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FÄRBERWAID t
Der Färberwaid, Pastel oder Deutsche Indigo ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Er stammt aus Westasien, wurde aber bereits vor vielen Jahrhunderten in Europa als Färberpflanze kultiviert. Aus dem Färberwaid wurde in Deutschland Indigo (Indigoblau) gewonnen. Erst an der Luft oxidiert der Farbstoff und wird langsam blau. Der Färberwaid ist eine Pflanze, die im mittleren/ südlichen Europa und Vorderasien vorkommt. Die Pflanze liefert einen blauen Farbstoff, der in der Vergangenheit sehr wichtig war. Über die Jahrhunderte wurde es ruhig um den Färberwaid, ein paar verwilderte Pflanzen findet man auf Unkrautfluren und in Weinbergen. Heute entdeckt man die pilzhemmende Färbewirkung und den Nutzen für die Gesundheit neu. Man untersucht heute die Wirkung auf Tumore und Viren.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Entzündungen, Pilze, Tumore, Viren
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, antikarzinogen, antiviral, blutstillend, fiebersenkend, immunstärkend
Anwendungsbereich: Abszesse, Blutstillung, Entgiftung, Fieber, Hautentzündungen, Geschwüre, Halsschmerzen, Hepatitis, Hirnhautentzündung, Krämpfe, Mumps, Pilze, Schuppenflechte, Schwellungen, Tumore, Viren
wissenschaftlicher Name: Isatis tinctoria L.
Pflanzenfamilie: Kreuzblütengewächse = Brassicaceae
englischer Name: Glastum, Woad
volkstümlicher Name: Deutscher Indigo, Falscher Indigo, Färberwaid, Waid
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Wurzel
Inhaltsstoffe: Farbstoffe, Gerbstoffe, Indican
Sammelzeit: Frühling: Blätter, Herbst: Wurzel
 
Anwendung
Die Blätter enthalten das farblose Glykosid Indican, das nach der Ernte enzymatisch in Zucker und Indoxyl gespalten und zu Indigo oxidiert wird (Fermentation). Die vollständige Umwandlung nach einem Färbevorgang nimmt etliche Stunden in Anspruch. Die Behauptung, hiervon leite sich der Ausdruck blaumachen ab, ist nur eine von mehreren ungesicherten Vermutungen. Zur Farbstoffgewinnung wurden Ende Mai, Anfang Juni die Blattrosetten des Waids in seinem ersten Standjahr geerntet. Man benutzte dafür ein Waideisen, mit dem man den Blattschopf von der Wurzel abstieß. Darum sprach man bei der Waidernte auch vom Stich. Nach einem Stich trieb die Wurzel neu aus und nach etwa sechs Wochen konnte der nächste Stich erfolgen. In einem witterungsbedingt günstigen Jahr konnte man so bis zu vier Ernten einfahren. Meistens erreichte man eine höhere Zahl Stiche nach der Aussaat von Winterwaid, der gleich nach der Schneeschmelze keimte und früher reif für den ersten Stich wurde. Nach den Stichen im ersten Jahr ließ man nur einen Teil der Pflanzen ihren Zweijahres-Zyklus vollenden, um von diesem Waid Samen zu erhalten. Die Blattrosetten der gestochenen Waidpflanzen wurden zum Waschen zu einem fließenden Gewässer gebracht, wo die Bauern sie mit Harken unter das Wasser drückten, um sie vom Schmutz des Feldes zu befreien. Anschließend breitete man sie auf Wiesen aus und ließ die Blätter anwelken. Danach kamen sie unter das Rad der Waidmühle, das sie zu Waidmus zerquetschte. Aus diesem Mus wurden faustgroße Bällchen geformt, die sogenannten Waidballen. Diese legte man zum Trocknen auf Horden, wo sie um etwa zwei Drittel schrumpften. Dieser getrocknete Ballenwaid wurde dann auf Fuhrwerke verladen und zum Waidmarkt gebracht, wo ihn die Waidjunker begutachteten und den Bauern ein Angebot unterbreiteten. Erst die Waidhändler ließen das Halbprodukt weiterverarbeiten, indem sie die Bällchen auf den Waidböden zerschlagen und mit Wasser sowie Urin anfeuchten ließen. Während der sodann einsetzenden Gärung erfolgte die vorbeschriebene Aufspaltung des Indican. Für die im Herstellungsprozess des Farbstoffs benötigte Alkalie Pottasche (im Wesentlichen Kaliumkarbonat) wurde Waidasche meist aus Buchenholz oder anderen Harthölzern verwendet. Wegen des Holzschutzeffektes (gehemmtes Pilzwachstum) eignet sich die aus Färberwaid gewonnene blaue Farbe auch zum Streichen von beispielsweise Türen, Deckenbalken und Kircheninnenräumen. Aus den Wurzeln der Färberwaidpflanze wird der Waidbitterlikör hergestellt. Außerdem wird die Färberwaidwurzel als traditionelles chinesisches Heilmittel zur Bekämpfung von Grippeinfektionen (aber auch Masern und Mumps) verwendet.
Tee
Tee aus Wurzeln oder Blättern als zum Gurgeln bei Husten, Rachenentzündung und Pilzinfektionen im Mund-Rachen-Raum. Der Aufguss hilf äußerlich bei Hautkrankheiten, Schwellungen und stoppt Blutungen bei kleineren Wunden. Innerlich hilft der Aufguss bei Krebs und Virenerkrankungen, ist aber wegen der schwierigen Dosierung und der Giftwirkung gefährlich.
Salbe
Hildegard von Bingen stellte aus einer Waid-Abkochung, Hirschtalk und Geierfett eine Salbe bei Lähmungen her.
Samen-Öl
Das gepresste Öl hilft bei Hautkrankheiten.
TCM
Blätter und Wurzeln werden bei Viruserkrankungen eingesetzt.
Homöopathie
Bei einige Virenerkrankungen.
 
Geschichtliches
Der Färberwaid wird seit mindestens zwei Jahrtausenden als Rohstoff für einen blauen Farbstoff angebaut. Gefürchtet war der Gestank, der durch die Vergärung entstand, die nötig war um den Farbstoff Indigo zu gewinnen. Der Färberwaid wurde in England, Thüringen, Elsass und Südfrankreich angebaut. Im 17. Jahrhundert löste Indigo aus dem Indigostrauch den aus Färberwaid ab. Auch als Heilpflanze hat er eine lange Tradition, sowohl in Europa als auch in Asien. Innerlich wurde Färberwaid in Europa selten eingesetzt, er wurde meist in Salben verarbeitet. Nachdem der Färberwaid sowohl als Farbstoff als auch als Heilpflanze fast vergessen war, wird der Färberwaid heute wieder verstärkt genutzt. Zum einen eignet sich der Färberwaid für die Behandlung (gegen Pilze) und Färben von Holz und es wird die Wirkung auf Viren und Tumore untersucht.
 
Pflanzenbeschreibung
Im ersten Jahr bildet die zweijährige Pflanze eine Blattrosette mit 20 bis 30 cm langen lanzettlichen und ganzrandigen Blättern von blau-grüner Färbung. Diese sind meist kahl, nur später gebildete sind behaart. Der Färberwaid erreicht in der Regel eine Größe von 30 bis 150 Zentimetern. Im zweiten Jahr wachsen bis zu 120 bis 150 cm hohe aufrechte Stängel, die oben verzweigt und kahl, unten mit einzelnen Haaren besetzt sind. Die untersten Blätter sterben zur Blütezeit ab. Der Färberwaid blüht zwischen Mai und Juli. Die Blütenstände bestehen aus mehreren Trugdolden mit gelben, rapsähnlichen Blüten, die sich am Stängelende zu einem ausladenden Gesamtblütenstand verbinden. Die Einzelblüten sind tragblattlos, die vier gelben Blütenblätter haben einen Durchmesser von 4 bis 8 Millimetern, sind spateligzungenförmig und an der Spitze abgerundet. Es sind zudem vier gelblich-grüne, schmale, eiförmige Kelchblätter vorhanden. Der Fruchtknoten ist keulenförmig und flach. Die bläuliche Frucht ist ein Schötchen von 0,8 bis 2 Zentimetern Länge und 3 bis 7 Millimetern Breite mit je ein bis zwei ölhaltigen Samen. Sie hängt an einem 5 bis 8 Millimeter langen Stiel, der sich zum Fruchtansatz hin verdickt.
Der Färberwaid ist in Südosteuropa und Westasien heimisch. Er wächst bevorzugt als verwilderte Kulturpflanze auf trockenen und warmen Unkrautfluren und Weinbergen. Die zweijährige Pflanze wird zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch. Die blaugrünen Blätter haben eine Lanzettenform. Die gelben Blüten er-scheinen zwischen Juli und August im zweiten Jahr. Die Blüten haben einen Durchmesser von 3-6 mm und sitzen an einer Blütentraube. Aus den Waid-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen in schwarzbraunen geflügelten Schötchen. Die herabhängenden flachen Schötchen haben einen Durchmesser von etwa 10-25 mm.
 
Anbautipps
Im Frühling oder Spätsommer direkt an den gewünschten Standort aussäen. Der Färberwaid liebt einen warmen kalkreichen, stickstoffreichen und lockeren Boden. Die Pflanze sollte nicht ständig am gleichen Standort kultiviert werden.
 
Sammeltipps
Im Sommer die Blätter pflücken, in der Sonne oder im Backofen trocknen. Im Herbst die Wurzeln ausgraben, reinigen und im Backofen trocknen.

GARTENKRESSE
Gartenkresse ist eine Pflanzenart aus der Gattung Kressen innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse. Es wird vermutet, dass die Gartenkresse aus West- oder Zentralasien stammt; dort kommt sie auch heute noch wild vor. Als Kulturpflanze wird sie vielseitig verwendet. Die Gartenkresse wird meistens in Form von Keimlingen angebaut und verwendet. Die Pflänzchen keimen sehr schnell und sind innerhalb von einer Woche soweit, dass man sie essen kann. Im späten Winter kann man sie in einer Schale auf Küchenpapier im Haus anbauen und hat nach kürzester Zeit erste Anbauerfolge, lange bevor im Frühling das erste Gemüse sprießt. Die Kresse enthält Vitamin C und Senfölglykoside, die die Kresse würzig scharf machen. Die Kresse erinnert mit ihrem scharfen, pfeffrigen Geschmack ein wenig an Meerrettich. Daher hat die Kresse, die reich an Vitamin A und C ist, wohl auch ihren Namen. Im Althochdeutschen hat das Wort cresso die Bedeutung von „scharf“. Die bekanntesten Arten von Kresse sind Barbara-, Brunnen- und Gartenkresse, wobei es die Barbarakresse überwiegend in Wildwuchsform gibt. Bis zum Barbaratag (4. Dezember) sollte sie geerntet werden. Das größte Anbaugebiet der Brunnenkresse liegt im thüringischen Erfurt, nahe dem Dörfchen Dreienbrunnen. Durch ihre höchst pikante Würzkraft sollte die Kresse in der Küche sehr sparsam zum Einsatz kommen. Gerne überlagert sie mit ihrem Aroma andere Zutaten. Sie ist bestens geeignet zum Würzen von Salaten, Quarkspeisen, Suppen und Soßen. Des Weiteren wird Kresse gerne als Brotaufstrich genommen. Als Saft ist sie oftmals wesentlicher Bestandteil einer Frühjahrskur. Starke Erhitzung bekommt der Kresse nicht. Sie wird unansehnlich und verliert ihr Aroma.
Tipp: Soll die Kresse warmen Speisen beigemischt werden, so empfiehlt sich die Untermengung am Ende der Garzeit. Kleines Blatt, geballte Kraft: Bereits geringe Mengen reichen aus, um mit Kresse ein Extra an Würze auf den Teller zu zaubern. Sie ist scharf und sehr markant im Geschmack. Alle Kressearten zeichnen sich durch ihren typischen senf- bis rettichartigen, leicht scharfen bis pfeffrigen Geschmack und Geruch aus. Garten- und Kapuzinerkresse können leicht selbst gezogen werden. Die Gartenkresse keimt sogar ohne Erde und kann sogar am Fensterbrett gezogen werden . . .
 
Steckbrief
Heilwirkung: anregend, harntreibend, Asthma, Frühjahrsmüdigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung, Milch fördernd
wissenschaftlicher Name: Lepidium sativum
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name: Garden Cress
volkstümlicher Name: Kresse
Verwendete Pflanzenteile: Keimlinge, Kraut
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Ätherische Öle, Senfölglykoside, Schleim, Schwefel, Alkaloid
Sammelzeit: Frühjahr
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Alle drei Kressearten zeichnen sich durch ihren typischen senf- bis rettichartigen, leicht scharfen bis pfeffrigen Geschmack und Geruch aus. Dieser beruht auf dem Vorkommen spezieller Scharfstoffe (Senfölen), die aus den im Pflanzengewebe vorhandenen Glukosinolaten dann entstehen, wenn das Gewebe zerstört wird, z.B. wenn man in die Blätter beißt. Sie sind für die Pflanze ein Fraßschutz, für uns aber sehr nützlich. Sie zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und haben zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen u.a. antioxidativ und das Immunsystem unterstützend. Man findet die Glukosinolate auch in Kraut, Kohlsprossen und Kohlrabi, Gemüse das ebenfalls zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler gehört. Die Kressesorten liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie z.B. Vitamin C, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin E sowie Kalium und Kalzium.
 
Anwendung
Die Kresse regt Appetit und Stoffwechsel an und wirkt bei Frühjahrsmüdigkeit aufmunternd. Sie kann gegen Entzündungen der Harnorgane helfen. Die Kreise kann die Atmung erleichtern und dadurch Asthma lindern. Bei stillenden Müttern kann die Kresse die Milchbildung anregen. Am besten wendet man die Kresse frisch an, d.h. frisch auf Brot, in Salaten, Kräuterquarks oder Kräuterbutter.
Nutzung
Gartenkresse schmeckt roh leicht scharf, der Geschmack erinnert an Senf und Rettich, was am Gehalt an Senfölglycosiden liegt. In den Lebensmittelhandel gelangen und in der Küche verwendet werden vor allem die Keimlinge, die etwa eine Woche nach der Aussaat geerntet werden können. Verwendet werden die Sorten dieser Art frisch für kalte Aufstriche, besonders solche auf Frischkäse- oder Quarkbasis, und für Salate. Manchmal streut man die gehackten Blätter auf warme Speisen, wie Gemüsesuppen oder Eierspeisen. Auch beliebt sind gehackte Gartenkresseblätter auf Butter- oder Schmalzbrot. Die Gartenkresse gehört zu den sieben Kräutern in der Frankfurter Grünen Soße. Des Weiteren findet die Gartenkresse Verwendung in der Bioindikation. Bei diesem Kressetest kann anhand des Keimverhaltens eine Belastung von Luft, Wasser und Boden detektiert werden.
Verwendung und Zubereitung
Von allen Kressesorten werden die Blätter frisch gegessen. Sie sollten nicht erhitzt werden, da sich ein bitterer Geschmack entwickeln kann. Die Samen der Brunnenkresse können als Pfefferersatz verwendet werden. Von der Kapuzinerkresse können auch Blüten sowie weiche Samen gegessen werden. Die Samen erinnern an Kren. Kresse ist nicht zum Trocknen geeignet.
Kresse wird v.a. für kalte Speisen als Würzkraut verwendet, z.B. Topfenaufstriche, zum Dekorieren und Belegen von Broten, Salaten. Warme Speisen wie z.B. Kartoffelgerichte, Eierspeise, Suppen, aber auch Fleisch und Fisch können mit Kresse bestreut und garniert werden. Die Samen der Kapuzinerkresse werden in Essig eingelegt als Kapernersatz gegessen.
 
Geschichte
Die meistverbreitete einjährige Gartenkresse stammt vermutlich aus dem vorderen Orient, ihre Samen wurden schon in alten Pharaonengräbern gefunden. Auch Griechen und Römer schätzten sie. Karl der Große verordnete ihren Anbau in seinen Kapitularien.
 
Kultur
Die Kultur der Gartenkresse kann auf unterschiedlichen Materialien und Erde stattfinden, wobei das traditionell genutzte Perlitsubstrat ebenso wie Celluloseflocken und geschäumte Kunststoffe zunehmend von Anzucht­vliesen aus Flachs- und Hanffasern verdrängt werden. Als Vorteile werden der geringere Düngebedarf, die rasche Auskeimung und der schnelle Wuchs der Kresse sowie die einfachere Entsorgung der Anzuchtvliese genannt.
 
Pflanzenkunde
Unter dem Überbegriff Kresse verbergen sich drei verschiedene Gattungen, die zu zwei unterschiedlichen Pflanzenfamilien gehören und sich vorrangig in ihrem Aussehen unterscheiden.
Zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) gehören:
Gartenkresse (Lepidium sativum) meist kurz Kresse genannt und
Brunnenkresse (Nasturtium officinale), auch Bach- oder Wasserkresse.
Zur Familie der Kapuzinerkressegewächse (Tropaeolaceae) gehört die:
Kapuzinerkresse oder Salatblume (Tropaeolum majus).
Die Gartenkresse ist ein einjähriges Kraut, das man an den kleinen, eiförmigen und gefiederten Blättern erkennt. Manche Sorten haben krausblättriges Aussehen. Bereits gekeimte Gartenkresse kann man mittlerweile in vielen Supermärkten, meist in kleinen Papierschalen, kaufen. Die Brunnenkresse ist eine mehrjährige Staude, die bevorzugt an sehr feuchten Stellen entlang von fließenden Gewässern wächst. Ihre Blätter sind eher rundlich. Die Kapuzinerkresse ist eine mehrjährige Pflanze und durch ihre meist orange gefärbten Blüten besonders auffällig. Sie ist auch eine beliebte Zierpflanze. Ihre Blätter sind mit bis zu sieben Zentimetern deutlich größer als die Blätter der anderen Kressen.
Tipp: Garten- und Kapuzinerkresse können leicht selbst gezogen werden: Gartenkresse keimt sogar ohne Erde z.B. in Keimschalen auf Watte in nur wenigen Tagen – feucht halten! Kapuzinerkresse mag es windgeschützt und eher trocken. Sie neigt zu Blattläusen und ist nicht winterhart.
 
Beschreibung
Die Gartenkresse ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis zu 40 Zentimetern. Die Stängel sind aufrecht, kahl, bläulich grün und nach oben verzweigt. Die Laubblätter sind dünn, hellgrün und wenigstens am Rande des Blattstiels borstlich behaart. Die Grundblätter sind meist leierförmig-fiederschnittig mit meist verkehrt-eiförmigen, eingeschnittenen oder gezähnten, stachelspitzigen Abschnitten. Die unteren Stängelblätter sind meist doppelt bis einfach fiederschnittig, mit gezähnten, stachelspitzigen Abschnitten. Die mittleren und oberen Stängelblätter sind von verschiedener Form, meist etwas fiedrig zerschlitzt, seltener nur gezähnt. Die obersten Stängelblätter sind meist linealisch, ganzrandig und spitz.
Die traubigen Blütenstände sind end- oder seitenständig. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter sind bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimetern elliptisch und auf dem Rücken oft borstig-flaumig. Die vier weißen bis rosafarbenen Blütenkronblätter sind 1,5- bis 1,7-mal so lang wie die Kelchblätter; sie sind länglich-spatelförmig. Die Staubbeutel sind oft violett. Die Schoten sind meist 5 bis 6 Millimeter lang und 3 bis 4 Millimeter breit, etwas zusammengedrückt und von der Mitte bis zur Spitze deutlich geflügelt.

BACHBLÜTE VERVAIN
In bin ein nervöser Mensch      
Diese Menschen sind in sehr vielen Situationen sehr nervös
Mit der Bachblüte können sie das Nervöse abstreifen
BACHBLÜTE VINE
Man sagt, ich bin eingebildet             
Denen wird gesagt, dass sie eingebildet sind
Hier hilft die Blüte und das eingebildete abstreifen können
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Früchte
BROMBEEREN
Hildegard schreibt: „Die Brombeeren verletzen weder den gesunden noch kranken Menschen und werden leicht verdaut. Eine Heilwirkung ist aber nicht in ihnen zu finden.“ Brombeeren enthalten nach heutiger Kenntnis wertvolle Bioflavonoide, die als Antioxidantien wirken und durch Stress hervorgerufene Sauerstoffradikale binden.
DATTELN
Schon Hildegard von Bingen kannte Datteln, bei denen es sich um die Früchte der bis zu 30m hohen Dattelpalme handelt. Sie ist vor allem in den trockenen Gebieten Nordafrikas und im Nahen und mittleren Osten verbreitet.
Datteln sind dort ein hoch geschätztes Grundnahrungsmittel und werden wegen ihres Handelswerts auch als „Gold der Wüste“ bezeichnet. Sie sind sehr zucker- und kalorienreich, aber gut verdaulich und enthalten größere Mengen B-Vitamine sowie Eisen und Kalzium.
Hildegard schreibt: „Wer Datteln isst, bringt seinem Körper fast so viel Kraft wie durch Brot. Aber sehr leicht machen sie kurzatmig und beschweren, wenn man zu viel davon isst.“

Der Unteraufschläger
Dem Oberaufschläger entspricht der Unteraufschläger, der, wenn beide Anwendungen nacheinander geschehen, zuerst an die Reihe kommt.
TECHNIK
Zuerst breitet man die Wolldecke und das Zwischentuch auf dem Bett aus. Dann nimmt man das Innentuch, legt es mehrfach – je nach körperlicher Verfassung des Patienten – zusammen, taucht es in kaltes Wasser, wringt es aus und platziert es auf die beiden anderen Tücher. Der Patient legt sich mit dem Rücken darauf, daß der ganze Rücken vom letzten Halswirbel ab davon bedeckt wird. Der ganze Körper wird nun in die Decke und das Zwischentuch eingeschlagen.
Weil der Unteraufschläger hauptsächlich stärken oder die Hitze wegräumen soll, so beträgt seine Zeitdauer gewöhnlich nur eine halbe oder höchstens drei Viertelstunden, je nachdem, ob der Kranke stärker oder schwächer ist. Ist besonders viel Hitze vorhanden, so wird die Auflage nach einer Stunde wieder frisch eingetaucht.
Kneipp empfiehlt nur in seltenen Fällen mehr als eine Anwendung pro Woche.
WIRKUNG
Der Unteraufschläger wird fast immer kalt genommen, weil er hauptsächlich stärken soll. Zur Stärkung des Rückgrats, bei Rückenschmerzen, bei Hexenschuß ist er eine vorzügliche Anwendung. Auch bei Anstauungen von Blut, in der Fieberhitze wirkt der Unteraufschläger sehr gut.

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