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Papaya
Papayas erinnern an die Tropen und ferne Reisen, wenn man sie im Angebot euro-päischer Supermärkte entdeckt. Hierzulande erhält man meistens nur die kleinen Papayaarten, die bis zu einem Pfund schwer werden und sie reichen meistens auch nicht an das Aroma frisch geernteter Früchte heran. Aber sie enthalten fast ebenso reichlich Samen, wie ihre größeren Geschwister. Und obwohl die meisten Genießer die Samen wegwerfen, sind diese in gesundheitlicher Hinsicht jedoch fast noch wertvoller als die Früchte. Die Samen fördern nicht nur die Verdauung, was auch die Früchte können, sondern helfen auch gegen Menstruationsbeschwerden und stärken das Immunsystem.
Papaya, auch Melonenbaum oder Papayabaum genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Carica innerhalb der Familie der Melonenbaumgewächse. Die Wildform kommt vom südlichen Mexiko bis Costa Rica vor. Die Kulturform ist eine wichtige tropische Nutzpflanze. Die Papaya war 2008 die fünfte Pflanzenart, deren Genom komplett sequenziert wurde.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Wurzel: Hauterkrankungen, Blasenschwäche, Nierenschwäche, Blätter: Entgiftung, Husten (Rauchen der Blätter), Pilzinfektionen, Frucht: Entgiftung, Fettsucht, Verdauungsschwäche, Samen: Verdauungsschwäche, Durchfall, Darmparasiten, Pilzinfektionen, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Empfängnisverhütend, Immunsystem stärkend, Krebs vorbeugend
wissenschaftlicher Name: Carica papaya
englischer Name: Papaw, Papaya
volkstümlicher Name: Melonenbaum
Verwendete Pflanzenteile: Früchte, Samen, Wurzel, Blätter
Inhaltsstoffe: Papain, Campesterol, Cryptoxanthin, Phenylalanin, Stigmaste-rol, Vitamin C, Myrosin, Violaxanthin
Sammelzeit: ganzjährig
 
Anwendung
 
Die Kerne der Papaya enthalten große Mengen an Papain, einem eiweißspaltenden Enzym. Sie wurden früher in der Volksmedizin als Entwurmungsmittel verwendet und heute in Pulverform als Zartmacher für Fleisch. Eine ähnliche Wirkung wird erreicht, wenn man rohes Fleisch in die Blätter des Papayabaums einwickelt oder in frischen Papayasaft einlegt.
Die häufigste Anwendung der Papaya ist der Genuss der Frucht. Man kann sie einfach wie eine Melone essen oder in Fruchtsalaten anmachen. Unreife Früchte werden häufig zu Chutneys verkocht. Man kann sie verwenden wie Zucchinis bzw. Sommerkürbisse. Die Frucht entgiftet den Körper und hilft beim Abnehmen. Für medizinische Zwecke kann man auch die Wurzel des Papayabaums einsetzen. Sie hilft gegen Hautkrankheiten und Probleme des Harnapparates. Die Blätter der Papayapflanze kann man zur Entgiftung als Tee trinken. Gegen Husten kann man die getrockneten Blätter rauchen. Besonders vielfältig ist die Wirkung der Samen. Gegen Durchfall und Darmparsiten kann man sie kauen. Dieser Einsatzzweck ist vor allem bei Tropenreisen sehr nützlich, denn man kann einfach einige der Papayasamen aufheben und trocknen, damit man sie im Falle eines Reisedurchfalls zur Hand hat. Meist helfen sie prompt. Außerdem regen die Papayasamen die Verdauungsorgane an und unterstützen so die problemlose Verdauung der tropischen Speisen. Sie helfen auch gegen Prämenstruelles Syndrom und Wechseljahresbeschwerden. Sogar eine empfängnisverhütende Wirkung wird ihnen bei regelmäßiger Einnahme nachgesagt. Diese Wirkungen hängen mit einem eventuellen Gehalt an progesteronähnlichen Stoffen zusammen. Auch das Immunsystem sollen die Papayasamen stärken und sogar bei Krebs vorbeugen. Mit einer Pfeffermühle gemahlen kann man die Papayasamen auch als Pfefferersatz benutzen. Der in Samen, Früchten und Blättern enthaltene Stoff Papain unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern macht damit eingeriebenes Fleisch zarter.
Verwendung in der Küche
Unreife Früchte können wie Gemüse verarbeitet werden und werden unter anderem für Chutneys, Currys, und Salsas verwendet. Im Nordosten Thailands, dem Isan, und in Laos ist Som Tam, ein (sehr) scharfer Salat aus unreifen Früchten mit in Fischsauce eingelegten Krebsen und Klebreis das Nationalgericht. Das reife Fruchtfleisch hingegen schmeckt süßlich, mit etwas Zitronensaft und Zucker oder Ingwer wird der Geschmack noch verstärkt. Auch die Kerne der Papaya sind essbar; sie haben einen scharfen Geschmack, der an Kapuzinerkresse erinnert. Die Frucht muss beim Kauf gelbliche Streifen oder Flecken aufweisen, dann reift sie noch vollständig nach. Den Grad der Reife kann man vor allem an der Festigkeit erkennen: Je leichter sich die Frucht mit dem Finger eindrücken lässt, desto reifer ist sie. Sie zeichnet sich dann durch einen be-sonders intensiven und süßen Geschmack aus; lediglich der Einsatz als Dekor kann durch die mangelnde Festigkeit problematisch werden.
Verwendung in der Medizin
Als Droge dienen: Rohpapain, Caricae papayae succus, der eingetrocknete Milchsaft der unreifen Früchte. Melonenbaumblätter, Caricae papayae folium.
Aktive Wirkstoffe
Im Rohpapain sind verschiedene proteolytische Enzyme, u. a. Papain und Chymopapain A und B enthalten. In den Blättern vor allem Polyketid-Alkaloide wie Carpain, Glucosinolate wie Glucotropaeolin, Saponine, Papain nur in geringen Mengen.
Anwendung
Papain ist ein Eiweiß spaltendes Enzym, das in seiner Wirkung dem Pepsin der Hauptzellen des Magenfundus entspricht. Im Gegensatz zum Pepsin wirkt es im sauren und alkalischen Bereich. Man nutzt es in Fertigpräparaten erfolgreich bei Verdauungsbeschwerden, die vor allem auf eine Minderung der Eiweißverdauung zurückzuführen sind, die z. B. auf einem Pepsinmangel beruhen. Da auch die Bauchspeicheldrüseeiweißverdauende Enzyme bildet (Trypsin, Chymotrypsin, Elastase), können auch bauchspeicheldrüsenbedingte Verdauungsbeschwerden durch Papaingabe gelindert werden. Weiterhin sind Kombinationspräparate im Handel, die bei verschiedenen Entzündungen, Ödemen und Schwellungen nach Verletzung und Operationen Linderung versprechen. Die Enzyme sollen entzündliche Stoffwechselprodukte beschleunigt abbauen und die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessern. Ihr Einsatz erfolgt insbesondere zur begleitenden Langzeitbehandlung bei Tumoren und während einer Strahlentherapie. Dies wird aber kritisch gesehen. Gegenanzeigen sind insbe-sondere Blutungsneigung und Schwangerschaft. Durch die Anwendung von Papain lassen sich Antikörper in drei Fraktionen spalten. In der Lebensmittelbranche verwendet man Papain zum Zartmachen von Fleisch. Isoliertes Chymopapain wird zur Injektionsbehandlung von Bandscheiben­schäden eingesetzt.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich heimisch in Mittelamerika, wird der Papayabaum inzwischen in tropischen Ländern rund um den Globus angebaut. Es gibt viele Arten von Papayas, bei denen vor allem zwei grundsätzliche Sorten unterschieden wer-den. Papayas aus Hawaii und Brasilien sind etwa doppelt so gross wie Birnen und wiegen maximal 500g. In Mexiko und anderen Gegenden wachsen hin-gegen große Papayas, die 3 bis 5kg schwer werden. In europäischen Super-märkten erhält man vorwiegend die kleineren Papayas aus Hawaii und Brasilien. Die Papayapflanze ist ein palmenähnlicher Baum, deren kleine Sorten zwischen zwei und drei Meter hoch werden. Die großen Sorten werden bis zu acht Meter hoch. Sie haben einen geraden Stamm ohne verzweigende Äste oder Zweige. Am oberen Ende des Stammes wachsen die großen, gelappten Blätter, die an Feigenblätter erinnern, aber noch großer werden, nämlich bis zu 70 Zentimeter im Durchmesser. In den Blattachseln sprießen die weißen Blüten. Es gibt weibliche, männliche und zweigeschlechtliche Blüten. An machen Bäumen wachsen nur männliche, an anderen nur weibliche und an wieder anderen Pflanzen beide Arten von Blüten. Die Papayapflanzen können ihr Geschlecht sogar wechseln. Aus den befruchteten weiblichen Blüten entwickeln sich die Papaya-Früchte. Sie haben birnenartige Form und haben eine gelbe oder gelb-grün gescheckte Farbe. Ihr Fruchtfleisch ist gelblich bis dunkelorange und erinnert geschmacklich an Melonen, aber mit einen speziellen Papaya-Aroma. In der Mitte der Früchte befinden sich hunderte von schwarzgrauen, runzligen Samen, die meist von einer Galertschicht umgeben sind. Diese Kerne kann man aus der Frucht löffeln, mit einem Küchentuch abrubbeln und trocknen lassen. Papayabäume tragen schon im ersten Jahr die ersten Früchte und werden im Normalfall bis zu fünf Jahre alt.
Diese Pflanze wird oft als Baum bezeichnet, weil sie einen baumartigen Habitus besitzt. Die Papaya ist eine mächtige, meist unverzweigte, aufrechte, baumartige Pflanze. Der einzelne „Stamm“, der – bis auf die Tracheen – nicht verholzt, erreicht Wuchshöhen von 5 bis 10 Metern. Aufgrund der fehlenden Verholzung, der Wuchsform und der Langlebigkeit kann die Papaya weder als Baum, noch als Strauch oder Staude bezeichnet werden. Manche sprechen von einem „baumförmigen Kraut“. Die Laubblätter sind spiralig um den Stamm angeordnet und werden kontinuierlich nach einer gewissen Zeit (also nicht in bestimmten Jahreszeiten) abgeworfen, so dass der Stamm unten kahl ist und oben einen Schopf von Blättern trägt. Am Stamm bleiben Blattnarben erhalten. Die großen Blätter sind gestielt und die Blattspreite besitzt einen Durchmesser von 50 bis 70 cm, sie sind tief handförmig gelappt; meist in sieben Lappen.
Die Blüten entspringen den Blattachseln und stehen somit direkt am Stamm. Die Blüten sind diözisch verteilt. Die Frucht wird länglich-oval etwa 15 bis 45cm im Längsschnitt und 10 bis 30 cm im Durchmesser groß und kann ein Gewicht von 3 bis 6 kg erreichen. In Europa kommt fast ausschließlich die hawaiische oder brasilianische Papaya in den Handel, deren Exemplare lediglich 0,5 kg erreichen. Die Schale der vollständig ausgereiften Beere ist gelblich-grün, das Fruchtfleisch ist hell-orange bis rosa und enthält in der Fruchtmitte schwarze Samen, die von einem Häutchen umgeben sind.

Meerrettich
Als Verfeinerung von Fleischspeisen ist der Meerrettich bestimmt allen bekannt.
Doch dass er auch eine ausgeprägte Heilwirkung hat, wissen nur wenige. Die scharfe Wurzel des Meerrettichs hilft gegen allerlei Infektionskrankheiten und auch bei Schmerzen. Sogar Grippeerregern bietet der Meerrettich Paroli, was ihn zu einem unschätzbaren Helfer in der Hausapotheke macht. Im Herbst und Winter sollte man also immer eine Meerrettichwurzel im Kühlschrank oder Keller haben und regen Gebrauch von ihr machen.
Der Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Die Wurzel der Meerrettichpflanze wird als Gemüse, Gewürz oder in der Pflanzenheilkunde verwendet. Mit den Rettichen der Gattung Raphanus ist er nicht näher verwandt. Seine ursprüngliche Heimat liegt in Ost- und Südeuropa, wo er Kre(n) (auch „Kreen“) genannt wird, wie z. B. in Bayern, Österreich, Slowakei, Südtirol, Tschechien, Usbekistan u. a. Eine fränkische Variante wird entsprechend der Aussprache auch „Kree“ geschrieben. Eine weitere fränkische Variante ist der „Merch“ im itzgründischen Raum. Im alemannischen Sprachraum kennt man den Namen „Meerettig“. Weitere Namen sind „Mährrettig“ oder „Beißwurzel“. „Steirischer Kren g.g.A.“ ist eine anerkannte Herkunftsbezeichnung mit Regionenschutz sowie im Register der Traditionellen Lebensmittel eingetragen.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, Stärkung des Immunsystems, Erkältungen, Grippe, Nebenhöhlenentzündung, Husten, Bronchitis, Asthma, Mandelentzündung (Angina), Fieber, schleimlösend, schweißtreibend, harntreibend, Blasen- und Nierenbeckenentzündung, Harnsteine, Neuralgische Beschwerden, Rheuma, Gicht, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Blähungen, Verstopfung, Vitamin C Mangel, Skorbut, Kopfschmerzen, Menstruationsfördernd, Insektenstiche, Zahnschmerzen
wissenschaftlicher Name: Cochlearia armoracia
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler = Brassicaceae
englischer Name: Horseradish
volkstümliche Namen: Kren, Bauernsenf, Fleischkraut, Krien, Märek, Mirch, Pfefferwurzel, Rachenputzer, Waldrettich
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Vitamine (u.a. Vitamin C), ätherische Öle, Senföle, Allylsenföl, Allicin, Glucosinolate, Sinigrin, Gluconasturtiin, Mineralstoffe, Flavone, Quercetin, Kämpferol, Asparagin, Arginin, Pentosan, Alloxurbasen, organische Schwefelverbindungen, Oxydase
Sammelzeit: September bis März
 
Anwendung
Am besten verwendet man die Meerrettich-Wurzel frisch. Nur den Bereich der Wurzel, den man verwenden will, sollte man waschen und schälen. Dann wird die Wurzel am besten gerieben und sofort verwendet, denn die ätherischen Öle verziehen sich rasch (innerhalb von einer guten Viertelstunde). Das Reiben der Meerrettichwurzel stellt bereits eine Art Therapie für die Nasennebenhöhlen dar, denn die ätherischen Öl steigen scharf auf und reizen zu Tränen und Sekretion aus den Nasenschleimhäuten. Wenn man diese Behandlung nicht braucht bzw. haben will, dann kann man eine Taucherbrille aufsetzen, um den scharfen ätherischen Ölen zu entgehen. Nach dem Reiben kann man den Meerrettich einfach essen oder man fügt ihn Gerichten, wie beispielsweise Saucen oder Meerrettichquark zu. Gegen Insektenstiche kann man den gerie-benen Meerrettich auf die betroffene Haustelle legen und leicht einreiben. Auch bei Zahnschmerzen kann man den Meerrettich an Ort und Stelle bringen und dort belassen, bis die Schärfe nachlässt.
Meerrettichbreiauflagen
Meerrettichauflagen helfen bei hartnäckigem Husten, Kopfschmerzen und neuralgischen Schmerzen, z.B. Hexenschuss oder Ischias. Die betroffene Stelle sollte man einfetten, mit Öl, Salbe, Melkfett oder Vaseline. (Bei Husten nimmt man den Brustbereich, bei Kopfschmerzen den Nacken) Dann gibt man den frisch geriebenen Meerrettich auf ein Baumwolltuch. Dieses Tuch legt man mit der Meerrettichseite zur Haut auf die Körperstelle. Die Breiauflage bleibt solange auf der Haut, bis es anfängt zu brennen. Dann entfernt man die Auflage wieder, reinigt die Haut und fettet bei Bedarf nochmal nach.
Meerrettichwein
Mit Meerrettichwein kann man Blasensteine austreiben oder auch die Menstruation stark fördern. Außerdem wirkt Meerrettichwein stark harntreibend. Schneide acht bis zehn dünne Meerrettichscheiben. Gib diese Meerrettichscheiben in ein Glas. Übergieß die Meerrettichscheiben mit Wein. Lasse diesen Wein den ganzen Tag bedeckt stehen und ziehen (min. acht Stunden). Trinke den Meerrettichwein.
Meerrettichkur
Eine Meerrettichkur eignet sich, um das Immunsystem auf Trab zu bringen. Besonders in der Erkältungszeit hilft eine Meerrettichkur, um Erkältungen zu verhindern. Falls die Erkältung schon da ist, kann man sie mit einer Meerrettichkur lindern. Nimm morgens und abends je einen Teelöffel Meerrettich. Am besten frisch geriebenen Meerrettich, aber falls der nicht verfügbar ist, kann man auch Meerrettich aus dem Glas nehmen. Wiederhole die Meerretticheinnahme mindestens zwei Wochen lang. Etwas sanfter wirkt der Meerrettichhonig.
Medizinische Bedeutung
Im Mittelalter gab es eine ganze Liste von Krankheiten, gegen die der Meerrettich verabreicht wurde. Es wurde hauptsächlich als reizendes, hauterrötendes Mittel verwendet und gegen Skorbut eingesetzt. Meerrettich wurde dazu mehr äußerlich als innerlich angewendet. Außerdem wurde Meerrettich als nützlich gegen Vergiftungen in größeren Mengen gegessen, um das Erbrechen zu fördern. Er wurde weiters wie Senf gegen Verdauungsbeschwerden, Skorbut, Wassersucht, Amenorrhoe und bei Wechselfieber benutzt. Dazu wurde die Wurzel gerieben oder gepresst und löffelweise verabreicht. Auch gegen Ohren-weh und Dreitagefieber wurde er als nützlich angesehen. Heutzutage wird Meerrettich verwendet, um die Abwehrkräfte zu stärken und vor Erkältungs-krankheiten zu schützen. Der Meerrettich enthält sehr viel Vitamin C. Die in den Apotheken käufliche Radix Armoraciae ist in Heilmitteln gegen Grippe und Harnwegsinfektionen enthalten. Er wirkt kreislaufanregend, hustenlösend und wird äußerlich als Breiumschlag bei Rheuma, Gicht, Insektenstichen, Ischias und anderen Nervenschmerzen angewandt. Auch bei Kopfschmerzen soll er helfen. Dazu muss man ein wenig Duft des geriebenen Meerrettichs einatmen, wodurch leichte Verspannungen gelöst werden. Der Meerrettich soll auch wirksam gegen Magen-Darm-Störungen sein und auf die Absonderung des Gallensaftes (Fettverdauung) günstig wirken. Zusätzlich enthält der Meerrettich auch bakterienhemmende (antibiotische) und krebsvorbeugende Stoffe. Das sind schwefelhaltige Substanzen, die auch im Knoblauch vorkommen (wie Allicin, Sinigrin) und den Meerrettich zu einem sehr gesunden Gewürz machen. Wissenschaftlich belegt ist die antimikrobielle Wirkung der sogenannten Senföle im Meerrettich. Das ätherische Öl enthält Allylsenföl (ca. 90 %) und 2-Phenylethylensenföl. Je nach Dosis wirkt der Meerrettich bakteriostatisch bzw. bakterizid. Zur Senfölgewinnung wird nicht die Staude, sondern nur das unterirdische dickfleischige Wurzelwerk des Meerrettichs verwendet. Bereits in den 1950er Jahren konnte die antimikrobielle Wirkung flüchtiger und öliger Wirkstoffe aus dem Meerrettich bestimmt werden. In-vitro-Tests haben ge-zeigt, dass das Gesamtöl eine stark bakteriostatische Wirkung besitzt: das Allylsenföl aus der Meerrettich-wurzel zeigt eine gute Wirksamkeit im gramne-gativen Spektrum, während das 2-Phenylethylensenföl ein erweitertes Wirk-spektrum im grampositiven Bereich auf-weist. Auch eine antivirale Wirkung des Senföls aus Meerrettich konnte nachgewie-sen werden. Meerrettichöl wirkt außerdem auf humanpathogene Pilze, Hefen, Spross- und Schimmelpilze gut fungistatisch.
In verschiedenen Untersuchungen wurde eine entgiftende Wirkung durch Meerrrettichöl bei Streptokokken- und Staphylokokken-Infektionen nachgewiesen, was sich durch Inaktivierung bzw. Zerstörung des Streptokokkentoxins Streptolysin O erklärt. In Untersuchungen am Hygieneinstitut Gießen wurde bereits 1963 festgestellt, dass ca. 100 mg der Pflanze die Menge Wirkstoff enthalten, die erforderlich wäre, um das Dreifache derjenigen Staphylokokkentoxinmenge zu inaktivieren, die bis dahin als höchste Toxinkonzentration im menschlichen Organismus gefunden wurde. Meerrettichwurzel ist bei Katarrhen der Luftwege, Infektionen der ableitenden Harnwege und zur hyperämisieren-den Behandlung bei leichten Muskelschmerzen (äußere Anwendung) angezeigt. Zur Anwendung kommen die frische oder getrocknete zerkleinerte Droge, der Frischpflanzenpresssaft oder andere galenische Zubereitungen zum Einnehmen oder zur äußeren Anwendung. Eine Kombination der Meerrettichwurzel mit anderen Pflanzenstoffen ist sinnvoll. Kombiniert mit Kapuzinerkressenkraut wird die Meerrettichwurzel in der Praxis als Phytotherapeutikum zur Behandlung von Atemwegs- und Harnwegsinfekten eingesetzt. Zahlreiche In-vitro-Studien belegen, dass eine Kombination der beiden Pflanzenstoffe ein breites antibakterielles Wirkspektrum gegenüber 13 klinisch relevanten Bakterienstämmen besitzt, u. a. gegenüber MRSA und Pseudomonas aeruginosa und auch entzündungshemmend wirkt In der 2017 aktualisierten S3-Leitlinie zur Therapie von unkomplizierten Harnwegsinfektionen wird der Einsatz von Arzneimitteln mit Kapuzinerkresse und Meerrettich als pflanzliche Behandlungsmöglichkeit bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen empfohlen. Früher ging man davon aus, dass bei Blasen- und Nierenleiden kein Meerrettich gegessen werden sollte, da große Mengen Meerrettich Nierenbluten auslösen könnten. In heutiger Fachliteratur wird dieses Problem nicht mehr berichtet. Meerrettich eignet sich nicht für Patienten mit Magen- oder Darmgeschwüren sowie Schilddrüsenfehlfunktionen. Meerrettich kann in rohem geriebenem Zustand in Mund und Nase brennen, auf der Haut Rötungen und Blasen hervorrufen und in sehr großen Mengen eingenommen zu Durchfall oder Erbrechen führen. Diese Eigenschaft verliert sich durch Trocknung der Meerrettichwurzel.
Meerrettich aufheben
Meerrettich wird in der Landwirtschaft in feuchtem Sand aufgehoben. So hält er sich den ganzen Winter. Wenn man einen kühlen Keller hat, kann man Sand in einen Eimer füllen und dort die Meerrettich-Wurzeln reinstecken. Wenn nicht, kann man die Meerrettich-Wurzeln auch in feuchte Küchentücher schlagen und ins Gemüsefach des Kühlschranks legen. Dort hält sich der Meerrettich wochenlang.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich kommt der Meerrettich aus Osteuropa und Südeuropa. In Mitteleuropa wird er kultiviert, kommt aber auch verwildert vor. Der Meerrettich bevorzugt einen tiefgründigen Boden. Der ausdauernde Wurzelstock hat walzenartige Form, wie eine Art Knüppel. Er wird etwa einen halben Meter lang und gut vier Zentimeter im Durchmesser. Außen ist die Wurzel hellgelb und innen weißlich. Im Frühjahr treibt die Meerrettichwurzel große Blätter aus. Später erscheint der Stängel der Blüte, an dem auch kleinere Blätter sitzen. Ab Mai blühen die kleinen weißen Blüten in Rispenform. Im Herbst bis hinein ins Frühjahr wird die Meerrettichwurzel geerntet.
Der Meerrettich wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 50 bis 120 (selten bis 200) Zentimeter. Diese winterharte Pflanze hält Temperaturen bis −50 °C aus. Als Überdauerungsorgan wird eine senkrechte, walzenförmige Pfahlwurzel gebildet, die eine Länge von 30 bis 40 Zentimeter und einen Durchmesser von 4 bis 6 Zentimeter erreicht. Unter guten Bedingungen mit leicht durchwurzelbarem Boden (Moor, Sand) wird die Pfahlwurzel bis zu 60 Zentimeter lang. Zum Stängel hin ist die Wurzel vielköpfig und am Wurzelende ästig mit vielen Seitenwurzeln und Wurzelfasern. Die unregelmäßig gerillte Wurzel ist außen schmutzig gelb-braun, aber das Innere ist weiß und etwas faserig. Alle Pflanzenteile sind unbehaart. Die grundständigen und am Stängel verteilten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der immer an seiner Basis deutlich verbreiterte Blattstiel kann bei den Grundblättern bis zu 60 Zentimeter lang sein, dagegen ist er bei den obersten Blättern sehr kurz. Die meist einfache, selten fiederteilige Blattspreite ist bei den Grundblättern oval-lanzettlich bis bei den oberen Stängelblättern lineal-lanzettlich. Die Blattspreite ist meist 20 bis 45 (10 bis 60) Zentimeter lang und 5 bis 12 (3 bis 17) Zentimeter breit. Der Blattrand ist bei den Grundblättern stark gekerbt und etwas gewellt oder kraus bis bei den unteren Stängelblättern ganz grob gekerbt und bei den oberen Stängelblättern fast glatt. Die Blattflächen besitzen stark hervorstehende Nerven. Die Blätter am Stängel sind unten kurz geteilt, häufig fiederspaltig und ganzrandig.
Im Frühjahr beginnen sich die Blütenstände zu bilden; die Blütezeit reicht von Mitte Mai bis Juli. Die runden Blütenstandschäfte erreichen Wuchshöhen von bis zu 1,20 Meter. Der traubige Blütenstand besitzt Durchmesser von bis zu 40 Zentimeter. Es sind keine Hochblätter vorhanden. Die Blüten duften stark. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig mit doppelten Perianth. Die vier länglichen und stumpfen Kelchblättersind 2 bis 4 Millimeter lang. Die vier weißen Kronblätter sind mit meist 5 bis 7 (bis 8) Millimeter bis zu doppelt so lang wie die Kelchblätter und bis zu 1,5 Millimeter lang genagelt. Zwischen den Staubfäden befinden sich sechs Drüsen, zwei seitlich am Grund der kurzen und je eine zwischen den langen Staubfäden und dem Kelch. Es sind sechs Staubblät-ter vorhanden mit 1 bis 2,5 Millimeter langen Staubfäden und 0,5 bis 0,8 mm langen Staubbeuteln. Der Griffel ist nicht wahrnehmbar oder bis zu 0,5 Mil-limeter lang. Die Narbe ist halbkugelig mit einer Furche oben. Die Blüten-/Fruchtstiele wachsen bis zur Fruchtreife zu einer Länge von 8 bis 20 Millimetern. Die Schoten bilden sich nicht immer vollständig aus. Die Schote ist 4 bis 6 Millimeter lang. In jedem Schotenfach befinden sich keine oder vier bis selten sechs Samen. Die zusammengedrückt wirkenden Samen sind oval, braun und fast glatt.

Bachblüten
Man redet viel, nervt andere durch Zwischenfragen (Cerato)
Sie reden sehr viel, nerven jedoch durch lästige Zwischenfragen
Mit Cerato dämmt das reden ein und nerven kaum mehr mit deren Zwischenfragen
Bachblüten
Man hat das Gefühl auf einem Pulverfass zu sitzen (Cherry Plum)
Sie haben das ständige Gefühl auf einen Pulverfass zu sitzen
Mit der Blüte können sie diese Gefühl des Pulverfasses abstreifen
In der Ernährungspyramide wird der Vitamin- und Mineralstoffversorgung erläutert
4 Portionen: Getreide und Kartoffeln
Es sollten täglich 4 Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Kartoffeln gegessen werden. 1 Portion ist: bei Brot (1 Handfläche), bei Kartoffeln (2 Fäuste), bei Getreideflocken (1 Handvoll), bei gekochten Nudeln (2 Fäuste) und bei gekochtem Reis (auch 2 Fäuste).
3 Portionen: Milch und Milchprodukte
1 Portion sollte so aussehen: 200ml (1 Glas bzw. Becher) flüssige Milch und auch Produkte wie Buttermilch und Joghurt. 1 Faust voll Hüttenkäse und 2 handflächengroße dünne Scheiben Käse. Ein Tipp: Es sollten 2 Portionen „weiß“ sein wie z.B. Joghurt, Hüttenkäse und Buttermilch und 1 Portion „gelb“ wie z.B. Käse sein. Beim Käse sollte eine fettarme Variante sein.
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