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Wacholder
Der Gemeine Wacholder (Juniperus communis), auch Heide-Wacholder (Volksnamen: Machandelbaum, Kranewittbaum, Reckholder, Weihrauchbaum, Feuerbaum), ist eine Pflanzenart, die zur Gattung Wacholder aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) gehört.
Die Wacholder sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Cupressoideae aus der Familie der Zypressengewächse. Mit den etwa 50 bis 70 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, stellen sie fast 40 Prozent der Arten innerhalb der Zypressengewächse. In Mitteleuropa kommen in freier Natur nur zwei Arten vor, nämlich der Gemeine Wacholder und der Sadebaum.
Die säulenartigen Wacholderbüsche stehen in vielen Gärten. Früher standen sie dort, weil sie eine ganze Hausapotheke in sich vereinigen, heute ist es eher das gute Aussehen und die langsame Wachstumsgeschwindigkeit, die Gartenbesitzer zum Anpflanzen des Wacholders bringen. Wild wächst der Wacholder in großen Mengen in der Lüneburger Heide, aber auch in anderen Gegenden wächst er vereinzelt wild. Er gedeiht bis ins Hochgebirge. Die Heilwirkung des Wacholders reicht von der Förderung der Verdauung über die Harnorgane bis zum Atmungsapparat und Infektionskrankheiten.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, blutbildend, blutreinigend, harntreibend, schleimlösend, schmerzlindernd, schweißtreibend, tonisierend, Appetitlosigkeit, Mundgeruch, Verdauungsschwäche, Sodbrennen, Magenschwäche, Gastritis, Darmentzündung, Blähungen, Leberschwäche, Stoffwechsel anregend, Diabetes (leichte Formen), Arthritis, Rheuma, Gicht, Muskelrheuma,  Ischias, Blasenleiden, Blasenentzündung, Blasengries, Blasensteine, Kreislauf stärkend, Nervöse Herzbeschwerden, Wassersucht, Husten, Bronchitis, Atembeschwerden, Erkältung, Kopfschmerzen, Migräne, Gereiztheit, Menstruationsbeschwerden, Zahnfleischentzündung, Schlecht heilende Wunden, Krampfadern, Psoriasis
wissenschaftlicher Name: Juniperus communis
Pflanzenfamilie: Zypressengewächse = Cupressaceae
englischer Name: Junipers
andere Namen: Feuerbaum, Heide-Wacholder, Jachelbeerstrauch, Kaddig, Knirk, Knirkbusch, Krametbaum, Kranawetsbaum, Kranawitten, Qekholder, Reckholder, Wachandel, Weckhalter, Wachulder, Wachtelbeerstrauch, Weihrauchbaum
falsche Schreibweisen: Wachholder
Verwendete Pflanzenteile: Beeren, Nadeln, Triebspitzen, Holz, Wurzeln
Inhaltsstoffe: Bitterstoff Juniperin, Betulin, Kampfer, Zitronensäure, Flavone, Pentosan, Phosphor, Gallussäure, Gerbstoff, Gerbsäure, Harz, Linolensäure, Mangan, Menthol, Oxalsäure, Terpineol, Umbelliferon, Zink, ätherisches Öl
Sammelzeit: April bis Juli
 
Anwendung
Alle Teile des Wacholderbaums sind heilwirksam. Darum gehörte er früher auch in jeden Garten. Hauptsächlich die Wacholderbeeren werden in der Heilkunde und der Küche verwendet. Aber auch die Triebspitzen, das Holz und sogar die Wurzeln können benutzt werden. Die Heilwirkung des Wacholders, allen voran der Wacholderbeere, ist sehr vielfältig und betrifft fast alle gängigen Krankheiten.
Atemwege
Ein Dampfbad, dem ätherisches Wacholderöl beigefügt wurde, hilft gegen Bronchitis und infektiöse Lungenerkrankungen. Es erleichtert nicht nur die Atmung, fördert das Abhusten und vermindert die Schleimbildung, sondern wirkt auch stark antibakteriell.
Wacholdersirup gegen bakteriellen Husten
Für Kinder (und auch Erwachsene) kann man einen Wacholdersirup herstellen. Dazu nimmt man 100g Wacholderbeeren und 400 ml Wasser. Die Beeren zerquetscht man und gießt das Wasser kochend über die Beeren. Über Nacht lässt man die Mischung zugedeckt ziehen. Am nächsten Tag langsam erhitzen und kurz aufkochen. Anschließend durch ein Sieb streichen. Danach nochmal aufkochen. Zum Schluss Honig oder Zucker hinzufügen, wenn man mag. Von diesem Sirup gibt man Kindern 2 TL pro Tag und Erwachsenen 4 TL. Er ist vor allem bei bakteriellen Lungenkrankheiten zu empfehlen, weil er nicht nur den Husten lindert, sondern auch die Bakterien tötet. Als Nebeneffekt wird der Ap-petit gesteigert und der Stoffwechsel angeregt.
Wacholder-Tee für Verdauung, Harnorgane und Stoffwechsel
Als Tee oder Tinktur kann man die Wacholderbeeren zur Förderung der Verdauung benutzen. Bei Entzündungen im Verdauungstrakt werden Bakterien getötet und außerdem werden die Verdauungsorgane zur Arbeit angeregt. Wacholdertee hilft auch bei Erkrankungen des Harnapparates. Die Nierentätigkeit wird angeregt und die Ausscheidung gefördert. Dadurch werden auch Ödeme gelindert. Bei Nierenentzündung sollte der Wacholder jedoch nicht verwendet werden, weil er die Nieren zu stark reizt. Über die Förderung des Stoffwechsels und die entgiftende Wirkung kann Wacholder-Tee auch gegen Migräne, Konzentrationsschwäche und nervöse Herzbeschwerden helfen. Auch leichte Formen von Diabetes können günstig beeinflusst werden. (Natürlich nur begleitend zur ärztlichen Behandlung) Wacholder-Tee wird mit zerquetschten Beeren hergestellt. Je ein Teelöffel Beeren auf eine Tasse Aufguss. 5 bis 10 Minuten ziehen lassen, reicht aus.
Frauenbeschwerden
Wacholdertee kann auch bei Frauenbeschwerden helfen. Er fördert die Durchblutung des Unterleibs, was den monatlichen Zyklus günstig beeinflussen kann.
Wacholdertinktur
Wacholdertinktur kann man bei Beschwerden der Verdauungs- und Harnorgane einsetzen. Nach schweren Mahlzeiten helfen ein paar Tropfen Wacholder-Tinktur dem Magen bei der Arbeit. Auch bei Bronchitis kann man den Wacholder als Tinktur verabreichen. Äußerlich angewandt lindert Wacholdertinktur Beschwerden des Bewegungsapparates. Man kann die Tinktur bei Rheuma, Gicht oder Ischias auf die betroffenen Stellen auftragen.
Ätherisches Öl gegen Gelenkbeschwerden
Das ätherische Öl der Wacholderbeeren zieht durch die Haut sehr gut in den Körper ein und kann daher äußerlich angewendet in kranke Gelenke einziehen und dort heilend wirken. Diese Wirkung gilt auch für Nervenschmerzen, die mit dem Bewegungsapparat in Verbindung stehen, wie beispielsweise Hexenschuss oder Ischias. Man kann Umschläge mit heißem oder kaltem Wasser und einigen Tropfen ätherischem Wacholderöl machen, je nachdem, ob den Gelenken Wärme oder Kälte besser bekommt. Das ätherische Wacholderöl sollte man nicht unverdünnt auf die Haut auftragen, weil es hautreizend wirkt.
Fußbad aus Triebspitzen
Ein Fußbad mit einer Abkochung aus den Triebspitzen oder Nadeln des Wacholderbaumes fördert die Durchblutung in den Füssen und behebt Stauungen.
Kadeöl für Hautprobleme
Das Kadeöl wird durch Destillation aus dem Holz des Wacholderbaumes gewonnen. Man kann das teerartige Öl gegen Schuppenflechte und andere chronische Hautausschläge anwenden.
Zerkauen der Beeren
Eine einfache Anwendung ist das Kauen der Beeren. Es soll bei Ansteckung vor Infektionen helfen. Außerdem kann das Kauen von Wacholderbeeren bei Sodbrennen helfen und die Verdauungsanregen. Auch gegen Mundgeruch hilft das Kauen der Beeren.
Wacholder in der Heilkunde
Wacholder als Tee fördert die Verdauung, Harnausscheidung und wirkt bei Sodbrennen. Er unterstützt die Rheuma- und Gicht-Therapie. Wacholder ist als Diuretikum allerdings so nicht zugelassen. Die diuretische Wirkung kommt durch die nierenreizenden Inhaltsstoffe der Scheinfrüchte zustande. Wacholder darf deshalb nur in Kombination mit anderen Diuretika eingesetzt werden, da die Verwendung des Wacholder als Einzeldroge sonst leicht zu einer Überdosierung und daraus resultierenden Nierenschäden führen kann. Im Mittelalter fanden Wacholderbeeren unter anderem als Zutat zu Salben bei der Behandlung von Gelenkerkrankungen Verwendung.
Arzneiliche Verwendung
Heildrogen sind: Die getrockneten, reifen Beerenzapfen. Das ätherische Öl der Beerenzapfen. Das getrocknete Ast- und Wurzelholz.
Wirkstoffe sind: In den Beerenzapfen: ätherisches Öl mit Terpinen-4-ol als Hauptkomponente, daneben Pinen, Sabinen, Myrcen und weitere Monoterpene, Sesquiterpene wie Caryiophylle; Flavonoide, Catechin-Gerbstoffe, Invertzucker.
Im Holz: ätherisches Öl vorwiegend mi Sesquiterpenen wie Thujopsen, Cardinen und Tropolone, ungewöhnliche Diterpene wie Sufiol, Xanthoperol; Ligane unter anderem Podophyllotoxin, Catechin-Gerbstoffe.
Das Wacholderöl (Oleum iuniperi) ist ein aus Wacholderholz (vom Gemeinen Wacholder) durch Destillation gewonnenen ätherisches Öl.
Anwendungen: Wacholderbeeren und ihr ätherisches Öl wirken harntreibend. Man verwendet sie zur Durchspülungstherapie bei Infekten der ableitenden Harnwege, besonders in der Volksmedizin auch bei rheumatischen Erkrankungen sowie als „Blutreinigungs- und Entfettungsmittel“.
Die Verwendung der Wacholderbeeren als Purgiermittel ist bereits für das Mittelalter und ab 1350 auch in deutschsprachigen Texten belegt.
Unterschiedlich beurteilt wird, ob die Wirkung durch eine Reizung und eine damit verbundene Mehrdurchblutung des Nierengewebes hervorgerufen werden soll, oder ob bei längerer Anwendung oder zu hoher Dosierung mit einer Schädigung des Nierengewebes verbunden sein könnte.
Man fordert daher, für den pharmazeutischen innerlichen Gebrauch Öle zu bevorzugen, die reich an dem Terpenalkohol Terpinen-4-ol sind und gleichzeitig arm an Nieren reizenden Pinenen, um das Risiko zu minimieren.
Empfohlen wird für die Selbstmedikation derzeit nur der auf wenige Wochen beschränkte Einsatz bei Verdauungsproblemen mit leichten Krämpfen im Magen Darmbereich, bei Völlegefühl, Aufstoßen und bei Sodbrennen. Das Kauen einiger Beeren soll unangenehmen Mundgeruch beseitigen.
Das ätherische Öl wird auf Grund seiner hautreizenden Eigenschaften auch in Einreibungen und Badezusätzen gegen rheumatische Beschwerden verwendet.
Achtung: Wacholder-Präparate sind bei Nierenerkrankungen und während der Schwangerschaft kontraindiziert!
Zierpflanze
In Gärten und in Park- sowie Friedhofsanlagen werden heute viele Zuchtformen des Wacholder angepflanzt. In Asien sind Wacholder-Arten schon seit Jahrhunderten beliebte Zierpflanzen. Die Ausbreitung der Wacholder-Arten als pflegeleichte und immergrüne Pflanzen in Ziergärten hat zur zunehmenden Ausbreitung des Birnengitterrosts geführt. Diese Pilzkrankheit ist auf Wacholder als Wirtspflanze angewiesen, wobei der einheimische Gemeine Wacholder wohl weniger anfällig ist. Dadurch ist der Bestand an Birnbäumen stark zurückgegangen.
Wacholder in der Küche
Wacholderbeeren sind ein beliebtes Gewürz in der Küche. Sie verbessern nicht nur den Geschmack der Mahlzeiten, sondern helfen auch bei der Verdauung. Besonders gerne werden Wacholderbeeren zum Würzen von Sauerkraut, Fleisch- und Fischgerichten verwendet, allesamt schwer verdauliche Speisen.
Getränke
Die Beeren sind ein wichtiger Rohstoff bei der Alkoholherstellung. Es entsteht Wacholderschnaps beziehungsweise Gin. Auch Spirituosen wie Krambambuli, Steinhäger und Genever gibt die Wacholderbeere die spezielle Geschmacksnote. Ferner werden Wacholderbeeren auch als Aromastoff für Limonaden, wie zum Beispiel Root Beer oder in Schweden Enbärsdricka eingesetzt. Junge Triebe des Wacholders werden in Skandinavien bei der Bier-herstellung eingesetzt.
Brotaufstrich
In einigen Regionen der Schweiz wird aus Wacholderbeeren ein Konzentrat (Saft) hergestellt, das dann zusammen mit Glukosesirup, Rohzucker, Wasser und Karamellzucker zu dem Brotaufstrich Latwerge verarbeitet wird. Das Rezept für diesen Brotaufstrich wird seit langem mündlich überliefert. Seit ein paar Jahren wird Latwerge bei Großverteilern und in Reformhäusern angeboten. Die Zapfen des Syrischen Wacholders werden von anatolischen Bergbauern gesammelt und als vitamin- und zuckerreiches Mus namens Andiz Pekmezi genutzt.
Küchennutzung
Im getrockneten Zustand wird die Wacholderbeere (Kronwittbirl), auch Krammatbeere und gebietsweise Gewürzbeere genannt, gerne bei der Zubereitung von Sauerkraut, wie auch bei vielerlei Fleischzubereitungen (Sauerbraten, Wildbraten) verwendet. Gleichfalls ist sie wichtig bei der Herstellung von geräuchertem Fleisch oder Fisch. Die Beeren werden in zerstoßenem Zustand den Pökelmischungen beigegeben, sowohl in die Salzmischungen als auch in wässrige Pökellake. Der Geschmack der Wacholder-Beere fördert die geschmackliche Entwicklung beim Räuchern von Fleisch oder Fisch. In alten Rezepten findet man Angaben wie diese: 8–12 Wacholderbeeren je Kilogramm Speck oder Schinken. Auch das Holz des Wacholder-Strauches wird in Form von Spänen zu den üblichen Räuchermehlen gegeben, um eine Aromatisie-rung über den Rauch zu erreichen. In alten Rezepten findet man häufig, man solle Kranewitt-Zweige (Wacholderzweige) zur Räucherglut beigeben, um den Geschmack zu verbessern. Eine zu hohe Dosierung von Beeren oder Holz führt allerdings zu einer seifigen Geschmacksnote.
Weitere Nutzung
Wacholder-Holz, -Zweige und -Beeren werden gerne zum Verräuchern verwendet. Wacholder-Rauch gilt als reinigend und desinfizierend und wurde schon im Mittelalter verwendet. Er riecht sehr holzig und gleichzeitig frisch; die Rauchentwicklung ist mäßig bis stark. Wacholder wird im Bogensport als so-genanntes Bogenholz verwendet, wobei das Holz dann für mindestens 2 Jahre abgelagert wird. Danach wird der vorbereitete Stamm geviertelt und danach weiterverarbeitet. Die weitere Verwendung ist meistens als sogenanntes Laminat zur Zierde von Bögen und Wurfarmen.
Giftwirkung des Wacholder
Beeren und Nadeln des Wacholder enthalten leicht giftige ätherische Öle, die bei Hautkontakt und Verzehr zu Reizerscheinungen führen können. Im Gegensatz zu den anderen Wacholdergewächsen ist beim Juniperus communis nur die Beere giftig. Reif ist sie im zweiten Jahr. Die Hauptwirkstoffe sind 0,2–2,9 % ätherische Öle aus alpha-Pinen, Terpineol, Sabinen, Myrcen, Flavonoiden und anderen. Eine Überdosierung führt zu Nierenschmerzen, Nierenversagen, Hautreizungen und Leberschädigung. Ferner wird die Herztätigkeit und Atmung gesteigert; seltener können Krämpfe auftreten. Äußerlich kommt es zur Rötung der Haut bis zur Blasenbildung. Die maximale Dosierung liegt bei 2 g.
 
Geschichte
An den Weihnachtstagen wurden Zweige über die Stalltüren geheftet, um Druden und Hexen fernzuhalten. Der auch heilkundlich verwendete Gemeine Wacholder war der Baum des Jahres 2002.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Wacholder stammt aus den Alpen und Mittel- bis Nordeuropa. Wacholdersträuche, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen sollen, gehören zu anderen Pflanzenarten, die den Zypressen noch näherstehen als die mitteleuropäische Art. Der Wacholder ist anspruchslos, was den Boden angeht und wächst bis in die Höhen der Gebirge. In der Lüneburger Heide kommt er in großen Massen vor. Früher stand der Wacholder in jedem Garten, quasi als lebende Hausapotheke. Je nach Standort wird der Wacholder nur einen halben Meter oder auch bis zu 7 Meter hoch. Der Wacholder steht säulenartig in der Landschaft. Seine Blätter haben Nadelform, bei den südlichen Arten sind sie schuppenartig. Die Blüten sind zweihäusig und wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen Blüten bestehen aus Staubgefäßen, die in Quirlen zusammenstehen. Die weiblichen Blüten haben drei Samenknospen, die ne-beneinander stehen. Aus den weiblichen Blüten bildet sich innerhalb eines Jahres eine grüne Beere. Erst nach zwei Jahren wird die Beere schwarzbraun und reif. Manchmal dauert es sogar drei Jahre, bis die Beeren reif sind. Eigentlich handelt es sich gar nicht um Beeren, sondern um besonders geartete Zapfen. Man könnte sie wohl korrekter als Beerenzapfen bezeichnen, aber normalerweise wird einfach "Beere" dazu gesagt, auch wenn dies botanisch gesehen falsch ist.
Der Gemeine Wacholder wächst als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum, der Höhen bis zu 12 Meter, maximal bis zu 18,5 Meter und Stammdurchmesser von 0,9 Meter erreicht und ein tiefreichendes Wurzelsystem ausbildet. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm besitzt eine grau- bis rotbraune Borke. Der Wacholder bildet in der Regel eine schmale kegelförmig bis ovale Krone. Die nadelförmigen Blätter sitzen am Zweig mit einem Gelenk an. Die zu dritt in Quir-len angeordneten Nadeln sind stechend spitz und 1 bis 2 Zentimeter lang. Ihre Oberseite weisen helle Stomatastreifen und Wachsstreifen auf.
Der Gemeine Wacholder ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), selten einhäusig (monözisch). Männliche Exemplare kann man zur Blütezeit von April bis Juni gut an den gelblichen Blüten erkennen. Die Zapfen besitzen einen Stiel und werden im Herbst angelegt. Weibliche Blütenzapfen bestehen aus drei Zapfenschuppen. Jede Samenschuppe trägt nur eine Samenanlage. Die Samenanlagen sind nur von oben zugänglich. Die Samenschuppen verwachsen später mit den Deckschuppen und werden fleischig. Die Entwicklung zum reifen beerenförmigen Zapfen dauert 3 Jahre. Im ersten Jahr nach der Bestäubung ist der Zapfen noch grün, im dritten Jahr wird er schließlich schwarzbraun, bläulich bereift (Wachsschicht). Die holzigen Samen sind 4 bis 5 mm groß mit knochenharter Schale.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Nadelgehölzen bildet er nur zwei Keimblätter (Kotyledonen) aus.

Toncabaum
Der Tonkabohnenbaum, auch Toncabaum oder Sarrapia genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dipteryx in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie kommt im nördlichen Südamerika vor. Ein Anbau erfolgt in Südamerika, auf Trinidad und im tropischen Afrika. Die Samen dieser Art werden Tonkabohnen genannt und in der Küche verwendet; es finden sich auch die Bezeichnungen Toncabohnen, Tongobohnen oder Tonkobohnen. Falsche Tonkabohnen stammen von Taralea oppositifolia (kleiner Tonkabaum), Taralea cordata, diese sind kleiner. Auch sogenannte punktierte Tonkabohnen Dipteryx punctata sowie Dipteryx rosea und Dipterix polyphylla, Dipteryx alata liefern cumarin­haltige Bohnen. Als Tonkabohnenersatz gelten auch die Samen von Amburana cearensis. Das Holz wird als Cumarú oder Brasilianisches Teakholz bezeichnet und ist sehr begehrt. Das Wort „tonka“ ist aus der Galibi (Carib) Sprache entnommen, die von den Eingeborenen von Französisch-Guayana gesprochen wird; es erscheint auch in Tupi, einer anderen Sprache derselben Region, wie der Name des Baumes. Der alte Gattungsname, Coumarouna, wurde von einem anderen Tupi-Namen für "Baum", „cumarú“, gebildet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Fieber, Herzschwäche, Husten, Verdauungsfördernd, anregend, blutverdünnend, entzündungshemmend, krampflösend
wissenschaftlicher Name: Dipteryx odorata
Verwendete Pflanzenteile: Samen
 
Verwendung
Tonkabohnen
Tonkabohnen haben einen süßlichen, leicht bitteren der Vanille ähnlichen Geschmack und werden deshalb als Vanilleersatz verwendet. Als Gewürz werden sie sehr sparsam in Desserts verwendet, die häufig auf Mohn oder Kokos basieren, ebenso nutzt man sie in Gebäck. Die Tonkabohnen als Gewürz sind von der Spitzengastronomie wiederentdeckt worden. Sie sind sehr hart und werden am besten mit einer Muskatreibe abgerieben oder 1–2 Bohnen mit einem Liter Milch ca. 10 Minuten gekocht und über Nacht stehen gelassen. Für Desserts auf Sahne oder Milchbasis werden die Bohnen etwa zehn Minuten ausgekocht (sie können bis zu zehnmal verwendet werden). Ebenso können sie auch in Rum eingelegt werden. Wegen des Gehalts an Cumarin (zwei bis drei Prozent), das im Verdacht steht, krebserregend zu sein, ist der Gebrauch zurückgegangen. Auch wird daraus Tonkabohnenöl hergestellt. Die Verwendung der Tonkabohne zur Zubereitung in Lebensmitteln war in Deutschland ab 1981 zeitweise verboten. Seit 1991 existiert dieses Verbot in eingeschränkter Form. Die Verwendung der Tonkabohne ist nur erlaubt, wenn die zulässigen Höchstwerte für Cumarin in der zubereiteten Speise nicht überschritten werden. Cumarin gehört als Toxin laut Aromenverordnung EG 1334/2008 zu den Stoffen, die Lebensmitteln nicht als solche zugesetzt werden dürfen (Anhang III, Teil A der Aromenverordnung) und unterliegt bestimmten Höchstmengen, wenn es von Natur aus in Aromen oder Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften vorkommt. Die zulässigen Höchstmengen liegen je nach Art des Lebensmittels zwischen 5 mg/kg bei Dessertspeisen und 50 mg/kg bei traditionellen und/oder saisonalen Backwaren, bei denen Zimt in der Kennzeichnung angegeben ist. Die Höchstgrenzen gelten für Cumarin als Aromastoff in Lebensmitteln, nicht jedoch bei der Verwendung als Riechstoff, wie beispielsweise in Parfums oder Kerzen.
In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Verwendung der Tonkabohne in Lebensmitteln durch die Food and Drug Administration untersagt. Die Tonkabohnen finden neben der Zubereitung von Lebensmitteln und Speisen bei der Herstellung von Parfüms ihre Verwendung, der duftende Extrakt der Tonkabohne wird durch Alkoholextraktion der getrockneten Bohnen gewonnen. Dem Duft der Tonkabohne wird eine hypnotische, erotisierende Wirkung nachgesagt, er findet häufig bei der Herstellung von Herrenparfums und der Aromati-sierung von Tabak Verwendung. Die Bohnen können auch als Räuchermittel verwendet werden, sie werden frisch zu Pulver zermahlen und Räuchermischungen in kleinen Mengen beigegeben. Beim Verbrennen verströmen die Tonkabohnen einen süßlich-würzigen Duft (ähnlich wie Mandel und Vanille).
Im frühen 19. Jahrhundert entdeckte Alexander von Humboldt, dass die Wäsche in Venezuela wunderbar duftete, weil man in Caracas die Bohnen zwischen die Wäsche legt, damit sie einen angenehmen Duft erhält. In Südamerika werden ihr große magische und heilende Kräfte zugesprochen, als Schutzamulett gegen Krankheiten, in der Geldbörse für Wohlstand und Erfolg sowie zur Erfüllung von Wünschen.
 
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Tonkabohnenbaum wächst bis zu 25–30 Meter hoch, mit einem Stammdurchmesser von bis zu einem Meter. Die Baumrinde ist anfänglich glatt und fleckig, später furchig und gräulich, während das Holz rötlich-braun ist. Er bevorzugt schattige Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit, er toleriert nährstoffarme, durchlässige Böden, gedeiht aber am besten auf humusreichen Böden. Er ist eine Calcifuge (Kalkmeider) und bildet Brettwurzeln.
Generative Merkmale
Der Baum hat unpaarig gefiederte, bis 20 cm lange und 8 cm breite Blätter, mit drei bis sechs eiförmig bis elliptischen, gelegentlich ungleichen, ledrigen, glänzenden und dunkelgrünen Blättchen. Die vielblütigen, rispigen Blütenstände sind etwa 5–9 cm lang. Die kleinen, duftenden, weiß, rosa und zwittrigen Schmetterlingsblüten sind zygomorph mit zwei bräunlichen, flügeligen Kelchblättern. Die Staubblätter sind zweibündelig verwachsen und Dipteryx odorata wird von Insekten bestäubt. Jede entwickelte eiförmige bis ellipsoide, anfangs grüne, später bräunliche, glatte Steinfrucht von 5–10 cm Länge und 3–6 cm Breite, enthält einen mandelförmigen, harten, ledrig-holzigen, rötlich-braunen, rund 3–5 cm langen und 1–2 cm breiten Samen der in einem faserigen Perikarp liegt. Der Kern besteht aus zwei ölhaltigen, cremefarbenen Kotyledonen zwischen welchen Cumarin-Schichten lagern. Das wenige, gelbe Fruchtfleisch ist klebrig und geschmacklos, mit schlechtem Geruch. Der getrocknete, dunkelbraune bis schwarze Samen mit einer schrumpeligen Oberfläche wird als Tonkabohne bezeichnet. Tonkabohnen sind hocharomatisch, duften süß und erinnern im Aroma an Vanille und Waldmeister.
Die schlimmsten Schädlinge sind die Fledermäuse, aber auch Vögel (Papageien), weil sie das breiige Fruchtfleisch fressen, allerdings dient dies auch gleichzeitig der zoochoren Verbreitung der Samen. Einige bekannte Pilze können zu Problemen führen: Anthostomella abdita, Diatrype ruficarnis, Macrophoma calvuligera und Myiocopron cubense. Die Samen können nicht gekeimt werden wie die meisten Regenwaldsamen, sie sind nur eine kurze Zeit lebensfähig und haben keine „Ruheperiode“. Eine Vermehrung wird durch Marcottage, Knospen und Stecklinge erreicht.

Bachblüten
Du spürst was andere von einem erwarten und richtest dich meistens danach (Centaury)
Sie spüren was ihre Mitmenschen von ihnen erwarten und richten sich meisten auch danach
Mit der Blüte können sie dies hinter lassen
Bachblüten
Man horten Wissen, ohne es anzuwenden (Cerato)
Sie horten ein Wissen ohne es wirklich anzuwenden
Cerato horten sie ein Wissen, jedoch wenden sie es auch an
Ohne Frühstück
Viele Menschen haben es sich sprichwörtlich abgewöhnt zu frühstücken. Die Gewohnheit führt dazu, dass man sogar meint, man bräuchte und möchte gar kein Frühstück essen …
Mittags bleibt auch oft nur Zeit für eine Kleinigkeit zwischendurch.
Bis am Abend hat sich dann richtiger Heißhunger entwickelt, weswegen man nicht nur schneller isst, sondern auch eher die Lust auf energiereicher Lebensmittel mit hohem Fett- und Zuckergehalt hat.
Oft wird gesagt: Esse morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann, aber stimmt das überhaupt? EAT SMARTER hat für Sie einige Mythen rund um das Thema Frühstück unter die Lupe genommen und dabei Überraschendes festgestellt!
Menschen, die regelmäßig frühstücken, essen dann auch meist gesünder und sind fitter als Menschen, die nicht frühstücken. Woran genau das liegt, konnte bisher nicht bewiesen werden.
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