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Kriechender Günsel
Der Kriechende Günsel ist eine Pflanzenart aus der Gattung Günsel innerhalb der Familie der Lippenblütler.
Der kriechende Günsel ist eine hübsch aussehende, blau blühende Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Er ist relativ unbekannt und wird auch nur selten in unseren Gärten angebaut, obwohl er schön genug ist, um als Zierpflanze gelten zu können. Als Heilpflanze wirkt der kriechende Günsel beruhigend. Er wirkt bei Sodbrennen und Einschlafstörungen. Äußerlich angewandt kann man ihnen bei Wunden, zur Behandlung von Narben und Geschwüren einsetzen.
Der Kriechende Günsel zeigt sich im Frühjahr bis Sommer mit seinen blauen Blüten häufig im Halbschatten. Das Wildkraut ist grundsätzlich essbar und lässt sich vielseitig nutzen, insofern man nichts gegen einen bitteren Geschmack hat. In der Volskheilkunde wird der Kriechende Günsel u.a. bei Schmerzen, Entzündungen und zur Wundheilung verwendet.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verdauungsschwäche
Heilwirkung: antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: Mundschleimhautentzündung, Mandelentzündung, Magenübersäuerung, Sodbrennen, Magengeschwür, Schlaflosigkeit, Rheuma, Gicht, Gelenkentzündungen, Ödeme, Knochenbrüche, Wunden, Narben, Geschwüre, Ekzeme
wissenschaftlicher Name: Ajuga reptans
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
volkstümliche Namen: Kriech-Günsel
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Ajugol, Ajugoside, Harpagid, Delphinidin, Aucu-bin, Gerbsäure
Sammelzeit: Mai bis Juni
 
Anwendung
Kriechender Günsel kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Erstaunlicherweise wird der kriechende Günsel kaum angewandt. Er ist wie ein weißer Fleck auf der Landkarte der vielfältig eingesetzten Lippenblütler. Warum ist so ist, ist mir völlig schleierhaft. Ob es daran liegt, dass der kriechende Günsel im Vergleich zu anderen Lippenblütlern weniger balsamisch duftet? Oder liegt es daran, dass der kriechende Günsel kein typischer Lippenblütler des Mittelmeerraums ist und daher nicht von den Mönchen im Mittelalter verbreitet wurde? Oder ist er vielleicht zu selten? Am Aussehen kann es jedoch auf keinen Fall liegen, denn der kriechende Günsel ist ausnehmend schön und fällt angesichts seiner Schönheit auch auf. So interessant wie der kriechende Günsel aussieht, vermutet man auch gleich Heilkräfte in ihm. Und dennoch ist er als Heilpflanze fast völlig unbekannt.
Tee
Für einen Kriechender Günsel-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Kriechender Günsel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Kriechender Günsel-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Kriechender Günselwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Innerlich
Kriechender Günsel kann man innerlich, als Tee oder Tinktur bei vielerlei Verdauungsbeschwerden einsetzen. Speziell bei Sodbrennen und Magengeschwüre wird er gerne eingesetzt.  Außerdem hilft Kriechender Günsel gegen Entzündungen im Mundraum und im Rachen. Man kann ihn also auch gegen Angina verwenden. Da der kriechende Günsel beruhigend wirkt, kann man ihn auch bei Schlaflosigkeit und Nervosität verwenden. Mit seinen entzündungshemmenden, schmerzstillenden und harntreibenden Eigenschaften eignet sich der kriechende Günsel auch hervorragend zur Behandlung rheumatischer Entzündungsprozesse. Seine Wirkung ähnelt der Wirkung der afrikanischen Teufelskralle, denn beide enthalten den Wirkstoff Harpagid.
Äußerlich
Äußerlich kann man Kriechender Günseltee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man schlecht heilende Wunden, Ekzeme und Geschwüre lindern. Kriechender Günsel hilft äußerlich eingesetzt auch zur Nachbehandlung von Narben.
Verwendung als Heilkraut
Der Kriechende Günsel wird in der modernen Pflanzenheilkunde zwar kaum genutzt, dennoch enthält er zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe, die eine Anwendung begründen könnten. In der Volksmedizin wird er bereits seit einigen Hundert Jahren gegen Entzündungen und Gelenkbeschwerden genutzt.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war der Kriechende Günsel zwar bekannt, aber ebenfalls nur selten benutzt. Die Pflanze wird in vielen alten Kräuterbüchern zwar beschrieben, allerdings finden sich kaum bzw. zum Teil keine Anwendungsszenarien darüber. Der englische Arzt und Apotheker Nicholas Culpeper beschrieb 1653 in einem Buch, dass der Ajuga reptans u.a. für die Wundheilung von äußeren Verletzungen bzw. Blutergüssen eingesetzt wurde. In der traditionellen Volksheilkunde hatte der Kriechende Günsel eine scheinbar größere Bedeutung.
Heute ist bekannt, dass der Kriechende Günsel über ein breites Spektrum unterschiedlicher Inhaltsstoffe verfügt, die medizinisch von Interesse sind. So ist bekannt, dass die Pflanze u.a. Iridoide wie Aucubin, Ajugol und Ajugosid, ätherische Öle sowie Gerbstoffe wie z.B. Kaffeesäure enthält. Außerdem ist wohl bekannt, dass viele Arten der Gattung Ajuga das auch in der Teufelskralle vorkommende Harpagid bzw. Harpagosid enthalten. Hierauf weist eine Studie aus dem Jahr 1981 hin.
Anwendungsbeschränkungen und Nebenwirkungen
Das Kraut wird wissenschaftlich kaum nennenswert untersucht. Ebenso gibt es derzeit keine Kommissionen oder Behörden, die Hinweise zu Dosierungen oder Nebenwirkungen geben. Daher gibt es keinerlei Einschätzungen, ob die Einnahme von Günsel für heilkundliche Zwecke nachteilig sein kann.
Verwendung als Küchenkraut
Kriechender Günsel ist grundsätzlich ein essbares Wildkraut, bei dem vor allem die folgenden Pflanzenteile verwertet werden können:
Blätter: Als Gewürz für Kartoffel- und Wildgerichte sowie als Suppengewürz; roh in Wildkräutersalaten oder Wildkräuterquarks
Blüten: als Dekoration für Salate
Der Geschmack der Blätter kann als auffallend bitter sowie leicht würzig beschrieben werden. Daher sollten diese immer nur sparsam verwendet werden. Das Aroma ist relativ hitzestabil, weswegen die Blätter des Günsels mitgekocht oder mitgebraten werden können. Eine sehr interessante Note ergeben die Blätter als Gewürz für deftigen Kartoffelgerichte. Eine gute Kombination sind Günselblätter mit Gundermann beispielsweise in Eiergerichten oder Wildfleischpfannen.
Günselblätter können auch als Gemüse gebraucht werden. Beispielsweise können sie Bestandteil von Gemüsefüllungen oder Wildkräuterfüllungen in Pasteten, Bratlingen oder Blätterteigrollen sein. Auch hier gilt, dass der Anteil gering sein sollte, da sonst das bittere Aroma vorherrschend ist.
Die Blätter als auch die Blüten sind vitaminreich enthalten viele wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe beinhalten, die u.a. die Verdauung anregen können. Beispielsweise können diese auch als Zutat für einen Wildkräutersmoothie verarbeitet werden.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Kriechender Günsel ist in Europa heimisch. Er wächst bevorzugt an halbschattigen oder schattigen Stellen, daher ist er oft im Wald und auf Waldlichtungen anzutreffen. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 30 Zentimeter hoch. Im Frühjahr treibt das verzweigt wachsende Wurzel-Rhizom zunächst glänzend dunkelgrüne Blätter aus. Von den Ausläufern des Rhizoms hat der kriechende Günsel vermutlich auch seinen Namen bekommen. Die Blätter sind am Rand leicht gewellt. Ab Mai wächst der Stängel des kriechenden Günsels in die Höhe und wird zum aufrechten Blütenstängel. Die violetten Lippenblüten erscheinen zwischen Mai und Juni. Manchmal sind die Blüten auch hellrosa, was eine Varietät des kriechenden Günsels darstellt.
Der Kriechende Günsel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 cm erreicht. Sie besitzt ein kurzes, kräftiges Rhizom und lange Ausläufer, die sich an den Knoten bewurzeln. Der meist aufrechte Stängel ist vierkantig, unten rot-violett überlaufen und im oberen Bereich ringsum flaumig behaart. Die Laubblätter sind in grundständigen Rosetten und gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die gestielten Laubblätter sind eiförmig-spatelig und oberseits glänzend.
Die Blütezeit reicht von April bis Juni, selten blühen einzelne Pflanzenexemplare auch noch später. Je drei bis sechs Blütenstände sind in seitenständigen Scheinquirlen angeordnet. Die Tragblätter sind einfach. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkronen sind meist blau gefärbt mit helleren Streifen, seltener rosafarben oder weiß. Eine Besonderheit der 1 bis 1,5 Zentimeter langen Blütenkronen ist die scheinbar fehlende, aber tatsächlich winzige Oberlippe. Typisch für Lippenblütler werden vierteilige Klausenfrüchte gebildet, die in vier einsamige Teilfrüchte zerfallen (Bruchfrucht).
 
Anbau, Aussaat und Pflege im Garten
Standort und Boden
Kriechender Günsel toleriert sowohl sonnige Standorte als auch halbschattige Standorte, wobei letztere bevorzugt werden. An den Boden stellt er einige Ansprüche. Dieser sollte vorwiegend nährstoffreich, humos und frisch sein. Meist bildet die Pflanze in halbschattigen Lagen rostbraune Blätter aus, die kein Krankheitszeichen darstellen. Die Pflanze ist ein Frischeanzeiger!
Aussaat
Die Anzucht des Günsels aus Samen gelingt meistens problemlos. Zu beachten ist, dass die Pflanze ein Kaltkeimer ist. Die Samen können vom Herbst bis Februar direkt ins Freiland eingearbeitet werden. Da der Kriechende Günsel auch ein Lichtkeimer ist, sollten die Samen nicht mehr als 1 cm in die Erde gedrückt werden. Bei Aussaat mehrerer Pflanzen sollte der Pflanzabstand etwa 20 bis 25 cm betragen. Zu beachten ist, dass sich die Pflanzen durch Stolonen (Ausläufer) ausbreitet.
Kriechender Günsel kann auch problemlos auf dem Balkon angepflanzt werden. Hierzu können Töpfe mit dem Samen ab Anfang bis Mitte Februar rausgestellt werden. Die Keimdauer kann zwischen 20 und 35 Tage dauern und hängt vor allem von den Außentemperaturen ab.
Vermehrung
Die Vermehrung des Kriechenden Günsels ist spielend einfach. Die Pflanze bildet Stolonen bzw. Ausläufer, die geteilt werden können. Die geteilten Ausläufer sollten direkt auf einen Topf mit Erde gelegt werden. Ziemlich schnell bilden die Stolonen kleine Wurzelhaare, mit dem sie sich dann in der Erde verankern.
Dünger
Der Nährstoffbedarf des Kriechenden Günsels ist für sich genommen zwar recht hoch. Die Pflanze ist allerdings eher klein, so dass kaum zusätzliche Düngergaben über das Jahr verabreicht werden müssen. Ausnahmen bilden nährstoffarme oder durchlässige Substrate. Im Frühjahr kann es von Vorteil sein, wenn etwas Kompost oder frischem Humus in den Boden eingearbeitet wird.
Gießen
Eine gute Wasserversorgung ist der wichtigste Pflegeschritt. Kriechender Günsel hat eine recht geringe Trockentoleranz und reagiert schnell auf Feuchtigkeitsmangel. Bestenfalls sollte der Boden immer leicht feucht sein.
Krankheiten und Schädlinge
Kriechender Günsel ist eine sehr robuste Pflanze, die kaum von Schädlingen befallen wird. In seltenen Fällen werden Blätter und Stängel von Blattläusen befallen. Steht die Pflanze längere Zeit trocken kann sich unter Umständen Echter Mehltau bilden. Vom Falschem Mehltau wird der Lippenblütler eher nicht befallen.

Huflattich
Der Huflattich ist die einzige Pflanzenart der Gattung Tussilago aus der Familie der Korbblütler. Er gehört zu den ersten Frühjahrsblumen, deren Blüten vor der Entwicklung der Laubblätter erscheinen. Der Huflattich war in Deutschland die Heilpflanze des Jahres 1994. Er ist auch bekannt unter den Namen Breit-, Brust-oder Eselslattich, Latten, Lette, Ackerlatsche, Kuhfladen, Esels- oder Rosshuf, Eselstappe, Fohlenfuß und Hufblatt.
Der Huflattich ist so genügsam, dass er sogar auf reiner Braunkohle wächst. Im zeitigen Frühjahr gehört er zu den ersten Pflanzen, die ihre Blüten entfalten. Oft werden die gelben Huflattichblüten mit Löwenzahn verwechselt, doch beim genaueren Hinschauen erkennt man erhebliche Unterschiede, denn die Huflattichblüte wächst nicht nur auf einem geschuppten Stängel, sondern die Pflanze hat auch gar keine Blätter in der Blütezeit. Die hufeisenförmigen, weichen Blätter erscheinen erst, wenn die Blüten längst verschwunden sind. Sie riechen mild balsamisch und sind auf der Unterseite grau verfilzt. Der bevorzugte Einsatzzweck des Huflattichs in der Naturheilkunde sind Erkrankungen des Atmungsorgane vom einfachen Husten bis hin zum Asthma. Aber auch bei Hautprobleme hat der Huflattich viel zu bieten, denn er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und blutstillend.
 
Steckbrief
Heilwirkung: adstringierend, anregend, antibakteriell, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend, Asthma, Husten, Bronchitis, Reizhusten, Raucherhusten, Brustfellentzündung, Fieber, Erkältung, Heiserkeit, Kehlkopfentzündung, Augenentzündung, Ohrenentzündung, Frühjahrsmüdigkeit, Stoffwechsel anregend, Appetitlosigkeit, MagenDarmkatarrh, Gastritis, Darmentzündung, Verstopfung, Durchfall, Nervenschmerzen, Nervensystem stärkend, Entzündete Wunden, Schlecht heilende Wunden, Unterschenkelgeschwür, Venenentzündung, Pickel, Furunkel, Ekzeme, Gesichtsrose, Leichte Brandwunden
wissenschaftlicher Name: Tussilago farfara
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Coltsfoot
volkstümlicher Name: Bachblümlein, Berglatschen, Brandlattich, Brustlattich, Fohlenfuss, Hoflörrich, Hufblatt, Labassen, Ladderblätter, Lehmblümel, Loambleamel, Märzblume, Ohmblätter, Quirinkraut, Rosshuf, Sandblümel, Sommertürl, Teebleaml, Tabakkraut, Zeitrösele
Falsche Schreibweisen: Huflatich, Hufflatich, Hufflattich
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten
Inhaltsstoffe: Schleim, Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoff, Gerbsäure, Hyperin, Inulin, Mineralstoffe, Pyrrolizidinalkaloide, Salpeter, Saponine, Tannine, Taraxasterol, Violaxanthin, Zink
Wirkstoffe: Im Huflattich sind Pflanzenschleim, Gerbstoffe und Inulin enthalten.
Sammelzeit: Mai
 
Anwendung
Der Huflattich gilt als bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz und wirkt schleimlösend. Als arzneilich wirksamster Teil werden die Blätter verwendet. Der Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln. Schon Dioskurides, Plinius und Galenos empfehlen den Rauch der angezündeten Blätter gegen Husten. Auch Hildegard von Bingen weist auf die Heilkraft des Huflattichs bei Erkrankung der Atmungsorgane hin. Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes sah eine Wirksamkeit von Huflattichblättern gegeben bei 'akuten Katarrhen der Luftwege mit Husten und Heiserkeit' sowie 'akuten, leichten Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut', was die Zulassung als Arzneimittel in Deutschland begründete. Zubereitungen aus Huflattichblättern und -blüten enthalten mutagene und potentiell karzinogene Pyrrolizidinalkaloide (PA). Nach aktuellem Erkenntnisstand dürfen Huflattichblätterhaltige Arzneimittel - egal in welcher Darreichungsform - einen Grenzwert von 1 μg PA pro maximal deklaierter Tagesdosis nicht überschreiten. Der in der Kommission E-Monographie genannte Grenzwert von 10 μg PA ist damit nicht mehr gültig. Dies bedeutet, dass nur geprüfte Heilpflanzendrogen aus kontrollierten Kulturen mit reduziertem PA-Gehalt angewendet werden sollten. Im Fall von Huflattich wurden in den letzten Jahren PA-freie Sorten herausselektioniert, was die Herstellung von Huflattich-Arzneimitteln prinzipiell wieder erlaubt; die Pflanze findet jedoch derzeit keine Verwendung in der Medizin. Auch in Präparaten der Paramedizin ist kein Bestandteil der Tussilago farfara nach-weisbar.
Huflattichtee oder Tinktur bei Husten
Das Haupteinsatzgebiet für den Huflattich ist der Husten und all seine Verwandten. Mit seinen einhüllenden Qualitäten lindert er den hartnäckigen Reizhusten und löst den zähen Schleim. Auch bei Asthma hilft er, freier zu atmen, da er die Bronchien erweitert. Er kann als Tee oder Tinktur eingenommen werden. Beliebt sind auch Teemischungen, die je nach Art des Hustens zusammengestellt werden. Für einen trockenen Reizhusten eignet sich z.B. eine Mischung aus: Huflattich, Königskerze, Süßholz. Zu gleichen Teilen vermischen und als Aufguss zubereiten. In kleinen Schlucken trinken.
Huflattichtee für das Verdauungssystem
Tee aus Huflattichblättern fördert die Verdauung, lindert sowohl Verstopfung als auch Durchfall und wirkt gegen Entzündungen im Verdauungstrakt. Au-ßerdem stärkt Huflattichtee den Appetit.
Huflattichtee bei Hautprobleme
Einen Aufguss der Huflattich-Blüten oder Blätter kann man in Form von Umschlägen oder als Waschung gegen vielerlei Hauterkrankungen verwenden. Da Huflattich entzündungshemmend, zusammenziehend und antibakteriell wirkt, hilft der Tee gegen Ekzeme, schlecht heilende Wunden, bakterielle Entzündungen (z.B. Rotlauf), leichte Verbrennungen, Venenentzündung und Furunkel.
Gegen geschwollene Füße
Nach einem langen Tag auf den Beinen kann man seine geschwollenen Füße durch ein Fußbad mit Huflattich lindern.
Frischsaft gegen Ohrenschmerzen
Die Volksheilkunde verwendet frisch gepressten Saft aus den Blättern tropfenweise ins Ohr geträufelt gegen Ohrenschmerzen.
Kräutertabak
Früher wurde der Rauch von Huflattichblättern inhaliert, um die Atmung zu erleichtern. Man kann die Blätter des Huflattichs auch als Kräutertabak verwenden oder mit normalem Tabak mischen, um eine leichtere Rauchmischung zu erhalten. Er schmeckt fein würzig und fördert die Tiefe der Atmung.
Blütenessenz
Aus den Blüten des Huflattichs kann man auch eine Blütenessenz herstellen, die für Pionierleistungen und die Fähigkeit sich selbst treu zu bleiben steht.
Huflattich als Heilkraut
Huflattich ist als Arzneipflanze in Vergessenheit geraten. Dabei machen die schleimlösenden Inhaltsstoffe Huflattich zu einem seit altersher erprobtem Heilkraut gegen diverse Leiden im Bereich der Bronchien (z.B. Bronchitis, Husten, Heiserkeit, allgemeiner Erkältung). Ich vertreibe den Husten – so lautet die Übersetzung des botanischen Namens Tussilago. Als Tee (2 Teelöfel auf eine Tasse, ca. 10 min ziehen lassen). getrunken oder als Gurgellösung verabreicht, löst Huflattich festsitzenden Husten und erleichtert das Kratzen im Hals. Anders sah es bei Plinius und anderen historischen Gelehrten aus. Sie rieten dazu, Huflattich zu rauchen – daher das veraltete Synonym Tabakkraut. Davon wird heute abgeraten, da der Rauch die Erkältungsbeschwerden eher verschlimmern als verbessern kann.
Zudem wird davor gewarnt, Huflattich länger als einen Monat zu konsumieren, da die im Huflattich enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide als toxisch eingestuft werden. Um tatsächliche Leberschäden davonzutragen, müsste der Huflattich jedoch in hohen Dosen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Es wird dennoch angeraten, dass Frauen in Schwangerschaft sowie Leberkranke den Konsum meiden oder zumindest mit einem Arzt oder Fachkundigen besprechen. Im Handel gibt es auch Huflattich-Sorten, die arm bzw. frei an Pyrrolizidinalkaloiden sind. Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass der Huflattich in keinerlei Weise seinen Stellenwert als Arzneipflanze durch diese Stoffe verliert. Auch konnte noch keine wissenschaftliche Studie einen direkten Zusammenhang zwischen Erkrankungen und der Einnahme von Huflattich feststellen, auch wenn dies auf manchen Internetseiten so dargestellt wird. Hier beziehen sich die Informationen immer ausschließlich auf das Vorhandensein der Alkaloide. Die Pflanze ist im Übrigen im Jahr 1994 zur Heilpflanze des Jahres gekürt wurden.
Für die Verwendung von Huflattich als Heilkraut werden neben den Blättern auch die Blüten genutzt – sowohl getrocknet als auch frisch.
Neben der Darreichung als Huflattichtee, wird auf Huflattichhonig zurückgegriffen. Die Herstellung ist einfach: Entweder werden die Blüten in Honig eingelegt und nach einem Monat ausgesiebt, oder man stellt sich aus einem halben Kilogramm Zucker sowie 200 g Blüten einen Sirup her. Ferner wird ein dreiviertel Liter Wasser benötigt, der zusammen mit Blüten und Zucker aufkocht wird und anschließend abgeseiht wird. Bei Bedarf wird bei Husten etwas von Sirup oder Honig pur oder in Tee eingenommen.
Auch wird Huflattich bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt, da die in der Heilpflanze enthaltenden Pflanzenschleimstoffe sowie die Bitterstoffe gegen Entzündungen, Verstopfungen und Durchfällen helfen.
Ebenso wird Huflattich wegen der entzündungshemmenden Inhaltsstoffe bei Hautproblemen, kleineren Schürfwunden, Pickeln, Hautunreinheiten und Ekzemen eingesetzt. Auch Betroffene, die unter trockener Haut leiden, können mit Huflattichextrakten häufig gute Erfolge erzielen. Die Heilpflanze enhält Substan-zen, die antibakteriell sind und Entzündungen entgegenwirken können – eine Anwendung, die schon in der Pflanzenheilkunde der Hildegard von Bingen Erwähnung findet.
Dass der Huflattich Hautbeschwerden lindern und sogar heilen kann, war bereits den Botanikern und Ärzten im Mittelalter bekannt. Der Huflattich fand daher auch im ersten großen Kräuterbuch Gart der Gesundheit von 1485 Erwähnung: „Diss krauttes safft gestrichen auff die gryntigen haut heilet den grynt zu hant•(Den safft von disem krautte gemüschet mit essiig unnd rauten safft yegkliches geleiche vil und diss getruncken des abentes auff ein lôffel foll machet ser schwiczen und treibet mit dem schweiss aus die pestilencz“
Auch für die Kopfhaut bzw. in der Haarpflege leistet Huflattich gute Dienste, denn die Pflanze enthält Inhaltsstoffe, die in der Lage, Juckreiz zu mildern und Schuppen nachhaltig zu behandeln. Nur wenige Behandlungen mit HuflattichTinkturen oder die Verwendung eines huflattichhaltigen Shampoos genügen, um Kopfhautproblemen wirkungsvoll entgegenzutreten.
Hutlattich gehört neben Krokussen und Schneeglöckchen zu den ersten Pflanzen, die im Spätwinter bzw. beginnenden Frühjahr blühen. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem mit der Ernte der Blüten begonnen wird, die in der Küche, vielmehr aber in der Pflanzenheilkunde eingesetzt werden.
Huflattich in der Küche
Löwenzahl, Giersch und Gänseblümchen sind Pflanzen, die als Wildkräuter in Salaten verwendet, immer beliebter werden. Huflattich als essbare Pflanze ist dahingegen relativ unbekannt. Verzehrt werden die Blüten ebenso wie die frischen Blattriebe – als Rohkost oder kurz blanchiert.
Huflattich hat einen leicht pfeffrigen Geschmack ist herzhaft und kann auch als Gemüse verzehrt werden. Hierzu sollte es kurz aufgekocht werden und mit etwas Salz gewürzt werden. Der Geschmack eignet sich ganz hervorragend zu Kartoffelgerichten oder zu Reis.
Huflattichblätter eignen sich auch für die Zubereitungen von gefüllten Gerichten. In die Blätter können z.B. Zutaten wie Käse oder Cremes eingefüllt werden.
Auch wenn der Einsatz in der Küche aus kulinarischen Gründen möglich ist, sollte das Kraut nie in großen Mengen und auch nur selten verzehrt werden. Huflattich enthält toxische Pyrrolizidinalkaloide, die in großen Mengen konsumiert, zu Leberschädigungen führen können.
 
Pflanzenbeschreibung
Huflattich ist in Europa, Asien und Teilen von Afrika heimisch. In Nordamerika ist er eingebürgert. Der Huflattich wächst gern in Steinbrüchen, an Böschungen, Bahndämmen oder in den Bergen am Wegrand. Sein bevorzugter Boden ist ton und lehmhaltig, daher kann er anzeigen, ob ein Boden Ton oder Lehm enthält. Selbst auf Braunkohle kann er wachsen, so genügsam ist er. Wichtig ist dem Huflattich auch ein sehr sonniger Standort. Er kann zwar auch im Halbschatten wachsen, aber dann sind seine Blätter nicht so wirksam. Eine Besonderheit des mehrjährigen Huflattichs ist, dass zuerst die Blüten aus dem nackten Boden wachsen und erst später die Blätter erscheinen. Die leuchtend gelben Korbblüten erscheinen im zeitigen Frühjahr zwischen März und April, ohne dass man Blätter sehen kann. Sie stehen auf schuppigen Stängeln, die weißlich oder rötlich sind. Gerne stehen die Blüten in Gruppen zusammen. Aus den Blüten entwickeln sich haarige Samenfahnen, die an die Pusteblumen vom Löwenzahn erinnern. Die Blätter wachsen erst ab März. Sie sind eckig-herzförmig und etwa handtellergroß. Ihre Form erinnert an die Hufe von Pferden, was dem Huflattich auch den Namen gab. Oben sind die Blätter hellgrün und auf der Unterseite grau-weiß und filzig behaart. Der Huflattich wächst als ausdauernde (perennierende) krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Die langgestielten und grundständigen Laubblättererreichen etwa 10 bis 20 Zentimeter Breite. Sie sind gezähnt und herz- oder hufförmig. Durch die weißfilzige Blattunterseite ist das starknervige Adernetz nicht deut-lich sichtbar. Die Blätter, deren leicht bitterer Geschmack zusammenziehend wirkt, haben einen schwachen Geruch. Zeitig im Frühjahr erscheinen zunächst nur die korbförmigen Blütenstände, die etwa 300 weibliche gelbe Zungenblüten und 30 bis 40 männliche gelbe Röhrenblüten enthalten. Erst nach deren Verblühen folgen die Blätter. Zur Blütezeit sind die Stängel lediglich mit braunen oder rötlichen, behaarten Schuppenblättern besetzt. Verblühte Stängel sind deutlich nickend. Die Blüten duften schwach honigartig und schmecken ähnlich wie die Blätter, jedoch etwas süßer.
Der Huflattich wächst als ausdauernde (perennierende) krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Die langgestielten und grundständigen Laubblätter erreichen etwa 10 bis 20 Zentimeter Breite. Sie sind gezähnt und herz- oder hufförmig. Durch die weißfilzige Blattunterseite ist das starknervige Adernetz nicht deutlich sichtbar. Die Blätter, deren leicht bitterer Geschmack zusammenziehend wirkt, haben einen schwachen Geruch.
Zeitig im Frühjahr erscheinen zunächst nur die korbförmigen Blütenstände, die etwa 300 weibliche gelbe Zungenblüten und 30 bis 40 männliche gelbe Röhrenblüten enthalten. Erst nach deren Verblühen folgen die Blätter. Zur Blütezeit sind die Stängel lediglich mit braunen oder rötlichen, behaarten Schuppenblättern besetzt. Verblühte Stängel strecken sich beträchtlich und sind bis kurz vor der Reife der „Samen“ deutlich überhängend nickend, danach aufrecht. Dies begünstigt die Ausbreitung durch Luftbewegungen (Anemochorie). Die Blüten duften schwach honigartig und schmecken ähnlich wie die Blätter, jedoch etwas süßer.
Verwechslungsmöglichkeiten
Die Blätter des Huflattichs sind leicht mit den sehr ähnlichen Blättern der Weißen Pestwurz zu verwechseln. Die Huflattichblätter sind jedoch im Allgemeinen kleiner als die der Weißen Pestwurz und haben zahlreiche grüne Blattrandzähne. Bei der Pestwurz sind die Leitbündel im Querschnitt des Blattstiels unregelmäßig und nicht U-förmig angeordnet wie beim Huflattich.
   
Aussäen und pflanzen
Huflattich trägt viele Namen, die einen Hinweis auf mögliche Vorkommen dieser Pflanzen enthalten: Lehmblümel oder Sandblümel sind nur einige. Huflattich stellt so geringe Ansprüche an den Untergrund und Boden, auf dem er wächst, bevorzugt aber einen lehmigen, feuchten Standort in der prallen Sonne. Dass Huflattich ein Sonnenanbeter ist, davon zeugt die Reaktion der Huflattichblüten auf die Sonne und den bedeckten Himmel. Im Sonnenlicht präsentiert Huflattich seine Blütenköpfchen, während sich selbige bei Wolken schließen. Die Pflanze gedeiht aber auch im Halbschatten, solange genügend Wasser zur Verfügung steht. Huflattich ist derart anspruchslos, dass man ihn auf Schotterwegen, Steinbrüchen, Bahndämmen, verlassenen Ruderalflächen, Schutthalden und am Wegesrand findet.
Die Vermehrung von Huflattich erfolgt entweder über Samen oder Ableger, gezogen aus der Wurzel. Damit Huflattich andere Pflanzen im Garten nicht verdrängt bzw. an Überhand gewinnt, empfiehlt es sich, Huflattich in Kübeln zu halten.
Auch wenn Huflattich als frosthart gilt, sollten Kübelpflanzen bei Minustemperaturen ins Haus geholt werden.
Die Vermehrung über Samen ist ebenso unproblematisch wie die Gewinnung von Jungpflanzen über Senker. Die Samen werden noch im Frühjahr in die Erde gebracht und bereits nach zwei Tagen beginnen die Samen zu keimen. Auch wenn Huflattich als Unkraut gilt, bieten mittlerweile einige Händler, vor allem im online-Bereich Huflattichsamen an. Blüht Huflattich im eigenen Garten, braucht man sich um die Vermehrung über Samen keine Gedanken machen. Die Pflanze ist selbstaussäend und kann wegen der etwa 300 Samen, die pro Blütenkopf ausgebildet werden, ganze Teppiche bilden, die insbesondere bei Schmetterlingen beliebt sind.

Bachblüten
Passiv, willensschwach, fremdbestimmt (Centaury)
Diese Menschen sind sehr passiv, willensschwach und sind fremdbestimmt
Mit der Centaury werden sie wieder aktiv und ihr Wille stärkt sich und die Fremdbestimmtheit verfliegt
Bachblüten
Selbstsüchtig, herrschsüchtig, übermäßige fordernde Haltung (Chicory)
Diese Menschen haben eine selbstsüchtige, herrschsüchtige Eigenart und eine übermäßige fordernde Haltung
Mit der Blüte können sie diese Eigenarten und die Haltung abwenden
Man unterscheidet bei Kräuter
-     Wildkräuter
-     Wildfrüchte
-     Wildgemüse
-     Heilkräuter
Was ist der Unterschied zwischen Kräutern und Gewürzen?
Um es gleich vorwegzunehmen: Einen botanischen Unterschied gibt es nicht. Rein begrifflich betrachtet sind Kräuter eine Unterart der Gewürze. In den meisten Fällen handelt es sich um die oberirdischen und unverholzten Teile einer Pflanze wie Blätter, Blüten, Stängel und Sprossen, frisch oder getrocknet. Petersilie, Thymian, Dill, Schnittlauch, Majoran, Basilikum und Minze sind ganz offensichtlich Kräuter. Sie enthalten ätherische Öle, denen sie ihren unverwechselbaren Geruch und Geschmack verdanken. Frische Kräuter aus dem Garten oder Wildkräuter aus der freien Natur wie Löwenzahn, Sauerampfer und Co. solltest du stets in der Blütezeit ernten. Dann ist ihr Aroma am stärksten.
Würzmittel, die wegen ihrer geruchs- und aromagebenden Inhaltsstoffe ver-wendet werden, wie Pfeffer, Safran, Anis, Senf, Chili und Muskat sowie frische oder getrocknete Wurzelanteile, sind eindeutig den Gewürzen zuzuordnen. Ingwer gehört dazu. Eine Zutat, die aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken ist, ist das Salz. Es gilt als Gewürz, ist aber ein Kristall. Somit gehört es weder zu den Gewürzen noch zu den Kräutern, die alle pflanzlichen Ursprungs sind. Dennoch ist es unsere wichtigste Würzzutat, oft mit Kräutern, Knoblauchpulver oder anderen Aromastoffen gemischt.
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