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Gelbholz
Xanthoxylum, der Gelbholzbaum wächst in Nordamerika und Asien. In Europa ist er weitgehend unbekannt, dabei könnte er auch hier seine Heilkräfte entfalten, denn seine Rinde und der Samen hilft gegen Candida, was nur wenigen anderen Heilpflanzen gelingt. Zanthoxylum ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Rautengewächse. Die direkte Übersetzung von Zanthoxylum ist „Gelbholz“, griechisch xanthos ξανθός ‚gelb‘ und xylon ξύλον ‚Holz‘, aber mehrere Pflanzenarten unterschiedlicher Gattungen werden so genannt, er beschreibt eines der charakteristischen Merkmale, die Farbe des Holzes und dass einige Arten zum Gelbfärben verwendet wurden. Wesentlich mehr Arten werden Szechuanpfeffergenannt, sie liefern scharf schmeckende Gewürze, die nicht mit dem echten Pfeffer verwandt sind, sondern mit den Zitruspflanzen (Citrus). Der Name Szechuanpfeffer leitet sich von der zentralchinesischen Provinz Sichuan ab, dort sind einige der Arten heimisch und werden in der Küche verwendet; wie bei der Provinz sind verschiedene Schreibweisen wie Sichuan-, Sechuan- oder Szetschuanpfeffer gebräuchlich.

Steckbrief
Heilwirkung: anregend, antiseptisch, krampflösend, Blähungen, Verdauungs-schwäche, Durchfall, Hexenschuss (Lumbago), Rheuma, Arthritis, Hautkrankheiten, Geschwüre, Würmer, Hefepilz-Infektionen (Candida), Kreislauf anregend, Men-struationsfördernd, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Xanthoxylum fraxineum
englischer Name: Prickly Ash
volkstümlicher Name: Zanthoxylum
Verwendete Pflanzenteile: Samen, Rinde
Inhaltsstoffe: Xanthotoxin, Gerbstoff, Harz, Psoralen, Chelerythrin, ätherisches Öl

Anwendung
Neben den bereits eingangs erwähnten Nutzungen als Gewürz oder zum Gelbfärben, werden Zanthoxylum-Arten auch medizinisch, beispielsweise als desinfizierende Zahnputzstöckchen in Afrika oder als Bestandteile von Zahnpasta genutzt, sind auch Bestandteil traditioneller chinesischer Medizin.
Innerlich kann man Xanthoxylum als Aufguss oder Abkochung gegen Verdauungsprobleme einsetzen. Besonders hervorzuheben ist die Wirkung gegen CandidaInfektionen, besonders in Verbindung mit bitteren Pflanzen, wie beispielsweise der kanadischen Gelbwurz. Auch gegen rheumatische Beschwerden hilft der Gelbholzbaum. Hierzu empfiehlt sich die Kombination mit Eukalyptus und Wacholderbeeren. Die Wirkstoffe des Gelbholzbaums regen den Kreislauf an und wirken stark erwärmend. Auch die Menstruation wird angeregt.
Achtung! Nicht in der Schwangerschaft verwenden.
Äußerlich hilft die Abkochung gegen Geschwüre und andere Hautprobleme. Als Öl kann man Xanthoxylum gegen Rheuma zur Massage einsetzen.

Pflanzenbeschreibung
Xanthoxylum ist ein Baum, der in Nordamerika und Asien wächst. Er wird bis zu 8 m hoch. Die ovalen Blätter sind gegenständig und unten behaart. Im April und Mai blühen die kleinen gelbgrünen Blüten, die aus den Achseln der Zweige hervorwachsen. Erst nach der Blüte wachsen die Blätter.
Erscheinungsbild und Blätte
Zanthoxylum-Arten wachsen als immergrüne oder laubabwerfende, kletternde oder aufrechte Sträucher oder Bäume, die oft bestachelt sind. Sie enthalten ätherische Öle und so duften vor Allem die Rinde und die Blätter aromatisch. Einigen Arten besitzen gelbliches Holz (Name). Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die ledrige oder krautige Blattspreite ist zusammengesetzt; sie ist paarig und unpaarig gefiedert mit einem bis 31 Fiederblättern. Die wechsel- oder gegenständig an der Rhachis stehenden Fiederblätter besitzen nur eine Blattader oder sind fiederadrig und sind oft drüsig punktiert. Der Blattrand ist glatt bis gekerbt. Nebenblätter sind vorhanden oder fehlen.
Blütenstände und Blüten
Die kleinen Blüten stehen in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammen mit Hochblättern. Die Blüten sind selten zwittrig oder meist funktional eingeschlechtig. Wenn die Blüten eingeschlechtig sind die Arten zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch) oder eingeschlechtige und zwittrige Blüten befinden sich an einer Pflanze. Die kleinen, duftenden Blüten sind radiärsymmetrisch bis etwas zygomorph mit doppelten oder einfachen Perianth. Es sind entweder sechs bis zehn gleichgeformte Blütenhüllblätter vorhanden oder drei, vier oder fünf Kelchblätter und gleich viele Kronblätter. Die Blütenhüllblätter sind meist gelbgrün. Es ist ein ringförmiger Diskus vorhanden. In den zwittrigen und männlichen Blüten sind vier bis sechs fertile Staubblätter vorhanden; sie sind alle gleich oder deutlich unterschiedlich. In den weiblichen Blüten können rudimentäre Staubblätter vorhanden sein oder sie fehlen. Die Staubfäden sind meist mehr oder weniger an ihrer Basis, aber nicht mit den Blütenhüllblättern, verwachsen. Die zwittrigen und weiblichen Blüten enthalten ein bis fünf unterständige Fruchtblätter, sie können frei oder zu einem Fruchtknoten verwachsen sein. Je Fruchtblatt sind zwei Samenanlagen vorhanden. Die ein bis fünf Griffel sind vollkommen frei oder teilweise verwachsen. Die Narben sind kopfig. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.
Früchte und Samen
Als Früchte werden entweder Balgfrüchte gebildet, die entweder frei sind oder zu bis zu fünf (entsprechend der Anzahl der Fruchtblätter je Blüte) in einer Sammelfrucht vereinigt sind. Oder es werden Spaltfrüchte gebildet, die in ein bis fünf Teilfrüchte zerfallen. Die Früchte enthalten ein bis fünf ei- bis kugelförmige Samen.

Herbstzeitlose ttt
Die Herbstzeitlose oder Herbst-Zeitlose ist die bekannteste Pflanzenart aus der ca. 100 Arten umfassenden Familie der Zeitlosengewächse. Die Herbstzeitlose blüht im Spätsommer bis Herbst und ist in Europa weit verbreitet und auch als Zierpflanze bekannt. Sie kann gelegentlich mit herbstblühenden Krokussen verwechselt werden. Die Laub- und Fruchtbildung erfolgt im Frühjahr und Sommer. Wirkstoffe dieser sehr stark giftigen Pflanze werden gelegentlich in Medizin und Pflanzenzucht verwendet. Sie wurde 2010 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
Im Herbst öffnet die Herbstzeitlose ihre Blüten, die an Krokus oder Safran erinnern. Ganz ohne Blätter stehen die schönen Blüten in der Wiese, als hätten sie sich in der Jahreszeit verirrt. Die stark giftige Herbstzeitlose ist nahezu das einzige Mittel, das wirksam bei akutem Gichtanfall hilft. Aufgrund der Giftigkeit ist die Anwendung der Herbstzeitlose jedoch sehr heikel und gehört unbedingt in die Hand des Arztes.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Gicht
Anwendungsbereiche: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Als Fertigpräparat: Rheuma, Neuralgien, Hautkrebs, Leukämie, Homöopathisch ab D4! Erbrechen, Übelkeit, Darmentzündung, Durchfall, Herzstörungen, Kopfneuralgien, Magenentzündung, Reizhusten, Rheuma
wissenschaftlicher Name: Colchicum autumnale
Pflanzenfamilie: Colchicum autumnale
englischer Name: Autumn Crocus
volkstümliche Namen: Aegidibleamerl, Anbaubleamerl, Butterwecken, Giftblume, Giftkrokus, Gramatbleaml, Hennengift, Hennenverrecka, Herbstblume, Herbstlilie, Heugucken, Herbstkunkel, Hundsblume, Hundshoden, Hundszwiebel, Nackte Jungfer, Kaiblbuschen, Nackte Kathl, Kathrinenblume, Kuckucksbrot, Kuheuter, Lausblume, Laustaschen, Leichenblume, Lichtblume, Michaeliblime, Mönchskappen, Pumperhosen, Wiesen-Safran, Schulblume, Spinnblume, Teufelsbrot, Teufelstabakbeutel, Teufelswurz, Wiesenlilie, Wilde Zwiebel, Zosen
Verwendete Pflanzenteile: Knolle, Samen
Inhaltsstoffe: Colchicin, weitere Alkaloide, Öl, Proteine, Gerbstoffe
Anwendung
Achtung!   Stark giftig. Herbstzeitlose nur in verschriebenen Fertigpräparaten   oder homöopathisch anwenden.
Fertigpräparate werden üblicherweise aus der Knolle der Herbstzeitlose hergestellt. Ein genau überprüfter, standartisierter Gehalt des giftigen Alkaloids Colchicin ist bei Präparaten der Herbstzeitlose besonders wichtig. Die Herbstzeitlose in unverdünnter Form hilft nur gegen den akuten Gichtanfall und seine Schmerzen. Die Wirkung der Herbstzeitlose gegen die starken Schmerzen des Gichtanfalls beruht darauf, dass die weißen Blutkörperchen in dem entzündeten Gewebe des betroffenen Gichtgelenks schmerzhaft zu spüren sind. Zur dauerhaften Behandlung der Gicht und zur Senkung der Harnsäurewerte im Blut ist die Herbstzeitlose nicht geeignet. Außerdem wird die Herbstzeitlose gegen Neuralgien, starke rheumatische Schmerzen und manche Formen von Leukämie und Hautkrebs eingesetzt. Präparate der Herbstzeitlose werden vom Arzt verordnet und dürfen nur genauso angewendet werden, wie vom Arzt verordnet.
Giftwirkung
Bei einer Vergiftung durch das Zellgift Colchicin der Herbstzeitlosen kommt es zunächst zu einer Blutfülle aufgrund einer Lähmung der Kapillargefäße. Anschließend kommt es zu heftigen Blutungen. Außerdem kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Koliken, kombiniert mit ausgeprägtem Durst. Hinzu kommt starke Angst, Schwindelanfälle, Delirien und Herzzusammenbruch. Schwere Vergiftungen können zum Tod führen.
Homöopathische Anwendung
Als homöopathisches Mittel kann man Colchicum entsprechend der Ähnlichkeitsregel gegen alle Gesundheitsprobleme anwenden, zu denen es bei der Vergiftung durch die konzentrierte Pflanze kommt. Man kann Colchicum ab der Potenz D4 also gegen Erbrechen, Durchfall, Herzbeschwerden und andere Symptome anwenden. Wichtig zur Verordnung von Colchicum ist eine besondere Überempfindlichkeit gegen Speisengerüche und den Anblick von Speisen, der bereits zu Übelkeit und Würgreiz führt.
Anwendung
Neben dieser toxischen Wirkung findet Colchicin aber auch Anwendung in der Medizin und bei der Pflanzenzucht. Colchicin hat auch in der heutigen Zeit noch einen hohen Stellenwert in der Behandlung der akuten Gicht. Herbstzeitlosen-Pulver wurde bereits im Mittelalter zur äußerlichen Behandlung von geschwürig zerfallenden Hauttumoren (wie dem Basaliom) benutzt. Demecolcin wird u. a. in der Krebstherapie eingeetzt. In der Homöopathie wird aus den zerkleinerten und in Alkohol angesetzten frischen Zwiebelknollen (im Herbst gesammelt) der Herbstzeitlosen das Homöopathikum Colchicum autumnale hergestellt, welches zum Beispiel bei Gicht, Gastroenteritis, Rheuma, Katarakt, Perikarditis und Schwangerschaftsübelkeit verabreicht wird. In Deutschland ist Colchicum autumnale verschreibungspflichtig bis einschließlich D3-Potenz. In der Pflanzenzucht verwendet man Colchicin zur Polyploidisierung und damit zur Vergrößerung von Zuchtpflanzen, wie zum Beispiel bei Erdbeeren. Diese Wirkung wird erzielt, da Colchicin die Mitose unterbricht, so dass sich die DNA-Menge im Zellkern bei jeder unterbrochenen Teilung verdoppelt, wodurch jede einzelne Zelle weitaus größer wird.
Inhaltsstoffe und Giftigkeit
Es kommt immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung mit dem Bärlauch, auch mit tödlichem Verlauf. Die Blüten der Herbstzeitlose lassen sich ziemlich leicht als solche erkennen. Diese leichte Erkennbarkeit trifft aber nicht auf die Blätter der Herbstzeitlose zu. Erschwerend kommt hinzu, dass man – anders als bei vielen anderen Pflanzen – bei der Herbstzeitlose die Blätter und die Blüten nie gleichzeitig sieht. Im Herbst sieht man die Blüten – aber ohne Blätter, wogegen man im Frühjahr die Blätter sieht – aber stets ohne Blüten.
Alle Teile der Herbstzeitlose enthalten das stark giftige Alkaloid Colchicin, ein Kapillar- und Mitosegift. Der höchste Gehalt findet sich in der Blüte mit bis zu 1,8%. Aber auch die Samen (0,5%), die Knolle (0,2%) und die Blätter (0,03%) enthalten genug Colchicin, um Vergiftungen bewirken zu können. Der Gehalt schwankt im Jahresverlauf und nimmt mit der Samenreifung zu. Auch in getrockneten Pflanzenteilen bleibt das Alkaloid erhalten. So können bei Verzehr von Heu mit Gehalt an getrocknetem Herbstzeitlose-Kraut die gefährlichen Gifte in die Milch übergehen. Colchicinbelastete Milch kann bei Menschen Krebserkrankungen auslösen: „Auch bei Wiederkäuern kann eine Colchicinvergiftung auftreten (…); da die Alkaloide in die Milch übergehen, besteht ein Risiko für Konsumenten. Colchicin ist auch mutagen und kann zur Tumorbildung führen.“. Deshalb sollten Landwirtschaftsflächen, insbesondere Wiesen für die Gewinnung von Heu oder Silage, von Herbstzeitlosen befreit werden.
Als pharmazeutische Droge zur Gewinnung von Arzneimitteln dienen die Samen der Herbstzeitlose (lateinisch Semen Colchici), wobei nach Arzneibuch ein Gehalt von mindestens 0,4% Gesamtalkaloide gefordert wird, berechnet als Colchicin. Ein bekanntes Präparat enthält beispielsweise je Dragee einen Trockenextrakt von Semen Colchici zu 15,6mg mit einem Colchicin-Gehalt von 0,5mg.
Vergiftungserscheinungen treten meist erst mit zwei bis sechs Stunden Verzögerung ein. Die Symptome äußern sich zunächst in einem Brennen im Mund. Es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen mit oft blutigen Durchfällen. Je nach Dosis kann es vor allem bei Kindern bis zum Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen kommen, häufig beobachtet man auch Nierenschädigungen. In der Literatur wird eine Sterblichkeit von 90 Prozent angegeben. Als tödliche Dosis gelten bei Menschen etwa 0,8 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Etwa 60 Gramm frische Blätter können einen 80 Kilogramm schweren Menschen töten. Neben dem Colchicin sind in der Pflanze noch Demecolcin und etwa 20 weitere Alkaloide sowie Colchicosid, Inulin und Asparagin enthalten.
Eine besondere Gefahr von Colchicin geht für Kinder aus, die in ländlichen Gegenden z. B. beim Einsammeln von Heu im beginnenden Herbst leicht in Kontakt mit den dann blühenden Pflanzen kommen können, gerade auch in Anbetracht der schon beim Erwachsenen geringen tödlichen Dosis von Colchicin, die bei Kindern noch niedriger liegt. Außerdem gibt es Berichte über Vergiftungen durch die Milch von Schafen oder Ziegen, die zuvor Herbstzeitlose gefressen haben sollen. Aber nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene kann die Herbstzeitlose gefährlich sein, vor allem, wenn man ihre Knollen mit Küchenzwiebeln verwechselt, oder die Blätter mit Bärlauch oder anderem Wildsalat, und so größere Mengen der giftigen Pflanze zu sich nimmt. Darüber hinaus ähnelt die Herbstzeitlose ziemlich stark einigen verbreiteten Zierpflanzen wie dem Krokus.
Die Herbstzeitlose ist auch sehr giftig für viele Tierarten wie Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Hasen, Meerschweinchen, Hamster und auch für Vögel. Bei den Großtieren sind insbesondere Pferde und Schweine gefährdet. Rinder und Schafe reagieren nicht ganz so empfindlich. Laktierende Tiere können das Gift über die Milch abgeben, auch wenn sie selbst keine Vergiftungserscheinungen zeigen.
Auf im Rahmen von Vorschriften der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie stillgelegten Wirtschaftswiesen auf der Baar am südöstlichen Schwarzwald-Rand in der Umgebung der Stadt Löffingen nimmt die Vorkommensdichte der Herbstzeitlose seit Jahren immer mehr zu. Pro Quadratmeter findet man oft mehr als 30 dieser Giftpflanzen. Allerdings weisen längst nicht alle Exemplare auch (heranreifende) Fruchtkapseln auf. Es ist zudem noch unbekannt, nach wie vielen Jahren ab Keimung im dichten Bestand der Grasländer die allmählich erstarkenden Pflanzen erstmals die Blühreife erlangen. Ende Mai 2018 wurde bei der genaueren Untersuchung von 46 Exemplaren mit je mindestens 1 Kapsel folgende Anzahlen festgestellt: 29 Pflanzen mit je 1 Kapsel, 14 Ex. mit je 2 Kapseln (davon 4 mit 1 normalgroßen plus 1 viel kleineren Kapsel), 2 mit 3 Kapseln, 1 mit 5 Kapseln: 4 normalgroße und 1 kleine. Bei letzterem Exemplar wurde die Anzahl der als ausreifungsfähig erkennbaren Samen in den fünf Kapseln sorgfältig ermittelt.
Erste Hilfe
Bei Verdacht einer Vergiftung ist unbedingt ärztliche Hilfe empfohlen, z. B. über den Giftnotruf. Die lange Latenzzeit der Giftwirkung erschwert eine rechtzeitige Behandlung. Wegen der langen Latenzzeit ist eine Magenspülung nur bei Verdacht oder Frühfällen sinnvoll. Im Vordergrund steht daher die Elementarhilfe in Form von Kreislaufaufrechterhaltung und Aufrechterhaltung des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes (durch Tropfinfusion mit Vollelektrolytlösung).
Abdominalspasmen werden mit Atropin behandelt. Im Jahr 2009 waren Antidote gegen das Alkaloid Colchicin in Erprobung, aber noch nicht zugelassen.
Geschichtliches
Die Herbstzeitlose stand früher in dem Ruf, in Verbindung mit der Hexe Medea von Kolchis aus der griechischen Sage zu stehen. Daher hat die Herbstzeitlose auch ihren wissenschaftlichen Namen Colchicum bekommen. Aufgrund ihrer Blütezeit im Herbst galt die Herbstzeitlose als Winterkünderin. Sie sollte gegen Schäden helfen, die vom Winter verursacht werden können. Die zerriebenen Blüten wurden entweder pur oder in Form einer Salbe auf die Hände gerieben, um Frostschäden und Wundsein durch harte Arbeit zu verhindern. In der Volksmedizin war früher eine Tinktur aus den Samen der Herbstzeitlose gegen Gichtanfälle üblich. Wegen des schwankenden Wirkstoffgehaltes ist solch eine Tinktur aber gefährlich und kann schädliche Nebenwirkungen haben.
Pflanzenbeschreibung
Die Herbstzeitlose ist eine ausdauernde, äußerst giftige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 8 bis 30 Zentimeter erreicht. Es handelt sich um einen Geophyten; denn nur die unterirdischen Pflanzenteile überdauern die ungünstigen Jahreszeiten. Während des Winters wird die ursprüngliche Sprossknolle abgebaut und darüber eine neue angelegt. Gleichzeitig wächst der Seitenspross zu einer neuen Knolle heran. Im Sommer bildet die Herbstzeitlose eine braunschuppige Spross-knolle mit einem Durchmesser von 2,5 bis 5 Zentimeter und einer Länge bis zu 7 Zentimeter. Die trichterartig schräg bis steil aufwärts stehenden, durch eine leichte Einrollung schmal erscheinenden, aber eigentlich ziemlich breit-lanzettlichen Laubblätter erscheinen zusammen mit der noch unreifen Kapselfrucht im Frühsommer und sind bis 40 Zentimeter lang. Sie sind auffallend dicklich-steif und an der Spitze "kahnförmig" und knötchenartig zusammengezogen. Dies ist ein wichtiger, grundsätzlicher Unterschied zu den dünnen, ebenen und rasch schlaffen Blättern von Bärlauch. Außerdem sind die Blätter von Herbstzeitlosen immer leicht linksschraubig verdreht. Es werden ein bis fünf Blüten pro Exemplar gebildet. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind dreizählig. Die sechs gleichgestaltigen, meist blassrosa bis violett, selten weiß gefärbten Blütenhüllblätter sind zu einer langen Röhre verwachsen. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Der aus drei Fruchtblättern verwachsene Fruchtknoten befindet sich tief in der Erde. Die drei Griffel sind bis zum Grund frei. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie), zum Beispiel durch Bienen und Fliegen; diese Art ist selbstfertil. Die Blütezeit reicht von September bis Oktober, selten auch im Frühjahr. Die länglich-eiförmige Kapselfrucht bildet sich erst zur Reifezeit im Frühsommer (Mai bis Juni) innerhalb des "Trichters" aus meist drei Laubblättern, der sich ab zeitigem Frühjahr bildet. Bei Reife im Sommer ist die Kapselfrucht leicht blasig angeschwollen und braun. Die kleinen, schwarzbraunen Samen besitzen ein weißes Elaiosom, das die Ausbreitung durch Ameisen begünstigt; auch Windausbreitung ist möglich.
Die Herbstzeitlose ist in Mitteleuropa heimisch. Sie bevorzugt Wiesen und Weiden als Standort. Die mehrjährige Pflanze überwintert durch ihre ausdauernde Zwiebel. Im Frühjahr wachsen elliptische, spitze Blätter aus der Zwiebel, die relativ leicht mit Bärlauchblättern oder Maiglöckchenblättern verwechselt werden können. Die krokusähnlichen Blüten erscheinen erst im Herbst, zwischen Ende August und Anfang November, wenn von den Blättern kaum noch etwas zu sehen ist. Die Blüten sind rosa bis violett und sehen kelchähnlich aus. Aus den Blüten entwickelt sich bis zum nächsten Sommer eine Kapsel mit zahlreichen Samen.
Anbautipps
Die Herbstzeitlose braucht leicht sauren, durchlässigen Boden und einen Standort, der nicht zu heiß ist, am besten Halbschatten. Auch ein sonniger Standort ist geeignet, wenn es nicht zu heiß ist. Die einfachste An-bauweise ist das Stecken der Knollen. Die Knollen werden im Juli 5 bis 10 cm tief in den Boden gesteckt. Die Vermehrung durch Samen ist auch möglich, dauert aber oft bis zu 18 Monate bei 15°C. Die Samen werden am besten in ein Saatbeet oder ein kaltes Frühbeet gesät.
Sammeltipps
Kein Bestandteil der Herbstzeitlose sollte gesammelt werden, weil die eigenmächtige Anwendung der giftigen Pflanze zu gefährlich ist.

Bachblüten
Ich bin empfindlich gegenüber Kritik (Larch)
- Diese Menschen sind empfindlich gegenüber Kritik
- Mit der dementsprechenden Bachblüte sind sie nicht mehr empfindlich gegenüber einer Kritik
Bachblüten
Man ängstigt sich vor einer Situation, aber behält seine Befürchtungen für sich (Mimulus)
- Diese Menschen ängstigen sich vor einen Situation, jedoch behalten sie die Befürchtungen für sich
- Mit der dementsprechenden Bachblüte ängstigen sie sich vor einer Situation nicht mehr
Schlachtfette
Schlachtfette sind grundsätzlich tierische Fette, die beim Schlachten der Haustiere wie Schwein, Rind und Gans anfallen und weiterverarbeitet werden. Man teilt sie ein in Schmalz (weicheres Fett) und Talg (härteres Fett) und benennt sie nach der Tierart, von der das Fett stammt.
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