Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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16.05.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > Mai > 14.05.18-20.05.18


QUITTE

Der Quittenbaum sieht auf den ersten Blick aus wie ein Apfel oder Birnbaum. Bei den Früchten, die im Herbst heranreifen, ist man jedoch nicht ganz sicher, ob es sich um Äpfel oder Birnen handelt, weil die Quitte optisch in etwa zwischen den beiden Früchten liegt. Außerdem haben die Quitten eine wollige Haut, was sie deutlich von ihren Verwandten unterscheidet. Der Quittenkenner erkennt natürlich sofort, dass es sich um Quitten handelt, aber wenn man die Quitte nicht kennt, ist man zunächst verwirrt. Heutzutage ist die Quitte ziemlich unbekannt, aber unsere Mütter und Großmütter haben die Quitte noch sehr geschätzt und daraus im Winter Quittenmus und Quittenbrot hergestellt, letzteres eine süß-herbe Köstlichkeit, die zusammen mit Keksen auf dem Weihnachtsteller lagen. Die Quitte ist außerdem eine Frucht mit großer Heilkraft. Sie stärkt die Verdauung, hilft bei Erkältungen und lindert Entzündungen der Haut. Vor allem die Samen der Quitte werden in der Volksheilkunde eingesetzt.
Die Quitte ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört zur Untertribus der Kernobstgewächse innerhalb der Familie der Rosengewächse. Die Quitte ist tausende Jahre als Obstbaum in Kultur.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Durchfall, Husten
Heilwirkung:
adstringierend, blutbildend, entzündungshemmend, erweichend,
harntreibend, kühlend, schleimlösend
Anwendungsbereiche:
Bronchitis, Erkältung, Halsschmerzen, Gebärmuttervorfall, Rachenentzündung, Sodbrennen, Mundgeruch, Magenschleimhautentzündung, Darmentzündung, Durchfall, Verstopfung, Hämorrhoiden, Gicht, Anämie, Bluthochdruck, Nervosität, Schlaflosigkeit, Verrenkungen, Brandwun-den, Dekubitus (Wundliegen), Blutende Wunden, Rissige Haut, Wunde Brustwarzen
wissenschaftlicher Name: Cydonia oblonga od. Pirus cydonia
Pflanzenfamilie:
Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name:
Quince
andere Namen:
Quittenbaum, Kittenäpfel, Kittenbaum, Köttenbaum, Kötte, Küttenbaum, Kütte, Schmeckbirne
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte, Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Gerbstoffe, Gerbsäure, Amygdalin, Emulsin, organische Säuren,  Pektin, Schleim, Zink
Sammelzeit:
Früchte: September bis Oktober (November), Blätter: Mai bis September

Anwendung
Von der Quitte werden die Früchte, die Samen und die Blätter als Heilmittel verwendet. Die Samen und Blätter kann man als Tee anwenden, die Früchte als Mus, Saft oder Honig. Hinweis zu den Samen: Die Samen müssen unbedingt unzerkleinert verwendet werden, denn in ihrem Innern enthalten die Samen giftige Blausäure. Die Quitte trägt vier bis acht Jahre nach ihrer Pflanzung die ersten Früchte. Die Vermehrung der  Kultursorten aus  Stecklingen oder Abrissen gelingt nur manchmal. Die im Handel erhältlichen Pflanzen sind meist durch Aufpfropfen veredelt. Quitten werden gern als Unterlage für andere Obstbäume, insbesondere für  Birnen verwendet.
Verwendung als Lebensmittel
Die in der Schweiz, Deutschland und Österreich wachsenden Quittensorten sind für den Rohverzehr nicht geeignet, da sie hart und durch die Gerbstoffe bitter sind. Andernorts gibt es aber auch Sorten, die roh gegessen werden können, zum Beispiel die in der Türkei angebaute Shirin-Quitte. Bei der Zubereitung mitteleuropäischer Sorten muss in jedem Fall vor dem Verarbeiten der Früchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines (groben) Tuches gründlich abgerieben werden, da er reichlich Bitterstoffe enthält. Dann kann die Frucht geschält oder ungeschält verwendet werden. Erprobt ist auch das Abbürsten des Flaums mit einer Messingbürste. Da dabei die Schale aber kleine Kratzer bekommt, wird diese erheblich schnellere Methode nur angewandt, wenn die Früchte sofort weiterverarbeitet werden. Aus Quitten kann man  Marmelade, Kompott, Mus, Saft und daraus Gelee, Likör, Wein, Schnaps sowie Secco („Perlwein") herstellen. Von regionaler Bedeutung ist die Zugabe in der  Apfelwein- oder -saftherstellung. Gebacken eignen sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine Süßigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschließend in 2–3cm große Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird. Quittenbrot ist im deutschsprachigen Raum im Handel fast nicht erhältlich, in spanisch- und portugiesisch-sprachigen Ländern ist  Dulce de membrillo eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder Wintersüßigkeit.
Verwendung als Heilpflanze
Als Heildroge dienen die reifen Quittensamen. Wirkstoffe: Etwa 20% Schleimstoffe, bis 1,5% Amygdalin und  fettes Öl. Anwendung: Quittensamen werden in der Volksheilkunde noch gelegentlich zur Bereitung eines Schleimes verwendet, der als Hustenreiz linderndes und mild abführendes Mittel gilt. Äußerlich kommt er in Salben oder Cremes unter anderem bei rissiger Haut, aufgesprungenen Lippen, wunden Brustwarzen, Verbrennungen, Wundliegen oder Hämorrhoiden zum Einsatz, auch als fettfreie, reizlose  Salbengrundlage in der Kosmetik. Der Saft der ganzen Früchte, der neben Schleim auch reichlich Gerbstoffe enthält, kann bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Darmstörungen nützlich sein.
Tee
Für einen Quittentee köchelt man ein bis zwei Teelöffel Quittensamen (unzerkleinert) mit einer Tasse kochendem Wasser etwa fünf Minuten lang. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken.
Innerlich
Den Tee aus Quittensamen kann man bei Schlaflosigkeit, Unruhe und Verdaungsbeschwerden anwenden. Als Mus oder Saft hilft die Frucht der Quitte bei Verdauungsschwäche und Erkältungen. Da die Quitte bei der Ausscheidung hilft, kann man sie als Mus auch bei Gicht einsetzen. Außerdem kann man die kleingeschnittene Quittenfrucht in Honig einlegen. Dieser Honig hilft bei Husten und dient der Stärkung.
Quitteneisentinktur
Aus dem Saft der frischen Früchte kann man eine Tinktur herstellen. Diese Tinktur soll blutbildend sein und kann gegen Blutarmut eingesetzt werden.
Äußerlich
Wenn man die Quittenkerne länger kocht, bis sie einen Schleim ergeben, kann man diesen Schleim gegen Hautentzündungen und schlecht heilende Wunden auftragen. Dieser Schleim wird auch bei Wundliegen und Risse in der Haut verwendet.
Sitzdampfbäder aus Quittenblättern
Tee aus den Blättern des Quittenbaums wird in der Volksheilkunde als Sitzdampfbad bei Gebärmuttervorfall und Mastdarmvorfall angewendet.
Küche
Die Quitte ist nur in zweiter Linie eine Heilpflanze. In erster Linie ist sie ein Nahrungsmittel. Zwar kann man die Quitte nicht einfach roh essen, wie ihre Geschwister Äpfel oder Birnen. Man kann aber verschiedene, leckere Speisen aus der Quitte zubereiten, die dann auch eine Heilwirkung aufweisen.
Quittenmus
Ein Quittenmus ist ähnlich wie ein Apfelmus. Es hilft bei Verdauungsschwäche, Erkältungen und Gicht. Quittenmus wird hergestellt wie Apfelmus. So bereitet man ein Quittenmus zu:  Quittenmus Anleitung
Quittensaft
Saft aus Quitten hat eine ähnliche Heilwirkung wie Quittenmus. Man kann ihn auch als Grundlage für Quittengelee verwenden. Für die Herstellung eines Quittensaftes können Sie entweder einen Kochentsafter verwenden, oder Sie stellen den Saft mit einfachen Mitteln her (Topf, Schüssel und Stofftuch). So bereiten Sie Quittensaft zu: Quittensaft Anleitung Quittensaft kann man als wohlschmeckendes Getränk einfach trinken, oder man trinkt es wegen seiner Heilwirkung. Außerdem stellt der Quittensaft die Basis für ein Quittengelee dar.
Quittengelee
Mithilfe von Gelierzucker können Sie aus dem Quittensaft ein Quittengelee herstellen. Das Quittengelee ist ein wohlschmeckender Brotaufstrich, der eine stärkende Wirkung auf die Verdauung hat.
Quittenbrot
Quittenbrot ist eine ganz spezielle Fruchtzubereitung, die traditionell nur mit der Quitte hergestellt wird. Es handelt sich um ein Fruchtkonfekt, das sich gut zur Ergänzung der Weihnachtsbäckerei eignet. Mit dem Quittenbrot haben Sie ein Konfekt, das bei der Verdauung der zahlreichen Weihnachtsleckereien hilft.

Magische Anwendung
Wenn man Quittenkerne mit sich führt, soll das vor Unfällen, Verletzungen und anderem Unheil schützen. Im alten Rom teilten sich Frischvermählte eine Quitte. Dadurch sollte das Eheglück gesichert werden. Im weiteren Verlauf der Partnerschaft soll es die Treue sichern, wenn man seinem Partner Quitten zu essen gibt. Wenn schwangere Frauen Quitten essen, hoffen sie auf ein geniales, geschicktes und schönes Kind.

Geschichtliches
Im alten Griechenland galt die Quitte als Lieblingsfrucht der Götter und wurde auf ihren Altären geopfert. Die Römer brachten den Quittenbaum nach Mitteleuropa, wo er in warmen Gegenden gut gedeiht, weil er weitgehend winterhart ist. Hildegard von Bingen empfahl die Quitte für Gesunde und Kranke. Speisen aus Quitte sollen gegen Gicht helfen. Äußerlich empfiehlt sie die Quitte zur Behandlung von Geschwüren.

Pflanzenbeschreibung
Die Quitte kommt ursprünglich aus Nordpersien, dem Mittelmeerraum und Asien. Heutzutage ist sie auch in milden Gegenden Mitteleuropas heimisch. Bevorzugt wird die Quitte in Weinbaugegenden angebaut. Der Quittenbaum wird zwischen drei und acht Meter hoch. Er ähnelt Apfel- und Birnenbäumen, mit denen er auch eng verwandt ist. Häufig wird der Quittenbaum auch als Pfropfunterlage für Birnbäume verwendet. Im Alter von vier bis acht Jahren beginnt der Quittenbaum Früchte zu tragen. Die weiß-rosanen Blüten der Quitte er-scheinen zwischen Mai und Juni. Sie sind etwas grösser als die typischen Blüten von Apfel und Birne. Aus den Quitteblüten entwickeln sich bis Oktober oder November die Quittenfrüchte. Aber erst im Winter werden die Quitten zum Essen freigegeben, weil sie erst dann nachgereift sind. Die Quittenfrüchte schmecken auch im reifen Zustand noch stark zusammenziehend und herb, obwohl sie sehr angenehm duften. Daher werden Quittenfrüchte fast ausschließlich gekocht genossen.
Vegetative Merkmale
Cydonia oblonga ist ein laubabwerfender Strauch oder kleiner  Baum, der Wuchshöhen von 4-8m erreicht. Die  Rinde junger Zweige ist violett und behaart – später bräunlich violett und glatt. Die kleinen, behaarten Knospen sind nur von wenigen Schuppen geschützt. Die wechselständigen  Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der behaarte  Blattstiel ist 0,8-1,5cm lang. Die beim Austrieb behaarte  Blattspreite ist 5-10cm lang und 3-5cm breit. Der Blattrand ist glatt. Es sind  Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale
Die Blüten stehen einzeln an den Spitzen beblätterter Zweige, genauer gesagt an der Spitze diesjähriger Triebe an einjährigen Zweigen. Der behaarte Blütenstiel ist etwa 5mm lang. Die zwittrige, radiärsymmetrische, fünfzählige  Blüteweist einen Durchmesser von 4-5cm auf mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenbecher ist glockenförmig. Die fünf auf beiden Seiten behaarten Kelchblätter sind zurückgebogen und 5 bis 6 Millimeter lang mit glattem Rand. Die fünf freien, weißen oder rosafarbenen Kronblätter sind verkehrt-eiförmig und etwa 1,8cm lang. Die 20 Staubblätter sind weniger als halb so lang wie die Kronblätter. Die fünf unterständigen  Fruchtblätter enthalten jeweils viele Samenanlagen. Die fünf freien Griffel sind an ihrer Basis flaumig behaart und fast so lang wie die Staubblätter. Die Quitte blüht nur in einem kurzen Zeitraum im Mai und Juni. Da die Quitte selbstfruchtbar ist, wird kein zweiter Baum zur  Bestäubung benötigt. Der wollig behaarte Fruchtstiel ist etwa 5 Millimeter lang. Die gelbe, duftende, behaarte, vielsamige Frucht weist bei der Wildform einen Durchmesser von 3cm bis 5cm auf, kultivierte Sorten können deutlich größere Früchte bilden. Die zurückgeschlagenen Kelchblätter sind auch noch bei Reife deutlich zu erkennen. Die Früchte enthalten viele Samen. Auch die  Fruchtheißt Quitte. Es ist eine Sammelbalgfrucht – genauer eine  Apfelfrucht –, die im Aufbau Äpfeln oder Birnen ähnelt. Nach der äußeren Form der Früchte werden als Sortengruppen Apfelquitten und Birnenquitten unterschieden. Sie gehört zu den letzten Früchten im Saisonkalender und wird im Spätherbst, also normalerweise im Oktober bis hinein in den November, geerntet.

Anbautipps
Quittenbäume kann man im eigenen Garten anbauen, sofern man genügend Platz hat. Der Baum kann bis zu acht Meter hoch werden. Daher muss man einen ausreichend Abstand zur Grundstücksgrenze und zum Haus einplanen. Weil die Quittenfrüchte am besten werden, wenn man eine gepfropfte Pflanze verwendet, kauft man sich am besten eine fertige Pflanze, die bereit gepfropft ist. Diese Pflanze kann man wahlweise im Herbst oder im Frühjahr einpflanzen. Dann braucht man etwas Geduld, denn frühestens nach vier Jahren trägt der Baum die ersten Früchte. Manchmal vergehen auch acht Jahre bis zur ersten Ernte.

Sammeltipps
Die Quittenernte findet zwischen Oktober und November statt, wenn die Früchte fast reif sind. Am besten pflückt man sie, wenn sie noch nicht zu reif sind, denn mit zunehmender Reife wird das Pektin abgebaut, was für die Quittenküche von großer Bedeutung ist. Der beste Zeitpunkt für die Ernte ist, wenn die Quitten gerade gelb werden. Die Früchte werden vom Baum gepflückt wie Äpfel. Dann werden sie möglichst bald zubereitet. Quitten kann man zwar auch für geraume Zeit im Keller lagern, aber sie verlieren dort von Woche zu Woche wertvolle Vitamine. Die Blätter kann man zwischen Mai und September sammeln und wahlweise frisch oder getrocknet verwenden.





ROBINIE ttt

Die Robinie ist ein sommergrüner Baum mit einer Höhe bis etwa 25 Meter. In vielen Parks und Gärten findet sich dieser Baum, der im Mai eine große Zahl an wohlriechenden Blüten trägt. Der Duft erinnert an Bergamotte und Jasmin, der Geschmack ist süßlich. Die Samen sind in Schoten und so wird die Verwandtschaft mit der Erbse erkennbar. Wurzeln, Holz, Rinde, Blätter und Samen sind giftig. Selbst bei der Verarbeitung des Holzes muss man vorsichtig sein, damit man den Staub nicht einatmet. Die giftigen Bestandteile werden in der Homöopathie genutzt, die ungiftigen Blüten in Salben, Tinkturen und Säften. Die Blätter sind wenig giftig.
Die Gewöhnliche Robinie, auch verkürzt Robinie, Weiße Robinie, Falsche Akazie, Scheinakazie, Gemeiner Schotendorn oder Silberregen genannt, ist ein sommergrüner Laubbaum. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, wurde er seit über 300 Jahren überall in Europa in Parks und Gärten gepflanzt und ist längst auch wild sehr weit verbreitet.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Aromatikum (Blüte), Krämpfe
Heilwirkung:
abführend, antiviral, erweichend, gallentreibend, harntreibend,
krampflösend, narkotisierend, tonisch
Anwendungsbereiche:
Rinde/Wurzelrinde: Fieber, Brechmittel, Abführmittel, Verstopfung, Krämpfe,  Zahnschmerzen, Blätter: Virusinfektionen, Blüten: Trockene Haut, Rissige Haut, Ungeziefer, Gewürz, Blütenessenzen: Energiehaushalt, Erholung, Homöopathie ab D3: Durchfall, Erbrechen, Hyperacidität, Magenschmerzen, Migräne Saures Aufstoßen, Sodbrennen, Tabaksucht, Übelkeit
wissenschaftlicher Name:
Robinia pseudoacacia
Pflanzenfamilie:
Fabaceae = Leguminosae
englischer Name:
Black locust
volkstümlicher Name:
Falsche Akazie, Heuschreckenbaum, Johannisbrotbaum, Scheinakazie, Schotendorn, Silberregen, Wunderbaum
Herkunft:
Nordamerika
Verwendete Pflanzenteile:
Blüte, Rinde, Wurzel, Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Glykoside, Harz, Indican, Lectine, Phasin, Robinin, Syringin
Sammelzeit:
Mai, Juni (Blüte)

Anwendung
Von der Robinie kann man alle Pflanzteile nutzen, da die Pflanze bis auf die Blüten giftig ist, sollte man sich auf die Blüten beschränken.
Blütentee
Der Tee aus frischen oder getrockneten Blüten hilft gegen: Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Brechreiz und Übelkeit.
Blütensaft
125g der Blüten werden in einer Schüssel mit 10 Gramm Zitronensäure bestreut. 500g Zucker werden in einem Liter Wasser aufgekocht. Das kochende Zuckerwasser wird über die Blüten gegossen. Mit einem Tuch abdecken und 24 Stunden ziehen lassen. Mit einem Sieb abfiltern und in eine Flasche abfüllen. Der Flasche etwa 2EL Korn beigeben. Den Saft kann man auch weiter zu Sirup verarbeiten. Hilft bei Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Brechreiz und Übelkeit.
Kuchen und Süßspeisen
Die Blüten lassen sich auch in Süßspeisen, Pfannkuchen und Kuchen verarbeiten. Wurde so bei Augenkrankheiten eingesetzt.
Aromatisches Wasser
Die Blüten werden destilliert. Hilft wenn man Ruhe und Erholung braucht, erneuert die Energien.
Blütenessenzen
Die Blüten in einer Glasschale mit reinem Wasser in die direkte Sonne stellen. Die Blüten sollen die gesamte Wasseroberfläche bedecken. Hilft wenn man Ruhe und Erholung braucht, erneuert die Energien.
Salbe
Blüten mit zerlassenem Schaffett (zur Not Schweineschmalz) vermischen. Einige Minuten leicht erhitzen aber nicht kochen. Und durch ein Tuch abseihen und abfüllen. Diese Salbe ist gut gegen trockene, spröde und rissige Haut teilweise auch bei trockene Schleimhäute.
Blättersaft
Der frische Blättersaft soll innerlich und äußerlich gegen Viren schützen. Ist aber wegen der starken Schwankung der Giftstoffe nicht zu empfehlen.
Rinde und Wurzeln
Einige Indianerstämme (z.B. Cherokee) in Nordamerika: kauten die giftige rohe Wurzelrinde als Brechmittel. kleingeklopfte/zerstoßene Wurzeln werden gegen schmerzenden Zahn gehalten.
Vorsicht: Wegen der unkalkulierbaren Giftmenge nicht anwenden!

Geschichtliches
Fossilien deuten darauf hin, dass vor etwa 30 Millionen Jahren (Miozän-Eozän) die Robinie auch in Europa zu finden war, vor einigen hundert Jahren war sie jedoch nur noch in Nordamerika heimisch. Die Pflanze wurde von dem Gärtner Jean Robin Anfang des 17. Jahrhunderts aus Nordamerika nach Europa eingeführt. Über Frankreich und England verbreitete sich dieser Baum sehr schnell über ganz Europa und heute in fast allen Gärten dieser Welt. Durch seine üppige Blütenpracht wurde sie zur Herstellung von Honig genutzt, das haltbare Holz für Werkzeuge und Möbel (Tropenholzersatz). Da der Boden mit Stickstoff angereichert wird zur Düngung und wegen der starken Wurzeln als Erosionsschutz. In einigen Gebieten ist dieser Baum zur Plage geworden und wird heute bekämpft.

Pflanzenbeschreibung
Die Robine ist in Nordamerika heimisch. Wächst aber in ganz Europa. Sie wächst bevorzugt auf trockenen durchlässigen Böden an sonnigen Standorten. Der lichte Baum wird bis etwa 25 Meter groß hoch. Sie ist mit etwa 40 Jahren ausgewachsen. Der Baum wird in der Regel etwa 100 und bis zu 200 Jahren alt. Die alte Rinde ist grob und rissig, bei jungen Trieben glatt. An jungen Trieben finden sich Dornenpaare. Die Blätter sind wechselständig, 20 cm lang, unpaarig gefiedert und die ovalen Fiederblättchen (7-19 Stück) sind 3 cm lang. Die weißen Schmetterlingsblüten sind etwa 1-2 cm lang und hängen an 15 cm langen Trauben. Blüte Mai/Juni. Die Frucht ist eine 5-10 cm lange braune und flache Hülse mit 4-10 Samen. Reif im Spätherbst/Winter. Die Robinie ist ein Neophyt, der wegen seiner Schädlichkeit in der Schweiz sogar auf der schwarzen Liste steht. Die Robinie bedroht besonders die wertvollen und artenreichen Offenlandbiotope mit Sandtrocken- und Kalkmagerrasen. Auch wenn die Robinie entfernt wird, hat sie den Boden mit Stickstoff angereichert und die Pflanzenwelt am Standort dauerhaft verändert.
Misteln
Die Robinie trägt häufig viele  Misteln. Diese Häufigkeit liegt vermutlich daran, dass die Robinie unter dem Mistelbefall nicht leidet. Sie setzt den jungen Misteln auch keine Abwehrstoffe entgegen, sodass die Misteln gut gedeihen können.
Erscheinungsbild (Habitus)
Die Gewöhnliche Robinie ist ein sommergrüner  Baum mit rundlicher oder locker schirmartiger Krone, der im Freistand Wuchshöhen von 12 bis 20 m und im geschlossenen Bestand Wuchshöhen von 20 bis 30 m erreichen kann. Die Borke des Stamms ist graubraun bis dunkelbraun, tief gefurcht und häufig netziglängsrissig. Die Äste stehen gedreht an einem kurzen Stamm, der zur Ausbildung einer Doppelkrone neigt. Der Baum ist weitgehend  winterfrosthart. Die Gewöhnliche Robinie begrünt sich erst sehr spät im Frühjahr. Die wechselständigen und unpaarig gefiederten Laubblätter besitzen eine Länge von 15 bis 30 Zentimetern. Sie bestehen aus jeweils neun bis neunzehn eiförmigen Einzelblättchen, die sich durch kleine Gelenke bei großer Hitze senkrecht nach unten klappen können. Während der Blütenstandsbereich und die Krone meist ohne Dornen sind, sind besonders an den Schößlingen die Nebenblätter zu bis 3cm langen, rotbraun gefärbten  Dornen umgebildet.
Blütenstände und Blüten
Die  Blüten der Gewöhnlichen Robinie erscheinen in den Monaten Mai bis Juni. Jeweils 10 bis 25 der stark bergamotteartig duftenden Blüten sind zusammengefasst in zwischen 10 und 25 Zentimeter langen, hängenden traubigen Blütenständen an den jungen Zweigen. Die Schmetterlingsblüten bieten reichlich Nektar und werden daher von vielen Insekten aufgesucht. Nektar und Staubbeutel werden gleichzeitig reif. Setzt sich ein Insekt auf die Blüte, tritt zuerst die Narbe heraus, die eventuell mitgebrachten Pollen vom Bauch abbürstet.
Früchte und Samen
Es werden seitlich stark abgeflachte Hülsen gebildet. Sie sind rotbraun, kurz gestielt, etwa fünf bis zehn Zentimeter lang und einen Zentimeter breit. Ihre Hülle ist pergamentledrig. In den inneren Einbuchtungen der Hülsen liegen etwa vier bis zwölf Samen. Diese Samen, die im September ausgereift sind, sind sechs bis sieben Millimeter lang, braun, glatt und sehr hartschalig. Die sie umgebende Hülse reißt allmählich während des Winters entlang der Rücken- sowie der Bauchnaht auf. Da die Früchte mitunter bis in das nächste Frühjahr am Baum hängen bleiben, zählt die Gewöhnliche Robinie zu den sogenannten  Winterstehern.

Anbautipps
Die Aussaat erfolgt im Frühling. Die Pflanze gibt es im Baumarkt und Gartencenter. Sie wächst nahezu auf jedem Boden, verträgt ausgezeichnet Trockenheit und vermehrt sich von selbst durch aussäen und Ausläufer. Gerade wenn man den Hauptbaum fällt, werden die Ausläufer aktiv und es bilden sich jede Menge Ableger. Die Robinie unterdrückt nahezu jede andere Pflanze. Daher sollte man es sich gut überlegen ob man diese Pflanze in seinem Garten überhaupt anbauen möchte.

Sammeltipps
Die Blüten werden im Mai und Juni gesammelt. Für homöopathische Zwecke wird die frische Rinde von jungen Zweigen gesammelt.



BACHBLÜTEN
Ich habe starkes Verlangen nach Aufmerksamkeit (14 Heather)
-
Diese Menschen haben ein sehr starkes Verlangen nach Aufmerksamkeit    
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie dieses Verlangen nach Aufmerksamkeit eindämmen  


BACHBLÜTEN
Ich bin ein aufbrausender Mensch (15 Holly)
-
Diese Menschen können sehr aufbrausend sein
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie die aufbrausende Art allmählich ablegen  


ERNÄHRUNG
Pflanzliches oder tierisches Eiweiß?
Ernährungswissenschaftlichen Untersuchungen zu folge werden verschiedene Inhaltsstoffe wie beispielsweise Eisen und Zink tierischen Ursprungs besser resorbiert, als von Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs. Auch der Gehalt der Vitaminen A, D und B 12 liegt bei Fleisch höher als bei anderen Lebensmitteln.


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