Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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30.04.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > April > 24.04.17-30.04.17


Fichte  
      
Die Fichten sind eine Pflanzengattung in der Familie der Kieferngewächse. Die einzige in Mitteleuropa heimische Art ist die Gemeine Fichte, die wegen ihrer schuppigen, rotbraunen Rinde fälschlich auch als „Rottanne“ bezeichnet wird. Die Fichten bilden alleine die Unterfamilie Piceoideae.
Die Fichte ist ein weitverbreiteter Nadelbaum, der in vielen Gegenden als Holzlieferant gezüchtet wird. Seine zarten jungen Triebe, die deutlich an ihrer helleren Farbe zu erkennen sind, können als Heilmittel verwendet werden. Die Wirkung liegt vor allem im Bereich der Lungenerkrankungen, weil die ätherischen Öle beim Inhalieren oder als Tinktur eingenommen die Lunge desinfizieren und reinigen. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Durchblutungsstörungen, was auch am Beispiel des Fichtennadel-Franzbranntweins deutlich wird.

Steckbrief

Heilwirkung:
anregend, antibakteriell, beruhigend, schleimlösend, schweißtreibend, tonisierend, Bronchitis, Husten, Katarrh der oberen Luftwege, Keuchhusten, Asthma, Nasennebenhöhlenentzündungen, Rachenentzündung,
Rheuma, Gicht, Durchblutungsstörungen, Muskelkater, Nervosität, Nervöse Herzbeschwerden, Neuralgien, Schlaflosigkeit
wissenschaftlicher Name:
Picea abies
Pflanzenfamilie:
Kieferngewächse = Pinaceae
englischer Name:
Norway Spruce
volkstümliche Namen:
Feichten, Gräne, Krestling, Pechtanne, Rothtanne, Rottanne, Schwarztanne
Verwendete Pflanzenteile:
junge Triebe, Nadeln, Harz
Inhaltsstoffe:
ätherisches Öl, Terpentinöl, Harz, Glykosid Picein, Gerbstoff, Vitamin C
Sammelzeit: Triebe:
Frühjahr, Nadeln: Juni bis August, Harz: Juni bis August

Anwendung

Das Hauptanwendungsgebiet der Fichte sind Erkrankungen der Atemwege, vor allem wenn sie bakterieller Natur sind und Schleim festsitzt.
Fichtennadel-Tee

Mit den jungen Triebspitzen und den ausgewachsenen Nadeln kann man einen Aufguss zubereiten und als Tee trinken. Solch ein Tee hilft gegen Husten, Asthma und manchmal sogar gegen Lungenentzündung. Diesem Tee kann man Honig hinzufügen, um Geschmack und Wirkung zu verbessern. Auch bei Influenza-Grippe kann man Fichtennadeltee trinken und die Beschwerden der Atmungsorgane zu lindern. Der Fichtennadel-Tee hilft aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehaltes auch gegen Frühjahrsmüdigkeit und andere Vitamin-C-Mangel-Erscheinungen.
Terpentinöl

Das Terpentinöl enthält das ätherische Öl und Harz von Fichten, Tannen und Kiefern. Es wirkt reizend auf die Haut, kann die Durchblutung steigern, in höherer Dosierung aber auch Blasen werfen und zu Entzündungen führen. Daher muss man mit dem Terpentinöl sehr vorsichtig sein, auch wenn es zahlreiche Heilwirkungen hat. Nach Einreibung der Haut mit einer fetthaltigen Salbe kann man von Rheuma betroffene Gelenke und Muskeln mit Terpentinöl einreiben. Auf die eingeriebenen Körperpartien sollte man jedoch ein Auge haben, um eine zu starke Reizung zu verhindern. Gegen Asthma und infektiöse Erkrankungen der Atmungsorgane kann man auch Inhalationen mit Terpentinöl durchführen. Als sparsam dosierter Zusatz in Bädern kann Terpentinöl die Durchblutung fördern und dadurch die Abheilung schlecht heilender Wunden fördern und rheumatische und gichtige Schmerzen lindern. Die innerliche Anwendung des Terpentinöls ist heikel, weil dadurch die Nieren sehr stark gereizt werden. Ansonsten wirkt es wurmtreibend und fördernd auf die Produktion der Verdauungssäfte. Man sollte es aber nur unter ärztlicher Aufsicht innerlich einnehmen.
Ätherisches Öl

Das ätherische Öl der Fichte kann ähnlich angewendet werden wie das Terpentinöl. Auch das reine ätherische Öl ist hautreizend, sollte also verdünnt angewendet werden. Man kann es mit Pflanzenöl verdünnen und als Einreibung gegen Schmerzen und Verspannungen einsetzen.
Fichtennadel-Tinktur

Aus den Fichtennadeln kann man eine Tinktur ansetzen, besonders gut auch zusätzlich mit Wacholderbeeren. Diese Tinktur kann man äußerlich zu Einreibungen bei Muskel- und Gelenkschmerzen verwenden und innerlich gegen Erkrankungen der Atemwege. Innerlich sollte man die Tinktur nicht überdosieren, um die Nieren nicht zu sehr zu reizen.

Pflanzenbeschreibung

Habitus

Fichten sind immergrüne und einstämmige Bäume. Sie erreichen in der Regel Wuchshöhen von 20 bis 60 Meter, in Ausnahmefällen über 80 Meter, wie et-wa Picea sitchensis. Die Baumkrone ist kegelförmig bis walzlich. Der Stammdurchmesser beträgt bis zu 1 Meter, maximal bis 2,5 Meter; bei einzelnen Arten treten Extremwerte von bis zu 4 Metern auf. Ein strauchförmiger Wuchs kommt nur unter besonderen Standortsbedingungen oder bei Mutanten vor. Für alle Fichten charakteristisch ist eine monopodiale, akroton (an den oberen bzw. äußeren Knospen) geförderte Verzweigung. Dies führt zu einem etagenartigen Kronenaufbau und einer spitzwipfeligen Krone. Die Seitensprosse erster Ordnung stehen in Astquirlen in scheinquirliger Anordnung und bilden so einzelne „Stockwerke“. Mit zunehmendem Alter tritt vermehrt proventive Triebbildung auf: An älteren Zweigen treiben schlafende Knospen aus. Bei älteren Bäumen können diese einen wesentlichen Teil der Zweige und Nadelmasse der Krone aufbauen. Kronenform und Sprosssystem variieren je nach Umweltbedingungen und sind zum Teil auch genetisch bedingt.
Beim Verzweigungstyp unterscheidet man mehrere Formen:

Bei der Plattenfichte sind auch die Seitensprosse höherer Ordnung horizontal angeordnet, so dass die Etagen einzelne „Platten“ bilden (besonders bei Picea pungens, Picea torano). Bei Kammfichten hängen die Seitensprosse ab der zweiten Ordnung wie ein Vorhang lang herab. Bürstenfichten sind eine Zwischenform, bei der die Seitenzweige nach allen Seiten abstehen. Jungfichten weisen meist eine plattige Verzweigung auf. Die Kammform stellt sich meist erst ab 30 Jahren ein. Schmalkronigkeit, wie sie bei den sogenannten „Spitzfichten“ auftritt, kann wie bei Picea omorika artspezifisch, also genetisch fi-xiert sein. Sie kann aber auch bei spezifischen Ökotypen oder Mutanten („Spindelfichten“) auftreten. Meistens ist sie jedoch eine Standortmodifikation („Walzenfichten“) unter hochmontan-subalpinen oder boreal-subarktischen Klimabedingungen. Diese Modifikation tritt auch bei der in Mitteleuropa heimischen Gemeinen Fichte auf. Sämlinge besitzen meist vier bis neun (bis zu 15) Keimblätter (Kotyledonen). Fichten sind Flachwurzler.
Zweige und Knospen

Junge Zweige besitzen feine Furchen. Diese befinden sich zwischen erhabenen Rücken, die durch die Abfolge der „Blattpolster“ (Pulvini) gebildet werden. Diese Blattpolster werden entweder als Achsenprotuberanzen oder als Blattgrund gedeutet. Sie enden nach oben in einem stielähnlichen Fortsatz. Dieser Fortsatz („Nadelstielchen“) ist rindenfarbig und steht vom Zweig ab, wodurch dieser raspelartig aussieht. Dem Nadelstielchen sitzt die eigentliche Nadel auf. Diese beiden Merkmale – Furchen und abstehende Nadelstielchen – sind für die Gattung Picea spezifisch. Knospen sind vielfach ei- bis kegelförmig. Sie sind je nach Art mehr oder weniger stark verharzt. Die Knospenmerkmale sind für die jeweilige Art charakteristisch. Blütenknospen und die in den basalen Teilen auftretenden Proventivknospen weichen jedoch oft von diesen artcharakteristischen Merkmalen ab.
Nadeln

Fichten besitzen die für Koniferen typischen immergrünen, nadelförmigen Blätter, die in der Regel einen recht xeromorphen Bau aufweisen. Die Na-deln sind vom rindenfarbenen „Nadelstielchen“ (Blattkissen) durch eine Trennschicht abgegrenzt. Hier löst sich die Nadel nach dem Absterben ab: Die Nadel schrumpft an der Kontaktfläche aufgrund von Wasserverlust, das verholzte Blattkissen hingegen nicht. Im Normalfall bleiben die Nadeln sechs bis 13 Jahre auf den Zweigen, bei Stress fallen sie eher ab. Die Morphologie und Anatomie der Nadeln sind wesentliche Merkmale für die Unterscheidung der einzelnen Fichtenarten: Nadelquerschnitt, Mesophyllstruktur, Anordnung der Spaltöffnungen (Stomata) und der Harzkanäle. Die Nadeln der einzelnen Arten entsprechen in der Regel einem von folgenden zwei Typen:
äquifazial/amphistomatisch: die Nadeln sind im Querschnitt ± viereckig, etwa so hoch wie breit oder sogar höher. Die Stomata sind allseitig verteilt, die Nadeln allseitig gleich gefärbt.
invers-dorsiventral/epistomatisch: die Nadeln sind dorsiventral abgeflacht, breiter als hoch. Auf der Blattunterseite fehlen die Stomatalinien und sind nur auf der Oberseite als weiße Streifen sichtbar. Die Nadeln sind daher zweifarbig. Bei den Seitenzweigen der Fichten sind die Oberseiten der Nadeln jedoch nach unten gerichtet, sodass die weißen Streifen scheinbar auf den Nadelunterseiten stehen. Die Nadeln sind meist ein bis zwei Zentimeter lang und spitz oder zugespitzt, bei manchen Arten sogar scharf und stechend. Die Nadeln sind an den Zweigen spiralig angeordnet. Dennoch gibt es artspezifische Unterschiede, wie die Nadeln an den horizontal wachsenden Seiten-zweigen angeordnet sind: Sie können ringsum vom Zweig abstehen wie etwa bei Picea asperata und Picea pungens, oder an der Zweigunterseite streng oder schwach gescheitelt sein.
Blüten, Zapfen und Samen

Fichten sind einhäusig (monözisch), d. h., es gibt weibliche und männliche Blütenorgane getrennt voneinander an einem Baum. Nur ausnahmsweise kommen auch zweigeschlechtige Blüten bzw. Blütenstände vor. Die Blütenstände werden an vorjährigen Seitensprossen gebildet. Blühreife tritt im Alter von 10 bis 40 Jahren ein. Die Blütezeit findet im Zeitraum April bis Juni statt. Die männlichen Blüten stehen einzeln, sind länglich-eiförmig und ein bis zwei Zentimeter lang. Anfangs sind sie purpurn bis rosa, zur Reife gelb. Der Pollen hat zwei Luftsäcke, die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die weiblichen Blütenzapfen entstehen meist aus endständigen Knospen. Sie sind zunächst aufrecht, krümmen sich jedoch nach der Befruchtung nach unten. Unreife Zapfen sind grün, rot bis dunkelblau und schwarzviolett gefärbt. Bei manchen Arten gibt es sogar einen Farbdimorphismus, der mit einem Selektionsvorteil rot/purpurn gefärbter Zapfen in alpinen/borealen Gebieten erklärt wird. Die Zapfen reifen zwischen August und Dezember und sind dann meist braun, eiförmig bis zylindrisch. Der Samen fällt zwischen August und Winter, teilweise erst im nächsten Frühjahr aus, wird also durch den Wind verbreitet. Danach werden die Zapfen als Ganzes abgeworfen. Die Zapfen sind zwei bis 20 Zentimeter lang. Die Deckschuppen sind immer kürzer als die Samenschuppen und deshalb am Zapfen nicht sichtbar.
Die Samen sind mit 3 bis 6 mm Länge relativ klein. Fertile Samen sind dunkelbraun bis schwarz, unfruchtbare Samen sind heller. Ihre Flügel sind hell, gelb- oder rosa-braun und etwa 6 bis 15 mm lang.
Die Fichte ist in Europa heimisch. Sie wächst auch im Gebirge bis hinauf zur Waldgrenze. Sie ist ein besonders verbre
iteter Nutzholzbaum und wird in manchen Gegenden als Monokultur angebaut, was die Wälder sehr anfällig gegen Sturm und Schädlinge macht. Auch die flachen Wurzeln fördern das Umfallen bei Stürmen. Die Fichte wird besonders oft als Weihnachtsbaum eingesetzt, weil sie die erwünschte konische Form hat und schnell wächst. Der Baum, der bis zu 50 m hoch wird, ist ein Nadelbaum mit immergrünen Nadeln. Die Form der Fichte ist wie ein schmaler Kegel, nach oben hin spitz werdend. Die Nadeln der Fichte sind dunkelgrün und wachsen rund um den Zweig. Im Frühjahr treiben neue Nadeln aus, die zunächst hellgrün und weich sind. Im Mai blüht die Fichte. Männliche und weibliche Blüten wachsen am selben Baum. Aus den weiblichen Blüten entstehen später längliche, hängende Zapfen.

Sammeltipps

Die jungen Triebe der Fichten werden im Frühjahr gesammelt. Um die Bäume nicht zu schädigen, sollte man die Triebe jedoch nur im unteren Bereich entfernen und außerdem je Baum nur sparsam ernten. Im Sommer kann man die ausgewachsenen Nadeln und das Harz des Baumes sammeln. Die Bestandteile der Fichte sollte man nur an trockenen Tagen ernten, damit sie nicht durch zu viel Feuchtigkeit vergammeln.
Achtung! Wenn man keine eigenen Fichten im Garten hat, muss man den Waldbesitzer oder Förster um Erlaubnis fragen, ob man Fichtenspitzen ernten darf. Wenn man diese Frage versäumt, kann man massiven Ärger wegen Waldfrevel bekommen.



Koriander     

Der Echte Koriander ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler. Er wird als Gewürz- und Heilpflanze verwendet. Der Koriander ist eine Mittelmeerpflanze, die verwandt mit Kümmel, Fenchel und Anis ist. Mit seinen Verwandten teilt er auch die Wirkung, die in erster Linie die Verdauung stärkt. Aus der indischen Küche und ihren Currys ist der Koriander nicht wegzudenken, und auch im nahen Osten wird Koriander gerne zum Kochen verwendet.
Das Aroma frischer Blätter und Samen ist jedoch nicht Jedermanns Sache. Getrocknet duftet und schmeckt der Koriander aber deutlich milder und für die meisten Menschen angenehmer.

Steckbrief

Haupt-Anwendungen:
Verdauungsschwäche, Völlegefühl
Heilwirkung:
antibakteriell, appetitfördernd, carminativ, fungizid, krampflösend, milchbildend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall, Husten,
Magen-Darm-Entzündung, Magenkrämpfe, Magenschwäche, Menstruationskrämpfe, Mundgeruch, Reizdarm, Reizmagen, Verstopfung, Völlegefühl
wissenschaftlicher Name:
Coriandrum sativum
Pflanzenfamilie:
Doldenblütler - Apiaceae
englischer Name:
Coriander
andere Namen:
Arabische Petersilie, Asiatische Petersilie, Chinesische Petersilie, Indische Petersilie, Echter Koriander, Gartenkoriander, Gewürzkoriander, Hochzeitskügelchen, Kaliander, Klanner, Krapfenkörner, Schwindelkorn, Schwindelkraut, Stinkdill, Wandläusekraut, Wanzendill, Wanzenkraut, Wanzenkümmel
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen (Früchte), ätherisches Öl
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl: Linalool, Geraniol, Pinen, Limonen, Terpinen, Borneol; Petroselinsäure, Palmitinsäure, Ölsäure, Gerbstoff, Flavonoide, Cumarine, Sitosterin, Kaffeesäurederivate

Anwendung

Verwendung in der Küche

Während in Europa der Samen die größere Rolle spielt, werden in der südamerikanischen und in der asiatischen Küche, aber auch im südlichen Portugal, speziell im Alentejo und in der Algarve, vor allem die grünen Pflanzenteile, umgangssprachlich „Kraut“ genannt, verwendet. Auch in Nordafrika wird Koriander für Gerichte verwendet. Frisches Korianderkraut (gelegentlich auch als „Wanzenkraut“ bezeichnet) sieht ähnlich aus wie glattblättrige Petersilie. Das kräftige, moschusartige, zitronenähnliche Aroma gibt dem frischen Korianderkraut einen unverwechselbaren Charakter. An den scharfbitteren Geschmack müssen sich viele Menschen erst gewöhnen. Die fedrigen Blätter von älteren Pflanzen werden häufig als Garnierung verwendet. Sie können auch gehackt und Soßen oder Füllungen untergemischt werden. So ist frisches Korianderkraut ein Hauptbestandteil der von den Kanaren stammenden Mojo verde. Gelegentlich wird Koriandergrün auch in Salaten verarbeitet oder zu  Käsegerichten gereicht. Die Früchte und Blätter enthalten unterschiedliche Aromen und können einander daher nicht ersetzen. Koriander ist ein Hauptgewürz in der georgischen Küche. Tkemali ist eine sehr beliebte georgische Mirabellen- bzw. Pflaumensoße, die abhängig von der Sorte mit frischem, gemahlenem oder zermörsertem Koriander zubereitet wird. Die Samen sollten eventuell kurz angeröstet und nach Möglichkeit immer frisch gemahlen werden; sonst überwiegen die schwerflüchtigen Bitterstoffe des Korianders schnell die leichtflüchtigen Aromastoffe, und die Speisen werden bitter statt aromatisch. Gemahlene Samen werden zum Würzen von Brotteig, Kleingebäck, Kohlgerichten, Hülsenfrüchten und Kürbis verwendet. Koriander ist Bestandteil von Gewürzmischungen wie Currypulver, Currypaste und Lebkuchengewürz und wird auch zur Likörherstellung verwendet. Neben salzigen Speisen wie Fleisch, Wurst, Soße und Gemüse kann der Koriander auch zu Kompott, Marinaden und Weihnachtsgebäck verwendet werden. Auch Brot kann damit gewürzt werden. Koriander wird sehr oft mit Kreuzkümmel, auch Cumin genannt, kombiniert. Auch eine Biersorte, die in Sachsen-Anhalt und Sachen beheimatete Gose, wird mit Koriander versetzt. Die Samen können auch als Tee aufgebrüht werden. In Thailand werden die Wurzeln wie die der Petersilie verwendet.
Abneigung gegen Korianderblätter

Der Geruch von Korianderblättern wird häufig mit dem der Wanzen verglichen. Das Korianderaroma wird durch Aldehyde verursacht, die so oder ähnlich auch in Seifen vorkommen. Einige Insekten erzeugen durch Zersetzung von Fettmolekülen ähnliche Gerüche, um andere Tiere anzulocken oder abzuschrecken. Bei Menschen, die nicht mit diesem Aroma vertraut sind, erkennt das Gehirn unter Umständen die Ähnlichkeit mit Seife und der Körper reagiert mit starken instinktiven Abwehrreaktionen, die bis zum Erbrechen reichen können. Darüber hinaus hat die Abneigung gegen Korianderblätter möglicherweise eine genetische Komponente, zumindest bei einigen Menschen. Dies hat Charles J. Wysocki vom Monell Chemical Senses Center in Philadelphia in mehreren Studien untersucht. Viele Menschen haben ihre anfängliche Abneigung gegen Korianderblätter nach wiederholtem Verzehr überwunden.
Medizinische Bedeutung

Koriander findet seit der Zeit des antiken Ägypten auch Verwendung in der Pflanzenheilkunde. Als Droge werden die getrockneten Früchte verwendet. Die ätherischen Öle wirken appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und lindernd bei Magen- und Darmleiden. Dementsprechend ist Koriander in vielen Medikamenten gegen Magen- und Darmstörungen enthalten. Koriander wirkt jedoch schwächer als Kümmel oder Fenchel. Dazu müssen die Samen gequetscht oder zerrieben werden, weil sonst die Öle nicht mit Wasser herausgelöst werden können. Auch bei Tieren kann Koriander bei Blähungen eingesetzt werden. Die Statistik in der Schweiz zeigt, dass 15 % aller Allergiker empfindlich auf Koriander reagieren. Die Empfindlichkeit zählt zum Sellerie-Beifuß-Syndrom. Bei empfindlichen Menschen kann der Pflanzen-saft unter Einwirkung von Sonnenlicht auch photoallergische Hautreaktionen bewirken.
Kosmetik

Wegen seines warmen, aromatischen und würzigen Duftes wird es auch in der Parfumindustrie verwendet. Es dient hauptsächlich zum Abrunden und Har-monisieren der einzelnen Bestandteile. Die Blätter riechen etwas nach Wan-zen, die Beeren nach Anis.
Koriander kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Küchenkraut anwenden. Die häufigste Art, Koriander medizinisch anzuwenden ist der Tee.
Tee

Für einen Koriander-Tee kann man wahlweise getrocknete Blätter oder zerstoßende Samen verwenden. Die Wirkung der beiden Pflanzenteile ist vergleichbar.
Tee aus Koriander-Blättern

Für den Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel getrocknete Koriander-Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Koriandertee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Tee aus Koriander-Samen

Für einen Tee aus Koriander-Samen zerstößt man zunächst die Samen, am besten in einem Mörser. Dann macht man eine sanfte Abkochung. Dazu setzt man ein bis zwei Teelöffel Samen mit einer großen Tasse Wasser auf den Herd und bringt das Wasser zum Kochen. Sobald das Wasser kocht, nimmt man den Topf vom Herd und lässt den Tee noch etwa 10 Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Koriandertee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Koriander-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Koriander-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Teemischung gegen Verdauungsschwäche und Blähungen

Der Koriander gehört zusammen mit seinen engen Verwandten zu den carminativen Heilpflanzen. Das heißt sie fördern die Verdauung und lindern Blähungen. Besonders gut wirken die carminativen Doldenblütler zusammen in einer Teemischung. Man kann die Teemischung folgendermaßen zusam-menstellen: 25g Koriander-Samen (Früchte), 25g Kümmel-Samen, 25g Fenchel-Samen, 25g Anis-Samen
Von dieser Mischung nimmt man ein bis zwei Teelöffel für eine große Tasse Tee. Dann macht man damit eine sanfte Abkochung. In dieser Mischung ist der Koriander eine der schwächeren Heilpflanzen. Besonders stark wirkt der Kümmel. Für eine intensive Wirkung kann man den Anteil des Kümmels verdoppeln. Fenchel und Anis fördern den Wohlgeschmack der Teemischung.
Tinktur

Um eine Koriander-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man zerstoßene Koriander-Samen oder Blätter in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen etwa eine Woche ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Man kann sie auch bei akutem Bedarf, z.B. nach schweren Mahlzeiten einnehmen. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.Wer will, kann die Tinktur auch aus der carminativen Teemischung zubereiten.
Koriander-Honig

Einen Koriander-Honig kann man gegen Husten zubereiten. Dazu zerstößt man Koriander-Samen mit dem Mörser oder dem Mixer. Die zermahlenen Koriander-Samen werden mit Honig vermischt. Diese Honigmischung kann man als Hustensirup verwenden.
Küche

In der Küche kann man sowohl die Samen als auch das frische Kraut verwenden. In Europa und im nahen Osten spielen die Samen eine größere Rolle in der Küche. Kurz angeröstet und zerkleinert kann man den Koriander als Gewürz für Brot, Kleingebäck, Gerichten mit Kohl, Gemüsesuppen und Bohnengerichten verwenden. In Asien, aber auch Südamerika wird vor allem das frische Kraut verwendet, ähnlich wie hierzulande die Petersilie, was dem Koriander auch den Namen Indische Petersilie eingebracht hat. Die Indische Küche kann man sich ohne Koriander kaum vorstellen. Koriander ist Teil des Curry-Gewürzpulvers und auch Teil fast aller frischen Curries. Der Duft und Geschmack der frischen Koriander-Pflanze gefällt aber nicht Jedem. Diesem Geruch hat der Koriander auch den Namen "Wanzenkraut" zu verdanken. Manche hassen das Koriander-Aroma und machen deshalb einen Bogen um die indische Küche. Man kann sich aber an den speziellen Geschmack gewöhnen. Im getrockneten Zustand ist der umstrittene Aspekt des Koriander-Geschmacks verflogen.

Wirkung

Die medizinische Wirkung des Korianders wurde wegen ihrer guten Nachweisbarkeit sogar von der Kommission E bestätigt. Diese staatliche Kommission empfiehlt den Koriander bei Appetitlosigkeit und Dyspepsie. Die Wirkung des Korianders beruht in erster Linie auf seinen ätherischen Ölen. Sie stärken den Appetit und die Verdauung. Außerdem werden Krämpfe gelindert. Darum eignet sich der Koriander für Verdauungsbeschwerden nahezu aller Art. Darmgase werden ausgeleitet und Krämpfe der Verdauungsorgane werden gelindert. Außerdem wird der Appetit gestärkt. Koriander hat auch eine antibiotische Wirkung, die sehr ausgeprägt ist.
Nebenwirkungen

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sind beim Koriander nicht bekannt.
Es kann höchstens zu einer leichten Lichtempfindlichkeit kommen, wenn man Koriander-Pflanzensaft äußerlich anwendet. Es gibt manche Menschen, die allergisch auf den Koriander reagieren. Vor allem Menschen, die auch unter anderen Allergien leiden, sind relativ häufig von einer Koriander-Allergie betroffen.

Anwendungsgebiete

Aus den Wirkungen ergeben sich die Anwendungsgebiete des Korianders. Man kann Koriander als Tee oder Tinktur gegen Blähungen, Magenkrämpfe oder Darmkrämpfe einsetzen. Auch wenn man zu schwer gegessen hat, kann Koriander helfen. Daher wird der Koriander auch in der Küche gerne zum Würzen von schwerverdaulichen Speisen verwendet, wie beispielsweise Bohnen- oder Kohlgerichten. Eine schwache Verdauung oder Appetitlosigkeit können durch Koriander verbessert werden. Gegen Mundgeruch kann man die Koriandersamen kauen. Weil der Koriander krampflösend wirkt, hilft er auch in vielen Fällen von Reizmagen und Reizdarm. Wegen der keimtötenden Wirkung kann man Koriander auch bei bakteriellen Infektionen des Verdauungsapparates einsetzen, z.B. bei Salmonellen-Erkrankungen. Die krampflösende Wirkung lässt den Koriander auch bei Periodenkrämpfen helfen.

Magische Anwendung

Der Koriander ist eine beliebte Pflanze für Liebeszauber und Liebsbeutel. Für einen Liebestrank werden reife Koriandersamen zerstoßen und dem Wein beigegeben. In einen Liebesbeutel füllt man mehrere Kräuter, u.a. Koriander, und legt ihn beispielsweise unter das Kopfkissen. Auch in Beuteln werden die Koriandersamen am Körper getragen, um Kopfschmerzen zu lindern. Bei dieser "magischen" Anwendung kommt vermutlich die Wirkung der ätherischen Öle zum Zuge. In China wird der Koriander als Symbol der Unsterblichkeit betrachtet.

Geschichtliches

Erste Nachweise des Korianders gibt es schon von 23.000 in einer Höhle in Israel. Danach findet man ihn wieder vor etwa 8.000 Jahren. Anscheinend wurde er auch damals schon als Kultur- und Heilpflanze verwendet und wuchs nicht wild. Auch heute findet man den Koriander nicht als Wildpflanze, höchstens in verwilderter Form. Sowohl im alten Indien, im Römischen Reich, als auch im klassischen Ägypten und Babylon wird der Koriander schon als Heilpflanze verwendet. Sogar aus dem alten China findet man Hinweise auf die medizinische Nutzung des Korianders. Im Mittelalter wurde der Koriander dann allmählich auch in Mitteleuropa eingeführt. Dazu trugen natürlich die zahlreichen Klöster und ihre Klostergärten bei. Seit Karl dem Großen (747 bis 814) findet man schriftliche Hinweise auf die Verwendung des Korianders. Er wurde in der Liste der Heilpflanzen in der Schrift "Capitulare de villis vel curtis imperii" aufgeführt. Diese Pflanzenliste war Teil einer Verordnung, die vorschrieb, wie die königlichen Landgüter bestellt werden sollten. Die Heilpflanzenliste mit 73 Pflanzen zeigen deutlich, welche Heilkräuter damals als besonders wichtig betrachtet wurden. Auch nach Nordamerika wurde der Koriander eingeführt, nachdem es entdeckt wurde.

Pflanzenbeschreibung

Erscheinungsbild und Blatt

Der Echte Koriander wächst als einjährige krautige Pflanze. Die Wuchshöhe liegt je nach Standort, Sorte und Verwendung zwischen 30 und 90 cm.
Der Geruch der Pflanzenteile ähnelt stark dem Geruch der Ausdünstungen diverser Wanzenarten. Es wird ein schlanker „Wurzelstock“ gebildet. Der längs geriefte Stängel ist im Querschnitt rund. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind kahl. Die jüngeren Blätter unterscheiden sich in der Form deutlich von älteren. Die jungen Blätter sind eher rundlich, breit und dreigeteilt eingeschnitten, während die älteren Blätter doppelt gefiedert und fein zerteilt sind.
Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Blütezeit ist von Juni bis Juliund dauert etwa vier Wochen Der auf einem langen Blütenstandsschaft stehende, doppeldoldige Blütenstand ist flach aufgebaut und drei- bis fünfstrahlig. Die Doldenhülle fehlt und besteht lediglich aus wenigen Blättchen, die fadenförmig sind. Die Döldchen haben nur an ihrer Außenseite Hüllchen. Koriander blüht weiß. Während der Blütezeit wird Koriander stark von Bienen beflogen. Die Früchte sind fast kugelrund und zweitei-lig. Sie bleiben nach der Abreife meist zusammen.
Die Samen sind an der Außenseite gelb bis braun, manchmal zur Spitze hin violett und die Innenseite ist hell. Die Samen sind außen vertikal gerieft und innen hohl. Zur Samenreife hin nimmt der wanzenartige Geruch der Pflanze und der Samen ab. Je nach Herkunft sind die Samen 2,5 bis 5 mm groß. Die Tausendkornmasse liegt zwischen 2 und 10 Gramm. Das Saatgut ist etwa 3 Jahre haltbar, bleibt bei konstanter Temperatur unter 10 °C und einer Saatgutfeuchte von weniger als 10 % aufbewahrt aber länger keimfähig, maximal bis zu 6 Jahren. Manche Züchter erzielen jedoch auch nach 8 Jahren trockener Saatgutaufbewahrung bei Raumtemperatur noch Keimerfolge von über 80 Prozent.
Der Koriander ist im Mittelmeerraum und im nahen Osten heimisch. Die einjährige Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst die jungen Blätter aus. Sie sind dreigeteilt, breit und am Rande gezackt. Sie erinnern ein wenig an Blatt-Petersilie. Sobald die Pflanze höher wächst verändern sich die Blätter drastisch. Sie sind fein gefiedert und sehr dünn. Zwischen Juni und Juli erscheinen die Blüten. Sie wachsen in einer Doppeldolde, sind also innen fein unterteilt und außen etwas gröber. Die Blüten sind weiß mit einem Hauch von Rosa. Aus den Koriander-Blüten entwickeln sich zwischen Juli und September die fast kugelrunden Samen. Die Samen sind gelb-braun. in frischem Zustand riechen sie unangenehm nach Wanzen. Dieser Geruch verliert sich aber, wenn die Samen getrocknet werden.

Anbautipps

Der Koriander ist eine einjährige Pflanze. Daher kann man ihn am besten aus Samen anziehen. In mitteleuropäischen Gärten gedeiht der Koriander recht gut, die Samen schaffen es aber nur in besonders warmen Gebieten auszurei-fen. Im heimischen Garten kann man also vorwiegend die Blätter und das Kraut des Korianders anziehen, weniger die Samen. Als Boden eignet sich am besten leichter, durchlässiger Boden. Am liebsten wächst der Koriander in der vollen Sonne oder im Halbschatten. Im Frühjahr sät man Koriander-Samen in Reihen mit etwa 25 cm Abstand. Nach der Keimung dünn man die Reihen so aus, dass nur etwa alle 15 cm eine Pflanze stehenbleibt. In der Wachstumsphase muss der Koriander ausreichend gegossen werden.

Sammeltipps

Wenn man den Koriander im eigenen Garten kultiviert, kann man ihn ernten.
Die jungen, breiten Blätter kann man ernten, sobald sie sprießen. Dazu schneidet oder pflückt man sie ab. Das blühende Kraut kann man zur Zeit der Blüte abschneiden. Für den Einsatz in der Küche verwendet man Blätter oder Kraut am besten frisch. Als Tee ist es besser, wenn man den Koriander vorher trocknet, weil der Geruch dann angenehmer ist. Das Wanzenaroma verliert sich bei der Trocknung. Die Trocknung sollte zügig aber schonend erfolgen, am besten im Halbschatten. Zur Samenreife gelangt der Koriander in Mitteleuropa nur in ausgesprochen warmen Gegenden. Wenn man reife Samen hat, schneidet man am besten das ganze Kraut ab und stellt es trocken in Gefäße, wie in eine Vase. Das ist besser als die Samenernte im Freiland, weil dort zu viele Samen auf den Boden fallen. Nach ein paar Tagen lösen sich die Samen von selber von den Pflanzen und man kann sie abschütteln. Die Samen werden schonend aber zügig getrocknet, damit man sie aufbewahren kann.


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kaum weggetreten

BACHBLÜTEN
Man fühlt sich nutzlos und impotent (19 Larch)

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sein

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