Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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15.03.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > März > 11.03.19-17.03.19


SCHNEEGLÖCKCHEN
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Wenn das Schneeglöckchen blüht, ist der Winter endlich vorbei. Diese freudige Botschaft des zarten, weiß-blühenden Schneeglöckchens kennt fast jeder. Doch als Heilpflanze ist das Schneeglöckchen fast unbekannt. Auch in alten Kräuterbüchern findet sich das Schneeglöckchen nicht. Dabei birgt die Zwiebel des Schneeglöckchen Hoffnung für Alzheimer-Kranke und kann auch Kinderlähmung und Neuralgien linden.
Die Schneeglöckchen bilden eine Pflanzengattung innerhalb der  Familie der Amaryllisgewächse. Die etwa 20  Arten kommen von Mittel-, Südeuropa bis Vorderasien und den Kaukasus vor. Sie sind seit Jahrhunderten beliebte Zierpflanzen, da sie zu den ersten Blütenpflanzen des Vorfrühlings gehören. Drei Arten haben ihre Blütezeit bereits im Herbst. In Mitteleuropa ist nur das Kleine Schneeglöckchen heimisch. Einige andere Arten treten hier stellenweise verwildert auf. Das Hauptverbreitungsgebiet der Schneeglöckchen liegt in den Ländern rund um das Schwarze Meer.

Steckbrief
Heilwirkung:
Alzheimer, Gedächtnisstörungen, Kinderlähmung, Nerven-schmerzen, Trigeminus Neuralgie, Myasthenie (Muskelschwäche), Menstruationsfördernd
wissenschaftlicher Name:
Galanthus nivalis
Pflanzenfamilie:
Amaryllisgewächse = Amaryllidaceae
englischer Name:
Snowdrop
volkstümlicher Name:
Hübsches Februar-Mädchen, Kleines Schneeglöckchen, Lichtmessglöckchen,  Lichtmessglocken, Marienkerzen, Milchblume, Schnee-Durchstecher, Weiße Jungfrau
Verwendete Pflanzenteile:
Knollen
Inhaltsstoffe:
Galantamin, Lycorin
Sammelzeit:
Ab Spätfrühling

Anwendung
Galantamin wird als Mittel gegen  Demenz genutzt und um das Fortschreiten der  Alzheimer-Krankheit zu bremsen. Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, enthalten giftige Alkaloide. In der Zwiebel befindet sich vorwiegend das Amaryllidaceen-Alkaloid, in anderen Pflanzenteilen Tazettin, Galantamin und Lycorin. Eine kritische Dosis ist nicht bekannt. Mögliche Vergiftungssymptome: Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Gelegentlich werden Kreislaufstörungen mit Schweißausbruch und Benommenheit beobachtet.
Schneeglöckchen, die unbekannte Heilpflanze
Das Schneeglöckchen ist eine sehr ungewöhnliche Heilpflanze. Es war nämlich weder in der Antike, noch im europäischen Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Daher haben wir hierzulande gar keine Tradition in der Anwendung des Schneeglöckchens. Den meisten Menschen gilt das Schneeglöckchen ausschließlich als Zierpflanze ohne Heilwert.
Schneeglöckchen im Kaukasus
Im Kaukasus wird das dortige Schneeglöckchen jedoch schon lange in der Volksheilkunde verwendet. Die alten Menschen essen die Zwiebeln gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche. Kinder, die an Kinderlähmung erkrankt sind, werden mit einem Tee aus den Zwiebeln behandelt. Bei so behandelten Kindern hinterlässt die Kinderlähmung gewöhnlich keine dauerhaften Schäden.
Schneeglöckchen-Wirkstoffe gegen Alzheimer
Die Anwendung des Schneeglöckchens im Kaukasus wurde von bulgarischen Forschern untersucht und sie entdeckten unter anderem das Alkaloid Galantamin, auch Galanthamin genannt. Dieser Wirkstoff ist in der Lage, die Folgen von Alzheimer deutlich zu lindern, wenn auch die Grunderkrankung nicht zu heilen. Da es weltweit sehr viele Alzheimer-Patienten gibt, die von diesem Alkaloid profitieren könnten, reichen die natürlichen Vorkommen in Schneeglöckchen bei weitem nicht aus. Daher wurde lange Zeit geforscht, bis es endlich gelang, das Galantamin synthetisch herzustellen. Inzwischen gibt es ein pharmazeutisches Mittel, das künstliches Galantamin enthält und zur Linderung der Alzheimer-Symptome eingesetzt wird. Auch gegen neuralgische Schmerzen kann man Galantamin einsetzen.
Andere Heilwirkungen
Bestimmt gibt es außer den Heilwirkungen auf das Nervensystem und der Fähigkeit, die Menstruation zu aktivieren, noch etliche andere Heilwirkungen des Schneeglöckchens. Doch der Einsatz gegen Alzheimer ist so wichtig und es gibt keine traditionelle Erfahrung über die Verwendung des Schneeglöckchens in der Heilkunde, dass andere Heilwirkungen kaum bekannt sind.

Pflanzenbeschreibung
Schneeglöckchen-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Zwiebeln als Überdauerungsorgane. Zwei bis – selten – drei parallel-nervige Laubblätterstehen grundständig zusammen. Dann wird der  Blütenstand ausgetrieben mit einem langen  Blütenschaft und nur einer Blüte. Anfangs umgibt ein  Hochblatt die Blüten und schützt diese vor strenger Witterung. Bei günstigen Bedingungen durchbricht die Blüte die Scheide. Da der Stiel schwach gebaut ist, senkt sich die Blüte und nickt. Die duftende, zwittrige,  radiärsymmetrische  Blüte besteht (wie bei  Einkeimblättrigen üblich) aus dreizähligen Blütenblattkreisen. Die Blütenhülle besteht aus drei weißen freien äußeren Blütenhüllblättern und drei verwachsenen grünlich-weißen inneren Blütenhüllblättern. Die drei inneren Blütenhüllblätter sind viel kleiner als die drei äußeren und normalerweise grün gezeichnet. Sie sind das Charakteristikum dieser Gattung. Zwei mal drei spitzkegelförmige Staubblätter stehen dicht zusammen. Drei  Fruchtblätter sind zu einem unterständigen  Fruchtknoten verwachsen mit einem weißen Stempel und einer kopfigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch  Insekten. Es werden Kapselfrüchte gebildet, die 18 bis 36 Samen enthalten. An den hellbraunen  Samen, mit 3,5 mm Durchmesser, ist ein großer fleischiger Nährkörper angewachsen. Da der Stängel nach der Fruchtbildung schlaff auf den Boden fällt, können  Ameisen an die Samen kommen. Sie haben eine Vorliebe für den am Samen festgewachsenen Nährkörper und tragen daher die Samen zu ihrem Bau. Unterwegs fressen sie den Nährkörper häufig auf und lassen den eigentlichen Samen unbeachtet liegen. So tragen sie zur weiten Ausbreitung des Schneeglöckchens bei. Die Blütezeit der Wildarten reicht von Oktober (Königin-Olga-Schneeglöckchen und Galanthus peshmenii) bis zum Ende des Frühlings (Kleines Schneeglöckchen); die Kulturarten blühen teilweise bis in den April. Zur Vermehrung der Pflanzen tragen außerdem auch  Tochter-zwiebeln bei, so dass sich häufig dichte Horste bilden. Diese können nach der Blüte geteilt werden, während die Pflanzen noch grün sind.
Das Schneeglöckchen kommt ursprünglich aus Südosteuropa und dem Kaukasus. Die verbreitetste Art Galanthus nivalis wächst jedoch schon lange in mitteleuropäischen Gärten und kommt in Mittel- und Westeuropa auch verwildert vor. Da die Pflanze wildwachsend sehr selten ist, ist sie in Deutschland geschützt, darf also nicht gesammelt werden. Das Schneeglöckchen ist eine Zwiebelblume, sie wächst also aus Zwiebelknollen, die ziemlich dicht unter der Erdoberfläche ruhen. Sobald der Frost im Winter nachlässt, treiben die Schneeglöckchen ab Februar schmale Blätter aus. Die zarten Knospen werden noch von einem extra Blatt geschützt. Die jungen Triebe des Schneeglöckchens produzieren ein bisschen Wärme, sodaß sie Schnee in ihrer direkten Umgebung schmelzen können. Schon wenige Tage nach dem Erscheinen der Knospen blühen die Schneeglöckchen auf und kündigen damit den Vorfrühling an. Die Blüten sind weiß, sehr zart und hängen nickend am Stängel, was ihnen den Namenszusatz "Glöckchen" eingebracht hat. Außenrum gibt es drei längliche schneeweiße Blütenblätter und im Inneren drei zusammengewachsene Blätter, die weiß und grün sind. Die Samen bilden sich nach dem Verblühen in kleinen Samenkapseln. Sie werden gerne von Ameisen verbreitet. Das Schneeglöckchen Galanthus nivalis ist verwandt mit vielen anderen Schneeglöckchen-Arten und auch mit dem Märzenbecher, der gerne in Gärten angebaut wird. Alle Arten haben ähnliche Heilwirkungen.




WEISSE LICHTNELKE

Die weiße Lichtnelke ist eine in ganz Europa verbreitete Nelkensorte, die gerne auf Schuttplätzen und Ackerrändern wächst. Die Blüten der Weißen Lichtnelke öffnen sich erst am Abend und verströmen dann ihren angenehmen Duft, um die Nachtschmetterlinge anzulocken. Daher wird sie auch Nachtnelke genannt.
Als Heilpflanze wurde sie manchmal als Ersatz für das  Seifenkraut genutzt.
Die Breitblättrige Lichtnelke, auch Weiße Nachtnelke, Weißes Leimkraut, Nacht-Lichtnelke und Nachtnelke genannt, ist eine Pflanzenart innerhalb der  Familie der  Nelkengewächse. Sie ist in  Eurasien weitverbreitet. Ihre Blüten öffnen sich erst am Nachmittag und verströmen dann ihren angenehmen Duft, um die Nachtschmetterlinge anzulocken; bereits in der Dämmerung schließen sie sich wieder.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten
Heilwirkung:
abführend, erweichend, schleimlösend
Anwendungsbereiche:
Atemwegserkrankungen, Husten, Gicht, Hautkrankheiten, Rheuma, Krebs
wissenschaftlicher Name:
Lychnis alba, Silene latifolia ssp. alba
Pflanzenfamilie:
Nelkengewächse = Caryophyllaceae
englischer Name:
White Campion
volkstümlicher Name:
Nachtnelke, Weiße Lichtnelke
Verwendete Pflanzenteile:
Pflanzensaft, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Gerbstoffe, Saponine
Sammelzeit:
Kraut: Frühling, Wurzel: Herbst

Anwendung
Die unterirdischen Pflanzenteile wurden früher wegen ihres Gehalts an  Saponinen als „Weiße Seifenwurz" arzneilich sowie zum Waschen benutzt.
Abkochung
Eine Abkochung aus Wurzeln oder Kraut hilft als Waschung oder Umschlag bei Hautkrankheiten.
Tee
1 Teelöffel Wurzel mit 250ml Wasser kalt ansetzen, einige Stunden stehen lassen, kurz aufkochen und abseihen, hilft gegen Husten.

Geschichtliches
Wurde als Seife und zeitweise als Ersatz für das Seifenkraut genutzt. Wird von einigen Leuten gegen Krebs eingesetzt (keine Erfolgsberichte bekannt).

Pflanzenbeschreibung
Die Weiße Lichtnelke ist eine ein- bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 Zentimetern erreicht. Der  Stängel ist an der Basis verzweigt und drüsig weich behaart. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind 3 bis 10 Zentimeter lang, eirund, meistens zugespitzt, nach dem Grunde schmaler werdend und unten gestielt. Die stark duftenden  Blüten sind  radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf  Kelchblätter sind etwa 1,5 bis 3 Zentimeter lang und besitzen schmale dreieckige Kelchzähne. Der Kelch der männlichen Blüten ist zehnnervig, der der weiblichen Blüten 20-nervig. Nur bei letzteren und bei zwittrigen Blüten ist der Kelch aufgeblasen. Die weißen  Kronblätter sind etwa 3 Zentimeter lang. Jedes Kronblatt ist in den so genannten Nagel (das in den Kelch weisende, langkeilförmige Kronblattteil) und die Platte (rechtwinklig zum Nagel nach außen weisender Kronblattteil) aufgeteilt. Am Übergang von Nagel zu Platte befinden sich kleine Gewebeanhängsel welche zusammen als Nebenkrone bezeichnet werden. Die eiförmige  Kapselfrucht besitzt in etwa die gleiche Größe wie der Kelch, mit nach außen gekrümmten Zähnen. Die Kapselfrucht enthält etwa 1,5 Millimeter lange, schlanke, graue bis dunkelgraue bis braune Samen.
Die Weiße Lichtnelke ist in Europa heimisch. Sie wächst bevorzugt an Schuttplätzen und Ackerrändern. Die zweijährige/mehrjährige Pflanze wird zwischen 30 und 120 Zentimeter hoch. Die Blätter sind lanzettlich. Die weißen Blüten erscheinen zwischen Juni und September, der Durchmesser beträgt 2-3 cm. Die Blüten öffnen sich erst gegen Abend. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen.

Anbautipps
Die Weiße Lichtnelke ist anspruchslos. Von Herbst bis Frühling direkt vor Ort aussäen.

Sammeltipps

Kraut vor der Blüte ernten.  


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ERNÄHRUNG
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