Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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14.09.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > September > 09.09.19-15.09.19


ANIS


Anis ist eine sehr alte Heil- und Gewürzpflanze. Der Anis stammt ursprünglich aus Asien und den südöstlichen Mittelmeerländern. In unseren Breiten ist er nur in Gärten oder im landwirtschaftlichen Anbau zu finden. Wilde Pflanzen sind sehr selten. Seine süßlich schmeckenden Früchte sind in der Weihnachtsbäckerei und in Schnäpsen (z.B. Ouzo) bekannt. In der Heilkunde hilft Anis bei Husten, Blähungen und bei der Milchbildung.
Anis ist eine Pflanzenart in der Familie der Doldenblütler. Der Name geht auf das griechische Wort ἄνηθον für Dill zurück, mit dem der Anis verwechselt wurde. Anis, das als Gewürz- und Heilpflanze ver-wendet wird, war in Deutschland die Heilpflanze des Jahres 2014.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Husten
Heilwirkung: antibakteriell, entspannend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Abgeschlagenheit, Aphrodisiakum, Appetitlosigkeit, Asthma, Blähungen,  Bronchitis, Epilepsie (unterstützend), Erbrechen, Halsinfektionen, Insektenstiche, Kopfschmerzen, Milchbildung, Magenkrämpfe, Pfeiffersches Drüsenfieber Reizhusten, Schlaflosigkeit, Schluckbeschwerden, Trockener Husten, Verdauungsschwäche
wissenschaftlicher Name: Pimpinella anisum L.
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Aniseed
volkstümliche Namen: Anais, Arnis, Brotsamen, Enes, Enis, Einis, Jenes, Römischer Fenchel
Verwendete Pflanzenteile: Früchte (sie sehen wie Samen aus)(Anisi fructus)
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Anethol, Isoanethol, Ansiketon, Anissäure, Acetaldehyd, Acetylcholin, Azu-len, Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Eugenol, Kaffeesäure, Cumarine, Myristicin, Salicy-late, Thymol, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C
Tages-Dosis: 4 Gramm (Erwachsene und Kinder über 6 Jahre), 1 Gramm (Kinder bis 2 Jahre), 2 Gramm (Kinder zwischen 2-6 Jahren)
Gegenanzeigen: Schwangerschaft; Allergie gegen Anis oder Anethole
Nebenwirkungen: Allergische Hautreaktionen auch der Schleimhäute
Sammelzeit: Frühherbst (kommt kaum wildwachsend vor)

Anwendung
Anis ist Bestandteil vieler Teemischungen, weil er nicht nur eine ausgeprägte Wirkung gegen viele Beschwerden hat, Anis wertet langweilige Kräutermischungen geschmacklich auf. Anis findet sich in einigen Tee-Mischungen gegen Fieber, z.B. in Kombination mit Weidenrinde. Der Stilltee, den junge Mütter zu Beginn der Stillzeit trinken sollten, besteht aus Anis, Kümmel und Fenchel. Der Tee entfaltet seine Wirkung indirekt über die Muttermilch und wirkt gegen Blähungen des Babys. Gleichzeitig regt dieser Tee die Milchbildung an. Stillenden Müttern hilft auch reiner Anistee bei der Milchbildung, hier nimmt der Säugling ebenfalls die Inhaltsstoffe gegen Blähungen über die Muttermilch auf. Die milchbildende Wirkung beruht auf der östrogenen Wirkung des Anisöls. Die Samen sollten vor der Anwendung zerquetscht werden, z.B. mit einem Mörser, da so die Wirkstoffe besser freigesetzt werden können. Der Geschmack von Anis ist süßlich, blumig und mild. Durch seinen freundlichen Geschmack ist Anis auch besonders für Kinder geeignet. Das ätherische Öl des Anis wird nach der Einnahme über die Lunge ausgeschieden und wirkt dadurch durch die Lungenbläschen und Bronchien von innen. Auch die Verdauungsvorgänge werden auf milde Weise angeregt. Blähungen lösen sich durch die krampflösende Wirkung in Wohlgefallen auf. Das ätherische Anisöl kann man, verdünnt mit fetten Ölen oder als Salbe, zu Einreibungen verwenden. So hilft es bei Brusteinreibungen gegen Husten und bei Baucheinreibungen gegen Blähungen und Magen- und Darmkrämpfe. Für Inhalation mit Anisöl nimmt man heißes Wasser und etwa 5 Tropfen Anisöl, die Dämpfe atmet man etwa 10 Minuten ein. Lindert die Beschwerden bei Erkältungen. Auf keinen Fall sollte man Anisöl unverdünnt innerlich anwenden oder in die Augen bringen. Ätherische Öle dürfen nicht bei Säuglingen eingesetzt werden. In der Küche ist der Anis, vor allem bei Süßspeisen und Gebäck sehr beliebt. Auch hier hilft er, die Verdauung zu unterstützen und fördert die Atmung.
Blähungs-Teemischung
Zutaten: 40g Anisfrüchte (Samen), 40g Fenchelfrüchte (Samen), 20g Kamillenblüten
Anleitung: Brüh einen Tee auf mit einem Esslöffel Teemischung pro Tasse. Lass den Tee 10-15 Minuten ziehen. Filter den Tee anschließend ab. Trink den Tee in kleinen Schlucken.
Verwendung
In der westlichen Küche wird Anis heute vor allem in Brot und Backwaren verwendet. Hauptsächlich wird Anis jedoch Spirituosenund Likören beigemischt, wie etwa Sambuca, Rakı, Ouzo, Arak, Absinth, Pastis, Aguardiente, Chinchon und Anisette. Anis wird hier jedoch zunehmend vom ertragreicheren Sternanis abgelöst, der aus China kommt. Sternanis hat aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung des ätherischen Öls einen ähnlichen Geschmack, sieht aber anders aus und ist nicht näher mit dem echten Anis verwandt. Daneben spielt Anis eine Rolle bei der Herstellung von Süßwaren. So werden beispielsweise im kleinen französischen Dorf Flavigny-sur-Ozerain die berühmten Anis-de-Flavigny-Bonbons hergestellt. In Süddeutschland, Teilen von Österreich, der Schweiz und Ungarn kennt man mit einem Model geformte Plätzchen, die Springerle oder Anisbrötchen genannt werden. Das Aroma wird von Anethol bestimmt, das mit 90% der Hauptbestandteil des ätherischen Öls ist. Pflanzen mit sehr ähnlichem Aroma sind Fenchel (der den Anis in Asien vollständig ersetzt), der Sternanis und die heutzutage selten verwendete Süßdolde. Anis wird seit langem sowohl in der Küche als auch in der Duftindustrie verwendet. Ausgrabungen auf Santorin ergaben, dass die Verwendung von Anis im 16. Jahrhundert v. Chr. allgemein üblich war, und die alten Kreter würzten ihre Weine neben Koriander, Wacholder, Dost auch mit Anis. Schon im 7. Jahrhundert v. Chr. betrieben Athen und Korinth einen lebhaften Handel mit Duftölen, in denen auch der Anisduft eine Rolle spielte. Pythagoras von Samos bezeichnete um 550 v. Chr. mit Anis gewürztes Brot als köstliche Delikatesse. Bei den Römern hielt der Anis Einzug in die Feinbäckereien; Kuchen, die bei hohen Festlichkeiten gereicht wurden, waren mit Anis-Früchten gewürzt. So berichtet Vergil von Aniskeksen. Bei Ausgrabungen im römischen Kolosseum entdeckte man Anisgebäck, das die Zuschauer der Gladiatorenkämpfe zwischen den Sitzreihen verloren hatten.
Heilwirkung
Ein heißer Aufguss wird aufgrund seiner schleimlösenden und sekretomotorischen Wirkung als Hustenmittel, auf Grund von krampflösender und blähungstreibender Wirkung auch bei Magen-Darm-Beschwerden, verwendet. Das aus den Früchten durch Destillation gewonnene Anisöl wird gegen Ungeziefer – oder in fetten Ölen und Salbengrundlagen eingearbeitet, volksmedizinisch zu reizenden Einreibungen – eingesetzt. Anis regt die Drüsen des Magen-Darm-Traktes an. Anistee wird daher – oft auch mit Fenchel und Kümmel gemischt – bei Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Koliken und Krämpfen eingesetzt. Für Anistee überbrüht man 1 Teelöffel Anis mit 1 Tasse kochendem Wasser und lässt die Mischung 10 Minuten ziehen. Da die ätherischen Öle teilweise über die Lungen wieder ausgeschieden werden, findet Anis auch in vielen Hustentees Verwendung. Da die ätherischen Öle in Exkretgängen („Ölstriemen“) lagern, können die Früchte vor Gebrauch angestoßen werden, um die Wirkstofffreisetzung zu beschleunigen. Allerdings sinkt dadurch die Haltbarkeit, da das ätherische Öl flüchtig ist.

Geschichte und Brauchtum
Anis ist eine alte Gewürz- und Heilpflanze, die den Menschen schon seit vielen Jahrtausenden begleitet. Anis wurde den Göttern geopfert und ist Bestandteil vieler festlicher Gerichte. Hexen empfahlen getrocknete Anispflanzen gegen schlechte Träume. Taubenzüchter nutzten das Öl um die jungen Tauben an ihren Schlag zu binden und noch heute wird Anis den jungen Tauben dem Futter beigemischt. Im Herbst und Winter haben die Frauen ihren Männern anishaltige Nahrung und Getränke zubereitet, damit der müde Mann wieder munter wurde.

Pflanzenbeschreibung
Heimisch ist der Anis im südöstlichen Mittelmeerraum und Asien. Nach Mitteleuropa kam der Anis durch Mönche und Nonnen in Klostergärten. Der Anis ist eine einjährige Pflanze. Er wird etwa 50 cm hoch. Die Blätter im unteren Bereich sind dreilappig, weiter oben sind sie gefiedert. Ganz oben sind die Blätter schmal gelappt. Im Juli und August blüht der Anis in weißen Dolden. Aus den Blüten entstehen die Früchte mit ihrer eiförmigen Form, die sich nach oben verjüngen. Vom tödlich giftigen Schierling kann man den Anis am leichtesten durch den angenehmen Duft unterscheiden.
Vegetative Merkmale
Die Anispflanze wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern. Die Pfahlwurzel ist dünn. Der aufrechte, stark verzweigte Stängel ist leicht behaart. Die ganze Pflanze ist stark aromatisch. Die Laubblätter sind verschiedengestaltig: die 2 bis 5 Zentimeter lang gestielten, einfa-chen Grundblätter sind bei einer Länge von 1 und 3 Zentimetern herzförmig rundlich und am Rand ein-geschnitten gesägt. Die Stängelblätter sind ein- bis zweifach fiederteilig, die Ränder der Fiederblättchen sind gesägt. Die obersten Stängelblätter sind mehr und mehr reduziert, bis sie nur noch dreilappig sind.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Der doppeldoldige Blütenstand besitzt einen Durchmesser von 1,5 bis 6 Zentimetern und ist 7- bis 15- meist 12-strahlig. Die Hülle besteht aus ein bis zwei linear-lanzettlichen, 1 bis 2 Millimeter langen Hüllblättern oder fehlt. Die ungleichlangen Doldenstrahlen sind 1 bis 4 Zentimeter lang. Es sind ein bis zwei oder keine lineale, 2 bis 3 Millimeter lange Hüllchen vorhanden. Die Döldchen weisen einen Durchmesser von 5 bis 10 Millimetern auf und enthalten jeweils etwa zehn Blüten. Die Blütenstiele (Döldchenstrahlen) sind anfangs 2 bis 6 Millimeter lang und wachsen bis zur Fruchtreife auf bis zu 10 Millimeter. Die relativ kleinen Blüten sind fünfzählig, zwittrig und radiärsymmetrisch. Kelchblätter fehlen. Die fünf weißen Kronblätter besitzen an ihrer Spitze ein eingeschlagenes Läppchen. Es ist nur ein Kreis mit fünf freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Die Früchte reifen im August bis September. Es werden trockene, zweiteilige Spaltfrüchte, Doppelachänen genannt, gebildet. Die braunen Früchte sind bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 2,5 Millimetern eiförmig. Die Früchte sind mit grauen Härchen überzogen, die sie von Petersilienfrüchten unterscheiden. Die gelben Rippen verlaufen, anders als bei den giftigen Schierlingsfrüchten, gerade.

Anbau
Der Standort sollte trocken, warm und sonnig sein. Der Boden sollte wasser- und luftdurchlässig sein. Im Frühjahr im Abstand von etwa 20 cm aussäen. Da die Pflanze einjährig ist, muss man sie jedes Jahr neu säen, man sollte aber an gleicher Stelle nur alle 3 Jahre Anis anbauen.

Ernte
Sobald im Frühherbst die Samen-Früchte reif sind, werden diese geerntet, diese werden sanft nachgetrocknet und dürfen auf keinen Fall erhitzt werden, da sonst die wertvollen ätherischen Öle verloren gehen. Bei der Lagerung kann sich an den Gefäßwänden ein Teil der ätherischen Öle niederschlagen, dies ist zwar ein Zeichen für unsachgemäße Lagerung hat aber keinen großen Einfluss auf die Qualität der Samen.



RIZINUS
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Der Rizinus ist eine sehr schnell wachsende Pflanze aus den Tropen, sie kann bei optimalen Bedingungen innerhalb von ein paar Monaten über 5 Meter hoch werden, daher auch der Name Wunderbaum. Die hochgiftigen Samen werden geschält und durch kalte Pressung wird das ungiftige Rizinus-Öl gewonnen. Das schlecht schmeckende Öl wird hauptsächlich als Abführmittel und Hautpflege eingesetzt.
Der Wunderbaum oder izinus ist die einzige Pflanzenart der zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehörenden monotypischen Gattung Ricinus. Er ist  Giftpflanze des Jahres 2018.
Auch die ähnliche Blätter aufweisende Zimmeraralie, die auch manchmal als Falscher Rizinusbezeichnet wird, ist nicht zu verwechseln.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Abführmittel, Hautpflege
Heilwirkung:
abführend, erweichend, entzündungshemmend, wurmaustreibend
Anwendungsbereiche:
Abszesse, Augenentzündung, Eiterbeulen, Geschwüre, Hauterkrankungen, Insekten, Pickel, Schuppen, Verstopfung, Warzen, Weheneinleitung, Würmer
wissenschaftlicher Name:
Ricinus communis
Pflanzenfamilie:
Wolfsmilchgewächse = Euphorbiaceae
englischer Name:
Castor Oil Plant, Castorbean
volkstümlicher Name:
Christuspalme, Rizinus, Wunderbaum
Verwendete Pflanzenteile:
Öl der Samen
Inhaltsstoffe:
Alkaloide, ätherisches Öl, Bitterstoffe, fettes Öl, Glyceride, Pyridin-Alkaloid, Ricin, Rizinolsäure, Toxalbumin, Tririzinolein
Sammelzeit:
September-November
Nebenwirkungen:
Übelkeit, Koliken
Kontraindikation:
Schwangerschaft, Kleinkinder, Darmverschluss, Entzündungen im Magen-Darm-Bereich

Anwendung
Öl innerlich
Als Klistir oder als Trunk gegen Verstopfungen. 1-2 Esslöffel Rizinus-Öl auf nüchternen Magen einnehmen, die Wirkung setzt nach etwa 3 Stunden ein. Der Geschmack kann durch Kühlung und Fruchtsirup verbessert werden, Zitronensaft macht die Einnahme auch angenehmer. Es gibt fertige Rizinus-Öl-Kapseln mit Dosieranleitung. Der Tipp, dass man Rizinus-Öl bei Vergiftungen einsetzen sollte, ist nicht zu empfehlen, da viele Gifte durch das Öl noch schneller vom Körper aufgenommen werden können. Das gleiche gilt auch für andere Medikamente, die im gleichen Zeitraum eingenommen werden. Medikamente können in der Wirkung ver-stärkt und vermindert werden.
Öl äußerlich
Um Warzen zu behandeln, diese mehrere Wochen mehrmals täglich mit Rizinus-Öl einreiben. Warzen sollten kleiner werden und mit der Zeit verschwinden. Juckend oder gereizte Haut lässt sich gut mit Rizinus-Öl pflegen. Rizinus-Öl ist auch in einigen Augentropfen enthalten, man sollte aber nicht selbst Rizinus-Öl ins Auge geben. Empfehlenswert ist aber die Wimpernpflege, bei der die Wimpern leicht mit Rizinus-Öl eingestrichen werden.
Insekten
Die Blätter, teilweise auch das Öl, vertreiben viele Insekten, z.B. auch Küchenschaben.
Verwendung als Zierpflanze
Der Wunderbaum ist eine beliebte  Zierpflanze, zumal sie schnellwüchsig ist und von exotischem Äußeren. In gemäßigten Breiten überlebt die frostempfindliche Pflanze den Winter jedoch nicht und wird daher meist nur einjährig kultiviert. Idealer Standort im Garten ist ein Mistbeet, oder auch jede andere nicht zu schattige Stelle. Mehrere Sorten sind gezüchtet worden, meist für die kommerzielle Ölproduktion. Einige Sorten wurden jedoch auch für den Zierpflanzenhandel gezüchtet: „Carmencita" mit bronzeroten Blättern und leuchtend roten Blüten; „Impala", eine Miniatursorte mit roten bis purpurnen Blättern; „Sanguineus" mit blutrotem Stamm und Blattwerk; „Gibsonii Mirabilis", eine Zwergsorte in Dunkelrot und „Zanzibarensis" mit weiß geäderten, grünen Blättern.

Geschichtliches
Die Rizinuspflanze wird seit mindestens 6000 Jahre angebaut, wie Grabbeigaben und schriftliche Dokumente (Papyrus) aus Ägypten zeigen. Dort wurde das Öl der Samen für Medizin, Schmuck, Lampen und Kosmetika genutzt. Der Papyrus Ebers "Das größte Buch zur Heilkunst im Alten Ägypten" beschreibt, dass das Kauen eines(?) Samens und Herunterspülen mit Bier "alles herauskommt, was in seinem Bauch ist" (seinem = Mann). Eine sehr gefährliche und unangenehme Methode den Darm zu entleeren, da schon wenige Samen einen stattlichen Mann umbringen können und die Nebenwirkungen der Vergiftungen schrecklich sind. Die Nebenwirkungen dieser Abführung dürften folgende gewesen sein: Erbrechen, blutiger Durchfall, Kolik, Nierenentzündung, Leberschäden (Lebernekrosen), Kreislaufprobleme um nur einige zu nennen. Auch als Haarwuchsmittel wurde das Öl eingesetzt. Im antiken Griechenland nutzte man daher das Öl nur für äußere Anwendungen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Einsatz als Abführmittel durch, nachdem man bemerkte, dass das Öl in der Karibik innerlich als Abführmittel eingesetzt wurde, ohne dass die Menschen sich damit vergifteten. Die Wimpern wurden mit Rizinusöl bestrichen, damit die Wimpern und Augen besser zur Geltung kommen. Die Wimpern sollen mit so einer Kur auch kräftiger und länger werden. Heute wird Rizinus-Öl nur noch selten als Abführmittel eingesetzt, dafür viel mehr in der Industrie für Produkte wie Kosmetika, Farben, Schmiermittel, Fasern, Papiere.

Pflanzenbeschreibung
In den gemäßigten Klimazonen wächst die Pflanze als einjährige krautige Pflanze, in den Tropen als mehrjährige Pflanze. Die Pflanze ist schnellwüchsig und wird unter idealen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu 5 bis 6 Meter hoch. In tropischem Klima erreicht sie nach mehreren Jahren Wuchshöhen von über 10 Metern und bildet einen verholzten Stamm. In saisonalen Klimaten stirbt die Pflanze jedes Jahr oberirdisch ab und treibt dann bei entsprechender Sonneneinstrahlung wieder neu aus. Die  wechselständig stehenden  Laubblätter sind 30 bis 70 cm groß, dunkelgrün (bei einigen Sorten rötlich bis purpurfarben) und sie haben sehr lange, oft rötliche  Blattstiele. Sie sind handförmig gespalten mit fünf- bis elf spitzen, eiförmigen Lappen, sie stehen näher zum Blattgrund schildförmig an den Stielen. Der Blattrand ist gesägt mit drüsigen, ungleich großen Spitzen. Die Blattunterseite ist drüsig. Die Mittelnerven der Nervatur sind teils rötlich ausgebildet. Auch die stark wasserhaltigen  Stängel sind bei einigen Sorten rot überlaufen. Es sind kleine, abfallende, stängelumfassende und dreieckförmige  Nebenblätter vorhanden. Es sind extraflorale Nektarienan der Blatt- und Tragblattbasis, an den Blatträndern der Nebenblätter und an Blattstielen vorhanden. Der Wunderbaum blüht von August bis Oktober. Es werden große, etwa 30–40 cm lange, endständige  traubig oder  rispige Blütenstände gebildet. Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Die duftenden, kurz gestielten und eingeschlechtigen Blüten sind unscheinbar und ohne Kronblätter. Die eiförmigen, grün-rötlichen Kelchblätter der weiblichen Blüten sind früh abfallend, die der männlichen sind eiförmig, grün-gelblich und haltbar. In der oberen Hälfte des Blütenstandes werden nur die, an den roten und zweiästigen, stark  papillösen  Narben zu erkennenden, weiblichen Blüten gebildet, in der unteren Hälfte nur die männlichen Blüten, mit ihren über 100 typischen und reich verzweigten, basal verwachsenen, bündeligen und weißlich bis hellgelben  Staubblättern. Der oberständige und dreifächrige  Fruchtknoten ist stachelig, mit drei sehr kurzen  Griffeln. Es werden bräunliche, dicht bis spärlich mit weichen, etwa 5 mm langen Stacheln besetzte, dreifächerige und etwa 1,5–2,5 cm große  Spaltfrüchte, deren Teilfrüchte an einem oben breiteren, kurzen Karpophor stehen, gebildet. Sie ähneln den Kastanienfrüchten, sind aber weicher bestachelt, manchmal löst sich das leicht fleischige Exocarp vom holzigen Mesocarp. Die abgeflachten, rötlichbraunen bis silbrig, gräulichen und marmorierten, ellipsoiden und bohnenförmigen, etwa 7–14 mm langen wie breiten und 6–8 mm dicken Samen sind glänzend, mit einer kleinen zweiteiligen  Caruncula, die oft später abfällt. Die  Samenschale ist dünn, hart und spröde und leicht zu entfernen, das Tegmen ist sehr dünn und papierig, häutig, das  Endosperm ist groß und umgibt die flachen Kotyledonen. Die Tausendkornmasse beträgt durchschnittlich etwa 200–450 Gramm. Die Caruncula dient der sekundären Samenausbreitung durch Ameisen, nach der Autochorie. Sie fressen die Caruncula und legen die Samen dann irgendwo ab. Die Pflanze ist  termiten- und trockenheitsresistent.  
Der Rizinus ist in Indien und dem tropischen Afrika heimisch. In tropischen Ländern wird er angebaut, in Südeuropa ist er ausgewildert, wird weltweit als Zierpflanze geschätzt. In einigen warmen Gegenden der USA ein gefürchtetes Unkraut. Europa: Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50 cm und 4 Metern hoch. Im Winter stirbt die oberirdische Pflanze ab und treibt im nächsten Frühjahr neu aus. Ist der Winter sehr kalt, stirb die Pflanze vollständig ab. Tropen: Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 15 Meter hoch. Die Blätter sind handförmig und bis zu 70 cm groß, je nach Sorte grün bis rot. Die Blüten erscheinen von Juli bis Oktober. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst in den stacheligen Fruchtkapseln die bohnenförmigen Samen.

Anbautipps
Aussaat der Samen im Frühling. Der Samen bleibt etwa 3 Jahre keimfähig und verträgt keine längere Zeit über 40°C. Der Boden muss humusreich, feucht aber ohne Staunässe sein. Der Standort muss vollsonnig und warm sein, im Schatten wächst die Pflanze nicht. Damit sich reifen Samen bilden, wird ein etwa 150-180 Tage warmer Zeitraum (über 20°C) benötigt. Die Pflanze wächst sehr schnell, verträgt aber keinen starken Frost, daher ist die Anzucht in großen Töpfen empfehlenswert. Wegen der Giftigkeit der Pflanze nicht an Orten anpflanzen, zu dem Kinder Zutritt haben.

Sammeltipps
Die reifen Samen werden gesammelt, geschält und ausgepresst. Es sind noch weitere Schritte (mit Wasser-dampf) nötig, um sicher die giftigen und unerwünschten Stoffe aus dem Öl zu entfernen. Beim Sammeln und Verarbeitung nicht mit der Pflanze oder Samen in Hautkontakt kommen, da Hautreizungen möglich sind. Man sollte aber wegen der hohen Giftigkeit der Samen auf eine Verarbeitung verzichten, da schon bei der Verarbeitung Vergiftungs- oder Allergie-Gefahr besteht.



BACHBLÜTEN
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ERNÄHRUNG
Lebensmittelauswahl – weniger geeignete Lebensmittel
Brot- und Backwaren: Weißbrot, Semmeln, normales Toastbrot und Gebäck aus Weißmehl, Mischbrot, Graubrot, Palatschinken
Getreideprodukte: Teigwaren aus hellem Mehl, geschälter (weißer) Reis, Cornflakes und Nicht-Vollkorn-Frühstückflocken
Gemüse und Obst: Gemüse- und Obstkonserven, Tiefkühl-Fertiggerichte, Fruchtsaftgetränke bzw. Fruchtnektare
Kartoffeln: Pommes frites, Kroketten, Chips, Instant-Kartoffelpüree, Knödel aus Fertigmischung
Hülsenfrüchte: Hülsenfrüchte in Konserven


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