Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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20.07.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > Juli > 16.07.18-22.07.18


HERZGESPANN      

Schon Dioskurides im Altertum kannte das Herzgespann und empfahl es gegen Magenleiden. Erst im Mittelalter wurde seine Herzwirkung entdeckt. Doch dann geriet es, wie so viele Kräuter, fast in Vergessenheit. Englische Ärzte haben das Herzgespann jedoch in jüngster Zeit wiederentdeckt und anerkannt. Heutzutage findet man es in manchen Fertigpräparaten und herzwirksamen Teemischungen.
Das Echte Herzgespann, auch Löwenschwanz oder Herzspannkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der  Gattung Leonurus innerhalb der  Familie der  Lippenblütler.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Nervöse Herzbeschwerden
Heilwirkung:
beruhigend, blutdrucksenkend, durchblutungsfördernd, herzstärkend, krampflösend, wehenfördernd
Anwendungsbereiche:
Angina pectoris, Angstzustände, Asthma, Atemnot, Blähungen, Bluthochdruck, Engbrüstigkeit, Geburt, Gereiztheit, Herzklopfen Herzprobleme, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Hitzewallungen, Kropf, Magenprobleme, Magenkrämpfe, Nervosität, Nervöse Angstzustände,
Roehmheld-Syndrom, Schilddrüsenüberfunktion, Schlaflosigkeit, Unruhe, Verdauungsschwäche, Verschleimung der Atemwege, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name:
Leonurus cardiaca
Pflanzenfamilie:
Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name:
Common Motherwort
andere Namen:
Bärenschweif, Herzgold, Herzheil, Herzkräutl, Löwenschwanz, Mutterkraut, Mutterwurz, Schwanzchrut, Wolfskraut, Wolfstrappkraut
Verwendete Pflanzenteile:
Blühendes Kraut
Inhaltsstoffe:
Iridoidglykoside: Ajugol, Ajugosid, Galiridosid; Leonurusbitterstoff, Flavonoide, Alkaloide, Apfelsäure, Weinsäure, Zitronensäure, Phosphorsäure, Kalium, Kalzium, Harz, Gerbstoff
Sammelzeit:
Juni bis September

Anwendung
Herzgespann kann man wahlweise als Tee, Tinktur oder Fertigpräparat anwenden. Die häufigste Art, Herzgespann anzuwenden ist der Tee. Meistens ist das Herzgespann Bestandteil von Teemischungen, aber man kann es auch als Einzelpflanze nutzen. Das Echte Herzgespann war früher eine Zierpflanze und Nutzpflanze des  Bauerngartens.
Verwendung in der Küche
Herzgespann ist kein typisches Gewürzkraut. Man soll jedoch mit frischen oder getrockneten Blättern Linsen- und Erbsensuppe würzen können. Früher wurde es auch zum Würzen des Bieres verwendet.
Verwendung in der Heilkunde
Drogenauszüge aus den oberirdischen Pflanzenteilen (Kraut) werden bei nervösen Herzbeschwerden eingesetzt sowie zur unterstützenden Behandlung der  Schilddrüsenüberfunktion. In der Volksmedizin wird das Herzgespannkraut aufgrund der ihm nachgesagten spasmolytischen, sedierenden, blutdrucksenkenden und uteruskontrahierenden Wirkungen bei Verdauungsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden und auch als Beruhigungsmittel verwendet, ferner bei Asthma bronchiale und ausbleibender Menstruation. Herzgespannextrakt gilt als Tonikum in den Wechseljahren und bei Herzschwäche. Die Grundlagenforschung am isolierten Tierherz durch Rauwald und Dhein belegt, dass die Wirkstoffe des Herzgespanns die Menge des Blutes steigern, das den Herzmuskel versorgt (den Koronarfluss), wodurch das Herz besser versorgt wird. Zugrunde liegt ein calciumantagonistischer Wirkmechanismus, welcher zu einer Blutdrucksenkung sowie zur Verlangsamung der Herzfrequenz und so zur Entlastung des Herzens führt. Welche Stoffe genau diese Wirkungen hervorrufen und ob diese einzeln oder nur in ihrem Zusammenspiel helfen, war zum Zeitpunkt dieser Studie noch offen und bedarf der weiteren Forschung.  Es ist umstritten, ob die Pflanze bereits in der Antike verwendet wurde. Sicher ist man sich dagegen, dass sie in Mitteleuropa im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit Verwendung fand. Schon in einem der ersten gedruckten, dem in deutscher Sprache verfassten  Kräuterbuch Gart der gesuntheit (1485), wird es unter dem Namen Cordiaca genannt und bei Magendrücken und Herzbeschwerden empfohlen. Paracelsus und Leonhart Fuchs meinen, in Wein eingelegtes Herzgespann helfe gegen zu starkes Herzklopfen sowie gegen Krämpfe und Lähmung der Gliedmaßen, in letzterem Fall auch als warme Kompresse. Ein wässriger Dekokt aus Herzgespann sei hilfreich bei Epilepsie. Herzgespann wirke auch  diuretisch und führe die ausbleibende Menstruation herbei. Das 1554 erschienene Cruyede boeck von  Rembert Dodoens empfiehlt eine in Wein gesottene Zubereitung des Herzgespanns gegen Schwermut und zur Herzstärkung, ein destilliertes  Mazerat aus Wein bei Herz- und Menstruationsbeschwerden. Nicholas Culpeper schreibt in Herbal (1652), dass Herzgespann ein fröhliches Gemüt verleihe, indem es melancholische Dämpfe vertreibe und das Herz stärke. Er empfiehlt Herzgespannpulver in Wein bei Schwangerschaftsbeschwerden. Im 20. Jahrhundert wurde zum Herzgespann geforscht. Dabei wurden die wesentlichen Inhaltsstoffe quantitativ identifiziert und die hypotensive und  uterus-kontraktive Wirkung nachgewiesen. In der Homöopathie wird Herzgespann gemäß den homöopathischen Arzneimittelbild angewendet.
Tee
Für einen Herzgespanntee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Herzgespann mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Herzgespanntee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Herzgespanntee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Herzgespannwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Herztee
Folgende Teemischung eignet sich für Menschen mit leichter Herzschwäche, nervösen Herzbeschwerden und Bluthochdruck.
40g Herzgespannkraut, 10g Weißdornblüten und Blätter, 10g Mistelkraut, 10g Verbeneblätter, 10g Melissenblätter, 10g Johanniskraut, 10g Passionsblumenkraut
Tinktur
Um eine Herzgespanntinktur selbst herzustellen, übergießt man Herzgespann in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Homöopathie
In der Homöopathie wird das Herzgespann unter seinem wissenschaftlichen Namen Leonurus cardiaca verwendet. Die bevorzugten Potenzen sind D2 oder D3, teilweise sogar noch niedriger in D1 oder als Urtinktur. Die homöopathische Anwendung entspricht also in etwa der Heilpflanzen-Anwendung. Als Dosierung nimmt man 2 bis 3 mal täglich 10 bis 15 Tropfen oder Globuli.
Küche
Das Herzgespannkraut ist kein typisches Küchengewürz. Man kann es aber nehmen, um Erbsensuppe und Linsensuppe zu würzen.
Färbemittel
Mit dem Herzgespannkraut kann man Textilien dunkelgrün färben. Vor allem Wolle eignet sich dafür.

Wirkung
Das Herzgespann senkt, vor allem mithilfe seiner Iridoidglykoside, die Herzfrequenz, wenn das Herz zu schnell schlägt. Außerdem wird das Herz gestärkt und der Blutdruck leicht gesenkt. Die Durchblutung des Herzens wird zudem verbessert. Außerdem wirkt das Herzgespann beruhigend und entkrampfend, was sich günstig bei nervösen Herzproblemen und Krämpfen aller Art auswirkt. Die Gebärmutter wird in ihren Kontraktionen angeregt; bei Geburten eine sehr nützliche Wirkung.
Nebenwirkungen
Bei normaler Anwendung des Herzgespanns gibt es keine Nebenwirkungen. Aber wenn man Herzgespann in sehr großen Mengen einnimmt, kann es zu Bauchschmerzen, Erbrechen, blutigem Durchfall und großem Durst kommen.
Achtung! In der Schwangerschaft sollte man Herzgespann nicht verwenden, weil die Gebärmutter zu Kontraktionen angeregt wird. Es könnte zu frühzeitigen Wehen kommen.

Anwendungsgebiete
Herzbeschwerden
Der wichtigste Einsatzbereich für das Herzgespann sind Herzbeschwerden in vielen Variationen. Vor allem wenn die Herzprobleme mit Unruhe und Ängsten in Verbindung stehen, ist das Herzgespann die richtige Pflanze. Herzgespann hilft gegen Herzrasen und Herzrhythmusstörungen. Man kann es auch bei Angina pectoris verwenden und man kann gegen Herzinfarkt vorbeugen.
Nerven und Unruhe
Dank der beruhigenden und krampflösenden Wirkung kann man das Herzgespann gegen Ängste und Nervosität einsetzen. Auch gegen Schlafstörungen kann man Herzgespann verwenden. Die Reizbarkeit und Schlafprobleme, die typisch für die Wechseljahre sind, kann man auch mit dem Herzgespann behandeln.
Magenbeschwerden
Die krampflösende Wirkung des Herzgespanns hilft bei Magenkrämpfen und anderen krampfartigen Verdauungsproblemen wie Blähungen und Koliken.
Schilddrüse
Weil das Herzgespann die Aktivität einer überaktiven Schilddrüse senkt, kann man es gegen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) einsetzen. Es hilft dann auch gegen das Herzrasen, das typisch für eine Schilddrüsenüberfunktion ist.
Geburtshilfe
Weil die Kontraktionen der Gebärmutter angeregt werden, kann man das Herzgespannkraut in der Geburtshilfe verwenden. Wenn die Geburt zu langsam fortschreitet, kann man einen Tee mit Herzgespannkraut trinken - natürlich nur in Absprache mit der Hebamme oder dem behandelnden Arzt.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Die chinesische Heilkunde verwendet die asiatischen Arten des Herzgespanns gegen Ödeme, Ekzeme, Menstruationsbeschwerden, Abszesse und Nierenprobleme.

Magische Anwendung
In Mecklenburg gab es früher einen Heilzauber. Dabei wurde Herzgespann in Bier aufgekocht und anschließend gegen Geschwüre und Tumore angewendet. Bei diesem Zauber handelt es sich eigentlich nicht um Magie, sondern eine ganz normale volkstümliche Kräuter-Anwendung. Statt in Wein wurde das Herzgespann in Bier aufgekocht, vermutlich, weil es im Norden kaum Wein gab. Die Blätter des Herzgespanns wurden früher als Amulett um den Hals getragen, um das Herz zu stärken.

Geschichtliches
Dioskurides empfahl das Herzgespannkraut im 1. Jahrhundert ausschließlich als Mittel gegen Magenbeschwerden. Auch Theophrastos von Eresos (ab 371 v. Chr) nennt das Herzgespann als Magenmittel. Erst im Mittelalter wurde bekannt, dass Herzgespann auch gegen Herzbeschwerden helfen kann. Es wird von den Kräuterautoren Matthiolus und Fuchs genannt. Leonhart Fuchs schreibt 1543 in seinem Kreutterbuch:
"Herzgespan ist fürtrefflich gut zu dem Klopffen des Herzens. Item zu dem Krampf und lemung der Glider."
Auch Paracelsus empfiehlt das Herzgespann unter anderem in Wein eingelegt gegen Herzklopfen und Krämpfe. Das Wort "gespann" bedeutet im damaligen Sprachgebrauch "Krampf". Das zeigt, wie sehr das Herzgespann für seine krampflösende Wirkung geschätzt wurde. Vom Mittelalter an wurde das Herzgespann gerne und viel als Heilpflanze verwendet. In vielen Klostergärten wurde es angepflanzt und von dort aus floh es häufig als verwilderte Pflanze. Doch allmählich geriet es in Vergessenheit. Erst als im 20. Jahrhundert begonnen wurde, die Heilwirkung von Pflanzen wissenschaftlich zu untersuchen, wurde das Herzgespann wieder beliebter, denn die Forschung entdeckte, dass das Herzgespann tatsächlich wirksam ist. Es wurde nachgewiesen, dass das Herzgespann den Blutdruck senkt und Kontraktionen der Gebärmutter fördert. Die Kommission E empfiehlt das Herzgespann gegen nervöse Herzbeschwerden.

Pflanzenbeschreibung
Herzgespann ist in Mitteleuropa bis nach Ostasien heimisch. In Nordamerika kommt es eingeschleppt vor.
Das Herzgespann wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Böden und folgt der menschlichen Besiedlung. Daher findet man es an Mauern, Zäunen und Unkrautstellen. Heutzutage ist das Herzgespann jedoch selten geworden, daher ist die Pflanze geschützt. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,50 Meter hoch. Der Stengel ist viereckig und innen hohl. Die Blätter wachsen kreuzweise gegenständig an kurzen Stielen. Sie sind handförmig und haben 3 bis 7 Lappen, die an ihrem Ende spitz zulaufen. Die rosafarbenen Blüten erscheinen zwischen Juni und September. Sie sitzen quirlförmig in den Blattachseln. Die Form der Blüten ist typisch für Lippenblütler mit Helm und Lippen. Die Lippen sind wollig behaart, sodass die ganzen Blüten wollig wirken.
Vegetative Merkmale
Das Echte Herzgespann ist eine  ausdauernde  krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern erreicht. Der vierkantige Stängel ist hohl und außen behaart. Die gegenständig angeordneten  Laubblättersind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist von mittelgrüner Farbe und an der Unterseite flaumig behaart. Der Blattumriss ist handförmig in drei bis sieben Spalten geteilt. Der Blattgrund ist herzförmig. Die oberen Blätter besitzen meist nur drei Lappen und einen keilförmigen Grund.
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September. Die Blüten entspringen den oberen Blattachseln und stehen dort in Scheinquirlen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph mit doppelter Blütenhülle. Die  Blütenkrone ist mit einer Länge von 8 bis 12 Millimetern deutlich länger als der fünfnervige Kelch. Die rosafarbene bis cremeweiße Blütenkrone zeichnet sich durch eine helmförmig gebogene, außen behaarte Oberlippe und eine dreiteilige Unterlippe mit bräunlicher Zeichnung aus.

Anbautipps
Herzgespann kann man gut im eigenen Garten anbauen, weil es die Nähe menschlicher Behausungen prinzipiell mag. Man kann das Herzgespann wahlweise aus Samen anziehen oder als fertige Pflanze pflanzen. Die Samen sät man im Frühjahr entweder direkt ins Beet oder in Aussaatschalen. Junge Pflanzen kann man im Frühling ins Beet pflanzen. Wenn sich das Herzgespann wohl fühlt, vermehrt es sich von selbst. Um es an andere Stellen zu pflanzen, kann man es im Herbst teilen. Man kann auch Ableger davon machen.

Sammeltipps
In der freien Natur darf man das Herzgespann nicht sammeln, weil die Pflanze geschützt ist. Wenn man Herzgespann jedoch im eigenen Garten hat, kann man es zur Zeit der Blüte ernten. Man erntet den oberen Teil des blühenden Krautes. Das abgeschnittene Herzgespannkraut bindet man zu Sträußen und hängt es zum Trocknen kopfüber an einen trockenen Ort.




kleinblütiges weidenröschen    

Das kleinblütige Weidenröschen ist ein unscheinbares, mehrjähriges Kraut, das beim Auftreten in Gärten wohl meistens als Unkraut betrachtet wird. Als Heilpflanze war es lange Zeit weitgehend unbekannt, bis Maria Treben vor einigen Jahrzehnten seine heilkräftige Wirkung auf die Prostata bekannt machte. Seitdem ist das kleinblütige Weidenröschen eine sehr beliebte Heilpflanze geworden, denn gegen Prostatabeschwerden sind nicht viele Kräuter gewachsen.
Das Kleinblütige Weidenröschen ist eine Pflanzenart aus der  Gattung der Weidenröschen innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse. Es ist vor allem wegen seiner angeblichen Wirkung bei  Prostataleiden bekannt.

Steckbrief
Heilwirkung:
antibakteriell, entzündungshemmend, Prostatabeschwerden, Blasenkrankheiten, Nierenkrankheiten
wissenschaftlicher Name:
Epilobium parviflorum
Pflanzenfamilie:
Nachtkerzengewächse = Onagraceae
englischer Name:
Willowherb
andere Namen:
Froweblüemli
falsche Schreibweisen:
Weideröschen
Verwendete Pflanzenteile:
Kraut
Inhaltsstoffe:
Beta-Sitosterin, Flavonoide, Tannide
Sammelzeit:
Juli bis September

Anwendung
Das Kleinblütige Weidenröschen ist reich an  Flavonoiden; die meisten davon sind  Glykoside und ihr Gehalt in der Pflanze variiert um 1,5%. Nicht an Zucker gebundene Aglykone sind Myricetin, Quercetin und Kämpferol. Die Pflanze enthält zwischen 4 und 14%  Gerbstoffe, vor allem  Tannine, die sich von der  Ellagsäure ableiten lassen (makrocyclische  Ellagitannine), aber daneben auch einfachere  Gallotannine. Die Art enthält etwa 0,55% β-Sitosterol, einem Phytosterol. Darüber hinaus finden sich noch Caprylsäure, Caprinsäure,  Palmitinsäure und  Stearinsäure.
Das Weidenröschen war als Heilpflanze nahezu unbekannt, bis Maria Treben es in ihren Schriften und Vorträgen bekannt machte.
Prostata
Die Hauptwirkung des Weidenröschens ist sein günstiger Einfluss auf die Prostata. Laut Maria Treben kann man das Weidenröschen gegen Prostatavergrößerung und Prostataentzündung verwenden. Sogar gegen Prostatakrebs soll es helfen, worauf man sich natürlich nicht verlassen sollte. Bei so schweren Erkrankungen sollte man auf den Rat des Arztes hören.
Harnorgane
Auch gegen Beschwerden der Harnorgane soll das Weidenröschen helfen. So kann man es gegen Blasenentzündung versuchen.
Tee
Für einen Weidenröschentee übergießt man einen gehäuften Teelöffel des Weidenröschenkrautes mit einem Viertel Liter kochendem Wasser und lässt ihn fünf Minuten ziehen. Von diesem Tee trinkt man zwei Tassen
pro Tag, je morgens und abends eine Tasse.
Küche
Die jungen Blätter des Weidenröschens kann man auch als Salat oder Gemüse verwenden. In manchen Gegenden werden sie auch als Schwarzteeersatz genutzt.
Verwendung als Heilkraut
In der Volksheilkunde schreibt man dem Kleinblütigen Weidenröschen einen günstigen Effekt bei Prostataleiden zu. Seltener wird auch berichtet, dass es bei Blasen- und Nierenerkrankungen helfe. Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass ein Extrakt aus der Pflanze antibakteriell wirkt und das Wachstum von Escherichia coli hemmt.

Geschichtliches
In Europa wurde das Weidenröschen früher verwendet, um den Blitz abzuwehren. Es gehörte auch zu den Bettstrohkräutern, die Wöchnerinnen nach der Geburt in die Matratze gestopft wurden, um das Befinden von Mutter und Kind zu verbessern. Ende des 19. Jahrhunderts (n. Chr.) war das Weidenröschen anscheinend noch in regelmäßigem Gebrauch als Heilpflanze, denn damals wurde es in Kräuterbüchern aufgeführt. Aber dann geriet es hierzulande völlig in Vergessenheit, bis Maria Treben es in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts aus der Versenkung holte. Anschließend wurde es zu einem beliebten Modeheilkraut. In manchen Indianerstämmen Nordamerikas benutzten die Schamanen das Weidenröschen zusammen mit anderen Pflanzen zum Räuchern oder Rauchen, um in eine Trance zu geraten, die ihnen bei der Heilung von Krankheiten helfen sollte.

Pflanzenbeschreibung
Das kleine Weidenröschen ist in den gemäßigten Zonen in Europa und Nordamerika heimisch. Es wächst bevorzugt an Ufern, in Auwäldern und Waldlichtungen, aber auch in Gärten und auf Schuttplätzen. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 60cm hoch. Sie überwintert mit einer bodennahen Rosette. Aus der Rosette wächst ein runder Stängel, an dem längliche Blätter wachsen, deren Rand leicht gezähnt ist. An der Spitze der Stängel erscheinen ab Juli winzige hellrosafarbene Blüten mit vier Blütenblättern, die in der Mitte eingekerbt sind. Die Blüten wachsen in Traubenform auf schmalen Schoten. Später springen die Schoten auf und entlassen Samen, die an baumwollartigen Fasern wachsen, ins Freie.
Vegetative Merkmale
Das Kleinblütige Weidenröschen ist eine  ausdauernde  krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 18 bis 100 (bis 160) Zentimetern erreicht. Die  Sprossachse verzweigt sich im oberen Teil, der untere Teil ist zottig und grau gefärbt. Im oberen Teil der Sprossachse mischen sich kurze, drüsige Haare zwischen die Zotten. Die  Laubblätter sind nicht gestielt und stehen wechselständig. Sie sind schwach gezähnt, mit 15 bis 60 Zähnen pro Seite, und abstehend behaart. Seltener sind die Blätter an der Pflanzenbasis kurz gestielt, der Blattstiel ist aber nie länger als 3 Millimeter. Die Blattform ist schmal elliptisch bis schmal lanzettlich, sie werden zwischen 3 und 12 Zentimetern lang und 0,5 bis 2,5 Zentimeter breit. Die Basis ist abgerundet, die Spitze angeschärft
Generative Merkmale
Der Blütenstand und die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten stehen aufrecht. Die Blütenhülle ist vierzählig. Die Blüten sitzen an 0,5 bis 1,8 Zentimetern langen Blütenstielen. Die  Kelchblätter sind zwischen 2,5 und 6 Millimeter lang und gekielt. Die Kronblätter sind 4 bis 8,5 Millimeter lang. Die Blütenfarbe variiert von hellrosa bis dunkelpurpurn. Die Narbe ist vierteilig. Jede Blüte trägt acht Staubblätter. Der Fruchtknoten ist unterständig und sehr lang und schmal. Die 3 bis 7 Zentimeter lange Kapselfrucht ist flaumig behaart oder sehr selten kahl. Nach der Reife springen die Früchte an vier Seiten sehr leicht auf und geben frei. Die braunen bis schwarzen Samen haben einen Durchmesser von 0,8 bis 1,1 Millimetern und tragen auffällige Samenhaare. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und September. Die Früchte sind reif zwischen Juli und Oktober.

Zottiges Weidenröschen
Es gibt etliche Weidenröschenarten. Diejenigen mit kleinen, hellrosanen Blüten wirken ähnlich wie das eigentliche kleinblütige Weidenröschen. Andere Arten, wie beispielsweise das abgebildete zottige Weidenröschen, wirken nicht positiv auf die Prostata. Sie haben jedoch eine adstringierende Wirkung. Das zottige Weidenröschen wächst gerne an Ufern von Flüssen und Seen. Es hat relativ große und dunkelrosane Blüten.

Sammeltipps
Man sammelt das blühende Kraut ohne Wurzel. Dazu schneidet man das Kraut dicht über dem Boden ab. Man kann es zu Sträußen bündeln und an einem luftigen Ort trocknen lassen.



BACHBLÜTEN
Man empfindet seine Lage ausweglos und weiß nicht mehr weiter (Sweet Chestnut)
-
Diese Menschen empfinden ihre Lage als ausweglos und wissen oft nicht mehr weiter
- Mit der dementsprechenden können sie diese Ausweglosigkeit allmählich lösen


BACHBLÜTEN
Ich bin ein eigensinniger Mensch (Vervain)
-
Diese Menschen können sehr eigensinnig sein
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie diese eigensinnige Art ablegen


ERNÄHRUNG
Einteilung der Fette  
Zu den Fetten wird fettähnlichen Stoffen (Lipide) rechnet man zahlreiche, im Aufbau ganz verschiedene Substanz. Fette werden auch als Lipide bezeichnet. Lipide kommen in allen Zellen der Zellen des Körper vor.
Alle Lipide sind nicht oder nur schwach in Wasser, aber gut in Lösungsmitteln wie z.B. Äther und Chloroform löslich.
Fettlieferanten
Pflanzlich: Öle aus Samen, Keimen, Kernen (Sonnenblumenkerne, Oliven, Nüsse, Soja, Raps, Kürbiskerne, Maiskeim)
Versteckt in: Getreide, Nüssen, Mehlspeisen, Schokolade u.a.
Tierisch: Schmalz, Talg, Tran, Butter, Butterschmalz
Versteckt in: Fleisch, Wurst, Käse, Milch, Ei, Mehlspeisen


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