Direkt zum Seiteninhalt
Süßholz
Echtes Süßholz ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Am bekanntesten ist das Echte Süßholz durch die aus der Süßholzwurzel gewonnene Süßigkeit Lakritze. Als Teedroge findet die Pflanze ebenfalls Verwendung.
Das Süßholz ist die Wurzel der subtropischen Süßholzpflanze. Der Saft der Süßholzwurzel ist der Ausgangsstoff für Lakritze. Süßholz ist aber auch eine vielseitige Heilpflanze. Es hilft bei Husten, Magengeschwüre und Kopfschmerzen und stärkt außerdem niedrigen Blutdruck. Mit seiner blutreinigenden Fähigkeit ist das Süßholz auch ein wertvoller Begleiter bei Schlankheitskuren oder bei rheumatische Erkrankungen.
Süßholz ist eine wichtige Nutzpflanze für die Lebensmittelindustrie. Der in den Süßholzwurzeln enthaltende Saft ist die Basis für die Herstellung von Lakritze. Doch auch als Heilpflanze hat das Süßholz eine große Bedeutung. Die getrockneten Wurzeln des Hülsenfrüchtlers können nämlich u.a. bei Magengeschwüren, Gastritis und Bronchitis helfen. Durch ihr liebliches und wohlschmeckendes Aroma ist sie eine beliebte Arzneipflanze, die jedoch nicht langfristig und in hohen Mengen konsumiert werden sollte.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten, Gastritis
Heilwirkung: abführend, antibakteriell, auswurffördernd, blutdrucksteigernd, blutreinigend, entzündungswidrig, fungizid, harntreibend, schleimlösend, schmerzlindernd
Anwendungsbereiche: Bronchitis, Gicht, Heißhunger, Kopfschmerzen, Magengeschwür, Magenkrämpfe, Magenschleimhautentzündung, Migräne, Niedriger Blutdruck, Rheuma, Sodbrennen, Übergewicht, Verstopfung, Zwölffingerdarmgeschwür
wissenschaftlicher Name: Glycyrrhiza glabra
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name: Liquorice
andere Namen:  Süßholzwurzel, Lakritze, Lakritzenwurzel, Russisches Süßholz, Spanisches Süßholz,
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Glykoside: Glycyrrhizin, Glabrinsäure, Liquiritin, Oleanolsäurederivate; Flavonoide, Isoflavone, Cumarine,
Sammelzeit: März und April, September und Oktober
 
Anwendung
Süßholzwurzel wirkt aufgrund der enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure,  auswurffördernd, schleimverflüssigend und schleimlösend. Bei Süßholzextrakten wurde eine antibakterielle und antimykotische Wirkung nachgewiesen. Typische Anwendungsgebiete sind Husten, Bronchialkatarrh und  andere Erkrankungen der oberen Atemwege. Bei Gastritis und Magengeschwüren findet die Süßholzwurzel ebenfalls Anwendung. Die experimentell und klinisch belegte entzündungshemmende und krampflösende Wirkung ist noch nicht vollständig geklärt. Die nachgewiesene entzündungshemmende Wirkung der Glycyrrhizinsäure soll aber nicht durch eine Hemmung der Prostaglandinbiosynthese, sondern durch Einfluss auf die Wanderung der Leukozyten zum Entzündungsort entstehen. Daneben beeinflusst Glycyrrhizinsäure selbst den Steroidstoffwechsel, indem sie das Enzym Steroid-5β-Reduktase, möglicherweise auch die NAD+-abhängige 11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 2 hemmt. Diese Enzyme bauen Cortison und Aldosteron ab, ihre Hemmung führt daher zu einer Verlängerung der biologischen Halbwertszeit der Corticosteroide sowie bei hohem Aldosteronspiegel zu Bluthochdruck und Kaliumverlust. Zur Behandlung der chronischen Hepatitis und der Leberzirrhose wird im ostasiatischen Raum Glycyrrhizinsäure in Kombination mit Glycin und Cystein als Infusion eingesetzt. Für Glycyrrhizin wurde eine antivirale Wirkung bei Hepatitis A und C belegt. Auch soll der Süßholzzucker die Produktion eines Virusproteins der Herpesviren blockieren, das normalerweise die Entdeckung des Erregers durch die Zelle verhindert. Ohne dieses Protein bemerken die Zellen den Eindringling und leiten ihren eigenen Tod ein. Die dafür nötige Dosis ist allerdings viel zu hoch, um durch normalen (gesundheitlich unbedenklichen) Lakritzkonsum erreicht zu werden, und wurde nicht am lebenden Menschen, sondern nur an Zellkulturen nachgewiesen. Weitere Forschungen untersuchen auch die antivirale Wirkung auf das Kaposi-Sarkomauslösende Herpesvirus.  
Die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln war schon in der Antike bekannt. Die Ägypter des Altertums schätzten Lakritze sehr und kannten ein Lakritzegetränk namens Mai sus. Theophrastos von Eresos, der um 350 v. Chr. lebte, schätzte Lakritze als Heilmittel gegen Husten und als Durstlöscher. Lakritze soll zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben. Tim Richardson weist in seiner Geschichte der Süßigkeiten darauf hin, dass auch französische und türkische Soldaten im Ersten Weltkrieg Lakritze im Marschgepäck hatten. In Mitteleuropa kennt man Lakritze als Heilmittel seit dem Mittelalter. In Großbritannien wurden Lakritztaler zu therapeutischen Zwecken hergestellt. Erst 1760 setzte ein Apotheker namens George Dunhill der Lakritze Zucker zu, so dass sie von da an als Süßigkeit verzehrt wurde. In der traditionellen chinesischen Medizin ist die chinesische Lakritze nach wie vor ein Standardheilmittel. Sie wird dort als Tonikum für das Herz eingesetzt sowie bei Geschwüren, Erkältungen und Hautunreinheiten verwendet.
In der Kombination mit Ammoniumchlorid und Anisöl wird Süßholzwurzelextrakt zu Salmiakpastillen verarbeitet. Als traditionell angewendetes Arzneimittel zur Schleimlösung im Bereich der Atemwege bezeichnet, wurden sie bereits in Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxisvon 1925 beschrieben. Getrocknete Süßholzstangen werden auch zur Zahnpflege gekaut, wobei neben den enthaltenen Inhaltsstoffen auch die Eigenschaft des Holzes zum Tragen kommt, beim Kauen am Ende stark auszufasern und so eine natürliche Zahnbürste zu formen. Die häufigste Art, Süßholz-Wurzel direkt anzuwenden ist der Tee. Gerne wird das Süßholz auch in Teemischungen verwendet, weil es der Mischung eine gewisse Süße und ein angenehmes Aroma verleiht.
Verwendung als Genussmittel
Der Wurzelextrakt bzw. der eingedickte Saft der Wurzel des Echten Süßholzes wird zur Herstellung von Lakritze oder Lakritz genutzt. Es handelt sich dabei vor allem um Süßwaren, die in Form von Süßlakritz oder Salzlakritz konsumiert werden. Lakritz kann jedoch auch in zahlreichen anderen Produkten wie Getränken enthalten sein. Bei der Herstellung von Lakritz werden die Inhaltsstoffe aus den Wurzeln als Rohlakritz extrahiert und eingedickt, danach werden sie mit anderen Zutaten vermischt. Süßholz kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Am bekanntesten ist der Süßholz jedoch in Form von Lakritze.
Tee
Für einen Süßholz-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Süßholz-Wurzeln mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn fünfzehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Süßholztee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Süßholz-Tee trinken. Durch die Pause wer-den eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Süßholz-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Süßholz-Teemischung
Gegen Husten kann man folgende Teemischung zusammenstellen. Sie eignet sich auch für Kinder, weil sie leicht süßlich schmeckt. 40g Süßholz-Wurzeln, 30g Fenchel-Samen, 15g Anis-Samen, 15g Spitzwegerich-Blätter
Wer will, kann in den fertigen Tee noch etwas Honig geben, dann wird der Tee noch süßer und man kommt auch in den Genuss der Heilwirkung des Honigs.
Tinktur
Um eine Süßholz-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Süßholzwurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Süßholz-Honig
Süßholzpulver kann man mit 2 Teilen Honig vermischen und löffelweise einnehmen.
Wurzelstücke kauen
Das Kauen der Wurzelstücke wird bei Magenbeschwerden, Heißhungerattacken und Alkohol-Kater.
Süßholz als Heilkraut
Sowohl in der Heilkunde des Mittelalters als auch in der heutigen Naturheilkunde war und ist das Süßholz ein wichtiges Heilkraut. Die gesamte Pflanzengattung der Süßhölzer wurde im Jahr 2012 sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt, was ihre heutige Bedeutung eindrucksvoll unterstreicht.
Die gesundheitsfördernde Wirkung des Süßholzes ist laut einigen alten Aufzeichnungen des römischen Arztes Dioskurides sowie des griechischen Naturforschers Theophrastos von Eresos seit der Antike bekannt. Zu jener Zeit wusste man, dass die Wurzeln in der Lage sind das Hunger- und Durstgefühl zu unterdrücken. Das mag wohl auch eines der Gründe gewesen sein, weswegen es quasi zur Standardausrüstung der römischen Legion gehört hat.
Aus den Kräuterbüchern des späten Mittelalters lässt sich herauslesen, dass viele der heute bekannten Heilwirkung auch zu jener Zeit bereits bekannt waren. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wird erwähnt, dass der Wurzelsaft dem hitzigen Magen bekommt und die Brust und Lungen reinigt. Dargereicht wurde Süßholz in Form von Tee oder Heilweinen, bei dem die Wurzel im Wein aufgekocht wurde. Solche Heilweine wurden zu jener Zeit gegen Harn- und Nierenbeschwerden verwendet, was aus heutiger medizinischer Sicht jedoch nicht mehr zu vertreten ist.
Äußerlich galt Süßholz zu jener Zeit als Mittel gegen Augenausfluss und Geschwüren an den Augen. Auch als Wundheilungsmittel sowie bei Geschwüren am Mund wurde pulverisierte Süßholzwurzel verwendet und mit Weizenmehl vermischt.
Süßholz in der Küche
In der Küche spielt Süßholz zumeist als natürliches Süßungsmittel eine Rolle. Die Süßkraft ist etwa 50 Mal höher als die von handelsüblichem Kristallzucker. Neben dem süßen Geschmack begleitet eine leichte Anisnote das Aroma der geraspelten Wurzel. Die weit verbreitete Ansicht, dass Süßholz ein Zuckeraustauschstoff ist, kann getrost in das Land der Legenden überführt werden. Die Wurzeln enthalten nämlich sowohl Glucose als auch Saccharose.
Als Alternative zu Zucker kann Süßholz praktisch überall dort eingesetzt werden, wo ein süßlicher Geschmack gewünscht ist. Meist werden jedoch anderen Kräutern wie Stevia oder das Aztekische Süßkraut bevorzugt. Gelegentlich werden Kekse oder Krapfen mit Süßholz zusätzlich gewürzt.
Eher unbekannt, aber dennoch interessant ist die Verwendung der ganzen Wurzel für die Zubereitung von Fleischgerichten. Wenn ein lieblicher Geschmack gewünscht ist, können ganze Süßholzwurzeln mit angebraten oder in das Fleisch gesteckt werden.
Wirtschaftlich ist Süßholz vor allem für die Herstellung von Lakritze bedeutsam. Außerdem werden die Wurzeln industriell für die Produktion von Likören und Bonbons verwendet.
Süßigkeit
Die meisten Lakritze-Zubereitungen kann man vor allem als Süßigkeit betrachten, weil sie unter anderem viel Zucker und andere Süßigkeiten-Zutaten enthalten. Klassische Lakritze-Stangen aus der Apotheke oder dem Bioladen haben jedoch durchaus eine Heilwirkung, die der eines Süßholz-Tees oder Tinktur entspricht. Man kann traditionelle Lakritze essen, wenn man unter Husten oder Magenproblemen leidet.
 
Wirkung
Beim Süßholz wirkt vor allem das Glykosid Glycyrrhizin sehr ausgeprägt. Es ist etwa 50 mal süßer als normaler Haushaltszucker. Außerdem wirkt es, zusammen mit den anderen Wirkstoffen der Süßholzwurzel auswurffördernd, krampflösend, entzündungshemmend. Eine weitere wichtige Wirkung der Süßholzwurzel ist ihre antibakterielle und fungizide Wirkung. Wichtig ist zu wissen, dass Süßholz den Blutdruck steigert. Das kann bei Menschen mit niedrigem Blutdruck erwünscht sein, bei Bluthochdruck-Patienten ist es aber eher uner-wünscht. Darum sollten diese nicht zu viel Süßholz und Lakritze einnehmen. Süßholz ist eine ganz besondere Heilpflanze für die Blutreinigung. Es fördert nämlich nicht einfach die Nierentätigkeit, wie die meisten anderen Blutreinigungskräuter, sondern er hilft den einzelnen Körperzellen dabei, ihre Abfallstoffe auszuscheiden. Dadurch reinigt das Süßholz das Gewebe.
Nebenwirkungen
Bei Dauergebrauch und hohen Dosierungen kann Süßholz den Blutdruck erhöhen. Außerdem kann es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) kommen, weil Süßholz die Ausscheidung von Natrium (Kochsalz) hemmt und die Kalium-Ausscheidung fördert.
Wechselwirkungen
Die Wirkung von kaliumsparenden Diuretika kann durch große Mengen Süßholz verändert werden. Manche Herzglykoside wirken stärker im Zusammenhang mit Süßholz.
Gegenanzeigen
Menschen, die unter Bluthochdruck, Kaliummangel, Leberzirrhose oder chronischer Hepatitis leiden, sollten kein Süßholz anwenden.
 
Anwendungsgebiete
Husten
Süßholz kann man als Tee, Tinktur oder Honig bei Husten aller Art einnehmen. Da es auswurffördernd, schleimlösend und krampflösend wirkt, ist es sowohl ein Hustenlöser als auch ein Hustenstiller. Seine antibakterielle Wirkung hilft zudem, den Husten, insbesondere eine bakterielle Bronchitis, erfolgreich zu bekämpfen.
Magenprobleme
Bei Magenschmerzen und Entzündungen kann Süßholz lindernd und heilend wirken. Es lindert krampfartige Magenprobleme, sorgt für die Abheilung kleiner Magengeschwüre und bekämpft Infektionen im Magen. Bei der Verdauung hilft das Süßholz auch, weil es ein wenig abführend wirkt.
Blutreinigung
Weil das Süßholz das Gewebe reinigt, kann man es für Blutreinigungskuren anwenden. Es hilft auch beim Abnehmen, weil es die Abfallstoffe, die beim Abnehmen vermehrt entstehen, aus den Geweben schleust und für die Entsorgung durch die Nieren vorbereitet. Außerdem hilft es gegen Heißhunger, wenn man an Süßholzstangen kaut. Auch gegen Rauchgelüste bei der Rauchentwöhnung kann das Kauen an Süßholzstangen helfen.
 
Magische Anwendung
Das Kauen von Süßholzstangen soll leidenschaftliche Gefühle erwecken. Im Beutel mit sich herumgetragen soll Süßholz dabei helfen, die Liebe anzuziehen. Es wird auch als Zauber für Treue verwendet.
 
Geschichtliches
Schon in der Antike war das Süßholz als Heilpflanze bekannt. Der berühmte Theophrastos von Eresos (um 350 v.Chr.) erwähnte das Süßholz bei Husten. Im alten Ägypten gab es ein Getränk mit Süßholz namens Mai sus. Römische Soldaten führten immer Lakritze mit sich, um ein Mittel bei Husten zur Hand zu haben. Außerdem wurde es als Durstlöscher verwendet. Im Mittelalter wurde das Süßholz bereits zu Lakritzestangen und Talern verarbeitet. Heutzutage findet man das Süßholz vor allem als Lakritze, aber auch oft in Mischtees.
 
Pflanzenbeschreibung
Süßholz ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis zu 100 Zentimetern erreicht. Die Pflanze ist verzweigt. Die Stängel und die Blattstiele sind behaart oder verkahlend. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit 9-17 Fiederblättern. Die Fiederblättchen sind eiförmig bis elliptisch, etwa 2-5 cm lang und 1,5 bis 2,5 cm breit. Sie sind abgerundet und vorn stachelspitzig, fie-dernervig und unterseits von sitzenden harzig-klebrigen Drüsen punktiert. Die Nebenblätter sind klein und hinfällig. Im Spätsommer erscheinen bläulich-violette und weiße Schmetterlingsblüten in kurzen, aufrechten Ähren in den Achseln der Blätter. Der Blütenstand ist viel kürzer als sein Tragblatt. Die Schmetterlingsblüten sind 8-12 mm lang. Sie sind kurz gestielt. Der Kelch ist kurz glockenförmig. Die Kelchzähne sind länger als die Kelchröhre und lanzettlich spitzig. Die Blütenblätter, die das Schiffchen bilden, sind nicht verwachsen und vorn nicht geschnäbelt. Die Hülsen werden bis zu 3 cm lang und 4-6 mm breit. Sie sind kahl oder ziemlich dicht bestachelt und gerade. Sie sind reif lederig und rotbraun. Bei Vollreife springen sie auf. Jede Hülse enthält 2-5 Samen. Die Wurzeln werden im Herbst geerntet. Die Blütezeit ist Juni bis Juli, seltener bis in den Herbst. Süßholz ist im Mittelmeerraum und im mittleren Asien heimisch. Es wird sowohl in Spanien, Frankreich und Italien als auch in Russland angebaut. Es wächst bevorzugt an warmen Standorten auf tiefgründigen Böden. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel neue Stängel mit zahlreichen unpaarigen Fiederblättern aus. An jedem Blatt wachsen bis zu 17 ovale Fiederblättchen. Die bläulich violetten Schmetterlingsblüten erscheinen zwischen Juni und Juli. Aus den Süßholz-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die Samen. Die Samen stecken in rötlichen Schoten.

Rosskastanie
Die Rosskastanie ist ein großer Baum, der in Parks und an Strassen wächst und dort angesichts seiner Größe eine dominierende Rolle spielt. Kinder kennen die Standorte von Kastanien meistens sehr gut, denn dort finden sie im Herbst die rotbraun glänzenden Kastanien, die sich herrlich glatt anfühlen und gut als Bastelmaterial zu verwenden sind. Rosskastanien haben auch vielfältige Heilwirkungen, von denen die herausragendste die Wirkung auf das Gefäßsystem ist. Daher eignet sich die Rosskastanie innerlich und äusserlich gegen Krampfadern, Hämorrhoiden, geschwollene Füsse und auch gegen Arteriosklerose.
Die Rosskastanie wurde vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2008 gekürt. Die Kastanie wird geehrt, weil sie seit Jahrhunderten eine wichtige Heilpflanze ist, deren Wirkstoffe inzwischen gut untersucht worden sind. Die Samen der Rosskastanie helfen vor allem gegen Venenerkrankungen, wie Krampfadern, weil ihre Wirkstoffe die Wände der Venen abdichten. Auch ihre Wirkung gegen Wadenkrämpfe und schwere Beine ist wichtig, weil diese Gesundheitsbeschwerden sehr verbreitet sind.
Die Gewöhnliche Rosskastanie, auch Gemeine Rosskastanie oder Weiße Rosskastanie genannt, ist eine auf dem Balkan heimische, in Mitteleuropa verbreitet angepflanzte Art der Gattung Rosskastanien. In Deutschland wurde die Gewöhnliche Rosskastanie zum Baum des Jahres 2005 gewählt. Ein wichtiger Grund für diese Entscheidung war die Gefährdung der Baumart durch die Rosskastanienminiermotte. Durch eine erhöhte Aufmerksamkeit für dieses Problem erhofft man sich schnellere Forschungserfolge für die Rettung der Bäume. Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburgkürte die Gewöhnliche Rosskastanie zur Arzneipflanze des Jahres 2008.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Krampfadern
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Augenringe, Fieber, Erkältung, Keuchhusten, Ödeme, Kreislauf stärkend, Arteriosklerose, Diabetes (unterstützend), Durchfall, Magenkrämpfe, Leberschwäche, Rheuma, Gicht, Ischias, Nervenschmerzen, Ausfluss, Frostbeulen, Hautprobleme, Ekzeme, Geschwüre, Wunden, Lupus erythematodes, Venenerkrankungen, Venenentzündung, Offene Beine, Hämorrhoiden, Wadenkrämpfe, Schwere Beine, Geschwollene Beine
wissenschaftlicher Name: Aesculus hippocastanum
Pflanzenfamilie: Seifenbaumgewächse = Sapindaceae
englischer Name: Chestnut
volkstümliche Namen: Kastanie, Drusenkesten, Gichtbaum, Kestenbaum, Pferdekastanie, Saukesten, Zierkestenbaum
Verwendete Pflanzenteile: Früchte, Rinde, Blüten, Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe: Aesculin, aescin, Alantoin, Angelinsäure, Bitterstoff, Kampferöl, Cholin, Cyanidin, Farbstoff, Flavone, Flavonglykoside, Fraxin, Gerbstoff, Gerbsäure, Cumarine, Linolensäure, Saponine
 
Anwendung
Von der Rosskastanie kann man fast alle Pflanzenteile in der Pflanzenheilkunde einsetzen. Ihr bekanntestes Einsatzgebiet ist die Stärkung der Venen und dadurch ihre Wirksamkeit gegen Krampfadern und Hämorrhoiden. Durch den hohen Saponingehalt sollte man die Teile der Rosskastanie nicht in unmässigen Mengen einnehmen, sondern immer wohl dosieren. Die Gewöhnliche Rosskastanie wird vielfach genutzt, ist jedoch keine wirtschaftlich bedeutende Baumart.
Nutzung ohne unmittelbare wirtschaftliche Verwertung
Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein beliebter Baum in Erholungsanlagen, als Schattenspender etwa in Biergärten und als Zierbaum. In vielen Ländern wird er auch als Straßenbaum angepflanzt. Ebenfalls als Ziergehölz verwendet wird die Kreuzung aus Gewöhnlicher und Roter Rosskastanie, die Fleischrote Rosskastanie. Die Blüten bilden ausgiebig Nektar und Pollen und sind damit eine gute Bienentrachtpflanze. Die Samen werden auch zur Winterfütterung von Rothirschen, Rehen und anderen Schalenwildarten verwendet. Kinder basteln aus den Samen Kastanienmännchen. In Großbritannien und Irland binden Kinder Kastanien für das Spiel Conkers (Kastanien) an Fäden: Ein Kind lässt seine Kastanie am Faden hängen, während ein zweites Kind seine Kastanie auf die hängende Kastanie schleudert. Wenn eine der Kastanien beim Zusammenprall zerbricht, gewinnt das Kind mit der unbeschädigten Kastanie einen Punkt. Seit 1965 werden jährlich Conkers-Weltmeisterschaften ausgetragen.
Holz
Das Holz wird zu Furnieren in der Möbelerzeugung, für Schnitzereien und als Verpackungsmaterial verwendet.
Chemie und Wollfärbung
Aus den Samen werden die Saponine zur Herstellung von Kosmetika, Farben und Schäumen gewonnen, die Stärke wird zu Alkoholund Milchsäure vergoren, die Öle werden zu Seifenpulver verarbeitet. In den beiden Weltkriegen ließ die britische Regierung Kastanien sammeln, um Aceton zur Herstellung des Sprengstoffs Kordit zu gewinnen. In früheren Zeiten sind verschiedene Pflanzenteile der Rosskastanie zum Färben von Wolle verwendet worden. Mithilfe der Schalen der Rosskastanie erhält Wolle eine braune Farbe. Die Blätter ergeben je nach Jahreszeit unterschiedliche Farben. Blätter, die Anfang Mai gepflückt werden, ergeben einen rostbeigen Ton. Pflückt man die Blätter im August, erhält man einen honiggelben Farbton. Die tanninhaltige Rinde der Rosskastanie wurde in Italien beim Wollfärben zum Färben eines bräunlichen Gelb verwendet.
Medizin
Aus Samen, Borke, Blättern und Blüten werden Grundstoffe für die pharmazeutische Industrie gewonnen. Das extrahierbare Wirkstoffgemisch Aescin hat eine gefäßverstärkende, antikoagulierende und entzündungshemmende Wirkung. Die daraus hergestellten Präparate werden beispielsweise gegen Magen- und Ulcus duodeni (Zwölffingerdarmgeschwür), Gebärmutter-Blutungen, Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt.
Ein Dekokt der Samen kann als Spülung, Fußbad oder Umschlag gegen geschwollene Beine oder Arme verwendet werden. Dies soll ebenfalls hilfreich bei Couperose und leichten hämorrhoidalen Entzündungen sein.
Die Früchte der Gewöhnlichen Rosskastanie sollen Blutgefäße, insbesondere  Venen, stärken und sollen gegen Thrombose, Phlebitis (Venenentzündung), Krampfadern und Hämorrhoiden eingesetzt werden. Bei diesen Leiden sowie bei Ulcus cruris (Geschwürbildung an den Beinen) könne Rosskastanienextrakt auch äußerlich angewendet werden.
Früchte / Samen
Die rotbraunen Samen enthalten als wichtigsten wirksamen Stoff sehr viel Saponin. Aber auch Gerbstoffe, Gerbsäuren und einige besondere Wirkstoffe sind in den Samen der Rosskastanie enthalten. Man kann die getrockneten und geschnittenen Samen als Tee oder Tinktur einnehmen und zur Stärkung der Blutgefässe anwenden. Rosskastanien-Tinktur und Tee helfen nicht nur gegen Venenschwäche, sondern können auch die Arterien stärken und von Ablagerungen befreien. Ausserdem werden die feinen Kapillaren angeregt, mehr Gewebsflüssigkeit aus dem umliegenden Gewebe aufzunehmen und zum Herzen zu transportieren, was beispielsweise geschwollene Knöchel abschwellen lässt. Zusätzlich zur Einnahme werden Rosskastaniensamen oft zu Salben und Cremes verarbeitet, mit denen man die Unterschenkel gegen Krampfadern und Schwellungen einreiben kann. Ausser der Wirkung auf die Blutgefässe wirken Rosskastaniensamen stärkend und auswurffördernd, was sie zu einem Mittel gegen Husten macht. Die Samen wirken ausserdem schmerzstillend, weshalb man sie gegen rheumatische und neuralgische Schmerzen verwenden kann. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Katarrhe der Verdauungsorgane und Durchfall. Hierfür kann man ausser Tees und Tinkturen auch zweimal täglich eine Messerspitze mit dem geschälten, getrockneten und gepulverten Samen einnehmen.
Blüten
Die Blüten der Rosskastanie kann man ähnlich einsetzen wie die Samen. Ein Tee der Blüten wirkt auch besonders gut gegen Husten. Mit den Blüten kann man auch eine Tinktur ansetzen, die als Einreibung gegen rheumatische Schmerzen hilfreich sein kann.
Aus den Knospen bzw. Blüten werden die Bachblüten Chestnut Bud, White Chestnut und Red Chestnut hergestellt.
Blätter
Die Blätter kann man als Tee trinken und gegen Fieber und Keuchhusten einsetzen. Sie wirken ausserdem stärkend, durchblutungsfördernd und entwässernd.
Rinde
Die Rinde wirkt, innerlich eingenommen, entzündungshemmend, zusammenziehend, harntreibend, fiebersenkend, schmerzlindernd, gefässzusammenziehend und stärkend. Man kann sie also bei fieberhaften Erkältungen und Entzündungen des Verdauungstraktes einnehmen. Äusserlich als Waschung, Bad oder Creme wirkt die Rinde einerseits, wie die anderen Teile der Rosskastanie, gegen Venenprobleme, andererseits aber auch hautheilend gegen Ekzeme, Geschwüre und andere Hautprobleme. Sogar gegen Lupus erythematodes setzt die Volksheilkunde Waschungen mit einer Rindenabkochung ein. Die Rinde enthält das Glykosid Aesculin, das fluoreszierend ist. Wenn man einen Kaltauszug mit der Rinde junger Kastanienzweige macht, kann man sehen, wie die Flüssigkeit leuchtet. Das Aesculin bindet ultraviolettes Licht und wird daher als Sonnenschutzmittel eingesetzt. Ausserdem wirkt es durchblutungsfördernd und Stoffwechsel anregend.
Rosskastanien in der Küche
Die Rosskastanien gelten als nicht essbar, was aber nur teilweise stimmt.Durch ihren hohen Saponingehalt (8% bis 25%) sind sie der Gesundheit in grösseren Mengen nicht zuträglich, aber man kann die Saponine ausschwemmen und dann kann man die Rosskastaniensamen essen. Dazu röstet man die Samen bei niedriger Hitze leicht an, schält sie und schneidet sie in dünne Scheiben. Diese Scheiben werden mehrere Tage lang gewässert in immer wieder erneuertem Wasser (oder in einen sauberen Bach gehängt = traditionelle Methode der nordamerikanischen Indianer). Anschliessend kann man die Früchte kochen und essen. Sie enthalten etwa 10% Eiweiss, 5% Fett und 35% Stärke.
Rosskastanien im Haushalt
Wenn man kleingeschnittene Rosskastanien mit kochendem Wasser übergiesst, wird das Wasser seifig. Dieses Wasser kann man zum Waschen des Körpers und von Kleidungsstücken benutzen.
 
Geschichte
Nachdem die Eiszeit die Rosskastanie aus Mitteleuropa verdrängt hatte, kam sie erst vor einigen hundert Jahren mit den Osmanen wieder nach Mittel- und Westeuropa. Die Osmanen führten Kastanien als Pferdefutter mit sich und hin und wieder fiel eine zu Boden und entwickelte sich zu einem Baum.
Die zufällig ausgesäten Bäume gefielen offenbar vielen Menschen, denn im Laufe der Zeit wurde die gross wachsende Rosskastanie zu einem beliebten Baum in grossen Parks und als dominante Begrünung in Städten.
Im Jahr 1576 wurde die Rosskastanie erstmals offiziell in Wiener Gärten angepflanzt. Carolus Clusius, der kaiserliche Direktor der botanischen Gärten in Wien setzte sich für diese Anpflanzungen ein.
Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. liebte die wuchtige Kastanie so sehr, dass er sie überall anpflanzen liess, vor allem als Allee und in seinen Schlossgärten.
Diese Mode setzte sich fort und daher findet man auch noch heutzutage überall zahlreiche Kastanienbäume.
Besonders gerne wurden Kastanien auch über den Gewölbekellern von Bierbrauereien angepflanzt, weil ihre Wurzeln nicht sehr tief reichen und die üppigen Kronen reichlich kühlen Schatten spenden. Dadurch wurden die Bierkeller zusätzlich kühl gehalten, was der Bierqualität zugute kam. So kommt es, dass der typische Baum in Biergärten die Kastanie ist.
In der Volksheilunde wurde die heilkräftige Wirkung der Rosskastanie schon früh erkannt.
In grossen Kräuterbüchern trat die Rosskastanie jedoch erst im 16. Jahrhundert auf, beispielsweise bei Pietro Andrea Mattioli (1554) und Adam Lonitzer (1557).
Heutzutage werden zahlreiche Venensalben mit Rosskastanienextrakten zur Behandlung gegen Krampfadern im Handel angeboten.
Als Baum war die Rosskastanie im Jahr 2005 der Baum des Jahres.
Im Jahr 2008 ist die Rosskastanie die Arzneipflanze des Jahres.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Gewöhnliche Rosskastanie ist ein sommergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 30 m erreicht. Sie kann ein Alter von bis zu 300 Jahren erreichen. Der Baum ist in der Jugend raschwüchsig und bildet einen kurzen, vollholzigen Stamm mit runder und breiter Krone aus. Alte Bäume erreichen Stammdicken bis zu einem Meter. Der Stamm ist immer nach rechts drehwüchsig und von einem gelblich-weißen, kernlosen Holz. Sie kann einen Nasskern ausbilden. Wie alle Rosskastanien ist die Gewöhnliche Rosskastanie ein Flachwurzler, mit weitstreichendem, starkem Wurzelwerk. Die Triebe sind dick und bräunlichgrau mit auffallender, fünf- bis neunspuriger Blattnarbe.
Die Borke ist bei jungen Bäumen hellbraun bis braun und glatt, später wird sie manchmal etwas rötlich, und ältere Bäume haben eine grau-braune, gefelderte Borke, deren grobrissige Platten sich aufbiegen und in Schuppen abblättern. Die fingerförmig zusammengesetzten Laubblätter sind sehr groß, oberseits sattgrün, kahl, schwach glänzend und unterseits hellgrün mit filzigen Adern. Der Blattstiel ist 10–18  cm lang und rinnig. Die einzelnen Fiederblätter, 5–7 an der Zahl, sind schmal verkehrt-eiförmig, 9 bis 18 cm lang und etwa 10 cm breit, am Ende fein zugespitzt, mit doppelt gesägtem Blattrand und an der Basis keilförmig verschmälert. Die Knospen sitzen gegenständig, mit einer auffallenden großen und dicken Endknospe, die eikegelig-spitz, mehrschuppig, glänzend und klebrig ist. Die Knospen erscheinen im Herbst.
Die Blütezeit reicht je nach Witterung von April/Mai bis in den Juni. Die Blüten sitzen zu vielen in aufrecht stehenden Rispenzusammen, die im Volksmund auch „Kerzen“ genannt werden. Die weißen, fünfzähligen Blüten haben, solange sie befruchtungsfähig sind, einen gelben Fleck. Nur in dieser Phase wird der zuckerreiche (bis zu 70 %) Nektar produziert. Wenn die Blüten bestäubt wurden, färbt sich der Fleck rot. Das zeigt den Bestäubern, dass in den Blüten mit rotem Fleck nichts mehr an Nektar und Blütenstaub zu holen ist. Je Staubblatt gibt es eine der höchsten bekannten Pollenzahlen: 26 000. Je Blütenstand sind es bis zu 42 Millionen.
Der Baum wird mit 10–15 Jahren mannbar. Es werden hellgrüne Kapselfrüchte mit einer dicken, lederigen, bestachelten Hülle gebildet, die im September/Oktober reifen. Die 5 bis 6,5 Zentimeter großen Kapselfrüchte enthalten meist einen, selten bis zu drei, 2 bis 4 Zentimeter große, nussbraune und glänzende, glatte Samen mit einem weißlichen Nabelfleck (Chalaza), die Kastanien, roh sind sie für den Menschen ungenießbar. Die Rosskastanie zählt zu den Pflanzen, die ihre reifen Früchte mittels der Schwerkraft zu Boden fallen lassen (Barochorie). Beim Aufprall auf den Boden platzen die Kapseln in der Regel auf und entlassen ihre großen Samen, die je nach Bodenlage noch einige Meter weiter rollen. Diese sehr seltene Ausbreitungsform der Diasporen wird auch als Schwerkraftwanderung bezeichnet. Die Früchte keimen im nächsten Frühjahr unterirdisch.
Der Rosskastanienbaum kommt ursprünglich aus Indien, Zentralasien und Südosteuropa. Da er aber nicht nur schön aussieht, vor allem in der Blütezeit, sondern auch schmutzige Luft und Abgase gut verträgt, hat er sich als Stadtbaum in Europa stark verbreitet. Der Baum wird bis zu 30 m hoch.
Er hat grosse Blätter, die aus sieben Teilen fingerartig zusammengesetzt sind. Im Mai blüht die Rosskastanie mit beeindruckend prächtigen Blüten. Sie stehen wie dicke Kerzen aufrecht auf den Zweigen und bestehen aus vielen Teilblüten. Im Herbst wachsen daraus die Kastanienfrüchte, die in einer stacheligen grünen Schale sitzen.
Die Früchte (Samen) sind etwa drei bis fünf Zentimeter gross und rundlich. Sie haben eine glänzende rotbraune Farbe. Sie fühlen sich angenehm glatt an.
Diese Samen werden von Kindern sehr gerne zum Basteln benutzt, was dazu führt, dass die Rosskastanie den meisten Menschen schon in früher Kindheit bekannt wird.

Bachblüten
Du siehst grundsätzlich in allem das Negative (Willow)
Diese Menschen sehen grundsätzlich in allem das Negative
Mit der Bachblüte können sie das grundsätzlich Negative überwinden
Bachblüten
Man tut viel um des lieben Friedens willen (Agrimony)
Diese Menschen tun sehr viel um des lieben Friedens willen
Die Blüte hilft ihnen nicht mehr alles zu tun
Einfache Lipide
Sie machen den Hauptteil der Nahrungsfette aus und dienen dem Menschen, den Tieren und den Pflanzen als Speicherstoff (Samen, Keime). Sie werden allgemein hin als Fette bezeichnet.
Lipide, Fette und fettähnliche Stoffe, die sich als wasserunlösliche organische Verbindungen aus biologischem Gewebe durch Extraktion mit lipophilen Lösungsmitteln abtrennen lassen. Lipide sind strukturell uneinheitliche Naturstoffe. In ihrer Mehrzahl gehören sie zu den Estern langkettiger Fettsäuren mit Alkoholen und deren Derivaten. Man unterscheidet einfache bzw. neutrale Lipide (Fette, Wachse) und komplexe bzw. polare Lipide (zusammengesetzte Verbindungen mit lipidfremden Bestandteilen), z.B. Glykolipide (mit Zuckern) oder phosphorhaltige Phospholipide.
Während sich neutrale Lipide in Wasser in Fettkügelchen bzw. Öltröpfchen sammeln, bilden komplexe Lipide aufgrund ihres amphiphilen Charakters (hydrophile und hydrophobe Atomgruppen im selben Molekül) typische Strukturen: Mizellen (Lipide mit einer Fettsäure), Liposomen und flache Membranen (Lipide mit zwei Fettsäuren).
Lipide haben vielfältige biologische Bedeutung. Polare Lipide, insbesondere Phospholipide mit zwei aliphatischen Fettsäureketten, sind der Grundbaustein biologischer Membranen (Membran, biologische), welche die Grundlage für die Kompartmentalisierung von zellulären Prozessen darstellen (Leben). Neutrale Lipide werden zur Speicherung chemischer Energie in Fettzellen genutzt und dienen der Energieversorgung permanent arbeitender Gewebe wie der glatten und der Herzmuskulatur. Lipoproteine (Proteine mit Lipiden als prosthetische Gruppen) bilden im Blut makromolekulare Komplexe, welchen Transportaufgaben (zahlreiche hydrophobe Verbindungen) zukommen.

Zurück zum Seiteninhalt