Direkt zum Seiteninhalt
NATTERNKOPF
Der Gewöhnliche Natternkopf oder Blaue Natternkopf ist eine Pflanzenart aus der Gattung Natternköpfe innerhalb der Familie der Raublattgewächse. Im Volksmund wird er Blauer Heinrich, in Österreich auch Himmelbrand, Starrer Hansl oder Stolzer Heinrich genannt. Der Natternkopf ist in warmen Gegenden Mitteleuropas eine häufige Pflanze und reckt an steinigen Wegrändern seine blauen Blütentrauben in die Höhe. Da der Stängel sehr schnell wächst, ist der Natternkopf nach dem Mähen oft die erste höhere Pflanze, die sich wieder nach oben wagt. Er ist ein Verwandter des Boretsch und des Beinwells und hat auch ähnliche Heilwirkungen. Allerdings wird er in der Pflanzenheilkunde kaum eingesetzt. Der Gewöhnliche Natternkopf mit seinen schönen blauen Blüten zählt zu einem unserer häufigsten Wildkräuter. Die Blätter des Raublattgewächses sind grundsätzlich essbar, werden aber aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide oft gemieden. Als Heilpflanze wird der Natternkopf gelegentlich gegen Hautbeschwerden genutzt. Natternköpfe haben einen hohen ökologischen Nutzen, da die Pflanze eine beliebte Nektarpflanze von Bienen und Hummeln ist.
 
Steckbrief
Heilwirkung: erweichend, harntreibend, lindernd, schweißtreibend, Husten, Fieber, Kopfschmerzen, Verstauchungen, Quetschungen, Schlangenbisse, Wunden, Hautrötungen, Furunkel, Nagelbettentzündung, eiternde Wunden, Unterschenkelgeschwüre (offene Beine)
wissenschaftlicher Name: Echium vulgare
Pflanzenfamilie: Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name: Viper's bugloss
volkstümlicher Name: Blaue Ochsenzunge, Blauer Natternkopf, Gemeiner Natterkopf, Gemeiner Natternkopf, Gewöhnlicher Natternkopf, Himmelbrand, Natterkopf, Starrer Hansl, Stolzer Heinrich
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Allantoin, Consolidin, Heliosupin
Sammelzeit: Mai bis Oktober
 
Anwendung
Der Gewöhnliche Natternkopf wird als Zierpflanze verwendet, beispielsweise in Wildpflanzengärten. Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine sehr gute Bienenweide. In der Imkerei ist er aufgrund des hohen Zuckergehalts seines Nektars (25%) und seines sehr hohen Zuckerwerts (1,64mg Zucker/Tag je Blüte) eine geschätzte Nebentracht. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von einem Hektar sind Honigerträge bis zu 429 kg pro Blühsaison möglich. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung enthält Honig aus Natternkopf Pyrrolizidinalkaloide, die von den Bienen über den Pollen in den Honig eingetragen werden. Es rät daher, die Belastung von gemischten Honigen durch die Auswahl von geringer belasteten Rohhonigen zu senken.
Der Natternkopf wird kaum als Heilpflanze verwendet. Von der Schulmedizin wird er fast vollständig ignoriert, aber auch die Volksheilkunde benutzt den Natternkopf kaum noch. Seine Heilwirkungen sind jedoch ähnlich wie die von Boretsch und Beinwell. Sogar eine Heilwirkung bei Schlangenbisse wird dem Natternkopf nachgesagt, aber es ist sehr fraglich, ob diese Wirkung wirklich besteht.
Tee
Aus dem frischen oder getrockneten Kraut kann man einen Tee zubereiten mit zwei Teelöffeln Natternkopfkraut pro Tasse. Mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und auf Wunsch mit Honig süßen und in kleinen Schlucken trinken. Den Tee kann man gegen Atemwegserkrankungen und Erkältungen verwenden. Auch bei Kopfschmerzen soll der Tee helfen.
Pflanzenspitzen
Wenn man die blühenden Spitzen der Pflanze sehr fein schneidet, kann man sie als Breiumschlag zur Behandlung von Nagelbettentzündungen und Furunkel verwenden.
Pflanzensaft
Den frisch gepressten Saft der Pflanze kann man auf gerötete und gereizte Haut auftragen. Als Breiumschlag hilft er bei Furunkel und Abszesse.
Wurzeln
Die Wurzeln enthalten Allantoin, wie die Wurzeln des Beinwells. Daher können sie auch ähnlich eingesetzt werden wie Beinwellwurzeln, beispielsweise als Salbe oder Breiumschlag gegen Probleme der Haut und Verletzungen des Bewegungsapparates.
Verwendung als Heilkraut
Der Natternkopf findet für medizinische Anwendungen in Deutschland kaum Beach-tung. Heute wird vom Gebrauch der Blätter aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide auch abgeraten.
In der Vergangenheit wurde die Pflanze jedoch als Heilkraut verwendet. In einigen Kräuterbüchern (z.B. P.A. Matthioli) wird die Pflanze als Wilde Ochsenzunge beschrieben. Empfohlen wurde der Natternkopf u.a. bei der Wundheilung von Schlangenbissen.
Die Blätter des Natternkopfes enthalten zahlreiche Flavonoide, Schleimstoffe und Gerbstoffe, die verschiedene Wirkungen auf unseren Organismus ausüben können.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Der Gewöhnliche Natternkopf enthält wie die meisten anderen Arten der Familie der Raublattgewächse Pyrrolidizinalkaloide. Höhere Anteile finden sich vor allem in den Blättern und Stängeln, während die Samen kaum betroffen sind. Da die Alkaloide in größeren Mengen toxisch auf die Leber und Nieren wirken können, sollte die Pflanze nicht eigenständig verwendet werden.
Verwendung von Natternkopf
Der Natternkopf wird in der Küche und als Heilkraut heute nur noch selten verwendet. Meistens haben vor allem Gärtner Freude an dieser Pflanze, da sie viele wichtige Insekten anlockt und hübsch anzusehen ist.
Küche
Die jungen Blätter können roh als Wildsalat oder gekocht als Wildgemüse und Spinatersatz gegessen werden. Die Blätter sind zwar etwas haarig, aber wenn man sie fein schneidet, kann man sie durchaus im Salat verwenden. Angeblich soll der Genuss der Blätter die Libido steigern.
Achtung! Den Natternkopf sollte man nicht oft und nicht in großen Mengen essen, weil der enthaltene Stoff Consolidin nicht gut für die Leber sein soll.
 
Geschichtliches
Früher galt der Natternkopf als Mittel gegen Schlangenbisse. Vermutlich rührt diese Anwendung daher, dass die Blüten ein wenig an die Köpfe von Schlangen erinnern. Somit wäre es also eine Anwendung aufgrund der Signaturenlehre. Der Natternkopf wurde früher auch als Aphrodisiakum geschätzt. Außerdem wurde die Wurzel des Natternkopfes zum Färben verwendet. Man kann mit der Wurzel rot färben.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Natternkopf ist in ganz Europa und Westasien heimisch. In Deutschland ist er sehr verbreitet. Bevorzugt wächst der Natternkopf an trockenen, steinigen Stellen, wie Wegrändern, Steinbrüchen, Waldlichtungen und Böschungen. Die zwei- oder mehrjährige Pflanze wird bis zu einen Meter hoch. An den Stängeln und den Blättern wachsen viele Borsten. Die Blätter sind schmal lanzettlich und werden bis zu zehn Zentimeter lang. Sie wachsen direkt am Stängel und werden zum Stängel hin schmaler. Die Blüten wachsen an der Spitze der Pflanze in einer lockeren Traube. Zuerst sind sie rötlich-rosa und später werden sie blau. Sie sehen ein wenig aus wie der Kopf einer Schlange mit züngelnder Zunge, was der Pflanze wohl den Namen Natternkopf eingebracht hat. Aus den Blüten entwickeln sich Spaltfrüchte, die die Samen enthalten.
Der Gewöhnliche Natternkopf ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 100 Zentimetern. Der Gewöhnliche Natternkopf besitzt steife Borsten an Stängeln und Blättern. Die Borstenhaare sind am Grund knotig verdickt.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Seine Blüten stehen in Thyrsen mit einfachen Wickeln. Die Blütensind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle und im Gegensatz zu den Blüten der meisten anderen Boraginaceen schwach zygomorph. Die Kronblätter sind 15 bis 22 Millimeter lang, zuerst rosafarben bis violett, später färben sie sich blau bis himmelblau. Charakteristisch ist die trichterförmige Kronröhre mit ungleichen Zipfeln. Die Staubblätter sind ungleich lang und ragen aus der Blüte heraus. Der Fruchtknoten ist tief vierspaltig. Der Griffel ist zweispaltig und zwischen den Klausen grundständig. Die Klausenfrüchte (Spaltfrüchte) zerfallen in vier kleine, glatte Teilfrüchte, sogenannte Klausen.
 
Anbautipps
Den Natternkopf kann man im Garten ansäen, falls man Samen erhalten kann. Da der Natternkopf recht häufig ist, kann man die Samen im Frühherbst an den Wildpflanzen sammeln. Der Natternkopf mag sonnige Standorte, ist aber mit steinigen, trockenen Böden zufrieden. Man sät entweder schon im Herbst direkt ins Freiland oder auch im Frühjahr. Alternativ dazu kann man den Natternkopf auch in Töpfchen vorkultivieren. Die Samen keimen bei 15°C innerhalb von zwei bis drei Wochen. Wenn man in Töpfchen vorkultiviert hat, pflanzt man sie im Frühsommer ins Freiland.
Aussaat, Anbau und Pflege
Standort
Der Natternkopf ist ein an trockene und sonnige Standorte angepasst. Er bevorzugt durchlässige, sandige, lockere und eher nährstoffarme Böden. Das Raublattgewächs toleriert oft jedoch auch nährstoffreiche Böden, was in städtischen Bereichen oft beobachtet werden kann. Bei der Kultivierung im Freiland sollte der jeweilige Bodenabschnitt mit mineralischen Substraten (Quarzsand, Zeolithsand, Lava) vermischt werden, insofern nur lehmige Böden vorhanden sind.
Die Pflanze wurzelt relativ tief ins Erdreich, was bei der Standortwahl (Balkon, Freiland) beachtet werden sollte. Das Substrat darf nicht zu sauer sein, daher bei Bedarf leicht kalken.
Aussaat
Die Aussaat der Natternkopfsamen ist Kälte erforderlich. Die Pflanze ist ein Kaltkeimer. Die Pflanze kann ab Anfang Februar ins Freiland oder auf dem Balkon ausgesät werden. Eine Vorkultur ist nicht notwendig und wird auch nicht empfohlen. Bei Folgeaussaaten können die Samen direkt an Ort und Stelle belassen werden. Die Pflanze ist zudem Dunkelkeimer. Bei der Aussaat sollten die Samen etwa 2 bis 3 cm ins Substrat eingedrückt werden. Die Keimdauer beträgt meist zwischen 8 und 16 Tagen.
Natternkopf kann auch im Topf angebaut werden. Aufgrund der etwas längeren Wurzeln sollte eher tiefe Töpfe bzw. Kübel gewählt werden.
Gießen
Auch wenn der Natternkopf an trockene Standorte angepasst ist, sollte die Erde nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen. Prinzipiell kann immer dann gegossen werden, wenn die obersten 3 bis 5 cm des Substrats trocken sind. Ein schwerer Pflegefehler ist jedoch zu häufiges Gießen, vor allem wenn dies zu Staunässe führt.
Düngen
Der Natternkopf benötigt nur wenig Nährstoffe. Im Freiland sind zusätzliche Gaben von Dünger meist nicht erforderlich. Wächst die Pflanze als Topfkultur, sollten einige wenige Gaben Dünger in die Erde mit eingearbeitet werden. Hier genügt etwa ein Zyklus von 8 bis 10 Wochen. Flüssigdünger nur sehr sparsam verwenden. Wenn die Pflanze zu viel Nährstoffe erhält, bildet die Pflanze eventuell keine oder nur wenige Blüten aus.
Pflege
Wächst die Pflanze im Topf oder Kübel sollte diese gelegentlich gekürzt werden. Hier gilt zu beachten, dass die Natternkopfwurzeln bis zu 2 Meter tief wurzeln können. Im Freiland benötigen Natternköpfe für gewöhnlich keine gesonderte Pflege mit Ausnahme von der Schädlingsvisite.
Krankheiten und Schädlinge
Relativ häufig befallen Blattläuse den Natternkopf. In den meisten Fällen ist dies nicht weiter problematisch. Bei zu häufigem Befall empfiehlt sich ein Ackerschachtelhalmsud oder die Nutzung von Marienkäferlarven.
Überwinterung
Der Natternkopf ist in der Regel zweijährig. Nach Ausbildung der Blüten geht die Pflanze ein. Die Pflanze ist an unser Klima angepasst, so dass keine Überwinterungsmaßnahmen getroffen werden müssen.
 
Sammeltipps
Die Blätter oder das Kraut sammelt man im Sommer während der Blütezeit. Man trocknet sie zügig im Schatten. Wurzeln sammelt man im Herbst oder Frühjahr, bürstet sie ab und spült sie so zügig wie möglich mit kaltem Wasser ab. Dann werden sie geschnitten und im Dörrgerät oder im Backofen bei 40°C getrocknet. Den Backofen lässt man in diesem Fall einen Spalt offen.

LÖWENZAHN
Der Gewöhnliche Löwenzahn stellt eine Gruppe sehr ähnlicher und nah verwandter Pflanzenarten in der Gattung Löwenzahn aus der Familie der Korbblütler dar. Meist werden diese Pflanzen einfach als Löwenzahn bezeichnet, wodurch Verwechslungsgefahr mit der Gattung Löwenzahn besteht. Schon kleine Kinder kennen den Löwenzahn und freuen sich an den lustigen Pusteblumen, mit denen sie ihn immer weiterverbreiten. Auf fast jeder Wiese steht er, und nur wenige wissen, daß er eine vorzügliche Heil- und Küchenpflanze ist. In meinem Garten darf er sich an einigen Stellen frei entfalten, weil ich ihn für schön und wichtig halte.
Der Löwenzahn erscheint schon sehr zeitig im Frühjahr. Diese krautige und mehrjährige Pflanze kann eine Höhe zwischen 15 und 30 cm erreichen. Das Wildkraut besitzt eine lange Pfahlwurzel. Es gehört zur Familie der Korbblütengewächse. Die Blätter sind länglich bis lanzettlich. Sie weisen unterschiedlich gezagte Ränder auf. Die Blätter bilden eine grundständige und dichte Rosette. Sie liegt dicht auf dem Boden auf. Die Blüten sind goldgelb. Sie setzen sich aus vielen Zungenblüten zusammen. Die ersten Blütenköpfchen erscheinen bereits im März bis in den Mai hinein. Die Früchte sind mit Rippen versehene Schließfrüchte (Achänen). Auf der Oberseite befindet sich ein ausgebildetes Flugorgan, bestehend aus weißen Haaren. Im Volksmund werden sie auch als Pusteblumen bezeichnet.
Kaum jemand, der Löwenzahn nicht mit Kindheitserinnerungen verbindet. Die Pusteblume ist aber nicht nur ein nettes Spielzeug der Natur. Sowohl Blätter, Blüten, Knospen als auch Wurzeln sind genießbar und können in der Küche vielfältig verwendet werden ... Der Löwenzahn, der vielen auch als Butterblume oder Kuhblume ein Begriff sein dürfte, zählt wohl mit zu den bekanntesten und häufigsten Wildkräutern. Der an Bitterstoffen reiche Löwenzahn ist seit langem ein anerkanntes Heilkraut und hilft u.a. gegen Leber- und Gallenbeschwerden. Doch auch in der Küche lassen sich mit Löwenzahn viele leckere Gerichte zubereiten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: blutbildend, blutreinigend, harntreibend, tonisierend, Bronchitis, Husten, Fieber, Appetitlosigkeit, Frühjahrsmüdigkeit, Verstopfung, Magenschwäche, Hämorrhoiden, chronische Gelenkerkrankungen, Rheuma, Gicht, Leberschwäche, Gallenschwäche, Gallensteine, Nierensteine,  Allergien, Arteriosklerose, Wassersucht, Kopfschmerzen, Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsfördernd, Schönheitsmittel, chronische Hautleiden,  Pickel, Ekzem, Hühnerauge, Warzen
wissenschaftlicher Name: Taraxacum officinale
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Dandelion
volkstümliche Namen: Butterblume, Echter Löwenzahl, Gebräuchliche Kuhblume, Gemeine Kuhblume, Gemeiner Löwenzahn, Löwenzahn, Wiesen-Löwenzahn
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Wurzel
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Cholin, Inulin
Inhaltsstoffe, Geruch und Geschmack: Löwenzahn enthält u.a. Vitamin C, Vitamin-A-Vorstufen (Provitamin A) sowie Vitamin K. Zudem liefert er Mineralstoffe wie z.B. Kalium, Magnesium und Phosphor. Die Löwenzahnwurzel enthält den Ballaststoff Inulin. Dieser Ballaststoff gelangt unverdaut in den Dickdarm und wirkt verdauungsfördernd, ist jedoch in zu hohen Mengen schwer verträglich.
Löwenzahnblätter schmecken leicht bitter, ähnlich Zichoriengewächsen wie z.B. Radicchio oder Chicorée. Löwenzahnblüten haben ein leicht süßliches bis honigähnliches Aroma.
Hinweis: Ältere Blätter sind etwas bitter und sind für Salatmischungen gut geeignet.
Sammelzeit: Blätter und Blüten: Frühling, Wurzel: Frühling oder Frühherbst
 
Anwendung
Durch das frühe Erscheinen seiner Blüten ist der Löwenzahn eine wichtige Bienenweide, die der Entwicklung der Bienenvölker im Frühjahr dient, bei größeren Vorkommen aber auch eine Frühtracht-Honigernte ermöglichen kann. Löwenzahnhonig hat ein kräftiges Aroma, ist im frischen Zustand goldgelb und dickflüssig und kandiert feinkörnig zu einem dann gelblichen Honig aus. Für ein Kilogramm Honig muss ein Bienenvolk über 100.000 Löwenzahnblütenbesuche durchführen. Vor allem Kinder bedienen sich des Blütenstandsstieles, der, an einem Ende gespleißt, eine Minitröteer gibt. Reißt man den Blütenstandsstiel in Streifen und legt diese anschließend ins Wasser, bilden sich durch die unterschiedliche Saugfähigkeit der inneren und äußeren Wand Spiralen. Die Innenwand quillt stärker und bildet dadurch das Kurvenäußere.
Wie viele Frühlingspflanzen hat der Löwenzahn eine ausgeprägte blutreinigende Kraft und eignet sich daher vorzüglich zu einer Frühjahrskur. Er regt sämtliche Verdauungsorgane und Niere und Blase an, dadurch werden alte Schlacken ausgeschieden. Aus den gleichen Gründen kann er auch bei Rheumatismus helfen. Wir können Blätter, Blüten und Wurzeln verwenden. Am wirksamsten ist ein Löwenzahntee oder eine Tinktur, wenn sie aus allen drei Pflanzenteilen besteht.
Löwenzahnküche
Auch in der Küche hat der Löwenzahn vor allem im Frühling seinen Platz. Die zarten jungen Blätter ergeben feingeschnitten einen leckeren, jedoch herben Salat. Wers milder mag, kann den Löwenzahn mit anderen Wildkräutern oder gekauftem Salat vermischen.
Löwenzahnkaffee
Aus den Wurzeln kann ein Kräuterkaffee hergestellt werden. Dazu werden sie klein gewürfelt und getrocknet. In einer Pfanne oder auf dem Backblech werden sie vorsichtig unter Umrühren geröstet und anschließend in einer Kaffeemühle fein gemahlen. Nimm auf eine Tasse Wasser 1 TL dieses Pulver und koche es kurz auf. Nur kurz ziehen lassen. Am besten schmeckt der Kaffee mit Milch, Zimt und Honig.
Blütenessenz
Aus den Blüten des Löwenzahns kann man eine Blütenessenz zubereiten, die hilft Muskeln zu entspannen, die sich durch aufgestaute Gefühle verkrampft haben.
Löwenzahn als Heilkraut
Die Bestandteile des Löwenzahns sind nicht nur in der Küche von Nutzen, sondern auch als Heilmittel für eine Vielzahl an Beschwerden. Die Pflanze war bereits in der Antike ein bekanntes und häufig verwendetes Heilkraut.
Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurde der Löwenzahn als Pfaffenröhrle bezeichnet und wurde vorwiegend verwendet, um den Bauchfluß zu stopfen oder um die Beschwerden der roten Ruhr (heute als Bakterienruhr bezeichnet) zu lindern. Äußerlich wurde der Löwenzahn bei schmerzhaften Brüsten, Gemächten und Beinen sowie bei verschwommenem Sehen verwendet.
Auch heute noch wird der Löwenzahn im naturmedizinischen bzw. heilkundlichen Bereich für zahlreiche Beschwerden verwendet. Medizinisch sind vor allem die in Kraut und Wurzel enthaltenden Bitterstoffe von Bedeutung, die vor allem bei Beschwerden im Magenbereich sowie bei allgemeinen Verdauungsstörungen eingesetzt werden. Getrocknete Löwenzahnblätter gelten als probates Hausmittel bei leichten bis mittleren Leber- und Gallenbeschwerden. Löwenzahnwurzel zusammen mit dem Kraut werden in der Naturheilkunde unter dem Namen Taraxaci herba cum radice geführt.
Nebenwirkungen und Hinweise
Menschen, die nachgewiesen eine Kontaktallergie mit dem Milchsaft haben, sollten auf Presssäfte und Tinkturen verzichten. Unter Umständen können auch Magenbeschwerden auftreten. Meist geschieht dies, wenn der Tee zu lange zieht oder die Anwendung über einen sehr langen Zeitraum erfolgt.
Verwendung von Löwenzahn
Der Löwenzahn kann vielseitig sowohl als Küchenkraut als auch als Heilpflanze verwendet werden. Besonders Liebhaber von Wildkräuter sowie Selbstversorger schätzen das Kraut.
Löwenzahn in der Küche
Löwenzahn genießt in der Küche von Wildkräuterliebhabern und Selbstversorgern einen ausgezeichneten Ruf. Es gibt sehr viele Verwendungsmöglichkeiten für das Kraut, die eine regelrechte Bereicherung für die Küche darstellen. Der Löwenzahn kann sowohl als Gemüse, als Grundlage für Pesto, zur Verarbeitung von Gelee und zum Einrollen verwenden.
Vom Löwenzahn lassen sich sowohl die Blätter, die Blüten als auch die Wurzeln verwerten, wobei die meisten besonderes Augenmerk auf die Blätter legen. Der Geschmack der Löwenzahnblätter ist aufgrund der enthaltenden Bitterstoffe leicht herb mit einer interessanten würzigen Note. Je älter die Blätter werden, umso bitterer schmecken sie in der Regel.
Löwenzahnblätter eignen sich hervorragend für viele Blattsalate sowie für Wildkräutersalate. Besonders lecker sind die Blätter in Verbindung mit Walnüssen, Pinienkernen oder Haselnüssen, wenn diese kurz vorher angebraten wurden. Mit einem geschmackvollen Balsamico und in Verbindung mit weiteren aromatischen Kräutern wie Basilikum, Zitronenmelisse oder Thymian lassen sich interessante Geschmacksvarianten erzielen.
Eine weitere Verwendung für Löwenzahn ist die Herstellung eines Wildkräuterpestos. Frische Löwenzahnblätter werden zusammen mit Pinienkernen (alternativ auch Walnüssen) und einem gutem Öl in einem Mörser zerdrückt und schließlich mit Pecorino-Käse und etwas Salz zusammen verrührt.
Seltener Verwendung finden die Löwenzahnwurzeln, die beispielsweise in Krisen-oder Kriegszeiten als Kaffeeersatz Verwendung fanden. Geschmacklich ähnelt Ersatzkaffee aus Löwenzahn in etwa Zichorienkaffee, welcher aus der Wurzel der Wegwarte (Cichorie) hergestellt wird. Gelegentlich werden aus Löwenzahnwurzeln auch Liköre gemacht.
Relativ unbekannt, aber ein geschmackliches Highlight ist die Zubereitung von Löwenzahn-Marmelade oder Löwenzahngelee aus den gelben Löwenzahnblüten (Kuhblume). Hierfür werden lediglich ein paar Handvoll Blüten, eine Zitrone oder Limette, Wasser sowie Gelierzucker benötigt. Aus den Blüten lässt sich außerdem relativ problemlos ein Löwenzahnsirup herstellen, der sich prima als Brotaufstrich, zum Süßen von Getränken oder pur eignet.
Löwenzahn ist ein guter Vitamin-C-Spender und sollte am besten immer frisch verwertet werden. Vermeiden Sie das Sammeln von Blüten und Blättern an vielbefahrenen Straßen.
Heilkräftige Pflanzenteile
Gesammelt werden die Wurzeln allein oder die Pflanze vor der Blüte, spätest zum Blütenbeginn, oder die Blüten allein zur Blütezeit.
Die Inhaltsstoffe in den Pflanzenteilen wechseln mit der Jahreszeit. So hat Wasicky nachgewiesen, dass die frische Wurzel, im Frühjahr (ab Mitte März bis etwa Mitte April) gegraben 17-20% Zucker und Lävulin enthält. An Stelle des Milchsaftes tritt gegen Mitte August das Inulin.
Der Milchsaft ist eine Emulsion von Eiweiß, Harz, einem wachsartigen Stoff Taraxerin und Bitterstoff Taraxin.
Die Frühjahrswurzel enthält den meisten Bitterstoff, die Wurzel ab Mitte August bis gegen Ende September das meiste Inulin, die Oktoberwurzel das meiste Taraxerin und Lävulin. Der Löwenzahn ist ein Musterbeispiel dafür, wie wichtig es ist, einen bestimmten Pflanzenteil in einer bestimmten Jahreszeit zu sammeln, wenn ein Heilstoff die beste Heilwirkung erwarten lässt.
Die gegrabenen Wurzeln vorsichtig gereinigt, aufgefädelt und im Schatten getrocknet. Auch die Pflanze oder die Blüten dürfen nur im Schatten getrocknet werden, wobei sie möglichst wenig mit den Händen zu berühren sind. Das Wenden beim Trocknen erfolgt am besten mit Beinlöffeln. Schwarz gewordene Pflanzenteile bzw. schimmelig geworden Wurzeln sind auszuscheiden.
Heil- und Wirkstoffe
Die ganze Pflanze enthält Cholin, Bitterstoff, Stärke, die sich bei längerer Lagerung in Fruchtzucker verwandelt, Saponin, Fett, ein Enzym, Spuren von ätherischem Öl, Wachs, Schleim, Kautschuk, Zuckerstoff, Eiweißstoff, Lävulin und Taraxin.
Das ganze Kraut enthält außer den bereits genannten Inulin und Taraxin der Wurzel noch einen hohen Gehalt an Kalium und anderen Mineralsalzen, Calcium, Mangan, Natrium, Kieselsäure, Schwefel und einen reichen Vitamin C Gehalt, letzteren besonders zeitlich im Frühjahr in den frischen Blättern.
Heilwirkung
Offizinell ist das blühende Kraut oder die Löwenzahnwurzel mit Kraut oder die Löwenzahnwurzel mit Kraut oder die Löwenzahnwurzel allein. Aus letzteren wird der Löwenzahnextrakt erzeugt.
In der Volksheilkunde werden auch die Blüten oder nur die Blätter gesammelt. Der ungewöhnliche Reichtum an wichtigen Heil- und Aufbaustoffen macht den Löwenzahn zu dem ganz hervorragenden Heilkraut, dessen Bedeutung wegen seines Massenauftretens und der abfälligen Bezeichnung Unkraut viel zu wenig gewürdigt wird. Wenn wir nur die Verbesserung der gesamten Stoffwechsellage und seine hohe blutreinigende Wirkung berücksichtigen, ergeben sich schon viele Heilanzeigen, wie bei Gicht, Rheumatismus, Skrofulose, Hautekzemen, Flechten, Geschwülsten, Geschwüren, Blutkrankheiten, Fettsucht, Alterserscheinungen, Appetitlosigkeit, Darmträgheit, Störungen der Leber- und Gallentätigkeit sowie Brust- und Bauchwassersucht. Sehr zu empfehlen ist Löwenzahn bei Zuckerkrankheit.
Vor allem hat die Wurzel eine auflösende, erfrischende, reinigende, eröffnende, schweißtreibende und stärkende Kraft. Sie beeinflusst alle Ausscheidungen des Körpers, besonders der Galle und behebt alle Stockungen, Verlagerungen und  Verschleimungen, wirkt schmerzlos harntreibend und da sie die ermüdend wirkenden Giftstoffe aus dem Körper entfernt, wirkt die Wurzel belebend und kräftigend (tonisch).
An wirkungsvollsten und heilsamsten ist der frische Preßsaft, von dem man täglich, 2 bis 3 Esslöffel durch mindestens 3 bis 4 Wochen einnehmen sollte. Zum Teeaufguß (hauptsächlich im Winter) verwenden wir die getrockneten Blätter, Blüten und die getrockneten, fein geschnittenen Wurzeln in der Mischung 1 bis 2 Teelöffel für 1 Tasse im Aufguss, täglich 2 bis 3 Tassen schluckweise getrunken. Die Beigabe von Honig statt Zucker in den lauwarmen Tee erhöht nur noch die heilende Wirkung.
Anwendung in der Volksheilkunde
Bei wenig Heilpflanzen decken sich die wissenschaftlich medizinischen und volksheilkundlichen Anwendungen sowie beim Löwenzahn.
Zwei Verwendungsmöglichkeiten seien noch wegen ihrer gesundheilsfördernden und allgemein stärkenden Wirkung erwähnt: der Löwenzahnzahnwein und der Löwenzahnsirup.
LÖWENZAHNWEIN: 6 Liter fest zusammengepresste, trocken gepflückte und gute ausgezupte Löwenzahnblüten werden in 6 Liter brunnfrischem Wasser mit den Schalen von 2 Zitronen und 2 Orangen durch ¼ bis ½ Stunde gekocht. Hierauf seiht man die Masse durch ein Leinentüchlein, fügt dem abgeseihten Saft 3kg Zucker und den Saft auskühlen. Nun löst man in einer halbvollen Teeschale lauwarmen Wassers so viel Hefe (Germ) auf, dass eine gesättigte, breiartige Lösung entsteht. Diese Lösung vermengt  man in den ausgekühlten Saft und überlässt diesen durch 5 Tage der Gärung, am besten in Herd- oder Ofennähe. Sobald die Flüssigkeit gut durchgegärt ist, seiht man sie abermals durch ein Leinentüchlein und füllt den Saft in starke Wein- oder noch besser Sektflaschen ab. Diese müsse vorerst peinlichst sauber gewaschen und sterilisiert worden sein. Desgleichen die Korke, die sehr gut sitzen müssen und am besten mit einer Korkmaschine in die gefüllten Flaschen eingetreiben werden. Die Flaschen werden gut gebunden und gesiegelt und im Keller an dunkler Stelle, mit dem Flaschenhals nach unten in den aufgeschütteten Sand gesteckt. Nach 2 Monaten ist das Getränk trinkreif und ist fast unbegrenzt haltbar. Der richtig bereitete Löwenzahnwein ist wasserhell, sehr stark und schäumt beim Ausschenken wie Sekt.
LÖWENZAHNSIRUP (fälschlich „Löwenzahnhonig“ genannt): 3 bis 4 gehäufte Hände voll Löwenzahnblüten lässt man in 2 Liter Wasser gut kochen, seiht ab und rührt in den heißen Saft 1 ½ kg Zucker und den Saft von 2 Zitronen ein. Unter ständigem Umrühren kocht man die Flüssigkeit nochmals so lange, bis eine sirupartige, fadenziehende Masse entsteht. Diese füllt man in weithalsige Flaschen (am besten in Weckgläser). Der so gewonnene Sirup ist, wenn er sorgfältig bereitet wird, von Honig geschmacklich kaum zu unterscheiden. Er wirkt tonisch, blutreinigend und eröffnend.
Anwendung in der Homöopathie
Aus der frischen ganzen Pflanze wird eine homöopathische Essenz gegen Rheuma, Leberleiden und Zuckerkrankheit hergestellt.
Anwendung in der Küche
Die Verwendung der frischen, so vitaminreichen Blätter im Frühjahr als Salat, gemischt mit dem ersten Kopfsalat kann gar nicht genug empfohlen werden.
Zum Ausklang
Wenn der Löwenzahn im Altertum als Heilpflanze unbekannt war – weder Plinius, noch im Mittelalter die Äbtissin Hildegard von Bingen beschreibt ihn – so liegt dies wohl darin, dass man in dieser so allgemeinen Pflanze überhaupt keine Heilkräfte vermutete. Erst Hieronymus Bock liefert die erste brauchbare Beschreibung. Nach und nach kam man darauf, dass dieser Löwenzahn doch eine sehr wertvolle Heilpflanze ist.
Oder wurde das so verächtlich benannte Saubleaml erst salonfähig, weil Goethe in seinen so interessanten „Morphologischen Schriften“ den Löwenzahn erwähnt in der Beschreibung der „Spiraltendenz der Vegetation“?
In jüngster Zeit hat ein Dichter, Josef Weinheber, den Löwenzahn so treffend beschrieben, diesmal rein lyrisch in den Worten:
Keine Vase will dich. Keine
Liebe wird durch dich erhellt.
Aber deines Samens reine
Weiße Kugel träumt wie eine
Wolke, wie der Keim der Welt.
Anwendung
Die wichtigsten Wirkstoffe des Löwenzahns sind die Bitterstoffe. Sie fördern allgemein die Sekretion der Verdauungsdrüsen. Daneben wurde auch eine harntreibende Wirkung nachgewiesen, die möglicherweise auf die hohe Kaliumkonzentration zurückzuführen ist. Anwendung finden die Drogen bei Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl und Blähungen, bei Störungen im Bereich des Gallenabflusses und zur Anregung der Harnausscheidung bei entzündlichen Erkrankungen und Steinbildung. Die Volksheilkunde nutzt die Drogen außerdem als leichtes Abführmittel, bei Diabetes, bei rheumatischen Erkrankungen und Ekzemen. Verarbeitet werden auch die frischen jungen Blätter zu Frühjahrskuren als Salat, Presssaft oder als Bestandteil im Smoothie. Die im Herbst geernteten inulinreichen Wurzeln dienen (heute wieder) geröstet als Kaffeeersatz. Gegenanzeigen sind Gallensteinleiden sowie Verschluss der Gallenwege. Häufiger Kontakt mit dem Milchsaft der Pflanze kann zu Kontaktdermatitis führen. In der Volksheilkunde wird der Stängelsaft aber auch als Heilmittel bei Warzen und Hühneraugen empfohlen. Außerdem wird er im Haushaltsgebrauch gegen Warzen verwendet. Unter dem Namen Taraxacum wird der Löwenzahn homöopathisch verwendet.
 
Pflanzenkunde
Der Löwenzahn stammt aus der Pflanzenfamilie der Korbblütler und wird zehn bis 40 Zentimeter hoch. Seine unbehaarten Blätter mit den typischen Zacken sind bodennah als Rosette angeordnet. Viele einzelne tiefgelbe Zungenblüten sind in einem Blütenkörbchen zusammengefasst. Die Samen verbreiten sich mithilfe von Flughärchen, die wie kleine Schirmchen aussehen und den Löwenzahn zur Pusteblume machen. Wird das Pflanzengewebe des Stängels verletzt, sondert der Löwenzahn einen milchigen Saft ab, der Flecken auf Kleidung und Händen hinterlässt.
Den Löwenzahn findet man auf nährstoffreichen Wiesen und Äckern. Sehr gerne steht er in der Sonne. Die Wurzel reicht bis zu zwei Meter in die Tiefe – das erklärt auch, weshalb man über ihn so schwer Herr wird, wenn er sich im Garten angesiedelt hat. Ganz einfach: Der Löwenzahn kann ideal als Hausgemüse verwendet werden.
Hinweis: Ernten Sie Löwenzahn für den Verzehr nur an Stellen mit wenig Verschmutzung – nicht an Straßen- oder Wegrändern!
 
Pflanzenbeschreibung
Der Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 10cm bis 30 cm erreicht und in allen Teilen einen weißen Milchsaft enthält. Seine bis zu 1 Meter (selten auch bis 2 Meter) lange, fleischige Pfahlwurzel ist außen dunkelbraun bis schwarz. Sie geht in eine kurze, stark gestauchte Sprossachse über, auf der die Blätter dicht in einer grundständigen Rosette stehen. Nach einer Verletzung des Vegetationspunktes regeneriert sich die Pflanze aus der Wurzel und bildet dann meist mehrere Blattrosetten. Die 10 bis 30 cm langen Blätter sind eiförmig bis eilanzettlich, unregelmäßig stark gelappt und tief eingeschnitten und gezähnt. Einschnitte und Zähne sind von der Basis bis zu etwa zwei Drittel der Länge stark, weiter zur Blattspitze häufig geringer ausgeprägt. Den Blattachseln entspringen meist mehrere, bis zu 60 cm lange Blütenstandsstiele. Jeder ist eine blattlose, außen schwach befilzte, hohle Röhre. An ihrem oberen Ende stehen dicht spiralig verteilt 30 bis 40 abstehende Hochblätter, die bald austrocknen. Darüber bildet ein Wirtel aus Hüllblättern einen anfangs geschlossenen Schutz um die Blütenstandsknospe. Die Hüllblätter öffnen und schließen sich schützend mit dem Blütenstand und bleiben bis zur Fruchtreife grün. Der Blütenstand ist eine Scheinblüte, in dem viele gelbe Zungenblüten zu einem tellerförmigen Körbchen von etwa drei bis fünf Zentimeter Durchmesser zusammengefasst sind. In ihm öffnen sich die Einzelblüten ringförmig von außen nach innen. In der mehrere Tage währenden Blütezeit schließt sich der Blütenstand jeweils bei Nacht, Regen oder Trockenheit und schließlich beim Verblühen. Nach mehreren Tagen öffnen sich die Hüllblätter letztmals bei Fruchtreife und entlassen zuerst die eingetrockneten und abgestoßenen Blütenhüllen der Zungenblüten. Die Früchte, schlank tonnenförmige, mit haarigen Flugschirmen (Pappus) ausgestattete Achänen, werden durch den Wind ausgebreitet (Schirmflieger). Im Volksmundträgt die Pflanze daher auch den Namen Pusteblume. In Mitteleuropa ist die Hauptblütezeit von April bis Mai. In deutlich geringerer Anzahl erscheinen Blüten auch noch bis in den Herbst. Da einige Merkmale sehr plastisch sind, können sich die einzelnen Pflanzen stark den jeweiligen Standorten anpassen. So produzieren Pflanzen an ungestörten Standorten lange, schräg aufrecht gehaltene Blätter und bis zu 50 cm lange, aufrechte Blütenstandstiele. Pflanzen auf begangenen Wegen oder häufig gemähten Wiesen haben dagegen viel kürzere, dicht dem Boden aufliegende Blätter und niederliegende, manchmal nur wenige Millimeter lange Blütenstandstiele.
Fast überall gedeiht der Löwenzahn, ohne daß wir etwas dafür tun müssten.
Im zeitigen Frühjahr reckt er seine gezackten länglichen Blätter in einer Rosette aus dem Erdreich. Daraus wächst ein runder hohler Stängel, der bis zu 30 cm hoch wird. Dieser Stängel enthält einen weißen Saft. Schon bald sprießen auf diesen Stängel leuchtend gelbe Korbblüten, die die Wiesen in das herrliche Gelb des Frühlings tauchen. Nach kurzer Zeit entwickeln sich diese Blüten zu den bekannten runden Pusteblumen, die Kinder so gerne über die Wiesen blasen. An jedem der kleinen Schirme hängt ein Samen für eine neue Löwenzahnpflanze.
Botanik
Der Löwenzahn wird zumeist nur als ein lästiges Unkraut angesehen, birgt aber bedeutende Heilkräfte in sich. Die fleischige, lange und vielköpfige Wurzel ist, wie die ganze Pflanze, stark milchig. Der Milchsaft ist nicht, wie manchmal angenommen wird, giftig. Die Blätter entwickeln sich am Boden zu einer Rosette und richten sich erst später auf. Ihre Form ist sehr veränderlich, von glatten Rändern bis zu den ausgezacktesten Sägeformen. Der runde, röhrenförmige Schaft wird bis 20cm hoch und hat einen gelben Blütenkopf, der sich nachts oder bei Regenwetter schließt. Nach der Blüte erscheinen die fallschirmartigen Samen, zu einer luftigen Kugel angeordnet.
Geruch und Geschmack
Die Wurzel schmeckt frisch vor der Blütezeit süßlich-bitter, getrocknet schleimig-süßlich. Nach der Blüte oder gegen Ende der Blüte herrscht der bittere Geschmack vor. In guter Gartenerde gedeiht die Wurzel besonders und wird auch im Geschmack süßer. Die Wurzel ist fast geruchlos. Die Blüten haben einen feinen süßlichen Geruch und Geschmack.
Blütezeit
April, Mai, vereinzelt nochmals im Herbst.
Standort
Der Löwenzahn ist auf allen Rainen, Wiesen und Grasflächen anzutreffen.
 
Aussäen und pflanzen
Löwenzahn steht in den letzten Jahren wieder häufiger auf dem Speiseplan, wodurch viele Gärtner dem Kraut ein Fleckchen im Gartenbeet oder auf dem Balkon zugestehen. Der Anbau von Löwenzahn ist grundsätzlich sehr einfach, wobei einige kleine standortspezifische Bedingungen beachtet werden sollten.
Standort
Am besten wächst der Löwenzahn an Standorten mit nährstoffreichen, gut durchlüfteten und humosen Böden. Angebaut werden kann die als Kuhblume bezeichnete Pflanze sowohl in sonnigen als auch halbschattigen Lagen. In sonnigen Lagen wächst Löwenzahn meist besser und bildet eine größere und gesündere Blattmasse aus.
Aussaat
Die beste Zeit zur Aussaat von Löwenzahn sind die Monate März bis Ende Mai, wobei auch im Spätsommer von September bis Anfang Oktober ausgesät werden kann. Die Aussaat im Frühjahr sollte im Gewächshaus oder auf der Fensterbank passieren, so dass die Pflänzchen dann ab Anfang Juni ins Gartenbeet oder in einen großen Topf umpikiert werden können. Wird im Spätsommer ausgesät, können die Samen direkt im Freiland eingestreut werden. Als Lichtkeimer sollten die schwarzen Samen nicht tiefer als 1 cm in den Boden gedrückt werden. Eine Bedeckung mit Erde sollte zwingend erfolgen, d.h. die Samen nicht einfach auf den Boden auflegen. Wird im Gartenbeet angepflanzt, ist ein Saatabstand von wenigstens 30 x 30 cm empfehlenswert. Bei sachgemäßer Anwendung erscheinen die Keimlinge in der Regel nach zwei bis drei Wochen.
Die Aussaat von Löwenzahn auf dem Balkon ist grundsätzlich möglich. Allerdings sollten tiefe Töpfe gewählt werden, da die Pflanze ausgedehnte Pfahlwurzeln entwickelt. In der Regel genügt handelsübliche Blumenerde. Steht etwas Kompost zur Verfügung kann die Erde damit gern vermischt werden.
Düngen
Wächst der Löwenzahn in einem nährstoffreichen oder vorgedüngtem Boden ist für das erste Pflanzjahr keine weitere Düngung notwendig. Im zweiten Jahr ist die Einarbeitung von etwas Kompost empfehlenswert und meist auch vollkommen ausreichend. Für Balkon- oder Kübelbepflanzungen können Düngerpellets oder auch leichte Gaben organomineralischer Kräuterdünger verwendet werden. Wird ein Flüssigdünger verwendet, sollte dieser immer ausreichend verdünnt werden. Wächst der Löwenzahn in Kübeln, sollte alle sechs Wochen gedüngt werden (insofern keine Pellets mit Langzeitwirkung eingearbeitet wurden).
Gießen
Bei der Wasserversorgung sollte darauf geachtet werden, dass der Boden bzw. die Erde immer leicht befeuchtet ist. Löwenzahn ist häufig sogar eine Zeigerpflanze für nasse und verdichtete Böden, wie sie z.B. häufig in städtischen Flächen angetroffen werden. Staunässe verträgt der Löwenzahn. Ein kurzzeitiges Austrocknen wird gelegentlich toleriert, sollte aber nach Möglichkeit vermieden werden. An besonders heißen Tagen kann es daher erforderlich sein, die Löwenzahnpflanzen bis zu zweimal täglich zu gießen (am besten Morgens und Abends).
Überwinterung
Löwenzahn ist winterhart und bedarf keiner gesonderten Behandlung. Die oberflächennahen Blätter sterben ab, wobei die ausgedehnte Pfahlwurzel im Boden verbleibt und im Folgejahr neue Triebe bildet.

BACHBLÜTE BEECH
Andere Menschen finde ich unausstehlich
Sie finden ihre Mitmenschen unausstehlich
Die Bachblüte kann das unausstehliche lindern

BACHBLÜTE CENTAURY
Ich lasse mich leicht manipulieren               
Diese Menschen lassen sich von ihren Mitmenschen allzu leicht manipulieren
Hier lassen sie sich kaum mehr manipulieren

Hildegard – eine Ganzheitsmedizinern
Positive Kraft für die Seele
Hildegard von Bingen hat eine lange Reihe von so genannten Kräftepaaren aufgestellt, wo sie einer positiven Kraft eine negative zuordnet. Mitgefühl steht dagegen Unbarmherzigkeit, Geduld gegen Zorn, Hoffnung gegen Verzweiflung. Wer nun seiner Krankheit auch seelisch auf die Spur kommen will, geht diese Liste durch, macht sozusagen seelische Bestandsaufnahme und ordnet die Kräfte zu. negative Kräfte rauben, so sagt Hildegard, die Energie. Es gilt, das Negative zu erkennen und auzumerzen.
Ein Prozess der Veränderung, der nicht von einem Tag auf den anderen passieren wird, der hart erarbeitet werden will. Aber wenn dann aus Streitsucht Friede wird, aus Ungerechtigkeit Gerechtigkeit und aus Weltenschmerz Himmlische Freude, kann auch die grünende Lebenskraft im Menschen wieder wachsen. Und diese Kraft ist auch nötig, um gesund zu sein.
Das Einssein mit dem Kosmos
Die große Hildegardthese vom Einssein mit sich, mit dem Kosmos, mit Gott, hat in der modernen Sprache eine andere, möglicherweise leichter verständlichere Definition. Es ist „die Suche nach der Mitte“, die angestrebt werden soll.
Wer seine Mitte findet, ruht in sich und das ist wohl in etwa das, was Hildegard von Bingen mit ihrem Einssein meint. Dieses Suchen ist ein lebenslanger Prozess. Einmal gelingt er, dann fühlt man sich wunderbar. Doch bald kommt die nächste Krise, beutelt einen so richtig durch und schon ist man wieder aus dem Lot.
Die Mitte ist nichts Bleibendes, nichts Festes. Sie ist wie der Mensch, zu dem sie gehört – ständig in Bewegung und will immer neu gefunden und gestärkt werden.

Stoffwechselkrankheiten
Magerkeit
Ganz anders verhält es sich jedoch bei den Leuten mit krankhafter Magerkeit:
Die einen klagen über Appetitlosigkeit und Schwächegefühl, fühlen sich selten eigentlich wohl und kräftig, die andern klagen über die verschiedensten körperlichen Gebrechen und erzählen von Rückenleiden, heftigen Kopfschmerzen, Schmerzen in den Füßen usw. Sie vertragen in der Regel keine gesunde, kräftige Kost und darum ist auch der ganze Körper recht gebrechlich.
Kneipp empfiehlt hier folgende Wasserbehandlungen:
Bei den krankhaft Mageren ist es notwendig, einerseits allgemein auf den ganzen Körper einzuwirken, damit er abgehärtet, gekräftigt und gefestigt werde und andererseits die Hauptgebrechen nach und nach zu beseitigen. Jeder, der über Magenleiden klagt, muß dafür sorgen, daß der Magen besser verdaut und daß durch erhöhte Muskeltätigkeit des Körpers alles Krankhafte ausgeschieden wird. Denn auf jeden Fall ist entweder der Magen nicht in Ordnung oder es ist die Untätigkeit des Organismus so groß, daß die Natur nicht imstande ist, die Kost gehörig zu verarbeiten und auszunützen.

Zurück zum Seiteninhalt