Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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18.09.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > September > 16.09.19-22.09.19


FINGERHUT
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Der Fingerhut ist mit seinen markant geformten Blüten eine so auffällige Pflanze, das man ihn kaum wieder vergisst, wenn man ihn einmal kennengelernt hat. Die meisten lernen ihn zuerst in Gärten kennen, denn dort wird er gerne als Zierpflanze angebaut. Er kommt in Europa aber auch häufig wild vor, vor allem auf Waldlichtungen und Kahlschlägen. Trotz seiner starken Giftigkeit werden die Wirkstoffe des Fingerhutes weltweit von Ärzten gegen Herzschwäche verordnet, denn die Digitalisglykoside gelten als die besten herzstärkenden Mittel. In der Naturheilkunde muss man wegen der Giftigkeit jedoch einen Bogen um den Einsatz des Finger-hutes machen, außer man setzt ihn in homöopathischer Dosis ein.
Der Rote Fingerhut, auch Fingerhut, Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglöckchen, Waldschelle genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fingerhütein der Familie der Wegerichgewächse. Der Gattungsname Digitalis leitet sich vom lateinischen Wort digitus für Finger ab und bezieht sich auf die charakteristische Blütenform. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Achtung! Stark giftig. Nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden. Herzschwäche, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris, Ödeme
Heilwirkung: herzstärkend, herzschlagverlangsamend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Früher: Abszesse, Bronchitis, Fieber, Furunkel, Gicht, Kopfschmerzen, Lungenentzündung, Unterleibszysten, Tuberkulose, Wassersucht, Wochenbettfieber, Wunden, Homöopathisch: Geschwollene Füße, Herzasthma, Herzinsuffizienz, Herzschwäche, Kurzatmigkeit, Migräne, Ödeme, Prostatahypertrophie, Prostatavergrößerung, Schlafstörungen, Wassereinlagerungen, Wassersucht
wissenschaftlicher Name: Digitalis purpurea, Digitalis lanata, Digitalis lutea
Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse = Plantaginaceae, früher: Braunwurzgewächse = Scropholariaceae
englischer Name: Foxglove, dead men's timbles (Totenfingerhut)
volkstümliche Namen: Fingerhütlein, Fingerkraut, Fingerpiepen, Fuchskraut, Handschuhkraut, Klapprause, Liebfrauenhandschuh, Platzblume, Potschen, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglocke, Waldglöckchen, Waldnönnchen, Waldschelle
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Inhaltsstoffe: Digitalis-Glykoside, Digitoxin, Herzaktivierende Glykoside, Acetylcholin, Cholin, Gallussäure, Gitaloxigenin, Gitoxin, Inositol, Saponine, Schleim

Anwendung
Der Rote Fingerhut ist in der Volksmedizin schon lange als Mittel gegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) bekannt und wird seit dem späten 18. Jahrhundert medizinisch verwendet. Dieser auffallenden Pflanze wurde weder im Mittelalter noch im Altertum große Bedeutung beigemessen. Eine Rezeptsammlung in walisischer Sprache aus dem 12. oder 13. Jahrhundert erwähnt erstmals eine äußerliche Anwendung der Blätter.
Auch Leonhart Fuchs berichtet in der deutschen Ausgabe seines Kräuterbuchs: „Ist in summa ein schön lus-tig kraut anzusehen, habs derhalben nit künden übergeen, unangesehen das es noch in keinem brauch ist bey den ärtzeten, so vil und mir bewüßt.“ Er berichtet aber weiter unter Krafft und würckung, wozu es in der Volksmedizin verwendet wird, und schließt dann: „Unnd in summa, haben allerley würckung so die Entian hat, welche wir oben in jrem Capitel erzelet haben. Wer selbigen begert zu wissen, der mag sie am gedachten ort suchen und lesen.“ Auch Tabernaemontanus wusste 1588 noch keine ärztliche Verwendung für diese Pflanze: „Wozu diese Kreuter zu gebrauchen seyn/ finde ich nicht bey den Authorn.“
Verwendet hat man ihn jedoch zu dieser Zeit bereits in Irland, verbunden mit magischen Bräuchen sollte er gegen den „Bösen Blick“ helfen. Die Engländer verwendeten die Pflanze als Brechmittel, zur Förderung des Auswurfs bei Bronchitis und um 1700 sogar gegen die Schwindsucht. 1748 zeigten Versuche der Académie Française, dass nach Verfütterung von Fingerhut an Truthähne deren Herz, Leber, Gallenblase und Lunge geschrumpft waren. Das führte dazu, dass auch die Engländer den Fingerhut seltener anwendeten. Erst der englische Arzt William Withering griff 1775 auf ein altes Familienrezept (zur Behandlung der Wassersucht) zurück und behandelte mit Blättern des Roten Fingerhuts erfolgreich Wasseransammlungen (Ödeme), die auf eine Herzschwäche zurückzuführen waren. Angeblich gestand ihm die Ehefrau eines seiner Patienten, dass sie eine Kräuterfrau um Hilfe gebeten hatte. Allerdings – so behauptet es die Legende – wollte die Kräuterfrau ihm nicht Namen und Wuchsort der Pflanze verraten; er ließ sie beobachten und fand, dass das Elixier der Kräuterfrau Digitalis enthielt. Von 1776 bis 1779 führte Withering eine Reihe von Experimenten an Dutzenden seiner Herzpatienten durch. Aufgrund seiner Beobachtungen schloss er auch, dass sich das Pflanzengift des Fingerhuts im Körper anreichert, da die Wirkung des Medikamentes bei längerer Verabreichung zunahm. 1785 veröffentlichte er dann seine berühmte Abhandlung „An account of the Foxglove and its medical uses“. Diese Form der Therapie setzte sich jedoch anfänglich nicht durch, und erst nach 1850 wurde Digitalis häufiger verschrieben. Dazu beigetragen hatten die Untersuchungen des französischen Arztes Drebeyne (1786–1867), der herausfand, dass Digitalis nicht nur harntreibend wirkt, sondern auch die Herztätigkeit stärkt. Der Chemiker Nativelle konnte 1868 dann den Wirkstoff isolieren. Weitere pharmakologische Untersuchungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten danach zu einer Bestimmung einer Reihe weiterer Wirkstoffe in mit dem Roten Fingerhut verwandten Fingerhut-Arten. Man entdeckte außerdem, dass auch Pflanzenarten anderer Familien herzwirksame Substanzen – sogenannte Digitaloide – ent-hielten. Zu den Pflanzenarten, bei denen man vergleichbare Wirkstoffe fand, zählten das Maiglöckchen, der Oleander und die Christrose. Lediglich die Meerzwiebel zählte unter den in der Folge von Witherings Untersuchungen entdeckten Heilpflanzen zu den Arten, die bereits der Heilkunde der Antike bekannt waren. 1874 gelang Oswald Schmiedeberg (1883–1921) die Gewinnung des Digitoxin als erstes Reinglykosid. Die Wirkstoffe des Fingerhuts sind Herzglykoside, die heute überwiegend aus dem Wolligen Fingerhut gewonnen werden. Herzglykoside regen den geschwächten Herzmuskel an, sich wieder stärker zusammenzuziehen. Im therapeutischen Einsatz von Digitalis steht der die Herzfrequenz senkende Effekt von Digitalis immer mehr im Vordergrund gegenüber der Stärkung der Herzleistung. Alle Pflanzenteile des Roten Fingerhutes sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden. Aufgrund des bitteren Geschmacks kommt es allerdings selten dazu. Iatrogene (durch ärztliche Maßnahmen hervorgerufene) Vergiftungen können im Rahmen einer Therapie vorkommen, da die Wirkungsbreite der Digitalisglykoside gering ist. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindelanfälle und ein Sinken der Pulsfrequenz unter 50 Schläge pro Minute.

Achtung! Stark giftig. Fingerhut nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.

Innerliche Anwendung gegen Herzschwäche
Aufgrund seiner Giftigkeit wird der Fingerhut nur in seiner herzstärkenden Eigenschaft angewendet, denn für die anderen Heilwirkungen des Fingerhutes gibt es viele ungefährlichere Heilpflanzen. Bei Herzschwäche sind Produkte aus dem Fingerhut, die sogenannten Digitalispräparate, die Mittel der Wahl, auch in der Schulmedizin. Als Tee oder Tinktur wird der Fingerhut wegen seiner Giftigkeit nicht verwendet!
Wirkung
Die Herzwirkung des Fingerhutes ist dreifach:
positiv inotrop = Stärkung des Herzens
negativ chronotrop = Verlangsamung der Herzfrequenz
negativ dromotrop = Verzögerung der Erregungsüberleitung des Herzens
Diese Kombination von Wirkungen macht den Fingerhut so gut geeignet, um Herzinsuffizienz zu behandeln, denn meistens braucht man dazu alle drei Wirkungen. Die Digitalis-Wirkstoffe sammeln sich im Körper an. Daher hätte man bald Überdosierungsprobleme und Vergiftungserscheinungen, wenn das Digitalis-Präparat immer gleich hoch dosiert gegeben würde. Digitalis-Mittel müssen daher in ihrer Dosis sorgfältig eingestellt werden. Für eine günstige Heilwirkung darf man keinesfalls zu viel oder zu wenig davon nehmen, sondern nur genau so viel, wie vom Arzt verschrieben.
Giftwirkung
Der Fingerhut ist so giftig, dass er auf keinen Fall im Rahmen einer Selbstmedikation angewendet werden sollte. Schon der Verzehr von zwei Blättern kann zum Tode führen! Selbst bei bestimmungsmäßiger Einnah-me von Fertigpräparaten kann es häufig zu Vergiftungserscheinungen kommen, weil die therapeutische Breite des Fingerhutes sehr schmal ist. Die "therapeutische Breite" ist die Dosierungshöhe, in der ein Mittel heilkräftig wirkt, aber noch nicht schädlich ist. Die herzwirksamen Digitalisglykoside fangen erst bei einer relativ hohen Dosis an zu wirken, die ziemlich dicht an einer giftigen Dosis ist. Vergiftungen durch die offizielle Einnahme von Digitalispräparaten kommen daher auch relativ oft vor, im Gegensatz zu Vergiftungen durch den Genuss der wilden Pflanze, denn die Blätter schmecken bitter und nicht gerade verlockend. Leichte Vergif-tungszeichen durch Digitalisglykoside sind das Ohrensausen, Gelbsehen und andere Sehstörungen. Bei schwereren Vergiftungen kommt es zu Herzrhythmusstörungen, langsame Herzfrequenz, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, blaue Lippen, Atemnot und schließlich Herzstillstand.
Erste Hilfe Maßnahmen
Im Fall einer Vergiftung durch Verzehr von Pflanzenteilen müssen sofort Magen und Darm entleert werden, am besten in einer Klinik durch Magen auspumpen. Falls eine Klinik nicht so schnell erreichbar ist, kann es helfen, reichlich medizinische Kohle zu geben, damit die giftigen Stoffe aufgesaugt werden. Auch ein starker Kaffee kann hilfreich wirken.
Äußerlich gegen Wunden
Ein äußerlicher Einsatzzweck der Volksheilkunde sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben. Abkochungen der Fingerhutblätter können als Umschlag angewandt die Heilung von Wunden fördern. Bei Menschen, die zu Allergien neigen, kann es bei Hautkontakt mit den Fingerhut-Wirkstoffen zu allergischen Reaktionen kommen. Dann entsteht ein Arzneimittelexanthem (Hautausschlag).
Homöopathisch
In der Homöopathie wird der Fingerhut unter dem Namen "Digitalis" meistens in den Potenzen D6 bis D12 verwendet. In diesen Potenzen ist der Fingerhut nicht mehr giftig. Auch in der homöopathischen Zubereitung wird Digitalis vor allem gegen Herzerkrankungen und ihre Folgen, wie beispielsweise Kurzatmigkeit und Wassersucht verwendet. Man kann ihn aber auch gegen Migräne, Schlafstörungen, Erschöpfung und Prostatabeschwerden verwenden. Ein typisches Leitsymptom sind Erstickungsängste beim Einschlafen oder Aufwachen.
Pflanzen mit ähnlichen Wirkungen
In der Natur gibt es eine ganze Reihe von Heilpflanzen, die eine ähnliche Wirkung auf das Herz haben wie der Fingerhut. Man spricht dann auch von einer digitalisähnlichen Wirkung und deren Wirkstoffe nennt man Digitaloide oder Digitalisglykoside. Diese Pflanzen sind zum großen Teil nicht mit dem Fingerhut verwandt und haben dennoch ähnliche Wirkstoffe ausgebildet. Es handelt sich unter anderem um die Meerzwiebel, Maiglöckchen, Salomonssiegel, Einbeere, Christrose, Oleander.

Magische Anwendung
In Irland wurde der Fingerhut als Schutz vor dem bösen Blick verwendet. Man dachte über den Fingerhut, dass die Blüten die Hüte von Elfen seien. In altmodischen Bildern werden Elfen auch häufig mit einer Fingerhutblüte auf dem Kopf dargestellt. Wenn man mit dem Fingerhut räuchert, soll das die Liebe vergrößern und vor schlechten Einflüssen schützen. Verliebte gingen zur Fingerhutpflanze und versprachen sich dort die Ehe. Falls die Ehe nicht zustande kam oder zerbrach, musste man wieder zu der Pflanze gehen und ihr (dem Pflanzengeist) erklären, warum es dazu kam. Sonst drohte Ärger. In der Bretagne glaubte man früher, dass man die Milch sauer werden würde, wenn man den Fingerhut ins Haus bringt.

Geschichtliches
Erstaunlicherweise war die heilkräftige Wirkung des Fingerhutes in der Antike und dem frühen Mittelalter bei den bekannten Heilkundigen, die Aufzeichnungen hinterlassen haben, unbekannt. In der Volksheilkunde in Mittel-, West- und Nordeuropa war sie jedoch bekannt und wurde erst nach und nach von offiziellen Heilkundigen erkannt und übernommen. Möglicherweise hängt diese Unbekanntheit der Fingerhut-Wirkung damit zusammen, dass der Fingerhut eher eine Pflanze des Nordens und Westens ist, als eine Pflanze Südosteuropas, wo die meisten der sonstigen Heilpflanzen heimisch sind. Die Kräuterärzte der Antike konnten sie also gar nicht kennen. In England und Irland wurde der Fingerhut früher zunächst für ganz andere Zwecke eingesetzt, beispielsweise gegen Bronchitis oder Schwindsucht. Die ausgeprägte Herzwirkung wurde 1775 von dem englischen Arzt William Withering entdeckt, durch Inspiration aus der Volksheilkunde. Er benutzte den Fingerhut gegen Wassersucht und Herzprobleme. Im Laufe der Jahre wurde die Herzwirkung des Fingerhutes immer besser erforscht. Inzwischen werden fast nur noch synthetische Nachbauten der Digitalisglykoside in standartisierten Medikamenten verwendet. In dieser Form spielt der Fingerhut auch heutzutage eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Herzschwäche und Herzrasen. Im Jahr 2007 war der Fingerhut die Giftpflanze des Jahres.

Pflanzenbeschreibung
Der Rote Fingerhut wächst meist als zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Grundblattrosette, aus der im Folgejahr eine bis zu 200cm hoher, meist unverzweigter, beblätterter Stängel austreibt. Diese Halbrosettenpflanze treibt seltener auch in weiteren Jahren aus den basalen Achselknospen wieder aus. Die grundständigen, bis 20cm langen Laubblättersind lang gestielt und besitzen einen keilig verschmälerten Spreitengrund, die oberen sind ungestielt. Die Blattstellung ist spiralig, das sechste Blatt steht genau über dem ersten, was bei zwei Umläufen einem Divergenzwinkel von 144 Grad entspricht. Die eiförmige Blattspreite ist beidseitig, unterseits grau-weiß, behaart, der Blattrand kerbig gesägt. Im endständigen, traubigen Blütenstand stehen viele Blüten zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Die fünf purpurrot-violetten oder selten weißen Kronblätter sind zu einer 4 bis 6 cm langen, fingerhutähnlichen Krone verwachsen, die innen behaart und außen kahl ist. Die Krone ist zweilippig mit auffällig gefleckter Unterlippe. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Die Narbe ist zweilappig. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Es werden mit einer Länge von etwa 12 mm eiförmige Kapselfrüchte gebildet, die sich vor allem entlang der Scheidewände öffnen und viele mit einer Länge von etwa 0,5 mm kleine Samen enthalten. Die Fruchtreife erfolgt im August.
Der Fingerhut ist in Europa heimisch. Er bevorzugt kalkfreie Böden wächst vor allem auf Waldlichtungen, an Waldrändern und auf Kahlschlägen. Auch in Gärten wird er oft als Zierpflanze angebaut. Die zweijährige Pflanze bildet im ersten Jahr eine Blattrosette mit großen spitzovalen Blättern aus. Im zweiten Jahr treibt ein bis zu zwei Meter hoher Stängel aus der Pfahlwurzel, der kleine wechselständige Blätter trägt. Die purpurroten Blüten hängen an einer Seite des Stängels und bilden eine Art Kerze. Die einzelnen Blüten haben die Form eines Fingerhutes, was der Pflanze auch den Namen gab. Sie kommen auch in weiß vor. Die Ausrichtung der Blüten erfolgt immer zur Sonne hin, sie hängen also immer an einer Seite. An sonnigen Standorten richten sich alle Blüten nach Süden aus, man kann sie also als Kompass benutzen.
Gelber Fingerhut
Der gelbe Fingerhut ist auch in Mitteleuropa heimisch, er kommt jedoch deutlich seltener vor. Seine Blüten sind gelblich und meistens kleiner als die des roten Fingerhutes. Die Wirkung und Giftigkeit ist vergleichbar mit dem roten Fingerhut.
Wolliger Fingerhut
Der in Ungarn und anderen Ländern Südosteuropas heimische wollige Fingerhut hat eine ähnliche Wirkung wie der rote Fingerhut. Er hat gelblich-hellbraune Blüten und fühlt sich im Blütenbereich wollig an. Für die Produktion von Digitalis-Präparaten wird häufig der wollige Fingerhut verwendet.

Anbautipps
Der Fingerhut lässt sich gut im Garten kultivieren. Wie seine Vorliebe für die Gebirge schon andeutet, mag der Fingerhut es nicht allzu warm. Daher ist er sehr gut geeignet, ein halbschattiges Eck im Garten zu bevölkern. Der Boden sollte kalkarm und etwas sauer sein. Vor dem Anbau der Fingerhüte sollte man den Boden gut auflockern und am besten etwas Humus hinzugeben. Kleine Fingerhutpflanzen kann man aus Samen anziehen. Die Samen werden zunächst in kleinen Anzuchttöpfchen ausgesät. Wenn die Pflanzen zu groß für die Anzuchttöpfe werden, kann man sie ins Freiland setzen. Alternativ kauft man fertige kleine Fingerhut-Pflanzen. Im ersten Jahr wird nur die Blattrosette gebildet. Erst im zweiten Jahr schießt der Stängel nach oben und lässt die schönen Blüten entstehen. Wenn sich die Fingerhut-Pflanzen im Garten sehr wohl fühlen, säen sie sich von selbst wieder aus und kommen immer wieder. Andernfalls muss man jedes Jahr neue Fingerhutpflanzen ansäen.

Achtung! Bei der Handhabung der Fingerhutpflanzen sollte man Handschuhe tragen, denn durch Berührung der Blätter kann man einen Hautausschlag bekommen. Manche Menschen bekommen sogar Kopfschmerzen und Übelkeit durch Fingerhutberührung.

Sammeltipps
Da der Fingerhut unter Naturschutz steht und außerdem nicht in der Selbstbehandlung angewendet werden kann, darf und sollte man den Fingerhut nicht sammeln.
Man kann ihn aber an seinem Standort bewundern und sich mit ihm vertraut machen.



GÄNSEDISTEL

Gänsedisteln sind uns heutzutage bestenfalls als Unkraut bekannt, wenn wir sie überhaupt wahrnehmen. Wenn sie stehengelassen werden, dann wachsen sie zu stattlichen Pflanzen, die bis zu 1,50 hoch werden und im Frühsommer gelbe Blüten tragen. In der Antike und im Mittelalter waren die Gänsedisteln geschätzte Heilpflanzen, deren Milchsaft unter anderem gegen Kurzatmigkeit und verschiedene Hautprobleme eingesetzt wurde.
Die Gänsedisteln bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der  Korbblütler. Weitere Trivialnamen sind Milchdisteln oder Saudisteln.

Steckbrief
Heilwirkung:
tonisierend, Fieber, Kurzatmigkeit, Magenbrennen, Leberschwäche, Menstruationsfördernd, Warzen, Hautentzündungen, Ausschläge
wissenschaftlicher Name:
Sonchus oleraceus, Sonchus asper
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:
Sow thistle
volkstümlicher Name:
Saudistel, Dänsedistel, Milchdistel
Verwendete Pflanzenteile:
Milchsaft, Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:
Kautschuk, Taraxasterol, Eisen, Vitamin C

Anwendung
Die Gänsedistel wird heutzutage kaum als Heilpflanze verwendet. Weder die Schulmedizin noch die Volksheilkunde setzen sie ein. Früher war galt die Gänsedistel jedoch als wertvolle Heilpflanze und auch als Gemüse, weshalb sie sogar angebaut wurde. Plinius der Ältere im Altertum und der englische Kräuterkundige Cul-pepper empfehlen die Gänsedistel aufgrund ihrer großen medizinischen Tugenden.
Innerliche Anwendung des Milchsaftes
Der Milchsaft ist der heilkräftigste Teil der Pflanze. Man kann ihn verdünnt einnehmen. Er soll gegen Kurzatmigkeit, Leberschwäche und Magenbrennen helfen. Auch gegen Fieber wurde er früher eingesetzt. Außerdem soll der verdünnte Milchsaft die Menstruation fördern.
Innerliche Anwendung der Blätter und des Stängels
Eine Abkochung der Blätter und des Stängels soll, laut Plinius, die Milchbildung fördern. Dieser Einsatzzweck hängt möglicherweise mit der Signaturenlehre zusammen, weil die Pflanze ja auch Milch produziert.
Äußerliche Anwendung
Unverdünnt kann man den Milchsaft auf Warzen auftragen, um sie zum Verschwinden zu bringen. Verdünnt als Umschlag soll er gegen Entzündungen, Ausschläge und Hämorrhoiden helfen. Zusammen mit Pflanzenöl und etwas Salz wurde der Milchsaft der Gänsedistel früher gegen Ohrenentzündungen und sogar gegen Taubheit verwendet. Dazu wurde die Mischung auf einen Wattebausch geträufelt und in den Gehörgang gesteckt.
Schönheitsmittel
Mit dem verdünnten Milchsaft wuschen sich die Frauen früher das Gesicht, um die Haut zu klären und dem Aussehen Glanz zu verleihen.
Einsatz in der Küche
Die Blätter wurden früher als spinatähnliches Gemüse oder in Suppen gekocht. Auch in Salaten wurden die Blätter der Gänsedistel verwendet.

Pflanzenbeschreibung
Die Gänsedistel ist heimisch in ganz Europa, Nord-Afrika und Nord- und West-Asien. Sie liebt nahrhaften Boden, der nicht zu trocken ist, und vor allem muss es sonnig sein, daher wächst sie gerne in Gärten, auf Äckern und an Wegrändern. Daher gilt die Gänsedistel als Unkraut, sogar als schwer zu bekämpfendes, denn ihre Wurzel wird bis zu einen Meter lang. Es gibt mehrere Arten der Gattung der Gänsedisteln, die jedoch alle die gleichen Heilwirkungen haben. Die ein- oder mehrjährige Wurzel treibt im Frühjahr eine Rosette langer, gezackter Blätter, bei denen man auf den ersten Blick nicht ganz sicher ist, ob es sich um eine Distel handelt oder nicht. Eine typische Distel ist es allerdings keinesfalls. Im Mai wächst ein dicker Stängel und wird bis zu 1,50 m hoch. An seiner Spitze entwickeln sich mehrere Knospen. Aus den Knospen entfalten sich gelbe Korbblüten, die nur Röhrenblüten, aber keine Zungenblüten aufweisen. Der Stängel und die Blattadern enthalten einen weißen Milchsaft, der der heilkräftigste Teil der Pflanze ist.
Vegetative Merkmale
Gänsedistel-Arten sind ein-, zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, selten sind sie am Grund verholzt. Die Stängel stehen meist einzeln, sind verzweigt und hohl. Die Laubblätter sind am Rand borstig-stachlig gezähnt bis fiederteilig. Die Stängelblätter sind stängelumfassend. Alle Pflanzenteile enthalten  Milchsaft.
Generative Merkmale
In einem Gesamtblütenstand befinden sich wenige bis zahlreiche körbchenförmige Teilblütenstände. Die  Hülle ist am Grund bauchig erweitert. Die Hüllblätter stehen in drei Reihen in dachziegelartiger Anordnung. Am Körbchenboden gibt es keine Spreublätter. Die Blütenkörbe enthalten nur Zungenblüten. Die Zungenblüten sind gelb. Die Achänen sind zusammengedrückt, dabei an beiden Enden verschmälert, jedoch ohne Schnabel. Der  Pappus besitzt einfache, raue Borsten in mehreren Reihen.



BACHBLÜTEN
Man ist innerlich angespannt, verhärtet (3 Beech)
- Diese Menschen sind innerlich sehr angespannt und auch verhärtet
- Mit der dementsprechender Bachblüte wird das innerliche angespannt sein und das verhärtet sein gelöst

BACHBLÜTEN
Willig, fügsam, servil bis unterwürfig (4 Centaury)
- Diese Menschen sind zu willig, sehr fügsam und fast schon unterwürfig
- Mit der dementsprechender Bachblüte werden sie selbständig und sind nicht mehr unterwürfig


ERNÄHRUNG
Allgemeine Aspekte zur Ernährung von Berufstätigen
Nur noch wenige Beschäftigte verrichten heut körperliche Schwerstarbeit. Wer den ganzen Tag am Schreibtisch oder PC sitzt, gilt als Leichtarbeiter, was den Kalorienumsatz anbelangt. Wir bewegen uns zu wenig und essen zu viel und zu fett. Büroangestellte haben mit 2.000kcal eigentlich ausgesorgt, während ein Stahlarbeiter 4.000kcal benötigt.



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