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TANNE
Die Tannen bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse. Je nach taxonomischer Auffassung werden heute entweder 40 Arten oder 47 Arten sowie etliche Gruppen hybriden Ursprungs oder Varietäten, die alle in der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel und zumeist in Gebirgsregionen vorkommen, unterschieden. Praktisch alle Tannen können in ihnen zusagenden Lebensräumen zumeist End- oder Klimaxgesellschaften bilden und sind auch auf guten Standorten konkurrenzstarke Nadelbäume. Dabei sind Tannen sowohl dominante als auch kodominante Bäume von Nadel- und Mischwäldern montaner Höhenstufen der (kalt-) gemäßigten Breiten und Subtropen sowie auch Charakterarten in Grenzökotonen der alpinen Baumgrenze subtropischer Hochgebirge. Mit maximalen Wuchshöhen von 20 bis 90 m und Stammstärken von 1 bis 3 Meter, wobei Weißtannen unter günstigen Bedingungen über 6 m Umfang erreichen können, sowie einem Lebensalter von 200 bis 800 Jahren gehören Tannen zu den großen Waldbäumen, wenn auch in ihren Lebensräumen teilweise größere Bäume vorkommen. So gehören die Holzerträge pro ha auch zu den absolut höchsten und das relativ leichte jedoch relativ feste Tannenholz aller großwachsenden Arten wird für viele unterschiedliche Anwendungen genutzt, insbesondere als Konstruktionsholz. Alle Tannen bilden streng monopodiale Wuchsformen mit durchgehender Hauptachse. Sie haben eine etagenweise Verzweigung mit sehr harmonischen Kronenformen, die sie mit ihren weichen Nadelblättern und dem daraus hergestellten Schmuckreisig auch zum klassischen Weihnachtsbaum macht. Tannen sind nach den Kiefern die am weitesten verbreitete und artenreichste Gattung in der Familie der Kieferngewächse. Ihre einzelnen Vertreter bilden die essentiellsten mesophilen Vertreter der borealen und temperaten Wälder der Nördlichen Hemisphäre. Tannen haben hohe Ansprüche an Wasserversorgung und Feuchtigkeit und tolerieren weder besonders hohe noch sehr tiefe Temperaturen, sie meiden auch immer Standorte mit stagnierendem Wasser. Diese Eigenschaften bestimmen die zönotische Position der Tannen als Elemente von zumeist oberen Lagen von Gebirgswäldern, wo sie gemeinsam mit Fichte, Hemlock, Douglasie und Kiefer den Bereich der dunklen Nadelbaumwälder bilden. Da Tannen in der Natur wie unter künstlichen Bedingungen untereinander leicht hybridisieren, wobei einzelne Arten geologisch selbst kontinentale Grenze zwischen Asien und Nordamerika überbrückt haben, ist die taxonomische Gliederung der Gattung komplex und bis heute nicht vollständig geklärt. In Mitteleuropa ist die Weißtanne heimisch. In naturnahen Wäldern Mitteleuropas ist die Tanne fast ausschließlich in Buchenwäldern beigemischt und aufgrund ihrer besonders günstigen Wurzelentwicklung und Schattentoleranz wesentlich für die Stabilisierung und Aufwertung des Bergmischwaldes. Regional gelten Tannen als Zukunftsträger der Holzindustrie, da sie gegenüber der Fichte durch höhere Trockenresistenz und geringere Windwurfanfälligkeit Vorteile beim Globalen Klimawandel bietet. Der Waldbau setzte beispielsweise in Deutschland seit den 1990ern verstärkt auf die Verjüngung der Weißtanne; der Anteil der Tanne bei den Jungbeständen stieg nach Angaben der Bundeswaldinventur um 20% bei einer gleichzeitigen deutlichen Zunahme der Altbestände. Ein deutlicher Vorteil ergibt sich bei der Tanne zu Fichte insbesondere in trockenen Gebieten sowie bei ökologisch ausgerichteter Waldwirtschaft. Tannen können im Plenterwald gepflegt werden und haben Vorteil in der Bodenpflege, in dem die leicht humifizierbare Nadelstreu nicht zur Bodenversauerung beiträgt. Im Allgemeinen sind Tannen nach den Douglasien die forstwirtschaftlich zweitwichtigsten Kieferngewächse. Die Gemeine Fichte wird zwar auch Rot-Tanne genannt, gehört aber wie auch die Zimmertanne oder die Sicheltanne nicht zu den Tannen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Blasenentzündung, Bronchitis, Erkältung, Frühjahrsmüdigkeit, Gelenkentzündung, Grippe, Husten, Muskelrheuma, Sehnenscheidenentzündung, Skorbut, Zahnfleischbluten, blutreinigend, durchblutungsfördernd, harntreibend, schweißtreibend, wurmtreibend
wissenschaftlicher Name: Abies alba oder Abies pectinata
Verwendete Pflanzenteile: Knospen
Sammelzeit: Frühjahr
 
Nutzung
Medizin
Die hellgrünen Tannenspitzen im Mai – Maigrün – sind nicht nur essbar, sondern ein altes Medikament und Hausmittel gegen Husten. Sie enthalten heilsame Enzyme. Man konserviert sie als Sirup. Aus den Monoterpenen der Nadeln gewinnt man von verschiedenen Arten ein bekanntes und angenehm harzig riechendes ätherisches Öl. Dieses wird in Badezusätzen oder zu Saunaaufgüßen verwendet. Tannenwälder ergeben auch in der Imkerei eine wichtige Bienentracht. Sortenreiner echter Tannenhonig gehört zu den teuersten Honigen.
Christbaum
Als klassische Christbäume werden in Deutschland vor allem die Nordmann-Tanne, sowie in Nordamerika, aber inzwischen auch vermehrt in Europa, die amerikanische Edel-Tanne und die Colorado-Tanne dafür in Plantagen angebaut. Außerdem wird von Tannen Schmuckreisig gewonnen. Die Weihnachtsbaumplantagen und die für die Weihnachtsbaumproduktion empfohlenen Arten werden in allen wichtigen Anbauländern (Großbritannien, Dänemark, Deutschland, verschiedene Bundesstaaten der USA wie Idaho, Oregon, Pennsylvania) in Anbauversuchen (sogenannte Provenienz Versuche) auf Eignung getestet. Dabei werden regional unterschiedliche Arten empfohlen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Von der Fichte sammelt man im Frühjahr die junge Knospen, solange sie in den braunen Schüppchen halbwegs eingehüllt sind. Diese jungen Knospen sollen sich mit dem Daumen und Zeigefinger noch leicht zerreiben lassen und geben einen stark balsamischen, harzigen Geruch von sich. Der Geschmack ist etwas bitter, harzig, reizend. Das Harz und die ausgewachsenen Nadeln werden zwischen Juni und August gesammelt. Sowohl die jungen Knospen und Frühjahrsnadeln als auch die ausgewachsenen Nadeln verlieren durch Lagern rasch relativ hohen Vitamin C Gehalt.
Bei der Teebereitung durch Aufguss, selbst von frisch geernteten Knospen und Nadeln, tritt ein Vitamin C Verlust von etwa 50% ein. Nicht sogleich verwendete Knospen und Nadeln würden daher einen noch höhere Vitamin C Verlust erleiden.
Das Splintholz junger Zweige gewinnt man im Mai und Juni. Der Hauptbestandteil des Harzes ist das Terpentin. Dieses wird der größeren Ergiebigkeit wegen hauptsächlich von den Kiefern gewonnen, in der Heilwirkung sind jedoch das Harz und auch das Terpentin aller Nadelholzarten gleichwertig. Das Terpentin enthält etwa 15 bis 20% ätherisches Öl und etwa 70% reines Harz nebst einigen anderen Inhaltsstoffen, wie Bornylacetat, Pinen, Limonen u.a.
Heilwirkung
Neben dem hohen volkswirtschaftlichen Wert der Nadelhölzer haben alle (Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Wacholder) auch arzneilich eine ansehnliche Bedeutung und vielseitige Verwendung.
Aus den oben beschriebenen jungen Knospen bzw. jungen Nadeln und Treibspitzen bereitet man einen Aufguss (mit heißem, nicht mehr kochendem Wasser überbrühen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen) und trinkt diesen TANNENWIPFERLTEE, wie er im Volksmunde gerne genannt wird, am besten mit Honigbeigabe warm gegen lästigen Husten, Katarrh, gegen grippöse Erscheinungen und Influenza. Auch gegen Blasenkatarrh und als Blutreinigungstee wird er gerne verwendet. Sehr warm im Bett getrunken, wirkt der Tee schweißtreibend. Dieser Tee weist ferne sehr gute Erfolge gegen die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit auf, einer Erscheinung gegen Winterausgang und Frühlingsbeginn, die durch bedingten Mangel an Vitamin C ausgelöst wird. Um diese Zeit, da noch keine Frischgemüse für die nötige Vitamin C Zufuhr sorgen, sprossen bereits die jungen Triebe unserer Nadelholzbäume. Daher können wir durch regelmäßig Teegenuss des Tannenwipferltees die Frühjahrsmüdigkeit wirkungsvoll bekämpfen. Auch die übrigen Mangelkrankheiten, wie Zahnfleischblutungen, Skorbut, die Möller-Barlowsche Krankheit, lassen sofort nach, wenn dieser Tee regelmäßig getrunken wird. Zur Bereitung dieses Tannenwipferltees – für den man die Knospen und die jungen Triebe nicht nur die Fichte und Tanne, sondern auch er Kiefer und Lärche verwenden kann – nimmt man 1 bis 2 Teelöffel voll dieser Knospen und Treibe für 1 Tasse Wasser. Die Süßung erfolgt am besten mit Honig oder Rohrzucker.
Von großer Bedeutung ist die Verwendung des Terpentinöles zu Heilzwecken. Dieses wirkt reizend und vermag, auf die unverletzte Haut gebracht, die Durchblutung der Haut zu steigern, ja sogar Entzündungen und Blasenbildungen hervorzurufen. In diesem Sinne kann das Terpentinöl zur Steigerung der Hautdurchblutung mit entsprechender Tiefenwirkung herangezogen werden. Da die Einwirkung auf die Haut nicht nur reizend, sondern auch ableitend wirkt, werden wir terpentinölhaltige Einreibungen zur Bekämpfung des schmerzhaften chronischen Muskelrheumatismus, der Gelenks- und Sehnenentzündungen, nicht zuletzt aber auch zur Beseitigung von Stauungsödemen der Haut anwenden.
Als blasenziehendes Mittel können wir jedoch Terpentinöl nicht verwenden. Wird das Terpentin unter die Haut gebracht, bildet sich eine Entzündung mit örtlichen Gewebszerstörungen. Bei Blutvergiftungsprozessen sowie bei eitrigen Infektionen bewirkt eine Einspritzung von Terpentin unter die Haut, infolge der dadurch ausgelösten Entzündungen, nicht nur eine erhöhte Durchblutung, sondern das Terpentinöl wirkt auch keimtötend (antiseptisch), bzw. hemmend auf die Ausbreitung der Krankheitserreger. Besonders bei schlecht heilenden Wunden ist gar eine sichtbare Wendung zum Besseren festzustellen.
Von der innerlichen Verwendung des Terpentinöles bzw. von terpentinölhaltigen Zubereitungen sei gesagt, dass diese die Durchblutung der Schleimhäute des MagenDarmkanas fördern und auf die Gallen- und Nierentätigkeit anregend wirken. Die Harnausscheidung wird angeregt und der Urin erhält einen veilchenartigen Geruch. Das Terpentinöl wirkt auch wurmtreibend. Die innerlich einzunehmenden Gaben sind jedoch vom Arzt genau zu bestimmen, da bei Überdosierung Erbrechen, Durchfall, Nierenreizung und Schleimhautentzündung die Folgen sein können!
Das Terpentinöl bzw. die terpentinölhaltigen Zubereitungen werden auch zu Inhalationen bei Erkrankungen der Atmungsorgane empfohlen, so bei allen chronischen und eitrigen Erkrankungen der Luftwege, bei Bronchialkatarrh, Bronchitis, entzündlichen Lungenprozessen, ja selbst bei infektiösen Zerstörungen des Lungengewebes (Lungengangrän) und bei Lungentuberkulose, sofern es sich bei letzterer Krankheit nicht um zu fortgeschrittene fieberhafte Prozesse handelt.
Zur Inhalation nimmt man 1 Teelöffel Terpentinöl auf ¼ Liter heißes Wasser. Auch kann man eine Handvoll Fichtennadeln einmal aufkochen und die aufsteigenden Dämpfe inhalieren.
Schließlich sei noch hingewiesen, dass die anregende und heilende Wirkung des Terpentinöles für Badezwecke in Form von Badeextrakten großen Zuspruch hat. Diese Bäderzusätze lösen eine verstärkte Durchblutung sowohl bei lokalen Erkrankungen mit einer mangelhaften Durchblutung, als auch bei tiefergelegenen Krankheitsprozessen aus, sei es bei schlecht heilenden Wunden, rheumatischen und gichtischen Erkrankungen, Muskelverhärtungen und Leberstauung oder zur notwendigen Stärkung der Abwehrkräfte durch bessere Durchblutung des Gesamtorganismus, sowie zur restlosen Ausheilung von Lungenerkrankungen.
Die bessere Durchblutung des Gesamtorganismus bewirkt nicht zuletzt eine Stoffwechselförderung, Leistungssteigerung des Gesamtorganismus und damit erhöhtes Wohlbefinden.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass eine Reihe von Badeextrakten sich als grobe Fälschungen erwiesen haben, die nicht nur wertlos sind, sondern auch gesundheitliche Störungen zur Folge haben. Derlei Badeextrakte erwirbt man nicht von unbekannten Vertretern oder Hausierern, sondern besorgt sie in der Drogerie oder Apotheke.
Man kann sich auch FICHTENNADELBÄDER selbst bereiten, indem man dem Badewasser die abgeseihte ganz leichte Abkochung einiger Handvoll Fichten-, Tannen- oder Kiefernadeln, grüner Fichten-, Tannen- oder Kiefernzapfen oder deren junge Zweigspitzen zusetzt.
Abschließend sei noch erwähnt, dass das Terpentinöl auch äußerlich in Form von Salben als natürliches Hautreizmittel verwendet werden kann, teils zur Anregung schlecht heilender Wunden, teils zur Anregung schlecht heilender Wunden, teils zur Behandlung von rheumatischen Leiden und anderen Muskelerkrankungen.
Auch hier erwerbe man nicht Erzeugnisse fragwürdiger Herkunft, sondern lasse sich vom Arzt beraten und besorge das Präparat in der Apotheke bzw. Drogerie.
Anwendung in der Homöopathie: In der Homöopathie werden aus den verschiedenen Nadelholzarten wie Fichte, Schwarzfichte, Schierlingstanne, sowie aus den verschiedensten Kiefernarten Tinkturen hergestellt, die für die oben genannten Krankheiten und Leiden ebenfalls anzuwenden sind.
Aus alten Kräuterbüchern und Volksheilkunde
Der Splint ganz junger Zweige, gekaut, wirkt harntreibend und wird dieses Mittel auch gegen Ausschläge, Skorbut oder gegen Würmer verwendet.
Ein vorzügliches Mittel für Erkältete, Bronchitiker, Lungensüchtige und Engbrüstige ist der TANNENWIPFERLSIRUP: Man sammle zeitlich im Frühjahr, womöglich von frisch von frischgefällten Bäumen, die gerade zum Austreiben anfingen, einige Kilogramm Fichten- oder Tannen- bzw. Kiefernknospen gut verdeckt sind und erhitze diese Masse bei nicht starkem Feuer, möglichst rasch und unter ständigem Verrühren zu einem dicken Brei.
Für je 1 Kilogramm Knospen geben man ¼ l Kilogramm Zwiebeln, ¼ Kilogramm Kandiszucker und ¼ Kilogramm Honig hinzu, alles nochmals gut verrührend, bis eine sirupartige Masse entsteht. Diesen Sirup füllt man in weithalsige Gläser, am besten Einsiedegläser, Weck- oder Rexgläser, verschließe sie gut mittels Pergamentpapier oder Glasdeckel und bewahre sie kühl, dunkel und trocken auf.
Das so hergestellte Heilmittel sollte in jedem Haushalt bereitstehen und sogleich bei Beginn von Erkrankungen der Atmungsorgane oder bei Lungenschwäche, sowie bei Neigung zu Bronchialtatarrhen teelöffelweise eingenommen werden. Es würden in vielen Fällen langwierige Leiden vermieden werden. Ist der Sirup in den Gläsern hart geworden, so gebe man die Gläser von Entnahme von Sirup in ein warmes Wasserbad. Der Sirup wird wieder flüssig. Wird trotz aller Sorgfalt der Sirup etwas schimmelig, entferne man eine dünne Schichte der Oberfläche und lege ein in Weingeist gut getränktes Pergamentpapier darauf. Die Meinung der Volksheilkunde, das dieser so wertvolle Tannenwipferlsirup in der Heilkraft zeitlich unbegrenzt sei, somit einige Jahre aufbewahrt werden könne, ist allerdings nicht richtig. Er soll innerhalb eines Jahres verbraucht und jedes Jahr im Frühjahr wieder bereitet werden.
Anwendung in der Tiermedizin
Terpentinöl oder terpentinhaltige Präparate, flüssig oder in Salbenform, werden in der Tiermedizin zur Wunden- und Geschwürbehandlung erfolgreich angewendet.
 
Beschreibung
Alle Tannenarten sind immergrüne tiefwurzelnde Bäume mit einem geraden, säulenförmigen Stamm. Die konische Krone wird aus regelmäßigen Etagen von relativ kurzen, horizontalen Ästen gebildet. Wenige Arten bleiben mit einer Wuchshöhe von 20 Metern relativ klein, die meisten Arten sind aber in ihren Lebensraum dominante Waldbäume und gehören dann oft zu den größten Waldbaumarten (die Europäische Weiß-Tanne gilt als größter Baum des Kontinents). So erreichen die meisten Tannen Wuchshöhen zwischen 40 und 70 Metern, für manche amerikanische Arten sind aber auch Wuchshöhen von 90 Metern verbürgt. Der Stamm der monopodial wachsenden Tannen wird in der Regel 1 bis 2 Meter dick (bis zu 3 Meter).
Mit wenigen Ausnahmen haben Tannen ein pfahlfömiges Wurzelsystem. Dieses wird unabhängig vom Bodentyp entwickelt. Für die Purpur-Tanne ist dagegen ein flaches Wurzelsystem kennzeichnend. Sie ist daher wenig sturmresistent. Von allen Nadelbaumarten leisten die Tannen auf den waldbaulich schwierigen, sauerstoffarmen Böden (Staunässe, Pseudogley, Ton) den weitaus besten vertikalen Aufschluss.
Die Borke ist in der Jugend zumeist glatt, oft grau, nur bei Abies squamata auch schon in der Jugend schuppig, zerfällt aber im Alter zumeist in kleine Platten.
Die nadelförmigen Blätter sind flach und leicht biegsam und tragen auf der Un-terseite oft zwei helle Stoma-Bänder. Die Nadeln werden acht bis elf Jahre alt. Mit ihrem verbreiterten Fuß sitzen sie unmittelbar auf den Ästen. Sie unterscheiden sich dadurch z. B. von Fichten.
Tannenarten sind einhäusig getrenntgeschlechtig, es gibt weibliche und männliche Zapfen an einer Pflanze. Die Zapfen finden sich nur in den obersten Zweigen am Wipfel und stehen immer aufrecht am Zweig (im Gegensatz zu den hängenden und als Ganzes herabfallenden Fichtenzapfen). Die Achse (Spindel) des Zapfens verbleibt am Baum, während die Schuppen einzeln abfallen. Folglich können auch keine herabgefallenen Tannenzapfen gesammelt wer-den. Die geflügelten Samen reifen im Zapfen. Keimpflanzen haben vier bis zehn Keimblätter. Die Stellung und Entwicklung der Zapfen ist nicht nur für die Gattungsabgrenzung essentiell, ihre Form ist auch eines der wichtigsten morphologischen Unterscheidungsmerkmale zwischen den einzelnen Arten.
Tannenholz ist weich, in der Regel geruchslos, cremeweiß bis lohfarben. Kern- und Splintholz sind praktisch nicht unterscheidbar. Die Holzfasern sind gerade, mit einem graduellen Übergang zwischen Früh- und Spätholz. Harzkanäle wer-den in der Regel nicht gebildet.
Botanik
Die Tanne wächst ebenfalls kerzengerade empor, doch ist die Krone schirmartig, nach oben sich verbreiternd. Der Stamm hat eine glatte, weißliche Rinde und schuppt sich nicht ab wie bei der Fichte. Die Nadeln der Tanne sind flacher, an der Spitze ausgerandet, auf der Unterseite mit zwei weißen Längsstreifen versehen, sie stehen nicht wie bei der Fichte gedrängt um den Zweig herum, sondern sind kammartig nach zwei Seiten des Zweiges ausgerichtet. Die Tanne ist ebenfalls einhäusig, die weiblichen Blüten wachsen sich zu einem stumpfen, walzenförmigen und aufrecht stehenden Zapfen aus.
Die Tanne wird bis 60m hoch.
Der Geruch der Tannensprossen ist angenehm, harzig, deren Geschmack ist etwas bitter, terpentinartig, harzig. Das Splintholz hat den gleichen Geruch und Geschmack.
Blütezeit
Im Mai
Sammenreife
In September, Oktober
Standort
Sowohl die Fichte als auch die Tanne sind europäische Waldbäume. Die Fichte geht im Gebirge bis zur Waldgrenze hinauf, während die Tanne die tiefgründigen Ebenen und schattigen, feuchten Täler bevorzugt.

VERGISSMEINNICHT
Das Vergissmeinnicht ist uns mit seinen hellblauen, kleinen Blüten aus vielen Gärten wohlbekannt. Besonders in größeren Gruppen wirkt es wie eine freundliche, helle Wolke. Erstaunlicherweise wird das Vergissmeinnicht kaum als Heilpflanze eingesetzt. Das Vergissmeinnicht gehört wohl nicht zu den wirksamsten Heilpflanzen, aber eine so starke Ignorierung von Seiten der Heilpflanzenkunde hat das Vergissmeinnicht eigentlich nicht verdient. Es wirkt nämlich entzündungshemmend, zusammenziehend, beruhigend und stärkend und könnte so vielen Einsatzzwecken dienen, wenn keine stärkeren Heilpflanzen zur Hand sind. In der Homöopathie wird das Acker-Vergissmeinnicht hin und wieder gegen Erkrankungen des Lymphsystems eingesetzt. Vergissmeinnicht ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Raublattgewächse. Sorten einiger Arten werden als Zierpflanzenverwendet. Der volkstümliche Name entstammt vermutlich einer deutschen Sage aus dem Mittelalter, wonach die kleine Pflanze Gott bat, sie nicht zu vergessen, und findet sich in zahlreiche andere Sprachen übertragen wieder, so als Forget-me-not im Englischen oder als 勿忘我 (Wùwàngwǒ) im Chinesischen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Hautentzündungen
Heilwirkung: adstringierend, beruhigend, entzündungshemmend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Rekonvaleszenz, Lymphknotenschwellung, Durchfall, Darmentzündung, Augenentzündungen, Nasenbluten, Hautprobleme, Quetschung
wissenschaftlicher Name: Myosotis sylvatica, Myosotis arvensis, Myosotis palustris
Pflanzenfamilie: Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name: Forget me not
volkstümlicher Name: Vergiss mich nicht, Mausöhrchen
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Inhaltsstoffe: Gerbsäure, Alkaloide, Kalium
Sammelzeit: April bis Juni
 
Anwendung
Sorten einiger Arten werden als Zierpflanze in Parks und Gärten genutzt. Bis ins 19. Jahrhundert wurde zwischen den einzelnen Arten praktisch nicht unterschieden. Seit dem 16. Jahrhundert wird immer wieder das Sumpf-Vergissmeinnicht, seltener das Acker-Vergissmeinnicht abgebildet. In den älteren Schriften wird das Vergissmeinnicht immer als Wildpflanze bezeichnet. Als Gartenzierpflanze wurden Vergissmeinnichte ab circa 1830 in England und Deutschland gezüchtet. Das sogenannte Garten-Vergissmeinnicht hat seinen Ursprung im Wald-Vergissmeinnicht. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden etliche Sorten.
Das Vergissmeinnicht wird kaum als Heilpflanze eingesetzt. Warum das so ist, ist leider nicht so ganz herauszufinden. Wahrscheinlich ist die Wirksamkeit nicht besonders stark. Das trifft aber auch auf viele andere Pflanzen zu, die dennoch im Verlauf der Jahrhunderte für viele heilkundliche Aufgaben eingesetzt wurden. Generell kann man das Vergissmeinnicht wohl ähnlich einsetzen wie Beinwell oder Lungenkraut, doch ist wohl die Heilwirkung von den beiden anderen Heilpflanzen ausgeprägter. Wenn man Vergissmeinnicht dennoch als Heilpflanze einsetzt, wendet man es bevorzugt als Tee an. Es wird auch gerne als niedrig potenziertes homöopathisches Mittel eingesetzt.
Tee
Für einen Vergissmeinnichttee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Vergissmeinnicht mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Homöopathische Tinktur
Um eine Vergissmeinnichttinktur selbst herzustellen, übergießt man Vergissmeinnicht in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Die Vergissmeinnichttinktur kann man homöopathisch potenzieren, also mehrfach mit je neun Anteilen Wasser verdünnen und dann verschütteln. Als homöopathische Zubereitungen kann man das Vergissmeinnicht auch in niedrigen Potenzen (D2 oder D3) kaufen. Homöopathisch wird das Vergissmeinnicht bei Lymphknotenschwellungen und allgemeine Erkältungsneigung angewendet.
Innerlich
Vergissmeinnicht kann man innerlich, als Tee zur Stärkung nach schweren Erkrankungen einsetzen. Außerdem hilft Vergissmeinnicht gegen Durchfall und Entzündung des Verdauungssystems.
Äußerlich
Äußerlich kann man Vergissmeinnicht-Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man Hautentzündungen lindern. Vergissmeinnicht hilft äußerlich eingesetzt auch bei Quetschungen. Der frische Pflanzensaft wurde früher verwendet, um Nasenbluten zu stoppen.
Symbolisch
Das Vergissmeinnicht spielt eine wichtige Rolle in der Blumensprache. Schon der Name Vergissmeinnicht sagt ganz deutlich, was diese hellblaue Blume zu bedeuten hat: Vergiss mich nicht.
 
Pflanzenbeschreibung
Es gibt mehr als hundert verschiedene Arten der Gattung Vergissmeinnicht. Die meisten haben kleine, hellblaue Blüten, die in Büscheln wachsen. Hier werden die häufigen Arten Wald-, Acker und Sumpfvergissmeinnicht beschrieben, die sich bis auf den Standort ziemlich ähnlich sind. Die Vergissmeinnicht-Arten sind fast weltweit heimisch, außer in Amerika, wo sie nur kultiviert vorkommen. Je nach Art ist das Vergissmeinnicht einjährig (Ackervergissmeinnicht), zweijährig (Waldvergissmeinnicht) oder mehrjährig (Sumpfvergissmeinnicht). Es wird bis zu 30cm hoch. Im Frühjahr wachsen zunächst lanzettliche, behaarte Blätter. Die Blätter sind weich und hellgrün. In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette. Die hellblauen Blüten erscheinen zwischen April und August. Sie haben fünf Blütenblätter mit einer weiß-gelben Mitte und wachsen in Büscheln.
Die Vergissmeinnicht-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Stängel sind meist verlängert. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kurz flaumig behaart oder kahl. Die wechselständigen Laubblätter sind ganzrandig und meist behaart.
Die Blüten stehen meist in gepaarten Wickeln. Sie haben keine oder wenige Hochblätter. Der Blütenstiel ist nach der Blüte verlängert. Die Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelten Perianth. Die fünf Kelchblätter sind glocken- oder trichterförmig verwachsen. Der Kelch ist regelmäßig fünfzipfelig und vergrößert sich bei einigen Arten nach der Blütezeit. Die fünfzählige, meist stieltellerförmige, selten glocken- bis trichterförmige Krone ist am Grund verwachsen. Die Kronblätter sind blau bis violett, selten gelb, weiß oder rosa gefärbt. Die fünf Schlundschuppen sind kahl, gelb oder weiß. Die fünf Staubblätter ragen wie der Griffel meist nicht aus der Kronröhre hervor. Die Staubbeutel sind eiförmig bis elliptisch. Die Narbe ist kopfig. Die Blüten sind in der Regel zwittrig und homogam. Einige Arten bilden auch rein weibliche, gynodiözisch verteilte Blüten, das heißt, es gibt Pflanzen mit zwittrigen und Pflanzen mit rein weiblichen Blüten. Blütenbestäuber sind Dipteren, Hymenop-teren und Schmetterlinge. Selbstbestäubung ist möglich. Viele kleinblütige Arten bilden selbstbefruchtende Blüten. Die vier Teilfrüchte der Klausenfrucht sind im Umriss breit lanzettlich bis eiförmig, aufrecht, mehr oder weniger abgeflacht und in der Regel kantig. Die Oberfläche der Teilfrüchte ist glatt und glänzend, von bräunlicher, schwarzer oder selten grünlicher Farbe. Manchmal wird auch ein Elaiosom gebildet. Die Ausbreitung der Teilfrüchte erfolgt durch verschiedene Mechanismen: Der abstehende behaarte Fruchtkelch kann an Tieren anhaften, die Arten mit Elaiosomen werden durch Ameisen verbreitet. Selten sind Endozoochorie oder Ausbreitung durch den Wind.

BACHBLÜTE IMPATIENS
Ich fühle mich ruhelos                                           
Diese Menschen fühlen sich extremst ruhelos
Mit der Impatiens können sie das Gefühl der Ruhelosigkeit abschwächen

BACHBLÜTE LARCH
Ich fühle mich depressiv, weil andere besser sind als ich   
Sie fühlen sich depressiv, weil ihre Mitmenschen oftmals besser sind als sie
Mit Larch können sie das depressive lösen, auch wenn andere besser sind als sie

Causae et curae – Hildegards großes heilkundliches Werk
Im fünften und letzten Teil von Causae et Curae beschreibt Hildegard von Bingen die Kennzeichen der Gesundheit und die Vorzeichen der Krankheit, insbesondere die Anzeichen der Krankheit, insbesondere die Anzeichen des Todes.
Jedes alte Naturheilverfahren kannte diese Prognosen und auch bei Hildegard werden diese Anzeichen über den Ausgang einer Krankheit entsprechen beschrieben. Zusammenfassend lässt sich über Hildegard von Bingen als Heilerin sagen:
+ Es zeugt von der Konsequenz ihres Denkens wie vom frappierenden Wirklichkeitssinn Hildegards, dass sie in ihrer anschaulichen Bildsprache als Aufgabe des Menschen in der Welt auch seine körperliche Befindlichkeit in gesunden wie kranken Tagen zu fassen sucht, seine Wirklichkeit im konkreten Alltag.
+ Im natur- und heilkundlichen Schrifttum der Hildegard von Bingen liegt uns in seltener Geschlossenheit und beeindruckender Originalität eine umfassende Sicht vom gesunden und kranken Menschen vor. Hildegards Krankheitsauffassung wurzelt in der Welt des überlieferten Wissens der Antike ihre Gesundheitslehre aus der Kraft christlichen Glaubens. Diese Wurzeln und Quellen prägen ihre Heilkunde und veranschaulichen sie zugleich.

Gefäßerkrankungen
Krampfaderleiden
Ein Beispiel aus der Praxis:
Agatha hat kleine und große Krampfadern in solcher Zahl, daß sie dieselben nicht zu zählen vermag. Sie klagt über alle möglichen Beschwerden, doch ist aus dem ganzen Jammer ersichtlich, daß nicht nur die Krampfadern, sondern die ganze Blutzirkulation nicht in Ordnung ist.
Für die äußerliche Heilung verordnete Kneipp folgendes:
Sie bekam wöchentlich vier Schenkelgüsse, zwei Rückengüsse und zwei Vollgüsse. Die starken Anwendungen konnten ihr gegeben werden, weil sie einen kräftigen Organismus hatte und noch in den schönsten Jahren war.
Durch drei Wochen hindurch hat sie diese Anwendungen gebraucht und der Erfolg war: Die Krampfadern wurden etwas kleiner und weicher und waren auch nicht mehr so schmerzhaft. Was die Kranke aber ganz besonders hervorhob, war, daß es ihr im ganzen viel besser ergehe, ihr Kopf nicht mehr so eingenommen sei und die Leibschmerzen, welche sie früher gehabt, nachgelassen hätten. Sie bekam das zweite Rezept, welches lautete: in der Woche zwei Halbbäder, einen Rückenguß, einen Schenkelguß und zweimal Oberkörperwaschungen (beim Aufstehen). Wie das erste Rezept hauptsächlich darauf hinwirkte, daß der Blutlauf geregelter wurde und dadurch die Blutstauungen etwas abnahmen, so sollten den Unterleib besonders kräftigen, damit die Adern sich mehr verengen. Durch den Rückenguß wurde weiter auf die Regelung des Blutlaufes hingewirkt, die Oberkörperwaschung erhöhte die Wärme und die Transpiration.
Nach drei Wochen erklärte Agatha: „Mein Zustand ist jetzt viel besser, Fußschmerzen habe ich gar keine mehr, Krampfadern sind wohl noch da, aber sie sind kleiner und ganz schmerzlos. Aber ich merke, daß mehrere Verhärtungen an den Waden und überhaupt an den Füßen sind, welche sich gerade anfühlen, als ob es Geschwüre seien.“ Diese Verhärtungen sind Blutanstauungen, welche sich im Innern gebildet haben und jetzt, weil der Fuß viel dünner geworden ist zutage treten. Agatha fügte weiter hinzu, schon drei solche Verhärtungen seien als Geschwüre aufgebrochen. Dies ist der klare Beweis, daß das Wasser keine Ruhe gibt, bis auch die inneren Stauungen aufgelöst und ausgeleitet sind.

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