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SCHARBOCKSKRAUT t
Das Scharbockskraut ist im zeitigen Frühjahr oft die erste Grünpflanze, die in großen Massen in lichten Wäldern auftritt. Die Blätter des Scharbockskrautes bilden manchmal ganze Teppiche, dort wo sie wachsen. Nach den glänzenden Blättern erscheinen leuchtend gelbe Blüten, die dem Blätterteppich zwar ein fröhliches Leuchten hinzufügen, aber auch anzeigen, dass die Scharbockskraut-Blätter von nun an leicht giftig sind. Vorher kann man die Blätter des Scharbockskrautes bei Frühjahrsmüdigkeit in Salaten essen. Das Scharbockskraut, auch Feigwurz oder Frühlings-Scharbockskraut genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfußgewächse. Es ist ein Frühjahrsblüher. Sein deutscher Trivialname leitet sich von Scharbock (Skorbut) ab, da seine Vitamin-C-haltigen Blätter gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden.
Das Scharbockskraut ist einer der ersten Frühblüher im ausklingenden Winter und erfreut sowohl Insekten als auch Wildkräuterliebhaber mit seinen imposanten gelben Blüten. Aufgrund seines reichen Vitamin-C-Gehalts galt das Scharbockskraut im Mittelalter bis hin zur frühen Neuzeit als eines der wichtigsten Heilpflanzen gegen die gefürchtete Skorbut. Als Wildkraut kommt es heute noch gelegentlich auf den Teller. Als Heilkraut hingegen wird das Hahnenfußgewächs kaum noch verwendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Nicht überdosieren! Frühjahrsmüdigkeit, Vitamin C Mangel, Hautunreinheiten, Hämorrhoiden (Sitzbad), Warzen, blutreinigend
wissenschaftlicher Name: Ranunculus ficaria
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Pileworth
volkstümliche Namen: Butterblume, Feigwurz, Fiegwurz, Frühlingssalat, Frühsalat, Gichtblatt
falsche Schreibweisen: Schabockskraut
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Brutknospen, Wurzel
Inhaltsstoffe: Vitamin C, Anemonin, Protoanemonin, Saponine, Gerbstoff
Sammelzeit: Frühling: März bis April
 
Anwendung
Achtung! Die Blätter des Scharbockskrauts sollten nur vor der Blüte und nicht in großen Mengen eingenommen werden. Sie enthalten eine kleine Menge giftige Scharfstoffe, die beim Aufblühen vermehrt   vorhanden sind.
Frische Blätter
Scharbockskrautblätter können im Wildpflanzensalat in kleinen Mengen gegessen werden. Da sie viel Vitamin-C enthalten, helfen sie bei Vitamin-C Mangelerscheinungen und Frühjahrsmüdigkeit. Der Geschmack der Blätter ist würzig, scharf und etwas herb, was sie zu einer guten Würze im Wilkräutersalat macht. Man kann die kleingehackten Blätter auch auf Brot oder im Kräutertopfen verwenden.
Getrocknete Blätter
Aus getrockneten Scharbockskrautblättern kann man einen Tee kochen, der innerlich eingenommen bei Hautleiden, u.a. Hautunreinheiten hilft. Zusätzlich kann man diesen Tee für Waschungen verwenden. Als Sitzbad kann Scharbockskrauttee bei Hämorrhoiden helfen. Bei getrockneten Blättern sind die giftigen Wirkstoffe abgebaut.
Wurzelknollen
Da die Wurzelknollen ähnlich wie Feigwarzen aussehen, wurden sie traditionell bei Warzen verwendet. Der scharfe Saft der Wurzelknollen kann Warzen tatsächlich quasi wegätzen.
Blütenknospen
Die Knospen der Blüten kann man ernten und in Essig einlegen. Man kann sie als Ersatz für Kapern verwenden.
Brutknospen
Die Brutknospen, die aufgrund ihres Aussehens auch Himmelsgerste, himmlisches Manna oder Himmelsbrot genannt werden, hat man früher in schlechten Zeiten zusammen mit den Wurzelknollen getrocknet und zu Mehl vermahlen.
Scharbockskraut als Heilkraut
In der heutigen Naturheilkunde hat das Scharbockskraut kaum noch Bedeutung. Früher wurden die Blätter des Krauts gegen die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut verwendet. Diese Nutzung lässt sich heute noch aus dem Namen der Pflanze ableiten: Der altdeutsche Name Scharbock bedeutet übersetzt kurz und knapp Skorbut. Die Pflanze galt vor allem im ausklingenden Winter sowie im frühen Frühjahr als Hauptpflanze bei Schiffs- und Versorgungsreisen sowie bei vielen ärmeren Menschen. Die Pflanze kam flächendeckend reichlich vor und ließ sich leicht ernten. Sie stellte die Versorgung mit Vitamin C direkt nach den kalten Wintertagen sicher. Aufgrund des nicht zu vernachlässigenden Gehalts an Protoanemonin sind jedoch häufig Magen- und Darmbeschwerden aufgetreten.
Scharbockskraut als Küchenkraut
Das Scharbockskraut ist eines der bekanntesten Wildkräuter des Frühlings. Im Mittelalter waren die Blätter der Pflanze als Rohkost eine willkommene und vitale Abwechslung von der meist eintönigen Winterspeisekarte. Heute wird die Pflanze vor allem von Wildkräuterliebhabern und einigen Salatliebhabern gern gegessen.
Die Blätter des Scharbockskrauts schmecken angenehm pfeffrig, leicht säuerlich und dezent bitter. Die jungen Blätter im Vorfrühjahr gelten als die Schmackhaftesten. Scharbockskrautblätter können in Wildkräutersalaten, Kräuterquarks, Kräuterbutter oder als Topping für Gemüsebrotaufstriche verwendet werden.
Wer viel von dem Kraut isst, sollte bedenken, dass vor allem die älteren Blätter etwas Protoanemonin enthalten. Dieser Stoff kann zu Magen- und Darmreizungen und bei höherer Dosierung auch zu Vergiftungserscheinungen führen. Bei normaler Verzehrmenge sind jedoch keine unangenehmen Wirkungen zu erwarten. Jüngere Blätter enthalten grundsätzlich nur sehr geringe Mengen des Stoffs, so dass diese bevorzugt gesammelt werden sollten.
Das Trocknen des Krauts bringt keine geschmacklichen Vorteile mit sich. Allerdings wird das Protoanemonin durch die Trocknung unschädlich gemacht.
Nutzpflanze
Wenn man die jungen Blätter erntet, bevor die Blüten kommen, kann man sie als kleine Beigabe zu Salaten oder Quark nehmen. Sie bereichern das Essen mit einem herben, etwas scharfen Geschmack. Nur vor der Blütezeit scheinen sie so wenig Protoanemonin zu enthalten, dass sie in mäßigen Mengen unbedenklich genossen werden können. Die Menge der Protoanemonine ist jedoch nicht allein von der Blütezeit abhängig, sondern auch von Standort und Bodenbeschaffenheit. Der energiereichste Teil des Scharbockskrautes sind die kleinen weißen Speicherknöllchen in den Blattachseln sowie an den Wurzeln. Tritt bei einem Geschmackstest ein stechendbitterer Geschmack auf, sollten die gesammelten Pflanzenteile vor Verzehr getrocknet werden, um sie zu entgiften. Gefährlich sind Verwechslungen mit anderen Hahnenfuß-Gewächsen, da diese wesentlich größere Mengen an Giftstoffen enthalten. Scharbockskraut gehörte früher zum Reiseproviant auf Seereisen und wurde von Seefahrern gegessen, die meist kein frisches Gemüse und Obst zu Verfügung hatten. Scharbockskraut enthält sehr viel Vitamin C und verhinderte dadurch Skorbut, eine Vitamin-C-Mangelkrankheit, die Seefahrer früher auf ihren langen Reisen bedrohte. Der Name Scharbockskraut leitet sich von Scharbock ab, eine alte Bezeichnung für Skorbut. Heute hat das Scharbockskraut in der Heilkunde keine Bedeutung mehr.
 
Geschichtliches
Früher als Skorbut noch verbreitet war, galten die Blätter des Scharbockskrautes als Heilmittel gegen Skorbut. Daher stammt auch der Name Scharbockskraut, denn Scharbock ist eine alte Bezeichnung für Skorbut. Die frühere Anwendung des Scharbockskrautes bei Feigwarzen beruhte auf der Signaturenlehre. Die Wurzelknolle sieht Feigwarzen nämlich ziemlich ähnlich und die Signaturenlehre sucht die Einsatzzwecke einer Heilpflanze an-hand der Ähnlichkeiten einer Pflanze oder ihrer Teile.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Scharbockskraut ist eine frühjahrsgrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 cm erreicht. Es werden jährlich neu etwa 1 bis 2cm lange, feigwarzen-ähnliche Wurzelknollen als Stärkespeicher gebildet. Die Erneuerungsknospen bilden sich an dem dicht unter der Oberfläche liegende Rhizom. Der niederliegende bis aufsteigende, hohle Stängel ist kahl. Die ungeteilten Laubblätter besitzen lange Blattstiele. Die einfache Blattspreite ist herz- bis nierenförmig und oft fettig-glänzend mit gekerbtem Blattrand. Auffallend sind ihre einzeln stehenden und lang gestielten, goldgelben und sternförmigen Blüten, die einen Durchmesser von 1,5 bis 6 cm besitzen. Es sind drei, selten fünf kelchblattartige Hüllblätter vorhanden. Es sind acht bis elf Kronblätter vorhanden, welche im botanischen Sinne blumenblattartige Nektarblätter sind. Ihre auffällige Färbung lockt zur Blütezeit (März bis Mai) zahlreiche Insekten an, die am Blütenboden Nektar finden. Bei Berührung der zahlreichen Staubblätter erfolgt die Bestäubung. Im Unterschied zu den echten Hahnenfüßen Ranunculus s. str. haben die Nüsschen eine verlängerte Basis, der Griffel (Schnabel) ist reduziert.
Das Scharbockskraut ist in lichten Wäldern Mittel- und Nordeuropas heimisch. Auch auf Wiesen und in Gebüschen kommt es stellenweise wie in großen Teppichen vor, so häufig ist es dort. Im zeitigen Frühjahr ist das Scharbockskraut oft die erste Pflanze, die aus dem Boden sprießt, deutlich bevor die Bäume Blätter bekommen. Aus fleischigen Wurzelknollen, die an Feigwarzen erinnern, wachsen mehrere Stiele mit herzförmigen Blättern an deren Ende. Die Blätter können auch nierenförmig sein, sie sind gesägt oder gezähnt und glänzend. Oft stehen die Blätter so dicht, dass sie den Boden vollständig bedecken. Nach einer Weile entfalten sich gelbe Blüten an extra Stängeln. Die Blüten haben viele Blütenblätter, die sternförmig angeordnet sind. Ab dem Erscheinen der Blüten steigt der Giftgehalt der Blätter deutlich an, daher sollten die Blätter ab der Blütezeit nicht mehr verwendet werden. Obwohl viele Insekten die Blüten besuchen, bilden sich kaum Samen. Stattdessen entstehen in den Blattachseln der unteren Blätter kleine Brutknospen. Aus diesen Brutknospen wachsen später neue Pflanzen. Bei starkem Regen werden diese Brutknospen oft zusammengeschwemmt, sodass es aussieht als hätte es Weizen geregnet, denn die Brutknospen ähneln Getreidekörnern. Manchmal werden sie auch Himmelsgerste genannt, weil sie in schlechten Zeiten auch der Ernährung dienten. Ab Ende Mai ziehen sich die oberirdischen Bestandteile des Scharbockskraut in die Erde zurück.
Merkmale des Scharbockskraut
Das Scharbockskraut ist ein typisch krautiger und mehrjähriger Bodenkriecher. In der Regel erreicht die Pflanze Wuchshöhen bis zu 30 cm. Im Boden bildet Ficaria verna kleine keulenartige Wurzelknollen aus, die als Speicherorgane für Stärke dienen. Die Wurzeln, die außerdem kleine beigefarbene Wurzelhaare besitzen, liegen flach kurz unter der Bodenoberfläche an.
Die Blätter des Scharbockskraut haben sind leicht herzförmig und meist dunkelgrün gefärbt. Der Blattrand ist schwach gesägt oder zumindest gekerbt. Jedes Blatt verfügt über einen ist mit einem langen Stiel mit dem Hauptsproß verbunden. Die Blattoberfläche ist unbehaart, glänzend und zeigt eine zellförmige Blattnervatur auf.
Als typischer Frühblüher bildet das Scharbockskraut seine auffallend, leuchtend gelben Blüten bereits im März aus und blüht meist bis weit in den Mai hinein. Jede Blüte enthält meist acht Kronblätter, selten bis zu elf. Im Zentrum der Blüte finden sich zudem zahlreiche Staubblätter, die ebenfalls gelb gefärbt sind und reichlich Pollen enthalten. Für viele Insekten wie Bienen stellt das Scharbockskraut im Frühling eine der ersten Nahrungsquellen dar.
Zur Fruchtreife bilden Scharbockskräuter kleine grüne Nüsschen aus. Jede Pflanze enthält in der Regel bis zu 6 Nussfrüchte.
 
Anbautipps
Feuchte und schattige Stellen im Garten sind geeignet, um dort das Scharbockskraut anzubauen. Weil es an seinen natürlichen Standorten meistens überreichlich vorkommt, kann man die Wurzelknollen ausgraben und im eigenen Garten eingraben, sofern man die Erlaubnis des Waldbesitzers hat und sich der Standort nicht um ein Naturschutzgebiet handelt. Im Laufe mehrere Jahre wird sich das Scharbockkraut im Garten ausbreiten, wenn es sich am neuen Standort wohl fühlt.
Scharbockskraut - Anbau und Pflege
In einigen Gärten wird das Scharbockskraut als Frühjahrskraut, meist zusammen mit anderen Pflanzen wie dem Leberblümchen oder der Schlüsselblume angebaut. So erfreuen sich viele Gärtner an den farbenfrohen und leuchten Blumen kurz nach der Winterzeit. Der Anbau des bodenkriechenden Krauts ist recht einfach. Werden die Standortvorlieben des Feigwurzes beachtet, benötigt die Pflanze kaum Pflege. Beachtet werden muss jedoch, dass das Scharbockskraut sich freudig vermehrt.
Standort
Scharbockskräuter sind äußerst anpassungsfreudig. Sie tolerieren sowohl sonnige als auch halbschattige und schattige Standorte. Bevorzugt werden jedoch Lagen, die wenigsten vier bis sechs Stunden täglich mit der Sonne in Kontakt kommen. Der Boden sollte nährstoffreich, immer etwas feucht (nicht nass!) und humos sein. Sandige Böden sind eher nicht geeignet, da diese Bodenarten Wasser und Nährstoffe nur schlecht halten können. Soll die Pflanze in einem Kübel oder einem Pflanzgefäß wachsen, empfiehlt sich handelsübliche Blumererde. Typische Kräutererden sind in der Regel ungeeignet bzw. müssen noch mit Nährstoffen optimiert werden.
Aussaat und Kultivierung
Die Samen des Scharbockskraut können bereits im Oktober ausgesät werden. Die Pflanze ist Kaltkeimer und benötigt Frost um austreiben zu können. Es wird empfohlen, das Kraut direkt im Freiland auszusäen. Bei der Aussaat sollte ein Pflanzabstand von etwa 20cm je Pflanze gehalten werden. Die Kultivierung mit Frischpflanzen ist deutlich einfacher.
Gießen
Der Wasserbedarf des Scharbockskraut ist leicht erhöht. An warmen Apriltagen kann es notwendig sein, etwas öfter zu gießen. Der Boden sollte stets leicht feucht, nicht aber nass sein. Staunässe verträgt Ficaria verna nicht. An normalen März- und Apriltagen ist meist keine besondere Bewässerung notwendig.
Düngen
Bei eher nährstoffarmen Boden kann ab Oktober Kompost oder ein guter organischer Dünger (z.B. Rinderdungpellets, organische Flüssigdünger) mit ausgewogenem N-P-K Verhältnis in die Erde gemischt werden. Es genügen nur wenige Düngegaben. Sind die Böden bereits nährstoffreich, ist eine zusätzliche Düngung in der Regel nicht erforderlich.
Pflege
Besondere Pflege benötigt das Kraut nicht. Scharbockskräuter blühen bis etwa Mai und verlieren im Anschluss vollständig die Blätter. Die Pflanze überdauert dann in Form der Knolle im Boden. Bei längerer Kulturdauer ist mitunter eine Bestandskürzung angeraten, da sich das Scharbockskraut schnell durch vegetative Ausläufer vermehrt.
Überwinterung
Das Scharbockskraut ist an unser Klima angepasst und an kalte Klimate gewohnt. Es sind keine Maßnahmen zur Überwinterung notwendig.
 
Sammeltipps
Obwohl die Blüten das auffälligste am Scharbockskraut sind, werden sie nicht verwendet. Sie helfen jedoch beim Auffinden der Pflanze, weil sie so kräftig leuchten. Allerdings ist es für eine Ernte der Scharbockskraut-Blätter dann leider schon zu spät. Man kann sich die Stelle jedoch für das Folgejahr merken.
Die Blätter des Scharbockskrautes werden nämlich vor der Blüte geerntet. Man pflückt die Blätter einzeln. Am besten werden sie frisch als Teil eines Wildkräutersalates verwendet, aber nur in eher kleinen Mengen, wegen der enthaltenen Scharfstoffe. Getrocknet kann man die Scharbockskrautblätter zwar als Tee verwenden, aber ihre Heilwirkung ist von eher geringer Bedeutung. Wenn sich die Knospen der Blüten zeigen, kann man sie sammeln und als Kapernersatz in Essig einlegen.
Achtung! Verwechslungsgefahr! Die Blätter des Scharbockskrautes   ähneln denen der mittelstark giftigen Haselwurz, die jedoch eher selten ist, außer in Österreich. Daher ist es wichtig, dass man den Standort des Scharbockskrautes schon im Vorjahr anhand der Blüten kennenlernt. Die Blüten der Haselwurz sind rot und glockenförmig.

WIESEN-BÄRENKLAU
Der Wiesenbärenklau wächst häufig auf Wiesen und fällt dort durch seinen kräftigen Wuchs auf. Er erinnert entfernt an Angelika, ist aber deutlich kleiner. Empfindliche Menschen können nach Berührung der Blätter oder Früchte Ausschläge bekommen, die sogenannte Wiesendermatitis. Die jungen Blätter und Triebe können jedoch als Wildgemüse gegessen werden. In der Volksheilkunde wird das oberirdische Kraut und der Wurzelstock verwendet. Der oder gelegentlich auch die Wiesen-Bärenklau, auch Gemeine Bärenklau genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler. Sie ist im Gegensatz zum Riesen-Bärenklau in Europa heimisch. Weil die lappig gestielten und behaarten Blätter Tierfüßen ähneln, hat diese auch Bärentap(p)e genannte Pflanzenart den Namen Bärenklau („Bärenklaue“) erhalten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung Hautallergien möglich! beruhigend, harntreibend, schleimlösend, Husten, Asthma, Verdauungsschwäche, Blähungen, Durchfall, Gelbsucht, Blasenentzündung, Nierensteine, Bettnässen, Menstruationsbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Heracleum sphondylum
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Meadow Parsnip or Cow Parsnip
volkstümliche Namen: Echter Bärenklau, Gemeiner Bärenklau
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Furocumarin, Pimpinellin, Xanthotoxin
Sammelzeit: Kraut: Juni bis September, Wurzelstock: Herbst und Frühjahr
 
Anwendung
Die Anwendung des Bärenklaus in der Volksmedizin ähnelt der Anwendung der Engelwurz. Der Wiesen-Bärenklau gilt jedoch als weniger wirksam und wird nicht so geschätzt wie die Engelwurz. Man kann das Kraut und die Wurzeln des Bärenklaus als Tee oder als Tinktur verwenden.
Nach Berührung der Pflanze können unangenehme Rötungen und Schwellungen der Haut auftreten (Wiesen-Dermatitis). Sie werden durch die lichtempfindlich machenden Furocumarine verursacht. Von dieser Stoffklasse sind in den Wurzeln Pimpinellin, Isopimpinellin, Sphondin und Bergapten enthalten, in den Früchten außerdem Xanthotoxin und Imperatorin. Unreife Früchte besitzen den höchsten Furocumaringehalt. Junge Blätter sind ein gutes Viehfutter z. B. für Kaninchen. Für hellhäutige Tiere ist bei der Verfütterung großer Mengen jedoch Vorsicht geboten, weil durch den Furocumaringehalt des Krauts bei Sonnenbestrahlung auch hier entzündliche Hautreaktionen auftreten können.
Verwendung in der Kräuterküche
Die Wiesen-Bärenklau ist jung ungiftig. Junge Blätter und Sprosse werden daher vom Menschen als Wildgemüse genutzt. In der osteuropäischen Küche ist Wiesen-Bärenklau ein Hauptbestandteil für Borschtsch. Bei größeren Exemplaren kann der Stiel geschält und roh gegessen oder zu Kompott verarbeitet werden. Empfindliche Personen sollten beim Schälen der haarigen, stacheligen Stängel Handschuhe tragen, um Hautreizungen zu vermeiden.
Atmungsorgane
Der Wiesen-Bärenklau wirkt schleimlösend und beruhigend. Seine ätherischen Öle befreien die Atemwege. Daher kann man den Bärenklau bei Husten und sogar bei Asthma verwenden.
Verdauungsorgane
Der Bärenklau stärkt die Verdauungsorgane. Man kann ihn bei Blähungen und Durchfall einsetzen und auch zur allgemeinen Stärkung der Verdauung.
Verschiedene Einsatzzwecke
Bärenklau hilft auch bei Blasenentzündungen und Nierensteine. Auch bei Bettnässen wird er von der Volksheilkunde verwendet. Außerdem kann man ihn bei Menstruationsbeschwerden einsetzen.
Küche
Junge Blätter und Triebe kann man als Wildgemüse und Wildsalat essen. Die jungen Triebe erinnern etwas an Spargel. Auch die Blütenstängel vor der Blüte können als Gemüse oder Suppeneinlage gekocht und gegessen werden. Die Wurzeln kann man kochen. Die Stiele von größeren Pflanzen können geschält und als Kompott verarbeitet oder roh gegessen werden. Die Stängel der Blätter kann man bündeln und trocknen lassen bis sie gelb werden. An den getrockneten Stängeln bildet sich eine süße Substanz, die als besondere Leckerei gilt. Wer empfindliche Haut hat, sollte zur Verarbeitung des Wiesen-Bärenklaus Handschuhe tragen.
Achtung! Der Wiesen-Bärenklau kann bei empfindlichen Menschen durch den Kontakt mit der Pflanze eine Wiesendermatitis hervorrufen, vor allem im Zusammenhang mit Sonnenbestrahlung der Haut. Empfindliche Menschen sollten den Hautkontakt zum Bärenklau meiden und nötigenfalls Schutzbekleidung anziehen, wenn ein Hantieren mit dem Bärenklau nötig ist.
       
Geschichtliches
Früher wurden die Wurzeln des Bärenklaus als Aphrodisiakum verwendet. Der Wiesen-Bärenklau war auch ein häufiger Bestandteil des Kräuterstraußes, der Anfang August zu Mariä Himmelfahrt im Rahmen der Kräuterweihe gesegnet wurde. Ansonsten ist aus der Geschichte des Wiesen-Bärenklaus nicht sehr viel bekannt. Möglicherweise liegt das daran, dass er eine Pflanze Mitteleuropas ist und nicht aus den Mittelmeerländern eingeführt wurde, wie die meisten anderen bekannten Heilpflanzen. In den mittelalterlichen Klostergärten wurden die importierten Pflanzen mehr geachtet als heimische Heilkräuter. Außerdem gibt es ja auch noch die heimische Engelwurz (Angelika), die den Wiesenbärenklau an Größe und Heilkraft übertrifft.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Wiesen-Bärenklau ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1,5 Metern erreicht. Die Grundachse ist dick, verzweigt und tiefwurzelnd. Die Pflanze verströmt einen unangenehmen Geruch und enthält reichlich ätherische Öle. Der Stängel ist kantig gefurcht. Die Laubblätter sind drei- bis vierfach fiederschnittig. Die Blätter haben eine große, als Knospenschutz dienende Blattscheide. In einem doppeldoldigen Blütenstand stehen viele Blüten. Ihre Blüten sind weiß, oft leicht grünlich oder hellrosa überlaufen. Der Nektar liegt ähnlich wie beim Wiesenkerbel offen in der Blüte und ist daher auch für kurzrüsselige Insekten gut erreichbar. Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die Früchte sind geflügelte Doppelachänen. Die Früchte reifen zwischen Juli bis September. Der Wiesenbärenklau blüht von Juni bis September.
Der Wiesen-Bärenklau ist in Mitteleuropa heimisch. Bärenklau ist eigentlich die Bezeichnung für eine ganze Gattung. Der Wiesen-Bärenklau auch Echter Bärenklau genannt, ist die Art, um die es hier geht. Er wächst, wie der Name schon sagt, auf nährstoffreichen Wiesen, aber auch an Bachufern, in Gräben, an Feldrändern und in lichten Wäldern. Dort wo er vorkommt, ist er eine häufige Pflanze. Die zwei- oder mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch, ist meistens aber etwas über kniehoch. In Bodennähe wächst eine Rosette aus großen, gelappten, fiederschnittigen Blättern. Ab Juni treiben kantige, verzweigte Stängel aus, an denen sich große Doldenblüten entwickeln. Die weißlichen Blüten sind doppelt doldig, denn sie setzen sich aus lauter kleinen Dolden zusammen. Die Blüten werden vorwiegend von Fliegen und Käfern bestäubt. Später entwickeln sich geflügelte Samen, die sich durch die Luft, übers Wasser oder durch Weidetiere verbreiten. Der Wiesen-Bärenklau ist aufgrund der Größe leicht von seinem großen Bruder, dem Riesen-Bärenklau zu unterscheiden, der bis zu vier Meter hoch wird und aufgrund seines hohen Gehalts an Furocumarinen in gefährlichem Masse zu Hautausschlägen führen kann. Diese Gefahr ist beim kleineren Wiesen-Bärenklau zwar auch vorhanden, aber in deutlich geringerem Masse.
 
Sammeltipps
Das ganze oberirdische Kraut des Wiesen-Bärenklaus kann man zu Beginn der Blütezeit ernten und dann zügig trocknen. Im Herbst und im Frühjahr kann man die Wurzeln ausgraben. Dann bürstet man sie ab und spült sie bei Bedarf kurz mit kal-tem Wasser ab. Anschließend schneidet man sie in Stücke und trocknet sie in einem Dörrgerät oder bei 40°C im geöffneten Backofen.

BACHBLÜTE CHESTNUT BUD
Weil man in seinen Gedanken immer schon zwei Schritte weiter ist, reagiert man in der gegenwärtigen Situation oft unaufmerksam, ungeduldig oder uninteressiert          
Da sie mit ihren Gedanken oft schon zwei Schritte weiter sind, reagieren diese Menschen in der gegenwärtigen Situation oftmals unaufmerksam, ungeduldig oder uninteressiert
Mit der Blüte Chestnut Bud können sie ihre Gedanken zügeln und reagieren nicht mehr unaufmerksam, ungeduldig oder uninteressiert

BACHBLÜTE CHICORY
Man sagt, ich bin eingebildet                       
Man sagt bei diesen Menschen, dass sie eingebildet sind
Hier kann die Bachblüte das eingebildete hinter einem lassen
Hildegards Lebens- und Heilmittel
Gartengemüse
Zu Lebzeiten Hildegards von Bingen herrschte noch nicht die Vielfalt an Gemüse und Salaten, wie wir sie heute kennen, so gab es beispielsweise noch keine große Auswahl an Kohlarten. Die wichtigsten und am weitesten verbreiteten Gemüsepflanzen des 12. Jahrhunderts waren Erbsen, dicke Bohnen (Saubohnen oder Pferdebohnen), Kraut, Sellerie, Kohl, Kürbis, Rüben, Lauch, Rettich, Fenchel, Linsen, Möhren und Zwiebeln. Gemüse wie Tomaten, grüne und weiße Bohnen, Auberginen und Paprika waren unbekannt, da sie in Europa noch nicht Einzug gehalten hatten.
Gemüse und Salat sind wertvolle Nährstofflieferanten, vor allem von Vitaminen, Mineralien und sekundären Pflanzenheilstoffen. Auch in der Hildegardküche werden sie daher täglich verwendet, vorzugsweise als Ergänzung zu Getreide. Wichtig ist die Zubereitung: Gemüse und Salat werden nicht roh verzehrt, sondern immer gedünstet, gekocht oder durch eine Salatsauce gebeizt, damit sie ihre Heilwirkung entfalten können.

Der Vollguß
Der Ganz- oder Vollguß erstreckt sich, wie der Name besagt, auf den ganzen Körper, vom Hals bis zu den Fußspitzen.
Achtung: Da der Vollguß die Höchststufe aller Kneippschen Güsse darstellt, darf er nur unter ärztliche Verordnung hin angewendet werden.
Der Vollständigkeit halber soll dieser Guß, dessen Anwendung eigentlich nur in einer richtigen Kurbehandlung empfohlen wird, dennoch beschrieben werden.
TECHNIK
Wie beim Rückenguß fängt man auch hier an der Außenseite des rechten Beines an, fährt über das Gesäß wieder an der Innenseite zurück und Wechsel zum linken Bein. Über die Außenseite zum Gesäß, dann werden das Herz und der Rücken mit Wasser benetzt und man geht mit dem Schlauch in Kletterhaltung über zum rechten Arm und hoch bis zum Schulterblatt. Hier sollten etwa 2/3 des Wasser über den Rücken fließen und 1/3 über die Brust. Nun fährt man den Rücken abwärts und wechselt über das Gesäß zum linken Arm, den man wie die rechte Seite behandelt und zum Schluß auf der Innenseite des linken Beines herabgeht. Auf der Vorderseite beginnt man mit dem
Wasserstrahl am rechten Arm und führt ihn hoch bis zur Schulter. Jetzt ist es umgekehrt, denn 2/3 des Wassers sollen nun über die Brust und 1/3 über den Rücken laufen. Am Brustkorb geht man wieder hinunter bis zum Oberschenkel und wechselt zum linken Arm, den man wie die rechte Seite behandelt. Über das Brustbein wechselt man jedoch einige Male von der einen zur anderen Seite und fährt auf der linken Seite des Brustkorbs über den Leib hinab zum Fuß. Am Schluß werden die Fußsohlen begossen.

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