Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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23.11.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > November > 19.11.18-25.11.18


KÜMMEL      

Den Kümmel kennt man vor allem als Gewürz in der Küche. Er ist jedoch auch eine wertvolle Heilpflanze, die eine starke Wirkung auf die Verdauungsvorgänge hat. Auch bei Husten und Frauenbeschwerden kann der Kümmel helfen. Der Kümmel ist eine klassische Pflanze der Mittelmeerländer und der Klostergärten. Aber er wächst auch wild auf heimischen Wiesen und an Wegrändern.
Echter Kümmel, meist einfach Kümmel, regional auch Wiesen-Kümmel oder Gemeiner Kümmel genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler. Kümmel ist eines der ältesten  Gewürze.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Blähungen
Heilwirkung:
anregend, antibakteriell, appetitanregend, auswurffördernd, blähungswidrig, durchblutungsfördernd, entspannend, erfrischend, fungizid, galletreibend, keimhemmend, krampflösend, menstruationsfördernd, milchbildungsfördernd, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche:
Appetitlosigkeit, Darmkrämpfe, Dreimonatskoliken, Fettverdauungs-Probleme, Gallebeschwerden, Geburt, Husten, Koliken, Leberschwäche, Magenkrämpfe, Mundgeruch, Nervöse Herzbeschwerden, Periodenkrämpfe, Reizmagen, Rheuma, Roemheld Syndrom, Völlegefühl, Zahnschmerzen, Verdauungsschwäche
wissenschaftlicher Name:
Carum carvi, Carum officinale, Carum aromaticum, Apium carvi, Foeniculum carvi
Pflanzenfamilie:
Doldenblütler - Apiaceae
englischer Name:
Caraway
andere Namen:
Brotkümmel, Chümi, Echter Kümmel, Feldkümmel, Garbe, Kämen, Karbei, Karbensamen, Karve, Kimm, Köm, Kömmel, Komm, Kramkümmel, Kümm, Kümmich, Kümmrich, Kumach, Mattenkümmel, Polnischer Hafer, Wiesenkümmel
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte (Samen), Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle: Carvon, Carveol, Limonen, Myrcen, Pinen; Fettsäuren, Gerbstoffe, Flavo-noide, Kaffeesäure, Cumarine, Harze
Sammelzeit:
Juli bis August

Anwendung
Kümmel kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Pulver zum Einnehmen anwenden. Man kann die Samen auch einfach kauen. Und natürlich kann man den Kümmel in der Küche als verdauungsförderndes Gewürz anwenden. Die häufigste Art, Kümmel als Heilpflanze anzuwenden ist der Tee.
Tee
Für einen Kümmel-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel leicht zerstoßene Kümmel-Samen mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Alternativ kann man auch eine sanfte Abkochung mit dem Kümmel machen. Anschließend abseihen und den Kümmeltee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Kümmel-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Kümmel-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Teemischung gegen Verdauungsschwäche und Blähungen
Der Kümmel gehört zusammen mit seinen engen Verwandten zu den carminativen Heilpflanzen. Das heißt sie fördern die Verdauung und lindern Blähungen. Besonders gut wirken die carminativen Doldenblütler zusammen in einer Teemischung. Man kann die Teemischung folgendermaßen zusammenstellen:
40g Kümmel-Samen, 20g Koriander-Samen (Früchte), 20g Fenchel-Samen, 20g Anis-Samen
Von dieser Mischung nimmt man ein bis zwei Teelöffel für eine große Tasse Tee. Dann macht man damit eine sanfte  Abkochung. In dieser Mischung ist der Kümmel die Heilpflanze mit der stärksten Wirkung. Fenchel und Anis fördern den Wohlgeschmack der Teemischung.
Tinktur
Um eine Kümmel-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Kümmel in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 10 bis 15 Tage ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man bei Bedarf 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Kümmel-Wein
Beliebt ist auch der Kümmelwein. So stellt man ihn her: Vermischen Sie 100g Kümmelsamen und 1 Liter Weißwein. Kochen Sie die Mischung auf. Filtern Sie den Kümmelwein ab und füllen ihn in eine Flasche. Trinken Sie bei Bedarf ein kleines Glas davon.
Pulver
Von gepulvertem Kümmel kann man eine Messerspitze einnehmen.
Kauen
Wer will, kann die Kümmelsamen einfach kauen. Diese Form der Anwendung eignet sich besonders, um Mundgeruch zu bekämpfen.
Vollbad
Ein Vollbad, in das man einen Liter starken Kümmeltee gibt, wirkt erfrischend und belebend. Es eignet sich, um die Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag zu vertreiben, wenn man anschließend noch munter sein will.
Küche
Der Kümmel ist aus der Küche kaum wegzudenken. Viele Gerichte erzwingen den Kümmel geradezu, beispielsweise manche Kohlgerichte. Auch viele Brote werden mit Kümmel zubereitet. Es gibt auch Quark- und Käse-Sorten mit Kümmel. Kümmel ist immer gut, um die Verdauung von schwerverdaulichen Speisen zu erleichtern. Wenn man die ganzen Samen zum Kochen verwendet, stößt der Kümmel nicht immer auf Gegenliebe, denn es kann zu intensiv sein, wenn man beim Essen plötzlich einen Kümmelsamen zerbeißt und sich das intensive Aroma auf einen Schlag im Mund entfaltet. Besser ist es, wenn man gemahlenen Kümmel verwendet, denn dann verteilt sich das Aroma verträglich auf die gesamte Speise. Man kann auch Kümmel-Blätter in der Küche verwenden, beispielsweise in Salat oder in Suppen. Man kann sie ähnlich wie Petersilie oder Dill verwenden. Die Wurzel kann man, ähnlich wie Petersilienwurzel, als Gemüse kochen. Die Kümmelwurzel schmeckt und riecht ähnlich wie die Kümmelsamen, ist insgesamt aber milder.  Die Blätter des Kümmels haben einen milden Geschmack, der mit  Petersilie und Dill verglichen wird. Sie werden gerne für Suppen und  Salate verwendet. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Kümmel samen (botanisch korrekt handelt es sich sogar um ganze Kümmelfrüchte) sind ein klassisches Gewürz in schwer verdaulichen Speisen, wie z. B. Kohlgerichten. Sie sind besonders in der jüdischen, skandinavischen und osteuropäischen Küche beliebt und werden dort auch als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch, Käse und  geschmorte Äpfel verwendet. Die Kümmelsamen verleihen diversen Spirituosen einen charakteristischen Geschmack, beispielsweise dem skandinavischen  Aquavit, dem norddeutschen  Köm oder dem Wiener  Kaiser-Kümmel.
Verwendung als Heilpflanze
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat Kümmel als Arzneipflanze zugelassen. Als  Droge im  pharmazeutischen Sinn dienen die getrockneten, reifen Früchte kultivierter Sorten und das Kümmelöl.  Hauptwirkstoffe sind ätherische Öle mit  Carvon als Hauptbestandteil und Geruchsträger, das darin bisweilen zu weit über 50% enthalten ist, daneben Limonen (über 30%), Phellandren und andere Monoterpene; Phenolcarbonsäuren, Flavonoide und in Spuren Furocumarine. Kümmel regt die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen an und hat beachtlich blähungswidrige und krampflösende Eigenschaften. Man verwendet ihn bei Verdauungsstörungen mit Blähungen und Völlegefühl, bei leichten Krämpfen im Magen-, Darm- und Gallenbereich sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden. Man nimmt die Kümmelsamen als Tee oder das ätherische Öl und seine Zubereitungen, häufig kombiniert mit Fenchel oder Anis und Koriander bzw. mit deren ätherischen Ölen. Kümmel hat von diesen Drogen die stärkste krampflösende Wirkung. Für Kümmelöl wurden anti mikrobielle Eigenschaften nachgewiesen, so dass es sinnvoll auch in Mundwässern und Zahnpasten enthalten ist. Das Kauen einiger Kümmelfrüchte soll schlechten  Mundgeruch verhindern. Der Kümmel wurde von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2016 gewählt.  

Wirkung
Der Kümmel ist das stärkste Karminativum, das wir in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde kennen. "Karminativum" bedeutet, dass es gegen Blähungen hilft. Es löst Krämpfe in den Verdauungsorganen und hilft dabei, überflüssige Luftansammlungen auszuscheiden. Für die carminative Wirkung des Kümmels ist vor allem das ätherische Öl Carvon verantwortlich. Die anderen ätherischen Öle und Substanzen im Kümmel unterstützen diese Wirkung. Außer der karminativen hat der Kümmel auch noch andere Wirkungen. Er regt den Appetit an und den Auswurf von Hustenschleim. Die Durchblutung, die Menstruation und die Verdauung werden gefördert. Sowohl Bakterien als auch Pilze werden bekämpft. Kümmel lockert das Gewebe, sodass die Geburt leichter erfolgen kann. Zudem wirkt er krampflösend, sodass die Wehen leichter ertragen werden.
Die Kommission E empfiehlt Kümmel gegen Blähungen, Völlegefühl und dyspeptischen Beschwerden.
Nebenwirkungen
Das ätherische Öl kann die Haut reizen. Manche Menschen reagieren allergisch auf Kümmel.

Anwendungsgebiete
Verdauungsprobleme
Verdauungsprobleme aller Art sind die Haupteinsatzgebiete des Kümmels. In erster Linie verwendet man den Kümmel gegen Blähungen, Darmkrämpfe und Magenkrämpfe. Man kann ihn aber auch beispielsweise bei Appetitmangel, Problemen mit der Fettverdauung, Gallenschwäche und dergleichen nutzen. Er hilft auch beim Roemheldsyndrom, das sind Herzprobleme, die entstehen, wenn durch Blähungen der übervolle Bauch von unten gegen das Herz drückt. Die Symptome des Roemheld-Syndroms können der Angina Pectoris ähneln, haben aber mit echten Herzproblemen nichts zu tun.
Mundgeruch
Gegen Mundgeruch kann man Kümmelsamen kauen. Auch gegen Zahnschmerzen kann das Kauen von Kümmelsamen ein wenig helfen.
Alkoholismus
Starker Kümmeltee soll Alkoholikern dabei helfen, auf das Trinken zu verzichten, besagt zumindest die russische Volksheilkunde.
Frauenbeschwerden
Für Frauen kann der Kümmel in mehrerer Hinsicht heilsam sein. Er hilft gegen schmerzhafte Periode, vor allem bei jungen Mädchen. Er fördert die Geburt, indem er die Weichteile auflockert. Durch die entkrampfende Wirkung erleichtert er die Wehen. Wenn das Baby geboren ist, unterstützt der Kümmel, durch die Mutter eingenommen, die Milchbildung. Außerdem hilft er gegen Blähungen des Babys, wenn er über die Muttermilch von ihm aufgenommen wird.
Koliken bei Säuglingen
Wenn ein Baby stark unter Blähungen leidet, kann Kümmel ihm helfen, besser noch als Fenchel. Fenchel und Anis schmecken jedoch angenehmer, sodass sie häufiger gegen Baby-Blähungen verwendet werden. Man kann dem Fencheltee jedoch etwas Kümmel beifügen. Mit einem guten Pflanzenöl und ein bis zwei Tropfen ätherischem Kümmelöl kann man ein Duftöl zum Einreiben machen. Mit diesem Öl reibt man den angeschwollenen Babybauch ein, wenn es unter Blähungen leidet. Man reibt den Bauch mit warmen Händen sanft im Uhrzeigersinn ein. Auf Wunsch kann man auch eine Mischung aus ätherischem Kümmelöl und Lavendelöl mit dem Pflanzenöl mischen. Insgesamt darf man aber nur sehr wenig ätherisches Öl verwenden, damit die zarte Babyhaut nicht gereizt wird.

Magische Anwendung
Kümmel gilt als Mittel, um Kinder vor bösen Geistern zu schützen. Beispielsweise stellt man einen Topf mit gekochtem Kümmel unters Babybett, wenn die Kleinen unruhig schlafen. Diese Anwendung ist nur bedingt magisch, denn die ätherischen Öle des Kümmels wirken entkrampfend und können Blähungen kleiner Kinder lindern. Heutzutage würde man für die gleiche Aufgabe wohl eher eine Duftlampe mit Kümmelöl aufstellen oder ein Duftsäckchen ins Bett oder Zimmer legen. Der Kümmel dient auch als Liebesmittel, entweder, um einen neuen Partner kennenzulernen oder um die Treue des vorhandenen Partners zu stärken. Dazu füllt man einen kleinen Beutel mit Kümmelsamen und trägt ihn als Talisman. Als Gewürz in Speisen soll der Kümmel aphrodisierend wirken.

Geschichtliches
Schon vor 5.000 Jahren wurde der Kümmel offenbar als Gewürz und vielleicht auch als Heilpflanze ver-wendet. Er wurde nämlich bei Ausgrabungen von Pfahlbauten entdeckt. Im Grab von Tutenchamon (ca. 1330 v.Chr.) fand man Kümmel-Samen. Dioskurides schrieb im 1. Jahrhundert über den Kümmel (deutsche Übersetzung von 1610): "Kümmel wärmet und treibt den Harn, ist dem Magen gut, macht einen süßen und lieblichen Atem, hilft der Däwung (Verdauung?), wirkt unter den Arzneyen, die wider das Gicht einzunehmen sind, vermischt, auch ist er gut mit dem, das in Essig eingemacht und behalten wirdt."
Auch Plinius der Ältere erwähnte den Kümmel schon im Altertum. Im Mittelalter spielte der Kümmel eine wichtige Rolle. Das sieht man auch daran, dass Karl der Große (747 bis 814) den Kümmel in der Liste der Heilpflanzen in der Schrift "Capitulare de villis vel curtis imperii" aufgeführt. Diese Pflanzenliste war Teil einer Verordnung, die vorschrieb, wie die königlichen Landgüter bestellt werden sollten. Er ist also Teil der sogenannten Karlsgärten. Die Heilpflanzenliste mit 73 Pflanzen zeigen deutlich, welche Heilkräuter damals als besonders wichtig betrachtet wurden. Heutzutage wird der Kümmel in vielen Ländern als Gewürz angebaut. Hauptanbaugebiete sind Ägypten und Osteuropa. Aber auch in den Niederlanden und Deutschland wird Kümmel angebaut.

Pflanzenbeschreibung
Kümmel ist im Mittelmeerraum und Vorderasien heimisch. Er wächst aber auch in Mitteleuropa wild. Sein Verbreitungsgebiet reicht bis nach Sibirien. Der Kümmel wächst bevorzugt auf Wiesen und an Wegrändern. Man findet ihn vor allem im Hügelland und Gebirge. Die zweijährige Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter hoch.
Der sparrig verzweigte Stängel ist kahl. Die Blätter sind besonders fein gefiedert und die einzelnen Fiederblättchen sind sehr dünn. Sie sind höchstens einen Millimeter dick. Zwischen Mai und Juli erscheinen die weißlich-rosa Blüten. Sie ähneln stark vielen anderen Doldenblütlern. Die winzigen Blüten stehen in Doppeldolden, also mehrere kleine Dolden bilden zusammen eine größere Dolde. Ab Juni entwickeln sich die Samen bzw. Früchte. Es handelt sich um sogenannte Spaltfrüchte. Die braunen Früchte zerfallen meistens in zwei Einzelfrüchte. Ganz typisch ist der Geruch der Kümmelfrüchte.
Vegetative Merkmale
Kümmel ist eine sommergrüne,  zweijährige  krautige Pflanze und erreicht meist Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimeter, unter günstigen Bedingungen auch bis zu 120 Zentimeter. Die Pflanze entwickelt eine  rübenartige  Wurzel. Der kahle  Stängel ist sparrig verzweigt. Die Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und im Umriss länglich. Die Teilblätter letzter Ordnung sind fiederteilig mit fein zugespitzten Zähnen und Spitzen. Ihre Blattabschnitten sind bei einer Breite von höchstens einem Millimeter linealisch. Die untersten Fiederpaare zweiter Ordnung sind deutlich abgerückt und kreuzweise gestellt. Die oberen Stängelblätter besitzen eine  Scheide mit  nebenblattartigen Fiederpaaren.  
Generative Merkmale
Die  Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die  Doppeldolden besitzen 8 bis 16 Strahlen. Hüllen fehlen meist. Es sind manchmal bis zu zwei Hüllchen vorhanden. Die Blüte ist weiß bis rosafarben oder rötlich. Die  Samenreife beginnt im Juni bis August. Die kahle  Spaltfrucht, Doppel achäne genannt, ist bei einer Länge von 3 bis 7 Millimeter und einer Breite von 0,7 bis 1,2 Millimeter oval und zerfällt in zwei Einzelfrüchte. Die leicht sichelförmig gebogenen und an beiden Enden spitz deutlich gerippten Einzelfrüchte sind an der Außenseite dunkelbraun und an der Innenseite hellbraun gefärbt. Die volkstümlich „Kümmelsamen" genannten Einzelfrüchte besitzen einen charakteristischen Duft, wenn sie zerrieben werden.  

Anbautipps
Den Kümmel kann man im eigenen Garten anbauen. Dazu kann man fertige Pflanzen einpflanzen oder den Kümmel aus Samen anziehen. Der Kümmel ist mit magerem Boden zufrieden, aber er braucht viel Sonne. Die Anzucht aus Samen ist relativ schwierig, weil die Samen oft nicht keimen. Man muss auch zwei Jahre für den Anbau einplanen, denn erst im zweiten Jahr entstehen die Blüten und Samen. Im März wird der Kümmel gesät, mit einem Reihenabstand von etwa 30 Zentimeter. Nach ein bis drei Wochen erscheinen die ersten kleinen Pflänzchen.

Sammeltipps
In der freien Natur ist das Sammeln des Kümmels schwierig, denn man muss ihn ganz sorgfältig von anderen Doldenblütlern unterscheiden. Die meisten Doldenblütler sehen sich relativ ähnlich, z.B. weiße doldenförmige Blüten.
Einige davon sind sehr giftig, z.B. der gefleckte Schierling.
Typisch für den Kümmel (und auch für den Fenchel) sind die extrem dünnen, fadenartigen Blätter. Außerdem riechen die Samen ganz deutlich nach Kümmel. Die Früchte (Samen) werden zwischen Juli und September geerntet. Sie sind reif, wenn sie braun werden. Zur Ernte schneidet man das ganz oberirdische Kraut ab. Dann bündelt man es und hängt es zum Trocknen auf. Darunter legt man ein Stück Stoff oder etwas anderes, was vorab fallende Samen auffängt. Wenn die Pflanzen trocken sind, hängt man sie ab und rebelt die Samen von den Blütenständen. Danach trocknet man die Samen noch eine Weile nach und wenn sie trocken sind, hebt man sie in Dosen oder Beuteln auf.




SZECHUAN-PFEFFER

Der rötliche Szechuanpfeffer wächst am chinesischen Gelbholzbaum. Diese Pflanze ist nicht mit dem schwarzen Pfeffer, stattdessen aber mit den Zitruspflanzen verwandt. Mit seiner zitronenartigen Schärfe ist er ein beliebtes Gewürz in der asiatischen Küche. Doch auch die chinesische Heilkunde benutzt den Szechuanpfeffer. Er wird für Verdauungsprobleme und Blasenerkrankungen verwendet.
Szechuanpfeffer, auch Japanischer Pfeffer, Chinesischer Pfeffer, Chinese prickly ash, Sichuan Pepper oder Anispfeffer, genannt, ist eine  Pflanzenart aus der Familie der Rautengewächse. Er liefert ein pikant schmeckendes  Gewürz und ist nicht mit dem  Schwarzen Pfeffer verwandt. Auch andere Arten der Gattung Zanthoxylum, z. B. Zanthoxylum schinifolium werden Szechuanpfeffer genannt. Weiter werden verwendet Zanthoxylum armatum, Z. americanum, Z. simulans und Z. bungeanum, Z. acanthopodium, Z. avicennae, Z. nitidum sowie Z. rhetsa. Die Gattung Zanthoxylum, zu der die verschiedenen als Szechuanpfeffer bezeichneten Arten gezählt werden, gehört zur Familie der Rutaceae, ist also mit den Zitruspflanzen verwandt. Der Gattungsname lässt sich mit „Gelbholz" übersetzen und beschreibt so eines der charakteristischen Merkmale der Pflanzen; „Gelbholz" werden verschiedene Arten unterschiedlicher Gattungen genannt. Der Name Szechuanpfeffer leitet sich von der zentralchinesischen Provinz Sichuan ab, wo er heimisch ist und gern in der Küche verwendet wird. Wie bei der Provinz sind verschiedene Schreibweisen wie Sichuan-, Sechuan- oder Szetschuanpfeffer gebräuchlich. Im deutschen Sprachraum werden auch die Namen Bergpfeffer, Chinesischer Pfeffer oder Japanischer Pfeffer gebraucht.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Blasenentzündung, Magen-Darm-Schwäche
Heilwirkung:
antibakteriell, appetitanregend, blutdrucksenkend, fungizid, harntreibend, magenberuhigend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche:
Gallenschwäche, Magenkrämpfe, Verdauungsschwäche, Völlegefühl
wissenschaftlicher Name:
Zanthoxylum piperitum
Pflanzenfamilie:
Rautengewächse - Rutaceae
englischer Name:
Sichuan pepper
andere Namen:
Anispfeffer, Blütenpfeffer, Blumenpfeffer, Chinesischer Pfeffer, Fagara, Gelbholzbaum, Ja-panischer Pfeffer, Japanischer Bergpfeffer, Nan jiao (chinesisch), Nepalpfeffer, Sansho Pfeffer, Sechuan-pfeffer, Sichuanpfeffer, Szetschuanpfeffer, Stachelesche, Zitronenpfeffer
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte, Blätter
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle: Terpenen, Geraniol, Linalool, Cineol, Citronellal; Amide, Scharfstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe
Sammelzeit:
August

Anwendung
Als Gewürz werden meistens die getrockneten und von den Samen befreiten Fruchtschalen verwendet. Zanthoxylum schinifolium weist aromatische Samen auf, die bevorzugt verwendet werden. Die Schalen sind von rotbrauner oder bräunlicher bis schwärzlicher Farbe und stark gerunzelt. Erntezeit der reifen Früchte des Szechuanpfeffers ist im August, die Früchte werden anschließend bei 40 bis 60°C getrocknet. Teilweise werden die Fruchtschalen gemahlen und als Gewürzpulver verwendet. Meist werden jedoch die ganzen Fruchtschalen verkauft und erst vor der Zubereitung der Gerichte selbst gemahlen. Charakteristisch ist der prickelnde Geschmack, der ein Gefühl der Taubheit auf Lippen und Zunge bewirkt. Die für dieses Empfinden verantwortlichen Stoffe sind verschiedene  Amide, die bis zu drei Prozent der Inhaltsstoffe der Samenkapseln ausmachen. Szechuanpfeffer wird oft fälschlicherweise als scharf bezeichnet. Dies rührt wahrscheinlich daher, dass er häufig in Gerichten verwendet wird, die auch  scharfen Paprika enthalten. Im Chinesischen wird die Geschmacksrichtung, die durch die Kombination von Szechuanpfeffer und scharfem Paprika entsteht, als málà d. h. „betäubend und scharf" bezeichnet. Diese Geschmacksrichtung gibt gerade der Sichuan-Küche ihre selbständige Prägung. Repräsentative Gerichte sind der, Würziges Rindfleisch und  Mapo Doufu (Tofu mit Hackfleisch). Szechuanpfeffer ist auch Bestandteil der Gewürzmischung Fünf-Gewürze-Pulver. Unreife Früchte, Blätter und Blüten der Pflanze werden vor allem in der  japanischen Küche eingesetzt. Die jungen und frischen Blätter werden eingeweicht und mit  Miso-Paste vermischt als Kinome bezeichnet. Kinome wird oft als Garnierung auf Suppen und anderen Gerichten benutzt. Für die Würzpaste Misansho werden unreife Früchte mit Salz eingekocht. Diese Paste wird vor allem für die Zubereitung von Fisch verwendet, um den ggf. unangenehmen Fischgeruch zu mildern. Szechuanpfeffer findet auch in der  traditionellen chinesischen Medizin Verwendung. In Deutschland wird die Pflanze auch als Bonsai gestaltet verkauft. In Samen, Früchten und Blättern der Art wurden Antioxidantien nachgewiesen. Szechuan-Pfeffer kann man wahlweise als Gewürz oder als Tee anwenden. Außerdem hat man die Wahl zwischen den Samenkapseln und den Blättern, eventuell sogar den Blüten. Die häufigste Art, Szechuan-Pfeffer anzuwenden ist die Anwendung der Samenkapseln als Gewürz in der asiatischen Küche.
Tee
Für einen Szechuan-Pfeffer- Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Szechuanpfeffer-Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Szechuan-Pfeffertee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Szechuan-Pfeffer-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Szechuan-Pfeffer-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Küche
In der asiatischen Küche werden vor allem die Samenkapseln des Szechuanpfeffers, aber auch die Blätter verwendet. Beliebige Gerichte werden mit den Samenkapseln gewürzt. Man verwendet die Samenkapseln auch als Streuwürze zum Nachwürzen. Zusammen mit vier anderen chinesischen Gewürzen wird der Szechuanpfeffer zum Fünf-Gewürze-Pulver, einer beliebten Gewürzmischung. Die Blätter werden ähnlich wie Lorbeerblätter mitgekocht, beispielsweise in Soßen, Gemüse oder Suppen. In Japan werden die Blätter mit Misopaste vermischt. Daraus entsteht Kinome, eine Gewürzpaste.

Wirkung
Die im Szechuanpfeffer enthaltenen Amide bewirken beim Essen des Pfeffers ein Gefühl von Taubheit oder Prickeln auf den Lippen und im Mund. Das macht einen wesentlichen Teil seiner besonderen Würzwirkung aus, neben einem leicht scharfen und zitronigen Aroma. Das spezielle Prickelaroma des Szechuanpfeffers wird in China als Geschmacksrichtung "ma" bezeichnet. Die gesammelten Wirkstoffe des Szechuanpfeffers wirken appetitanregend und verdauungsfördernd, weshalb man ihn für diverse Verdauungsbeschwerden einsetzen kann. Außerdem wirkt der Szechuanpfeffer antibakteriell und pilzhemmend, was den Einsatz bei verschiedenen Infektionen nahelegt.

Anwendungsgebiete
Der Szechuanpfeffer wird vorwiegend innerlich eingesetzt. Dabei kann es ausreichen, seine Speisen mit dem Szechuanpfeffer zu würzen. Man kann ihn aber auch als Tee trinken, wenn man gezielt an seiner Heilwirkung interessiert ist. Weil er die Verdauung anregt kann man ihn für eine schwache Verdauung und auch gegen Gallenschwäche einsetzen. Bei Völlegefühl und Magendrücken kann er die Verdauung erleichtern. Ein in Asien beliebtes Anwendungsgebiet sind Blasenerkrankungen, unter anderem Blasenentzündungen. Auch bei hohem Blutdruck kann man den Szechuanpfeffer versuchen.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
In der Chinesischen Medizin wird der Szechuanpfeffer traditionell eingesetzt. Seine Heilwirkungen werden dort wie folgt beschrieben: Szechuanpfeffer vertreibt Feuchtigkeit, Szechuanpfeffer wirkt wärmend, Szechuanpfeffer zerstreut Kälte

Geschichtliches
Der Szechuanpfeffer wird in seiner asiatischen Heimat schon sehr lange als Gewürz und Heilpflanze angewendet. Als die asiatische Küche immer beliebter wurde, kam der Szechuanpfeffer auch nach Europa. Hier wird er hauptsächlich als exotisches Gewürz benutzt. Wegen einer Zitrusfrucht-Erkrankung, dem bakteriellen Zitronenkrebs, war die Einfuhr des Szechuanpfeffers in den USA von 1968 bis 2005 verboten. Inzwischen wurde das Verbot gelockert, aber der Szechuanpfeffer muss vor der Einfuhr auf mindestens 70°C erhitzt worden sein.

Pflanzenbeschreibung
Zanthoxylum piperitum ist ein stark  dorniger Strauch, er erreicht Wuchshöhen und Pflanzendurchmesser von bis 2,5–4,5 Meter. Die wechselständigen, gestielten, unpaarig gefiederten Blätter sind bis 15 cm lang, die einzelnen, eiförmigen, fast sitzenden Blättchen sind 2–4 cm lang, es sind fünf bis elf Blättchenpaare vorhanden. Der Blättchenrand ist (entfernt) feingesägt bis -gekerbt, mit obseits gekrümmten säge-, kerbspitzen, die Spitze ist ausgerandet oder spitz bis rundspitzig, der Blattgrund ist spitzig bis stumpf. Die Rachis ist leicht rinnenförmig bis kurzflügelig, die Nervatur der Blättchen ist gefiedert. Der Zanthoxylum piperitum ist laubabwerfend, die Herbstfärbung ist bronzefarbig. Die Dornen sind bis 13 mm lang. Zanthoxylum piperitum ist meist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), seltener kommen auch einhäusige Pflanzen vor. Die Blütenstände sind Trugdolden, die Blütenstands- und Blütenstiele sind teilweise rötlich überlaufen. Die grünlich-gelblichen Blüten erscheinen zwischen April und Juni und die hellrötlichen, 3–5 mm großen, feinhöckrigen Balgfrüchte sind in etwa im August ausgereift. Sie öffnen sich ventral (bauchseitig) und enthalten einen rundlichen, schwarzen, glänzenden, 3–4 mm großen Samen mit schwammig, weichlicher äußerer  Samenschale. Die Samen werden nicht ausgetreut und bleiben in der Fruchtschale hängen. Szechuan-Pfeffer ist in Ostasien heimisch. Man findet ihn in Zentralchina, Tibet, Japan und Korea. Angebaut wird er vor allem in der Provinz Sichuan, was ihm auch seinen Namen eingebracht hat. Auch in anderen Gegenden der Welt, z.B. Afrika, Amerika findet man den Szechuanpfeffer gelegentlich. Sogar in Mitteleuropa kann er angepflanzt werden, weil er winterhart ist. Der Strauch, an dem der Szechuanpfeffer wächst, heißt unter anderem Gelbholzbaum. Er wächst bevorzugt in bergigen Regionen.  Er ist als Rautengwächs mit dem Zitronenbaum und Orangenbaum verwandt, nicht aber mit der Pfefferpflanze. Der Gelbholzbaum wird bis zu 2 Meter hoch. Seine Zweige haben häufig spitze Stacheln. Die Blätter sind eiförmig mit Spitze. Sie wachsen gegenständig an den Zweigen. Die Blüten sind zweihäusig, d.h. männliche und weibliche Blüten wachsen an verschiedenen Bäumen. Sie blühen zwischen April und Juni. Aus den Blüten entwickeln sich bis August die rötlichen Früchte bzw. Samenkapseln. Sie hängen zusammen in Rispen.

Anbautipps
Da der Szechuanpfeffer bzw. Gelbholzbaum winterhart ist, kann man ihn auch in Mitteleuropa anbauen. Am besten pflanzt man fertige Pflanzen, die im gut sortierten Fachhandel angeboten werden. Dort findet man auch Sorten, die nicht zweihäusig sind, sodass man nur eine Pflanze braucht, um Früchte zu erhalten. Der Gelbholzbaum braucht einen mindestens halbsonnigen Standort. Der Boden kann durchaus karg sein, denn der Gelbholzbaum ist anspruchslos.

Sammeltipps
Die Früchte des Gelbholzbaums können meistens im August geerntet werden. Nur die rötlichen oder bräunlichen Fruchtwände (Samenkapseln) schmecken aromatisch. Die eigentlichen schwarzen Samen schmecken nicht gut und sind körnig zwischen den Zähnen. Daher sollte man die Samen möglichst aussortieren. Dazu trocknet man die Früchte und rubbelt sie anschließend bis die Samen freiliegen und entfernt werden können. Die Blätter können ab April geerntet werden. Man kann sie frisch verwenden oder schonend im Halbschatten trocknen.



BACHBLÜTEN
Ich bin sehr kritisch gegenüber mir selbst (24 Pine)
- Diese Menschen sind sehr kritisch gegenüber sich selbst
- Mit der dementsprechender Bachblüte können Sie die kritische Art ablegen

BACHBLÜTEN
Starke innere Verbundenheit mit anderen geliebten Personen (25 Red Chestnut)
- Diese Menschen haben eine starke Verbundenheit zu andere geliebte Personen
- Mit der dementsprechender Bachblüte schwächt die starke Verbundenheit ab


ERNÄHRUNG
Übersicht Wurstwaren
Art, Herstellung, Sorten
Rohwürste, Dauerwürste: die roh belassene Wurstwaren – Fleisch, Speck, Nitrat, Salz, Gewürze – wird kalt
    geräuchert, luftgetrocknet. Lange Haltbarkeit, ausgenommen Mett- und Teewurst
    Schnittfest: z.B. Cervelatwurst, Salami, Landjäger
    Streichfähig: z.B. Brätwurst, Teewurst
Brühwürste: die Wurstmasse (Brät) – Fleisch, Speck, Nitrat, Salz, Gewürze und Wasser – wird bei 70-80°C
    gebrüht und teilweise geräuchert. Zum alsbaldigen Verzehr bestimmt.
    Pariser, Extra, Frankfurter, Leberkäse, Dürre, Münchner Weißwurst, Mortadella, Bratwürste
Kochwürste: die vorgegarte Wurstmasse – Innereien, Fleisch, Speck, Blut usw. – wird nach dem Abfüllen in
    Wursthüllen nochmals gebrüht oder gekocht und teilweise geräuchert. Bei kühler Lagerung, kurz haltbar.
    Leberwurst, Blutwurst, Pasteten, Presskopf, Streichwurst

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