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KRATZBEERE
Die Kratzbeere ist eine kleine Verwandte der Brombeere. Die Dornen sind nur klein und kratzen nur, statt zu stechen, daher soll der Name auch kommen. Die essbaren Früchte sehen aus wie die der Brombeere, allerdings etwas bläulich und wachsartig, so als wäre eine Brombeerfrucht von einem feinen Mehltau überzogen. Das ist aber kein Mehltau, sondern eine feine Wachsschicht und völlig unbedenklich. Der Geschmack ist etwas fader und saurer als die der Brombeere, für viele eher enttäuschend. Die Früchte eignen sich als Vitaminspender und die Blätter eignen sich für einen gesunden Tee. Die Kratzbeere, auch Bereifte Brombeere, Bockbeere, Kroatzbeere oder Ackerbeere genannt, ist eine Art aus der großen Gattung der Brombeeren, und zwar aus der Untergattung Rubus.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Durchfall
Heilwirkung: adstringierend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, schleimlösend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Blasenentzündung, Darmentzündung, Diabetes, Ekzeme, Fieber, Flechten, Hautausschläge, Hautunreinheiten, Magen- und Darmkatarrh, Mandelentzündung, Mundschleimhautentzündung, Sodbrennen, Wassersucht, Weißfluss, Wunden
wissenschaftlicher Name: Rubus caesius L.
Pflanzenfamilie: Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name: Dewberry
volkstümlicher Name: Ackerbeere, Bereifte Brombeere, Bockbeere, Kratzbeere, Kroatzbeere
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Früchte, Wurzeln
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoff, Pektin, Bernsteinsäure, Apfelsäure, Oxalsäure, Milchsäure, Salicylsäure, Vitamin C
Sammelzeit: Blätter: April-September, Beeren: August-September, Wurzeln: Herbst und Winter
 
Anwendung
Aus der Sammelsteinfrucht wird der bekannte Kratzbeerenlikör hergestellt. Kratz-beerblätter kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden.
Tee
Für einen Kratzbeerblättertee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Kratzbeerblätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Tinktur
Um eine Kratzbeerblättertinktur selbst herzustellen, übergießt man Kratzbeerblätter in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis dreimal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen. Auch aus den Kratzbeerfrüchten wird manchmal eine Tinktur hergestellt.
Innerlich
Kratzbeerblätter kann man innerlich, als Tee oder Tinktur bei Durchfall einsetzen. Außerdem hilft Kratzbeerblätter gegen Weißfluss. Wegen der schleimlösenden Eigenschaften kann man Kratzbeerblätter auch bei Verschleimung im Bereich der Atmungsorgane verwenden. Die blutreinigende Wirkung führt zu einer Verbesserung von Hautproblemen wie Ekzemen und schlecht heilenden Wunden.
 
Geschichtliches
Als vitaminreiche Nahrung schon seit der Steinzeit genutzt, die Blätter als Heiltee. Später wurden die Blätter auch als Schwarzteeersatz genutzt. Heute spielt die Pflanze als Heilpflanze nur noch eine geringe Rolle, da lieber normale Brombeeren genutzt werden. Als kleinere Brombeerpflanze findet man sie aber immer öfter als Zierpflanze in Gärten.
 
Pflanzenbeschreibung
Es handelt sich um Halbsträucher, deren oft niederliegende Ruten Längen von nur 30 bis 60 cm erreichen. Die Pflanzen sind spärlich mit borstenförmigen Stacheln besetzt. Die Laubblätter sind dreizählig gefiedert. Fünfzählig gefiederte Blätter wie bei vielen anderen Arten der Untergattung kommen nur in Ausnahmefällen vor. Die Seitenfiedern sind dabei fast sitzend. Bei den ausgewachsenen Blättern sind die Fiedern kaum länger als breit. Die Sammelfrüchte der Kratzbeere bestehen aus relativ wenigen (meist 5 bis 20) Einzelsteinfrüchtchen, in die sie leicht zerfallen. Sie sind stark bläulich bereift und schmecken ähnlich wie Brombeeren, nur nicht ganz so geschmacksintensiv und leicht säuerlicher.
Die Kratzbeere ist in Europa heimisch. Sie wächst bevorzugt an Wald- und Wegrändern an warmen und sonnigen Standorten. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 20 und 90 Zentimeter hoch. Die Blätter sind dreizählig und ungleich gezähnt. Die weißen Blüten erscheinen zwischen Juni und Juli. Aus den Kratzbeerblüten entwickeln sich bis in den Spätsommer die Samen in blaubereiften Sammelfrüchten.
 
Anbautipps
Die Kratzbeere gedeiht überall, an schattigen Standorten wachsen die Pflanzen aber wesentlich langsamer. Die Pflanze wächst in normalem Gartenboden ohne Probleme, ein warmer Standort bringt mehr Früchte. Der Boden sollte nicht zu trocken werden und genügend gedüngt sein.
 
Sammeltipps
Junge aber ausgewachsene Blätter ernten und schnell an luftigem Ort trocknen oder im Backofen bei 40°C. Zu langsames Trocknen macht die Blätter unansehnlich. Die Früchte erntet man, wenn sie nicht nur eine durchgängig bläuliche Farbe haben, sondern auch weich sind.

NELKEN
Das kräftige Aroma der Gewürznelken ist den Meisten durch Lebkuchen und Rotkohl wohlbekannt. Wer jemals auf eine dieser kleinen, harten Nägelein gebissen hat, weiß genau, welch intensive Würzkraft in der Gewürznelke steckt. Daher werden die tropischen Gewürznelken auch vor allem als Gewürz eingesetzt. In der Heilkunde finden sie zur Verdauungsförderung, gegen Zahnschmerzen und als Einreibemittel Verwendung. Mit der Nelkenblume, die uns hierzulande in den Gärten erfreut, hat die Gewürznelke botanisch gesehen keine Verbindung. Die Namensgleichheit kommt wohl durch den etwas ähnlichen Duft mancher Nelkenblumen.
Der Gewürznelkenbaum ist eine Pflanzenart in der Familie der Myrtengewächse. Die Gewürznelken, auch Nelken genannt, sind die stark duftenden und brennend scharf schmeckenden, getrockneten Blütenknospen dieser ursprünglich auf den Molukken (Gewürzinseln) beheimateten Pflanzenart. Die Bezeichnung kommt von der an Nägel erinnernden Form der Knospen (französisch clou de girofle: clou = Nagel). Im alemannischen Sprachraum ist Nägeli (früher auch nägelli) geläufig.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Zahnschmerzen
Heilwirkung: antibakteriell, beruhigend, fungizid, krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blähungen, Erbrechen, Gastritis, Gelenkschmerzen, Magen anregend, Magenschleimhautentzündung, Mundgeruch, Mundschleimhautentzündung, Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Verdauungsschwäche, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Syzygium aromaticum, Caryophyllus aromaticus
Pflanzenfamilie: Myrtengewächse = Myrtaceae
englischer Name: Clove
volkstümliche Namen: Gewürznelken, Negelken, Nägelein
Verwendete Pflanzenteile: Blütenknospen
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Ellagsäure, Flavonoide, Gerbstoff, Kaempferol, Salicylate
 
Anwendung
Bestimmend für Geruch, Geschmack und Wirkung von Gewürznelken sind die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle, deren Anteil bis zu 15 % ausmacht. Sie bestehen im Wesentlichen aus 70 bis 85 % Eugenol (das auch in Zimt vorkommt), etwa 15% Eugenolacetatund 5 bis 12% β-Caryophyllen. Ein weiterer Bestandteil ist Oleanolsäure mit 2%. Eugenol besitzt eine betäubende Wirkung, weshalb das Kauen von Gewürznelken als Hausmittel gegen Zahnschmerzen bekannt ist. Es soll auch gegen Mundgeruch wirksam sein. In einer Untersuchung haben spanische Wissenschaftler den Gehalt an ätherischen Ölen aus fünf mediterranen Gewürzen (Oregano, Rosmarin, Thymian, Salbei und Gewürznelken) untersucht und kamen zu dem Ergebnis, dass Gewürznelken den höchsten Gehalt an Antioxidantien (Polyphenolen) aufwiesen. Als Zusatz zu Fleischprodukten und anderen Nahrungsmitteln können diese die Fettoxidation aufhalten und einen gesundheitlichen Mehrwert bieten.
Die kleinen braunen Knospen schmecken sehr intensiv. In der Küche werden Gewürznelken – vorsichtig dosiert – zum Würzen von Marinaden, Saucen, Wurst, Fleisch- und Fischgerichten, Rotkohl, Lebkuchen und anderem verwendet. Sie sind auch Bestandteil von Currypulver. Essen sollte man nur den Nelkenkopf. Er schmeckt rund und edel, der Stängel ist dagegen fast penetrant bitter. In Fonds, Suppen und Punsch kocht man Nelken im Ganzen mit und entfernt sie am Ende der Garzeit. Im Mörser zermahlen würzen sie Weihnachtsgebäck und Currys.
Im Mittelalter wurden die Gewürznelken als leber-, magen- und hirnstärkend angesehen. Die Wirksamkeit der Blütenknospen und der Blätter wurde als ähnlich angesehen. Als pharmazeutische Substitutionsmöglichkeit galt Echter Galgant.
Die indonesischen Kretek (Nelkenzigaretten, im deutschsprachigen Raum vor allem bekannt unter dem Namen des Marktführers Gudang Garam) enthalten neben Tabak einen erheblichen Anteil geschroteter Gewürznelken. Mehr als die Hälfte der Jahresernte wird für die Herstellung der indonesischen Nelkenzigaretten verbraucht.
Die Nelken werden vor allem aufgrund ihrer intensiven ätherischen Öle verwendet.
Die Einsatzgebiete der Nelken entsprechen der Wirkung der ätherischen Öle: appetitanregend, verdauungsfördern, antibakteriell und schmerzstillend.
Verdauungshilfe
Wegen ihrer Fähigkeit, die Verdauung zu stärken und den Appetit anzuregen, findet man Gewürznelken als Bestandteil vieler Magenbitter. Auch in Magen-Darm-Tees und Tinkturen findet man die Gewürznelken. Meistens werden nur kleine Mengen der Gewürznelken verwendet, weil sie so intensiv riechen und schmecken.
Mundpflege
Bei der Pflege von Zähnen und Zahnfleisch kann die Nelke gleich mit zwei wichtigen Eigenschaften aufwarten. Sie wirkt einerseits antibakteriell und andererseits schmerzstillend. Daher findet sie Verwendung in manchen Mundwässern und Zahnpasta. Vor allem früher wurde das ätherische Öl der Nelke häufig in der Zahnheilkunde verwendet. Auch heute noch kann man Zahnschmerzen mithilfe von Nelken lindern, beispielsweise, wenn der Zahn nach einer Zahnbehandlung noch schmerzhaft gereizt ist oder wenn der Zahn aufgrund von Nervenirritationen schmerzt. Dazu kann man ätherisches Nelkenöl sparsam einsetzen oder eine Gewürznelke zwischen Zahnfleisch und Lippe in den Mund nehmen und eine Weile einwirken lassen.
Einreibungen
Die schmerzstillenden und entkrampfenden Eigenschaften des Nelkenöls machen es auch als Einreibemittel gut geeignet. Man kann das Nelkenöl sowohl in Massageölen als auch in Kräutergeistern einsetzen. Mit diesen Einreibelösungen kann man schmerzende Muskeln und Gelenke einreiben. Sie eignen sich gut zur Behandlung von Rückenschmerzen und rheumatischen Schmerzen.
Gewürz
Die Gewürznelke wird vor allem in der Küche als Gewürz eingesetzt. Geradezu klassisch ist ihre Verwendung im Glühwein. Aber auch in indischen Gewürztees (Chai) ist die Nelke ein wichtiger Bestandteil. Bei fester Nahrung werden Nelken vorwiegend zur Förderung der Verdauung verwendet. Daher findet man sie vor allem in schwer verdaulichen Gerichten, wie beispielsweise Rotkohl, Sauerkraut, Wild. Aber auch im Weihnachtsgebäck darf die Nelke nicht fehlen. Sie gehört zu den klassischen Lebkuchengewürzen.
 
Geschichte
Die Gewürznelken waren schon im alten China und Ägypten bekannt und sehr geschätzt. Die Araber brachten die Nelken nach Europa. Die erste europäische Erwähnung fanden die Nelken im 4. Jahrhundert als Kaiser Konstantin dem Papst Sylvester I. Gewürznelken überreichte. Auch Hildegard von Bingen schätzte die Nelken als wertvolles Gewürz und Heilpflanze. Es gab Zeiten, da wurden die Gewürznelken mit Gold aufgewogen. Während der Pestepidemien im Mittelalter trugen die Ärzte Nelkenketten oder kauten auf den Knospen, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Gewürznelkenbaum wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von über 10 Meter erreichen kann. Die Knospen müssen vor dem Erblühen von Hand gepflückt werden, wenn sie sich von grün nach rosa färben und noch bevor die Blütenblätter erscheinen. Nach dem Trocknen werden sie braun und hart und haben drei Viertel ihres Gewichts verloren. Gute, frische Nelken erkennt man daran, dass sie sich fettig anfühlen und etwas Öl absondern, wenn man mit dem Fingernagel gegen ihren Stiel drückt. Auch der Schwimmtest gibt Aufschluss über die Qualität: Hochwertige Nelken sinken in Wasser oder stellen sich zumindest senkrecht mit dem Köpfchen nach oben. Schlechte, das heißt mehr oder weniger entölte Nelken, schwimmen waagerecht auf der Wasseroberfläche.
Der Gewürznelkenbaum ist in den Molukken heimisch. Er wird nahezu überall in den Tropen angebaut. Der Nelkenbaum ist ein immergrüner Baum, der bis zu 20 Meter hoch werden kann. Alle Teile des Nelkenbaums riechen stark würzig. Er hat spitze, eiförmige bis zu 15 cm lange ledrige Blätter. Die vierzähligen gelblich-roten Blüten stehen in Trugdolden. Sie duften stark und intensiv. Aus den Blüten entwickeln sich dunkelrote Beeren-Früchte. Mit den hiesigen Blumen namens Nelke hat der Gewürznelkenbaum botanisch nichts zu tun. Die Nelken-Blumen wurden jedoch nach der Gewürznelke benannt, weil ihr Duft ein wenig ähnlich ist.

BACHBLÜTE ROCK WATER
Ich habe einen Mangel an Gelassenheit                 
Diese Menschen haben einen Mangel an Gelassenheit
Mit der Bachblüte können sie wieder an Gelassenheit gewinnen
BACHBLÜTE SCLERANTHUS
Ich bin launisch                                                      
Diese Menschen sind sehr launisch
Mit der Blüte können sie das launische von sich lösen
Gesunde Ernährung nach Hildegard
Essen und Trinken im Mittelalter
Alles in allem setzte sich seit dem frühen Mittelalter die uns heute noch vertraute gemischte Ernährung durch, die auf der Verwendung von Getreideprodukten, Gemüse, Fleisch, Milchprodukten und Fisch basierte.
Hildegard von Bingen stand ganz in der Ernährungstradition der damaligen Zeit. Sie orientierte sich in ihren Ratschlägen zu einer gesunden Ernährung an der einfachen, bäuerlichen Kost. In ihrer Lehre ist nicht Roggen, sondern Dinkel das wichtigste Grundnahrungsmittel. Er kann auf verschiedene Weise zubereitet werden: als Brot, Brei, Suppe oder Dinkelkaffee. Fast ebenso wichtig sind in ihren Rezepten unterschiedliche Gemüsesorten, die allerdings nie als Rohkost, sondern ausschließlich gedünstet verzehrt werden sollen. Fleisch wird nur mäßig und saisonal konsumiert, wobei Schweinefleisch tabu sein sollte. Fisch kann jederzeit gegessen werden.

Das warme Vollbad
Das warme Vollbad dient wie das kalte für Gesunde und Kranke.
Das warme Vollbad für Kranke
Das warme Vollbad verfolgt einen doppelten Zweck: Im einen Falle soll es durch Zufuhr von Wärme die Körperwärme erhöhen, vermehren, im anderen Falle mitwirken zur Auflösung und Ausleitung von Stoffen, welche der kranke Körper allein aus eigener Kraft nicht mehr entfernen kann.
In welchem Krankheiten das warme Vollbad anzuwenden sei, das besagen die einzelnen Krankheitsfälle.
Die warmen Bäder werden bereitet als Heublumenbäder, Haferstrohbäder, Fichtennadelbäder.
Das Heublumenbad:
Dieses Bad, das leichteste und häufigste, ist eigentlich das unschuldig-ste, das normale Bad zum Wärmen des Körpers. Auch Gesunde können es jederzeit benutzen. Das kaffeebraune Wasser öffnet eindringlich die Poren und löst Anstauungen im Körper auf.

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