Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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22.09.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > September > 17.09.18-23.09.18


ESCHE   

Der Eschenbaum ist in der nordischen Mythologie der heilige Weltenbaum Yggdrasil, auch Weltenesche genannt. Die Esche kann sehr groß werden, bis zu vierzig Meter und sie wird bis zu 250 Jahre alt. Ihre Blätter und Samen haben vielfältige Heilwirkungen, so stärken sie den Stoffwechsel, wodurch rheumatische Erkrankungen gelindert werden können. Sie senkt auch den Blutzuckerspiegel und stärkt das Herz. Dadurch ist sie eine wertvolle Heilpflanze für typische Zivilisationskrankheiten.
Die Gemeine Esche, Gewöhnliche Esche oder Hohe Esche ist eine in Europa heimische Baumart, die mit einer Wuchshöhe von bis zu etwa 40 m zu den höchsten Laubbäumen Europas zählt; an exponierteren Standorten erreicht sie jedoch oftmals nur um 15 bis 20 m. Durch die hohe Konkurrenzkraft der  Buche, mit der sie häufig vergesellschaftet vorkommt, ist sie in größeren Beständen überwiegend in Waldgesellschaften auf feuchteren (Hartholzaue, Auwald) oder trockeneren Standorten (flachgründige Kalkböden) anzutreffen, auf denen die Konkurrenzkraft der Buche nachlässt. Aufgrund der positiven Eigenschaften wird Eschenholz zu den  Edellaubhölzern gezählt. Nach Buche und Eiche gehört es zu den wichtigsten Laubnutzhölzern Mitteleuropas. Eschenholz wird besonders dann eingesetzt, wenn höchste Ansprüche an Festigkeit und Elastizität gestellt werden. So wird es häufig bei der Herstellung von Werkzeugstielen, Sportgeräten und von  Biegeformteilen verwendet. Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Esche durch ein zuerst in Polen aufgetretenes und inzwischen in weiten Teilen Europas verbreitetes Eschensterben bedroht, das von dem Schlauchpilz Hymenoscyphus fraxineus verursacht wird. Im Jahr 2001 wurde die Esche in Deutschland durch die Dr. Silvius Wodarz-Stiftung Menschen für Bäume und deren Fachbeirat, das Kuratorium Baum des Jahres, zum Baum des Jahres bestimmt.

Steckbrief
Heilwirkung:
adstringierend, harntreibend, schweißtreibend, tonisierend, Fieber, Appetitlosigkeit, Blähungen, Verstopfung, Blasen- und Nierenleiden, Rheuma, Gicht, Blutzucker senkend,  Diabetes, Wassersucht, Bluthochdruck, Insektenstiche, Wunden
wissenschaftlicher Name:
Fraxinus excelsior
Pflanzenfamilie:
Ölbaumgewächse = Oleaceae
englischer Name:
 Ash
volkstümliche Namen:
Asche, Geisbaum, Oesch, Wundbaum
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen, Rinde
Inhaltsstoffe:
Fraxin, Fraxidin, Ätherisches Öl, Bitterstoff, Flavonoide, Gerbstoff, Gerbsäure, Glykoside, Cumarine
Sammelzeit:
Mai bis Juli

Pflanzenbeschreibung
Erscheinungsform
Die Gemeine Esche erreicht eine Höhe von bis zu 40m und einen Stammdurchmesser von 2m. Nach 100 Jahren hat sie durchschnittlich eine Höhe von 30 m und einen  Brusthöhendurchmesser von 30cm bis 40 cm. Das Höchstalter beträgt etwa 250 bis 300 Jahre. Die Stammachse ist meist gerade und gabelt sich nicht. In Randbereichen des Verbreitungsgebiets werden die zuvor genannten Werte jedoch deutlich unterschritten, oder sie kommt nur  strauchförmig vor, etwa in Norwegen. Das Wachstum ist gewöhnlich gebunden, das heißt, der Austrieb eines Jahres ist vollständig in der Knospe des Vorjahres angelegt. Nur unter günstigen Bedingungen erfolgt das Wachstum frei und die Triebanlagen entfalten sich ohne Ruheperiode noch im selben Jahr. Bei jungen Bäumen kann das Auftreten von Bereicherungstrieben und Johannistrieben beobachtet werden. Neben Lang- und Kurztrieben bildet die Esche noch sogenannte Lineartriebe, die länger sind als Kurztriebe, aber keine Verzweigungen bilden, wie Langtriebe dies tun. Die  Äste stehen rechtwinkelig zum Stamm; die Zweige zeigen senkrecht nach oben. Zweige, die nicht genügend Licht bekommen, sterben und brechen in Folge ab. Das beginnt üblicherweise nach etwa drei bis fünf Jahren.  
Rinde und Holz
Die Borke junger Bäume ist grünlich bis glänzend grau mit nur wenigen Korkporen. Nach etwa 15 bis 40 Jahren setzt die Verkorkung ein; eine Netzborke wird gebildet. Die Rinde selbst ist dick und reich an  Sklerenchym,  Bastfasern fehlen.  Das  Holz ist ringporig, das  Frühholz zeigt meist mehrreihige, grobe Gefäße, die sich deutlich vom Spätholz abheben. Dadurch sind die Jahresringe deutlich erkennbar. Die Gefäße des Spätholzes sind zerstreut angeordnet, klein und gerade noch erkennbar. Die Holzstrahlen sind schmal. Die Esche ist ein Kernholzbaum, deren Kern sich kaum vom breiten, hellgelblichen  Splint unterscheidet. Erst ältere Bäume von 70 bis 80 Jahren und darüber zeigen einen hellbraunen Kern, der bei Nutzung des Holzes als Farbfehler angesehen wird. Eschen, die auf trockenen, kalkhaltigen Böden wachsen, zeigen schmalere Ringe und können im Alter einen Kern bilden, der dem Holz des Olivenbaums ähnelt. Man spricht dann von Olive-schen; ihr Holz ist, abhängig vom Modetrend zur Möbelherstellung, besonders beliebt.  
Wurzeln
Die  Hauptwurzel wächst zuerst senkrecht in den Boden, stellt sich aber nach wenigen cm auf ein waagrechtes Wachstum um und entwickelt ein typisches Senkerwurzelsystem mit kräftigen, nahe der Oberfläche verlaufenden Seitenwurzeln. Von diesen und vom Stamm entspringen kräftige, senkrecht nach unten wachsende Wurzeln. Die Feinwurzeln treten in bestimmten Bereichen konzentriert auf und fehlen in anderen. Das Wurzelsystem einer 90-jährigen Esche breitet sich maximal etwa 350cm von der Stammbasis aus und gelangt in eine Tiefe von 140 cm.  
Knospen und Blätter
Die kurzen Knospen sind mit dichten, schwarzen und filzigen Haaren besetzt, die zum Schutz vor Frost und Verdunstung gebildet werden. Die Endknospen sind mit einer Länge und Breite von etwa 1 cm deutlich größer als die Seitenknospen, die nur bis zu 5 mm erreichen. Blütenknospen sind stumpfer und kugeliger als andere Knospen. Die Knospen sind Ende Juli fertig angelegt. Häufig sind an Haupttrieben die Knospen eines  Knotens gegeneinander versetzt.  Die Blätter stehen  kreuzweise gegenständig, nur an besonders wüchsigen Trieben finden sich dreizählige  Blattquirle. Die Blätter werden mit dem 5 cm bis 10 cm langen Stiel bis zu 40 cm lang und sind üblicherweise 9- bis 15-zählig gefiedert, selten treten weniger Fiederblättchen auf. Die einzelnen Fiederblättchen sind 4 cm bis 10 cm lang und 1,2 cm bis 3,5  cm breit. Sie sind  eilanzettlich, lang zugespitzt und am Grunde keilförmig, klein und scharf gesägt. Die Oberseite ist kahl und satt-grün. Die Unterseite ist hellbläulich grün, der Mittelnerv und zum Teil die Seitennerven können lockerfilzig behaart sein. Die Seitenblättchen sind kurz gestielt oder sitzend, das Endblättchen ist länger gestielt. Die Blattspindel weist eine behaarte und mit  Korkporen besetzte Furche auf,  Nebenblätter fehlen. Die Blätter fallen meist noch grün vom Baum, nur im kontinentalen Osten des Verbreitungsgebiete verfärben sich die Blätter manchmal gelblich.
Blüten und Früchte
Die Esche wird frei stehend mit 20 bis 30 Jahren  mannbar, in Gruppen mit anderen Bäumen nach 30 bis 35 Jahren. Sie ist zwittrig, wobei abhängig vom Individuum ein Geschlecht reduziert sein kann. Die  Blüten haben einen grünlichen, aus zwei  Fruchtblättern entstandenen, synkarpen Fruchtknoten und zwei  Staubblätter. Die Staubbeutel stehen auf kurzen Staubfäden und sind zunächst purpurrot. Kelch- und Kronblätter fehlen. Die Gemeine Esche wird als einzige Art in der Familie der Ölbaumgewächse durch Wind bestäubt. Als Blütenstände werden seitenständige  Rispen gebildet, die bereits vor den Laubblättern an den Sprossen des Vorjahres erscheinen. Sie stehen zuerst aufrecht und hängen später über. Als  Früchte werden einsamige, geflügelte  Nussfrüchte an dünnen Stielen gebildet. Sie sind 19 mm bis 35 mm lang und 4 mm bis 6 mm breit, schmal länglich bis länglich verkehrt-keilförmig, glänzend braun und schwach gedreht. Die Nuss ist 8 mm bis 15 mm lang und 2 mm bis 3 mm breit, an der Basis rundlich und oben gewölbt zusammengedrückt. Der Flügelsaum ist zungenförmig, oft ausgerandet, seltener zugespitzt und läuft maximal bis zur Hälfte der Nuss herab. Die Früchte werden von Oktober bis November reif und fallen während des ganzen Winters ab. Sie sind Schraubenflieger und erreichen dabei Entfernungen von 60 m, in seltenen Fällen bis zu 125 m.




FINGERHUT
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Der Fingerhut ist mit seinen markant geformten Blüten eine so auffällige Pflanze, das man ihn kaum wieder vergisst, wenn man ihn einmal kennengelernt hat. Die meisten lernen ihn zuerst in Gärten kennen, denn dort wird er gerne als Zierpflanze angebaut. Er kommt in Europa aber auch häufig wild vor, vor allem auf Waldlichtungen und Kahlschlägen. Trotz seiner starken Giftigkeit werden die Wirkstoffe des Fingerhutes weltweit von Ärzten gegen Herzschwäche verordnet, denn die Digitalisglykoside gelten als die besten herzstärkenden Mittel. In der Naturheilkunde muss man wegen der Giftigkeit jedoch einen Bogen um den Einsatz des Fingerhutes machen, außer man setzt ihn in homöopathischer Dosis ein.
Der Rote Fingerhut, auch Fingerhut, Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglöckchen, Waldschelle genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fingerhütein der Familie der Wegerichgewächse. Der Gattungsname Digitalis leitet sich vom lateinischen Wort digitus für Finger ab und bezieht sich auf die charakteristische Blütenform. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Herzschwäche, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Ödeme
Heilwirkung: herzstärkend, herzschlagverlangsamend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Früher: Abszesse, Bronchitis, Fieber, Furunkel, Gicht, Kopfschmerzen, Lungenentzündung, Unterleibszysten, Tuberkulose, Wassersucht, Wochenbettfieber, Wunden, Homöopathisch: Geschwollene Füße, Herzasthma, Herzinsuffizienz, Herzschwäche, Kurzatmigkeit, Migräne, Ödeme, Prostatahypertrophie, Prostatavergrößerung, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen, Wassersucht
wissenschaftlicher Name: Digitalis purpurea, Digitalis lanata, Digitalis lutea
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse = Plantaginaceae, früher: Braunwurzgewächse = Scropholariaceae
englischer Name: Foxglove, dead men's timbles (Totenfingerhut)
volkstümliche Namen: Fingerhütlein, Fingerkraut, Fingerpiepen, Fuchskraut, Handschuhkraut, Klapprause, Liebfrauenhandschuh, Platzblume, Potschen, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglocke, Waldglöckchen, Waldnönnchen, Waldschelle
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Digitalis-Glykoside, Digitoxin, Herzaktivierende Glykoside, Acetylcholin, Cholin, Gallussäure, Gitaloxigenin, Gitoxin, Inositol, Saponine, Schleim

Anwendung
Der Rote Fingerhut ist in der Volksmedizin schon lange als Mittel gegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) bekannt und wird seit dem späten 18. Jahrhundert medizinisch verwendet. Dieser auffallenden Pflanze wurde weder im Mittelalter noch im Altertum große Bedeutung beigemessen. Eine Rezeptsammlung in walisischer Sprache aus dem 12. oder 13. Jahrhundert erwähnt erstmals eine äußerliche Anwendung der Blätter.
Auch Leonhart Fuchs berichtet in der deutschen Ausgabe seines Kräuterbuchs: „Ist in summa ein schön lustig kraut anzusehen, habs derhalben nit künden übergeen, unangesehen das es noch in keinem brauch ist bey den ärtzeten, so vil und mir bewüßt.“ Er berichtet aber weiter unter Krafft und würckung, wozu es in der Volksmedizin verwendet wird, und schließt dann: „Unnd in summa, haben allerley würckung so die Entian hat, welche wir oben in jrem Capitel erzelet haben. Wer selbigen begert zu wissen, der mag sie am gedachten ort suchen und lesen.“ Auch Tabernaemontanus wusste 1588 noch keine ärztliche Verwendung für diese Pflanze: „Wozu diese Kreuter zu gebrauchen seyn/ finde ich nicht bey den Authorn.“
Verwendet hat man ihn jedoch zu dieser Zeit bereits in Irland, verbunden mit magischen Bräuchen sollte er gegen den „Bösen Blick“ helfen. Die Engländer verwendeten die Pflanze als Brechmittel, zur Förderung des Auswurfs bei Bronchitis und um 1700 sogar gegen die Schwindsucht. 1748 zeigten Versuche der Académie Française, dass nach Verfütterung von Fingerhut an Truthähne deren Herz, Leber, Gallenblase und Lunge geschrumpft waren. Das führte dazu, dass auch die Engländer den Fingerhut seltener anwendeten. Erst der englische Arzt William Withering griff 1775 auf ein altes Familienrezept (zur Behandlung der Wassersucht) zurück und behandelte mit Blättern des Roten Fingerhuts erfolgreich Wasseransammlungen (Ödeme), die auf eine Herzschwäche zurückzuführen waren. Angeblich gestand ihm die Ehefrau eines seiner Patienten, dass sie eine Kräuterfrau um Hilfe gebeten hatte. Allerdings – so behauptet es die Legende – wollte die Kräuterfrau ihm nicht Namen und Wuchsort der Pflanze verraten; er ließ sie beobachten und fand, dass das Elixier der Kräuterfrau Digitalis enthielt. Von 1776 bis 1779 führte Withering eine Reihe von Experimenten an Dutzenden seiner Herzpatienten durch. Aufgrund seiner Beobachtungen schloss er auch, dass sich das Pflanzengift des Fingerhuts im Körper anreichert, da die Wirkung des Medikamentes bei längerer Verabreichung zunahm. 1785 veröffentlichte er dann seine berühmte Abhandlung „An account of the Foxglove and its medical uses“. Diese Form der Therapie setzte sich jedoch anfänglich nicht durch, und erst nach 1850 wurde Digitalis häufiger verschrieben. Dazu beigetragen hatten die Untersuchungen des französischen Arztes Drebeyne (1786–1867), der herausfand, dass Digitalis nicht nur harntreibend wirkt, sondern auch die Herztätigkeit stärkt. Der Chemiker Nativelle konnte 1868 dann den Wirkstoff isolieren. Weitere pharmakologische Untersuchungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten danach zu einer Bestimmung einer Reihe weiterer Wirkstoffe in mit dem Roten Fingerhut verwandten Fingerhut-Arten. Man entdeckte au-ßerdem, dass auch Pflanzenarten anderer Familien herzwirksame Substanzen – sogenannte Digitaloide – enthielten. Zu den Pflanzenarten, bei denen man vergleichbare Wirkstoffe fand, zählten das Maiglöckchen, der Oleander und die Christrose. Lediglich die Meerzwiebel zählte unter den in der Folge von Witherings Untersuchungen entdeckten Heilpflanzen zu den Arten, die bereits der Heilkunde der Antike bekannt waren. 1874 gelang Oswald Schmiedeberg (1883–1921) die Gewinnung des Digitoxin als erstes Reinglykosid. Die Wirkstoffe des Fingerhuts sind Herzglykoside, die heute überwiegend aus dem Wolligen Fingerhut gewonnen werden. Herzglykoside regen den geschwächten Herzmuskel an, sich wieder stärker zusammenzuziehen. Im therapeutischen Einsatz von Digitalis steht der die Herzfrequenz senkende Effekt von Digitalis immer mehr im Vordergrund gegenüber der Stärkung der Herzleistung. Alle Pflanzenteile des Roten Fingerhutes sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden. Aufgrund des bitteren Geschmacks kommt es allerdings selten dazu. Iatrogene (durch ärztliche Maßnahmen hervorgerufene) Vergiftungen können im Rahmen einer Therapie vorkommen, da die Wirkungsbreite der Digitalisglykoside gering ist. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindelanfälle und ein Sinken der Pulsfrequenz unter 50 Schläge pro Minute.

Achtung! Stark giftig. Fingerhut nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.

Innerliche Anwendung gegen Herzschwäche
Aufgrund seiner Giftigkeit wird der Fingerhut nur in seiner herzstärkenden Eigenschaft angewendet, denn für die anderen Heilwirkungen des Fingerhutes gibt es viele ungefährlichere Heilpflanzen. Bei Herzschwäche sind Produkte aus dem Fingerhut, die sogenannten Digitalispräparate, die Mittel der Wahl, auch in der Schulmedizin. Als Tee oder Tinktur wird der Fingerhut wegen seiner Giftigkeit nicht verwendet!
Wirkung
Die Herzwirkung des Fingerhutes ist dreifach:
positiv inotrop = Stärkung des Herzens
negativ chronotrop = Verlangsamung der Herzfrequenz
negativ dromotrop = Verzögerung der Erregungsüberleitung des Herzens
Diese Kombination von Wirkungen macht den Fingerhut so gut geeignet, um Herzinsuffizienz zu behandeln, denn meistens braucht man dazu alle drei Wirkungen. Die Digitalis-Wirkstoffe sammeln sich im Körper an. Daher hätte man bald Überdosierungsprobleme und Vergiftungserscheinungen, wenn das Digitalis-Präparat immer gleich hoch dosiert gegeben würde. Digitalis-Mittel müssen daher in ihrer Dosis sorgfältig eingestellt werden. Für eine günstige Heilwirkung darf man keinesfalls zu viel oder zu wenig davon nehmen, sondern nur genau so viel, wie vom Arzt verschrieben.
Giftwirkung
Der Fingerhut ist so giftig, dass er auf keinen Fall im Rahmen einer Selbstmedikation angewendet werden sollte. Schon der Verzehr von zwei Blättern kann zum Tode führen! Selbst bei bestimmungsmäßiger Einnahme von Fertigpräparaten kann es häufig zu Vergiftungserscheinungen kommen, weil die therapeutische Breite des Fingerhutes sehr schmal ist. Die "therapeutische Breite" ist die Dosierungshöhe, in der ein Mittel heilkräftig wirkt, aber noch nicht schädlich ist. Die herzwirksamen Digitalisglykoside fangen erst bei einer relativ hohen Dosis an zu wirken, die ziemlich dicht an einer giftigen Dosis ist. Vergiftungen durch die offizielle Einnahme von Digitalispräparaten kommen daher auch relativ oft vor, im Gegensatz zu Vergiftungen durch den Genuss der wilden Pflanze, denn die Blätter schmecken bitter und nicht gerade verlockend. Leichte Vergiftungszeichen durch Digitalisglykoside sind das Ohrensausen, Gelbsehen und andere Sehstörungen. Bei schwereren Vergiftungen kommt es zu Herzrhythmusstörungen, langsame Herzfrequenz, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blaue Lippen, Atemnot und schließlich Herzstillstand.
Erste Hilfe Maßnahmen
Im Fall einer Vergiftung durch Verzehr von Pflanzenteilen müssen sofort Magen und Darm entleert werden, am besten in einer Klinik durch Magen auspumpen. Falls eine Klinik nicht so schnell erreichbar ist, kann es helfen, reichlich medizinische Kohle zu geben, damit die giftigen Stoffe aufgesaugt werden. Auch ein starker Kaffee kann hilfreich wirken.
Äußerlich gegen Wunden
Ein äußerlicher Einsatzzweck der Volksheilkunde sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben. Abkochungen der Fingerhutblätter können als Umschlag angewandt die Heilung von Wunden fördern. Bei Menschen, die zu Allergien neigen, kann es bei Hautkontakt mit den Fingerhut-Wirkstoffen zu allergischen Reaktionen kommen. Dann entsteht ein Arzneimittelexanthem (Hautausschlag).
Homöopathisch
In der Homöopathie wird der Fingerhut unter dem Namen "Digitalis" meistens in den Potenzen D6 bis D12 verwendet. In diesen Potenzen ist der Fingerhut nicht mehr giftig. Auch in der homöopathischen Zubereitung wird Digitalis vor allem gegen Herzerkrankungen und ihre Folgen, wie beispielsweise Kurzatmigkeit und Wassersucht verwendet. Man kann ihn aber auch gegen Migräne, Schlafstörungen, Erschöpfung und Prostatabeschwerden verwenden. Ein typisches Leitsymptom sind Erstickungsängste beim Einschlafen oder Aufwachen.
Pflanzen mit ähnlichen Wirkungen
In der Natur gibt es eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die eine ähnliche Wirkung auf das Herz haben wie der Fingerhut. Man spricht dann auch von einer digitalisähnlichen Wirkung und deren Wirkstoffe nennt man Digitaloide oder Digitalisglykoside. Diese Pflanzen sind zum großen Teil nicht mit dem Fingerhut verwandt und haben dennoch ähnliche Wirkstoffe ausgebildet. Es handelt sich unter anderem um die Meerzwiebel, Maiglöckchen, Salomonssiegel, Einbeere, Christrose, Oleander.

Magische Anwendung
In Irland wurde der Fingerhut als Schutz vor dem bösen Blick verwendet. Man dachte über den Fingerhut, dass die Blüten die Hüte von Elfen seien. In altmodischen Bildern werden Elfen auch häufig mit einer Fingerhutblüte auf dem Kopf dargestellt. Wenn man mit dem Fingerhut räuchert, soll das die Liebe vergrößern und vor schlechten Einflüssen schützen. Verliebte gingen zur Fingerhutpflanze und versprachen sich dort die Ehe. Falls die Ehe nicht zustande kam oder zerbrach, musste man wieder zu der Pflanze gehen und ihr (dem Pflanzengeist) erklären, warum es dazu kam. Sonst drohte Ärger. In der Bretagne glaubte man früher, dass man die Milch sauer werden würde, wenn man den Fingerhut ins Haus bringt.

Geschichtliches
Erstaunlicherweise war die heilkräftige Wirkung des Fingerhutes in der Antike und dem frühen Mittelalter bei den bekannten Heilkundigen, die Aufzeichnungen hinterlassen haben, unbekannt. In der Volksheilkunde in Mittel-, West- und Nordeuropa war sie jedoch bekannt und wurde erst nach und nach von offiziellen Heilkundigen erkannt und übernommen. Möglicherweise hängt diese Unbekanntheit der Fingerhut-Wirkung damit zusammen, dass der Fingerhut eher eine Pflanze des Nordens und Westens ist, als eine Pflanze Südosteuropas, wo die meisten der sonstigen Heilpflanzen heimisch sind. Die Kräuterärzte der Antike konnten sie also gar nicht kennen. In England und Irland wurde der Fingerhut früher zunächst für ganz andere Zwecke eingesetzt, beispielsweise gegen Bronchitis oder Schwindsucht. Die ausgeprägte Herzwirkung wurde 1775 von dem englischen Arzt William Withering entdeckt, durch Inspiration aus der Volksheilkunde. Er benutzte den Fingerhut gegen Wassersucht und Herzprobleme. Im Laufe der Jahre wurde die Herzwirkung des Fingerhutes immer besser erforscht. Inzwischen werden fast nur noch synthetische Nachbauten der Digitalisglykoside in standartisierten Medikamenten verwendet. In dieser Form spielt der Fingerhut auch heutzutage eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Herzschwäche und Herzrasen. Im Jahr 2007 war der Fingerhut die Giftpflanze des Jahres.

Pflanzenbeschreibung
Der Rote Fingerhut wächst meist als zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Grundblattrosette, aus der im Folgejahr eine bis zu 200 cm hoher, meist unverzweigter, beblätterter Stängel austreibt. Diese Halbrosettenpflanze treibt seltener auch in weiteren Jahren aus den basalen Achselknospen wieder aus. Die grundständigen, bis 20 cm langen Laubblättersind lang gestielt und besitzen einen keilig verschmälerten Spreitengrund, die oberen sind ungestielt. Die Blattstellung ist spiralig, das sechste Blatt steht genau über dem ersten, was bei zwei Umläufen einem Divergenzwinkel von 144 Grad entspricht. Die eiförmige Blattspreite ist beidseitig, unterseits grau-weiß, behaart, der Blattrand kerbig gesägt. Im endständigen, traubigen Blütenstand stehen viele Blüten zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die fünf purpurrot-violetten oder selten weißen Kronblätter sind zu einer 4 bis 6 cm langen, fingerhutähnlichen Krone verwachsen, die innen behaart und außen kahl ist. Die Krone ist zweilippig mit auffällig gefleckter Unterlippe. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Die Narbe ist zweilappig. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Es werden mit einer Länge von etwa 12 mm eiförmige Kapselfrüchte gebildet, die sich vor allem entlang der Scheidewände öffnen und viele mit einer Länge von etwa 0,5 mm kleine Samen enthalten. Die Fruchtreife erfolgt im August.
Der Fingerhut ist in Europa heimisch. Er bevorzugt kalkfreie Böden wächst vor allem auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Kahlschlägen. Auch in Gärten wird er oft als Zierpflanze angebaut. Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette mit großen spitzovalen Blättern aus. Im zweiten Jahr treibt ein bis zu zwei Meter hoher Stängel aus der Pfahlwurzel, der kleine wechselständige Blätter trägt. Die purpurroten Blüten hängen an einer Seite des Stängels und bilden eine Art Kerze. Die einzelnen Blüten haben die Form eines Fingerhutes, was der Pflanze auch den Namen gab. Sie kommen auch in weiß vor. Die Ausrichtung der Blüten erfolgt immer zur Sonne hin, sie hängen also immer an einer Seite. An sonnigen Standorten richten sich alle Blüten nach Süden aus, man kann sie also als Kompass benutzen.
Gelber Fingerhut
Der gelbe Fingerhut ist auch in Mitteleuropa heimisch, er kommt jedoch deutlich seltener vor. Seine Blüten sind gelblich und meistens kleiner als die des roten Fingerhutes. Die Wirkung und Giftigkeit ist vergleichbar mit dem roten Fingerhut.
Wolliger Fingerhut
Der in Ungarn und anderen Ländern Südosteuropas heimische wollige Fingerhut hat eine ähnliche Wirkung wie der rote Fingerhut. Er hat gelblich-hellbraune Blüten und fühlt sich im Blütenbereich wollig an. Für die Produktion von Digitalis-Präparaten wird häufig der wollige Fingerhut verwendet.

Anbautipps
Der Fingerhut lässt sich gut im Garten kultivieren. Wie seine Vorliebe für die Gebirge schon andeutet, mag der Fingerhut es nicht allzu warm. Daher ist er sehr gut geeignet, ein halbschattiges Eck im Garten zu bevölkern. Der Boden sollte kalkarm und etwas sauer sein. Vor dem Anbau der Fingerhüte sollte man den Boden gut auflockern und am besten etwas Humus hinzugeben. Kleine Fingerhutpflanzen kann man aus Samen anziehen. Die Samen werden zunächst in kleinen Anzuchttöpfchen ausgesät. Wenn die Pflanzen zu groß für die Anzuchttöpfe werden, kann man sie ins Freiland setzen. Alternativ kauft man fertige kleine Fingerhut-Pflanzen. Im ersten Jahr wird nur die Blattrosette gebildet. Erst im zweiten Jahr schießt der Stängel nach oben und lässt die schönen Blüten entstehen. Wenn sich die Fingerhut-Pflanzen im Garten sehr wohl fühlen, säen sie sich von selbst wieder aus und kommen immer wieder. Andernfalls muss man jedes Jahr neue Fingerhutpflanzen ansäen.

Achtung! Bei der Handhabung der Fingerhutpflanzen sollte man Handschuhe tragen, denn durch Berührung der Blätter kann man einen Hautausschlag bekommen. Manche Menschen bekommen sogar Kopfschmerzen und Übelkeit durch Fingerhutberührung.

Sammeltipps
Da der Fingerhut unter Naturschutz steht und außerdem nicht in der Selbstbehandlung angewendet werden kann, darf und sollte man den Fingerhut nicht sammeln. Man kann ihn aber an seinem Standort bewundern und sich mit ihm vertraut machen.


BACHBLÜTEN
Plötzliche eskalierende Angstgefühle in körperlichen und seelischen Ausnahmezuständen (26 Rock Rose)
- Diese Menschen haben plötzliche eskalierende Angstgefühle in körperlicher und auch seelischer Ausnahmezustände
- Mit der dementsprechender Bachblüte können Sie die plötzliche eskalierende Angstzustände besser kontrollieren


BACHBLÜTEN
Man sagt, dass ich fanatisch bin (27 Rock Water)
- Diese Menschen werden gesagt, dass sie fanatisch seien
- Mit der dementsprechender Bachblüte können Sie das fanatische ablegen


ERNÄHRUNG
Geflügel  
Unter dem Begriff „Schlachtgeflügel" versteht man Haus- und Mastgeflügel wie Hähnchen, Suppenhuhn Ente, Gans, Truthahn und -henne (Puter und Pute).
Zu „Wildgeflügel" zählt man Fasan, Rebhuhn und Wildente sowie Tauben und Wachteln (Letztere gibt es auch aus Zuchtbetrieben).


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