein, 1/10 l schluckweise bei Bedarf getrunken.
KALMUS-WEIN oder KALMUS-MOST: Man setzt 30g getrocknete Kalmuswurzel entweder in 1 ½ Liter gutem unverfälschtem Weißwein oder 1 ½ Liter reinem Apfelmost durch 6-8 Wochen an und seiht dann den Wein bzw. Most in eine neue Flasche ab. Diese Getränke sind stärkend für den Gesamtorganismus, im besonderen aber bei schwachem Magen ein unübertreffliches Tonikum.
Bei schlecht durchbluteten Händen oder Füßen - man hat ständig kalte Hände oder Füße – wirken warme Kalmus-Fuß- oder Handbäder sehr wohltuend und bringen die mangelhafte Blutzirkulation wieder in Gang.
Auch bei Frostbeulen oder bei sonstigen Erfrierungserscheinungen haben Kalmusbäder schon wiederholt sehr geholfen.
Bei Zahnschmerzen oder bei Erschlaffung des Zahnfleisches kaue man täglich am Abend ein Stück Kalmuswurzel oder bereite einen Kalmustee für wiederholte Mundspülungen. Äußerlich wendet die Volksheilkunde den Kalmustee als Bad oder Umschlag bereitet bei Furunkel, Abszessen und krebsartigen Geschwüren an.
Den frischen Saft einer soeben ausgegrabenen Wurzel auf Impfschäden geträufelt, bringt diese bald zur Abheilung.
Nicht zuletzt empfiehlt die Volksheilkunde den Kalmustee, nach Bedarf 1-2 Tassen getrunken, bei nervösen Herzbeschwerden.
Anwendung in der Tiermedizin
Die gepulverte Kalmuswurzel wird in das Futter in kleinen Mengen gestreut oder in das Viehpulver vermengt, um als Magenmittel den fressunlustigen Haustieren eingegeben zu werden. Auch schwache Jungtiere erhalten gepulverte Kalmuswurzeln in das Futter vermengt, damit sie kräftiger werden.
Mit der Kalmusessenz in Form von Umschlägen heilt man Wunden und Geschwüre.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich stammt der Kalmus aus China. Aber schon seit dem 16. Jahrhundert ist er auch in Mitteleuropa heimisch. Der Kalmus wächst bevorzugt an den Ufern von Bächen, Teichen und Gräben. Aus dem waagrecht kriechenden Wurzelstock entspringen im Frühjahr mehrere schwertförmige dünne Blätter, die bis zu ein Meter hoch werden. Im Hochsommer wächst ein kantiger Stängel, der einen grüngelben Blütenkolben in Kegelform trägt.
Botanik
Die Pflanze hat einen ausdauernden, waagrecht im Uferschlamm oder feuchter Ufererde kriechenden Wurzelstock. An seinem vorderen Ende entspringen zahlreiche, breit lineale, schwertförmige Blätter bis zu 1m Höhe. Der drei- oder vierkantige Stängel trägt etwa in der Mitte einen kegelförmigen Blütenkolben von 5-8cm Länge und von gelblich-grüner Farbe. Die Früchte sind rote Beeren, die aber in unseren mitteleuropäischen Gegenden selten reifen.
Blütezeit
Juni, Juli
Beerenreife
Herbst
Standort
Die aus Asien stammende Pflanze ist bei uns an Tümpeln und stehenden Gewässern heimisch geworden

BACHBLÜTE WALNUT
Man macht alle Beschränkungen und Beeinflussungen endgültig hinter sich zu lassen, aber es gelingt noch nicht ganz
Diese möchten alle Beschränkungen und Beeinflussungen endgültig hinter sich zu lassen, bekommen es aber nicht hin
Mit der Bachblüte können sie diese Beschränkungen und Beeinflussungen abstellen
BACHBLÜTE WATER VIOLET
Diese innere Freiheit ist dir sehr wichtig               
Diese Menschen ist die innere Freiheit sehr wichtig
Mit der Bachblüte ist ihnen die Freiheit wichtig, steht aber nicht mehr im Vordergrund
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Früchte
FEIGEN
Feigen sind die birnenförmigen Früchte des Feigenbaums, der vor allem in Mittel-meerländern, aber auch bei uns im milden Weinbauklima wächst. Feigen haben den höchsten alkalischen Wert aller Lebensmittel und sind daher ideal zur Neutralisation von säurehaltigen Speisen geeignet. Bei Hildegard von Bingen schneiden sie nicht sonderlich gut ab, weil sie beim gesunden Menschen „Habgier und Ehrgeiz“ fördern. Kranke hingegen können nach ihrer Auffassung Feigen so lange roh essen, bis sie wieder zu Kräften gekommen sind.
HAGEBUTTEN
Die Hagebutte, auch Wildrose oder Heckenrose genannt, wächst in Europa und Asien in Hecken, Gebüschen und Böschungen. Bis zum Herbst reift die Heckenrose zur leuchtend roten Hagebutte heran, die zum Trocknen gesammelt werden kann. Für die Verwendung in der Küche entfernt man die Kerne, bei denen es sich genau genommen um Nüsschen handelt. Die Scheinfrucht enthält einen hohen Anteil Vitamin C, B-Vitamine und Fruchtsäuren. Hagebutten eigenen sich hervorragend zur Zubereitung von Kräutertee gegen Erkältungen und zur Stärkung des Immunsystems. Ein Esslöffel frisches Hagebuttenmus deckt den täglichen Vitamin C Bedarf eines Erwachsenen. Hildegard von Bingen lobt besonders die verdauungsfördernde Wirkung der Hagebutte.

Die Auflage auf den Unterleib
Soll auf den Unterleib in besonderer Weise eingewirkt werden, wenn Verhärtungen oder starke Anstauungen vorhanden sind, dann ist der kurze Wickel zu streng. Deshalb gebrauche ich in einem solchen Falle eine Auflage auf den Unterleib. Diese Auflage beginnt oben bei der Magengrube und reicht hinunter bis zur Hälfte der Oberschenkel.
TECHNIK
Das zwei-, vier- und sechsfach gefaltete Tuch wird ins Wasser getaucht, ganz ausgewrungen und dann auf den Unterleib gelegt [das Woll- und das Zwischentuch jedoch werden wie bei den Wickeln eingeschlagen.], wo es eine bis anderthalb Stunden liegengelassen und dann entfernt wird. Will man dieses Tuch anderthalb Stunden liegenlassen, so wird die Wirkung eine umso größere sein, wenn man es nach drei Viertelstunden noch einmal ins Wasser taucht und frisch auflegt. Das frische Wasser wirkt wieder auflösend ein und das gereinigte Tuch nimmt aufs neue die ausgeleiteten Krankheitsstoffe auf.
WIRKUNG
Diese Auflage hilft bei Magenbeschwerden, Blähungen und bei Krämpfen.
Sehr häufig wird diese Auflage in Heublumen-, Haferstroh- oder auch in Fichtennadel-Absud eingetaucht, dann jedoch immer nur warm aufgelegt, weil bei schwächlichen Naturen die Naturwärme unterstützt werden soll […]. Die Auflage mit Wasser und Essig bewirkt, wenn länger aufgelegt, ebenfalls eine erhöhte Wärme, wiederholt eingetaucht und frisch aufgelegt dämmt sie die Hitze weit mehr als gewöhnliches kaltes Wasser. Der Essig schützt auch mehr vor Empfindlichkeiten, so daß man sich nicht so leicht erkältet.
Es ist kaum glaublich, was diese Auflagen bei schwächlichen Naturen wirken können, gerade so verhält es sich bei kräftigen Leuten mit dem kurzen Wickel. Ich muß aber ganz besonders betonen, daß diese Auflage sowie auch der kurze Wickel nicht zu oft und nicht zu lange Zeit hindurch genommen werden dürfen.

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