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Berberitze
Die Gewöhnliche Berberitze auch Sauerdorn, Essigbeere oder Echte Berberitze genannt, ist ein Strauch aus der Familie der Berberitzengewächse. Die Gewöhnliche Berberitze ist in Europa und Asien verbreitet. Der deutsche Name stammt von mittellateinisch berbaris, aus arabisch barbarīs. Die Art ist der bekannteste Vertreter der Gattung der BerberitzenDie Berberitze ist ein Strauch, den man in lichten Wäldern und in Gebirgen häufig antreffen kann. Im Frühling leuchten gelbe Blüten aus den Blattachseln, im Spätsommer sind es längliche, rote Früchte, die vor allem durch ihre ungewöhnliche Form auffallen. Die Früchte der Berberitze haben völlig andere Heilwirkungen als die Rinde der Wurzel. Man könnte fast meinen, dass es sich um zwei unterschiedliche Heilpflanzen handelt. Die Wurzelrinde stärkt die Galle und die anderen Verdauungsorgane, die säuerlichen Früchte spenden Vitamine und werden gerne für Marmeladen verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Früchte: antibakteriell, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend, Atmungsanregend, Kräftigungsmittel, Nach Infektionskrankheiten, Zahnfleischentzündungen, Wurzelrinde: adstringierend, antibakteriell, harntreibend, Appetitlosigkeit, Blähungen, Verstopfung, Gelbsucht, Leberstauung, Gallen anregend, Gallengrieß, Gallenblasenentzündung, Kreislauffördernd, Beruhigung der Pulsfrequenz, Bluthochdruck, Blutgefäß erweiternd, Wassersucht (Ödeme), Menstruationsbeschwerden, Hautjucken
wissenschaftlicher Name: Berberis vulgaris
Pflanzenfamilie: Berberitzengewächse = Berberidaceae
englischer Name: Barberry
volkstümlicher Name: Sauerdorn, Bubenlaub, Dreidorn, Essigscharl, Geissenlaub, Hasenbrot, Kuckucksbrot, Reselbeere, Spiessdorn, Spitzbeeri, Weinscharln, Weinzäpferln, Zizerlstrauch
Verwendete Pflanzenteile: Früchte und Wurzelrinde
Inhaltsstoffe: Früchte: Vitamin C, Capsanthin, Gerbsäure, Hyperosid, Wurzelrinde: Alkaloide, Berberin, Gerbsäure, Jatrorrhizin
Sammelzeit: August bis November
 
Anwendung
Die roten Früchte der Berberitze sind weitgehend frei von Berberin und Berbamin und daher essbar. Sie sind sehr vitaminreich und schmecken säuerlich. Traditionell werden sie in Europa zur Konfitürenbereitung genutzt. Getrocknet werden sie wie Rosinen z. B. in Müsli gegessen. Die Beeren der Berberitze werden in orientalischen Ländern, vor allem im Iran zum Kochen verwendet. Dort werden sie vor allem zum süß-sauren Würzen von Reis, aber auch von Fisch und Braten verwendet. Allein in der Region Chorasan, dem Zentrum des Anbaugebietes im Nordosten des Iran, werden pro Jahr etwa 4500 Tonnen Früchte geerntet. Die kernlose Sorte Asperma wird in dieser Provinz seit etwa 200 Jahren kultiviert. Es sind aber vermutlich alte Gewöhnliche Berberitzen, deren Früchte – wie Clusius beobachtet hatte – mit zunehmendem Alter kernlos werden. Rinde und Wurzel wurden früher zum Gelbfärben von Textilien, Leder und Holz benutzt. Das harte Holz wird für Einlege und Drechselarbeiten verwendet. In der Volksheilkunde wird die Berberitzenwurzel unter anderem bei Leberfunktionsstörungen, Gallenleiden, Gelbsucht und Verdauungsstörungen angewandt. Das Isochinolinalkaloid Berberin, das nach Berberis vulgaris benannt wurde, ist für die gelbliche Färbung der Berberitzenwurzel wie auch für einige der Hauptwirkungen der Droge verantwortlich. Berberin stellt einen aussichtsreichen Stoff für die Arzneimittelforschung dar, etwa durch seine beobachtete lipid- und blutzuckersenkende Wirkung. In einer Beigabe von bis zu 20% Berberitzenwurzelrinde zu Leber- oder Gallen-Tees wirkt Berberitzenwurzelrinde akuten Bauchspeicheldrüsenentzündungen entgegen. Die Berberitze ist auch als Zierpflanze verbreitet. Mit der Gewöhnlichen Mahonie bildet die Gewöhnliche Berberitze die Gattungshybride × Mahoberberis neubertii.
Die Früchte und die Wurzelrinde der Berberitze sind wie zwei verschiedene Heil-pflanzen, denn sie haben ganz unterschiedliche Wirkungen.
Wurzelrinde
Die Wurzelrinde enthält unter anderem Berberin, ein Alkaloid. Das Berberin regt die Gallentätigkeit an und fördert die Verdauung. Man kann die Wurzelrinde also gegen Verdauungsschwäche und Probleme des Leber-Galle-Systems einsetzen. Außer-dem erweitert die Wurzelrinde der Berberitze die Blutgefäße, was eine Senkung des Blutdrucks zur Folge hat. Die Nierentätigkeit wird auch angeregt, aber bei Nierenentzündungen sollte die Berberitze nicht angewandt werden, weil dies die Niere zu sehr reizen würde.
Wurzelrindentee
Den Tee aus der Wurzelrinde der Berberitze stellt man als Aufkochung her. Dazu wird ein halber bis ein ganzer Teelöffel der getrockneten Wurzelrinde kurz aufgekocht und dann fünf Minuten ziehen gelassen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee sollte man täglich ein bis zwei Tassen trinken.
Wurzelrindentinktur
Aus der Wurzelrinde kann man auch eine Tinktur herstellen. Diese Tinktur kann man für die gleichen Einsatzgebiete einnehmen wie den Tee der Wurzelrinde. Man kann sie außerdem gegen Fieber und Hexenschuss versuchen.
Früchte
Die reifen Früchte der Berberitze enthalten keine Alkaloide. Stattdessen enthalten sie für Früchte typische Stoffe wie Fruchtsäuren und Vitamin C. Man kann die Früchte trocknen und in der kalten Jahreszeit als Vitaminspender einsetzen. Oder man bereitet sie als Marmelade oder Mus zu, um sie löffelweise zu genießen. Auch ein Sirup aus den Berberitzen-Früchten ist möglich. Außer gegen Vitaminmangelerscheinungen wie Frühjahsmüdigkeit oder Zahnfleischbluten kann man Zubereitungen aus den Berberitzenfrüchten auch gegen Erkältungen anwenden. Den frischen Saft der Berberitzen kann man auf das Zahnfleisch pinseln, um das Zahnfleisch zu stärken und Zahnfleischblutungen zu stoppen.
Heilkräftige Pflanzteile
Die Beeren und die Wurzelrinde der Wurzeln. Erstere werden im August bis September geerntet, die Wurzeln dagegen im Spätherbst (November) oder im ersten Frühjahr (März). Die reifen Beeren werden an der Luft oder an der Sonne getrocknet. Bei feuchtem Wetter können sie im Backrohr bei mäßiger Wärme vorsichtig getrocknet werden. Sie dienen zur Marmeladebereitung. Die nach dem Einsammeln geschälte Wurzelrinde wird aufgefädelt und im Schatten getrocknet.
Heil- und Wirkstoffe
Die reifen Früchte enthalten nur Fruchtsäure, aber keine Wein- und Zitronensäure, ferner Pectose, Gummi und eine noch nicht näher erforschte aromatische Säure. In der Wurzelrinde entdeckte man eine Reihe von Alkaloiden, vor allem das Berberin und die Alkaloide Berbarim, Oxycanthin und Oxycanthinvinethin. Weiter Wirkstoffe in der Wurzelrinde sind das Palmathin, Jatrorrhizin, Columbanin, Zucker, Stärke und hemizellulose.
Heilwirkung
Dem Berberin werden eine ganze Reihe von Heilwirkungen zugeschrieben, so eine Förderung der Gallensekretion, durch eine gefäßerweiternde Funktion eine Kreislaufverbesserung bei gleichzeitiger Blutdrucksenkung. Gallenstauungen, Gelbsucht Leberschwellungen und sonstige Lebererkrankungen werden behoben sowie auch die Stuhlträgheit aus diesen Leberleiden resultierend. Andererseits wird Berberitze bei Durchfällen, besonders bei den charakteristischen Durchfällen tuberkulöser Lungenkranker empfohlen. Berberitze ist gleichwertig in der diesbezüglichen Heilwirkung der aus Ostafrika eingeführten Colombowurzel und bedeutende Pharmakologen haben nach eingehenden Forschungen diese Gleichwertigkeit bestätigt. Das Berberin löst außerdem eine Förderung der Nierentätigkeit aus, darf jedoch bei fieberhaften Nierenentzündungen nicht ausgewendet werden!
Weiter Heilanzeigen sind: Gallenblasenentzündung verbunden mit starken Rückenschmerzen, Hämorrhoiden, chronische Wassersucht, krankhafte Urinverhaltung und Harnleiterschmerzen.
Bei Opium- oder Morphiumsüchtigen kann die Berberitzenrinde Heilung von diesen so verheerenden Süchten bringen. Die Entwöhnungskur erfolgt mit einer Rindenkur mit steigender und fallender Dosis unter klinischer ärztlicher Kontrolle.
Der RINDENTEE wird durch kurzes Aufkochen von einem halben oder ganzen Teelöffel getrockneter Wurzelrinde und ziehen lassen durch 5 Minuten, hergestellt. 1-2 Tassen am Tage, zuckerlos und schluckweise trinken.
Der Berberitzensaft aus den geernteten Früchten oder der reine bzw. mit Zucker leicht eingekochte Saft (Sirup) wird gegen Skorbut und gegen Lungen-, Leber- und Darmerkrankungen angewendet, ein alkoholischer Extrakt dient bei den chronischen Erkrankungen dieser Art.
Der frische Saft zur Pinselung des Zahnfleisches stärkt nicht nur dieses, festigt die wackeligen Zähne und bringt Zahnfleischblutungen rasch zum Abklingen.
Anwendungen in der Volksheilkunde
Die Volksheilkunde hat seit jeher dem Berberitzenstrauch die ganze Aufmerksamkeit gewidmet und lernte ihn schätzen. Die vorgenannten Heilanzeigen stammen alle ursprünglich aus der Volksheilkunde. Weitere Heilanzeigen:
Berberitzensaft mit Zucker eingekocht und im Bedarfsfalle löffelweise eingenommen, gilt als Heilmittel bei Schwangerschaftserbrechen.
Fruchtessig aus den Berberitzenfrüchten bereitete, 1 Teelöffel bei Bedarf eingenommen, ist ein mild wirkendes Abführmittel.
Anwendung in der Homöopathie
Aus der getrockneten Wurzelrinde wird eine homöopathische Tinktur hergestellt. Diese Tinktur (Urtinktur bis dil D6) wird nicht nur als Abführ- und Fiebermittel gelobt, sie wird auch verordnet bei Rheumatismus, Gicht, Leberleiden und gegen Gallensteine. Die Tinktur erleichtert die Schmerzen beim Durchgang von Gallensteinen, Magen- und Darmstörungen, Hexenschuss sowie Stoffwechselstörungen ergänzen die Heilanzeigen.  
Küche
In vielen Ländern sind die Früchte der Berberitze beliebte Zutaten in der Küche. In Europa werden vorwiegend Marmeladen mit der Berberitze gekocht. Im Orient wird aber auch Reis zusammen mit Berberitzen gekocht oder auch Fisch und Fleisch-Gerichte. Die Berberitzenfrüchte verleihen diesen Speisen ein säuerliches Aroma.
 
Pflanzenbeschreibung
Es handelt sich um einen sommergrünen, mit Blattdornen bewehrten Strauch, der Wuchshöhen von 1 bis 3 Metern erreicht. Die Zweige weisen ein- bis siebenteilige Dornen (umgewandelte Blätter der Langtriebe) auf, aus deren Achseln Laubblätter an Kurztrieben entspringen. An der Sprossbasis werden drei- und mehrteilige, an der Sprossspitze nur einteilige Dornblätter ausgebildet. An Schösslingen lässt sich anhand von Übergangsblättern die Entstehung der Dornblätter aus normalen Laubblättern verfolgen. Die Rinde ist äußerlich gelbbraun bis grau, innerlich leuchtend gelb. Die Blüten sind gelbe, halbkugelig-glockige nektarführende Scheibenblumen. Sie finden sich in bis zu dreißigblütigen hängenden traubigen Blütenständen, die sich als Langtriebe endständig an Kurztrieben befinden. Die Blüten besitzen sechs gelbe, kelchartige Perigonblätter, sechs ebenfalls gelbe, kronblattartige Nektarblätter mit basalen Nektardrüsen und, vor diesen stehend, sechs Staubblätter mit klappig aufspringenden Staubbeuteln. Die Staubfädensind im unteren Teil der Innenseite druckempfindlich (Seismonastie). Es liegt ein Turgormechanismus mit einer Alles-oder-Nichts-Reaktion vor: Ab einem bestimmten Druck erfolgt in 110 Sekunde eine schlagartige (reversible) Bewegung der Staubblätter zum Griffel hin. Dadurch wird der klebrige Pollen auf die bestäubenden Insekten gedrückt. Vor dem Abblühen erfolgt auch spontane Selbstbestäubung. Der intensive spermatische Geruch der Blüten wird von manchen als unangenehm empfunden. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Früchte sind scharlach-rote, bis zu einen Zentimeter lange Beeren. Diese sind genießbar, aber durch den Gehalt an sechs Prozent Äpfelsäure und anderen Fruchtsäuren sehr sauer. Die ab August roten Früchte sind z. T. Wintersteher, es findet Verdauungsverbreitung der Samen durch Vögel statt. In den Früchten werden ein oder zwei Samen ausgebildet, selten befinden sich mehr als zwei Samen in einer Frucht.
Die Berberitze ist ein Strauch, der vermutlich ursprünglich aus Nordafrika kommt. Den Namen Berberitze beziehungsweise Berberis bekam sie vermutlich von den Römern nach ihrer Heimat, dem Gebiet der Berber. Inzwischen wächst die Berberitze auch in Mitteleuropa. Bis nach Asien hat sie sich ausgebreitet. Der bis zu drei Meter hohe Strauch hat in der Jugend rutenförmige rötliche Zweige. Später verholzen sie und werden grau. Die Blätter verwandeln sich teilweise zu Dornen. Die normalen Blätter sind eiförmig und relativ klein. Am Rand sind sie leicht gezähnt. Im Mai und Juni blüht die Berberitze mit leuchtend gelben Blüten, die aus den Blattachseln hängen. Aus den Blüten entwickeln sich bis Ende August und September rote, längliche Beeren. Durch die walzenartige Form der Beeren ist die Berberitze relativ leicht von anderen Beeren zu unterscheiden. An den Unterseiten der Blätter wachsen häufig die Wintersporen des Getreiderostes. Die Berberitze ist also ein Zwischenwirt dieses Getreide-Pilzschädlings. Daher wurde die Berberitze aus der Nähe von Getreidefelder verbannt. Sie ist jedoch eine gute lebende Hecke um Viehweiden, denn die Tiere meiden die stachelige Pflanze. In alpinen Gebieten oder lichten Wäldern kommt die Berberitze auch häufig vor.
Botanik
Die Zweige dieses Strauches sind in der Jugend rutenförmig und von rötlicher Farbe. Die verholzen später und erhalten eine schmutzig-graue Rinde. Die Blätter verwandeln sich zum Teil in dreiteilige Dornen. Die Kurztriebe entwickeln Laubblätter, in deren Achseln die herabhängenden, gelben Blütentrauben entspringen. Die Beerenfrüchte sind walzig und leuchtend rot.
Geruch und Geschmack
Der Geruch des Strauches ist schwach, die Wurzelrinde schmeckt stark bitter und färbt beim Kauen den Speichel gelb. Die reifen Beerenfrüchte haben einen angenehm säuerlicher Geschmack.
Blütezeit
Die leuchtend gelben Blütentrauben blühen im Mai und Juni.
Beerenreife
Im August und September. Während die unreifen Beeren etwas giftig sind, können die völlig gereiften Beeren bedenkenlos genossen werden. Sie sind alkaloidefrei.
Standort
Die Berberitze dürfte aus dem Lander der Berber in Nordafrika stammen und kam durch die Araber nach Spanien. Der deutsche Name Berberitze ist ein Lehnwort aus dem lateinischen Namen Berberis, womit die Römer die Herkunft des Strauches andeuten. Der vom Weidevieh wegen der Dornen gemiedene Strauch ist als lebende Hecke sehr gut geeignet. Auf der Unterseite der Blätter werden die Wintersporen des Getreiderostes ausgebildet. Als Wirtspflanze dieses Getreideschädlings wird der Berberitzenstrauch in den Getreideanbaugebieten nicht geduldet und dort systematisch ausgerottet. Sein Standort bleibt daher auf die sonnigen Hänge oder lichten Wälder der alpinen Zonen beschränkt, wo er sehr gut gedeiht. Dort verdient er auch weitgehendste Anbauförderung.

Artischocke
Artischocken sind ein wohlschmeckendes Edelgemüse, doch die Meisten kennen nur die eingedosten Böden als Belag für Pizza. Das Essen der frischen KnospenKöpfe ist hingegen ein vergnügliches, kulinarisches Abenteuer. Außerdem sind Artischocken auch Heilpflanzen, denn sie fördern die Arbeit von Leber und Galle, senken den Cholesterinspiegel und helfen beim Abnehmen. Auch bei Diabetes können sie unterstützend helfen.
Die Artischocke ist eine distelartige, kräftige Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler. Die Sortengruppe der Artischocken wird wegen ihrer essbaren knospigen Blütenstände angebaut und als Blütengemüse verzehrt. Ebenfalls zu Cynara cardunculus zählt das Blattgemüse Cardy. Die Artischocke wurde zur Arzneipflanze des Jahres 2003 gekürt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Gallenprobleme
Heilwirkung: antiphlogistisch, antioxidativ, appetitanregend, blutzuckersenkend, choleretisch, cholesterinsenkend (Triglyceride, LDL-Cholesterin), entzündungshemmend, gallefördernd, krampflösend leberregenerierend, leberschützend (antihepatotoxisch/hepatoprotektiv), leberstärkend, spasmolytisch, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Blähungen, Cholesterinablagerungen werden gelöst, Diabetes, Fettverdauung wird verbessert, Gallenschwäche, Gallensteine, Hypercholesterinämie (Zu hoher Cholesterinspiegel), Übelkeit, Leberschwäche, Leberzellen wachsen besser
wissenschaftlicher Name: Cynara scolymus L.
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Artichoke
falsche Schreibweisen: Artischoke
Verwendete Pflanzenteile: Hüllen der Blütenköpfe, frische oder getrocknete Blätter (Cynarae folium), Pflanzensaft, Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoff, Caffeoylchinasäuren, Cynarin, Cynaropikrin, Cynarosid, Enzyme, Flavonoide, Gerbsäure, Inulin, Scolymosid
Gegenanzeigen: Nicht bei Artischocken-Allergie, Allergien gegen Korbblütler; Wenn die Gefahr eines Verschlusses der Gallenwege besteht
Wechselwirkungen: Keine bekannt
Nebenwirkungen: Keine bekannt
Tages-Dosis: 6 Gramm (getrocknete Blätter)
Sammelzeit: Spätsommer, Herbst
 
Anwendung
Gute Erfahrungen hat man mit der Artischocke rund um die Verdauung gemacht. Die Artischockenblätter oder den Extrakt gibt es als Fertigprodukt zu kaufen, meistens in Form von Tabletten, Dragees oder Kapseln. Es gibt auch Brausetabletten, die aber meist noch mit Vitaminen angereichert sind.
Artischockentee
Man nimmt 1 Teelöffel getrockneter Artischocken-Blätter und übergießt diese mit 150ml kochendem Wasser. Abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen, anschließend durch ein Sieb gießen und bei Bedarf den bitteren Tee mit Honig süßen. Zur Steigerung des Appetits eine halbe Stunde vor dem Essen eine Tasse trinken. Für die gute Verdauung direkt nach der Mahlzeit eine Tasse trinken.
Artischockensaft
Den Saft presst man aus frischen Blättern oder kauft ihn als fertigen Frischpflanzenpresssaft. Von dem Saft trinkt man etwa 25ml. Hilft gut bei Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und steigert das Wohlbefinden.
Heilpflanze
Artischocken wird eine appetitanregende, verdauungsfördernde und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Aufgrund unterschiedlicher Wirkmechanismen (vermehrte Ausscheidung von Cholesterin, erhöhter Cholesterinverbrauch zur Gallensäuresynthese als auch Hemmung der Neubildung von Cholesterin in den Leberzellen) soll tatsächlich durch den Verzehr von Artischocken eine Senkung des Gesamtcholesterins um bis zu 12 Prozent möglich sein. Insofern kommt der Artischocke eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung gegen Arteriosklerose zu. Der enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an. Außer als Gargemüse werden ihre Blätter in Säften, Tees, Trockenextrakten und Tinkturen verwendet. Ihre medizinische und diätetische Wirkung wird auf den Gehalt an Polyphenolen sowie insbesondere speziellen Flavonoiden und Chinasäurederivaten zurückgeführt. Vor allem Frischpflanzenextrakte aus Artischockenblättern werden erfolgreich in der Therapie der Dyspepsie und Hypercholesterinämie eingesetzt. Die Bildung des protektiven Radikalfängers Stickstoffmonoxid wird signifikant erhöht. Dadurch können auch Zucker- und Fettstoffwechsel verbessert werden. Auch kardiovaskuläre Erkrankungen und das metabolische Syndrom können positiv beeinflusst werden. Frischpflanzenextrakte aus Artischocke entfalten im menschlichen Organismus eine stoffwechselstimulierende Wirkung, die mit einer antioxidativen Protektion durch vermehrte Bildung des endogenen Radikalfängers Stickstoffmonoxid verbunden ist. Stickstoffmonoxid stimuliert die Aktivität und Bildung von Mitochondrien. Dies führt zu einer Verbesserung der Allgemeingesundheit, der Lebensqualität und des Wohlbefindens durch signifikant erhöhte Stoffwechseleffizienz.
Nebenwirkungen
Menschen mit Reizdarm, die diätetisch behandelt werden, sollten Artischocken zumindest zu Beginn meiden ebenso wie Erbsen, Bohnen, Zwiebeln, Lauch, Kohlsorten und Pilze. Diese Nahrungsmittel enthalten fermentierbare, schlecht resorbierbare Kohlenhydrate (sog. Fructane), die Blähungen verursachen können.
Artischockengemüse
Die üblichen Rezepte kochen die fleischigen Teile der Artischockenblüte in heißem Salzwasser mit etwas Zitrone für etwa 30-40 Minuten. Bei dieser Zubereitung gehen fast alle wertvollen Inhaltsstoffe verloren und die Wirkung ist weniger die einer Heilpflanze, dafür eine Gaumenfreude.
Nahrungsmittel
Bei großen Artischocken sind die unteren fleischigen Teile der Schuppenblätter und die Blütenböden (eigentlich Korbböden) essbar. Die unter den Blättern liegenden Härchen, das so genannte Heu, sind nicht zum Verzehr geeignet. Kleinere Artischockensorten, die überdies früh geerntet werden (wie es z. B. auf der Gemüseinsel Vignole in der Lagune von Venedig üblich ist) können im Ganzen verzehrt werden, darunter auch die mit dem Siegel der geschützten geografischen Angabe versehene, dornenlose Römische Artischocke. Die ganzen Blütenköpfe werden gebraten, gekocht oder frittiert. Der feine Geschmack der ungewürzten gekochten Artischocke ähnelt dem des Eiweißes eines Spiegeleis. Artischocken werden 20 bis 45 Minuten in Salzwasser mit etwas Zitronensaft gekocht. Die Blätter werden dann abgezupft und der untere Teil mit den Zähnen abgezogen. In der Regel wird dazu eine Vinaigrette gereicht. Artischockenböden werden auch eingelegt und sind unter anderem ein verbreiteter Pizzabelag. Artischockenherzen sind als besondere kulinarische Delikatesse bekannt. Das Artischockenherz bezeichnet den unteren verdickten Teil des Kelchblatts (eigentlich Hüllblatts) einer Artischocke. Artischockenherzen werden frisch gekocht wie auch in Dosen oder eingelegt angeboten. In Öl mit Kräutern eingelegt gelten sie als beliebte Komponente mediterraner Antipastiplatten. Zusammen mit Kräutern wird aus Artischocken seit 1953 in Padua auch ein dunkelbrauner Digestif mit dem Namen Cynar hergestellt.
 
Homöopathie
Die Artischocke wird auch homöopathisch eingesetzt, meistens als Urtinktur, Cynara Scolymus D2, D4, D6 Globuli. Die Wirkung ist in dieser niedrigen Potenzierung die gleiche wir bei der Heilpflanze.
 
Geschichte
Die Artischocke hat sich vor etwa 2.000 Jahren aus den arabischen Ländern in den Mittelmeerraum verbreitet, man dachte in einigen Regionen, dass die Artischocke tödlich sei und war lange Zeit eher eine Zierpflanze. Mittlerweile wird die Artischocke überall da angebaut, wo es das Klima zulässt.
Die frostempfindliche Artischocke stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum; vom östlichen Mittelmeer (Kilikien) über Persien bis nach Nordafrika, westlich bis Spanien und ebenso auf den Kanarischen Inseln. In der griechischen Mythologie verliebte sich Zeus in die attraktive Nymphe Cynara, die ihn jedoch abwies. Daraufhin verwandelte Zeus sie in seiner Wut in die stachlige Artischocke. An die Nymphe erinnert noch heute ihr wissenschaftlicher Name, aus dem die heutige griechische Bezeichnung αγκινάρα ankinára abgeleitet ist.
Erste Berichte über die Artischocke gibt es bei Plinius und Columella, wobei die Zuordnung der dort erwähnten Pflanzen unsicher ist. So könnte das altgriechische scolymos, das sich auf die Dornen bezieht, auch andere Disteln meinen. Im 1. Jahrhundert n. Chr. scheint der Beginn der Artischockenkultur zu liegen. Die Araber verbreiteten die Artischocke im südlichen Mittelmeergebiet. Die Bezeichnung der Pflanze in den europäischen Sprachen leitet sich von der iberisch-arabischen Bezeichnung الخرشوف / al-haršūf ab, so in Spanien (spanisch alcachofa) wie auch in Italien (italienisch carciofo). Die deutsche Bezeichnung Artischocke wie auch in England (englisch artichoke) geht über die im Norditalienischen verbreitete Nebenform articiocco ebenfalls auf dieses arabische Wort zurück. Selten findet sich auch die Eindeutschung Erdschocke. Auch in anderen Sprachen wurde das fremdartig erscheinende Wort durch derartige Volksetymologien beeinflusst. So findet sich in älteren englischen Texten gelegentlich die Schreibung hartichoke, die offenbar auf den Volksglauben zurückgeht, das Herz (heart) der Artischocke sei ungenießbar und führe zum Tod durch Ersticken (choke).
Nachdem die Pflanze durch den florentinischen Händler Filippo Strozzi Mitte des 15. Jahrhunderts aus Sizilien importiert worden war, trat sie ihren Siegeszug durch Caterina de’ Medici 1533 nach Frankreich und Großbritannien an. Bis zur französischen Revolution war die Artischocke in den Gärten des französischen Landadels ein Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie von italienischen Einwanderern auch in den USA eingeführt. In den 1930er Jahren erlangte dort die Mafia mit Gewalt ein Monopol auf den Handel mit Artischocken an der Ostküste, das 1935 gebrochen wurde.
Die Pflanze benötigt im Garten etwa 1m² Fläche und bevorzugt sonnige, warme Orte. Geerntet werden die faustgroßen Blütenköpfe, wenn sie noch geschlossen sind und die äußeren Schuppen leicht abstehen. Verpasst man diesen Zeitpunkt, zeigt sich eine große violette Blüte.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Artischocke ähnelt in allen Teilen ihren wilden Vorfahren, Cynara cardunculus. Sie ist ausdauernder: Nachdem sich im Herbst des ersten Vegetationsjahres eine grundständige Blattrosette gebildet hat, werden etwa fünf Jahre lang 0,5 bis zu 2 Meter hohe Stängel mit Blütenständen gebildet. Die zwei- bis dreifach fiederschnittigen, dornigen Laubblätter sind bis zu 80 cm lang und 40 cm breit; die Unterseite ist graufilzig behaart. Die körbchenförmigen Blütenstände sind der Teil der Pflanze, der geerntet wird. Im Vergleich zu wild wachsenden Formen sind die Blütenstände größer. Durch eine frühere Blütezeit sind mehrere Ernten im Jahr möglich. Der Blütenstandsboden ist stark fleischig. Die unten fleischigen Hüllblätter sind bei kultivierten Formen kaum dornig. Werden die Blütenstände nicht geerntet, zeigen sich die violetten Röhrenblüten. Es werden 2 bis 8 Millimeter lange Achänen mit einem Pappus aus 2 bis 3,5 Zentimeterlangen, federigen Borsten gebildet.
Artischocken sind ursprünglich im Mittelmeergebiet, Nordafrika und dem Nahen und Mittleren Osten heimisch. Die Wildform war ursprünglich kleiner als die heutige Artischocke. Erst durch Züchtung entstand die Artischocke mit ihren enorm großen Blütenständen, deren Knospen zum Essen geeignet sind. Die Artischocke gehört botanisch zu den Disteln, und wird bis zu 2 Meter groß. Die großen Knospen werden als Gemüse gekocht und gegessen. Die violetten Blüten sind etwa 10 cm groß. Die Artischocke wird im warmen sonnigen Klima etwa 5 Jahre alt.
 
Anbau
Die Artischocken brauchen einen windgeschützten, sonnigen und sehr warmen Platz. Der Boden muss tiefgründig und locker sein. Die Artischocke zieht man ab Februar in Töpfen vor, am besten 4 Samen in einen Topf und man behält die kräftigste Pflanze. Zum Keimen braucht der Samen etwa 25°C. Sobald die Fröste vorbei sind, wird im Abstand von 1 Meter ins Freiland gepflanzt. Die Artischocke mag Kompost, Wasser und ausreichend Dünger. Erst im nächsten Jahr sollte man mit der Ernte anfangen, dafür aber etwa 4 Jahre lang. Mit viel Glück kann man an einem guten Standort schon im ersten Jahr eine kleine Menge ernten. Mittlerweile bieten Baumärkte im Frühjahr preiswerte Pflanzen an. Im Winter muss man die zurückgeschnittenen Pflanzen etwa 30cm mit Laub o.ä. abdecken.

Bachblüten
Ich gebe nie auf (Oak)
Diesen Menschen geben nie auf
Mit der Blüte können sie auch mal aufgeben
Bachblüten
Ich fühle mich die meiste Zeit antriebslos (Olive)
Diese Menschen fühlen sich die meiste Zeit sehr antriebslos
Mit der Bachblüte kann helfen, dass man sich angetrieben fühlt
Einteilung der Vitamine
Vitamine unterteilt man nach ihrer Löslichkeit.
Fettlösliche Vitamine: A, D, E, K. nur mit Fett verwertbar.
Wasserlösliche Vitamine: C, B1, B2, B6, B12, Biotin, Niacin, Folsäure, Pantothensäure, H. leicht auslaugbar.
Unter Vitaminen werden organische Verbindungen verstanden, die für lebenswichtige Funktionen des Organismus benötigt werden, aber nicht als Energieträger dienen. Der Körper kann sie in der Regel nicht oder nicht in ausreichendem Maße selbst synthetisieren. Vitamine gelten daher als essenziell, ihre Gemeinsamkeit liegt in der unentbehrlichen Aufnahme über die Nahrung.
Vitamine lassen sich in zwei Gruppen einteilen: die wasserlöslichen Vitamine (die B-Gruppe und Vitamin C) sowie die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.
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