Direkt zum Seiteninhalt
Pfaffenhütchen tt
Der Gewöhnliche Spindelstrauch, auch Europäisches oder Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen Pfaffenkapperl, Spillbaum oder Spindelbaum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Spindelbaumgewächse. Das Pfaffenhütchen wurde 2006 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Das Pfaffenhütchen ist ein bis zu 6 Meter hoher Strauch, der viereckige rosarote giftige Früchte trägt, die an die Kopfbedeckung von Pfarrern erinnern. Das Pfaffenhütchen wächst in ganz Europa und bis hin nach Westsibirien und Viele werden es als Zierpflanze in Gärten und Parks kennen. In der Natur findet man das Pfaffenhütchen oft in Gebüschen von Wald- und Wegrändern. Das feine Holz eignet sich sehr gut zum Drechseln, daher auch der andere Name Spindelstrauch. In der Volksheilkunde wurde die giftige Pflanze früher gegen Herzschwäche, Kopfschmerzen und Parasiten eingesetzt. Das Pfaffenhütchen war Giftpflanze des Jahres 2006.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Herzschwäche, Parasiten
Heilwirkung: entwässernd, harntreibend, herzstärkend, wundheilend
Anwendungsbereiche: Abführmittel, Herzschwäche, Kopfschmerzen, Krätze, Läuse, Wunden, Homöopathie:  Blasenentzündung, Blasenreizung, Galle, Kopfschmerzen durch Leberschwäche, Leber, Bauchspeicheldrüse
wissenschaftlicher Name: Euonymus europaea L.
Pflanzenfamilie: Spindelbaumgewächse = Celastraceae
englischer Name: European spindle, Spindletree
volkstümlicher Name: Europäischer Spindelstrauch, Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenröschen, Rotkehlchenbrot, Sindelbaum, Spillbaum, Spindelstrauch
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Früchte, Rinde
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Digitoxigenin, Evonosid, Farbstoffe, fettes Öl, Gerbstoffe, Harze, Herzglykoside, Koffein, Lectine, Phlobaphene, Theobromin, Triacetin, Triterpene
Sammelzeit: September-Oktober
Nebenwirkungen: Leberschäden, Nierenschäden
 
Anwendung
Das Pfaffenhütchen ist ein wertvolles Flurgehölz für Erosionsschutz, Ufer- und Böschungssanierung. Das Holz wird in der Drechslerei und zur Zeichenkohlegewinnung verwendet. Auch für die Herstellung von Putz-holz für den Uhrmacher wird es verwendet. Auf Grund seiner schönen Herbstfärbung, der roten Früchte und der ungewöhnlichen, kantigen Form der Äste wird das Pfaffenhütchen häufig als Ziergehölz in Gärten und Parks gepflanzt. Der Name Spindelstrauch kommt daher, dass das Holz früher für Handspindeln verwendet wurde.
Nicht innerlich anwenden!
Auf die innerliche Anwendung ist heutzutage zu verzichten, da die Pflanze und besonders die Samen sehr giftig sind. Die Vergiftungserscheinungen kommen meist erst nach 12-18 Stunden. Die unten aufgeführten Anwendungen sind daher nur von historischem Interesse.
Tee
Ein Tee aus Rinde oder Blätter ist harntreibend und entwässernd. (Nicht anwenden!) Ein dünner Tee aus den Blättern hilft gegen Kopfschmerzen. (Nicht anwenden!)
Früchte-Pulver
Das Pulver aus den Früchten lässt sich gegen Bettwanzen, Läuse und Krätzemilben einsetzen. Das Pulver darf nicht eingeatmet werden, daher wird das Pulver auch in Salben verarbeitet.
Früchte-Abkochung
Abkochung der Früchte äußerlich gegen Krätzemilben.
Asche-Wein
Bei Hildegard von Bingen wird die das Holz von der Rinde befreit und das Holz zu Asche verbrannt, diese Asche wird in einem Stoffbeutel Morgens in Wein gegeben. Dieser Wein hilft gegen Wassersucht.
fettes Öl
Das fette Öl wird zu Salben verarbeitet, fördert die Wundheilung.
Homöopathie
Aus den frischen und reifen Früchten wird eine Zubereitung hergestellt und gegen Kopfschmerzen eingesetzt, die durch Leberschwäche entstehen. Außerdem bei Blasenentzündung, Blasenreizung, Leiden der Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber.
 
Geschichtliches
Die Giftwirkung ist schon in der Antike bekannt gewesen. Man gab der Pflanze harmlose Namen, wie Euonymus (von gutem Ruf), weil man böse Geister oder Dä-monen hinter der Pflanze vermutete und man diese Geister nicht über den Namen anlocken wollte. Das zähe und feinfaserige Holz lässt sich gut drechseln und wurde u.a. zu Spindeln, Stricknadeln und Orgelpfeifen verarbeitet, es ergibt auch eine hochwertige Zeichenkohle. Als Heilpflanze wurde sie gerne im Mittelalter benutzt, als Mittel gegen Ungeziefer wurde es bis in die Neuzeit genutzt. Heute wird die Pflanze vor allem als Zierpflanze und zum Erosionsschutz angepflanzt, in einigen Gegenden ist das vermehrungsfreudige Pfaffenhütchen schon zur Plage gewor-den.
 
Pflanzenbeschreibung
Pfaffenhütchen ist in Europa heimisch. Weltweit gibt es etwa 180 PfaffenhütchenArten. Sie wächst sowohl an feuchten als auch an trockenen Standorten. Der mehrjährige sommergrüne Strauch wird zwischen 2 und 6 Meter hoch. Die länglich oval Blätter sind fein gezähnt.  Die weißen vierzähligen Blüten erscheinen zwischen Juni und August. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die weißlichen Samen sind von Fruchtfleisch umhüllt und befinden sich in einer rosa-roten 1 cm großen Fruchtkapsel.
Der Gewöhnliche Spindelstrauch erreicht als sommergrüner, aufrechter, reich verzweigter, sparriger Strauch Wuchshöhen von bis zu 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6m. Die im Querschnitt oft stumpf vierkantigen Äste (Rutenstrauch) besitzen eine anfangs grüne bis später grau-braune Rinde, es können zwei bis vier schmale Korkleisten vorhanden sein (Korkflügel sind relativ selten anzutreffen, man findet sie aber auch bei der Ulme). Sträucher und Bäume besitzen im Alter eine grau-braune, längsrissige Borke. Er ist windfest und frosthart. Die Pflanzenteile sind giftig. Die gegenständigen Laubblätter besitzen einen Blattstiel und eine mit einer Länge von 3 bis 12 cm eiförmige bis lanzettliche Blattspreite mit einem fein gekerbten bis gesägten Rand und beiderseits kahlen Blattflächen. Sie zeigen eine sehr schöne, teilweise leuchtend rote Herbstfärbung.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Es werden achsenständige trugdoldige Blütenstände auf einem 1 bis 3 cm langen Blütenstandsschaft gebildet. Sie enthalten meist zwei bis sechs, selten bis zu neun Blüten.
Die zwittrigen, vierzähligen Blüten sind klein und unscheinbar mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind grün und 1 mm lang. Die vier Kronblätter sind 3 bis 5 mm lang und grünlich bis weiß. Der Nektar wird vom fleischigen, vierlappigen Diskus abgesondert und lockt viele Insekten-Arten, insbesondere Ameisen und Fliegen, als Blütenbesucher an. Es ist nur der äußere, episepale (vor den Kelchblättern stehende) Kreis mit vier auf dem Diskus stehenden Staubblättern vorhanden, der innere, epipetale Staubblattkreis ist ausgefallen. Der Fruchtknoten ist oberständig.
Die in einem abstehenden Fruchtstand stehenden Früchte reifen im September bis Oktober und öffnen sich dann mit vier Klappen. Die purpurrosa bis karminrot gefärbten, vierlappigen, Kapselfrüchte sind vierfächrig, 1 bis 1,5 cm breit und enthalten ein bis vier Samen. Die weißen, eiförmigen Samen mit einer Länge von 5 bis 7 mm sind von einem dünnen, orangefarbenen gefärbten Samenmantel (Arillus) ganz umhüllt, besitzen einen grünen Embryo und hängen an verlängerten Stielchen aus der geöffneten Kapsel heraus.
 
Anbautipps
Die Anzucht aus Samen ist schwierig, am besten im warmen Herbst aussäen. Das Pfaffenhütchen ist anspruchslos und mag Halbschatten. Die Pflanze kommt mit feuchten und trockenen Böden klar, mag aber kalkhaltigen Boden Die Pflanze sollte nicht für Kinder zugänglich sein, da diese zu oft die roten und tödlich giftigen Fruchtkapseln essen. Die Pflanze vermehrt sich auch schnell über Wurzelausläufer, sodass eine Rhizomsperre um die Pflanze herum gebaut werden sollte.
 
Sammeltipps
Wird nicht empfohlen.

Mutterkraut
Mutterkraut ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler. Andere Trivialnamen sind Falsche Kamille, Zierkamille und Fieberkraut. Der Trivialname Mutterkraut wird regional für viele weitere Pflanzenarten verwendet, etwa die Alpen-Mutterwurz, die zumeist als Heilkraut Verwendung fanden.
Das Mutterkraut, dessen Blüten an Kamille erinnern, ist heutzutage nahezu unbekannt. Aus wohlgepflegten Gärten ist die ehemalige Heil- und Zierpflanze weitgehend verschwunden und fristet ihr Dasein als verwildertes Unkraut. Dabei stand das Mutterkraut schon im Altertum und auch im Mittelalter in hohem Ansehen. Vor allem in der Frauenheilkunde wurde es viel verwendet. Heutzutage hat man außerdem eine medizinisch nachweisbare Wirkung gegen Migräne entdeckt. Auch in vielen anderen Gebieten kann das Mutterkraut helfen, beispielsweise bei Erkältungen, Asthma, Rheuma und Verdauungsbeschwerden.
Das Mutterkraut findet man vorwiegend in den Sommermonaten an vielen Wegrändern. Ihre aromatisch duftenden Blütenköpfe ähneln stark der Kamille, mit der sie jedoch nur wenig gemein hat. Dennoch ist die auch als Frauenminze bezeichnete Pflanze eine altbewährte Heilpflanze, die im Mittelalter bei vielen Frauenbeschwerden verwendet wurde. Heute steht das Mutterkraut als mögliches Heilkraut gegen Krankheiten wie Migräne oder Leishmaniose im Fokus.
 
Steckbrief
Heilwirkung: anregend, beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend, Husten, Asthma, Erkältungen, Fieber, Magenschwäche, Blähungen, Verstopfung, Rheuma, Gicht, Gelenkentzündungen, Kopfschmerzen, Migräne, Durchblutungsfördernd, Gefäß erweiternd, Ohrensausen, Depressionen, Geburtsfördernd, Menstruationsfördernd, Menstruationsregulierend, Eisprung fördernd, Leukämie, Eitrige Wunden, Insektenstiche
wissenschaftlicher Name: Tanacetum Parthenium, Chrysanthemum Parthenium, Matricaria odorata, Matricaria Parthenium, Pyrethrum Parthenium
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Fewerfew
volkstümlicher Name: Falsche Kamille, Fieberkraut, Römische Kamille
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (= oberirdische Pflanze)
Inhaltsstoffe: Chrysanthenol, ätherische Öle, Stigmasterol, Beta-Sitosterol, Borneol, Kampfer, Carvacrol, Eugenol, Gerbstoff, Pyrethrin, Sabinol, Santamarin, Thymol
 
Anwendung
Das Mutterkraut ist als Heilpflanze nahezu in Vergessenheit geraten. Doch in letzter Zeit wurde von der Schulmedizin seine Fähigkeit, Migräne zu lindern, entdeckt und daher wird es allmählich wieder häufiger verwendet.
Mutterkraut wurde bereits von Dioskurides im 1. Jahrhundert als Heilkraut beschrieben. Im Mittelalterwurde es gegen Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt. Der Name kommt von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden – es löst die Menstruation aus und fördert die Ablösung der Plazenta, ist also ein Abortivum.
Heutige naturheilkundliche Verwendung
Die Blätter des Mutterkrauts können das Auftreten von Migräneanfällen vermindern, wenn sie über Wochen regelmäßig prophylaktisch eingenommen werden. Sie sollen außerdem beruhigend und verdauungsfördernd wirken und Parasiten im Darm bekämpfen. Äußerlich angewendet sollen sie auch gegen Hauteiterungen helfen und Insekten abwehren. Die enthaltenen Parthenolide hemmen die Bildung von Prostaglandinen sowie die Freisetzung von Serotonin aus den Blutplättchen. Sie werden neuerdings auch als mögliche Grundlage eines neuen Medikamentes gegen Leukämie angesehen. Mutterkraut ist als Fertigpräparat erhältlich. Es lässt sich leicht im eigenen Garten ziehen, um die Blätter direkt zu verwenden. Wegen des bitter-aromatischen Geschmacks werden sie gerne mit auf Brot gelegt. Für Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine genauen Erfahrungen vor.
Frauenheilkunde
Das Mutterkraut ist traditionell ein Heilkraut der Frauenheilkunde. Es fördert Monatsblutungen und reguliert den Menstruationszyklus, wenn dieser unregelmäßig geworden ist. Auch der Eisprung wird gefördert. Periodenkrämpfe werden durch das Mutterkraut gelindert, denn es wirkt krampflösend. Während der Geburt stärkt es die Arbeit der Gebärmutter und löst zugleich unnötige Verkrampfungen, die den Geburtsvorgang erschweren. Nach der Geburt fördert das Mutterkraut die Austreibung der Nachgeburt. In den Wechseljahren gleicht das Mutterkraut den Hormonmangel aus und lindert dadurch die typischen Wechseljahresbeschwerden. Man kann das Mutterkraut entweder als Tee oder als Tinktur einnehmen.
Achtung! Das Mutterkraut sollte nicht in der Schwangerschaft verwendet werden, vor   allem nicht im ersten Drittel.
Migräne
Schon früher wurde das Mutterkraut gegen Kopfschmerzen verwendet. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde jedoch herausgefunden, dass das Mutterkraut effektiv bei Migräne helfen kann. Das Mutterkraut hilft jedoch nicht so sehr bei akute Migräneattacken, sondern vor allem, wenn man es vorbeugend regelmäßig einnimmt. Wahlweise als Tee, Tinktur oder man kaut täglich ein bis vier frische Blätter.
Achtung! Bei manchen Menschen verursachen die frischen Blätter Brennen im Mund. In diesem Fall sollte man das Mutterkraut besser getrocknet als Tee verwenden.
Leukämie
Forscher haben entdeckt, dass das Mutterkraut Stoffe (Parthenolide) enthält, die möglicherweise gegen Leukämie helfen können. Ein Mittel für diesen Einsatzzweck muss jedoch erst noch entwickelt werden.
Erkältungen
Das Mutterkraut ist ein gutes Heilkraut bei Erkältungen und Fieber. Bei Asthma und Husten erleichtert es die Atmung. Dazu kann man den Mutterkrauttee mit Honig süßen und in kleinen Schlucken trinken.
Verschiedene innerliche Einsatzbereiche
Das Mutterkraut fördert die Verdauung, lindert Blähungen und wirkt leicht abführend. Zudem hilft es Würmer zu bekämpfen. Auch bei rheumatische Erkrankungen, Depressionen und Ohrensausen soll das Mutterkraut helfen.
Äußerlich
Gegen die Folgen von Insektenstichen kann man Mutterkrauttinktur auf die Stichstelle auftragen. Wenn man die Tinktur mit Wasser verdünnt und den ganzen Körper damit einreibt, werden lästige Insekten dadurch vertrieben. Mit einem konzentrierten Mutterkraut-Auszug in heißem Seifenwasser (vor der Anwendung abkühlen lassen) kann man versuchen, Läuse zu bekämpfen, wenn man keine anderen Mittel gegen Läuse zur Verfügung hat. Die Anwendung muss mehrmals wiederholt werden und bedarf der Nachkontrolle. Ob es funktioniert hängt davon ab, ob die jeweiligen Läuse empfindlich sind oder robust. Mutterkrauttee als Waschung oder Umschlag hilft gegen eitrige Wunden. Ein Fußbad mit Mutterkrauttee verdünnt mit Wasser hilft bei geschwollene Füße.
Mutterkraut als Heilkraut
In der Heilkunde wurde und wird das Mutterkraut sehr geschätzt, auch wenn es in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist.
In der Antike und im Mittelalter wurde Mutterkraut vor allem bei Frauenbeschwerden verwendet. Dies erklärt u.a. ihren heutigen Namen sowie zahlreiche andere Alternativbezeichnungen wie Frauenminze oder Mutterkamille. Das Kräuterbuch von P. A. Matthioli enthält Hinweise darüber, dass die Pflanze bei Gebrechen der Mutter, bei Wurmbefall und bei zahlreichen Schmerzen und Frauenbeschwerden verwendet wurde. Es wurde außerdem bei Wehenschmerzen, bei Nachwehen sowie bei Geschwülsten verwendet. Innerlich wurde das getrocknete Kraut mit Essig und Salz eingenommen. Bei äußerlichen Behandlungen wurde die ganze Pflanze (d.h. mit Blüten) ausgedrückt und wie ein Pflaster auf die jeweilige Stelle gelegt.
Nebenwirkungen
Menschen, die an einer Allergie gegen Korbblütler leiden, sollten von einer Verwendung absehen. Werden Mutterkraut oder Mutterkrautpräparate zu lang eingenommen oder zu hoch dosiert, so können Schwindel, Übelkeit oder Hautirritationen die Folge sein. Bei Zweifeln oder Unsicherheit sowie bei ungewisser Anwendung sollte ein Arzt, Apotheker oder Naturheilkundler befragt werden.
Mutterkraut in der Küche
In der Küche findet das Mutterkraut keine Verwendung. Sämtliche Bestandteile der Pflanze schmecken sehr bitter und haben keine nutzbare Würzkraft. Ausnahmen bilden die jungen Triebe bzw. Keimlinge, die ähnlich wie Kresse in Salaten verwendet werden können.
 
Geschichtliches
Schon Dioskurides berichtete in der Antike von der Heilkraft des Mutterkrautes. Damals und auch noch im Mittelalter war das Mutterkraut eine hochgeschätzte Heilpflanze. Wie der Name der Pflanze schon sagt, wurde das Mutterkraut vorwiegend in der Frauenheilkunde eingesetzt. Es galt als Mittel, um Geburten zu erleichtern und Menstruationsbeschwerden zu linden. Auch gegen Fieber und Kopfschmerzen wurde das Mutterkraut schon im Mittelalter verwendet. Außer dem Mutterkraut tragen auch viele andere Heilpflanzen den volkstümlichen Beinamen Mutterkraut. Man muss also bei volkstümlichen Benennungen von Pflanzen darauf achten, ob es sich wirklich um die kamillen-ähnliche Pflanze Mutterkraut handelt. Auch die wissenschaftlichen Namen des Mutterkrautes sind nicht einheitlich. Es gibt mindestens fünf verschiedene offizielle Bezeichnungen, von denen vier den Artnamen "Parthenium" aber unterschiedliche Gattungsnamen tragen. Es handelt sich aber jeweils um die gleiche Pflanze.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Mutterkraut wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht in seiner Wildform Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimeter. Es riecht stark aromatisch. Der Stängel ist gerippt und oben verzweigt. Die wechselständigen Laubblätter sind gestielt. Die zarte, hellgrüne, fast unbehaarte Blattspreite ist im Umriss eiförmig und fiederspaltig bis fiederteilig mit größerem Endabschnitt. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. In lockeren doldenrispen Gesamtblütenständen stehen 5 bis 30 körbchenförmige Teilblütenstände zusammen. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von 13 bis 22 Millimeter auf und enthalten Zungen- und Röhrenblüten. Die weiblichen Zungenblüten sind weiß und 5 bis 9 Millimeter lang. Die zwittrigen Röhrenblüten sind gelb.
Das Mutterkraut ist ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum heimisch. Von dort wurde es schon vor langer Zeit nach Mittel- und Westeuropa gebracht, wo es in Gärten als Heil- und Zierpflanze angebaut wurde. Dadurch haben sich auch unterschiedliche Sorten des Mutterkrautes gebildet. Inzwischen kommt es eher verwildert vor und wird kaum noch angepflanzt. Es liebt nährstoffreiche Lehmböden und kommt daher häufig als Gartenunkraut oder in der Nähe von Feldern vor. In milden Gegenden ist das Mutterkraut eine winterharte Staude, wo die Winter härter sind, muss es jedes Jahr neu aus den Samen wachsen. Im Frühjahr wachsen zuerst die hellgrünen gelappten Blätter an verzweigten Stängeln. Das Mutterkraut wird bis zu 80 cm hoch, ist meistens aber eher 40-50cm hoch. Eine einzelne Pflanze kann sich so stark verzweigen, dass sie fast einen Quadratmeter bedeckt. Ab Ende Juni bis August blüht das Mutterkraut mit Blüten, die stark an Kamille oder Gänseblümchen erinnern. Zuerst bilden sich die Körbchen mit den gelben Blüten. Erst nach und nach wachsen die weißen Zungenblüten, die jedoch eher kürzer als die der Kamille sind. Die ganze Pflanze duftet stark würzig, etwas ähnlich wie die Kamille, aber dennoch unterschiedlich.
 
Anbautipps
Die Vermehrung des Mutterkrautes erfolgt durch Samen, Teilung des Wurzel-stocks oder Ableger. Die Samen werden im Februar oder März an warmer Stelle in Anzuchterde gesät. Im Mai bis Juni pflanzt man die jungen Pflanzen ins Freiland. Das Mutterkraut braucht nährstoffreichen Boden, am besten lehmreich. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte man mindestens 30cm Platz lassen. Wenn man stattdessen durch Teilung der Wurzelstöcke vermehren will, dann teilt man die Wurzelstöcke am besten im März in drei bis fünf Teile, die man dann in den Boden pflanzt. Stecklinge werden von den jungen Trieben genommen, am besten mit einem Stück der alten Pflanze am unteren Ende. Die Blätter müssen dann etwas zurückgeschnitten werden, damit sie nicht zu viel Nährstoffe von den anfänglich wurzellosen Stängeln fordern. Nachdem sich Wurzeln gebildet haben, kann man die Pflanzen auspflanzen. Das Mutterkraut wird häufig Opfer von Blattläusen. In diesem Fall hilft es, wenn man Marienkäfer einfängt und beim Mutterkraut aus-setzt. Die Larven der Marienkäfer essen viele Blattläuse.
 
Anbau, Aussaat und Pflege
Das Mutterkraut wird als Staudenpflanze auch heute noch in einigen Gärten angepflanzt. Die Kultivierung der Pflanze ist nicht sonderlich schwer und sollte auch unerfahrenen Gärtnern gelingen.
Standort
Bei der Standortwahl lässt das Mutterkraut einen relativ großen Spielraum. Es wächst sowohl an sonnigen als auch an halbschattigen Standorten, auch wenn Plätze mit großzügiger Sonnenbestrahlung bevorzugt werden. An halbschattigen Plätzen wird die Pflanze meist etwas kleiner und bildet weniger Blütenköpfe aus. Die Ansprüche an den Böden sind etwas strikter. Das Mutterkraut liebt nährstoffreiche, leicht feuchte und eher schwere Böden. Stehen nur sandige Böden zur Verfügung, so sollte die Erde mit etwas Bentonit (Tonmehl) und Humus vermischt werden.
Aussaat
Die Aussaat der Mutterkrautsamen sollte im Frühjahr zwischen April und Mitte Mai erfolgen. Eine Vorkultur zwischen Februar und März auf der Fensterbank oder im Zimmergewächshaus kann sinnvoll sein, wenn man größere Exemplare und eine Blütengarantie für die laufende Gartensaison haben möchte. Die Samen müssen nur leicht in Boden, etwa 3 bis 4mm eingedrückt werden (Lichtkeimer). Werden mehrere Exemplare im Freiland ausgesät, sollte ein Pflanzabstand von etwa 10 bis 15 cm eingehalten werden. Die Erde sollte während der Anzuchtphase immer leicht feucht gehalten werden, wobei nasse Erde bzw. Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. In der Regel erscheinen nach etwa 14 bis 21 Tagen die ersten Keimlinge.
Düngung
Wächst Mutterkraut im guten, nährstoffreichen Gartenboden sind Düngergaben im ersten Jahr meist nicht erforderlich. Im zweiten Jahr kann man im Frühjahr etwas Kompost oder organischen Dünger unter die Erde mischen. Wird das Kraut auf dem Balkon kultiviert, so sollte kurz vor Blüte (gegen Ende Juni/Anfang Juli) ein normaler Kräuterdünger (z. B. ein handelsüblicher Flüssigdünger) verwendet werden, der allerdings sparsam dosiert werden kann.
Gießen
Mutterkraut mag es immer etwas leicht feucht, kann jedoch auch einige trockene Phasen problemlos überstehen. An sehr heißen Tagen mit nur sehr geringen oder ausbleibenden Niederschlägen, sollte der Boden bzw. die Erde jedoch ordentlich gegossen werden. Dies gilt vor allem dann, wenn die Pflanze in voller Sonne aufwächst.
Pflege
Da das Mutterkraut eine mehrjährige Pflanze ist, sollte in den frühen Herbstmonaten ein Rückschnitt in Betracht gezogen werden. Je nachdem wie das Kraut äußerlich aussieht, kann bis zu einem Viertel der Pflanze zurückgeschnitten werden. Exemplare die nicht gekürzt werden, können im äußersten Fall einjährig bleiben und somit absterben.
Überwinterung
Mutterkraut ist winterhart und toleriert Fröste bis zu -12 °C problemlos
 
Sammeltipps
Das Mutterkraut wird am besten zu Beginn der Blüte geerntet. Dazu schneidet man die ganze oberirdische Pflanze ab. Das geerntete Mutterkraut sollte dann zügig getrocknet werden. Für die Verwendung der Einzelblätter bei Migräne kann man die Blätter einzeln frisch von der Pflanze abpflücken, sofern man die frischen Blätter verträgt.

Bachblüten
Häufig ärgere ich mich über die Dummheit anderer (Beech)
Sie ärgern sich häufig über die Dummheit ihrer Mitmenschen
Mit Beech können sie das Ärgern überwinden
Bachblüten
Ich habe Angst, von anderen abgelehnt zu werden (Centaury)
Diese haben irrsinnige Angst, von ihren Mitmenschen abgelehnt zu werden
Mit der Bachblüte wird diese Angst auf Ablehnung abgewehrt
Übersicht Wurstwaren
Art, Herstellung, Sorten
Rohwürste, Dauerwürste: die rohbelassene Wurstmasse – Fleisch, Speck, Nitrat, Salz, Gewürze – wird kaltgeräuchert, luftgetrocknet.
  Lange Haltbarkeit, ausgenommen Mett- und Teewurst
  Schnittfest: z.B. Cervelatwurst, Salami, Landjäger
  Streichfähig: z.B. Mettwurst, Teewurst
Wurst ist der Oberbegriff für Fleischerzeugnisse, die aus einem Gemenge von zerkleinertem Fleisch, Fettgewebe und würzenden Zutaten sowie gegebenenfalls Innereien, Trinkwasser und Zusatzstoffen bestehen.
Es gibt streichfähige Würste (z. B. Leberwurst) und schnittfeste Würste (z. B. Salami). Würste werden in Naturdarm, Kunststoffhüllen, Gläser oder Dosen abgefüllt.
Je nach Herstellungsweise unterscheidet man zwischen Rohwürsten, Brühwürsten und Kochwürsten.
Rohwurst
Rohwürste werden aus grob oder fein zerkleinertem rohen Fleisch und Fettgewebe unter Zusatz von Gewürzen, Nitritpökelsalz und gegebenenfalls weiteren Zusatzstoffen hergestellt. Eine Erhitzung der Wurstmasse findet nicht statt. Zu den streichfähigen Rohwürsten gehören beispielsweise Tee- und Mettwürste. Vertreter der schnittfesten Rohwurst sind Salami, Landjäger und Pfefferbeißer.
Schnittfeste Rohwürste werden hergestellt, indem die abgefüllte Rohwurstmasse einer längeren Reifung unterzogen wird. Dabei wird Milchsäure gebildet und an der Oberfläche des zerkleinerten Fleisches tritt Muskeleiweiß aus. Dadurch werden die Fleisch- und Fettstückchen miteinander verbunden. Daneben kommt es zu einer Trocknung des Erzeugnisses, was die Schnittfestigkeit zusätzlich erhöht.
Gewebseigene Enzyme sowie die Vermehrung und Stoffwechselaktivität erwünschter Bakterien, der sogenannten Reifeflora, sorgen für das für Rohwürste charakteristische Aroma. Bei einigen Rohwurstsorten entwickelt sich im Laufe des Reifungsvorgangs aufgrund einer vorangegangenen Beimpfung (Aufbringen von Mikroorganismen) auf der Wursthülle ein charakteristischer weißer Belag aus Hefen und Schimmelpilzen. Einige Rohwürste werden außerdem geräuchert. Während streichfähige Rohwürste kaum abgetrocknet und daher nicht lang gelagert werden können, sind schnittfeste Rohwürste häufig sogar ungekühlt über längere Zeit lagerfähig.

Zurück zum Seiteninhalt