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Toncabaum
Der Tonkabohnenbaum, auch Toncabaum oder Sarrapia genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dipteryx in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie kommt im nördlichen Südamerika vor. Ein Anbau erfolgt in Südamerika, auf Trinidad und im tropischen Afrika. Die Samen dieser Art werden Tonkabohnen genannt und in der Küche verwendet; es finden sich auch die Bezeichnungen Toncabohnen, Tongobohnen oder Tonkobohnen. Falsche Tonkabohnen stammen von Taralea oppositifolia (kleiner Tonkabaum), Taralea cordata, diese sind kleiner. Auch sogenannte punktierte Tonkabohnen Dipteryx punctata sowie Dipteryx rosea und Dipterix polyphylla, Dipteryx alata liefern cumarin­haltige Bohnen. Als Tonkabohnenersatz gelten auch die Samen von Amburana cearensis. Das Holz wird als Cumarú oder Brasilianisches Teakholz bezeichnet und ist sehr begehrt. Das Wort „tonka“ ist aus der Galibi (Carib) Sprache entnommen, die von den Eingeborenen von Französisch-Guayana gesprochen wird; es erscheint auch in Tupi, einer anderen Sprache derselben Region, wie der Name des Baumes. Der alte Gattungsname, Coumarouna, wurde von einem anderen Tupi-Namen für Baum, cumarú, gebildet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Fieber, Herzschwäche, Husten, Verdauungsfördernd, anregend, blutverdünnend, entzündungshemmend, krampflösend
wissenschaftlicher Name: Dipteryx odorata
Verwendete Pflanzenteile: Samen
 
Verwendung
Tonkabohnen
Tonkabohnen haben einen süßlichen, leicht bitteren der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Als Gewürz werden sie sehr sparsam in Desserts verwendet, die häufig auf Mohn oder Kokos basieren, ebenso nutzt man sie in Gebäck. Die Tonkabohnen als Gewürz sind von der Spitzengastronomie wiederentdeckt worden. Sie sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Ebenso können sie auch in Rum eingelegt werden. Wegen des Gehalts an Cumarin (zwei bis drei Prozent), das im Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist der Gebrauch zurückgegangen. Auch wird daraus Tonkabohnenöl hergestellt. Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Die Verwendung der Tonkabohne ist nur erlaubt, wenn die zulässigen Höchstwerte für Cumarin in der zubereiteten Speise nicht überschritten werden. Cu-marin gehört als Toxin laut Aromenverordnung EG 1334/2008 zu den Stoffen, die Lebensmitteln nicht als solche zugesetzt werden dürfen (Anhang III, Teil A der Aromenverordnung) und unterliegt bestimmten Höchstmengen, wenn es von Natur aus in Aromen oder Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften vorkommt. Die zulässigen Höchstmengen liegen je nach Art des Lebensmittels zwischen 5 mg/kg bei Dessertspeisen und 50 mg/kg bei traditionellen und/oder saisonalen Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist. Die Höchstgrenzen gelten für Cumarin als Aromastoff in Lebensmitteln, nicht jedoch bei der Verwendung als Riechstoff, wie beispielsweise in Parfums oder Kerzen.
In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Verwendung der Tonkabohne in Lebensmitteln durch die Food and Drug Administration untersagt. Die Tonkaboh-nen finden neben der Zubereitung von Lebensmitteln und Speisen bei der Her-stellung von Parfüms ihre Verwendung, der duftende Extrakt der Tonkabohne wird durch Alkoholextraktion der getrockneten Bohnen gewonnen. Dem Duft der Ton-kabohne wird eine hypnotische, erotisierende Wirkung nachgesagt, er findet häufig bei der Herstellung von Herrenparfums und der Aromatisierung von Tabak Ver-wendung. Die Bohnen können auch als Räuchermittel verwendet werden, sie wer-den frisch zu Pulver zermahlen und Räuchermischungen in kleinen Mengen beige-geben. Beim Verbrennen verströmen die Tonkabohnen einen süßlich-würzigen Duft (ähnlich wie Mandel und Vanille).
Im frühen 19. Jahrhundert entdeckte Alexander von Humboldt, dass die Wäsche in Venezuela wunderbar duftete, weil man in Caracas die Bohnen zwischen die Wäsche legt, damit sie einen angenehmen Duft erhält. In Südamerika werden ihr große magische und heilende Kräfte zugesprochen, als Schutzamulett gegen Krankheiten, in der Geldbörse für Wohlstand und Erfolg sowie zur Erfüllung von Wünschen.
 
Beschreibung
Der Tonkabohnenbaum wächst bis zu 25–30 Meter hoch, mit einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter. Die Baumrinde ist anfänglich glatt und fleckig, später furchig und gräulich, während das Holz rötlich-braun ist. Er bevorzugt schattige Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit, er toleriert nährstoffarme, durchlässige Böden, gedeiht aber am besten auf humusreichen Böden. Er ist eine Calcifuge (Kalkmeider) und bildet Brettwurzeln.
Der Baum hat unpaarig gefiederte, bis 20 cm lange und 8 cm breite Blätter, mit drei bis sechs eiförmig bis elliptischen, gelegentlich ungleichen, ledrigen, glänzenden und dunkelgrünen Blättchen. Die vielblütigen, rispigen Blütenstände sind etwa 5–9 cm lang. Die kleinen, duftenden, weiß, rosa und zwittrigen Schmetterlingsblüten sind zygomorph mit zwei bräunlichen, flügeligen Kelchblättern. Die Staubblätter sind zweibündelig verwachsen und Dipteryx odorata wird von Insekten bestäubt. Jede entwickelte eiförmige bis ellipsoide, anfangs grüne, später bräunliche, glatte Steinfrucht von 5–10 cm Länge und 3–6 cm Breite, enthält einen mandelförmigen, harten, ledrig-holzigen, rötlich-braunen, rund 3–5 cm langen und 1–2 cm breiten Samen der in einem faserigen Perikarp liegt. Der Kern besteht aus zwei ölhaltigen, cremefarbenen Kotyledonen zwischen welchen Cumarin-Schichten lagern. Das wenige, gelbe Fruchtfleisch ist klebrig und geschmacklos, mit schlechtem Geruch. Der getrocknete, dunkelbraune bis schwarze Samen mit einer schrumpeligen Oberfläche wird als Tonkabohne bezeichnet. Tonkabohnen sind hocharomatisch, duften süß und erinnern im Aroma an Vanille und Waldmeister.
Die schlimmsten Schädlinge sind die Fledermäuse, aber auch Vögel (Papageien), weil sie das breiige Fruchtfleisch fressen, allerdings dient dies auch gleichzeitig der zoochoren Verbreitung der Samen. Einige bekannte Pilze können zu Problemen führen: Anthostomella abdita, Diatrype ruficarnis, Macrophoma calvuligera und Myiocopron cubense. Die Samen können nicht gekeimt werden wie die meisten Regenwaldsamen, sie sind nur eine kurze Zeit lebensfähig und haben keine Ruheperiode. Eine Vermehrung wird durch Marcottage, Knospen und Stecklinge erreicht.

Seifenkraut
Das Gewöhnliche Seifenkraut, auch Echtes Seifenkraut, Seifenwurz oder Waschwurz genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Seifenkräuter innerhalb der Familie der Nelkengewächse. Sie ist in Eurasien weitverbreitet. Die für manche Tiere giftige Pflanze wurde früher als Waschmittel genutzt. Heute findet sie noch in der Naturmedizin Anwendung, wozu sie vorwiegend in China, Iran und der Türkei kultiviert wird.
Seifenkraut hat seinen Namen von seinem hohen Gehalt an Saponinen. Der Saponinanteil ist sogar so hoch, dass man mit Seifenkraut waschen kann. Die Saponine sind nicht nur zum Waschen geeignet, sondern sie helfen auch bei Husten und wirken harntreibend. Auch bei verschiedenen Hautleiden kann man Seifenkraut einsetzen.
Das Seifenkraut ist in vielerlei Hinsicht bewundernswert. Es ist nicht nur ein hervorragendes Heilkraut gegen Erkältung und Hautbeschwerden, sondern wird auch in der Naturkosmetik sowie zum Waschen von Wäsche verwendet. Viele Pflanzenfreunde geben dem Seifenkraut aufgrund der ästhetischen Blütenpracht auch gezielt einen Platz im Garten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: schleimlösend, harntreibend, fungizid, abführend, blutreinigend, Bronchitis, Husten, trockene Nase, Verdauungsanregend, Pfortaderstauung, Bauchspeicheldrüsen anregend, Stoffwechsel anregend, chronische Hautleiden
wissenschaftlicher Name: Saponaria officinalis
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name: Soapwort
volkstümlicher Name: Hustenwurzel, Rote Seifenwurzel, Waschlaugenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Saponine, Flavonglykosid
Sammelzeit: Wurzel: März und April und September und Oktober, Blätter: Juni und Juli,
 
Anwendung
Das Gewöhnliche Seifenkraut ist für Wildpflanzengärten zu empfehlen. In Gärten kann man auch eine Form mit gefüllten Blüten finden. Alle Pflanzenteile enthalten (in der Wurzel 3 bis 8 %) Triterpensaponine mit dem Aglykon Quillajasäure. Als Hauptkomponenten finden sich dabei Saponariosid A, B, C, F und G neben weiteren Saponariosiden (wie zum Beispiel Gypsogenin).
Seifenkrauttee bereitet man, indem man einen Teelöffel Seifenkrautwurzel mit einem Viertel Liter kaltem Wasser ansetzt und einige Stunden ziehen lässt. Anschließend bringt man den Ansatz zum Sieden und seiht ihn dann ab. Bei Husten kann man zwei Tassen von diesem Tee täglich trinken. Auch für Waschungen und Umschläge kann man diesen Tee verwenden, am besten vermischt mit Kamillentee, sofern man Kamille verträgt. Anwendungen mit Seifenkraut sollte man keinesfalls überdosieren, denn aufgrund des hohen Saponin-gehaltes können Sie die Verdauungsorgane und den Harnapparat reizen.
Medizinische Verwendung
Als Arzneidrogen dienen die getrockneten Wurzeln und Rhizome, seltener die krautigen Pflanzenteile. Traditionell werden die Pflanzenteile seit dem Altertum als Expektorans bei Bronchitiden mit zähem, trockenem Sekret eingesetzt. Hierfür gibt es auch Fertigpräparate. Hierbei ist zu beachten, dass das Seifenkraut wie alle Saponindrogen in höheren Dosen Erbrechen auslösen kann und demnach schwach giftig ist. In der Tumorbehandlung wird das ebenfalls aus dem Seifenkraut gewonnene pflanzliche Proteintoxin Saporin bereits in Tests angewendet.
Seifenkraut als Reinigungsmittel
Das Gewöhnliche Seifenkraut ist ein Kulturbegleiter und wurde vermutlich seit der Jungsteinzeit gepflanzt. Wegen der waschaktiven Wirkung ihrer Inhaltsstoffe dienten Auszüge aus Rhizom und Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert als Seifenersatz (Pflanzenname). Deshalb wurde das Gewöhnliche Seifenkraut auch in Europa noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts angebaut. In der Slowakei werden noch heute Wäschestücke mit angeschnittenen Rhizomstückchen eingeseift. Umweltbewusste Betriebe und Privatpersonen verwenden heute Seifenkrautlösung beispielsweise zur Teppich- und Polsterreinigung. In Restauratorenwerkstätten wird Seifenkrautlösung zur Reinigung von historischen Textilien und Möbelstücken verwendet.
Seifenkraut als Heilkraut
Seifenkraut wird heute vorwiegend als Heilkraut genutzt. Die in den Blättern und in der Wurzel enthaltenden Inhaltsstoffe eignen sich vor allem bei Erkältungsbeschwerden und leichteren Hauterkrankungen. Verantwortlich sind hierbei vor allem die enthaltenden Saponine. Das die Pflanze eine Vielzahl dieser Stoffe enthält wird auch an ihrem botanischen Namen Saponaria officinalis deutlich.
Verwendung als Heilkraut in der Antike und im Mittelalter
Wie und in welcher Weise das Seifenkraut in der Antike und im Mittelalter verwendet wurde, kann heute nicht genau hergeleitet werden. Es gibt nur wenig überlieferte Quellen, die auf eine die Nutzung sowie eine exakte Pflanzendarstellung hinweisen. Eine erste überlieferte Nutzung wurde in der Frühzeit von arabischen Ärzten beschrieben, die das Seifenkraut u.a. bei Flechten, Geschwüre und Lepra einsetzten.
In vielen Standardwerken des Mittelalters, dem Gart der Gesundheit sowie dem Buch von P. A. Matthioli fand das Seifenkraut keine Erwähnung. Ebenso wenig bei Hildegard von Bingen oder Paracelsus. Erste Beschreibungen in bekannten Kräuterbüchern finden sich im Werk von Hieronymus Bock (Mitte 16. Jh.), der das Kraut u.a. auch als Speichelwurz bezeichnete. Dort wurde das Seifenkraut innerlich bei nicht näher bezeichneten Leber- und Milzbeschwerden verwendet sowie für Bronchialbeschwerden (keuchende Menschen mit schwerem Atem). Äußerlich nutzte man das Seifenkraut gegen Grind, bei Augenbeschwerden sowie gegen Fieberbeulen.
Verwendung fand meist die Wurzel. Innerlich wurde die Seifenkrautwurzel zerstoßen bzw. pulverisiert, dann mit Honig vermischt und schließlich eingenommen. Außerdem wurde Saft und Wurzelpulver durch die Nase gezogen, was heute natürlich nicht mehr empfohlen wird. Ein Sud aus der Wurzel half u.a. gegen äußerliche Beschwerden.
Nebenwirkungen
Selten treten Magen- und Darmreizungen auf, die in den meisten Fällen jedoch von einem zu hohen Konsum resultieren. Menschen mit sehr sensiblen Magen sowie Reizmagen sollten vom Gebrauch der Seifenkrautdroge absehen. In zu hohen Dosen ist Seifenkraut giftig. Für einige Tiere, u.a. Nagetiere oder Amphibien ist Seifenkraut bereits in kleinen Dosen giftig. Insofern keine Erfahrungen mit der Einnahme von Seifenkrautpräparaten bestehen, sollte ein Arzt oder Apotheker befragt werden.
Weitere Verwendung von Seifenkraut
Das Seifenkraut wurde bereits in der Antike und im Mittelalter von Bauernleuten aufgrund seiner reinigenden Wirkung traditionell verwendet, wenngleich viele Kräuterkundige das Kraut kaum erwähnten. Ebenso wie unter anderem Ringelblumen, Eibisch und Süßholzwurzeln enthält das Seifenkraut Saponine – pflanzliche Tenside, die ebenfalls in indischen Waschnüssen vorkommen und längst nicht mehr nur bei den Waschmitteln im Bioladen zu finden sind.
Seifenkraut eignet sich sowohl zur Haarwäsche als auch zum Wäsche waschen. Die Saponine im Seifenkraut sind milder zur Kopfhaut und den Haaren bzw. zu den Fasern von diversen Stoffen als handelsübliche Haarpflege- und Waschmittel. Allerdings sind der Reinigungsleistung Grenzen gesetzt. Stark fettiges Haar oder Haare, die mit Haargel in Form gebracht wurden oder stark beschmutzte Wäsche, z.B. Grasflecken oder Ölspritzer wird mit einem entsprechendem Mittel nur aus Seifenkraut nicht viel ausrichten können.
Wer auf pure Anwendung von Seifenkraut als Shampoo oder Waschmittel zurückgreifen möchte, kann sich seine Produkte selber herstellen. Benötigt werden hierfür lediglich Wasser und getrocknetes Seifenkraut, besser noch die Wurzel. Das Endprodukt ist ein Sud.
Der Seifenkrautsud wird hergestellt, indem 50 g Seifenkraut mit einem Liter Wasser übergossen wird. Die Mischung wird kurz aufgekocht und anschließend ca. 12 Stunden ziehen gelassen. Danach wird der erkaltete Aufguss püriert und durch ein feines Sieb abgegossen. Das Ergebnis gleicht einem Cappuccino mit aufgeschlagener Schaumkrone. Zum Waschen wird der komplette Sud verwendet. Anders als bei Shampoos entsteht kein Schaum, weshalb sich das Haarewaschen mit Seifenkraut die ersten Male als ungewöhnlich herausstellt. Der Aufguss: Man nimmt etwa 200 bis 300 ml vom Sud, wird einige Male über den Kopf gegossen. Der herunter rinnende Sud wird in einer Schüssel aufgefangen und wieder über den Kopf gegossen. Um die Reinigungsleistung verbessern, massiert man den Sud in die Kopfhaut und Haare ein, und spült ihn abschließend aus. Die restliche Menge des aufbereiteten Suds kann zwei Wochen lang benutzt werden. Sollte die Reinigung mit Seifenkraut als Shampoo verstärkt werden, kann in den abgekühlten Sud zusätzlich ein Spritzer Zitronensaft und ein Eigelb gerührt werden.
Seifenkraut als Waschmittel empfiehlt sich vor allem in der Handwäsche feiner Textilien wie Seide oder Kaschmir. Die Wäsche wird wie die Haare durch den Sud im Waschbecken mit Wasser gezogen und ausgespült.
Seifenkraut in der Küche
Als Küchen- bzw. Gewürzkraut findet Seifenkraut keine Verwendung. Da es in höheren Dosen zudem leicht giftig ist, hat es in der Küche folglich nichts zu suchen.
Lebensmittelzusatzstoff
Seifenkraut wird als Aufschlagmittel etwa in der Herstellung von Halva eingesetzt.
 
Pflanzenbeschreibung
Seifenkraut wächst an sandigen Ufern, auf Schutt- und Geröllhalden, an Hecken, Gebüschen und in Auwäldern. Das Seifenkraut wird bis zu 80 cm hoch und ist im oberen Bereich verzweigt. Die länglichen Blätter stehen gekreuzt gegenständig. Zwischen Juni und September blüht das Seifenkraut mit zartrosa Blüten, die büschelig in Rispen angeordnet sind. Jede Blüte hat fünf Blütenblätter.
Das Gewöhnliche Seifenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimetern. Sie bildet stark verzweigte, unterirdi-sche Ausläufer, die zu fingerdicken Rhizomen auswachsen. Die Primärwurzel ist dabei rübenartig verdickt. Der aufrechte, meist unverzweigte Stängel ist weich behaart und dicht belaubt. Die kreuzgegenständig angeordneten Laubblätter sind drei- bis fünfnervig, bei einer Länge von 5 bis 10 Zentimetern lanzettlich und relativ breit.
Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. In den Achseln der Stängelblätter stehen dichte, trugdoldige Blütenstände. Die schwach duftenden Blüten sind fünfzählig. Die Kelchblätter sind zu einer 20 bis 25 Millimeter langen Kelchröhre verwachsen. Die fünf ungeteilten, blassrosafarbenen bis weißen Kronblätter bilden einen Kreis von gut 2 Zentimetern Durchmesser und eine kleine Nebenkrone am Schlundeingang. Die Fruchtreife tritt von September bis Oktober ein. Die trockenen Kapselfrüchte öffnen sich oben vierzähnig. Die schwarzbraunen, rauen Samen sind mit einer Länge von etwa 1,5 Millimetern relativ klein und rundlich, nierenförmig.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Wer das Gewöhnliche Seifenkraut bei sich im Garten anpflanzen möchte, braucht nicht sonderlich viel zu beachten. Die Pflanze verzeiht viele Anfängerfehler und ist sehr pflegeleicht.
Standort
Der optimale Standort für das Seifenkraut ist ein sonniger bis vollsonniger Standort. Das Kraut liebt dabei vor allem Böden, die gut durchlässig und leicht kalkhaltig sind. Ein sandiger bis sandig-lehmiger Boden, der Wasser und Nährsalze gut leitet, ist daher die beste Wahl. Stehen nur sehr lehmige Böden oder übliche Blumenerden zur Verfügung, so empfiehlt es sich den Boden mit Zuschlagstoffen wie Sand und feinem Blähton aufzulockern.
Aussaat
Will man Seifenkraut im Kräutergarten oder auf dem Balkon kultivieren, ist die Aussaat am einfachsten. Die Seifenkrautsamen können direkt im Freiland oder in Kübeln bzw. größeren Töpfen eingearbeitet werden. Da die Samen Kaltkeimer sind, erfolgt die Aussaat am besten im späten Herbst oder im frühen Frühjahr. Wichtig ist, dass das Saatgut längere Zeit Temperaturen zwischen +5 und -4 °C ausgesetzt wird. Die Samen des Seifenkrauts sollten auf der Oberfläche der Erde liegen und nur leicht angedrückt werden. Wächst das Seifenkraut im Freiland, so sollte ein Abstand von etwa 30 - 40 cm pro Pflanze eingehalten werden, da sonst das Risiko für Nährstoffkonkurrenz und Pflanzenkrankheiten steigt.
Gießen
Das Seifenkraut verfügt über eine hohe Standorttoleranz und verzeiht auch längere Trockenheit. Im Freiland ist ein gesondertes Gießen meist nicht erforderlich. Lediglich wenn längere Zeit sehr heiße Tage oder Niederschläge auftreten, sollten der Boden reichlich gegossen werden. Wird das Seifenkraut im Topf kultiviert, so sind häufigere Gießzyklen einzuhalten. Ist der Boden innerhalb einer Fingertiefe trocken, so sollte unbedingt nachgegossen werden.
Dünger
Auch in punkto Nährstoffversorgung ist das Seifenkraut sehr genügsam. Im Freiland genügt eine einmalige Düngergabe im Frühjahr, nicht jedoch zur Zeit der Aussaat. Als Dünger sind Kompost oder andere organische Dünger geeignet. Mineralische Dünger wie Blaukorn sollten strikt vermieden werden, da sie eine zu hohe Nährstoffkonzentration enthalten. Bei Topfkulturen eignen sich Düngestäbchen oder ein guter Kräuterdünger, der alle 6 bis 8 Wochen während der Vegetationszeit verabreicht wird.
Krankheiten und Schädlinge
Saponaria officinalis gilt als verhältnismäßig robuste Pflanze, die nur geringfügig krankheitsanfällig ist. Die Pflanze ist gelegentlich anfällig für Echten Mehltau, vor allem an warmen und trockenen Tagen. Wird hier nur spärlich oder überhaupt nicht gegossen, hat der Mehltau leichtes Spiel. Großflächig infizierte Pflanzen sollten ausgedünnt werden. Sind nur kleinere Stellen betroffen, so sollten diese behutsam von der Pflanze abgetrennt werden. Außerdem wird Seifenkraut oft von Schnecken befallen.
Ernte
Will man das Kraut für heilkundliche Anwendungen nutzen, so werden sowohl die Blätter als auch die Wurzeln verwendet. Die Ernte sollte am besten während der Blütezeit erfolgen. Die Blätter des Krauts sollten an einem windgeschützten und sonnigen Platz getrocknet werden. Werden die Wurzeln genutzt, so genügt es diese an der Luft zu trocknen. Höhere Temperaturen (über 60 °C) sollten vermieden werden, da sonst die medizinisch wirksamen Bestandteile verloren gehen würden.
Überwinterung
Saponaria officinalis ist eine außerordentlich robuste Pflanze, die eine sehr hohe Frosttoleranz aufweist. Für die Überwinterung der Kräuterpflanze sind daher keine gesonderten Maßnahmen erforderlich.

Bachblüten
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Diese Menschen fühlen sich häufig unsicher
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Praxistipps für Vorschulkinder
Allgemeine Empfehlungen
-     Dem Kind eine Auswahl nährstoffreicher Nahrungsmittel anbieten und ihm gestatten, in einem vernünftigem Rahmen auszuwählen
-     Wachstum und Essgewohnheiten des Kindes im Blick behalten
Regelmäßige Untersuchungen beim Kinderarzt wahrnehmen, um eventuelle Mangelerscheinungen aufzudecken
-     Zusammenstellung der Mahlzeiten mit viel Phantasie
-     Das Kind mithelfen lassen
-     Sich gemeinsam mit dem Kind Rezepte und Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten einfallen lassen
-     Phantasievolle Aufmachung der Speisen (Pizzagesichter, Obstpießchen)
Jeden Tag Obst und Gemüse anbieten

Hildegard von Bingen
Hildegard stand und lebe ganz in der Natur, die sie als Gesamtheit auffasste und als deren Teil sie sich sah. Also ist auch das Grün, das die Erde hervorbringt, in Hildegards Selbstverständnis zum Nutzen und zum Dienst am Menschen erschaffen. Hildegard spricht in ihrem naturkundlichen Werk vom unterschiedlichen Nutzen beziehungsweise von den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten bestimmter Pflanzen und Pflanzenteile. Gewisse Kräuter sollen zusammen mit Speisen gekocht werden. Gemeint sind damit Gewürzkräuter. Gewisse luftige Kräuter sind gut für die Verdauung des Menschen. Wenn er sie verzehrt, machen sie ihn fröhlich. Andere Kräuter hingegen sind windig und trocken und schwer verdaulich, sie machen den Menschen deshalb traurig, wenn er sie isst. Der Saft bestimmter unnützer Kräuter ist sogar giftig und kann dem Menschen den Tod bringen. Hildegard unterschied deutlich zwischen wilden und vom Menschen kultivierten Pflanzen.
Die Kräuter, die durch die Arbeit des Menschen gesät werden und allmählich emporkommen und wachsen, verlieren wie Haustiere, die der Mensch in seinem Haus mit Sorgfalt aufzieht, durch jene Arbeit, durch die sie vom Menschen angebaut und gesät werden, die Herbheit und Bitterkeit ihrer Säfte, sodass die Feuchtigkeit dieser Säfte die Beschaffenheit des Saftes des Menschen etwas berührt, insofern, als sie für seine Speisen und Getränke gut und nützlich sind. Die Kräuter aber ,die durch das Fallen ihres Samens ohne die Arbeit des Menschen wachsen und plötzlich und eilig wie ungezähmte Tiere emporkommen, sind dem Menschen nachteilig zum Essen, weil er durch Milchtrinken, Essen und Wachsen maßvoll  aufgezogen wird, was bei den vorgenannten Kräutern nicht geschieht. Aber dennoch unterdrücken einige von ihnen die schädlichen und kranken Säfte in den Menschen als Heilmittel.

 
Sebastian Kneipp
Außergewöhnlich ist der Lebensweg Kneipps: Trotz angegriffener Gesundheit wurde er mit eisernen Willen und unermüdlichem Fleiß nicht nur sein eigener Helfer, sondern darüber hinaus zum selbstlosen Helfer der Menschheit, indem er neuartige Wege in der Heilkunst beschritt.
Bewegend und aufschlussreich ist der Lebenslauf dieses berühmten Mannes, die wesentlichen Stationen seines Lebens und Wirkens seien hier aufgezeigt.
Am 17.05.1821 wurde  er als einziger Sohn armer Webersleute im schwäbischen Stephansried bei Ottobeuern (im Allgäu) geboren. Mit 11 Jahren musste auch er seinen Teil zum Überleben der Familie beitragen, indem er am Webstuhl im feuchten Keller des Elternhauses arbeitete. Doch Kneipp hatte ganz andere Pläne, wie er in seiner Lebensaufzeichnung Mein Leben schreibt:
In mir war kein Drang für die Weberei, sondern das Verlangen, Geistlich zu werden und wenn ich meinen Eltern mitteilte, ich möchte studieren und sie bat man möge mich studieren lassen, so war gewöhnlich die Antwort: Wir haben kein Geld und wollte dich unser Herrgott zum Studenten, so hätte er uns auch Geld gegeben.
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