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27.08.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > August > 21.08.17-27.08.17


SONNENTAU

Der Sonnentau ist eine hochinteressante Pflanze, die aus dem Reich der Mythen zu stammen scheint. Seine rundlichen Blätter haben rote Tentakel mit klebrigen Tropfen, an denen Insekten hängenbleiben, von denen sich der Sonnentau ernährt. Die Tatsache, dass der Sonnentau Insekten verspeist, ist jedoch noch gar nicht so lange bekannt. Viel länger weiß man schon von den Heilkräften des rundblättrigen Sonnentaus. Er wurde schon seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze gegen Husten und Lungenerkrankungen aller Art verwendet.
Die Gattung Sonnentau zählt zur  Familie der  Sonnentaugewächse und bildet mit ihren annähernd 200  Arten die zweitgrößte Gattung fleischfressender Pflanzen. Charakteristisch sind die mit Klebedrüsen besetzten Blätter der Pflanzen, die ihr den Fang von Beute und so das Gedeihen auch in nährstoffarmen Gebieten ermöglichen. Die Gattung ist annähernd weltweit verbreitet, Hauptverbreitungsgebiete sind Australien, Südamerika und Südafrika. Zahlreiche der Arten sind durch den Menschen gefährdet. Einige wenige Arten allerdings werden als Zierpflanzen geschätzt.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Reizhusten
Heilwirkung:
antibiotisch, entzündungshemmend, krampflösend, sekretlösend, reizlindernd
Anwendungsbereiche:
Asthma, Bluthochdruck, Bronchitis, COPD, Hauterkrankungen, Husten, Keuchhusten, Krampfhusten, Verdauungsbeschwerden, Früher: Epilepsie, Tuberkulose, Psychosen, Unfruchtbarkeit, Warzen
wissenschaftlicher
Name: Rundblättriger Sonnentau: Drosera rotundifolia
Pflanzenfamilie:
Sonnentaugewächse = Droseraceae
englischer Name:
Common Sundew
volkstümlicher Name:
Bauernlöffel, Brockkraut, Brunstkraut, Bullenkraut, Egelkraut, Engelkraut, Fettkraut, Fliegenfalle, Foaste, Frickatau, Frisminit, Gideonswurz, Goldener Widerton, Himmelstau, Immertau, Insektenfressa, Jungfernblut, Jungfernblüte, Jungfernöl, Jungferntröpfle, Kälberblume, Löffelkraut, Mandeln, Marienträne, Perlknöpf, Rossoli, Sindaw, Sinnau, Sinnthau, Sondau, Sonnenbrand, Sonnenlöffel, Stierkraut, Wettertau, Widerton
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut (Pflanze geschützt)
Inhaltsstoffe:
Droseron = Plumbagin = Naphthochinonderivate, Gerbstoff, Ameisensäure, Apfelsäure, Essigsäure, Zitronensäure, Bitterstoffe, ätherische Öle, Flavonoide, Anthocyan, roter Farbstoff, Schleimstoffe
Sammelzeit:
Juli und August

Anwendung
Sonnentau kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Fertigpräparat anwenden. Die häufigste Art, Sonnentau anzuwenden ist traditionell der Tee, aber heutzutage wird der Sonnentau häufiger als Fertigarznei verwendet. Da der Sonnentau geschützt ist, darf man ihn in der Natur nicht selber sammeln. Man erhält jedoch Sonnentau-Kraut in manchen Kräuter-Handlungen und –Onlineshops. Im Handel wird meistens Sonnentau aus außereuropäischen Ländern angeboten, teilweise auch andere Sonnentau-Arten, die jedoch die gleiche Heilwirkung haben.
Tee
Für einen Sonnentau- Tee übergießt man einen Teelöffel Sonnentau-Kraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis zwei Tassen täglich.
Achtung! Da der Sonnentau eine starke Wirkung hat, sollte man nicht mehr als zwei Tassen täglich davon trinken. Die Folge einer Überdosierung wäre möglicherweise verstärkter Husten oder gar Atemnot.
Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Sonnentau-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Sonnentau-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Sonnentau-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man frischen oder getrockneten Sonnentau in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-20 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Fertigpräparate
Vom Sonnentau gibt es zahlreiche Fertigpräparate in Apotheken. Wahlweise gibt es den Sonnentau als Tinktur beziehungsweise Extrakt oder in homöopathischer Zubereitung. In homöopathischer Form wird der Sonnentau häufig mit anderen geeigneten Mitteln zu genannten Komplexmitteln gemischt. Die jeweiligen Fertigarzneien werden entsprechend dem Beipackzettel angewendet.
Innerlich
Sonnentau kann man innerlich, als Tee, Tinktur oder Fertigmittel vor allem bei Husten aller Art einsetzen. Der Sonnentau wirkt in mehrfacher Hinsicht gut bei den meisten Erkrankungen der Lunge und der Atemwege. Er wirkt entkrampfend und schleimlösend, sodass der Hustenschleim gut und entspannt abgehustet werden kann. Quälender Hustenreiz wird gelindert. Außerdem wirkt Sonnentau entzündungshemmend, was hilfreich bei entzündlichen Prozessen in den Atemwegen ist. Da der Sonnentau zudem eine ausgeprägte antibiotische Wirkung hat, kann er gegen Keuchhusten, Bronchitis und sogar Lungenentzündung oder Tuberkulose eingesetzt werden. Bei diesen schweren Erkrankungen sollte man jedoch in erster Linie die ärztlich verschriebenen Medikamente, z.B. Antibiotika anwenden. Der Sonnentau kann den Heilungsvorgang allenfalls unterstützen. Außerdem hilft Sonnentau bei Störungen der Verdauungsorgane, was jedoch eher unbekannt ist. Manche Menschen verwenden den Sonnentau auch gegen Bluthochdruck.
Hinweis! Bei der innerlichen Anwendung des Sonnentaus verfärbt sich der Urin grün-braun. Die hängt mit einem erhöhten Eiweißzerfall im Körper zusammen.
Äußerlich
Äußerlich kann man Sonnentau-Tee, verdünnte Tinktur oder Salbe in Form von Umschlägen, Bädern, Waschungen oder Einreibungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man verschiedene Hauterkrankungen lindern.
Homöopathie
Die Homöopathie setzt den Sonnentau unter der Bezeichnung "Drosera" sowohl in niedrigen Potenzen als auch in mittleren Potenzen bei Husten und andere Erkrankungen der Atemwege ein. Man verwendet Drosera aber der Urtinktur bis hin zur Potenz D12. Als typisches Kennzeichen zur Indikation werden nächtliche Hustenanfälle mit Brechneigung und Erstickungsangst angesehen.
Heilpflanze
Im Sonnentau sind verschiedene medizinisch wirksame Inhaltsstoffe enthalten, nämlich Naphthochinonderivate (Plumbagin, Droseron, Ramentaceon) und Flavonglykoside (Quercetin, Myricetin, Kampferöl). Sonnentau wurde bei Reizhusten, zur Herzstärkung und als Aphrodisiakum, aber auch zur Behandlung von Sonnenbrand und gegen Sommersprossen verwendet. Als Hustenmedizin wurde er Anfang der 1990er Jahre noch in 200-300 zugelassenen Präparaten der Medizin eingesetzt, zumeist in Kombination mit weiteren Wirkstoffen. Unter den Präparaten sind heutzutage auch einige aus der Homöopathie vertreten, wobei Sonnentau und andere Wirkstoffe als Urtinktur verwendet werden. Auf Wildsammlungen in Deutschland wird allerdings mittlerweile verzichtet; stattdessen werden entweder Gebiete in Madagaskar, Spanien, Frankreich, Polen und dem Baltikum abgeerntet oder es wird Sonnentau aus deutschen Zuchten verwendet, dort vor allem die schnellwüchsigen Arten Drosera madagascariensis, Drosera ramentacea, aber auch der Rundblättrige und der Mittlere Sonnentau.

Magische Anwendung
Im 13. Jahrhundert wurde der Sonnentau von vielen Alchemisten verwendet, in der Hoffnung, damit Gold herstellen zu können. Sie verwendeten den Sonnentau jedoch auch, um naheliegendere Ziele zu erreichen, beispielsweise zur Herstellung eines Lebenselixiers oder einer Goldtinktur. Auch Jäger verwendeten den Sonnentau in magischer Weise. Wenn ein Jäger den Sonnentau mit sich führt, dann soll er beim Schießen immer zuverlässig treffen. Der Sonnentau wurde im Mittelalter auch von Jedermann als Abwehrzauber verwendet. Wer Sonnentau mit sich führt soll vor Schadenszauber sicher sein. Man glaubte auch, dass man den Sonnentau verwenden könne, um Gifte zu erkennen. Sonnentau vermischt mit einem Gift solle Glas zerbrechen oder die Flüssigkeit zum Sieden bringen. Amulette aus Sonnentau sollten bei schweren Geburten helfen. Auch gegen Zahnschmerzen und Psychosen wurden Sonnentau-Amulette verwendet. Sowohl bei Menschen als auch bei Rindern galt Sonnentau als aphrodisierendes und fruchtbarkeitsförderndes Mittel.

Geschichtliches
Im Altertum wurde der Sonnentau vermutlich noch nicht als Heilpflanze verwendet. Zumindest sind aus dieser Zeit keine medizinischen Beschreibungen des Sonnentaus bekannt. Das ist auch nicht weiter erstaunlich, weil es den Sonnentau in Griechenland nicht gibt. Erst im späten Mittelalter finden wir Hinweise auf die Anwendung des Sonnentaus als Heilpflanze. Im 12. Jahrhundert nutzt Matthäus Platearius von der Schule von Salerno den "herba sole" genannten Sonnentau gegen Husten. Gegen 1300 erforschte der bekannte Arzt Arnoldus de Villanova die medizinische Wirkung des Sonnentaus. Er produzierte mithilfe des Sonnentaus sein bekanntes "Goldwasser", das nahezu als Allheilmittel galt. Seine Forschungsergebnisse und Schriften wurden jedoch im Rahmen der Inquisition vernichtet. Im 15. Jahrhundert wurde der Sonnentau im "Hortus Sanitatis" gegen Epilepsie empfohlen. Dazu sollte man morgens auf nüchternen Magen Sonnentau-Saft trinken. Im 16. Jahrhundert wurde der Sonnentau auch gegen die Pest verwendet, vermutlich weil die Pest in dieser Zeit so bedrohlich war, dass alle wirksamen Heilpflanzen als Mittel ausprobiert wurden. Durch seine antibiotischen Wirkungen ist eine Wirkung des Sonnentaus gegen die Pest nicht ganz ausgeschlossen. In der Neuzeit wurde der Sonnentau von mehreren Kräuterkundigen empfohlen, beispielsweise von Tabernaemontanus oder Prof. Dr. Ossiander. Sie verwendeten den Sonnentau in erster Linie gegen Erkrankungen der Atemwege und teilweise auch gegen Unfruchtbarkeit. In Schottland wurde der Sonnentau unter dem Namen "lusna-feàrnaich" als Farbstoff verwendet, um damit die Farbe Purpur zu erzeugen. Erst im 19. Jahrhundert entdeckte Darwin die fleischfressende Eigenschaft des Sonnentaus. Er beobachtete, dass zahlreiche Insekten in den Tropfen und Ausläufern des Sonnentaus gefangen waren. Nach aus-führlichen Beobachtungen und Forschungen kam er zu dem Schluss, dass der Sonnentau eine fleischfressende Pflanze ist. Im Jahr 1992 war der Sonnentau in Deutschland die Blume des Jahres.

Pflanzenbeschreibung
Der Sonnentau ist fast auf der ganzen Nordhalbkugel heimisch. Er wächst bevorzugt in Mooren der Höhenlagen. Man findet ihn häufig zusammen mit dem Torfmoos. Auf kalkhaltigem oder trockenem Boden findet man ihn nicht. Der Standort des Sonnentaus ist meisten sehr sonnig, also in offenen Mooren. Die mehrjährige Pflanze bildet im Winter einen sogenannten Hibernakel, eine Art Winterknospe. Aus dieser Winterknospe sprießt im Frühjahr eine Rosette, deren Stängel und Blätter in Bodennähe bleiben. An den Enden der Blattstiele wachsen rundliche Blätter, die mit roten Tentakeln (Drüsenhaare) bewachsen sind. Die roten Tentakel bilden ein Sekret, das an ihrem Ende als durchsichtige Tropfen austritt. Diese Sekret-Tropfen sehen aus wie Tautropfen, die auch bei Sonnenschein nicht verschwunden, was dem Sonnentau seinen Namen eingebracht hat. Ende Juni wächst aus der Rosette ein bis zu 20cm hoher Blütenstängel, an dem ab Juli-August in einer Traube bis zu 25 kleine, weiße oder zartrosa Blüten wachsen. Die Blüten werden etwa einen Zentimeter groß. Sie haben fünf Blütenblätter. Die Blüten des Sonnentaus öffnen sich nur bei Sonnenschein. Sie sind eher unscheinbar und wirken vergleichsweise normal im Gegensatz zu den bizarr wirkenden Blättern des Sonnentaus. Daher werden diese Blüten von Laien oft gar nicht zum Sonnentau zugehörig betrachtet. Aus den Blüten entwickeln sich nach der Bestäubung Kapseln, in denen die bräunlich-schwarzen Samen heranreifen. Die Samen sind leicht genug, um mit dem Wind an entferntere Orte gebracht zu werden.
Fleischfressende Pflanze
Die Besonderheit des Sonnentaus ist, dass er eine fleischfressende Pflanze ist.
Diese Tatsache wurde erst im 19. Jahrhundert von Charles Darwin entdeckt.
Die roten Drüsenhaare der Blätter sondern ein eiweißspaltendes Enzym ab, das die Verdauung der Insekten ermöglicht. Außerdem ist das Sekret so klebrig, dass Insekten darin kleben bleiben, wenn sie sich auf den Blättern niederlassen. Die Insekten werden also vom Sekret festgehalten und anschließend verdaut. So kommt der Sonnentau zu den dringend benötigten Proteinen und Stickstoffen, die in nährstoffarmen Mooren fehlen.
Andere Arten
Vom Sonnentau gibt es zahlreiche Arten. Viele dieser Arten sind genau so heilkräftig wie der bekannte rundblättrige Sonnentau.
Mittlerer Sonnentau - Drosera intermedia
Die Rosette des mittleren Sonnentaus wächst ein wenig höher als die des rundblätrigen Sonnentaus. Er wird etwa 10 cm hoch und hat eiförmige, längliche Blätter.
Langblättriger Sonnentau - Drosera anglica
Der langblättrige Sonnentau besitzt längliche, linealische Blätter.
Madagaskar Sonnentau - Drosera madagascariensis
Eine Sonnentau-Art, die in Afrika und Madagaskar heimisch ist, wir heutzutage vorwiegend als Heilpflanze geerntet, weil der hiesige rundblättrige Sonnentau geschützt ist. Der Madagaskar Sonnentau wächst nicht bodennah in einer Rosette, sondern entlang eines Stängels. Seine Blüten sind rosa bis violett.

Sammeltipps
Da der Sonnentau geschützt ist, darf man ihn nicht in der freien Natur sammeln. Nur selbst angebauter Sonnentau im eigenen Garten darf geerntet werden. Der blühende Sonnentau ohne Wurzel wird im Juli oder August gesammelt. Getrocknet wird er an einer schattigen, luftigen Stelle. Man kann auch die frische Pflanze als Tinktur ansetzen.




BREITBLÄTTRIGER ROHRKOLBEN


Der Breitblättrige Rohrkolben ist eine der häufigeren Rohrkolbensorten, die man oft an Gewässerrändern finden kann. Schon von weitem erkennt man diese Pflanze an den braunen länglichen Kolben. Die Wurzel wurde als Gemüse gegessen und der Pollen von männlichen Blüten wird noch heute in der asiatischen Heilkunde genutzt.
Der Breitblättrige Rohrkolben ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Rohrkolben innerhalb der Familie der  Rohrkolbengewächse. Sie kommt in weiten Teilen der  gemäßigten Gebiete der  Nordhalbkugel sowie in den subtropischen und tropischen Zonen beider Halbkugeln vor.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Blutstillung
Heilwirkung:
adstringierend, beruhigend, blutstillend, diuretisch, harntreibend, kühlend, menstruationsfördernd, milchsekretionsfördernd, tonisierend, wundheilend
Anwendungsbereiche:
TCM und Volksheilkunde: Abszesse, Angina pectoris, Bandwürmer, Blutungen, Durchfall, Wehenschmerzen, Lymphsystemkrebs
wissenschaftlicher Name:
Typha latifolia
Pflanzenfamilie:
Rohrkolbengewächse = Typhaceae
englischer Name:
Bulrush, Reedmace
volkstümlicher Name:
Breitblättriger Rohrkolben, Großer Rohkolben, Pfaffenpint
Verwendete Pflanzenteile:
Pollen (männliche Blüte)
Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Flavanoide, hormonartige Verbindungen
Sammelzeit:
Juli-August
Kontraindikation:
Schwangerschaft

Anwendung
Der Breitblättrige Rohrkolben wird zur Gewinnung von  Biomasse genutzt. Er kann für  Reetdächer sowie für Flechtwerk und als Füllmaterial genutzt wer-den. Zudem wird er als Zierpflanze angebaut und das  Röhricht kann zur natürlichen Reinigung von Abwässern eingesetzt werden. Die Rhizome, die jungen Triebe im Frühjahr, die Stängelbasen der ausgewachsenen Pflanzen sowie die noch nicht blühenden Blütenstände sind sowohl roh als auch gekocht essbar und aus ihnen kann ein süßer Sirup gewonnen werden. Die getrockneten Rhizome sind reich an Proteinen und Stärke und können gemahlen sowie mit Weizenmehl vermischt zum Brotbacken verwendet werden. Die Samen sind ebenfalls essbar, haben einen nussartigen Geschmack wenn man sie röstet und können zu Mehl gemahlen oder zur Ölgewinnung genutzt werden. Das Öl sowie die Blätter haben eine blutungstillende, desinfizierende, gerinnungshemmende und harntreibende Wirkung und können auch gegen Wurmbefall eingesetzt werden.
Tee
1 Teelöffel Pollen wird in 250 ml Wasser für 20 Minuten in einem Stofftuch gekocht. Hilft bei Blutungen, Entbindungsschmerzen, ...
Räucherpulver
Der getrocknete Pollen als Räucherpulver soll blutstillend wirken.
Salbe
Den Pollen mit Honig mischen, hilft als Salbe gegen Abszesse und einige andere Hautkrankheiten.

Geschichtliches
Rohrkolben dienten schon seit Jahrtausenden als Rohstoffquelle. In Asien wird seit langer Zeit der Pollen von Rohrkolben (Pu huang meist aus Typha angustifolia) für medizinische Zwecken genutzt. Dieser Pollen wird nun auch öfters in Europa in der Heilkunde eingesetzt.

Pflanzenbeschreibung
Der Breitblättrige Rohrkolben ist in Europa und Asien heimisch. Er wächst bevorzugt an den Ufern von Gewässern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 150 und 300 Zentimeter hoch. Die länglichen Blätter sind bis 2cm breit. Die sehr kleinen Blüten erscheinen zwischen Juli und August an Kolben. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die reifen Kolben zerfallen in leichte flaumige Wattestücke, die mit dem Wind den Samen weiter tragen.
Vegetative Merkmale
Der Breitblättrige Rohrkolben wächst als sommergrüne,  ausdauernde  krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 1 bis 3 Metern erreicht. Der kräftige und aufrechten  Stängel ist beblättert und bei einem Durchmesser von 1 bis 2 Zentimetern im Querschnitt rund. Die blütentragenden Stängel sind etwa gleich lang wie die Laubblätter oder etwas kürzer und verjüngen sich unterhalb des Blütenstandes auf 0,3 bis 0,7 Zentimeter.
Die wechselständig und zweizeilig an den Stängeln angeordneten, ungestielten  Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Blattscheidensind stets offen und haben papier- oder membranartige, unbehaarte Ränder. Die Spitze der Blattscheide umfasst die Blattspreite oder bildet selten papierartige  Blattöhrchen aus. Die Drüsen welche sich am Übergang zwischen Blattscheide und -spreite befinden sind farblos und undeutlich erkennbar. Die einfachen, blaugrünen  Blattspreiten sind bei einer Länge von 45 bis 95 Zentimeter sowie einer Breite von 0,5 bis 2,9 Zentimeter linealisch bis breit-linealisch geformt und nach außen gewölbt und innen flach.
Blütenstände, Blüten und Früchte
Die Blütezeit erstreckt sich je nach Standort und Verbreitungsgebiet vom Frühling bis in den Sommer hinein. Der Breitblättrige Rohrkolben ist einhäusig getrenntgeschlechtig. Der kolbenförmige, ährenartige Gesamt blütenstand besteht aus einem dickeren, rein weiblichen sowie einem darüber befindlichen dünneren, rein männlichen Teilblütenstand. Die beiden Teilblütenstände können direkt aneinandergrenzen oder können durch einen 4 bis 8 Zentimeter langen Stiel voneinander getrennt sein.
Der männliche Teilblütenstand ist zwischen 3,5 und 12 Zentimeter lang sowie 1 bis 2 Zentimeter dick und besteht aus einfachen farblosen bis strohfarbenen Blütenschuppen, welche bei einer Länge von rund 4 Millimetern und einer Breite von etwa 0,05 Millimetern fadenförmig geformt sind. An der Basis oder gelegentlich auch im mittleren Teil des Teilblütenstandes findet man ein bis drei  Hochblätter, welche später abfallen. Die männlichen Einzelblüten sind 5 bis 12 Millimeter groß. In jeder männlichen Blüte sind zwei  Staubblätter vorhanden. Die  Staubfäden sind zwei- bis dreimal so lang wie die 1 bis 3 Millimeter langen, gelben  Staubbeutel.
Der weibliche Teilblütenstand ist weich und bei einer Länge von 5 bis 25 Zentimetern sowie einem Durchmesser von 0,5 bis 0,8 Zentimetern zylindrisch. Er enthält anfangs blassgrünen Einzelblüten, welche mit der Zeit austrocknen und sich dabei bräunlich bis schwarz-bräunlich oder rötlich braun färben. Zur Fruchtreife hin ist der Blütenstand zwischen 2,4 und 3,6 Zentimeter dick und häufig fleckenweise mit weißlichen Haaren bedeckt. Die weiblichen Einzelblüten sind dreizählig, besitzen kein  Vorblatt und sind während der  Anthese 2 bis 3 Millimeter groß, wachsen später aber zu einer Größe von 10 bis 15 Millimeter an. Die ausdauernde, fleischige Narbe ist braun bis dunkelbraun gefärbt und bei einer Länge von 0,6 bis 1,2 Millimeter und einer Dicke von 0,2 bis 0,25 Millimeter lanzettförmig bis rautenförmig. Der lanzettförmige  Fruchtknoten steht an einen dünnen, rund 4 Millimeter langen Stiel. Der  Griffel ist 2,5 bis 3 Millimeter lang. Die Hüllborsten der weiblichen Teilblütenstände haben eine farblose Spitze, erscheinen aber in größerer Anzahl weißlich.
Die  Achänen, einsamige  Nussfrüchte enthalten zahlreiche Samen. Die Samen sind lanzettlich.

Anbautipps
Den Samen im Frühjahr an einen feuchten Teichrand aussäen. Einfacher ist es ein Rhizomstück zu pflanzen. Der Boden sollte nass oder das Wasser flach sein. Der Breitblättrige Rohrkolben verträgt eine schattige bis sonnige Lage.

Sammeltipps
Die Pollen werden aus den männlichen Blüten herausgeschüttelt und aufgefangen. Die Pollen kann man frisch verwenden oder auch trocknen.


BACHBLÜTEN
Der Kopf brummt nach zu langem Fernsehen, zu vielem Lesen, zu vielem Lernen und anderen sensuellen Überladungen (17 Hornbeam)
-
Diese Menschen brummt oftmächtig der Kopf nach langem Fernsehen, Lesen und zu vielem Lernen
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie ihr Pensum an Fernsehen, Lesen und Lernen eindämmen


BACHBLÜTEN
Schadenfreude (15 Holly)
-
Diese Menschen haben eine gewisse Schadenfreude, was manchmal schon übertrieben ist

- Mit der dementsprechenden Bachblüte sie die übertriebene Schadenfreude eingedämmt werden.

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