Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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29.09.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > September > 25.09.17-01.10.17


SUMPF-HERZBLATT  

In dunklen sumpfigen Wiesen oder Mooren ist das seltene Sumpf-Herzblatt schon von weitem zu erkennen, da sich an den langen Stängeln leuchtend weiße und große Blüten befinden. Die Pflanze ist zwar in großen Teilen von Europa und Westasien verbreitet, aber mittlerweile sehr selten geworden und geschützt. Den Namen Studentenröschen erhielt die Pflanze, weil Studenten ihrer Liebsten diese Blume brachten. Eingesetzt wurde die Pflanze früher bei Leber- und Galleleiden, später und heute als Beruhigungsmittel und zur Linderung von Krampfanfällen.
Das Sumpf-Herzblatt, auch Studentenröschen genannt, ist eine Pflanzenart der Gattung Herzblatt und in  Mitteleuropa der einzige Vertreter der Unterfamilie der Herzblattgewächse. Es ist die am weitesten verbreitete Art der Gattung Parnassia; das Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile des nördlichen Eurasiens und Nordamerikas.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Epileptische Anfälle, Nervosität
Heilwirkung:
adstringierend, beruhigend, entkrampfend, harntreibend, krampflösend, tonisierend, wundheilend
Anwendungsbereiche:
Adstringens, Augenkrankheiten, Epilepsie, Epileptische Anfälle, Erregungszustände, Galleleiden, Herzklopfen, Krämpfe, Leberleiden, Mundhöhlenentzündung, Nasenbluten, Nervosität, Tonikum, Unruhe, Verdauungsprobleme, Wunden
wissenschaftlicher Name:
Parnassia palustris L.
Pflanzenfamilie:
Herzblattgewächse = Parnassiaceae, Steinbrechgewächse = Saxifragaceae
englischer Name:
Grass of Parnassus
volkstümlicher Name:
Einblatt, Schwanenrose, Studentenröschen, Sumpf-Herzblatt, Sumpfherzblatt, Weißes Leberblümchen
Verwendete Pflanzenteile:
oberirdisches blühendes Kraut
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harze
Sammelzeit:
Sommer, Herbst
Hinweis:
Die Pflanze ist geschützt.

Anwendung
Das Sumpf-Herzblatt findet heute keine Verwendung mehr, wurde früher jedoch unter der Bezeichnung Herba et Flores Hepaticae albae seu Parnassiae offizinell als Mittel bei Herzklopfen geführt. Weiters wurde versucht, Augenkrankheiten, Leberleiden und Durchfall mit dieser Pflanze zu kurieren. Weitere Verwendung fand das Sumpf-Herzblatt als  Diureticum und es wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Russland als Mittel bei Epilepsie eingeführt. Als volkstümliches Mittel fand die Pflanze in Bier gekocht Verwendung bei Magenbeschwerden.
Tee
2 Teelöffel getrocknetes Kraut mit 250ml kaltem Wasser ansetzen, ein paar Stunden ziehen lassen, aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Beruhigt, beugt Anfällen vor und lindert Krämpfe.
Abkochung
Abkochung des getrockneten Krauts in Bier hilft bei Magen-Darm-Probleme und stärkt die Verdauung.
Mundspülung
Ein starker Tee hilft als Mundspülung bei Entzündungen im Mundraum.
Wundpuder
Das gepulverte Kraut auf die Wunde gepudert beschleunigt die Wundheilung.
Frischsaft
Der frische Saft hilft bei Nasenbluten und beschleunigt die Wundheilung.

Geschichtliches
Viele Jahrhunderte vor allem als Mittel bei Leber- und Galleleiden eingesetzt, daher auch der Name Leberblümchen. In den letzten Jahrhunderten mehr als Mittel bei Krämpfe und zur Beruhigung genutzt. Das Sumpf-Herzblatt ist mittlerweile sehr selten geworden, weil viele Feuchtgebiete trockengelegt wurden. Das hat dazu geführt, dass das Sumpf-Herzblatt geschützt ist und nicht mehr gesammelt werden darf.

Pflanzenbeschreibung
Das Sumpf-Herzblatt ist in Mittel-/Nord-Europa und Nordwestasien heimisch. Es wächst bevorzugt in Sumpfwiesen, Mooren, Gräben und Ufern in Höhenlagen bis 2600m. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 10 und 30 Zentimeter hoch. Die Blätter sind herzförmig. Die weißen tellerförmigen Blüten erscheinen zwischen Juni und September. Die Blüten haben einen Durchmesser von 15 bis 30 mm. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst die Samen in kleinen Kapseln.
Vegetative Merkmale
Das Sumpf-Herzblatt wächst als ausdauernde  krautige Pflanze und erreicht je nach Standort Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Das  Rhizom des Hemikryptophyten ist aufrecht und nicht selten verzweigt, mit rosettiger Beblätterung an der Spitze. Alle Pflanzenteile sind unbehaart. Fast alle, zwei bis zwölf, 3 bis 6 (selten bis 8) cm lang gestielten Laubblätter stehen in einer grundständigen Rosette zusammen. Die Blattspreite ist meist mehr oder weniger lang eiförmig mit fast herzförmiger Basis, ganzrandig, 1 bis 4 Zentimeter lang und 1 bis 2,5 Zentimeter breit. Die Blätter sind oft purpurfarben punktiert. Der kantige  Stängel besitzt in der unteren Hälfte meist ein sitzendes, tief herzförmiges, stängelumfassendes Blatt, das gelegentlich fehlen kann; selten sind auch zwei Stängelblätter vorhanden.
Generative Merkmale
Die Blüten stehen einzeln. Die zwittrige, fünfzählige, radiärsymmetrische  Blüte weist einen Durchmesser von meist 2,2 bis 3 (selten bis 3,5) cm auf. Die fünf freien Kelchblätter sind kürzer als die Kronblätter, intensiv purpur-braun punktiert, elliptisch bis länglich, 5 bis 8 mm und 3 bis 5 mm breit. Die fünf freien, breit eiförmigen bis verkehrt-eiförmigen, zwischen 8 und 15 mm langen und 7 bis 10 (selten bis 13) mm breiten  Kronblätter sind weiß und dunkel geadert (Strichsaftmale). Der äußere Staubblattkreis besteht aus fünf fertilen  Staubblättern mit kurzen, dicken Staubfäden und eiförmigen, breiten, gelblichen, bis zu 3 mm langen Staubbeuteln. Der innere ist zu  Staminodien umgebildet. Diese sind etwa 0,3-mal so lang wie die Kronblätter. Sie sind spatelförmig mit 7 bis meist 9 bis 21 fächerförmig spreizenden, zur Mitte hin längeren Fransen mit kugeligen, gelblichen, glänzenden, nicht sezernierenden Drüsen auf ihren Spitzen (Nektarattrappe, Staubbeutelattrappen). Der Äquatordurchmesser der Pollenkörner beträgt 18 bis 33 µm. Vier  Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, eiförmigen (synkarpen)  Fruchtknoten verwachsenen. Der sehr kurze Griffel, der an der Frucht einen mehr oder weniger deutlichen Schnabel bildet, endet in einer vierlappigen, kommissuralen Narbe. Selten kommen auch Fruchtknoten mit drei Fruchtblättern und drei Narben vor. Die Blütezeit ist von Juli bis September. Die 5 bis 12 mm langen, fachspaltig sich öffnende, eiförmige  Kapselfrüchte enthalten zahlreiche Samen. Die 1,1 bis 1,7 mm langen, braunen  Samenbesitzen eine feine Netzstruktur, sind länglich und oft auch etwas gekrümmt, mit breitem Flügelrand. Durch den Flügelrand gelten die Sa-men als  Ballonflieger, generell gilt die Pflanze als ein  Wind- und Tierstreuer. Da die Samen kein  Nährgewebe enthalten, werden die Keimlinge vermutlich durch einen Pilz ernährt (mykotroph). Die Früchte reifen im Oktober. Das  Hypokotyl erreicht zusammen mit den nicht einmal halb so langen  Kotyledonen eine Länge von etwa 0,25 mm des insgesamt 0,7 mm langen Embryos. Die auffälligen palisadenartigen Epidermiszellen sind etwa doppelt so groß wie die Zellen der darunter gelegenen Schichten. Durch die vielen Ähnlichkeiten mit den Samen des Wald-Geisbartes gilt dies auch als Paradebeispiel der  Konvergenz nicht näher verwandten Arten.

Anbautipps
Das Sumpf-Herzblatt ist nur schwer anzubauen. Es liebt basischen und feuchten Boden, am besten an einem Teichrand. In Töpfen aussäen und den Boden nass halten, die junge Pflanze ins Freiland setzen.

Sammeltipps
Das Sumpf-Herzblatt ist geschützt und darf nicht in der Natur gesammelt werden. Geerntet wird das ganze blühende oberirdische Kraut. Zügig an luftigem und schattigen Ort trocknen.




SÜSSHOLZ  


Das Süßholz ist die Wurzel der subtropischen Süßholzpflanze. Der Saft der Süßholzwurzel ist der Ausgangsstoff für Lakritze. Süßholz ist aber auch eine vielseitige Heilpflanze. Es hilft bei Husten, Magengeschwüre und Kopfschmerzen und stärkt außerdem niedrigen Blutdruck. Mit seiner blutreinigenden Fähigkeit ist das Süßholz auch ein wertvoller Begleiter bei Schlankheitskuren oder bei rheumatische Erkrankungen.
Echtes Süßholz ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler innerhalb der Familie der  Hülsenfrüchtler. Am bekanntesten ist das Echte Süßholz durch die aus der Süßholzwurzel gewonnene Süßigkeit Lakritze. Als  Teedroge findet die Pflanze ebenfalls Verwendung.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten, Gastritis
Heilwirkung:
abführend, antibakteriell, auswurffördernd, blutdrucksteigernd, blutreinigend, entzündungswidrig, fungizid, harntreibend, schleimlösend, schmerzlindernd
Anwendungsbereiche:
Bronchitis,  Gicht, Heißhunger,  Kopfschmerzen, Magengeschwür, Magenkrämpfe, Magenschleimhautentzündung, Migräne, Niedriger Blutdruck, Rheuma, Sodbrennen, Übergewicht, Verstopfung, Zwölffingerdarmgeschwür
wissenschaftlicher Name:
Glycyrrhiza glabra
Pflanzenfamilie:
Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Liquorice
andere Namen:
Süßholzwurzel, Lakritze, Lakritzenwurzel, Russisches Süßholz, Spanisches Süßholz
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Inhaltsstoffe:
Glykoside: Glycyrrhizin, Glabrinsäure, Liquiritin, Oleanolsäure-derivate; Flavonoide, Isoflavone, Cumarine
Sammelzeit:
März und April, September und Oktober

Anwendung
Süßholzwurzel wirkt aufgrund der enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure, auswurffördernd, schleimverflüssigend und schleimlösend. Bei Süßholzextrakten wurde eine antibakterielle und antimykotische Wirkung nachgewiesen. Typische Anwendungsgebiete sind Husten, Bronchialkatarrh und andere Erkrankungen der oberen Atemwege. Bei Gastritis und Magengeschwüren findet die Süßholzwurzel ebenfalls Anwendung. Die experimentell und klinisch belegte entzündungshemmende und  krampflösende Wirkung ist noch nicht vollständig geklärt. Die nachgewiesene entzündungshemmende Wirkung der Glycyrrhizinsäure soll aber nicht durch eine Hemmung der Prostaglandinbiosynthese, sondern durch Einfluss auf die Wanderung der eukozyten zum Entzündungsort entstehen. Daneben beeinflusst Glycyrrhizinsäure selbst den Steroidstoffwechsel, indem sie das Enzym Steroid-5β-Reduktase, möglicherweise auch die NAD +-abhängige  11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 2 hemmt. Diese Enzyme bauen Cortison und Aldosteron ab, ihre Hemmung führt daher zu einer Verlängerung der biologischen Halbwertszeit der Corticosteroide sowie bei hohem Aldosteronspiegel zu Bluthochdruck und Kaliumverlust. Zur Behandlung der chronischen  Hepatitis und der Leberzirrhose wird im ostasiatischen Raum Glycyrrhizinsäure in Kombination mit Glycin und Cystein als Infusion eingesetzt. Für Glycyrrhizin wurde eine antivirale Wirkung bei Hepatitis A und  C belegt. Auch soll der Süßholzzucker die Produktion eines Virusproteins der Herpesviren blockieren, das normalerweise die Entdeckung des Erregers durch die Zelle verhindert. Ohne dieses Protein bemerken die Zellen den Eindringling und leiten ihren eigenen Tod ein. Die dafür nötige Dosis ist allerdings viel zu hoch, um durch normalen (gesundheitlich unbedenklichen) Lakritzkonsum erreicht zu werden, und wurde nicht am lebenden Menschen, sondern nur an Zellkulturen nachgewiesen. Weitere Forschungen untersuchen auch die antivirale Wirkung auf das  Kaposi-Sarkom-auslösende Herpesvirus. Die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln war schon in der Antike bekannt. Die Ägypter des Altertums schätzten Lakritze sehr und kannten ein Lakritzegetränk namens Mai sus. Theophrastos von Eresos, der um 350 v. Chr. lebte, schätzte Lakritze als Heilmittel gegen Husten und als Durstlöscher. Lakritze soll zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben. Tim Richardson weist in seiner Geschichte der  Süßigkeiten darauf hin, dass auch französische und türkische Soldaten im Ersten Weltkrieg Lakritze im Marschgepäck hatten. In Mitteleuropa kennt man Lakritze als Heilmittel seit dem Mittelalter. In Großbritannien wurden Lakritztaler zu therapeutischen Zwecken hergestellt. Erst 1760 setzte ein  Apotheker namens George Dunhill der Lakritze Zucker zu, so dass sie von da an als Süßigkeit verzehrt wurde. In der  traditionellen chinesischen Medizin ist die chinesische Lakritze nach wie vor ein Standardheilmittel. Sie wird dort als Tonikum für das Herz eingesetzt sowie bei Geschwüren, Erkältungen und Hautunreinheiten verwendet.
In der Kombination mit Ammoniumchlorid und Anisöl wird Süßholzwurzelextrakt zu Salmiakpastillen verarbeitet. Als „traditionell angewendetes Arzneimittel zur Schleimlösung im Bereich der Atemwege" bezeichnet, wurden sie bereits in Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis von 1925 beschrieben. Getrocknete Süßholzstangen werden auch zur Zahnpflege gekaut, wobei neben den enthaltenen Inhaltsstoffen auch die Eigenschaft des Holzes zum Tragen kommt, beim Kauen am Ende stark auszufasern und so eine natürliche Zahnbürste zu formen. Süßholz kann man wahlweise als Tee oder als Tinktur anwenden. Am bekanntesten ist der Süßholz jedoch in Form von Lakritze. Die häufigste Art, Süßholz-Wurzel direkt anzuwenden ist der Tee. Gerne wird das Süßholz auch in Teemischungen verwendet, weil es der Mischung eine gewisse Süße und ein angenehmes Aroma verleiht.
Tee
Für einen Süßholz- Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Süßholz-Wurzeln mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn fünfzehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Süßholztee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Süßholz-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Süßholz-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Süßholz-Teemischung
Bei Husten kann man folgende Teemischung zusammenstellen. Sie eignet sich auch für Kinder, weil sie leicht süßlich schmeckt.
40g Süßholzwurzeln, 30g Fenchelsamen, 15g Anissamen, 15g Spitzwegerichblätter
Wer will, kann in den fertigen Tee noch etwas Honig geben, dann wird der Tee noch süßer und man kommt auch in den Genuss der Heilwirkung des Honigs.
Tinktur
Um eine Süßholz- Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Süßholzwurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Süßholz-Honig
Süßholzpulver kann man mit 2 Teilen Honig vermischen und löffelweise einnehmen.
Wurzelstücke kauen
Das Kauen der Wurzelstücke wird bei Magenbeschwerden, Heißhungerattacken und Alkoholkater.
Süßigkeit
Die meisten Lakritzezubereitungen kann man vor allem als Süßigkeit betrachten, weil sie unter anderem viel Zucker und andere Süßigkeitenzutaten enthalten. Klassische Lakritzestangen aus der Apotheke oder dem Bioladen haben jedoch durchaus eine Heilwirkung, die der eines Süßholztees oder Tinktur entspricht. Man kann traditionelle Lakritze essen, wenn man unter Husten oder Magenproblemen leidet.

Wirkung
Beim Süßholz wirkt vor allem das Glykosid Glycyrrhizin sehr ausgeprägt. Es ist etwa 50 mal süßer als normaler Haushaltszucker. Außerdem wirkt es, zusammen mit den anderen Wirkstoffen der Süßholzwurzel auswurffördernd, krampflösend, entzündungshemmend. Eine weitere wichtige Wirkung der Süßholzwurzel ist ihre antibakterielle und fungizide Wirkung. Wichtig ist zu wissen, dass Süßholz den Blutdruck steigert. Das kann bei Menschen mit niedrigem Blutdruck erwünscht sein, bei Bluthochdruck-Patienten ist es aber eher unerwünscht. Darum sollten diese nicht zu viel Süßholz und Lakritze einnehmen. Süßholz ist eine ganz besondere Heilpflanze für die Blutreinigung. Es fördert nämlich nicht einfach die Nierentätigkeit, wie die meisten anderen Blutreinigungskräuter, sondern er hilft den einzelnen Körperzellen dabei, ihre Abfallstoffe auszuscheiden. Dadurch reinigt das Süßholz das Gewebe.
Nebenwirkungen
Bei Dauergebrauch und hohen Dosierungen kann Süßholz den Blutdruck erhöhen. Außerdem kann es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) kommen, weil Süßholz die Ausscheidung von Natrium (Kochsalz) hemmt und die Kalium-Ausscheidung fördert.
Wechselwirkungen
Die Wirkung von kaliumsparenden Diuretika kann durch große Mengen Süßholz verändert werden. Manche Herzglykoside wirken stärker im Zusammenhang mit Süßholz.
Gegenanzeigen
Menschen, die unter Bluthochdruck, Kaliummangel, Leberzirrhose oder chronischer Hepatitis leiden, sollten kein Süßholz anwenden.

Anwendungsgebiete
Husten
Süßholz kann man als Tee, Tinktur oder Honig bei Husten aller Art einnehmen. Da es auswurffördernd, schleimlösend und krampflösend wirkt, ist es sowohl ein Hustenlöser als auch ein Hustenstiller. Seine antibakterielle Wirkung hilft zudem, den Husten, insbesondere eine bakterielle Bronchitis, erfolgreich zu bekämpfen.
Magenprobleme
Bei Magenschmerzen und Entzündungen kann Süßholz lindernd und heilend wirken. Es lindert krampfartige Magenprobleme, sorgt für die Abheilung kleiner Magengeschwüre und bekämpft Infektionen im Magen. Bei der Verdauung hilft das Süßholz auch, weil es ein wenig abführend wirkt.
Blutreinigung
Weil das Süßholz das Gewebe reinigt, kann man es für Blutreinigungskuren anwenden. Es hilft auch beim Abnehmen, weil es die Abfallstoffe, die beim Abnehmen vermehrt entstehen, aus den Geweben schleust und für die Entsorgung durch die Nieren vorbereitet. Außerdem hilft es bei Heißhunger, wenn man an Süßholzstangen kaut. Auch bei Rauchgelüste bei der Rauchentwöhnung kann das Kauen an Süßholzstangen helfen.

Magische Anwendung
Das Kauen von Süßholzstangen soll leidenschaftliche Gefühle erwecken. Im Beutel mit sich herumgetragen soll Süßholz dabei helfen, die Liebe anzuziehen. Es wird auch als Zauber für Treue verwendet.

Geschichtliches
Schon in der Antike war das Süßholz als Heilpflanze bekannt. Der berühmte Theophrastos von Eresos (um 350 v.Chr.) erwähnte das Süßholz bei Husten. Im alten Ägypten gab es ein Getränk mit Süßholz namens Mai sus. Römische Soldaten führten immer Lakritze mit sich, um ein Mittel gegen Husten zur Hand zu haben. Außerdem wurde es als Durstlöscher verwendet. Im Mittelalter wurde das Süßholz bereits zu Lakritzestangen und Talern verarbeitet. Heutzutage findet man das Süßholz vor allem als Lakritze, aber auch oft in Mischtees.

Pflanzenbeschreibung
Süßholz ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis zu 100 Zentimetern erreicht. Die Pflanze ist verzweigt. Die Stängel und die Blattstiele sind behaart oder verkahlend. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit 9-17 Fiederblättern. Die Fiederblättchen sind eiförmig bis elliptisch, etwa 2-5 cm lang und 1,5 bis 2,5cm breit. Sie sind abgerundet und vorn stachelspitzig, fiedernervig und unterseits von sitzenden harzig-klebrigen Drüsen punktiert. Die Nebenblätter sind klein und hinfällig. Im Spätsommer erscheinen bläulich-violette und weiße Schmetterlingsblüten in kurzen, aufrechten Ähren in den Achseln der Blätter. Der Blütenstand ist viel kürzer als sein Tragblatt. Die Schmetterlingsblüten sind 8-12 mm lang. Sie sind kurz gestielt. Der Kelch ist kurz glockenförmig. Die Kelchzähne sind länger als die Kelchröhre und lanzettlich spitzig. Die Blütenblätter, die das Schiffchen bilden, sind nicht verwachsen und vorn nicht geschnäbelt. Die Hülsen werden bis zu 3 cm lang und 4-6 mm breit. Sie sind kahl oder ziemlich dicht bestachelt und gerade. Sie sind reif lederig und rotbraun. Bei Vollreife springen sie auf. Jede Hülse enthält 2-5 Samen. Die Wurzeln werden im Herbst geerntet. Die Blütezeit ist Juni bis Juli, seltener bis in den Herbst. Süßholz ist im Mittelmeerraum und im mittleren Asien heimisch. Es wird sowohl in Spanien, Frankreich und Italien als auch in Russland angebaut. Es wächst bevorzugt an warmen Standorten auf tiefgründigen Böden. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch. Im Frühjahr treibt die Wurzel neue Stängel mit zahlreichen unpaarigen Fiederblättern aus. An jedem Blatt wachsen bis zu 17 ovale Fiederblättchen. Die bläulich violetten Schmetterlingsblüten erscheinen zwischen Juni und Juli. Aus den Süßholz-Blüten entwickeln sich bis zum Herbst die Samen. Die Samen stecken in rötlichen Schoten.

Anbautipps
In sehr milden Gegenden Mitteleuropas, z.B. im Oberrheingebiet, kann man Süßholz im Garten anbauen. Man kann das Süßholz aus Samen ziehen oder man verwendet fertige Pflanzen. Der Standort sollte möglichst warm, sonnig und geschützt sein. Als Boden eignet sich lockerer Boden, der sehr tief geht, damit sich die Wurzeln entfalten können.

Sammeltipps
Die langen Wurzelausläufer der Süßholzpflanze sind das eigentliche "Süßholz", das im Herbst geerntet wird. Diese Wurzelausläufer werden ausgegraben und von der Hauptwurzel (eine lange Pfahlwurzel) getrennt. Anschließend werden sie gewaschen, geschält und an der Sonne oder im Backofen getrocknet. Die getrocknete Wurzeln kann man kleinschneiden und als Tee oder Tinktur zubereiten. Falls man selber Lakritze herstellen will, kocht man die Wurzeln aus, lässt den entstandenen Saft bei niedriger Hitze eindicken. Aus dem entstandenen Sirup kann man Lakritzestangen gießen, die noch trocknen müssen, bis man Stangen hat. Selbstgemachte Lakritzestangen sind natürlich nicht mit den Lakritze-Süßigkeiten aus dem Supermarkt zu vergleichen.



BACHBLÜTEN
Man fühlt sich unbehaglich, wie verhext (2 Aspen)
-
Diese Menschen fühlen sich sehr oft unbehaglich, aber auch wie verhext
- Mit der dementsprechenden Bachblüte wird das Gefühl des unbehaglich seins bzw. des verhext sein
 abgeschmälert


BACHBLÜTEN
Man macht alles mit sich selbst ab, belastet andere nicht mit seinen Schwierigkeiten (34 Water Violet)
-
Diese Menschen machen alles mit sich selbst aus ohne mit jemanden zu sprechen, der denen einen Rat
 geben könnten, da sie nicht ihre Mitmenschen mit ihren Schwierigkeiten belasten wollen  
- Mit der dementsprechenden Bachblüte fällt es ihnen leichter, bestimmte Schwierigkeiten mit anderen zu
 besprechen


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