Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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14.09.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > September > 11.09.17-17.09.17


EIBISCH  

Der Eibisch gehört zur Familie der Malvengewächse und ist daher wie seine Verwandten eine Zierde für jeden Garten. Schon seit der Antike gehört der Eibisch zu den hoch geschätzten Heilpflanzen. Sein wichtigster Inhaltsstoff ist der Schleim, der in großen Mengen vorkommt. Daher darf man den Eibisch auch nicht kochen, sondern nur als Kaltauszug ansetzen, um die Kräfte des Schleimes zu erhalten. Der Schleim des Eibischs wirkt lindert auf alle Schleimhäute, weshalb man ihn hauptsächlich für Erkrankungen der Atmungsorgane und des Verdauungsapparates einsetzt. Auch auf Probleme der Haut kann der Eibisch lindernd wirken, wenn man ihn als Umschlag oder Bad verwendet.
Der Echte Eibisch, auch Arznei-Eibisch genannt, gehört zur Familie der  Malvengewächse.

Steckbrief
Heilwirkung:
beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, tonisierend, Bronchitis, Husten, Luftröhrenentzündungen, Halsentzündungen, Heiserkeit, Erkältungen, Mundschleimhautentzündungen, Magenschleimhautentzündungen, Darmschleimhautentzündungen, Magenübersäuerung, Magengeschwür, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Mundgeruch, Blasenentzündung, Blasensteine, Epilepsie, Wunden, Leichte Verbrennungen, Rissige Haut, Trockene Haut, Feuchte Ekzeme, Bisse, Insektenstiche, Splitter, Furunkel, Quetschungen, Muskelkater
wissenschaftlicher Name:
Althea officinalis
Pflanzenfamilie:
Malvengewächse = Malvaceae
englischer Name:
Marsh Mallow
volkstümliche Namen:
Adewurzel, Allee, Altee, Alter Thee, Alte Eh, Driantenwurzel, Eibsche, Flusskraut, Heilwurz, Heimischwurzel, Hilfwurz, Ibsche, Ipsche, Sammt-Pappel, Samtpappel, Schleimwurzel, Weiße Pappel, Weißwurzel
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Blätter, Blüten
Inhaltsstoffe:
Schleim, ätherisches Öl, Saponine, Asparagin, Ephedrin, Gerbstoff, Gerbsäure, Cumarine, Zink
Sammelzeit:
Wurzel: September bis November

Anwendung
Die wichtigste Eigenschaft des Eibischs ist sein Reichtum an Schleimen, vor allem von der Wurzel. Daher kann man sie überall einsetzen, wo eine einhüllende, schützende Wirkung erwünscht ist. Der Eibisch hilft in erster Linie gegen Atemwegserkrankungen und bei Entzündungen und Reizungen der Verdauungsorgane.
Eibisch in der Pflanzenheilkunde
Als  Droge werden verwendet:
Die zur Blütezeit im Juli bis August gesammelten und getrockneten Blüten. Die vor und während der Blüte gesammelten und getrockneten Laubblätter. Die Eibischwurzel, insbesondere zur Herstellung der Eibisch-Salbe. Die Schleimstoffe wirken einhüllend und reizmildernd; im Tierversuch konnten auch entzündungshemmende und immunstabilisierende Wirkungen nachgewiesen werden. Verschiedene Zubereitungen kommen zur Anwendung bei Entzündungen des Mund- und Rachenraums, zur Minderung des Hustenreizes, bei leichten Entzündungen im Magen-Darm-Bereich.
Eibisch Tee
Damit der Schleim der Eibisch-Wurzel gut erhalten bleibt, wird Eibisch-Tee als  Kaltauszug zubereitet. Dazu übergießt man 3 Teelöffel der geschnittenen Eibisch-Wurzel mit einer Tasse kaltem Wasser und lässt den Ansatz mindestens acht Stunden ziehen (über Nacht geht auch). Dann seiht man den Tee ab und erwärmt ihn leicht auf Trinktemperatur. Auch Tee aus den Blüten und Blättern des Eibischs wird kalt angesetzt. Von diesen braucht man jedoch nur ein bis zwei Teelöffel pro Tasse. Vom Eibisch-Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Man kann ihn auch zum Spülen und Gurgeln gegen Entzündungen im Mundraum verwenden.
Äußerlich
Eibisch-Tee kann man auch äußerlich in Form von Waschungen, Bädern oder Umschlägen anwenden. Er hilft bei leichte Brandwunden, rissige Haut und feuchte Ekzeme. Furunkel und sogar Karbunkel werden durch Eibisch-Breiumschlägen erweicht. Dazu reibt man die Wurzeln fein und vermischt sie mit Honig. Dieser Brei wird auf ein kleines Tuch gestrichen und auf die zu behandelnde Stelle gelegt. Alle zwei bis drei Stunden durch einen neuen Umschlag ersetzen.
Küche
Der Eibisch eignet sich auch für den Einsatz in der Küche. Früher wurden Marsh-Mallows aus den Stängeln, Blättern und der Wurzel des Eibischs zubereitet. Heutzutage werden für diese Süßigkeit jedoch synthetische Stoffe verwendet. Die gekochte Wurzel ist nahrhaft aber fade. In Notzeiten wurde die Eibischwurzel früher gekocht. Aus Blättern und Blüten kann Salat zubereitet werden.

Pflanzenbeschreibung
Der Echte Eibisch ist eine aufrechte, mehrjährige krautige Pflanze mit kräftigen Stängeln. Er erreicht eine Größe von 60 bis 150 cm und blüht von Juli bis August strahlend weiß. Althaea officinalis ist eine wertvolle Bienenfutterpflanze. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna.
Der Eibisch ist in Südeuropa heimisch, wird in Mitteleuropa jedoch gerne in Gärten angebaut. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 2 Meter hoch. Im Frühling treibt die Wurzel zunächst rundliche Blätter in Bodennähe, die nicht filzig sind. Erst später wächst der Stängel zwischen einem und zwei Meter hoch. Die Blätter, die an den Stängeln wachsen, sind dreilappig und haben samtige Haare. Zwischen Juni und Ende August erscheinen die Blüten, die zahlreich in den Blattachseln sprießen. Die fünf mittelgroßen Blütenblätter sind hellrosa. Die zu-sammengewachsenen Staubblätter und Stempel sind kräftiger gefärbt und etwa rot-violett. Aus den Blüten entwickeln sich kastenartige Früchte, ähnlich wie bei der Malve, mit der der Eibisch verwandt ist.

Sammeltipps
Die Wurzel des Eibischs wird im zeitigen Frühjahr oder im Herbst nach der Blütezeit ausgegraben. Die Blüten sammelt man, wenn sie frisch aufgeblüht sind. Da sich die Blütezeit der Pflanzen über Monate hinzieht, werden die Blüten nach und nach gesammelt. Die Blätter sammelt man erst nach der Blütezeit, denn erst dann ist der Schleimgehalt in den Blättern am höchsten.




BITTERSÜSSER NACHTSCHATTEN tt  

Der Bittersüße Nachtschatten ist ein giftiger Halbstrauch, der in Europa, Nordamerika und Asien zu finden ist. Auch als Zierpflanze findet sie sich in Gärten. Die Blüten sind violett und die reifen Beeren sind rot. Die Pflanze wird von Heilkundigen schon seit tausenden von Jahren eingesetzt, auch die Homöopathie nutzt den Bittersüßen Nachtschatten. Man selbst sollte auf die innere Anwendung dieser giftigen Pflanze verzichten.
Der Bittersüße Nachtschatten ist eine  Pflanzenart aus der Gattung der Nachtschatten in der Familie der  Nachtschattengewächse. Zu seltener oder früher verwendeten Trivialnamen zählen Alpranke, Bittersüß, Hirschkraut, Heischkraut, Mäuseholz, Saurebe, Seidelbeere, wilde Stickwurz und Wasserranke. Er ist  giftig, er enthält das Saponin Solanin und andere Alkaloide. Die arzneilich genutzten Stängel werden Solani dulcamarae stipites genannt.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Hauterkrankungen, Gicht, Husten, Rheuma
Heilwirkung:
Pflanzenheilkunde: adstringierend, antiallergisch, antimikrobiell, antimykotisch, antirheumatisch, auswurffördernd, beruhigend, blutreinigend, entzündungshemmend, fiebersenkend, gewebeverdichtend, harntreibend, kortisonähnlich, kühlend, narkotisierend, schleimhautreizend, schleimlösend, schmerzstillend. Homöopathie: abwehrstärkend, auswurffördernd, schweißtreibend
Anwendungsbereiche:
Pflanzenheilkunde: Abführmittel, Asthma, Brechmittel, Cellulite, Cellulitis, Colitis ulcerosa, Dermatitis, Dickdarmentzündung, Drüsenschwellung, Ekzem, Entgiftung, Fieber, Gelbsucht, Gerstenkorn, Geschwulst, Geschwüre, Gicht, Hautauschläge, Hauterkrankungen, Hautjucken, Husten, Keuchhusten, Krebs, Neurodermatisches Rheuma, Schmerzen, Schuppenflechte, Syphilis, Übelkeit, Warzen, Homöopathie: Blasenentzündung, Entgiftung, Gastroenteritis, Gelenkschmerzen, Hautausschlag, Muskelschmerzen, Nesselsucht, Rheumatismus, Schnupfen
wissenschaftlicher Name:
Solanum dulcamara L.
Pflanzenfamilie:
Nachtschattengewächse = Solanaceae
englischer Name:
Bitter Nightshade, Bittersweet, Bittersweet Nightshade, Woody Nightshade
volkstümlicher Name: Alfenkraut, Alpranke, Bittersüßer Nachtschatten, Hirschkraut, Mäuseholz, Natterholz, Pißranken, Rote Hundsbeere, Seidelbeere, Teufelsklatten
Verwendete Pflanzenteile:
Beeren, Blätter, Stängel, Wurzelrinde
Inhaltsstoffe:
Alkaloide, Atropin, Bitterstoffe, Campesterol, Cycloartenol, Gerbstoff, Gerbsäure, Saponine, Solacein, Solamarin, Solanein, Solanin, Solasodin, Steroidalkaloidglykoside, Stigmasterol, Tomatidenol
Sammelzeit:
März-Mai, September-November
Nebenwirkungen:
Lähmungen, Schwindel
Kontraindikation:
Schwangere und Stillende

Anwendung
Die giftige Droge selbst wird heute weniger verwendet; zur Anwendung kommen vielmehr Fertigpräparate mit standardisierten Extrakten aus den Stängeln. Die Verwendung dieser Extrakte zur äußeren Anwendung ist nach Kommission E akzeptiert zur Unterstützung bei chronischen Ekzemen. Inhaltsstoffe sind: Steroidalkaloidglykoside (0,07–0,4 %), wie alpha- und beta Solamarin, sowie Steroidsaponine (0,18 %). Als gesichert gelten heute immunsuppressive, cortisonähnliche, entzündungshemmende und juckreizmindernde Wirkungen der Präparate. Dementsprechend werden sie zur unterstützenden Therapie bei chronischen Hautleiden eingesetzt wie bei Ekzemen oder Neurodermitis. Gegenanzeigen sind Schwangerschaft und Stillzeit. Nach Ansicht der europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sollte sich die Anwendung auf Erwachsene beschränken, nicht länger als zwei Wochen dauern und nicht oral vorgenommen werden. In der Volksheilkunde wurde die Pflanze auch als Blutreinigungstee, bei Übelkeit, Rheuma, chronischer Bronchitis und bei Asthma eingesetzt. Homöopathische Zubereitungen verabreicht man bei fieberhaften Infekten, Erkrankungen der Atmungsorgane, des Magen-Darm-Kanals der Harnwege, der Gelenke und der Haut.
Wichtig: Innere Anwendung nur unter ärztlicher Aufsicht!
Für die innere Anwendung gibt es fertige Mittel, die eine bestimmte Menge an Wirkstoffen enthalten.
Tee
1 Teelöffel mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Diesen Blutreinigungstee in kleinen Mengen über den Tag verteilt trinken. Die Dosis darf nicht gesteigert werden. Hilft bei Hautkrankheiten, Dickdarmentzündung, Husten, Rheuma, Gelbsucht, Übelkeit ...
Umschläge
Den Tee herstellen, Tuch tränken und auf die betroffene Stelle legen. Hilft bei Hautauschläge, Rheuma, Cellulite, Cellulitis ...
Waschungen
Mit dem Tee kann man auch Waschungen durchführen. Hilft bei Hautauschläge, Rheuma, Cellulite, Cellulitis ...
Salbe
Aus den Blättern kann eine  Salbe gegen Ekzeme hergestellt werden.
Beeren-Brei
Beeren zerquetschen und mit dreifacher Menge gekautem Brot zu einem Brei vermischen. Dieser Brei hilft bei Gerstenkörner, wenn man den Brei etwa 30 Minuten auf das betroffene Augenlid gibt.
Homöopathie
Für das Mittel werden die jungen Triebe und Blätter vor der Blüte geerntet. Wird als Dulcamara D4 und C6 eingesetzt, z.B. bei Halsentzündung und Schnupfen, die durch Kälte und Nässe entstanden sind.

Geschichtliches
Seit der Zeit der Römer dürfte der Einsatz des Bittersüßen Nachtschattens zu Heilzwecken bekannt sein. Im Mittelalter war es vor allem ein Mittel bei Gicht und Hautkrankheiten. Noch heute finden sich Pflanzen in der Nähe von Burgen, alten Mauern und verfallenen Gebäuden. In der Magie werden die Bittersüß-Zweige in das Schlafzimmer gehängt um Alpträume zu vertreiben. Es hilft auch bei Schlafwandeln. Dazu werden Zweige unter die Matratze gelegt. Dem Vieh band man einen Kranz aus Bittersüßen Nachtschatten bei Atemprobleme um. Aus der Pflanze wurde auch ein Liebesmittel hergestellt. Pfarrer Kneipp nutzte den Bittersüßen Nachtschatten zur Entgiftung. Der Bittersüße Nachtschatten wird heute erfolgreich bei Hauterkrankungen wie Dermatitis, Ekzem und Neurodermitis eingesetzt.

Pflanzenbeschreibung
Bittersüßer Nachtschatten ist in Europa und Asien heimisch. Alle Pflanzenteile sind giftig. Er wächst bevorzugt in Auenwäldern, Gebüschen, Hecken und Geröllhalden. Der mehrjährige Halbstrauch wird bis zwischen 30 und 200 Zentimeter hoch. Der Bittersüßer Nachtschatten ist winterhart. Die lanzettlichen Blätter können am Grund 1-2 Lappen haben. Die violetten Blüten erscheinen zwischen Juni und August und haben einen Durchmesser von 1cm. Aus den Blüten entwickeln sich von August bis Oktober die roten, eiförmigen, glänzen-den Beeren. Die unreifen grünen Beeren sind sehr giftig, mit zunehmender Reife werden die Gifte abgebaut, nur die ganz reifen Beeren sind nahezu ungiftig, sollten trotzdem nicht gegessen werden.
Vegetative Merkmale
Der Bittersüße Nachtschatten ist eine krautige oder verholzende  Kletterpflanze, deren oberirdische Teile sich über 8 bis 10 Meter ausbreiten können. Unterirdisch können die Sprosse ausgebreitet oder kriechend wachsen. Die Sprosse sind nur selten unbehaart, meistens sind sie behaart, die Dichte der Behaarung kann stark schwanken. Die Trichome sind einfach und einreihig oder verzweigt, beide Formen können gemischt auftreten. Sie bestehen aus vier bis acht Zellen, werden bis zu 1,5 Millimeter lang und sind meist weiß. Die  Borke älterer Sprosse ist grau bis gelblich grau gefärbt.
Die sympodialen Einheiten beinhalten viele  Laubblätter. Die Blätter sind sehr variabel und können sogar an einem Stamm unterschiedlichste Formen und Größen annehmen. Sie können einfach oder bis zu dreifach fiederspaltig sein, werden 2,5 bis 7 Zentimeter lang und 1,2 bis 6 Zentimeter breit. Der Umriss kann elliptisch oder eiförmig bis herzförmig sein. Die oberen Blätter sind meist geöhrt, spießförmig oder mit ein bis zwei Fiederzipfeln ausgestattet. Die Oberseite ist unbehaart bis mäßig mit einreihigen oder verzweigten Trichomen von bis zu 1,5 Millimeter Länge entlang der Adern und auf der Blattfläche behaart. Die Unterseite ist spärlich bis dicht und meist stärker als die Oberseite behaart, die Form der Trichome gleicht denen der Oberseite. Von der Mittelachse entspringen sechs bis neun Paar Seitenadern. Die Basis ist abgeschnitten oder herzförmig, die Blattränder sind ganzrandig oder meist zweifach oder selten öfter gelappt. Die Lappen befinden sich an der Basis der Blattspreite und verjüngen sich zu den Einschnitten hin. Nach vorn ist die Blattspreite spitz oder zugespitzt. Der  Blattstiel ist meist 0,5 bis 2 Zentimeter lang, selten auch länger und weist eine ähnliche Behaarung wie die Stängel auf.
Blütenstände und Blüten
Die  Blütenstände stehen endständig oder seitlich, jedoch nicht den Laubblättern gegenüberstehend. Sie sind 4 bis 15 Zentimeter (manchmal jedoch nur 1 Zentimeter) lang, vielfach verzweigt, unbehaart bis mäßig behaart und beinhalten bis zu 40  Blüten, von denen immer nur wenige gleichzeitig geöffnet sind. Die  Rachis ist oftmals purpurn überhaucht. Der Blütenstandsstiel ist meist 1 bis 7 Zentimeter (selten nur 0,5 Zentimeter) lang. Die  Blütenstiele sind zur Blütezeit 6 bis 12 Millimeter lang, messen 1 Millimeter im Durchmesser und sind schlank, abstehend, oftmals purpurn-grün. Sie sind unbehaart bis spärlich behaart, die Trichome sind meist einreihig und nur selten verzweigt und bist zu 0,5 Millimeter lang. An der Basis ist der Blütenstiel gewinkelt und von einer kleinen Hülle umgeben, die einen auffällig geschwollenen Zapfen an der Blütenstandsachse hinterlässt. Die Blütenstandsachse ist zickzackförmig aufgebaut, die Kerben, die die Blütenstiele hinterlassen, stehen unregelmäßig weit auseinander, meist 1 bis 5 Millimeter, selten auch bis 10 Millimeter.
Die  Knospen sind gewunden, die  Krone steht schon lange vor der Blütezeit über die  Kelchröhre hinaus. Die Blüten selbst sind fünfzählig, alle Blüten eines Blütenstandes sind zwittrig. Die Kelchröhre ist breit konisch und 1 bis 1,5 Millimeter lang. Sie ist mit breit dreieckigen Kelchzipfeln besetzt, die weniger als 0,5 Millimeter lang sind. Sie sind unbehaart oder mit einreihigen, weißen Trichomen besetzt. Die Spitze ist zugespitzt, der Rand ist  papillös. Die Krone misst 1,5 bis 2 Zentimeter im Durchmesser und ist tief (bis zu 3/4 der Strecke bis zur Basis) sternförmig gespalten. Sie ist purpurn, violett oder weiß gefärbt, an der Basis jedes Kronlappens finden sich grüne und leuchtend weiße Punkte. Die Kronlappen sind 6 bis 8 Millimeter lang und 2,5 bis 3 Millimeter breit, zur Blütezeit sind sie stark zurückgebogen, sie können an der Spitze und an den Rändern fein papillös sein, oder sie sind vollständig unbehaart. Gelegentlich findet sich jedoch auf der Außenseite eine dichte Behaarung aus einreihigen, unverzweigten Trichomen. Die durch die Verwachsung der  Staubfäden entstehende Röhre ist sehr fein, die Staubfäden stehen auf 0,5 Millimeter einzeln voneinander, sie sind unbehaart. Die Staubbeutel sind 4,5 bis 6 Millimeter lang, etwa 1 Millimeter breit, stark zusammengeneigt und zu einer einzigen Reihe verwachsen. Sie öffnen sich über Poren an den Spitzen, auch im Alter erweitern sich diese Poren nicht zu Schlitzen. Der  Fruchtknoten ist unbehaart. Der  Griffel ist 5 bis 9 Millimeter lang und ebenfalls unbehaart. Er trägt eine feine, köpfchenförmige Narbe mit papillöser Oberfläche.
Früchte und Samen
Die Frucht ist eine kugelförmige bis elliptische Beere. Sie wird 0,6 bis 1,1 Zentimeter lang und 0,6 bis 1,5 Zentimeter breit. Zur Reife ist sie leuchtend rot gefärbt, das Perikarp ist dünn und glänzend. Die Blütenstiele haben sich an der Frucht auf bis zu 1,3 Zentimeter verlängert und messen 1 bis 1,5 Millimeter im Durchmesser. Sie sind abstehend und nicht auffällig holzig. Jede Frucht enthält mehr als 30  Samen. Diese sind flach nierenförmig, etwa 3 Millimeter lang und 2 Millimeter breit. Die Oberfläche ist blassgelb oder bräunlich, fein gekörnt, die Zellen der  Samenschale sind fünfseitig.

Anbautipps
Im Frühling aussäen oder im Sommer durch Stecklinge vermehren. Feuchter Lehmboden. Halbschatten. Im Frühjahr zurückschneiden. Die Pflanze sollte für Kinder unerreichbar angebaut werden.

Sammeltipps
Geerntet wird von mindestens 2 Jahre alten Pflanzen. Stängel im Frühjahr (vor dem Blattaustrieb) oder Spätherbst (nachdem die Blätter abgefallen sind) sammeln, luftig und schattig trocknen. Wurzeln im Herbst ernten, gründlich waschen, schälen. Wurzelrinde luftig und schattig trocknen. Die giftigen Pflanzenteil gut beschriftet und sicher aufbewahren.



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