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18.09.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > September > 18.09.17-24.09.17


SOJA   

Die Sojabohne ist dank ihrer einzigarten Proteinzusammensetzung zu einem Star der weltweiten Landwirtschaft geworden, und hat so weit mehr als ihre angestammte Heimat in Asien erobert. Sie ist nicht nur ein wichtiges Nahrungsmittel, sondern hilft auch gegen Wechseljahresbeschwerden, durch die Phytohormone, die sie enthält.
Die Sojabohne, häufig auch einfach als Soja bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie  Schmetterlingsblütler innerhalb der  Familie der  Hülsenfrüchtler. Der Anbau der  Nutzpflanze Sojabohne ist seit einer Zeit zwischen 1700 und 1100 v. Chr. in  Nordostchina als  Nahrungspflanze nachgewiesen. Die Sojabohne wird heute auf sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und ist die weltweit wichtigste  Ölsaat. Ihre zunehmende Bedeutung spiegelt sich in dem seit den 1970er Jahren von allen Nutzpflanzen höchsten Zuwachs an Anbaufläche wider. Während 1960 17 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 2012 253,1 Millionen Tonnen. Sojabohnen enthalten etwa 20 Prozent Öl und 37 Prozent Eiweiß. Die Eiweißqualität ist mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt. Direkt von Menschen konsumiert werden etwa zwei Prozent der geernteten Sojabohnen. Der überwiegende Anteil der Sojaernte wird zur Sojaölgewinnung eingesetzt, das vor allem als Lebensmittel, aber z. B. auch für die Produktion von Biodiesel verwendet wird. Der verbleibende Sojakuchen (rund 80 Prozent der Masse) wird aufgrund des hohen Eiweißgehalts zu 98 Prozent in der Tierproduktionverfüttert.

Steckbrief
Heilwirkung:
Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen, Eiweißmangel, Kuhmilchallergie
wissenschaftlicher Name:
Glycine max
Pflanzenfamilie:
Schmetterlingsblütler = Faboideae
volkstümlicher Name:
Soya, Fettbohne, Ölbohne, Japanische Bohnen
Verwendete Pflanzenteile:
Samen
Inhaltsstoffe:
Proteine, Isoflavone, fettes Öl, Lezithin, Linolsäure, Linolen-säure, Arachinsäure, Erucasäure, Campesterin, Ergosterin, Sitosterolin, Vitamine
Sammelzeit:
Herbst

Anwendung
Soja wird in erster Linie gegessen. Durch seinen hohen Eiweißgehalt wird es gerne zu Käse- oder Fleischersatzstoffen verarbeitet. Besonders bekannt ist Tofu, das aus Sojamilch zubereitet wird. Sojamehl ist in vielen Gebäckprodukten enthalten, um den Eiweißgehalt zu steigern. Auch Öl aus Sojabohnen ist verbreitet, denn die Sojabohnen enthalten bis zu 17% Öl. Das Besondere am Sojaeiweiß ist die Tatsache, dass es alle essentiellen Aminosäuren enthält, die vom Menschen benötigt werden. Dadurch ist es gleichwertig wie das Protein in der Milch oder in Eiern und sogar hochwertiger als Fleischproteine. In der Heilkunde wird Soja vor allem gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, denn es enthält, wie einige andere Hülsenfrüchte, Isoflavone, die ähnlich wie Östrogen aufgebaut sind und als Hormonersatz funktionieren. Dadurch werden die Beschwerden der Wechseljahre gemildert. Zu diesem Einsatzzweck kann man Sojaprodukte in den Speiseplan einbauen oder man trinkt täglich ein bis zwei Gläser Sojamilch.

Medizinische Aspekte

Die Sojabohne ist reich an sogenannten  Phytoöstrogenen – pflanzlichen Verbindungen mit  hormonähnlicher Wirkung. Deren Hauptvertreter, die  Isoflavone Genistein und Daidzein, sind das Objekt zahlreicher aktueller Forschungsarbeiten. Sie wurden vor allem mit der niedrigeren Inzidenz (Häufigkeit) von Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit in ostasiatischen Ländern in Verbindung gebracht, in denen Soja in viel höheren Mengen konsumiert wird als in Westeuropa und den USA. Aufgrund der Datenlage von 1999 erlaubte die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) auf Sojaprodukten das Anbringen der werbenden Aussage: „Eine an gesättigten  Fettsäuren und Cholesterin arme Diät, die 25g Sojaprotein pro Tag enthält, kann das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren." Aufgrund neuerer Forschungsergebnisse ist diese Werbeaussage innerhalb der EU ab 2012 nicht mehr erlaubt.  Das geringere Auftreten von Tumorerkrankungen wie Brustkrebs und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in diesen Ländern wurde mit dem höheren Phytoöstrogenkonsum in Verbindung gebracht, so dass Sojaisoflavonprodukte in jüngerer Vergangenheit mit Hinweis auf diese Eigenschaften intensiv beworben werden. Bisher gibt es wenige Nachweise der Wirksamkeit für diese Indikation. Eine chinesische Studie zeigte eine Senkung des Risikos für Lungentumore.  Es gibt Forschungsergebnisse, die auf eine schädliche Wirkung hochkonzentrierter Isoflavone hindeuten. So bewirkten diese zum Beispiel in der  Zellkultur eine Zunahme des programmierten Zelltods in Herzmuskelzellen neugeborener Schweine. Andere Forscher vermuteten zunächst einen Zusammenhang zwischen erhöhter Aufnahme von Isoflavonen aus Sojaprodukten und verringerter Spermienqualität, auch hier sind die Forschungsergebnisse widersprüchlich. Da auch in Europa inzwischen viele Verbraucher zu Soja-Produkten greifen, hat die Zahl der Allergiefälle zugenommen. Besonders Birkenpollenallergiker können betroffen sein: „Ursache für die Kreuzreaktion ist das zur Gruppe PR-10 gehörende Stressprotein Gly m 4, dessen Struktur dem Birkenpollenallergen Bet v 1 ähnelt (50%ige Sequenzhomologie). Eine Schwellendosis für die Auslösung einer pollenassoziierten Sojaallergie kann nicht angegeben werden. Oftmals reicht aber bereits ein geringer Schleimhautkontakt mit dem Allergen, um eine Reaktion auszulösen. Repräsentative Zahlen über betroffene Verbraucher gibt es nicht. Schätzungsweise leiden rund 16 % der Bevölkerung in Europa an einer Pollenallergie, von denen rund 10 bis 20 % (d. h. 2 bis 3 % der Bevölkerung) eine Kreuzallergie mit Sojabohneneiweiß entwickeln."
Verwendung von Sojaöl und Sojalecithin in der  Medizin
Pharmazeutisch verwendet werden kann das gereinigte Sojaöl, außerdem hydriertes Sojaöl, partiell hydriertes Sojaöl, Sojalecithin und entöltes Sojalecithin. Wirkstoffe im  Sojaöl sind: Fettes Öl (ca. 18-25 %) überwiegend mit Glyceriden der  Linolsäure, Ölsäure und  Linolensäure, nur wenig Stearinsäure und Palmitinsäure. Wirkstoffe im gehärteten Sojaöl sind dagegen hauptsächlich Glyceride der Stearinsäure und der Palmitinsäure. Bei der Gewinnung des Sojaöls fällt als Nebenprodukt Sojalecithin an, ein Gemisch aus Phosphatiden, insbesondere  Phosphatidylcholin. Das Sojalecithin besteht zu 35–50 % aus einem  Protein mit reichlich essentiellen  Aminosäuren; weiter Bestandteile sind:  Kohlenhydrate;  Isoflavone wie  Genistein, Daidzin, Formononentin und Cumesterol; Triterpensaponine, Lectine,  Sterole und  Vitamin E. Anwendung: Sojaöl steht bei der Weltproduktion pflanzlicher Öle für Nahrungszwecke (als  Speiseöl und Rohstoff für die Margarineproduktion) an erster Stelle. Pharmazeutisch verwendet man Emulsionen mit Sojaöl als intravenöse Infusionen zur künstlichen Ernährung, außerdem in Badezusätzen gegen trockene Haut.
Sojalecithin findet breite Nutzung als Lösungsvermittler zwischen wasser- und fettlöslichen Verbindungen, beispielsweise als Ausgangsmaterial für  Liposomen, bei der Herstellung von Salben, aber auch in der  Lebensmittelindustrie (Schokolade, Backwaren). Bekannt ist die traditionelle Anwendung in Kräftigungsmitteln und als „Nervennahrung" bei Konzentrationsmangel. Wegen seiner  lipidsenkenden Eigenschaften wird  Sojalecithin auch zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei leichten Formen von Fettstoffwechselstörungen, insbesondere bei erhöhten Cholesterin-Werten, herangezogen und auch bei Lebererkrankungen und zur Prophylaxe von  Gallensteinen eingesetzt. Die Isoflavone der Sojabohne sind in jüngerer Zeit im Gespräch, denn die als Phytoöstrogene angesehenen Verbindungen sollen verschiedenste hormonabhängige Beschwerden, beispielsweise in den  Wechseljahren, und das Risiko der Entstehung von  Osteoporose, Herz- und Kreislauferkrankungen und einigen Krebsarten, besonders  Brustkrebs, vermindern. Eine endgültige Bewertung dieser Pflanzeninhaltsstoffe steht noch aus. Man verweist u. a. auf die sojareiche Ernährung in asiatischen Ländern, wo diese Erkrankungen seltener auftreten. 9% der täglichen Eiweißaufnahme müssen für diesen Effekt aus  Soja stammen!

Pflanzenbeschreibung
Die Sojabohne gehört zu den Hülsenfrüchten. Ursprünglich wuchs sie wild in Japan, doch inzwischen wird sie fast überall auf der Welt angebaut, weil sie so besonders proteinreich ist. In Asien wird sie sogar schon seit mehreren Jahrtausenden angebaut. Die Pflanze ist mit etwa 50cm Höhe relativ niedrig. Sie hat reichlich elliptisch spitze Blätter. Im Laufe des Sommers bilden sich aus den Blüten behaarte Schoten, die in Gruppen zusammenstehen. Im Herbst werden die Schoten bräunlich und erntereif. Die Samen sind weißgelblich, rund und bis zu einen Zentimeter groß.
Vegetative Merkmale
Die Sojabohne ist eine  einjährige krautige Pflanze mit bräunlicher Behaarung. Da es sehr viele  Convarietäten und Varietäten gibt, sind auch die morphologischen Merkmale sehr unterschiedlich. Am häufigsten sind aufrecht wachsende Sorten von 20 bis 80 Zentimeter Wuchshöhe. Hochwüchsige Sorten erreichen bis zwei Meter Höhe. Die Stängel sind eher dünn und mehr oder weniger verzweigt. Die meisten Sorten sind an Stängeln, Blattstielen und Blättern fein und dicht behaart. Es gibt Sorten mit unbegrenztem (indeterminiertem) Wachstum. Die Mehrzahl der Sorten hat jedoch ein begrenztes Wachstum, da die Endknospe der Triebe sich zum Blütenstand entwickelt, und die Pflanze somit nicht weiterwächst. In höheren  Breitengraden werden erstere Sorten bevorzugt. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang. Die Blattspreite misst in der Breite mehr als 10 Zentimeter. Sie ist unpaarig gefiedert und besteht meist aus drei Blättchen, die mit ein bis zwei Nebenblättchen versehen sind. Die ganzrandigen Blättchen sind bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 6 Zentimetern oval. Die Laubblätter werden noch während der Fruchtreifung abgeworfen. Sojabohnen haben ausgeprägte Pfahlwurzeln von bis zu 1,5 Meter Länge. Die Wurzeln werden von dem sojaspezifischen Knöllchenbakterium Bradyrhizobium japonicum besiedelt. In dieser Symbiose erhält die Pflanze von den Bakterien den wichtigen Nährstoff Stickstoff in pflanzenverfügbarer Form. Beim Anbau von Soja auf Böden, in denen die Bakterien nicht von Natur aus vorhanden sind (etwa bei europäischen Böden) erfolgt eine Beimpfung des Saatgutes mit den erforderlichen bakteriellen Symbionten.
Generative Merkmale
Die Sojabohne ist eine Kurztagspflanze. Beim Anbau unter Langtagbedingungen verlängert sich die Wachstumszeit durch Verzögerungen bei der Blütenanlage und Abreife der Samen.
Die drei bis zwanzig achselständigen Blüten sitzen an kurz verzweigten Stielchen und stehen in seiten- oder endständigen traubigen  Blütenständen zusammen. Ihre Färbung variiert gewöhnlich von blasslila bis dunkelviolett. Sie sind mit 5 bis 6 Millimeter Länge relativ klein und in der Regel  selbstbefruchtend. Die  Blühperiode erstreckt sich meist über drei bis vier Wochen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Sie weisen zehn  Staubblätter auf. Davon sind neun  Staubfäden zu einer Röhre verwachsen. Das zehnte, oberste Staubblatt ist frei und liegt den verwachsenen Staubblättern an. Der  Griffel ist gerade. Nur 20 bis 80 Prozent der Blüten setzen Hülsenfrüchte an. Die behaarten  Hülsenfrüchte sind 2 bis 10 Zentimeter lang und bei der Reife strohgelb, grau oder schwarz und enthalten ein bis fünf Samen. Die braunen, grünen oder schwarz-violetten Samen sind kugelig, ei- oder nierenförmig, flach oder gewölbt. Die Tausendkornmasse reicht von 50 bis 450 Gramm. Die Ernte der Sojabohnen kann vollmechanisiert durch  Mähdrescher erfolgen.



RIZINUS ttt


Der Rizinus ist eine sehr schnell wachsende Pflanze aus den Tropen, sie kann bei optimalen Bedingungen innerhalb von ein paar Monaten über 5 Meter hoch werden, daher auch der Name Wunderbaum. Die hochgiftigen Samen werden geschält und durch kalte Pressung wird das ungiftige Rizinus-Öl gewonnen. Das schlecht schmeckende Öl wird hauptsächlich als Abführmittel und Hautpflege eingesetzt.
Der Wunderbaum ist die einzige Pflanzenart der zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehörenden  monotypischen  Gattung Ricinus.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Abführmittel, Hautpflege
Heilwirkung:
abführend, erweichend, entzündungshemmend, wurmaustreibend
Anwendungsbereiche:
Abszesse, Augenentzündung, Eiterbeulen, Geschwüre, Hauterkrankungen, Insekten, Pickel, Schuppen, Verstopfung, War-zen, Weheneinleitung, Würmer
wissenschaftlicher Name:
Ricinus communis
Pflanzenfamilie:
 Wolfsmilchgewächse = Euphorbiaceae
englischer Name:
Castor Oil Plant, Castorbean
volkstümlicher Name: Christuspalme, Rizinus, Wunderbaum
Verwendete Pflanzenteile:
Öl der Samen
Inhaltsstoffe:
Alkaloide, ätherisches Öl, Bitterstoffe, fettes Öl, Glyceride, Pyridin-Alkaloid, Ricin, Rizinolsäure, Toxalbumin, Tririzinolein
Sammelzeit:
September-November
Nebenwirkungen:
Übelkeit, Koliken
Kontraindikation:
Schwangerschaft, Kleinkinder, Darmverschluss, Entzün-dungen im Magen-Darm Bereich

Anwendung
Öl innerlich
Als Klistir oder als Trunk gegen Verstopfungen. 1-2 Esslöffel Rizinus-Öl auf nüchternen Magen einnehmen, die Wirkung setzt nach etwa 3 Stunden ein. Der Geschmack kann durch Kühlung und Fruchtsirup verbessert werden, Zitronensaft macht die Einnahme auch angenehmer. Es gibt fertige Rizinus-Öl-Kapseln mit Dosieranleitung. Der Tipp, dass man Rizinus-Öl bei Vergiftungen einsetzen sollte, ist nicht zu empfehlen, da viele Gifte durch das Öl noch schneller vom Körper aufgenommen werden können. Das gleiche gilt auch für andere Medikamente, die im gleichen Zeitraum eingenommen werden. Medikamente können in der Wirkung verstärkt und vermindert werden.
Öl äusserlich
Um Warzen zu behandeln, diese mehrere Wochen mehrmals täglich mit Rizinus-Öl einreiben. Warzen sollten kleiner werden und mit der Zeit verschwinden. Juckend oder gereizte Haut lässt sich gut mit Rizinus-Öl pflegen. Rizinus-Öl ist auch in einigen Augentropfen enthalten, man sollte aber nicht selbst Rizinus-Öl ins Auge geben. Empfehlenswert ist aber die Wimpernpflege, bei der die Wimpern leicht mit Rizinus-Öl eingestrichen werden.
Insekten
Die Blätter, teilweise auch das Öl, vertreiben viele Insekten, z.B. auch Küchenschaben.
Verwendung des Rizinusöls: Medizinische Anwendung
Die Verwendung des Wunderbaumes als Medizinal- und Ölpflanze ist bereits um 1552 v. Chr. im ältesten erhaltenen medizinischen Text, dem altägyptischen Papyrus Ebers, bezeugt, auch wurden Samen der Pflanze in ägyptischen Gräbern gefunden. Am bekanntesten ist die seit dem 18. Jahrhundert verbreitete Verwendung der Rizinussamen (Purgierkörner) als unverdauliches Abführmittel bei Verstopfung oder zur beschleunigten Darmentleerung. Die Wirkung tritt zwei bis vier Stunden nach der Einnahme von rund 10 bis 30 Millilitern Rizinusöl ein. Einige Verbindungen des Öls wirken aber schon nach 10 bis 20 Sekunden. Die eigentlich wirksame Substanz ist die Rizinolsäure, eine C18-Fettsäure, die erst im Dünndarm durch körpereigene  Lipasen (fettspaltende Enzyme) freigesetzt wird. Durch die Sammlung von Wasser im Darm entsteht eine vergrößerte und erweichte Stuhlmenge und damit die abführende Wirkung. Zusätzlich führt die freigesetzte Rizinolsäure zu einer Reizung der Darmschleimhaut, wodurch ebenfalls eine abführende Wirkung entsteht. Als Nebenwirkung wird die Aufnahme von  Natrium und Wasser und von fettlöslichen Vitaminen aus dem Darm gehemmt, ein erhöhter Kalium- und  Elektrolytverlust kann die Wirkung von  Herzglykosiden verstärken. In höheren Dosen können Übelkeit, Erbrechen, Koliken und heftiger Durchfall auftreten. Während des  italienischen Faschismus war die Zwangsverabreichung von Überdosen Rizinusöl eine berüchtigte Foltermethode mit vielen Todesopfern. Außerdem wird über eine Anwendung als wehenförderndes Mittel (durch die abführende Wirkung) in einem so genannten  Wehencocktail berichtet. Äußerlich wird Rizinusöl zur Behandlung von Warzen und  Ringelflechte angewandt.

Geschichtliches
Die Rizinuspflanze wird seit mindestens 6000 Jahre angebaut, wie Grabbeigaben und schriftliche Dokumente (Papyrus) aus Ägypten zeigen. Dort wurde das Öl der Samen für Medizin, Schmuck, Lampen und Kosmetika genutzt. Der Papyrus Ebers "Das größte Buch zur Heilkunst im Alten Ägypten" beschreibt, dass das Kauen eines(?) Samens und Herunterspülen mit Bier "alles herauskommt, was in seinem Bauch ist" (seinem = Mann). Eine sehr gefährliche und unangenehme Methode den Darm zu entleeren, da schon wenige Samen einen stattlichen Mann umbringen können und die Nebenwirkungen der Vergiftungen schrecklich sind. Die Nebenwirkungen dieser Abführung dürften folgende gewesen sein: Erbrechen, blutiger Durchfall, Kolik, Nierenentzündung, Leberschäden (Lebernekrosen), Kreislaufprobleme um nur einige zu nennen. Auch als Haarwuchsmittel wurde das Öl eingesetzt. Im antiken Griechenland nutzte man daher das Öl nur für äußere Anwendungen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Einsatz als Abführmittel durch, nachdem man bemerkte, dass das Öl in der Karibik innerlich als Abführmittel eingesetzt wurde, ohne dass die Menschen sich damit vergifteten. Die Wimpern wurden mit Rizinusöl bestrichen, damit die Wimpern und Augen besser zur Geltung kommen. Die Wimpern sollen mit so einer Kur auch kräftiger und länger werden. Heute wird Rizinus-Öl nur noch selten als Abführmittel eingesetzt, dafür viel mehr in der Industrie für Produkte wie Kosmetika, Farben, Schmiermittel, Fasern, Papiere.

Pflanzenbeschreibung
In den gemäßigten Klimazonen wächst die Pflanze als einjährige krautige Pflanze, in den Tropen als mehrjährige Pflanze. Die Pflanze ist schnellwüchsig und wird unter idealen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu fünf Meter hoch. In tropischem Klima erreicht sie nach mehreren Jahren Wuchshöhen von bis zu 13 Metern und bildet einen verholzten Stamm. In saisonalen Klimaten stirbt die Pflanze jedes Jahr oberirdisch ab und treibt dann bei entsprechender Sonneneinstrahlung wieder neu aus. Die wechselständigstehenden Laubblätter sind 30 bis 70 Zentimeter groß, glänzend, grün (bei einigen Sorten rötlich bis tief-purpurfarben), haben lange  Blattstiele und sind fünf- bis elflappig handförmig (peltat). Auch die stark wasserhaltigen Stängel sind bei einigen Sorten rot überlaufen. Der Wunderbaum blüht von August bis Oktober. Es werden große, endständige rispige Blütenstände gebildet. Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die eingeschlechtigen Blüten sind unscheinbar und grüngelb. In der oberen Hälfte des Blütenstandes werden nur die an den roten  Stempeln zu erkennenden weiblichen Blüten gebildet, in der unteren Hälfte nur die männlichen Blüten mit ihren typischen hellgelben  Staubblättern. Es werden rotbraune, mit weichen Stacheln besetzte, dreifächerige Kapselfrüchte mit rötlichbraun-marmorierten, bohnenförmigen Samen gebildet.
Der Rizinus ist in Indien und dem tropischen Afrika heimisch. In tropischen Ländern wird er angebaut, in Südeuropa ist er ausgewildert, wird weltweit als Zierpflanze geschätzt. In einigen warmen Gegenden der USA ein gefürchtetes Unkraut. Europa: Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50cm und 4 Metern hoch. Im Winter stirbt die oberirdische Pflanze ab und treibt im nächsten Frühjahr neu aus. Ist der Winter sehr kalt, stirb die Pflanze vollständig ab. Tropen: Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 15 Meter hoch. Die Blätter sind handförmig und bis zu 70cm groß, je nach Sorte grün bis rot. Die Blüten erscheinen von Juli bis Oktober. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst in den stacheligen Fruchtkapseln die bohnenförmigen Samen.

Anbautipps
Aussaat der Samen im Frühling. Der Samen bleibt etwa 3 Jahre keimfähig und verträgt keine längere Zeit über 40°C. Der Boden muss humusreich, feucht aber ohne Staunässe sein. Der Standort muss vollsonnig und warm sein, im Schatten wächst die Pflanze nicht. Damit sich reifen Samen bilden, wird ein etwa 150-180 Tage warmer Zeitraum (über 20°C) benötigt. Die Pflanze wächst sehr schnell, verträgt aber keinen starken Frost, daher ist die Anzucht in großen Töpfen empfehlenswert. Wegen der Giftigkeit der Pflanze nicht an Orten anpflanzen, zu dem Kinder Zutritt haben.

Sammeltipps

Die reifen Samen werden gesammelt, geschält und ausgepresst. Es sind noch weitere Schritte (mit Wasserdampf) nötig, um sicher die giftigen und unerwünschten Stoffe aus dem Öl zu entfernen. Beim Sammeln und Verarbeitung nicht mit der Pflanze oder Samen in Hautkontakt kommen, da Hautreizungen möglich sind. Man sollte aber wegen der hohen Giftigkeit der Samen auf eine Verarbeitung verzichten, da schon bei der Verarbeitung Vergiftungs- oder Allergie-Gefahr besteht.


BACHBLÜTEN
Man fühlt sich saft- und kraftlos, geistig träge (17 Hornbeam)
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Diese Menschen fühlen sich in allem saftlos bzw. kraftlos und auch geistig träge und kommen nicht heraus
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie dies überwinden


BACHBLÜTEN
Man ist deprimiert und weiß auch warum (12 Gentian)
-
Diese Menschen sind sehr oft bzw. die meiste Zeit deprimiert und wissen sowohl wieso
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie diese Deprimiertheit ablegen


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