Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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15.05.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > Mai > 15.05.17-21.05.17


Efeu   

Der Gemeine Efeu, auch Gewöhnlicher Efeu oder kurz Efeu, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Efeu  innerhalb der Familie der Araliengewächse und wurde ursprünglich mit Epheu bezeichnet. Landschaftlich unterschiedlich wird diese Art auch Eppich genannt, eine Bezeichnung, die jedoch für mehrere verschiedene Pflanzen verwendet wird. Der Efeu wurde im November 2009 zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gekürt.
Efeu wuchert gern über alte Gemäuer und steht sinnbildlich für das Ewige. Manche Häuser oder auch Bäume sind über und über mit Efeu bewachsen. In der Heilkunde war der Efeu früher eine sehr wichtige und beliebte Heilpflanze, heute hingegen spielt der Efeu nur noch eine Nebenrolle in der Naturheilkunde.
In starker Dosierung ist der Efeu giftig; das mag ein Hauptgrund sein, warum er heute eher selten eingesetzt wird. Äußerlich als Umschlag oder Packung angewendet, kann der Efeu seine Kräfte jedoch ungefährlich entfalten.

Steckbrief
Heilwirkung:
Bronchitis, Geschwüre, Gicht, Keuchhusten, Menstruations-regelnd, Rheuma, Schmerzen, Schweißtreibend, Fiebersenkend, Wunden, Zellulitis
wissenschaftlicher Name:
Hedera helix
Pflanzenfamilie:
Araliengewächse = Araliaceae
englischer Name:
Ivy
volkstümliche Namen:
Immergrün, Wintergrün, Mauerpfau, Baumtod
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter (Blüten)
Inhaltsstoffe:
Saponine, Helixin, Hederin
Sammelzeit:
Mai - August

Anwendung
Nur die Blätter und in geringem Masse auch die Blüten des Efeus dürfen verwendet werden. Die schwarzen Beeren sind für Menschen giftig.
Innerlich
Bei der innerlichen Einnahme von Efeu muss man vorsichtig sein und ihn nicht zu stark und zu lange anwenden. Aufgrund seiner starken Kräfte, wirkt er als Tee jedoch recht ausgeprägt. Als Bestandteil von Mischtees ist der Efeu weniger heikel, weil seine Dosierung dann niedriger ist. Er findet sich häufig in Bronchialtees.
Äußerlich
Äußerlich kann man den Efeu unbedenklich anwenden. Gegen Cellulite, Wunden, Geschwüre und Schmerzen eignet er sich in Form von Kompressen, Breiumschlägen und Bädern. Auch als Ölauszug oder Salbe kann man den Efeu verwenden.

Pflanzenbeschreibung
Erscheinungsbild und Blatt
Der Gemeine Efeu ist eine immergrüne,  ausdauernde Pflanze. Sehr variabel ist der Gemeine Efeu in seinen  Lebensformen, es liegt Spross dimorphismus vor. Es erfolgt eine epigäische Keimung. Zuerst entwickelt er sich dann als ausdauernde krautige Pflanze, so überwuchert der Efeu gelegentlich flächendeckend den Boden. Ihre  Sprossachsen sind niederliegend bis kriechend, plagiotrop. Die  Rinde junger Sprossachsen sind mit stern- bis schildförmigen Haaren (Trichomen) flaumig bedeckt. An den Sprossachsen werden im dichten Abstand Adventivwurzeln gebildet. Sobald Bäume, Zäune oder Mauern erreicht werden, ist der Efeu in der Lage durch Haftwurzeln daran emporzuklettern; dabei erklimmt er Höhen von 20 oder selten bis zu 30 Metern. Der Gemeine Efeu ist der einzige in  Mitteleuropa einheimische Wurzelkletterer. Nach einigen Jahren beginnen die Sprossachsen zu verholzen und der Gemeine Efeu entwickelt sich vom Halbstrauch zum  Strauch, Liane bis er selten baumartig wächst. Efeu kann ein Höchstalter von 450 Jahren erreichen, Altersformen können etwa 20 Jahre nach der Keimung auftreten. Adulte Exemplare besitzen rundliche und aufrechte, orthotrope Sprossachsen. Diese Sprossachsen sind stets wurzellos. Verholzte Stämme können einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimeter erreichen. Beim Gemeinen Efeu liegt  Heterophyllie vor. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen, ledrigen Blattspreiten sind kahl. An den Jugendformen sind die Blattspreiten bei einer Länge von meist 4 bis 10, selten bis zu 25 Zentimetern handförmig gelappt mit drei bis fünf dreieckigen, ganzrandigen Blattlappen. Bei den blühfähigen Altersformen sind die Blattspreiten bei einer Länge von 6 bis 10 Zentimeter eiförmig bis rhombisch und nicht gelappt. Die Blattoberseite ist glänzend dunkelgrün, oft mit helleren  Blattadern, und die Blattunterseite ist heller. Manchmal werden die Blattspreiten im Spätsommer hellgrün bis gelblich und die Blattoberseite kann im Winter purpurfarben getönt sein. Es sind keine  Nebenblätter vorhanden.
Blütenstand und Blüte
Endständig zu dritt bis sechst in  rispigen Gesamtblütenständen oder einzeln stehen auf Blütenstandsschäften in halbkugeligen bis kugeligen, doldigen Blütenständen etwa 20 gestielte, unscheinbare Blüten zusammen. Die Blütenstandsschäfte und Blütenstiele sind filzig mit Sternhaaren bedeckt. Die relativ kleinen, gelblich-grünen  Blüten sind zwittrig,  radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf  Kelchblätter sind ziemlich klein und dreieckig. Die fünf, selten sechs, freien, gelblich-grünen  Kronblätter sind bei einer Länge von 3 bis 4 Millimetern dreieckig-eiförmig und am oberen Ende etwas kapuzenförmig. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Die fünf Griffel stehen zu einer Säule zusammen. Die Nektarsekretion erfolgt an einem gewölbten  Diskus, der den Fruchtknoten umgibt.
Frucht und Samen
In den Fruchtständen stehen die Früchte dicht zusammen. Die bei Reife bläulichen oder grünlich-schwarzen, selten gelben oder weißen  Beeren sind bei einer Länge von 5 bis 9 Millimetern und einem Durchmesser von 6 bis 9 Millimetern kugelig und besitzen ein Durchschnittsgewicht von 281,5 mg. Die Beeren enthalten in einer purpurfarbenen Pülpe ein bis fünf Samen. Die Samen besitzen eine Länge von 5,7 Millimeter sowie einen Durchmesser von 3,7 Millimeter. Die weißliche Samenschale ist runzelig. Der kleine Embryo besitzt zwei Keimblätter (Kotyledonen). Das  Endosperm ist ruminat.
Das Typische am Efeu ist seine rankende Eigenschaft. Er wächst an Häusern hoch und auch an Bäumen. Wenn er keine Möglichkeit zum Hochwachsen findet, dann kriecht er auch über große Strecken auf dem Boden. Solange er jung ist, wächst Efeu eher langsam, doch wenn er erst mal Fuß gefasst hat, kann er riesige Areale überwuchern. Die Blätter des jüngeren Efeus sind drei- bis fünffach gelappt. Wenn er mindestens acht Jahre alt ist und sich an einer Stelle wohl fühlt, wachsen ihm Blätter in Birnenform, deren Stängel sich nicht festhaften, sondern frei in die Luft stehen. An diesen freistehenden Trieben bilden sich im Spätsommer kugelförmige Blüten. Im Laufe des Winters werden daraus schwarze Beeren, die für Menschen giftig sind, den Vögeln aber schmecken.




Kümmel

Echter Kümmel, meist einfach Kümmel, regional auch Wiesen-Kümmel oder gemeiner Kümmel genannt, ist eine  Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler. Kümmel ist eines der ältesten  Gewürze.
Den Kümmel kennt man vor allem als Gewürz in der Küche. Er ist jedoch auch eine wertvolle Heilpflanze, die eine starke Wirkung auf die Verdauungsvorgänge hat. Auch bei Husten und Frauenbeschwerden kann der Kümmel helfen. Der Kümmel ist eine klassische Pflanze der Mittelmeerländer und der Klostergärten. Aber er wächst auch wild auf heimischen Wiesen und an Wegrändern.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Blähungen
Heilwirkung:
anregend, antibakteriell, appetitanregend, auswurffördernd, blähungswidrig, durchblutungsfördernd, entspannend, erfrischend, fungizid, galletreibend, keimhemmend, krampflösend, menstruationsfördernd, milchbildungsfördend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche:
Appetitlosigkeit, Darmkrämpfe, Dreimonatskoliken, Fettverdauungs-Probleme, Gallebeschwerden, Geburt, Husten, Koliken, Leberschwäche, Magenkrämpfe, Mundgeruch, Nervöse Herzbeschwerden, Periodenkrämpfe, Reizmagen, Rheuma, Roemheld Syndrom, Völlegefühl, Zahnschmerzen, Verdauungsschwäche
wissenschaftlicher Name:
Carum carvi, Carum officinale, Carum aromati-cum, Apium carvi, Foeniculum  carvi
Pflanzenfamilie:
Doldenblütler - Apiaceae
englischer Name:
Caraway
andere Namen:
Brotkümmel, Chümi, Echter Kümmel, Feldkümmel, Garbe, Kämen, Karbei, Karbensamen, Karve, Kimm, Köm, Kömmel, Komm, Kramkümmel, Kümm, Kümmich, Kümmrich, Kumach, Mattenkümmel, Polnischer Hafer, Wiesenkümmel
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte (Samen), Blätter, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle: Carvon, Carveol, Limonen, Myrcen, Pinen; Fettsäuren, Gerbstoffe, Flavonoide, Kaffeesäure, Cumarine, Harze
Sammelzeit:
Juli bis August

Anwendung
Küche
Die Blätter des Kümmels haben einen milden Geschmack, der mit Petersilie und  Dill verglichen wird. Sie werden gerne für Suppen und  Salate verwendet. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden. Kümmel samen (botanisch korrekt handelt es sich sogar um ganze Kümmelfrüchte) sind ein klassisches Gewürz in schwer verdaulichen Speisen, wie z. B.  Kohlgerichten. Sie sind besonders in der  jüdischen,  skandinavischen und  osteuropäischen Küche beliebt und werden dort auch als Gewürz für Kuchen und Roggenbrot, Gulasch,   Käse und geschmorte Äpfel verwendet. Die Kümmelsamen verleihen diversen Spirituosen einen charakteristischen Geschmack, beispielsweise dem skandinavischen  Aquavit, dem norddeutschen  Köm oder dem Wiener  Kaiser-Kümmel.
Verwendung als Heilpflanze
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat Kümmel als Arzneipflanze zugelassen. Als Droge im pharmazeutischen Sinn dienen die getrockneten, reifen Früchte kultivierter Sorten und das Kümmelöl. Hauptwirkstoffe sind ätherische Öle mit  Carvon als Hauptbestandteil und Geruchsträger, das darin bisweilen zu weit über 50 % enthalten ist, daneben Limonen (über 30 %), Phellandren und andere Monoterpene; Phenolcarbonsäuren, Flavonoide und in Spuren Furocumarine. Kümmel regt die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen an und hat beachtlich blähungswidrige und krampflösende Eigenschaften. Man verwendet ihn bei Verdauungsstörungen mit Blähungen und Völlegefühl, bei leichten Krämpfen im Magen-, Darm- und Gallenbereich sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden. Man nimmt die Kümmelsamen als Tee oder das ätherische Öl und seine Zubereitungen, häufig kombiniert mit Fenchel oder Anis und Koriander bzw. mit deren ätherischen Ölen. Kümmel hat von diesen Drogen die stärkste krampflösende Wirkung. Für Kümmelöl wurden anti mikrobielle Eigenschaften nachgewiesen, so dass es sinnvoll auch in Mundwässern und Zahnpasten enthalten ist. Das Kauen einiger Kümmelfrüchte soll schlechten Mundgeruch verhindern. Der Kümmel wurde von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur Arzneipflanzedes Jahres 2016 gewählt.
Kümmel kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Pulver zum Einnehmen anwenden. Man kann die Samen auch einfach kauen. Und natürlich kann man den Kümmel in der Küche als verdauungsförderndes Gewürz anwenden. Die häufigste Art, Kümmel als Heilpflanze anzuwenden ist der Tee.
Tee
Für einen Kümmel-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel leicht zerstoßene Kümmel-Samen mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Alternativ kann man auch eine sanfte  Abkochung mit dem Kümmel machen. Anschließend abseihen und den Kümmeltee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Dauer-anwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Kümmel-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Kümmel-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Teemischung gegen Verdauungsschwäche und Blähungen
Der Kümmel gehört zusammen mit seinen engen Verwandten zu den carminativen Heilpflanzen. Das heißt sie fördern die Verdauung und lindern Blähungen. Besonders gut wirken die carminativen Doldenblütler zusammen in einer Teemischung. Man kann die Teemischung folgendermaßen zusammenstellen:
40g Kümmel-Samen, 20g Koriander-Samen (Früchte), 20g Fenchel-Samen, 20g Anis-Samen
Von dieser Mischung nimmt man ein bis zwei Teelöffel für eine große Tasse Tee. Dann macht man damit eine sanfte  Abkochung. In dieser Mischung ist der Kümmel die Heilpflanze mit der stärksten Wirkung. Fenchel und Anis fördern den Wohlgeschmack der Teemischung.
Tinktur
Um eine Kümmel-Tinktur selbst herzustellen, übergießt man Kümmel in einem Schraubdeckel-Glas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 10 bis 15 Tage ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man bei Bedarf 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Kümmel-Wein
Beliebt ist auch der Kümmelwein. So stellt man ihn her:
Vermischen Sie 100g Kümmelsamen und 1 Liter Weißwein. Kochen Sie die Mischung auf. Filtern Sie den Kümmelwein ab und füllen ihn in eine Flasche. Trinken Sie bei Bedarf ein kleines Glas davon.
Pulver
Von gepulvertem Kümmel kann man eine Messerspitze einnehmen.
Kauen
Wer will, kann die Kümmelsamen einfach kauen. Diese Form der Anwendung eignet sich besonders, um Mundgeruch zu bekämpfen.
Vollbad
Ein Vollbad, in das man einen Liter starken Kümmeltee gibt, wirkt erfrischend und belebend. Es eignet sich, um die Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag zu vertreiben, wenn man anschließend noch munter sein will.
Küche
Der Kümmel ist aus der Küche kaum wegzudenken. Viele Gerichte erzwingen den Kümmel geradezu, beispielsweise manche Kohlgerichte. Auch viele Brote werden mit Kümmel zubereitet. Es gibt auch Quark- und Käse-Sorten mit Kümmel. Kümmel ist immer gut, um die Verdauung von schwerverdaulichen Speisen zu erleichtern. Wenn man die ganzen Samen zum Kochen verwendet, stößt der Kümmel nicht immer auf Gegenliebe, denn es kann zu intensiv sein, wenn man beim Essen plötzlich einen Kümmelsamen zerbeißt und sich das intensive Aroma auf einen Schlag im Mund entfaltet. Besser ist es, wenn man gemahlenen Kümmel verwendet, denn dann verteilt sich das Aroma verträglich auf die gesamte Speise. Man kann auch Kümmel-Blätter in der Küche ver-wenden, beispielsweise in Salat oder in Suppen. Man kann sie ähnlich wie Petersilie oder Dill verwenden. Die Wurzel kann man, ähnlich wie Petersilienwurzel, als Gemüse kochen. Die Kümmelwurzel schmeckt und riecht ähnlich wie die Kümmelsamen, ist insgesamt aber milder.

Wirkung
Der Kümmel ist das stärkste Karminativum, das wir in der mitteleuropäischen Pflanzenheilkunde kennen. "Karminativum" (auch "Carminativum") bedeutet, dass es gegen Blähungen hilft. Es löst Krämpfe in den Verdauungsorganen und hilft dabei, überflüssige Luftansammlungen auszuscheiden. Für die carminative Wirkung des Kümmels ist vor allem das ätherische Öl Carvon verantwortlich. Die anderen ätherischen Öle und Substanzen im Kümmel unterstützen diese Wirkung. Außer der karminativen hat der Kümmel auch noch andere Wirkungen. Er regt den Appetit an und den Auswurf von Hustenschleim. Die Durchblutung, die Menstruation und die Verdauung werden gefördert. Sowohl Bakterien als auch Pilze werden bekämpft. Kümmel lockert das Gewebe, sodass die Geburt leichter erfolgen kann. Zudem wirkt er krampflösend, sodass die Wehen leichter ertragen werden. Die Kommission E empfiehlt Kümmel bei Blähungen, Völlegefühl und dyspeptischen Beschwerden.
Nebenwirkungen
Das ätherische Öl kann die Haut reizen. Manche Menschen reagieren allergisch auf Kümmel.

Anwendungsgebiete
Verdauungsprobleme
Verdauungsprobleme aller Art sind die Haupteinsatzgebiete des Kümmels. In erster Linie verwendet man den Kümmel gegen Blähungen, Darmkrämpfe und Magenkrämpfe. Man kann ihn aber auch beispielsweise bei Appetitmangel, Problemen mit der Fettverdauung, Gallenschwäche und dergleichen nutzen. Er hilft auch beim Roemheldsyndrom, das sind Herzprobleme, die entstehen, wenn durch Blähungen der übervolle Bauch von unten gegen das Herz drückt. Die Symptome des Roemheld-Syndroms können der Angina Pectoris ähneln, haben aber mit echten Herzproblemen nichts zu tun.
Mundgeruch
Gegen Mundgeruch kann man Kümmelsamen kauen. Auch gegen Zahnschmerzen kann das Kauen von Kümmelsamen ein wenig helfen.
Alkoholismus
Starker Kümmeltee soll Alkoholikern dabei helfen, auf das Trinken zu verzichten, besagt zumindest die russische Volksheilkunde.
Frauenbeschwerden
Für Frauen kann der Kümmel in mehrerer Hinsicht heilsam sein. Er hilft bei schmerzhafte Periode, vor allem bei jungen Mädchen. Er fördert die Geburt, indem er die Weichteile auflockert. Durch die entkrampfende Wirkung erleichtert er die Wehen. Wenn das Baby geboren ist, unterstützt der Kümmel, durch die Mutter eingenommen, die Milchbildung. Außerdem hilft er bei Blähungen des Babys, wenn er über die Muttermilch von ihm aufgenommen wird.
Koliken bei Säuglingen
Wenn ein Baby stark unter Blähungen leidet, kann Kümmel ihm helfen, besser noch als Fenchel. Fenchel und Anis schmecken jedoch angenehmer, sodass sie häufiger gegen Baby-Blähungen verwendet werden. Man kann dem Fencheltee jedoch etwas Kümmel beifügen.
Mit einem guten Pflanzenöl und ein bis zwei Tropfen ätherischem Kümmelöl kann man ein Duftöl zum Einreiben machen. Mit diesem Öl reibt man den angeschwollenen Babybauch ein, wenn es unter Blähungen leidet. Man reibt den Bauch mit warmen Händen sanft im Uhrzeigersinn ein. Auf Wunsch kann man auch eine Mischung aus ätherischem Kümmelöl und Lavendelöl mit dem Pflanzenöl mischen. Insgesamt darf man aber nur sehr wenig ätherisches Öl verwenden, damit die zarte Babyhaut nicht gereizt wird.

Magische Anwendung
Kümmel gilt als Mittel, um Kinder vor bösen Geistern zu schützen. Beispielsweise stellt man einen Topf mit gekochtem Kümmel unters Babybett, wenn die Kleinen unruhig schlafen. Diese Anwendung ist nur bedingt magisch, denn die ätherischen Öle des Kümmels wirken entkrampfend und können Blähungen kleiner Kinder lindern. Heutzutage würde man für die gleiche Aufgabe wohl eher eine Duftlampe mit Kümmelöl aufstellen oder ein Duftsäckchen ins Bett oder Zimmer legen. Der Kümmel dient auch als Liebesmittel, entweder, um einen neuen Partner kennenzulernen oder um die Treue des vorhandenen Partners zu stärken. Dazu füllt man einen kleinen Beutel mit Kümmelsamen und trägt ihn als Talisman. Als Gewürz in Speisen soll der Kümmel aphrodisierend wirken.

Geschichtliches
Kümmelfrüchte wurden in Ausgrabungen von  Pfahlbauten gefunden, die sich auf 3000 v. Chr. zurückdatieren lassen. Seine Verwendung in der Küche lässt sich bereits in dem Apicius zugeschriebenen Kochbuch  Von  Plinius dem Älteren und  Pedanios Dioscurides wird der Kümmelanbau erwähnt. Dioskurides nennt den Samen einer Pflanze namens „Karos" (griechisch káron und káreon bedeuten Kümmel) verdauungsfördernd (wie Anis), bei Plinius „Careum".  Gerhard Madaus hält aber erst das „careum" im Capitulare Karls des Großen für identisch mit dem nordischen Wiesenkümmel. Nach von Haller hilft er der Verdauung, bei Unterleibsschmerz und Harnsteinen, Hecker verwendete ihn bei Hypochondrie, Hysterie, mangelnder Milchsekretion und Brustleiden, Leclerc bei Luftschlucken, Dinand bei  Amenorrhoe. Bohn nennt ihn bei mangelnder Milchsekretion, Magen- und Uteruskrämpfen, Zörnig auch als  Expektorans. Kümmel ist laut Madaus ein beliebtes Stomachikum und  Karminativum bei Blähungen, Magenkrämpfen, Magenschwäche, Dyspepsie und  Enteritis besonders für Kinder, seltener bei Milch- oder Wehenschwä-che, Amenorrhoe und als  Diuretikum. Die Volksmedizin kenne ihn als Karminativum und Galaktogogum. Äußerlich werde Kümmel als warme Auflage bei Ohren-, Kopf- und Zahnweh benutzt, Kümmelöl bei Erkrankung der Atmungsorgane, Rachitis und Hautparasiten. Zumeist gelten nur die reifen Samen als wirksam, Erntezeit Anfang Juli, wenn sie sich zu bräunen beginnen. Schon vor 5.000 Jahren wurde der Kümmel offenbar als Gewürz und vielleicht auch als Heilpflanze verwendet. Er wurde nämlich bei Ausgrabungen von Pfahlbauten entdeckt. Im Grab von Tutenchamon (ca. 1330 v.Chr.) fand man Kümmel-Samen. Dioskurides schrieb im 1. Jahrhundert über den Kümmel (deutsche Übersetzung von 1610): "Kümmel wärmet und treibt den Harn, ist dem Magen gut, macht einen süßen und lieblichen Atem, hilft der Däwung (Verdauung?), wirkt unter den Arzneyen, die wider das Gicht einzunehmen sind, vermischt, auch ist er gut mit dem, das in Essig eingemacht und behalten wirdt."
Auch Plinius der Ältere erwähnte den Kümmel schon im Altertum. Im Mittelalter spielte der Kümmel eine wichtige Rolle. Das sieht man auch daran, dass Karl der Große (747 bis 814) den Kümmel in der Liste der Heilpflanzen in der Schrift "Capitulare de villis vel curtis imperii" aufgeführt. Diese Pflanzenliste war Teil einer Verordnung, die vorschrieb, wie die königlichen Landgüter bestellt werden sollten. Er ist also Teil der sogenannten Karlsgärten. Die Heilpflanzenliste mit 73 Pflanzen zeigen deutlich, welche Heilkräuter damals als besonders wichtig betrachtet wurden. Heutzutage wird der Kümmel in vielen Ländern als Gewürz angebaut. Hauptanbaugebiete sind Ägypten und Osteuropa. Aber auch in den Niederlanden und Deutschland wird Kümmel angebaut.

Pflanzenbeschreibung
Vegetative Merkmale
Kümmel ist eine sommergrüne,  zweijährige krautige Pflanze und erreicht meist Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimeter, unter günstigen Bedingungen auch bis zu 120 Zentimeter. Die Pflanze entwickelt eine  rübenartige Wurzel. Der kahle  Stängel ist sparrig verzweigt. Die  Laubblätter sind zwei- bis dreifach gefiedert und im Umriss länglich. Die Teilblätter letzter Ordnung sind fiederteilig mit fein zugespitzten Zähnen und Spitzen. Ihre Blattabschnitten sind bei einer Breite von höchstens 1 Millimeter linealisch. Die untersten Fiederpaare 2. Ordnung sind deutlich abgerückt und kreuzweise gestellt. Die oberen Stängelblätter besitzen eine  Scheide mit nebenblattartigen Fiederpaaren.
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die  Doppeldolden besitzen 8 bis 16 Strahlen. Hüllen fehlen meist. Es sind manchmal bis zu zwei Hüllchen vorhanden. Die Blüte ist weiß bis rosafarben oder rötlich. Die  Samenreife beginnt im Juni bis August. Die kahle  Spaltfrucht, Doppel achäne genannt, ist bei einer Länge von 3 bis 7 Millimeter und einer Breite von 0,7 bis 1,2 Millimeter oval und zerfällt in zwei Einzelfrüchte. Die leicht sichelförmig gebogenen und an beiden Enden spitz deutlich gerippten Einzelfrüchte sind an der Außenseite dunkelbraun und an der Innenseite hellbraun gefärbt. Die volkstümlich „Kümmelsamen" genannten Einzelfrüchte besitzen einen charakteristischen Duft, wenn sie zerrieben werden. Kümmel ist im Mittelmeerraum und Vorderasien heimisch. Er wächst aber auch in Mitteleuropa wild. Sein Verbreitungsgebiet reicht bis nach Sibirien. Der Kümmel wächst bevorzugt auf Wiesen und an Wegrändern. Man findet ihn vor allem im Hügelland und Gebirge.
Die zweijährige Pflanze wird bis zu 80 Zentimeter hoch. Der sparrig verzweigte Stängel ist kahl. Die Blätter sind besonders fein gefiedert und die einzelnen Fiederblättchen sind sehr dünn. Sie sind höchstens einen Millimeter dick. Zwischen Mai und Juli erscheinen die weißlich-rosa Blüten. Sie ähneln stark vielen anderen Doldenblütlern. Die winzigen Blüten stehen in Doppeldolden, also mehrere kleine Dolden bilden zusammen eine größere Dolde. Ab Juni entwickeln sich die Samen bzw. Früchte. Es handelt sich um sogenannte Spaltfrüchte. Die braunen Früchte zerfallen meistens in zwei Einzelfrüchte. Ganz typisch ist der Geruch der Kümmelfrüchte.

Anbautipps
Den Kümmel kann man im eigenen Garten anbauen. Dazu kann man fertige Pflanzen einpflanzen oder den Kümmel aus Samen anziehen. Der Kümmel ist mit magerem Boden zufrieden, aber er braucht viel Sonne. Die Anzucht aus Samen ist relativ schwierig, weil die Samen oft nicht keimen. Man muss auch zwei Jahre für den Anbau einplanen, denn erst im zweiten Jahr entstehen die Blüten und Samen. Im März wird der Kümmel gesät, mit einem Reihenabstand von etwa 30 Zentimeter. Nach ein bis drei Wochen erscheinen die ersten klei-nen Pflänzchen.

Sammeltipps
In der freien Natur ist das Sammeln des Kümmels schwierig, denn man muss ihn ganz sorgfältig von anderen Doldenblütlern unterscheiden. Die meisten Doldenblütler sehen sich relativ ähnlich, z.B. weiße doldenförmige Blüten.
Einige davon sind sehr giftig, z.B. der gefleckte Schierling.
Typisch für den Kümmel (und auch für den Fenchel) sind die extrem dünnen, fadenartigen Blätter. Außerdem riechen die Samen ganz deutlich nach Kümmel. Die Früchte (Samen) werden zwischen Juli und September geerntet. Sie sind reif, wenn sie braun werden. Zur Ernte schneidet man das ganz ober-irdische Kraut ab. Dann bündelt man es und hängt es zum Trocknen auf. Darunter legt man ein Stück Stoff oder etwas anderes, was vorab fallende Sa-men auffängt. Wenn die Pflanzen trocken sind, hängt man sie ab und rebelt die Samen von den Blütenständen. Danach trocknet man die Samen noch eine Weile nach und wenn sie trocken sind, hebt man sie in Dosen oder Beuteln auf.



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Ich fühle mich unausgeschlafen (24 Pine)
- Diese Menschen fühlen sich unausgeschlafen und wissen oft nicht warum
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Man zersplittert seine Kräfte (36 Wild Oat)
- Diese Menschen zersplittern ihre Kräfte und kommen dennoch nicht weiter
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie ihre Kräfte konzentrieren
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