Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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25.11.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > November > 20.11.17-26.11.17


LUNGENKRAUT

Das Lungenkraut wächst in Laubwäldern und Gebüschen, wo es uns im Frühjahr mit seinen rotvioletten bis blauen Blüten erfreuen kann. Die Blüten erinnern an die gelbe Schlüsselblume, aber die Pflanze gehört zu einer ganz anderen Pflanzenfamilie. Doch auch das Wirkungsspektrum ist ähnlich. Durch die darin enthaltene Kieselsäure und den Schleim wirkt das Lungenkraut lindernd auf Reizhusten und Entzündungen der oberen Luftwege, was der Pflanze auch ihren Namen gegeben hat. Obwohl das Lungenkraut ihrem wissenschaftlichen Namen zufolge "officinal" sein sollte, das heißt immer in Apotheken vorrätig, wird es von der offiziellen Phytotherapie kaum benutzt. Die Volksheilkunde schätzt es jedoch sehr.
Das Gefleckte Lungenkraut, auch als Echtes Lungenkraut bezeichnet, ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der  Raublattgewächse. Sie ist in  Europa ver-reitet.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten
Heilwirkung:
adstringierend, blutstillend, erweichend, harntreibend, schleimlösend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche:
Bronchitis, Katarrh der oberen Luftwege, Erkältung, Halsschmerzen, Heiserkeit, Halsentzündung, Durchfall, Darmentzündung, Hämorrhoiden,  Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung, Augenentzündung, Wunden, Pickel
wissenschaftlicher Name:
Pulmonaria officinalis, Pulmonaria maculosa
Pflanzenfamilie:
Rauhblattgewächse = Boraginaceae
englischer Name:
Lungwort
volkstümliche Namen:
Bachkraut, Blaue Schlüsselblume, Bockkraut, Brunneschüsseli, Fleckenkraut, Güggelhose, Händschechrut, Hänsel und Gretel, Himmelschlüssel, Hirschkohl, Hirschkoze, Hirschmangold, Hosenschiffern, Königsstiefel, Lungentee, Lungenwurz, Schlotterhose, Schwesternkraut, Ungleiche Schwestern, Unser lieben Frauen Milchkraut, Waldochsenzunge
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut
Inhaltsstoffe:
Kieselsäure, Schleimstoffe, Flavonoide, Allantoin, Gerbstoff, Gerbsäure, Saponine
Sammelzeit:
Mai und Juni

Anwendung
Heutzutage wird Lungenkraut nur noch relativ selten als Heilpflanze verwendet. Früher galt es jedoch als wichtige Heilpflanze bei Lungenerkrankungen aller Art und auch die Volksheilkunde setzt das Lungenkraut gerne ein. Der traditionelle Einsatzbereich des Lungenkrauts reicht vom einfachen Husten bis hin zu Lungentuberkulose, die früher auch in Mitteleuropa eine verbreitete Plage war. Vor allem der hohe Gehalt an Kieselsäure im Lungenkraut rechtfertig den Einsatz als Hustenheilpflanze. Außerdem enthält das Lungenkraut auch Schleimstoffe und Saponine, die für den Einsatz als Heilkraut der Atemwege sprechen. Außerdem wirkt das Lungenkraut lindert auf Darmentzündungen und Durchfall. Äußerlich angewandt hat es gewisse wundheilende Fähigkeiten, die sich unter anderem durch den Allantoingehalt und die enthaltenen Gerbstoffe erklären. Das Allantoin ist auch der Hauptwirkstoff des Beinwells, sodass man das Lungenkraut ähnlich anwenden kann wie den Beinwell.
Tee
Die Hauptanwendungsart für das Lungenkraut ist der Tee. Man kann das Lungenkraut entweder allein als Tee aufbrühen oder zusammen mit anderen Kräutern als Mischtee. Für einen Lungenkrauttee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Lungenkraut mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Lungenkrauttee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Lungenkrautwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach. Den Lungenkrauttee kann man zur Wundheilung auch äußerlich für Umschläge, Bäder und Waschungen verwenden.
Pulver
Getrocknetes Lungenkraut kann man zu Pulver zerreiben. Ein Esslöffel von diesem Pulver wird mit einer Tasse lauwarmer Milch vermischt. Dann trinkt man es in kleinen Schlucken. Man kann diese Anwendung auch mit warmer Milch und etwas Honig einsetzen.

Pflanzenbeschreibung
Das Lungenkraut ist in Mitteleuropa heimisch. Es wächst bevorzugt in lichten Laubwäldern und an Waldrändern. Dort kommt es häufig in größeren Gruppen vor. Der Boden sollte für das Lungenkraut möglichst feucht und kalkhaltig sein. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 20cm hoch. An einem leicht behaarten Stängel wachsen rauhe Blätter. Die Blätter haben meistens weißliche Flecken.
Zwischen März und Mai blüht das Lungenkraut in Blütenbüscheln an der Spitze der Pflanzen. Die Blüten ähneln in der Form stark der Schlüsselblume, obwohl beide Pflanzen verschiedenen Pflanzenfamilien angehören. Die Farbe der Lungenkrautblüten wechselt von rötlich bei jungen Blüten über violett bis hin zu blau bei älteren Blüten. Dieser Farbwechsel verbindet das Lungenkraut sichtbar mit einigen anderen Pflanzen aus der Familie der Rauhblattgewächse, wie beispielsweise Natternkopf oder blauroter Steinsame.
Vegetative Merkmale
Das Gefleckte Lungenkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Die herz-eiförmigen Grundblätter sind meist derb, voll entwickelt und ungeteilt. Sie sind gelbgrün und besitzen stets rundliche, oft scharf begrenzte, weiße Flecken. Die Oberseite der Laubblätter ist mit winzigen Stachelhöckern und nur wenigen Borstenhaaren versehen. Die nicht blühenden Sprosse haben eine eiförmige Spreite, die länger als ihr 15 Zentimeter langer Blattstiel ist und plötzlich in den Stiel übergehen kann.
Generative Merkmale
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der fünf Kelchblätter sind bis mindestens zur Hälfte ihrer Länge verwachsen und der bei der frisch geöffneten Blüten ist der Kelch V-förmig und etwa doppelt so lang wie breit. Die  Blütenkrone ist anfangs rot, färbt sich später während der  Anthese durch Änderung des ph-Wertes innerhalb der Blütenblätter nach Blau um. Zwei  Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen, der durch eine falsche Scheidewand in vier Fächer (Klausen) geteilt wird. Die Klausenfrucht zerfällt zur Reife in vier Teilfrüchte.




KNABENKRAUT


Das Knabenkraut mit seinen verschiedenen Unterarten gehört zu den wenigen Orchideen, die in Mitteleuropa heimisch sind. Da das Knabenkraut sehr selten geworden ist, steht es streng unter Naturschutz. Schon in der Antike wurde das Knabenkraut wegen seines Schleimgehaltes als Heilpflanze sehr geschätzt.
Man kann es gegen alle Arten von gereizten Schleimhäuten verwenden, seien es die Bronchien bei Husten, der Mund oder die Magenschleimhaut. Alle können durch den Schleim der Salepknollen gelindert werden. Früher wurden die Knollen des Knabenkrautes auch als Aphrodisiakum verwendet, weil sie optisch an Hoden erinnern und die Signaturenlehre sich an solchen Ähnlichkeiten orientiert hat. Die aphrodisierende Wirkung entbehrt jedoch jeder Grundlage im Gegensatz zur reizlindernden Wirkung des Schleims.
Das Kleine Knabenkraut, auch Salep-Knabenkraut, Satyrion, Stendelwurz oder Narrenkappe genannt, ist eine  Pflanzenart aus der Gattung der Hundswurzen innerhalb der Familie der Orchideen.

Steckbrief
Heilwirkung:
reizlindernd, Husten, Rachenentzündung, Reizmagen, Durchfall, Zahnfleischentzündung, schlecht heilende Wunden, Geschwüre
wissenschaftlicher Name:
Orchis morio
volkstümliche Namen:
Johannishände, Kuckucksblume, Orchideen, Salep-Knabenkraut, Salepkräuter, Kleine Orchis
Verwendete Pflanzenteile:
Tochterknollen
Inhaltsstoffe:
Schleim, Mineralstoffe
Sammelzeit: Achtung! Die Pflanze ist geschützt!
April bis Juni

Beschreibung

Vegetative Merkmale
Das Kleine Knabenkraut ist eine  ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 8 bis 50 Zentimetern erreicht. Die meist in einer grundständigen Rosette stehenden Laubblätter sind lanzettlich, meist spitz, gelegentlich auch mit abgerundeter Spitze, 3 bis 10 Zentimeter lang und etwa 1 bis 2 Zentimeter breit. Der Stängel ist kräftig, etwas kantig und nach oben hin violett überlaufen.
Generative Merkmale
Der Blütenstand ist meist reichblütig. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die Blütenfarben sind überwiegend purpurrot, können aber auch nahezu weiß sein. Das mittlere Kelchblatt und die  Kronblätter bilden einen Helm. Die seitlichen Kelchblätter besitzen ein auffälliges, grünes Linienmuster und stehen etwas ab. Die Lippe ist bis 10 Millimeter lang und 16 Millimeter breit, schwach bis mäßig dreilappig. Die Seitenlappen sind flach ausgebreitet oder nach hinten geschlagen. Die Lippenbasis ist heller mit dunkleren Punkten oder Strichmuster. Der zylindrische Sporn ist aufwärts gebogen und kürzer als der  Fruchtknoten.



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